zur
Landkreiskarte
ausführliche Beschreibung Kirchen
in Dachau
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Stadtpfarrkirche St. Jakob in DACHAU
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Als Pfarrei wird Dachau mit
den Filialen Prittlbach, Etzenhausen und Goppertshofen (Dekanat Bergkirchen)
erstmals in der
Konradinischen Matrikel von 1315 erwähnt. Die damalige
Kirche dürfte um 1240 erbaut worden sein. Der hl. Jakob ist
erst seit 1390 nachweislich Patron der Kirche.
des Dachauer Malers und Bürgermeisters Johann Georg Hörmann von 1699. |
St. Jakob in Dachau ist die einzige größere Renaissancekirche im Landkreis Dachau (daneben nur noch die Kapelle in Essenbach). Sie wurde in den 380 Jahren ihres Bestehens nur zweimal unwesentlich verändert: Der Turm wurde 1677 aufgestockt und das Langhaus 1926 um ein Joch verlängert.
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Die Kirche hat ein breites Mittelschiff,
zwei schmale Seitenschiffe und einen
kurzen, Chor, der etwas breiter als das Mittelschiff ist. Selten in unserer oberbayerischen Kirchenlandschaft ist der spärliche frühbarocke Rahmenstuck im gesamten Kirchenraum. Am Hochaltar (von 1939)
ein Bild des Münchner Hofmalers Josef Hauber um 1800 (Jakobus,
auf dem Gang zur Richtstätte). Im Altarraum und an den Säulen im Langhaus stehen lebensgroße Figurenvon Christus und den Zwölf Aposteln (1625 von Constantin Pader). An der Nordseite des Altarraums befinden sich ein prächtiges, mit vielen Edelsteinen besetztes Heilig-Kreuz-Reliquiar aus der Barockzeit sowie ein gotischer Taufstein mit einer schönen Figurengruppe von Adam Luidl. |
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Die ehem. Heilig-Blut-Kapelle von 1629 an der Chorsüdseite wirkt wie ein barockes Querhaus, dessen Obergeschoss sich gegen den Chor hin als Empore öffnet. Der Bau ist auch als Jocherkapelle bekannt, benannt nach dem kurfürstlichen Rat und Pfleger von Dachau, Wilhelm Jocher.
Die Seitenaltäre sind barocke Stuckmarmor-Retabeln mit jeweils vier gewendelten Säulen und mit Altarblättern von Franz Josef Wurm (1853) im sog. Nazarenerstil (Maria mit Kind und Heilige Familie). In der Predella beider Altäre sind Skelettreliquien von Katakombenheiligen ausgestellt.
Weitere Heiligenfiguren und Bilder , eine spätgotische Kreuzigungsgruppe sowie prächtige Epitaphe sind an den Innenwänden des Kirchenschiffs angebracht. Auch in die Außenwände sind viele Grabplatten eingemauert.
Auf der zweigeschossigen Empore steht eine 1997 angeschaffte Vleugens-Orgel mit zwei Manualen und 31 Registern.
Die Seitentüren stammen noch aus der Erbauungszeit (1625); sie sind mit Heiligenreliefs geschmückt.
Die Kirche St.Jakob gehört mit den beiden Klosterkirchen in Indersdorf und Altomünster zu den bedeutendsten Kirchen im Landkreis.
Gottesdienstordnung der Pfarrei St. Jakob
Dachau: klicken Sie hier...
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen
und kunsthistorischen Hinweisen
Geschichte der Pfarrei und der Kirche
Erste
Nennung 805
Der Ort und die Kirche von Dachau werden in einer Freisinger Urkunde vom 15.
August 805 als eine nur wenig früher entstandene Siedlung in "Loco
Dahauua" erstmals genannt, wobei die althochdeutsche Namensableitung von daha
= Lehm als lehmige Au" gedeutet werden kann. Die Urkunde Nr. 218 aus der Sammlung
Freisinger Traditionen berichtet von einer Frau namens Erchana, die der Kirche
zu Dahawa (Dachau) Land und Unfreie schenkt; "zu ihrem Seelenheil nach
vielfältigen Fehltritten" heißt es. Die Begründung muss
aber nicht bedeuten, dass sich Erchana besonders viel zu Schulden hätte
kommen lassen. Diese Selbstbezichtigungen waren notwendig, um der Schenkung
Rechtssicherheit zu geben. Denn die weltliche Obrigkeit waren nicht begeistert,
dass die Kirche durch diese Schenkungen immer mächtiger wurde. Deshalb
regelten sie im damals geltenden Gesetz, dem Lex Baiuvaroum, dass einer sein
Vermögen nur dann der Kirche überschreiben dürfe, wenn dies "zur
Erlösung seiner Seele" geschehe (und nachdem er mit seinen Söhnen geteilt
hat). Da war das allgemein gehaltene Eingeständnis von Fehlern, die eine
Erlösung notwendig machten, recht hilfreich. Erchana und
ihr Bruder Arpio, ein Kleriker, haben das geschenkte Besitztum wohl danach vom
Bischof wieder als Lehen erhalten. Mit Vertrag vom 28.Januar 817 haben sie es
zurückgegeben. Nach Wilhelm Störmer soll die Kirche den Heiligen Maria,
Corbinian und Lambert geweiht gewesen sein.
Damals gehörte Dachau wohl
noch zur Pfarrei Steinkirchen, der Urpfarrei für das Dachauer Gebiet. Im
13.Jh wurde der Pfarrsitz von Steinkirchen nach Mitterndorf verlegt. Ungefähr
zur gleichen Zeit wurde die seit 1240 bestehende Filialkirche St.Jakob aus dem
Pfarrsprengel ausgegliedert und zur eigenen Pfarrei erhoben. Möglicherweise
stand dies im Zusammenhang mit der Verlegung des Amperübergangs der Fernstraße
von Salzburg über München nach Augsburg von in Mitterndorf zum Karlsberg
in Dachau und der gleichzeitigen Verlegung der Burg vom Giglberg in Mitterndorf
auf den Dachauer Schlossberg. Die Wittelsbacher, seit 1180 bayerische Herzöge,
hatten 1183 Dachau und 1240 auch die Stadt München in die Hand bekommen
und die Verbindung zwischen den beiden Orten ausgebaut. Zudem wurde Dachau zum
Markt erhoben.
Die erste urkundliche Benennung eines Dachauer
Pfarrherrn stammt vom 16.Juni 1314 (Pfarrer Perchdolt).
Kirchenbau
um 1240
Die erste Kirche am Platz der heutigen Stadtpfarrkirche St.Jakob wurde um 1240
im romanischen Stil erbaut. Die Lage an der vielbefahrenden Fernstraße
wird wohl zur Wahl des hl.Jakobus zum Patron der Kirche beigetragen haben. Denn
St.Jakob wurde seit dem Ende des 12.Jh -als sich die europaweite Wallfahrt nach
Santiago etabliert hatte- auch als Schutzheiliger der Pilger, Wanderer und Fuhrleute
verehrt. Und Dachau lag an der Straße nach Augsburg, das ein wichtiger
Sammelplatz der Pilger Süddeutschlands war, von dem aus man die Reise nach
Santiago gemeinsam antrat. Das Pfarrhaus mit den dazugehörenden Wirtschaftsgebäuden
entstand zwischen der Kirche und der Herzogsburg, die bis zum Brand 1403 in
der Wieningerstraße stand.
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Freisinger Matrikel 1315 Schriftlich wurde Dachau als Pfarrei erstmals in der Konradinischen Matrikel (Matrikel=Verzeichnis) von 1315 erwähnt, mit den Filialen Prittlbach, Etzenhausen und Goppertshofen. Der Dekan residierte damals in Bergkirchen. Der älteste Jahrtagseintrag stammt aus dem Jahr 1359, den ein Bürger mit dem nicht sehr vorteilhaften Namen "Heinrich Bscheißenteuffel" gestiftet hat. Seit 1390 ist belegt, dassSt. Jakob Patron der Kirche ist. Damals stifteten die Bürger Berchtold Ruedl ein ewiges Licht und Kunrad der Purgschlögl eine ewige Kerze. Nach Heinrich Rauffer steht das Patronat der Kirche mit ihrem Standort im Zusammenhang: An der früheren Salzstraße von Salzburg nach Augsburg gelegen, sei sie dem Patron der Pilger und Reisenden, St. Jakob geweiht worden. |
Jahrtags-Stiftung
1477
Am Donnerstag um den St.Veitstag des Jahres 1477 stiftete der frühere bayerische
Herzog Sigismund für sich, für seinen Vater Albrecht III. (gest.1460),
seine Mutter Anna von Braunschweig (gest.1474) und seinen älteren Bruder
und Mitregenten Herzog Johann IV. (gest.1463 an der Pest), einen feierlichen
Jahrtag. Herzog Sigismund hatte sich 1467 zu Gunsten seines jüngeren Bruders
Albrecht IV. von der bayerischen Regierung zurückgezogen und behielt nur Bayern-Dachau
als Domäne, das nach seinem Tod wieder an Bayern-München fiel.
Sunderndorfersche Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 ist die Pfarrei unter dem Namen "Tachaw"
enthalten. Diese Matrikel beschäftigt sich im Wesentlichen mit den Einnahmen
und den Abgaben der Kirche. Sie enthält aber auch die Namen der damaligen
Geistlichen. Pfarrherr war Magnus Schöllenberg, ein Freisinger Kanonikus;
die Seelsorge vor Ort hatte Vikar Sebastianus Hofer ausgeübt. Das Besetzungsrecht
für die neuen Pfarrer lag beim Bistum Freising. Die Pfarrei hatte drei
Filialkirchen, nämlich "s.Castuli in Brucklpach (Prittlbach),
s.Laurentii in Hetzenhausen (Etzenhausen) cum sepulturis (= mit Friedhöfen),
s.Nicolai in Goppartzhouen sine sepultura" (= ohne Friedhof). Die
Pfarrei hatte damals 450 Communicantes (= erwachsene Gläubige). Sie war
nach Vierkirchen, Indersdorf, Einsbach und Altomünster die fünftgrößte
Pfarrei im Gebiet des heutigen Landkreises.
| Visitationsbericht
von 1560 Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse Im Bericht über die "Pfarr St.Jakobus in Dachau"heißt es, Pfarrer sei seit 1 Jahr Erasmus Ziernhöld. Er wurde in Dachau geboren und 1555 in Freising zum Priester geweiht. Er war, wie der Visitator feststellte, in Lehre undPraxis |
Neubau des Chors 1584/86
Schon im 16.Jh war der vorhandene gotische Bau zu klein gewordenen. Die Bevölkerung
Dachaus hatte sich auf 130 Häuser mit 1200 (Rauffer: 900) Einwohnern vergrößert,
wozu auch der Bau des Schlosses beigetragen haben dürfte. Zunächst
wurde in den Jahren 1584/86 der Altarraum durch Friedrich Sustris
(1540-1599), dem aus Italien stammenden fürstlichen Baumeister aus München,
errichtet und bereits im Renaissancestil gestaltet. Der verlängerte Chor
mit zurückgeschobenem Hochaltar brachte aber nur einen unwesentlichen Raumgewinn.
| Der Bau wurde dem Münchner Baumeister und Planer Hans Krumpper übertragen. Der Auftrag wurde von den Beteiligten, drei Ratsherren und dem Baumeister, auch tüchtig begossen. Die Rechnung weist aus, dass sie zu viert 12 Kannen Wein, d.h., rd. 25 Liter, getrunken haben. Krumpper, seit 1592 ein Schwiegersohn Sustris, war einer der führenden Baumeister seiner Zeit in Bayern und hauptberuflich am Herzogshof tätig. Zum Zeitpunkt des Dachauer Kirchenbaus war er auch mit dem Umbau der Freisinger Domkirche betraut. |
Älteste Ansicht der Dachauer Kirche auf dem Grabstein von Schwankhler 1606 |
Die Bauarbeiten dauerten bis 13.
