zur Landkreiskarte            ausführl.Beschreibg       Kirchen i.d. Gem.Petershausen

Pfarrkirche St. Martin in KOLLBACH

Schweifgiebel Adresse : 85238 Petershausen, Dachauer Straße 12
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Eine Pfarrkirche in Kollbach wurde schon in einer Urkunde von 1311 sowie in der Konradinischen Matrikel von 1315 mit zwei Friedhöfen erwähnt. Wahrscheinlich handelte es sich dabei aber um die Frauenkirche, die 1288 erbaut worden sein soll. Wann die Martinskirche erbaut wurde, ist nicht bekannt. Die Sunderndorfersche Matrikel aus dem Jahr 1524 beschreibt aber eindeutig St.Martin als Pfarrkirche.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche zerstört und unter Verwendung des gotischen Chores und der Langhausmauern um 1650 wieder aufgebaut.

Die Kirche ist ein fünfachsiger Saalbau, der 1889 auf die Gesamtlänge von 30 Metern erweitert wurde. 

Der gotische Chor ist leicht eingezogen, schließt in drei Achteckseiten und ist außen durch abgesetzte Stützpfeiler verstärkt.


Ziervase

An der Chorsüdseite steht der 28 Meter hohe gotische Turm mit Satteldach. Den Giebeln sind mit hohen Zinnen
versehen, die Schwalbenschwanz-ähnliche Abschlüsse haben. Sie geben dem Turm sein markantes Aussehen. 
Im Turm hängen vier Glocken, von denen die älteste aus dem Jahr 1732 stammt.

Die Pfarrei Kollbach war bis 1498 dem Kollegiatstift Ilmmünster inkorporiert, später dem Stift zu Unserer Lieben Frau in München. Erst 1803, nach der Säkularisation, wurde es eine selbstständige Pfarrei. Seit 1994 bildet Kollbach zusammen mit den Pfarreien Asbach, Petershausen und Obermarbach einen Pfarrverband.

Innenausstattung

Der Altarraum ist mit einem Netzgewölbe überdeckt, dessen Rippen abgeschlagen sind.
Der neuromanische Altar ohne den sonst üblichen Altaraufbau stammt aus dem 19. Jh. Hinter dem breiten Tabernakel und dem Blumenschmuck Figuren der Heiligen Ulrich (links) Martin und Arsatius.
Der girlandengeschmückte Rahmen am Chorbogen im Bild rechts dient der Stabilität der Kirche.

Das Deckengemälde im Chor (18.Jh), stellt die Mantelteilung des hl. Martin dar; das Gemälde im Langhaus die Verkündigung Mariens durch Gabriel.  

Die beiden Seitenaltäre (um 1750/55) wurden im Jahr 1947 von der Wallfahrtskirche "Maria Stern" in Neukirchen am Simssee geholt. Sie zeigen eine Schutzengel- und eine Muttergottesfigur, sowie in den Auszugsbildern St.Augustinus und St.Josef.

An den Wänden Figurendes  hl. Josef (mit Jesuskind), die  hl. Cäcilia mit Orgelpfeifen, die Muttergottes als Patronin Bavariae, das Kanzelkreuz mit Mater dolorosa sowie das ehemalige Hochaltargemälde mit St.Martin und der Kirche von Kollbach. 
An den Seitenwänden eingelassen sind neben vielen Epitaphen drei runde, reliefierte Schlusssteine (15.Jh)  mit Inschriften aus dem ehemals gotischen Gewölbe. 

zur Beschreibung der Apostelleuchter zur Beschreibung der Kanzel zur Beschreibung des  Zelebrationsaltars zur Beschreibung des Deckengemäldes Verkündigung zur Beschreibung des rechten Seitenaltars zur Beschreibung der  Mater dolorosa zur Beschreibung des Amboszur Beschreibung des Taufsteinszur Beschreibung der KanzelkreuzesMauernischezur Beschreibung des linken Seitenaltarszur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung der Epitaphe
per Mouseklick zu den Beschreibungen

Auf der Empore: ein barocker Ölbergchristus und ein Leidenskelch-Engel.