Sept. 1625. Als Zimmermeister war Kaspar Weinbusch aus Dachau beteiligt;
das Bauholz brachten Dachauer Flößer auf der Ammer/Amper aus den
Wäldern von Peiting und Schongau heran; sie waren seit 1608 zur Ammer-Flößerei
privilegiert.
Der erste Gottesdienst im Neubau fand am 31.Oktober 1625 statt. Die Weihe der
Kirche erfolgte fünf Jahre später am 25.7.1629 durch den Freisinger
Diözesanbischof Veit Adam von Gepeckh (der 1584 in Arnbach geboren worden
war). Im Jahr 1629 wurden auch noch die Empore und Jocherkapelle errichtet.
Der Staatsmann und Pfleger Wilhelm Jocher beteiligte sich auch mit eigenen
Mitteln an der Finanzierung. Er streckte wie erwähnt 300 Gulden ohne Zinsen
vor, beglich Maler- und Kistlerrechnungen in Höhe von 796 Gulden, organisierte
600 Gulden von den befreundeten bayerischen Herzögen Wilhelm und Maximilian
und spendierte über 800 Gulden für den neuen Hochaltar von Krumpper
und Thonauer. Dieser Hochaltar soll ein Altarbild des Münchner Hofmalers
Johann Depay enthalten haben; ein Restaurator aus dem Jahr 1781 glaubte sogar
darin ein Gemälde von Peter Paul Rubens erkannt zu haben. Das Altarblatt
wurde 1810 entfernt, sodass der Maler nicht mehr festgestellt werden kann.
Der Bau der Kirche stand am Ende einer seit 1550 andauernden Blütezeit
des Marktes Dachau. Dass diese schon drei Jahre nach der Einweihung, im Jahr
1632 so jäh enden würde, konnte man damals nicht absehen; der Dreißigjährige
Krieg war 1629 weit weg, in Norddeutschland und die katholische Partei stand
kurz vor dem Sieg. Während der Blütezeit wurden die Kirche, der neue
Friedhof, das Schloss und das Rathaus errichtet
Dreißigjähriger
Krieg
ImDreißigjährigen Krieg hatte Dachau
schwer gelitten. In den ersten Jahren des Krieges war die Kirche geplündert
worden. Dies berichtet ein Schreiben des Dachauer Pfarrers an das Ordinariat
in Freising vom 12.April 1641. Die Bausubstanz war zwar noch vorhanden,
nur das Dach war renovierungsbedürftig. Aber alle Messgewänder und
kirchlichen Geräte waren geraubt worden. 1641 hatte man sich wieder zwei
Kelche und eine Monstranz beschafft, war aber auf Stiftungen, Sondersteuern
und Einnahmen aus "langwürigem opffern" angewiesen. Denn die
Einnahmen (Zehent) waren weggebrochen, weil die Bauernhöfe entweder abgebrannt
waren ("ganz öedt ligen") oder nur noch die halbe Pacht erbrachten.
Auch die Frühmess-Stiftung hatte ihre finanzielle Grundlage verloren, weil
das gestiftete Haus "Güettl" abgebrannt war.
1648, kurz vor dem Ende des Krieges, wurde die Kirche von den abrückenden
Schweden in Brand gesetzt. Aus Rachsucht für den Überfall im Dachauer
Moos, bei der der schwedische General Wrangel nur knapp (unter Zurücklassung
seines Degens) entkam. .
| Die beiden Stiche
zeigen jeweils die neue Kirche. Links ein Stich von Matthias Merian um 1654. Hier sehen wir die Kirche von Südosten. Der noch aus gotischer Zeit stammende Turm scheint aber etwas zu breit geraten. Rechts die Ansicht der Kirche um 1695 von Michael Wening (aus Nordwesten). Es zeigt die Kirche mit dem 1678 erhöhten und mit einer Zwiebelhaube und Laterne versehenen Turm. |
Schmidt'sche
Matrikel 1738
In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien
der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten
Schmidt'schen Matrikel kurz beschrieben. Die Pfarrei St.Jakob
wurde damals seit 1731 von Pfarrer Michael Ambacher betreut. Das Besetzungsrecht
(für neue Pfarrer) wechselte monatlich zwischen dem Bistum Freising und
dem bayerischen Kurfürsten (=Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof
einen neuen Pfarrer bestellen, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen
Monaten-ungeraden Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog).
Der Pfarrhof wird als neu erbaut beschrieben. Die Zahl der Gläubigen hatte
sich in den vergangen 200 Jahren mehr als verdoppelt und betrug 1155 Communicantes;
das war nach Vierkirchen und Indersdorf die drittgrößte Pfarrei im
heutigen Landkreis.
Die Pfarrei hatte drei Filialen, nämlich in "Prittelbach, Etzenhausen
et Gobbertshoffen". Dazu kamen noch vier Kapellen, St.Nikolaus im Schloss,
eine (ehemalige) Friedhofskapelle neben der Kirche, die Marienkapelle
"Oettinganae" an der Stadtgrenze und die Kreuzkapelle (Krumpperkapelle)
im äußeren Friedhof. Die Pfarrkirche selbst wird als von schöner
Gestalt beschrieben. Sie hatte acht (!) Altäre. Der Hochaltar war
dem Patron, dem Apostel Jakobus, geweiht. Auf ihm stand der Tabernakel. Deshalb
war er auch der Altar für die Bruderschaft zur ewigen Anbetung des Altarsakraments.
Aber auch die Georgsbruderschaft feierte hier ihre Gottesdienste. Der zweite
Altar war dem hl.Sebastian, der dritte dem hl.Leonhard und der vierte der Jungfrau
Maria von der immerwährenden Hilfe geweiht. Der fünfte Altar hatte
St.Joseph, der sechste St.Franz Xaver als Patron. Die beiden letzten waren wiederum
Marienaltäre: einer war der Jungfrau Maria und der andere der Rosenkranzmadonna
gewidmet. Am letztgenannten Altar feierte die Rosenkranzbruderschaft ihre Gottesdienste;
diese Bruderschaft sei ein Jahrhundert vorher (also um 1640) gegründet
worden. In der Matrikel werden auch Benefizien (Mess-Stiftungen) aus den Jahren
1408, 1714 und 1730 mit ihren Einkünften aufgeführt. Die Beschreibung
endet mit den Hinweisen, dass in der Kirche Taufstein und die Heiligen Öle,
in der Sakristei genügend Messgewänder vorhanden seien. Im Turm hingen
drei geweihte Glocken. Die Einkünfte verwalteten der Pfarrer und der Magistrat
des Marktes Dachau. Im letzten Satz (dem einzigen in deutscher Sprache) macht
Schmidt Angaben zum Vermögen: "Das eigentliche Vermögen dises
Pfarr-Gottshauses ist aus Abgang der Rechnungs-Extracten nit wißlich,
wird sich aber yber 1500 fl. (=Gulden) nit vil erstreckhen".
Beschreibung
1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über die Pfarrei Dachau schreibt er, sie habe 2535 Seelen in 404 Häusern,
davon lebten 2061 (in 329 Häusern) im Markt selbst, die übrigen in
Etzenhausen (163), Prittlbach (173), Goppertshofen (59), Walpertshofen (24)
und Würmmühle (21) sowie in Steinkirchen (nur ein Haus mit 10 Personen
nach Dachau) und Webling (nur 24 in 3 Häusern nach Dachau). Der Umfang
der Pfarrei betrage 2 1/2 Stunden.
Über die Pfarrkirche berichtet Mayer: "(errichtet im) Baustil
des 17.Jh. Restaurirt 1854. Geräumigkeit ungenügend. Baupflicht hat
die Kirche. Kuppel-Thurm mit 4 Glocken. Im Inneren 6 Altäre... Orgel mit
16 Registern. Gottesdienste regelmäßig. Donnerstag-Aemter mit Procession.
Stiftungen: 59 Jahrtage, 302 Jahrmessen und die von Prof.Dr. Josef Ziegel gemachte
und 28.Sept.1869 confirmirte (bestätigte) Mai-Andachtstiftung. Täglich
Rosenkranz. Bittgang nach Andechs am Samstage vor Christi Himmelfahrt und nach
Puch bei Bruck zur hl.Edigna, gewöhnlich Ende Juni, auf Ansuchen mit geistl.
Begleitung. Cemeterium (Friedhof) neu hergestellt und benediciert im
October 1865, 10 Minuten von der Pfarrkirche entfernt, an welchem die Gemeinde
Baupflicht hat. Bei selbem ist eine hl.Kreuz-Capelle (Krumpperkapelle)
und ein im Jahr 1866 erbautes, 1867 benediciertes Leichenhaus.
Mesner wohnt im Meßnerhaus und vertritt bei geringeren Leichenbegängnissen
die Cantorstelle. Sonst ist Cantor und Chorregent der Lehrer. Der Dachauer Pfarrer
von 1874 war kein Landwirt mehr. Das Widdum, der Pfarr-Bauernhof war bis auf
3 Tagwerk Krautäcker verkauft. Er wohnte -zusammen mit einem Cooperator
in dem 1858 erbauten Pfarrhaus. Die Coadjutorstelle war 1874 wegen Priestermangels
nicht besetzt.Das Kirchenvermögen betrug damals 26.279 Gulden.
Erweiterung 1926
Im 19.Jh war die Kirche wegen der stetig angewachsenen Bevölkerungszahl
wiederum zu klein geworden, wie ja Anton Mayer in seiner Statistischen Beschreibung
von1874 schon bemerkt hatte. 1892 wurde ein Umbauprojekt der Pfarrkirche vorgelegt,
dem im Laufe der Jahre weitere Vorschläge folgten. Sogar eine Verlegung
der Kirche (in das Schloss oder in den Unteren Markt) hatte man in die Planung
einbezogen. Erst 1926 wurde die Verlängerung des Langhauses um ein
Joch nach Westen (Entwurf von Hans und Paul Gedon, München) tatsächlich
ausgeführt.
Umgestaltung 1966
Im Zuge der Liturgiereform des 2.Vatikanischen
Konzils wurde die Kirche 1966 unter Leitung des Münchner Bildhauers Reinhold
Grübl umgestaltet. Der Hochaltar erhielt im Aufsatz eine Christusstatue,
die Apostelfiguren aus der Zeit um 1625 wurden von den Außenwänden
an die Pfeiler des Kirchenschiffs versetzt, die Fenster erhielten Butzenscheiben.
Der neue Volksaltar und das Ambo (von Blasius Gerg) kamen erst 1976 dazu.
Benefizien
aus der Schmidtschen
Matrikel und von Mayer/Westermayr erfahren wir, dass folgende Benefizien eingerichtet
waren:
Frühmeßbenefizium von 1408
Am "Gottesleichnamstage 1408" haben die Marktgemeinde Dachau und Pfarrer
Daniel Anstaller ein Frühmeßbenefizium gestiftet. Das Benefizium
ermöglichte die Anstellung eines Benefiziaten, der verpflichtet war, täglich
die Frühmesse - im Winter um 7 Uhr, im Sommer um 6 Uhr- zu lesen, an Sonn-und
Festtagen für die Stifter zu beten und eine Frühlehre zu halten. Daneben
hatte er in der Seelsorge auszuhelfen und Beichte zu hören. Das Patronat
der Stiftung (Entscheidung über die Besetzung der Benefiziatenstelle)
hatte der Magistrat von Dachau. Der Benefiziat wohnte in einem eigenen Beneficialhaus
mit 21 Tagwerk Grundflächen der Bonität 17. Die Baupflicht am Gebäude
hatte der Magistrat. Das Beneficium war einträglich: Den Einnahmen von
781 Gulden standen nur 50 Gulden Ausgaben gegenüber.
Mörz-Benefizium von 1714
Das Mörz-Beneficium stammt aus dem Jahr 1714. Es war ursprünglich
vom Pfarrer Michael Mörz aus Haimhausen in der Heilig-Geist-Kirche zu München
(Viktualienmarkt) gestiftet und erst später nach Dachau transferiert
worden. Das Patronatsrecht (Besetzungsrecht) lag "beim Land-Capitel Dachau,
doch so, "daß daselbe auf einen aus des Stüffters Blutsbefreunden
usque ad quartum gradum (bis zum 4.Verwandtschafts-Grad) vor anderen
reflectieren solle; in Abgang dessen aber alsdann ein anderer frommer Priester
oder der etwa lange Jahr in vinea Domini (im Weinberg des Herrn) euffrig gedient,
präsentirt werde" (= bei der Berufung eines Beneficiats musste
erst in Priester aus der Verwandtschaft des Stifters gefragt werden). Die
Verpflichtung des Beneficiaten belief sich zunächst auf 104, später
77 Messen jährlich und auf die Aushilfe im Beichtstuhl.
Metzger-Benefizium von 1730
Das dritte Beneficium stiftete der Dachauer Pfarrer und Dechant Anton Metzger
im Jahr 1730. Es beinhaltete ursprünglich drei Wochenmessen. Der Collegiats-Stiftsdechant
Ferdinand Zeller von Freising vermehrt das Fondscapital um 800 Gulden. Bischof
Johann Theodor von Bayern (1727-1763) hatte die Stiftung confirmiert (bestätigt).
Das Patronatsrecht für diese Stiftung lag beim Pfarrer von Dachau, der
aber ebenfalls zunächst die Neffen des Stifters fragen musste, ob sie die
Stelle wollten. Das Beneficiat hatte wöchentlich je 3 Messen für die
Stifter zu lesen. 1738 war Franz Ferdinand Effner Benefiziat.
Mandel'sches-Benefizium 1654
Früher bestand auch noch das ursprünglich in die Metropolitankirche
zu München gestiftete Baron v.Mandl'sche Benefizium, das aber im Jahr 1807
nach Hebertshausen verlegt worden ist.
Bruderschaften
- Rosenkranzbruderschaft. Gegründet von Dominikanern schon vor 1677,
wahrscheinlich in der Schlosskapelle. In den Ordinariatsakten finden sich nämlich
ein Bericht von Pfarrer Balthasar Wibmer vom23.7.1677, in dem ausgesagt wird,
dass die (Bestätigungs)Bulle ein Sonderbestimmung für die Dominikaner
enthalte: Sollten die Dominikaner in der Nähe von Dachau eine eigene Kirche
erhalten, könnten die Ablässe und Privilegien der Bruderschaft neben
den Stiftungen (bonis temporalibus) "ex praedicta capella" (aus der
vorgenannten Capelle) in diese neue Dominikanerkirche übertragen werden.
Man nimmt an, das mit "dieser Capelle" die Schlosskapelle gemeint
war. Die Mitglieder der Bruderschaft hatten die Verpflichtung, jeden Tag einen
Rosenkranz zu beten. Das Vermögen betrug 1874 rd. 2176 Gulden.
- Liebesbund christlicher Herzen zur Liebe des Nächsten und zum hl.Herzen
Jesu, Mariä und Josef. Die Bruderschaft mit dem langen Namen wurde
am 31.Mai 1752 durch oberhirtliche Confirmation (Bestätigung) gegründet.
Das Titularfest fiel auf den 5.Sonntag nach Pfingsten. Papst Benedikt XIV. verlieh
ihr Ablässe auf den Besuch des Hauptfestes und der 4 Quatember-Sonntage
(=
1.Fastensonntag, Pfingsten, 3.Septembersonntag, 3.Adventssonntag).
Das Vermögen betrug im Jahr 1874 rd. 368 Gulden.
- früher bestanden noch die Sebastianistiftung für jährlich
1 Amt am Sebastianstag (20.1.) und die
- Bruderschaft vom hl.Georg (oberhirtlich confirmiert am 21.4.1733) mit
Ablässen von Papst Clemens XII. Auch sie ist schon erloschen
Frühere Schlosskapelle
Im Dachauer Schloss gab es natürlich auch eine Kapelle. Sie war zu Ehren
des hl.Nikolaus geweiht. In der Schmidt'schen
Matrikel wurde sie als "picturis antiquis ornata"
bezeichnet. Gemäß einer besonderen bischöflichen Erlaubnis vom
2.11.1719 durfte dort das Allerheiligste aufbewahrt werden, solange die churfürstliche
Familie im Schlosse weilte. Die Kapelle wurde im Jahr 1800 "demolirt".
Berichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus
dem Pfarrleben von St.Jakob berichtet. Diese meist in blumiger Sprache geschriebenen
Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln
aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Wenn Sie Interesse
an den Berichten haben, klicken Sie hier....
Baubeschreibung
St. Jakob in Dachau ist die einzige größere Kirche im Stil der Spätrenaissance im Landkreis Dachau (daneben nur noch die Kapelle in Essenbach). Sie wurde in den 380 Jahren ihres Bestehens nur zweimal unwesentlich verändert: Der Turm wurde 1677 aufgestockt und das Langhaus 1926 um ein Joch verlängert.
Der Altarraum ist etwas
breiter als das Mittelschiff, gegenüber der Gesamtbreite des Langhauses
aber eingezogen. Er wurde um 1584 von Friedrich Sustris errichtet.
Das 1625 erbaute Kirchenschiff ist eine
Renaissance-Pfeilerhalle mit großen rundbogigen Fenstern. Der Westeingang
ist über eine mächtige Freitreppe zu erreichen. Die aus Granit bestehende
Treppe wurde 1994 saniert. Damals wurde statt der Mauerbrüstung ein Eisengeländer
angebracht. St.Jakob ist eine der wenigen Kirchen im Dachauer Land, deren
Westseite als Schauseite gestaltet ist. Die 1926 gebaute Westfassade der Kirche
besitzt abgeschrägte Ecken, um der Enge der Straße, der Unterkellerung
der Kirche und der Aufgangstreppenanlage Rechnung zu tragen.
| Der Turm
entstand gegen Ende des 15.Jh. Er ist in seinem Unterbau das älteste
Gebäude Dachaus. Der frühere Kirchenpfleger Burghart hielt es
für möglich, dass der Turm in dem Jahrzehnt nach 1403, als Dachau
im herzoglichen Bruderzwist in Flammen aufging, erbaut worden sein könnte.
Kurz vor 1560 hat man ihn umgebaut oder renoviert. Dabei hat man dem Turm
eine Kuppel aufgesetzt, deren Form sich an die der Schlosstürme anlehnte. Als 1625 die Kirche neu errichtet wurde, hat man den alten Turm stehen lassen und die Kirche an den Turm herangebaut. Doch der überragte mit seinen 23 Metern das neue Kirchenschiff kaum noch. So hat man 50 Jahre später, in den Jahren 1676 bis 1678, seine Höhe durch einen achteckigen Oberbau mit Zwiebelkuppel und Laterne auf 44/45 Meter verdoppelt. Über dem rechteckigen, spätgotischen Grundriss erhebt sich nun der Turm in sieben Geschossen. Dieser achteckige, schlanke Oberbau hat in jedem Stockwerk eine andere Gliederung. Seit seiner Erhöhung bildet der Turm zusammen mit dem Schloss die Skyline der Stadt.
Eine Kirchturmuhr ist schon seit dem Jahr 1657 vorhanden; sie wurde am 26.Juli 1657 von einem unbekannten Uhrmacher eingebaut. Doch scheint sie nicht recht funktioniert zu haben, weil sie schon acht Jahre später vom Münchner Hofuhrmacher Michael Probst für 75 Gulden renoviert werden musste. Im Jahr 1678, unmittelbar nach der Turmerhöhung, wurde vom Münchner Großuhrmacher Melchior Sturmb eine neue Turmuhr beschafft, die sogar alle Viertelstunden schlug. 1692 wurde sie unter die Kuppel gesetzt, damit sie besser zu sehen ist. Die Uhr hielt fast 200 Jahre, bis sie 1883 von einer neuen Uhr der Fa. Neher aus München ersetzt wurde. |
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Glocken:
Heute hängen
vier Glocken im Turm. Eine stammt aus dem Jahr 1936 und wurde von den Gebr.Ulrich
aus Apolda/Thüringen gegossen, die anderen drei stammen von Karl Chudnochowsky
aus Erding (1949).
Auch in der
Zeit vor 1936 gab es vier Glocken; die älteste stammte aus dem Jahr 1406
(die jetzt in der Krumperkapelle hängt), eine andere war 1468 gegossen
worden. Die meisten Glocken wurden an die neu erbaute Kirche St.Peter abgegeben.
St.Jakob erhielt ein neues Geläute. Doch die vier neuen Glocken waren für
den Turm zu schwer. Der Turm begann beim Einläuten am Vorabend des Christi-Himmelfahrts-Festes
1936 ganz bedenklich zu schwanken. Man hängte die Glocken ein Stockwerk
tiefer, was wiederum dem Klang schadete. Doch das Problem bestand nur 6 Jahre.
1942 wurden die drei größeren Glocken zu Kanonen eingeschmolzen.
1949 hat man das Geläute wieder komplettiert: Karl Chudnochowsky in Erding
goss drei neue Glocken. Eine davon ist dem hl.Michael, eine weitere der Jungfrau
Maria (mit der Inschrift "Unser liebe Frau von Dachau") und die dritte
dem hl.Josef geweiht. Dazu kommt die kleine, 1936 bei den Gebrüdern Ulrich
in Apolda/Thüringen gegossene und vom Münchner Erzbischof Michael
Kardinal Faulhaber geweihte Glocke, die im Krieg dem Einschmelzen entkommen
war; sie ist dem Bruder Konrad gewidmet.
Auch die kleine, 141 kg schwere Glocke aus dem Jahr 1406, hat den Krieg überstanden.
Viele Jahre lagerte sie auf dem Dachboden der Jakobskirche. Seit einigen Jahren
hat sie ihren Platz im Türmchen der nahen Friedhofskapelle
gefunden. Sie ist die zweitälteste Glocke im Landkreis Dachau.
Eine Auflistung der ältesten Glocken finden Sie hier...