 

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte: Matrikel 1315 Matrikel 1524 Visitation 1560 30jähriger Krieg Matrikel 1740
  Bruderschaft 1738 Beschreibung 1820 Beschreibung 1874 Beschreibg 1895  
  Pfarrerliste Geschichte Pfarrei Berichte aus dem Pfarrleben
Ausstattung: Altarraum Apostelleuchter Baubeschreibung Choraltar Chorglocke
Deckenfresken-1 Deckenfresken-2 Empore Epitaphe
Ewig-Licht-Ampel Figuren im Chor Figuren im Schiff Kanzel Kanzelkreuz
Kirchenbänke Kirchenschiff Kreuzweg Kreuzpartikel Mater dolorosa
Orgel Pfarrhaus Seitenaltäre Taufstein Turm
Totengedenktafel Zelebrationsaltar

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft stammt aus der Regierungszeit des Freisinger Bischofs Egilbert (1006–1039) und dürfte im Zeitraum 1006 bis 1022 entstanden sein. Damals schenkte eine edle Frau namens Cuntpirc dem Hochstift Freising eine "Hube zu Cholapach". 1 Jahrhundert später übergab die Ministeriale Matthilt ein Gut in Cholobach dem Bistum; möglicherweise stammte Matthilt aus dem Freisinger Dienstmannnengeschlecht von Unterweilbach 43) .

Interessant ist eine Urkunde aus dem Jahr 1140. Damals schenkte der freie Mann (liber homo) Engeldie einen Hof, den er in Piflitz gekauft hatte, mitsamt seinem nicht namentlich genannten Sohn (proprius filius) der Freisinger Kirche. In der Urkunde werden mehrere Edle der Umgebung genannt: Erinbert aus Kollbach und sein Bruder Bernhard von Lausham(Steinkirchen), Dietmar von Piflitz und Odalricht von Gramlich mit seinen beiden Söhnen Bernhart und Rudiger. Das Besondere an diesem Vorgang ist die Schenkung des eigenen Sohnes. Er wurde als Zensualer verschenkt, d.h., er war nominell frei, musste aber an die Kirche Abgaben entrichten, die in diesem Fall jährlich 5 Denare betrugen. Man geht davon aus, dass Engeldie zwar der leibliche Vater war; doch die Bezeichnung proprius filius (der ihm gehörende Sohn) wurde verwendet für Kinder, die mit einer unfreien Magd gezeugt worden waren. Der Sohn war zugleich Leib-eigener seines Vaters. Wenn er ihn verschenkt, erscheint uns dies heute zwar hartherzig, doch der Status als Zensualer war für einen Leibeigenen ein sozialer und rechtlicher Aufstieg; für einen Leibeigenen war die Zensualität ein Wunschtraum. Er musste zwar einen verhältnismäßig geringen Zins entrichten, doch er brauchte keine Frondienste und vor allem keine Kriegsdienste zu leisten. 43) .

Verwaltungsmäßig gehörte Kollbach über Jahrhunderte zum Landgericht Pfaffenhofen. Es war -als eine Art Exklave- vom Gebiet des Landgerichts Dachau und des Landgerichts Kranzberg voll umschlossen 34).

Geschichte der Pfarrei und der Kirche

Zugehörigkeit zu Ilmmünster
Die Pfarrei Kollbach gehörte lange Zeit zum Kollegiatstift Ilmmünster, dessen Mutterkloster ursprünglich die Benediktinerabtei Tegernsee gewesen ist 44). Ilmmünster besaß
seit 775 die Reliquien des hl.Arsatius und war deshalb Ziel einer kleinen Wallfahrt. Aus dieser Zeit stammen auch die Beziehungen Kollbachs zu diesem hl.Bischof; seine Figur steht an prominenter Stelle im Chorraum.