Grabplatten
an den Außenmauern
In die Außenseite der Kirchenmauern sind an der Nordost-, der Ost-
und der Südostseite viele kleinere Epitaphe eingelassen. Es handelt sich
um Grabplatten des früheren Friedhofs, der rings um die Kirche angelegt
war. Die letzte Beerdigung ist aus dem Jahr 1802 überliefert. Die älteste
Steinplatte stammt aus dem Jahr 1634. Bei der Neuanlage des Platzes um die Kirche
in den 1970er Jahren wurde ein Teil der noch erhaltenen Särge und der Gebeine
zerstört und entsorgt.
| Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind normalerweise keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
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Marterl
für Ignaz Berthold
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1743
Ignatius Kreutmair |
1746
Kaspar Pökh |
1799
Sebastian Dolinger |
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1751
Dr. D.Josephus Pallauf |
1751
G. Willib. Schmetterer |
1772 |
1801
Jos. Benedict Schmetterer |
In älteren Beschreibungen sind noch weitere
Grabplatten genannt, die in die Kirchenmauer eingelassen waren:
- Stephan Viertl, Bürgermeister und Lebzelter 21.12.1779,
Kalksandstein (43 cm quadratisch)
- Maria Theresia Reßl, gest.23.1.1800 u.Franz Josef Rößler,
Rotgerber: 10.12.1800, Kalksandstein, oben Wappen (60 x 34 cm)
- Heinrich Stadler, gest.22.1.1731, Kooperator, Kalksandstein (47 cm
quadratisch)
- Ignaz Gottlieb Berhold, gest.um 1781 , Kalksandstein (88 x 61 cm)
- Anton Hofter, gest.21.6.1788, Kalksandstein (61 x 48 cm)
- Maria Anna und Maria Catharina Schmetterer gest, 26.6.1731 bzw. 4.4.1742,
Kalksandstein, unten Wappen (50 x 46 cm)
- Joseph Benedikt Schmetterer gest. 7.1.1801, Kalksandstein (42 cm quadratisch)
| Die großflächige Sonnenuhr mit Tierkreiszeichen an der südlichen Langhaus-Außenwand malte 1699 Johann Georg Hörmann (1672-1749), der auch Bürgermeister von Dachau war. Sie zeigt nicht nur die Stunden, sondern auch die Tage und Monate an. Über dem Zeiger schwebt Chronos, der römischeTitan der Zeit, mit einer Sense im linken Arm. Er hält den Zeiger wie eine Posaune. Die Stunden sind auf ein verschlungenes Band aufgemalt. Rechts vom Stab befinden sich 6 Stundenangaben, links nur vier. Der Grund liegt darin, dass die Kirchenwand nicht genau nach Süden weist, sondern um 15 Grad nach Osten abweicht. |
In einer
Nische an der Außenwand, neben der Sonnenuhr und direkt über
dem Südeingang, steht eine weitere Figur des Patrons St.Jakob.
Die Nische ist mit einer Marmoreinfassung versehen und mit einer Glasscheibe
abgedeckt. Darüber ist in einem Rundfenster das Jesusmonogramm "IHS"
zu sehen.
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Restaurierungen
Restaurierungen fanden in den Jahren 1854, 1977 (außen) sowie 1976 und
1986 (innen) statt.
Beschreibung des Innenraums
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Der nach Nordosten gerichtete Altarraum ist zwar gegenüber dem gesamten Kirchenschiff eingezogen; er ist aber breiter als das Mittelschiff. Der Raum wurde 1584 vom Münchner Hofbaumeisters Friedrich Sustris, dem ersten großen Renaissance-Baumeister in Bayern, umgebaut und 1624/25 im Rahmen des Kirchenneubaus abgetragen und neu errichtet. Die großen Rundbogenfenster lassen viel Licht in den Raum. |
Der Chor schließt
rechteckig. An seitlichen Pfeilern im Altarraum sind noch Reste der früheren Illusionsbemalung aus der Erbauungszeit erhalten. Sie wurden bei der Restaurierung 1986 aufgedeckt und zeigen eine aufgemalte Scheinarchitektur. Im Altarraum standen von 1816 bis 1898 noch zwei Nebenältäre, deren Altarblätter (St.Sebastian und St.Leonhard) nun über der Sakristei hängen. |
Selten in unserer oberbayerischen
Kirchenlandschaft ist der spärliche frühbarocke Rahmenstuck im gesamten
Kirchenraum von St. Jakob, der noch aus der Erbauungszeit stammt. Er ist mit
Herzlaubmotiven und
Eierstäben versetzt.
| Der heutige Hochaltar ist bereits der vierte (andere Quelle: sechste) seit Erbauung der Kirche 1625. Es handelt sich um einen neubarocken Altaraufbau von Prof. Georg Mattes, München aus dem Jahre 1939 , mit zwei Wendelsäulen, verkröpftem Gebälk und Segmentgiebel. Das Antependium aus rosa und blauem Stuckmarmor stammt von Stefan Killer. Das Altargemälde (Ölfarbe auf Leinwand) des Münchner Hofmalers Josef Hauber (1816) zeigt den Kirchenpatron, den hl. Jakobus, auf dem Gang zur Richtstätte seines Martyriums. Hauber, geb. am 14. April 1766 in Geretsried, gest. am 23. Dezember 1834 in München, hat 1830 auch das Hochaltarbild in Feldgeding gemalt. |
Hochaltar von 1626 bis 1702 (Krumpperaltar)
Den ersten Altar nach dem Neubau 1625 hatten der Architekt der Kirche, Hofbaumeister
Hans Krumpper und der Maler Hans Thonauer (Donauer) im Jahr 1626 entworfen.
Ausgeführt wurde der Entwurf von verschiedenen Meistern am Münchner
Hof: Bildhauer Christoph Angermair (u.a. Figuren, hl.Barbara und die hl.Katharina),
Maler Hans Jacob Khistler, Johann Brüderl und Johann Käppler. Das
Altarblatt mit der Enthauptung des Kirchenpatrons St.Jakobus schuf der italienische
Maler Dubelli. Finanziert wurde er im Wesentlichen durch Zuschüsse des
bayerischen Kurfürsten Maximilian I. (1066 Gulden). Dieser Altar ersetzte
den 1584 vom Baumeister des Altarraums, Friedrich Sustris erstellten Hochaltar
in der Vorgängerkirche, der vom bayerischen Herzog Wilhelm V. gestiftet
worden war. Vater und Sohn hatten also jeweils einen Dachauer Altar gestiftet.
Der neue, 1626 entstandene Altar wurde nur kurze Zeit nach seiner Aufstellung,
beim Schwedeneinfall 1632 stark beschädigt. Nach dem Dreißigjährigen
Krieg wurde er 1662 restauriert: Der Dachauer Kistler Veit Klumayr lieferte
um 45 Gulden "bei dem Choraltar 2 grosse Newe Cästen und oben 2 grosse
Pilder, als neben dem Altar stehendt". Der Maler Franz Benedikt Pfeil d.Ältere
(gest.1671) schuf einen "marbelierten (marmorierten) Antritt".
1671 konnte der Altar vom Freisinger Fürstbischof Johann Caspar Kühner
wieder geweiht werden.
Schon 1702 hat man einen neuen Hochaltar (von Franz Prugger) aufgestellt.
Der Krumpperaltar von 1626 kam in die Jocherkapelle und wurde einige Jahre später
(1709) von Franz Prugger und Bartholomäus Schupaur (Schuchpaur) erheblich
umgestaltet. Er erhielt auch ein anderes Altarblatt, nämlich das seines
Vorgängeraltars in der Jocherkapelle, eine Darstellung der Beweinung Christi
nach der Kreuzabnahme. Der Dachauer Maler und spätere Bürgermeister
Georg Hörmann fasste den Altar um 103 Gulden. Die beiden Schnitzfiguren
St.Barbara und St.Katharina blieben am neuen Hochaltar. 1932 kamen sie nach
Hirtlbach. Dort stehen sie noch heute als Assistenzfiguren auf dem Hochaltar.
Um 1774 wurde aus dem Altar ein "Hl.Blut-Altar", weil man in
einem für 102 Gulden neu angeschafften Tabernakel "einen Tropfen des
heiligsten Bluts Christi" in einer Monstranz aufbewahrte. Die "kostbare,
mit silbern-vergoldeten und mit guten Steinen besetzte Monstranz" war von
einem Münchner Goldschmied geschaffen und vom Tölzer Bierbrauer Franz
de Paula Mathiß der Dachauer Jakobskirche gestiftet worden. Mathiß
war der Sohn des Dachauer Mesners. Der relativ große Tabernakel war mit
einem von Schlosser Mathias Rist mit einem "durchbrochenen eisernen Türl
mit Schlößln" versehen und vom Maler Johann Benedikt Spät
neu gefasst worden. Auch der Altar selbst, der wegen des großen Tabernakels
umgebaut werden musste, wurde renoviert. Daran waren Franz de Paula Arnoldt
und wiederum Johann B.Spät beteiligt.
Nach weiteren Veränderungen um 1887, bei dem aus dem Hl.Blut-Altar
ein Kreuzaltar geworden ist, hat man den Altar 1931, als die Jocherkapelle
zur Sakristei umfunktioniert wurde, nach Argelsried verkauft. Der Preis für
den als "anspruchslos" bezeichneten Altar betrug nur 750 Mark. Die
1887 eingefügte Kreuzigungsgruppe wurde dort wieder herausgenommen und
durch ein Altarblatt mit dem hl.Martin ersetzt.
Assistenzfiguren
| Auf den seitlichen
Konsolen stehen die frühbarocken Skulpturen des Apostelfürsten
Petrus (mit den Himmelsschlüsseln)
und des hl. Paulus (mit einem Schwert
- Paulus soll enthauptet worden sein). Sie wurden vielleicht um 1625 vom
Dachauer Bildhauer Constantin
Pader (1605-1681) geschnitzt; vielleicht auch vom Weilheimer Bildhauer
und berühmten Altarbauer Hans Degler (1564-1632), seit 1590 Schwager
von Hans Krumpper, der 1626 (zusammen Hans Donauer und mit Kistler Jakob
Wembert) Arbeiten für den Hochaltar ausführte. Die Bilder aller Apostel sind weiter unten zusammengestellt. An den früheren Hochaltären standen übrigens über lange Zeit wertvolle Skulpturen der Nothelferinnen St.Katharina und St.Barbara (jetzt in Prittlbach). Sie stammten aus der Schnitzerwerkstatt des Weilheimer Bildhauers Christoph Angermair, der insbesondere durch seine Elfenbeinarbeiten berühmt geworden ist (1626). |
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| Im Auszug des Hochaltars ist vor einem dichten Strahlenkranz Christus mit der Weltkugel in der Hand dargestellt. Zu beiden Seiten knien Engel, mit einem Kelch in den Händen. | Die Christusstatue wurde erst 1966 beim Altarraumumbau infolge der Liturgiereform des 2.Vatikanischen Konzils (Bildhauer Reinhold Grübl) aufgestellt. |
| Im unteren Bereich des Altaraufsatzes ist eine Kartusche angebracht, mit dem Text: "Gott schütze unser liebes Dachau".Die Kartusche hat -wie fast alle Kartuschen in Kirchen- eine unregelmäßig Form; sie hat sich aus einer Schnur entwickelt, die ursprünglich um Inschriften, Wappen und Namen geschlungen wurde. Deshalb sind die meisten Einrahumungen von Kartuschen nicht rechteckig, sondern kurvig. |
|
Auf dem Hochaltar steht ein prächtiger,
doppelstöckiger Rokokotabernakel
(18.Jh.). Er ist eine Kostbarkeit aus der ehemaligen Hofkapelle des
Dachauer Schlosses. Der Tabernakel besteht aus Holz und ist vergoldet.
Auf den seitlichen Verbreiterungen
sind die Apostelfürsten Petrus und Paulus in Silberreliefs zu sehen.
Gegliedert ist der Tabernakel durch Volutenpilaster, geschmückt mit
Rocailleschnitzwerk und Traubengehängen. |
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In den Fenstern der Choraltarnischen sind zwei Glasbilder zu sehen. Der Entwurf stammt von Paul v. d. Forst; ausgeführt wurde er durch Syrius Eberle, Dachau 1929; Stifter war der damalige Pfarrer Franz Xaver Taubenberger. Über den Portalen und auf der Empore sind Rundfenster eingebaut.