Im Mittelalter waren Wallfahrten fast ausschließlich auf Heiligenreliquien ausgerichtet. Nur die körperliche Nähe zu den Reliquien sicherte den besonderen Schutz der Heiligen. Marienwallfahrten gab es bis 1500 kaum, weil Reliquien der Muttergottes fehlten. Erst kurz vor 1500 kam die Verehrung von Gnadenbildern in Mode. Als im Jahr 1493 das Kollegiatsstift Ilmmünster aufgelöst und "unter Beibehaltung aller seiner Freiheiten" dem neu errichteten Stift zu Unserer Lieben Frau in München "einverleibt und zinsbar", gemacht wurde, hat man auch die Gebeine des hl.Arsatius aus dem Grab geholt und zur neu gebauten Liebfrauenkirche gebracht. Das Volk von Ilmmünster war außer sich, weil man ihm den Heiligen und damit seinen Schutz und seine Fürsprache bei Gott wegnahm. ".. als ward ein groß geschray von dem paurenvolckh umb dem heiligen", berichtet der Chronist (es war ein großes Geschrei des Bauernvolks um den Heiligen).

Zugehörigkeit zur Frauenkirche München
Ab 1493 war Kollbach also in das Kollegiatstift in München incorporiert. Als später dann St. Benno in der Münchner Frauenkirche hoch verehrt wurde, führte man auch von Kollbach aus Wallfahrten nach München und entzündete dort die Kollbacher Wallfahrtskerze, die im Liebfrauendom aufbewahrt war.
  Die Verehrung des hl.Benno in Bayern entstand erst im 16.Jh im Zusammenhang mit der Reformation. St.Benno, der von 1066 bis 1106 in Meißen als Bischof gewirkt hatte, wurde am 16.Juni 1524 zur Ehre der Altäre gehoben. Luther verurteilte diese Heiligsprechung in seiner Schrift "Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden" aufs Schärfste. Als Sachsen 1539 protestantisch wurde, hat man das Grabmal Bennos geöffnet und seine Gebeine in die Elbe geworfen. Allerdings behauptete der letzte Bischof von Meißen, der später übrigens selbst die evangelischen Konfession annahm, schon vorher die Gebeine aus dem Sarg entfernt und die Sekundärreliquien, das Messgewand, Mitra und Bischofsstab in Sicherheit gebracht zu haben. Sie wurden 1576 (wohl gegen einen ansehnlichen Betrag) zusammen mit einem Wunder-Verzeichnis dem bayerischen Herzog Albrecht V. überlassen. 1580 hat man die Gebeine in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt, wo sie nun das Ziel vieler Wallfahrer aus dem bayerischen Land waren. Maßgeblich dafür waren sicher die Patronate St.Bennos für München und Altbaiern sowie seine Funktion als Wetterheiliger.

Pfarrei
Erst 1803, nach der Säkularisation, wurde Kollbach eine selbstständige Pfarrei. Seit 1994 bildet es zusammen mit den Pfarreien Asbach, Petershausen und Obermarbach einen Pfarrverband, der vor einigen Jahren zum Pfarrverband Petershausen-Vierkirchen-Weichs erweitert wurde.
Seit frühester Zeit hatte die Pfarrrei als Filialkirchen die Frauenkirche in Kollbach und St.Martin in Amperpettenbach. Im Jahr 1749 kam die neugebaute Kirche in Weißling dazu. 1818 wurde Amperpettenbach nach Haimhausen ausgepfarrt. Jüngste Filialkirche ist seit 1936 die Kirche Mariä Verkündigung in Glonnbercha (vorher Pfarrei Asbach). Letzter Pfarrer in Kollbach war Johann Hinterreiter von 1953 bis 1993. Eine (noch unvollständige) Pfarrerliste können Sie hier sehen...


Erste Nennung
Eine Kirche in Kollbach war wahrscheinlich schon um die Jahrtausendwende vorhanden. Das erste schriftliche Zeugnis stammt erst aus dem Jahr 1311, als in einer Urkunde vom 24.Febr. ein Herr Chunr(ad) der Pf(arrer) von Cholbach" erscheint.


Freisinger Matrikel 1315 01)
Unter dieser Bezeichnung (Cholbach) ist Kollbach auch in der Konradinischen Matrikel von 1315 aufgeführt, mit 2 Friedhöfen im Ort und einer Filialkirche in Petenbach (= "Amperpettenbach"), das gut 1 1/2 Gehstunden entfernt lag. Ob es sich bei der "Ecclesia in Cholbach" um die heutige Pfarrkirche oder um die nahe gelegene Frauenkirche handelte, ist nicht bekannt. Der Originaltext lautet: "Ecclesia Cholbach soluit VIII Pfund, habet in villa II sepulturas et filialem Petenbach".