Die Jocherkapelle (Hl.Blut-Kapelle) wurde 1932/33
zur Priestersakristei umgebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzten die Priester
zusammen mit Ministranten die Sakristei im Turmuntergeschoss. Im Rahmen dieses
Umbaus wurden Einrichtungsgegenstände der Jocherkapelle entfernt. So kam
der Kreuzaltar in die Pfarrkirche von Argeltsried bei Gilching; die Kirche in
Hirtlbach erhielt Figuren der Heiligen Barbara und Katharina, die der renommierte
Elfenbeinschnitzer Christoph Angermair 1625 geschaffen hatte.
Im Jahr 2006 wurde die Sakristei aufwändig (160.000 Euro) renoviert und
mit einer neuen Deckenkonstruktion aus Glas und Stahl versehen, die Licht von
oben in den Raum einlässt. Die Neugestaltung stand unter der Leitung von
Prof. Michael Gaenssler aus München. Weiteres Ziel dieser Baumaßnahme
war, den Kapellencharakter von 1629 wieder herzustellen.
| An der Sakristeitür ist eine reichverzierte Chorglocke (Sakristeiglocke) angebracht, die den Besuchern den Beginn eines Gottesdienstes akustisch anzeigt. Die Glockenstange ist aus Metall und mit Blumen geschmückt. |
Über der Sakristei ist ein offener Balkon entstanden. Dort hängen zwei 163 x 93 cm große Bilder des hl. Sebastian und St. Leonhard. Bei den Bildern handelt es sich um die frühen Altarblätter der Nebenaltäre, die von 1816 bis 1853 im Altarraum zu beiden Seiten des Hochaltars aufgestellt waren. Früher war der Balkon eine Empore für die Krankenhausschwestern.
| Der schlanke Körper des Sebastian ist an einen Baumstumpf gefesselt und von Pfeilen durchbohrt. Putten halten über ihm bereits den Märtyrerpalmzweig und den Lorbeerkranz als Auszeichnung für das Martyrium bereit. Am Boden liegt sein Soldatenhelm als Hinweis darauf, dass der Heilige der Legende nach im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein soll.Das Bild wird dem Johann Georg Maler Hörmann zugerechnet (1.Hälfte des 18.Jh - Öl auf Leinwand) | Leonhard ist als junger Abt dargestellt, mit dem Abtsstab im Arm und Ketten in der Hand. Rechts hinten schauen zwei bärtige Gefangene hoffnungsvoll auf ihn. Auf der linken Seite Haustiere ( Pferd und Schaf).Das Bild dürfte vom Maler des Altargemäldes Hauber um 1800 geschaffen worden sein - Öl auf Leinwand) |
| Hinweise: Sebastian
wurde auf Befehl des Kaisers Diokletian wegen seines Glaubens mit Pfeilen
durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe
des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und
wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine
Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb
als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften
verehrt. In
der Hand hält er einen Palmzweig. Die Palme ist -schon seit der Antike-
Zeichen der sieghaften Vollendung und des Triumphs. Dies hat man für die
christlichen Märtyrer übernommen. Zudem berichtet Johannes in der Geheimen
Offenbarung: "... sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor
dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen" (Offb 7,9). Leonhard lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete |
![]() Halbfigur des hl.Jakobus mit Brustreliquiar (Herz) |
Nur zum Patrozinium in der Pfarrkirche gezeigt
wird die Silberbüste des hl. Jakobus, eine 110 x 63 cm große
Halbfigur mit Brustreliquiar
(siehe Bild links). Im Büstenreliquiar erscheint der Heilige
dem Gläubigen von Angesicht zu Angesicht, der ihm seine Bitte sozusagen
persönlich vortragen kann
|
| Hinweis: Anna hat nach den Apokryphen erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe ihre Tochter Maria geboren. Deshalb wird sie in der Kunst immer als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch abgebildet. Das Buch in ihren Händen geht auf Legenden und Darstellungen zurück, in denen sie ihre Tochter Maria das Lesen lehrt. Das Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und war |
| An der Chor-Nordseite
ein schönes barockes Kruzifix
mit darunter stehender Schmerzhafter
Muttergottes - beide möglicherweise vom Dachauer Bildhauer
Franz de Paula Arnoldt (1724-1788). Maria trägt eine barocke
Krone auf dem Haupt. In ihrer Brust steckt ein Schwert, das an das Simeonwort
im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung Jesu im Tempel erinnert:
"Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". Altäre und Figuren von Bildhauern der aus Tirol zugewanderten Familie Arnold, stehen auch in den Kirchen von Pipinsried, Glonn, Indersdorf, Altomünster, Schwabhausen und Bergkirchen, möglw. auch in Weichs. Die Kreuzigungsgruppe bildete früher das Kanzelkreuz, das der Kanzel gegenüber angebracht war. |
| An
der Nordseite des Altarraums steht ein prächtiges, mit vielen Edelsteinen
besetztes Heilig-Kreuz-Reliquiar
eines Münchner Goldschmieds aus demJahr 1774. Die winzige Reliquie ist inmitten eines Schmuckkreuzes aus Goldfäden zu finden. |
Hinweis: Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt (so wie hier in Dachau) und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten. |
| Noch aus der Vorgängerkirche
übernommen wurde der achteckige, spätgotische Rotmarmortaufstein
des 15. Jh. Er steht auf einem 87 cm hohen Fuß und hat einen Durchmesser von rd. 100 cm. Auf dem hölzernen Deckel aus der Barockzeit (um 1700) steht dekorativ eine Skulpturengruppe, die der Künstler Adam Luidl aus Mering 1675 geformt hat. Sie stellt die Taufe Jesu am Jordan dar. Jesus kniet am steinigen Ufer des Jordan, während ihn Johannes tauft. Johannes hält einen Kreuzstab mit dem Schriftband "Ecce Agnus Dei - seht das Lamm Gottes" in der linken Hand. Figuren der Schnitzerfamilie Luidl aus Landsberg u.Mering stehen auch in den Kirchen von Egenburg, Feldgeding, Lauterbach, Sittenbach, Rudelzhofen und Prittlbach. |
|
Hinweis: Die Taufe der frühen
Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo
fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung
der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als
sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann
man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken
erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken
ist meist aus Stein.. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem
oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde
auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt.
Sie ist Vorbild für
das Taufsakrament und geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient
(1545 bis 1563) zurück. Die Worte "Ecce Agnus Dei
- übersetzt: Seht das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt
wegnimmt" sprach Johannes der Täufer, als er Jesus erstmals
begegnete (Joh.1,29)
|
Wenn Sie eine Zusammenstellung von schönen Taufsteinfiguren in den Kirchen des Landkreises Dachau sehen möchten, klicken Sie hier...
In der Mitte des Chorraums hängt eine feine
Silberampel aus dem Jahr 1704/05.
Siestammt vom Augsburger Goldschmied Johann Joachim Lutz (1704) mit drei getriebenen
(=gehämmerten) und applizierten (=aufgetragenen) Darstellungen: des hl.
Jakob, der Rosenkranzkönigin Maria sowie des Schlosses und des Unteren
Marktes Dachau mit Amper- und Mühlbachbrücke. Getrieben bedeutet,
dass das Kunstwerk durch Hämmern
von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde.
Die Zargeninschrift besteht aus einem Chronogramm:
ahoC eX Voto fierl
CVraVerVnt / CiVes InColaeqVe
DaChaVlenses. ParentI VIrigIne ae PraepotentI
RosarII RegInae proserVato GlennIo annI ab
hostILI InVaslone atqVe eXVstIone
appIDo sVo"
Es handelt sich wohl um eine Stiftung
zum Dank für die Errettung aus den Kriegsnöten des Spanischen Erbfolgekriegs
(Besetzung Bayerns durch die Österreicher).
| Hinweis: Ein Chronogramm ist ein Satz oder eine Inschrift, meist in lateinischer Sprache, bei der alle darin vorkommenden Buchstaben, die zugleich römische Zahlensymbole sind (I, V, X, L, C, D, M), zusammengezählt die Jahreszahl des Ereignisses ergeben, auf das sich der Text des Chronogramms bezieht. Die Zahlensymbole sind hierbei meist hervorgehoben, etwa durch Großbuchstaben oder Vergoldung. |
| Den neuen Zelebrationsaltar
(sog.Volksaltar) schuf 1976 der Glonner Bildhauer Blasius
Gerg (1927-2007) aus weißem Jurakalkstein. Die Frontseite des
Altars ist mit einer versilberten Muschel, dem Attribut des hl. Jakobus,
verziert. Ebenfalls aus Jura hat Blasius Gerg auch den Ambo gearbeitet, von dem aus die Lesungen vorgetragen und die Predigten gehalten werden. Der akademische Bildhauer Blasius Gerg (geb.16. Januar 1927 in Lenggries - gest.17. Mai 2007 in Haslach) war Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. |
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
Im Chor und im Langhaus stehen lebensgroße Figuren der 12 Apostel aus der Zeit um 1625, die dem Dachauer Bildhauer Constantin Pader (oder Hans Degler ?) zugeschrieben werden. Seit der Neufassung durch Reinhard Huber im Rahmen der Renovierung um 1967 sind alle Figuren in Weiß mit goldenen Borten gehalten. Das Haupt ist mit einem Messingreif als Heiligenschein geschmückt. Die Figuren halten ihre Attribute in der Hand. Sie werden barfuß dargestellt, außer Jakobus d.Ältere, dessen Füße wegen des Bezugs zur Jakobuswallfahrt in Wanderschuhen stecken. Die Figuren standen bis zur Renovierung 1967 an den Außenwänden und wurden erst danach ins Blickfeld der Halle gerückt. Der frühere Kreisheimatpfleger Karlmax Küppers schwärmt von der Schönheit der Apostelfiguren: "Die himmelstürmende Kraft der dargestellten Apostelcharaktere sprengt schier die Ruhe des in klassischer Schönheit atmenden Kirchenraumes. Die Holzplastiken sind beschwingt von barocker Lebensbejahung und Lebendigkeit. Der feine Gesichtsausdruck ist das geistvolle Ergebnis hoher Bildhauerkunst. Von jeder Gestalt lässt sich deren innere Haltung und apostolische Sendung ablesen".
| Hinweis: Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias wurde nach dem Tod von Judas ausgelost (Ap1,15). Dem Paulus wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die Apostelwürde verliehen. In der Jakobskirche von Dachau wird Paulus anstelle von Matthäus dargestellt. | |||||||||||
Andreas
(mit
Andreaskreuz und langem, zotteligen Bart) war der Bruder des Petrus, wie dieser
von Beruf Fischer (Joh 1, 14) . Er wurde vom röm.Statthalter Ägeas
an ein X-förmiges Kreuz gebunden, an dem er nach zwei Tagen, an denen er
weiter predigte, verstarb.
Bartholomäus (mit Messer)
wurde zu einem besonders grausamen Tod verurteilt: zuerst wurde ihm die Haut
abgezogen, danach wurde er gekreuzigt. Deshalb wird er meist mit einem Messer
dargestellt.
Jakobus d.Ältere (mit
Pilgerstab u.Muschelpailletten). Jakobus war der erste Märtyrer unter der
Aposteln (Ap 12, 1-2). Der Legende nach setzten Anhänger seine Leiche in
ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien, im Nordwesten Spaniens strandete.
Dort wurde er begraben. Die Wallfahrt zum Apostelgrab in Santiago de Compostela
wurde eine der größten des Abendlandes. Die Pilger erhielten am Ziel
damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war.
Jakobus
d.Jüngere (mit Walkerstange). In der kirchlichen Tradition werden
die Lebensdaten von zwei Heiligen mit Namen Jakobus zu einer Vita vermischt.
Jakobus der Jüngere, der Sohn des Alphäus war Apostel. Über seinen
weiteren Werdegang nach Christi Himmelfahrt ist nichts bekannt. Vielleicht war
das der Grund, ihm das Martyrium zuzuschreiben, das Jakobus, der "Bruder des
Herrn" und spätere Bischof von Jerusalem erleiden musste. Der wurde im
Jahr 62 von der Mauer Jerusalems gestürzt und mit einer Walkerstange (für
die Filz-Herstellung) erschlagen.
Johannes (mit einem Kelch). Auf
den Lieblingsjünger Jesu soll ein Giftanschlag verübt worden sein.
Dabei sei das Gift in Form einer Schlange aus dem Kelch gekrochen, sodass Johannes
überlebte.
Matthias (mit Hellebarde) kam als
Nachrücker für Judas Ischariot ins Apostelkollegium (Apo 1, 28). Die
Hellebarde deutet auf seinen Tod durch Enthaupten (um das Jahr 63) hin.
Paulus (mit Schwert) verfolgte
zunächst mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung
des Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er durch eine Erscheinung Christi
bekehrt und war danach einer der eifrigsten Missionare. Der Schwerpunkt der
Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er den Menschen
erweist. Nach eher unwahrscheinlichen Legenden starb Paulus im Jahr 67 als Märtyrer
unter Kaiser Nero durch das Schwert. Ihm wurde durch die Urkirche im Jahr 258
die Apostelwürde verliehen.
Petrus (mit zwei Himmelsschlüsseln) steht am Hochaltar. Er ist
-wie in den meisten Petrusdarstellungen seit dem 4.Jahrhundert - mit rundem
Kopf und grauem, krausen Haarkranz sowie Bart dargestellt. Diese sog.Himmelsschlüssel,
die der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben
den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Deshalb die beiden Schlüssel. Nach Matthäus 16,19 sagte
Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was
du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen
wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in
weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen.
Philippus (mit einem Kreuzstab). Philippus wurde, ebenso wie das Brüderpaar
Andreas und Petrus, von Jesus in Bethsaida zum Jünger berufen. Er wird
mehrmals in der Bibel erwähnt (bei Brotvermehrung-Joh 6, 5-7 und Abendmahl-Joh
14, 8-9).Nach der Legende predigte Philippus 20 Jahre lang in Skythien. Dort
wirkte er Wunder, vertrieb einen Drachen, erweckte Tote und heilte Kranke. Philippus
soll am Kreuz gestorben sein. Deshalb wird er mit einem Kreuzstab dargestellt.
Simon (mit einer Säge). Simon
trägt den Beiname "Zelotes", deutsch "der Eiferer"
- weil er der politisch radikalen Bewegung der Zeloten angehörte, die gewaltsam
die römischen Fremdherrscher aus Israel vertreiben wollte. Das Neue Testament
nennt ihn in Aufzählungen der 12 Jünger (Mk 3, 18); besondere Erwähnung
findet er hier sonst nicht. Nach der Legenda Aurea wirkte Simon in Syrien
und Persien und erlitt dort durch Zersägen seines Körpers den Martertod.
Judas Thaddäus (mit einer
Keule) ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten
hat. Judas Thaddäus wird im Neuen Testament nur einmal erwähnt (Joh
14, 22) mit der Frage, warum Jesus seine Abschiedsrede exklusiv den Jüngern
und nicht der ganzen Welt offenbare. Später wirkte Judas in Babylon. Dort
forderte er mit Wundertaten die örtlichen Zauberer heraus, die Judas mit
einer Keule erschlagen ließen.
Thomas (mit Spieß). Thomas,
der der Legende nach Zwillingsbruder Jesu sein soll, wurde berühmt durch
seine Zweifel an der Auferstehung Jesus und sein Verlangen, handgreiflich die
Auferstehung zu überprüfen: erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine
Wundmale zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: "Mein Herr
und mein Gott!". Später hat er in Indien missioniert. In Madras wurde er
von feindlich Gesinnten mit einer Lanze ermordet. Die Thomas-Christen in Indien
sehen ihn als Gründer ihres Bekenntnisses an.
Auch die
Christusfigur im Auszug des Hochaltars
gehört zu diesem Zyklus. Sie wurde erst 1966 vom Münchner Bildhauers
Reinhold Grübl hinzugefügt. Im Stil gleicht sie den Apostelfiguren,
deren Standorte im Kirchenschiff, im Chorraum und am Hochaltar auf Christus
hinführen sollen.
Die Figuren wurden im Jahr 1966 von Reinhard Huber, dem Sohn Richard Hubers
und Vater von Christian Huber, restauriert.
Am Chorbogen steht ein schönes Vortragekreuz aus versilbertem Messing. Der Corpus und die Akanthusverzierungen in den dreipassförmigen Kreuzbalkenenden sind vergoldet.
| Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh. |
Die Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals rettet.
Das heutige Langhaus ist eine dreischiffigen Pfeilerhalle der Renaissance, die sich durch ihr flaches Kreuzgewölbe und den Rahmenstuck in die Breite öffnet. Die großen Rundbogenfenster lassen viel Licht ins Kirchenschiff.|
Die drei Schiffe erstreckten
sich ursprünglich nur über drei Joche.
Das Kreuzgewölbe wird durch sechs Pfeiler
mit kreuzförmigem Grundriss getragen. Die Decke ist nicht bemalt,
sondern durch Rahmenstuck verziert.
Im vorderen Deckenteil ist seit 1681 eine Uhr
angebracht. Die Vorgängeruhren befanden sich über der Jocherkapelle.
Die erste Uhr wurde schon im Zusammenhang mit dem Kirchenbau im Jahr 1629
vom Dachauer Uhrmacher Matthias Zächerl
|
| Die Seitenaltäre
sind barocke Stuckmarmor-Retabeln
von 1714 (andere Quelle 1686) mit jeweils vier gewendelten Säulen und
Altarblättern von Franz Josef
Wurm (1853) im sog. Nazarenerstil.
Diese Bilder waren in der Zeit von 1933 bis 1986 für die Kirche St.Peter
bereitgehalten worden. Während dieser Zeit standen in St.Jakob Holzplastiken
von Maria und Josef an der Stelle der Bilder. Im Rahmen der Restaurierung 1986 hatte man die Gläubigen darüber entscheiden lassen, ob die Seitenaltäre mit den bisherigen Figuren oder mit den Altarblättern von St.Peter, die dort inzwischen auf dem Dachboden gelagert waren, ausgestattet werden sollen. Die Wahl fiel auf die Gemälde. |
Nördlicher Altar
| Das Altarblatt am nördlichen
Altar (Rosenkranzaltar) zeigt eine Darstellung der Muttergottes
mit ihrem Kind. Maria
ist mit einem roten Kleid und einem blauen Mantel gekleidet. Dies sind die
traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch,
Blau für die hohe Wertschätzung. Im Mittelalter brauchte man für
die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli. Maria trägt auf dem Haupt eine Krone; ihre Füße ruhen auf einer Mondsichel entsprechend der Aussage in Kapitel 12, Vers 1 der Offenbarung (..den Mond zu ihren Füßen). Auf ihrem Schoß steht das bekleidete Jesuskind mit einem Rosenkranz in der Hand. |
| Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach). |
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Am linken Seitenaltar steht auf einem Leuchter
auch eine fast 200 Jahre alte Votivkerze
des Marktes Dachau. |
Südlicher Altar
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Das Altarblatt am südlichen Seitenaltar
(Josefi-Altar) zeigt die Hl.
Familie, signiert von " Fr. Wurm 1853" (= Franz Josef Wurm, München,
1816-1865). Das rundbogige Bild wurde
mit Ölfarbe auf Leinwanduntergrund gemalt. |
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In dem mit einem vergoldeten Rahmen (mit Akanthusmotiven und einem Puttenkopf verziert) umgebenen Auszugbild wird die Taufe Jesu dargestellt. Jesus steht mit zum Gebet über der Brust gekreuzten Händen im Jordan und wird von Johannes mit Wasser aus einer Schale getauft. Johannes trägt ein härernes Gewand und hält in der linken Hand einen Kreuzstab mit dem Textband "Ecce Agnus Dei". Über der Szene schwebt die Heilig-Geist-Taube, von der Lukas in seinem Evangelium (3,22) berichtet: "Der Heilige Geist kam sichtbar auf ihn herab, anzusehen wie eine Taube". Das Gemälde wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh. gemalt. |
Im Antependium
des rechten Seitenaltars das Jesusmonogramm IHS.
| Hinweis: Das Fatschnkindl (von lat.fascia=die Binde) stellt das nach barocker Art in Windeln und Wickelkissen gewickelte (eingefatschte) Christkind dar. Es ist die erste Krippendarstellung, lange bevor es Weihnachts-krippen gab. Die Praxis, Babys zu fatschen , damit sie keine "krummen Glieder" bekommen, war bis ins 19. Jh., in ländlichen Gebieten sogar noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh., üblich. |
Bilder an den Wänden
des Kirchenschiffs
An den Wänden des Kirchenschiffs befinden sich zwei Ölgemälde (auf Leinwandgrund) in barockem Goldrahmen (1735), die im Zeitpunkt ihrer Entstehung wohl Altarbilder von zusätzlichen Seitenaltären (insgesamt 6) in der Kirche waren.
- (südlich) ein Ölgemälde,
das den hl. Johannes Nepomuk auf dem
Totenbett zeigt. In der Hand hält er das Kreuz; sein Kopf
ist mit fünf Sternen bekränzt. Bekleidet ist er mit Rochett, Mozetta
und Birett. Die Mozetta, das mit einer Knopfreihe vorn geschlossene Schultertuch
ist dem höheren Klerus vorbehalten. Das Wort kommt vom italienischen "abgeschnitten".
Rochett (it.Rock) bezeichnet ein mit Stickereien verziertes weißes Hemd, das
über dem schwarzen Talar getragen wird. Das Birett ist eine quadratisch geformte
Mütze mit vier Stegen (Kardinäle nur drei Stege), das außerhalb des Gottesdienstes
den Kopf der Priester bedeckt.
| Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich beim König wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kir-che beim König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 in der Moldau ertränken. Der Legende nach wurde der Fundort der Leiche durch eine Erscheinung von fünf Sternen offenbart. |
| Hinweis: Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten.Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft". Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission. |
Figuren an den Wänden des Kirchenschiffs
Über dem Südportal stehen
zwei Skulpturen (18.Jh), die aus der Filialkirche von Steinkirchen stammen sollen.
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- ein Heiliger
in Rüstung mit Palmzweig.
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- Barockfigur des hl. Florian,
in römischer Rüstung mit Siegesfahne, Wasserschaff und brennendem
Haus.