In der Schmidschen Matrikel des Fürstbistums Freising von 1738/40 wird bemerkt, dass man sich erzähle, die spätere Nebenkirche Mariä Geburt (Frauenkirche) sei die ursprüngliche Pfarrkirche gewesen; erst als die Bevölkerungszahl anstieg, sei die jetzige Pfarrkirche errichtet worden ("Haec ecclesia, in pago Kollbach sita, traditur olim fuisse parochalis, et ecclesia moderna parochalis putatur primum successive pro crescente populi multitudine fuisse adificata"). Wann dies der Fall gewesen sein soll, ist aber nicht bekannt.


Freisinger Matrikel 1524 01)
Erst die Sunderndorfer'sche Matrikel aus dem Jahr 1524 beschreibt die Martinskirche als Pfarrkirche ("ecclesia s.Martini in Kolwach"), erwähnt aber keine weitere Kirche im Ort. Auch damals gab es nur die Filiale "St.Martini in Bettnbach". Die Zahl der Communicantes, der Gläubigen (ohne Kinder), betrug rd. 200. Das war die Durchschnittsgröße einer kleineren Pfarrei. Der Pfarrer hieß Joannes Braunauer. Er hatte das Amt durch den Verzicht seines Vorgängers erhalten und zahlte dafür ein Absentgeld von 6 Gulden an das Stift zu Unserer Lieben Frau in München, dem Kollbach einverleibt war. Das Pfarrhaus und die landwirtschaftlichen Gebäude seien gut erhalten, schreibt Sunderndorfer. Die Aufgaben des Vogtes waren dem Weichser Hofmarksherrn übertragen, der dafür ein Osterlamm, 100 Eier, 15 Reiß Har und als Geld 2 Gulden sowie 120 Silberpfennige erhielt. Ein Vogt war notwendig, weil das der Inhaber der Pfarrei, das Stift, eine geistliche Institution war, die keine Rechtsgeschäfte abschließen durfte. Außerdem erhielt der Kurat Hynn (Vorgänger des Pfarrers ?) eine Pension in Höhe von 26 rheinischen Gulden jährlich.


Visitationsbericht von 1560

Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Kollbach heißt es, es gebe im Ort zwei Kirchen. In der Pfarrei lebten 150 Communicanten, fast alle seien gut katholisch; nur mit einigen gebe es Probleme...
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 (in heutigem Deutsch) lesen möchten, klicken Sie hier...


Dreißigjähriger Krieg

Der 30jährige Krieg hat in Kollbach schlimm gewütet, teilt der Historiker Anton Mayer in seiner Beschreibung von 1874 mit. Deshalb hätten sich kaum Urkunden aus der Zeit vorher erhalten. Erst Mitte des 19.Jh habe man Kirchenrechnungen von Kollbach aus den Jahre 1646-1668 aufgefunden. Sie zeigten, dass die Schweden fast alle Bewohner des damaligen Pfarrdorfs ermordet haben. Von den wenigen Überlebenden, die sich zunächst durch Flucht in die Wälder retten konnten, seien viele nicht zurückgekommen. Es heiße in den Kirchenrechnungen mehrfach: "sind ins Elendt gegangen". Die ehemaligen Höfe würden als "Brandstatt" bezeichnet. Daher seien die alten Familiennamen verschwunden und an deren Stelle die der neuen Ansiedler aus Tirol und Salzburg getreten. Auch die Kirche sei durch Brand beschädigt worden. Deshalb habe man 1650 die zerstörten Seitenmauern des Kirchenschiffes neu gebaut. Von Vierkirchen habe man eine Kanzel um 10 Gulden gekauft.


Landkarte von 1721
Kollbach und seine Kirchen sind auch auf einer Landkarte aus dem Jahr 1721 zeichnerisch dargestellt.