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(südlich) In einer vergitterten Nische
ist ein kniender Christus
dargestellt, dessen Hände mit Ketten gefesselt sind. |
| Rasso (900-954), nach der Überlieferung 2 Meter 50 groß, war Ritter, berühmter Feldherr und unternahm einen erfolgreichen Feldzug gegen die Ungarn. Aus Dankbarkeit wallfahrtete er nach Rom und ins Heilige Land, brachte wertvolle Reliquien mit und ließ hierfür im heutigen Grafrath ein Benediktinerkloster bauen. Er trat - kinderlos geblieben - selbst als Laienbruder in dieses Kloster ein. Rasso wurde in der Klosterkirche bestattet, seine Gebeine werden heute im Glasschrein des Hochaltars aufbewahrt. Die von Rasso mitgebrachten Reliquien werden heute in Andechs am Ammersee gezeigt. |
| Die Sebastiansfigur (nördlich) ist ohne den sonst üblichen Marterbaum abgebildet, an den der Heilige bei seinem ersten Martyrium gebunden war. Sebastian wird sogar schreitend dargestellt. Die vier Pfeile, die in seinem Körper stecken, haben keine lebenswichtigen Organe getroffen. In dieser Darstellung lässt der Künstler Raum für die Legende, nach der sich Sebastian von den Pfeilwunden erholte, dann erneut zu seinem Glauben bekannte und schließlich durch Keulenschläge sein zweites Martyrium erlitt. Die Figur soll früher am Altar der Sebastiansbruderschaft im Kirchenschiff gestanden haben, der heute nicht mehr erhalten ist. |
| - (nördlich) ein mit Kupfer beschlagener Weihwasserbehälter mit Schöpfkelle. In diesem Weihwasserbehälter (Weihbrunnen) wird das in der Osternacht geweihte Wasser aufbewahrt, damit es von den Dachauer Gläubigen für die Gräber und für die Wohnung entnommen werden kann. Weihwasser hat nur eine symbolische Bedeutung und soll an die Taufe erinnern. |
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1562/67-1806
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1806-1933
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1933-1960
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1960-1968
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1968-1987
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1987-2005
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ab
2005
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in
der Schlosskapelle
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Gottesackerkp
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Jakobskirche
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Gottesackerkp
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Altes
Rathaus
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Bezirksmuseum
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Jakobskirche
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| Die Gruppe im Stil der Spätgotik besteht aus einem Kruzifix, einer darunter stehenden Muttergottesstatue, sowie einer Figur des Apostels Johannes. Die Figuren sind bis ins Detail mit großer Sorgfalt durchgebildet und von ungewöhnlich hoher künstlerischer Qualität. |
Schnitzer war Adam Krumpper, der Vater des Baumeisters der Kirche, Hans Krumpper. Adam Krumpper (1543-1625) stammte aus Weilheim und war des öfteren für den Münchner Hof tätig. Auftraggeber war der bayerische Herzog Albrecht V. Er zahlte dem Künstler für das Kruzifix 33 Gulden. |
| Krumpper
schuf die Figuren in den Jahren 1562 (Johannes) und 1567 (Kruzifix und Maria).
Maria hält die Hände in Gebetshaltung gekreuzt über der Brust.
Ihre Augen blicken unter dem Schleiertuch schmerzversunken ins Leere. Johannes blickt mit flehend erhobenen Händen zum Gekreuzigten hinauf. In seinem jugendlichen Gesicht, das von dunklen Locken gerahmt wird sind Schmerz und Ratlosigkeit zu sehen. Johannes wird als einziger Apostel traditionell ohne Bart dargestellt, um seine Jugendlichkeit zu betonen. |
| Jesus am Kreuz trägt die Dornenkrone. Von seinem Haupt gehen drei Strahlen eines Heiligenscheins aus. Seine Augen sind geöffnet, obwohl die Seitenwunde ihn als tot kennzeichnet. Die offenen Augen sind deshalb symbolisch zu verstehen, als Zeichen fortdauernden Lebens und der Göttlichkeit Jesu. | "Die Leiblichkeit des Herrn schläft am Kreuz, seine Göttlichkeit aber wacht" ist im Physiologus zu lesen. Das um seine Lenden gebundene Tuch (Perizonium) ist sehr groß gehalten. Es ist rechts zu einem Knoten gebunden und flattert hinter dem Kreuzesstamm vorbei noch weiter auf die linke Seite. |
| Hinweis: Ob Jesus bei der Kreuzigung überhaupt ein Lendentuch getragen hat, ist ungewiss. Nach römischem Recht waren alle Gekreuzigten nackt. Die Blöße und die Tatsache, dass sie nicht beerdigt sondern in der Regel von den Tieren gefressen wurden, waren Teil der Strafe und sollten bewusst erniedrigen. Ob wegen des jüdischen Empfindens Ausnahmen vom Gebot der Nacktheit galten, ist nicht bekannt, sodass wohl auch Jesus nackt gekreuzigt worden ist. Früher gab es auch Darstellungen mit dem nackten Jesus. Der Legende nach soll Maria mit ihrem Schleier die Blöße Jesu bedeckt haben. Das Lendentuch, das dem Gekreuzigten heute von den Künstlern als Blickschutz für die Blöße beigegeben wird, soll der Würde Jesu Rechnung tragen. Es ist Bestandteil der künstlerischen Darstellung geworden, flatternd im Wind, nur von einer Kordel gehalten. |
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- (nördlich) ein weiteres spätgotisches Kruzifix. Das Gesicht Jesu ist noch im Tod von Schmerz verzerrt. Die Rippen treten hervor. Er trägt die Dornenkrone auf dem Haupt. |
Hinweis: Die Dornenkrönung im Rahmen der Verspottung Jesu ist in den Evangelien genannt (z.B. Mtth 27, 28-30). Ob Jesus auch am Kreuz die Dornenkrone getragen hat, ist der Bibel nicht zu entnehmen. Dies wird aber in den Apokryphen erwähnt. Die hl.Birgitta, die Patronin Altomünsters hat in ihren Offenbarungen geschrieben, die Dornenkrone sei Jesus nach dem Anheften an das Kreuz aufgesetzt worden. |
Kanzel
Eine Kanzel ist seit der Renovierung Ende der 1960er Jahre nicht mehr vorhanden. Sie stammte aus der Erbauungszeit und hatte 340 Jahre in der Kirche gestanden bis sie den Apostelfiguren weichen musste.
Die 14 Kreuzwegstationsbilder in Stuckrahmen wurden im Jahr 1936 von Richard Huber aus Dachau in Freskotechnik auf Putz gemalt (Bildformat 56 x 44 cm) .| Der Maler hat, nach Aussage
seines Enkels Christian damit ein "sehr ausdrucksstarkes und zeitgemäßes
Werk geschaffen. Nur Jesus und die wichtigsten und bekanntesten Figuren des Geschehens tragen antike Gewänder, alle anderen Beteiligten hätte man 1935 auch draußen auf dem Marktplatz Dachau begegnen können". Der Simon von Cyrene, der Jesus das Kreuz tragen hilft, könnte ein Selbstbildnis von Richard Huber sein. |
Hinweis: Seinen Ursprung hat der Kreuzweg übrigens im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu nachzugehen. Wenn Sie mehr über die Entstehung der Kreuzwegstationen und seiner Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier... |
Wenn Sie sich für die Kunstwerke,
die Richard Huber für die Kirchen des Landkreises Dachau geschaffen hat,
interessieren, klicken sie hier...
Mit Richard Huber hat übrigens
schon ein zweites Mitglied der berühmten Malerfamilie einen Kreuzweg für
St.Jakob geschaffen. Sein Urgroßvater Anton Huber malte den Vorgänger-Kreuzweg
im Jahr 1826. Dieser Kreuzweg kam später für kurze Zeit in die Kirche
St.Peter.
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Apostelkreuze
und -Leuchter
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| Das spätklassizistische Laiengestühl stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jh. Es sind beidseits des Mittelganges und der Seitengänge zweimal 24 Reihen, auf der Empore zweimal 13 Reihen. Die vordersten Bänke im Kirchenschiff haben an der Frontseite eine schwungvolle Verzierung. An einer Reihe von Bänken sind noch die Namensschilder vorhanden, die den Gläubigen gegen eine angemessene Gebühr einen festen Platz sicherten. |
| Die Orgel wurde 1997 die von der Orgelbauwerkstätte Vleugels aus Hardheim in der Nähe von Tauberbischofsheim erbaut. Die MIDI-fähige Orgel mit weicher, süddeutscher Klangfarbe besitzt zwei Manuale und 35 Register, insgesamt 2000 Pfeifen. Das weiß bemalte und golden verzierte Gehäuse fügt sich harmonisch in die Kirche ein. Nach Aussage des Münchner Organisten Michael Manigel klingt die Vleugel-Orgel in Dachau "generell sehr hell". Ein zweiter Spieltisch ermöglicht die Begleitung der Chorsänger. |
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Am Emporenaufgang hängt
ein neu erworbenes Gemälde Maria
mit Kind, aus der Cuzco-Schule, Peru, 17. Jh.
(Maße 105 x 78 cm). Maria wird in einem nach der Mode der vornehmen spanischen Damen des 17.Jh. geschneiderten Gewand mit zwei Schnurreihen und einem Wappen dargestellt. Der von den breiten Borten eingefasste Mittelteil des Kleides könnte ein Skapulier sein. Der Kopf Mariens ist mit einer Krone geschmückt. Auf dem linken Arm hält sie ihren ebenfalls gekrönten Sohn. Das Jesuskind segnet den Betrachter und drückt eine blaue Weltkugel an seine Brust. Die Figurengruppe ist von vielen Blumen umgeben, meist von Rosen, der Blume Mariens. |
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Hinweis: Das Wappen auf dem Kleid Mariens und die beiden Heiligen zu ihren Füßen weisen auf den Mercedarierorden (die Kongregation der "Seligen Jungfrau Maria vom Loskauf der Gefangenen) hin. Der Orden ist 1218 vom hl. Petrus Nolascus in Katalonien gegründet worden, nachdem ihm die Muttergottes erschienen war. Größter Förderer war König Jakob I.von Aragon, dessen Wappen die Mönche übernahmen und mit dem Ritterkreuz ergänzten. St.Ramón - ein Mitbegründer des Ordens- erhielt den Namen Nonato ("Nicht geboren"), weil er aus dem Mutterleib geschnitten wurde. Seine Mutter starb bei der Entbindung, bevor er das Licht der Welt erblickt hatte. Das Vorhängeschloss wurde ihm während seiner Gefangenschaft bei den Muslimen in Algier durch die Lippen getrieben, weil er trotz Verbots weiterhin seinen Glauben predigte. Da er in der Gefangenschaft auch gegeißelt wurde, hat ihn der Künstler auf dem Dachauer Bild mit einer Dornenkrone dargestellt. |
| Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
| An der Nordseite der Empore: Madonna auf Mondsichel in besonders ausgeprägtem Strahlenkranz, um 1920 (Höhe 180 cm). Der Strahlenkranz und die Mondsichel erinnern an Maria als die Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen". |
| Im hinteren Teil des Langhauses, in der Nähe des Empore, ist an der Südseite eine Statue der von sieben Schwertern durchbohrtenMuttergottes angebracht. Die um 1740 entstandene barocke Figur wurde 1939 von Prälat Pfanzelt in Tirol erworben; sie wird Thaddäus Stammel aus Graz (1695-1765) zugeschrieben.Vor der Figur können auf einem Lichtspalier Opferkerzen angezündet werden. |
| Hinweis:Die Wurzeln für die Darstellung
der 7 Schmerzen Mariens reichen in das 13.Jh zurück. Im Laufe der Jahrhunderte
schwankte die Zahl zwischen 5 und 50, ja sogar bis zu 1500 im Einzelnen
bezeichneten Schmerzen (Alanus de Rupe, 1428). Nach der Einführung
des "Festes zum Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens" im Jahr 1423
verblieb es bei der Zahl 7. 1.die Darstellung im Tempel 2. die Flucht nach Ägypten 3. die Suche nach dem 12jährigen im Tempel 4. die Begegnung Mariens auf dem Kreuzweg 5. die Kreuzigung 6. die Kreuzabnahme und 7. die Grablegung Jesu. Seither stellt die Kunst die volkstümliche "Mater dolorosa" mit einem oder mit sieben Schwertern in der Brust dar. Die Darstellung der Schmerzen Mariens geht auf das Simeonwort bei der Darstellung im Tempel "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen" (Luk, 2,35)zurück. |
| Auf der linken Seite ist an Weihnachten eine Krippe in einem Glasschrein unter der Empore zu sehen. Nach den Gottesdiensten drängen sich nicht nur die Kinder vor der Scheibe. Wenn Sie sich für Krippen interessieren, klicken Sie hier... |
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1618
Holzmair |
1624
Gründungsstein |
1636
Jocher |
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| Text: "Anno
Domini 1606 den 4.Maius Starb der Ernuesst Georg Schwanckhler dt.gewester
Casstner Alhie. Anno 1569 den 1. Juni starb die Ernuesst Tugenthafft frau Ursula Lanckhamerin sein Erste Hausfraw. Anno 1625 den 3. Septembri starb die Ernuesst Tugenthafft Fraw Anna Friedingerin sein Andere Hausfraw. D.G.G" |
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2.Epitaph aus dem Jahr 1784 für den "Wohlgebohrnen
Herrn Clement Albrecht Edlen von Vacchiery"
(gest.28.4.1758) und seine Frau Anna (gest.10.1.1784) mit einer Umrandung
aus acht Familienwappen (u.a. Keuslin v. und zum Reichlsperg, von Machhans,
Wanner von Stözling, von Steinheil. |
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3.Epitaph für
den Bierbrauer Josef Benedikt Schmetterer
(gest 7.1.1781) im Innenraum der Kirche. Weiße Marmorbüste mit klassizistischem
Dekor in der Art des Münchner Bildhauers Roman Anton Boos (1730-1810) Maße:
Gesamt 155, Büste 72 cm. Der Text auf dem Epitaph lautet:
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In der Nähe des Südportals
ist im Inneren der Kirche ein Marmorstein
mit dem Text zur Grundsteinlegung aus dem Jahre 1624 zu sehen. Die
etwas verwitterte Inschrift des Märbelsteins lautet:
| Den
15.Aprilis Ao 1624 Hat man die alte Vil zue Enge Khirchen angefang en abzuebrechen. Den 9.May hernach man dan die Erste Stain gelegt. Den 31.October Ao 1625 ist der Erste Gottesdienst ge- Halten. |
Alleß
durch hilf Und Zu thuen Gottsferchtiger Hoch en und Nidern stands per sohnen wie solches Alles In einem absonderlich en Buech verzeichnet. Gott dem Herrn Sei lob Und danckh der welles Reichlich belohnen. |
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Die Seitentüren stammen noch aus der Erbauungszeit und sind somit schon 380 Jahre alt. Sie sind mit Heiligenreliefs geschmückt: - An der Südseite (siehe Bild
links) die Heiligen Nikolaus im Bischofsornat mit Buch und 3 Goldkugeln
sowie Laurentius im kurzärmeligen Gewand des Diakons
mit Märtyrerpalme und Feuerrost in den Händen. Diese Reliefs
wurden zwar schon 1625 geschnitzt, kamen aber erst 1898 an diese Tür.