Diese Augenschein-Karte wurde als Beilage zu einem Bericht des Kranzberger Pflegs-kommissärs Joh.Anton Däxner (1716-1723) angefertigt, der an die kurfürstliche Hof-kammer in München ging. Dort wollte man die jahrhundertelangen Streitigkeiten zwischen Pfaffenhofen und Kranzberg um die Hofmark Kollbach klären, die als Pfaffen-hofener Exklave innerhalb der Grenzen Kranzbergs lag. Sie kam übrigens erst 1758 nach Kranzberg.


Kollbach auf der Landkarte v.1721
Die besondere Bedeutung dieser Karte für uns liegt darin, dass hier über die Hofmark-ansichten von Michael Wening (um 1700) hinaus, auch kleinere Orte in ihrem damaligen Aussehen dargestellt sind. Dies gilt vor allem für die Kirchtürme. Hier in Kollbach ist ganz deutlich der Sattelturm der Pfarrkirche zu sehen. Die Kirchturmspitze der Marienkirche ist von der heutigen Gestalt doch verschie-den. Rechts sieht man die Brücke über die Glonn nach Petershausen.


Freisinger Matrikel 1738/40 01)
In der Schmidt'schen Matrikel von 1738/40, die der Freisinger Kanonikus Schmidt erstellt hat, besaß die Pfarrei Kollbach zwei Filialkirchen, Amperpettenbach und die Frauenkirche in Kollbach. Das Recht der Präsentation (eines Pfarrherrn) wechselte monatlich zwischen dem kurfürstlichen Hof in München und dem Bistum Freising (=Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof einen neuen Pfarrer bestellen, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten=ungeraden Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog. Das blieb so bis zur Säkularisation. 1803 übernahm der
bayer.König das Besetzungsrecht voll, bis es durch das Konkordat 1817 wieder durch die Regelung der Monatspfarrei und ab 1830 der Wechselpfarrei ersetzt wurde).
Kollbacher Pfarrer war seit 1737 Joannes Franciscus Kästel. Das Pfarrhof und die landwirtschaftlichen Gebäude zeigten keine Schäden. Die Zahl der Communikantes in der Pfarrei hatte sich in den vergangenen 200 Jahren mit 413 mehr als verdoppelt. Die Kirche selbst wird zwar als alt, aber von gutem Bauzustand bezeichnet. Im Inneren standen drei Altäre: der Hochaltar mit Kreuzreliquie, der dem Kirchenpatron St.Martin, die Seitenaltäre, die dem Johannes d.Täufer und dem hl.Sebastian geweiht waren. In der Sakristei wurden Messgewänder in hinreichender Zahl aufbewahrt. Im Friedhof um die Kirche stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einkünfte verwalteten der Pfarrer und der Hofmarschall in Illmünster. "Das völlige Vermögen mit Einschluß des U.L.Frauen-Gottshauses solle sich diser Zeit über 700 fl. (Gulden) belauffen."
Wie schon 1524 waren auch 1738 noch Abgaben an den Weichser Hofmarksherrn Frhr. v. Tannberg (sog.2/3-Weichs) zu entrichten (die Weichser Hofmark war in eine 1/3 und eine 2/3-Herrschaft geteilt): "Item gibt Pfarrer jährlich zum Baron Tannbergischen Aigenthumb (=Eigentum) des 2/3 Hofmarchsguets Weix 100 Ayr (=Eier) und ain Osterlambh...". Zudem mussten "ein Pfarrer zu Kollbach sambt dem Pfarrer zu Weix der Herrschaft alda einen Heerwagen mit 2 Knechten und 4 Rossen bespannt halten, auch ainen Emer (?) Wein, 60 Zenterling (=Geräuchertes) gedechtletes Fleisch (=Surfleisch ?) und 60 pfennwerth (=im Wert von 60 Pfennigen) brodt mitführen".


Bruderschaft von 1783
Auf Veranlassung des früheren Höckhofbauern wurde am 2.Juli 1783 eine Schutzengelbruderschaft eingeführt. Er stattete die Bruderschaft mit einem Vermögen von über 500 Gulden aus. Die Mitglieder hatten täglich "zu Ehren der hl. Dreifaltigkeit und des Schutzengels 3 Vaterunser, 3 Ave Maria und den Christlichen Glauben mit dem Beisatz Heiliger Schutzengel, stehe mir bei, - heute, diesen Tag und in der Stunde meines Todes"', zu beten. Die Schutzengelbruderschaften waren nach Einführung des Schutzengel-festes durch Papst Paul V. (1605-1621) entstanden.
Nach dem Tode des Höckhofbauern 1814 wurde der Wirt Franz Xaver Stürzer aus Kollbach der Vorstand und Wohlthäter der Bruderschaft. Hauptfest: der 5.Sonntag nach Ostern; Conventtage am 3.Adventssonntage, 3.Sonntag in den Fasten, Sonntag nach Fronleichnamsfest und Schutzengelfest (2.10.). Ablässe: die einfachen Bruderschaftsablässe von P.Pius VI. vom 23.Mai 1783, und transferirt auf den 5.So nach Ostern und auf den Sonntag nach dem QuatemberSonntage im Jahr 1786. Bruderschaftsgottesdienste am Hauptfest und den Conventtagen mit Predigt, Gedenken und Rosenkranz. Jahrtag für die abgeleibten (=verstorbenen) Mitglieder am Montag nach dem Hauptfest. Bruderschaftsvermögen 1870: 360 Gulden.

Stiftungstafel
der Schutzengel-bruderschaft
Im Kircheninneren ist In die Nordwand eine Steintafel (69 x 56 cm) eingelassen, die an die Stiftung der Schutzengel-Bruderschaft durch Joseph Reischl im Jahr 1783 erinnert.
Text: "Zur Ehre Gottes und zum Trost der Armen Seellen in dem Fegfeüer hat diese Bruderschaft der Heiligen Schutz Englen, errichten laßen Joseph Reischl und sein Eheweib gewester Hegmayr damals bey Kolbach, wozu seiner Päbstlichen Heiligkeit Piius der VI. auf dieses Pfarr Gotteshaus zu Kolbach den Ablaß auf Ewig verlihen hat. Der ablaß Tag wirt alle Jahr am Sontage vor der Kreuzwochen gehalten, an welchem das Titular Fest begangen wirt, wobei jederzeit der Ablaß zu gewinnen ist, und zugleich in diese löbliche Bruderschaft ein eingeschriben werden wirt. Ich bitte Gott um seine Göttliche Gnade, das ich an diser Andacht jederzeit theilhaftig werden möge".

 

Beschreibung 1820  40), 41)
Der bischöfliche Registrator Martin von Deutinger erstellteim Jahr 1820 eine "Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate". Sie enthält auch einen Kurzbeschreibung der einzelnen Pfarreien.
Grundlage dafür waren die 1817 von jedem Pfarrer nach einem vorgegebenen Muster eingereichten Pfarrbeschreibungen.
Die Tabellarische Beschreibung blieb bis zum Werk von Anton Mayer und Georg Westermayer 10) die ausführlichste Darstellung.
Sie wurde von der bischöflichen General-Vicariats-Kanzley ohne Namensnennung von Deutinger herausgegeben.

Die Pfarrei Kollbach wird darin (S.66) wie folgt beschrieben:
 
"Kollbach .... Säcul. . (Monats-) Pfarrei Pfarrkirche Gottesdienst an den Sonntagen und den Fsten des Hern; Patron hl. Martin; Kw (=Kirchweihfest) Sonntag nach Mariä Geburt (= nach 8..Sept).
Frauenkirche Neben der Pfarrkirche befindet sich die Frauenkirche; Gottesdienste an den den Frauen- und Aposteltägen; Patron Mariä Geburt.
Weißling Capelle zur hl.Nothburga, mit 2 sonntäglichen Gottesdiensten im Jahr.
Seelenzahl:
Pfarrei Kollbach:
357 Gläubige in
80
 Häusern
Ort Kollbach :
211 Gläubige in
47
 Häusern (2 Bauern des Dorfes sind gehören zur Pfr. Asbach)
Weiler Glonbercha  
  30 Gläubige in
5
 Häusern, Entfernung v.Pfarrkirche: 1/2 Std, Teil zu Asbach
Weiler Mühldorf:   
  6 Gläubige in
 1
 Haus, Entf. v.d.Pfarrkirche: 3/4 Std, Teil zu Hohenkammer
Weiler Weißling :
110 Gläubige in
27
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std