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- Das Hauptportal an der Westseite wurde 1927 von Schreinermeister Schwaiger erstellt. Es zeigt die hl. Elisabeth mit Rosen im Arm und die hl. Agnes mit dem Märtyrerpalmzweig. |
| Hinweise:
Die hl. Elisabeth von Thüringen (1207-1231) ist eine historische
Person. Sie stammte aus Ungarn und war Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV.
von Thüringen. Im Hungerjahr 1226 speiste sie die Armen vor den Toren der
Wartburg. Als Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung
aufgehetzt, sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze
zu Rosen. Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück,
dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt
wurden. St.Agnes lebte Ende des 3.Jh. Sie lehnte die Brautwerbung des Sohnes des Stadtpräfekten mit der Begründung ab, sie sei mit schon mit Jesus Christus verlobt. Man zwang sie nackt in ein Bordell, doch Engel brachten ihr ein Lichtgewand; der Sohn des Präfekten, der sie als Freier aufsuchen wollte, fiel tot um. Als Agnes ihn durch ihr Gebet zum Leben zurückrief, wurde sie als Zauberin zum Tode verurteilt. Ein Richter floh vor dem Prozess, sein Vertreter ließ Agnes ins Feuer werfen und -als die Flammen zurückwichen- mit dem Schwert ihre Kehle durchstoßen. Später soll sie Sehern in einem Reigen schöner Jungfrauen erschienen sein, mit einem goldenen Gewand bekleidet, den Verlobungsring mit Christus am Finger und ein weißes Lamm zu ihrer Rechten. Die Kirche in Rom segnet jedes Jahr an ihrem Festtag, dem 21.Januar, zwei Schafe. Aus deren Wolle wird dann das Pallium hergestellt, das der Papst den Bischöfen bei ihrer Ernennung überreicht. |
| Hinweis: Der Fisch soll -historisch nicht belegt - eine Art Geheimzeichen in der frühen Kirche gewesen sein. Denn das griechische Wort für Fisch ist ein so genanntes Akrostichon, das heißt, ein Wort, das aus Anfangsbuchstaben anderer Wörter zusammengesetzt ist. Griechisch heißt Fisch Ichthys. Das sind die Anfangsbuchstaben von „Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser"=Iesus Christos Theou Yios Soter". Sicher ist, dass der Fisch noch vor dem Kreuz das Symbol für die Christen war. |
An
den Eingängen stehen barock geformte, ovale Weihwasserbecken.
Eines besteht aus Graumarmor (20 x 26 cm). Es wurde im Jahre 1741 geschaffen,
wie eine Inschrift am schlanken, pyramidenförmigen Schaft anzeigt.
Die beiden anderen sind aus geschecktem Rotmarmor gearbeitet. Sie sind größer
(Höhe 95 cm, Durchmesser 36 x 57 cm). Inschrift: 1711
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Von Karfreitag Nachmittag bis Karsamstag
Mittag ist in der Kapelle unter der Eingangstreppe ein
Hl.Grab aufgebaut. |
Der Brauch des "Hl.Grabes"
und des sog. "Graberlschauns" stammt aus der Barockzeit und diente
der Veranschaulichung des Heilsgeschehens. Wenn Sie sich die übrigen "Heiligen Gräber" in den Kirchen des Landkreises anschauen wollen, klicken Sie hier.... |
Die Stadtpfarrkirche besitzt bedeutende Goldschmiedearbeiten Münchner und Augsburger Meister, die sich jedoch nicht in der Kirche befinden. Zu erwähnen ist eine Prachtmonstranz der Zeit um 1730, die neben Paramenten (geistlichen Gewändern) von der Dachauer Bürgerschaft bei der Säkularisation im Jahr 1803 aus dem eingezogenen Gut des Klosters Fürstenfeld vom Zugriff des Staates gesichert wurde.
Hans Schertl
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Quellen:
Bericht des Pfarrers von Dachau über Kriegsschäden an den Gotteshäusern
vom 12.4.1641
Michael Wening, "Historico-topographica descriptio Bavariae", Band 1, 1701
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1880, Band I.
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.218, 317,
672, 1074)
Max
Gruber, Die Dachauer Bildhauerfamilie Arnoldt, Amperland 1965
(Bildhauer Franz Arnoldt)
Widmann, Kunstreiseführer "Von München zur Donau", 1966
Karlmax Küppers, Die Renovierung der alten Dachauer Marktkirche, Amperland
1967 (Apostelfiguren)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen und Adelsgräber - Denkmalpflegerische
Aufgaben,1975, ZBLG 38, S.1142-1158 (Patrozinium)
Dr.Gerhard Hanke, Die Anfänge der öffentlichen Uhren in Dachau, Amperland
1976/1
Georg Brenninger, Beiträge zu Kirchenmusik des 17.Jh in Dachau-St.Jakob,
Amperland 1976/2
Dachauer Nachrichten vom 31.10.1975 (Märbelstein), 13.1.1997 (Orgel), 17.7.1997
(Diebstahl Geißelheiland),
vom
26./27.7.1997 (Orgel), 9.10.2002, 19.10.2004, 1.8.2005 (Kreuzigungsgruppe Süd),
vom
9./10.7.2005, 4.8.2006, 19.12.2006 (neue Sakristei), 29.6.2007 (Orgel),
vom
3.7.2007 (Krumpperaltar), 4./5.7.2009 (Schwankler-Epitaph/Paul Brandt)
Süddeutsche Zeitung/Dachauer Neuste/Dachauer SZ vom 9.9.1977, 22.6.77 (Gocken),
24./25.11.1979, 5.5.1986 (Nazarener),
vom Sommer 1986 (Farbe 1625), 28.12.1993 (Freitreppe), 1.8.2005, 20.8.2005, 3./4.2.2007
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Heinrich Rauffer, 350 Jahre Pfarrkirche St.Jakob, Unser Dachau 1979/1
Süddeutsche Zeitung vom 20.Juli 1979 (Pfarrsitz)
Dr.Peter Dorner, Die Dachauer Sonnenuhr, Amperland 1980/43
Max Gruber, Werkverzeichnisse der Dachauer Maler Johann und Johann Georg Hörmann,
Amperland 1980/4
Dr. Werner Gross, Kirche und Denkmalpflege-Die Erneuerung der Liturgie durch
das Zweite Vatikanische Konzil
Max Gruber, Im Dachauer Land wirkende Bildhauer, Amperland 1982/1
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Prof.Ottilie Thiemann-Stoedtner, Zum Tode des Dachauer Kunstmalers Richard Huber,
Amperland 1983/1
Max Gruber, Im Amperland tätige Schlosser und Spengler, Amperland 1985/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Max Gruber, Im Amperland tätige Kistler, Schreiner, Tischler und Schneidkistler,
Amperland 1986/3
Max Gruber,Im Amperland tätige Architekten, Bau und Maurermeister, Amperland
1987/2
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck, Rosenkranzandacht und Rosenkranzbruderschaften der Barockzeit
im Dachauer Land, Amperland 1991/2
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd. 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes 1991
Dr.Gislind M.Ritz, Die Katakombenheiligen S.Sigismund und S.Ernest in St.Jakob
in Dachau, Amperland 1992/1
Orgelspiegel, Ars Organi 1998
Unser Dachauer Land, Heimatbeilage der Dachauer Nachrichten vom 27.2.1999
Eleonore Philipp, Die vergessene Gnadenmutter, Amperland 2000/1
Andreas R.Bräunling, Die Familie Schwankler in Dachau, Amperland 2000/4
Christian Huber, Der Maler Richard Huber, Amperland 2002/2
Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
Peter Dorner, Indersdorfer Chronik-aus der Reihe Publikationen der Akademie
der Augustiner-Chorherren von Windesheim, 2003
Madonna-das Bild der Muttergottes, Dombergmuseum Freising, 2003
Dr. Eckhard Bieger SJ, das Katholische Symbollexikon, 2004
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Ausstellungskatalog Kreuz und Kruzifix, Freising, 2005
Kiening, Genealogie (Franz Paul Arnoldt)
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
Brigitte Rhinow, Göttingen, 2006 (Maria-Cuzco)
Dr. Lothar Altmann, Der Dachauer Hochaltar von 1626, Amperland 2007/2
Dr.Edgar Forster, Führung Luja und Prost, 2008 (Bauauftragsfeier)
Lothar Altmann, Kirchenführer St.Jakob Dachau, Schnell&Steiner, 2010
Stadtführerin Anni Härtl, 2011 (Abstimmung 1986)
Vier Pfarreien verbünden sich, Dachauer Nachrichten vom 20.7.2011
Andreas Estner/Matth. Morgenroth, Heilige Gebeine, BR-2,
1.11.2011, 18:05 Uhr
Eckard Bieger,
Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Ambrosius-Vers,
Rosen)
120 Bilder: Hans Schertl
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28.12.2011