Beschreibung 1874
04)

Kirche und Pfarrei Kollbach sind auch in der "Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-84 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und -nach dessen Tod 1877- Pfarrer Georg Westermayer als Buch veröffentlichten.
Diese bisher umfangreichste Diözesanbeschreibung sollte in erster Linie den praktischen Bedürfnissen der Diözesan- und Staatsverwaltung dienen. Daneben hat das Werk in Form von "kleinen Notizen" die Ergebnisse der aufblühenden orts- und lokalgeschichtlichen Forschung sowie die gedruckten Quellen und die von Heckenstaller und Deutinger gesammelten Unterlagen im Archiv des Erzbistums verwertet. Erste Grundlage dieser "Mosaikarbeit" waren Mitteilungen der Pfarrämter.

Über die Pfarrei Kollbach bemerkt er, sie habe 450 Seelen in 84 Häusern. Davon wohnten nur etwas mehr als die Hälfte, nämlich 271 Gläubige (in 46 Häusern) in Kollbach selbst, die übrigen Pfarrmitglieder in Glonnbercha 36 (5), Höckhof 14 (1) und Weißling 120 (31). Auch ein Haus in Mühldorf mit 9 Bewohnern gehörte zu Kollbach (im Übrigen nach Hohenkammer). In Glonnbercha waren die Kirche, der Friedhof und zwei der sieben Häuser Teil der Pfarrei Asbach. Die Pfarrei hatte "einen Umfang von mässigen 2 Stunden".
Der Pfarrer wohnte in einem 1683-85 errichteten Pfarrhaus, das als "gut gebaut" qualifiziert wird. Der hintere Teil lehne sich aber an den Friedhofshügel und sei deshalb sehr feucht. Die Ökonomiegebäude seien entsprechend (=durchschnittlich). Das Widdum, der Pfarrbauernhof habe eine Größe von 87 Tagwerk (29 ha); Bonität 11. Die Ökonomie war aber schon auf Dauer verpachtet und das Inventar versteigert worden. Den Erlös aus der Versteigerung hat Pfarrer Matthias Schwarzbauer übrigens für die Renovierung der Frauenkirche ausgegeben.
Zur Pfarrkirche schreibt Anton Mayer:
"Erbauungsjahr unbekannt. Ursprünglich -und im Presbyterium noch erkennbar- gothisch. Anbau im Stile des vorigen Jahrhunderts. Einschiffig. Geräumigkeit nicht hinreichend. Feuchte Wände. Baupflicht: die Kirche, am Cemeterium(=Friedhof) die Gemeinde. Sattel-Thurm mit 4 Glocken, wovon drei aus neuerer zeit, die andre ebenfalls ohne historische Bedeutung. 3 Altäre. Orgel mit 6 Registern. Gottesdienste: Alle, an den Festen des Herrn und den Sonntagen. Die Frauenfeste werden in der U.L.Frauenkirche gehalten. Patrocinium am 5.Sonntag nach Ostern (=Bruderschaftsfest) und an Mariä Geburt (8.9.) lt. Breve vom 25.6.1866. Stiftungen: 60 Jahrmessen. Kreuzgänge: Zweimal nach Weißling (am 4.So nach Ostern und am Erntedankfest), am Ulrichsfest nach Mühldorf, einmal nach Kammerberg. Ein Hilfspriester ist nicht nöthig. Meßner und Cantor ist der Lehrer.
Cemeterium ohne Capelle; Ossuarium (=Beinhaus) mit Oelbergsbild. Kirchenrechnung: Einnahmen 1673 Gulden - Ausgaben 96 Gulden = Reinertrag 1577 Gulden. Kirchenvermögen 1870: rd. 7800 Gulden. Der einzige Lehrer unterrichtete 94 Werktagsschüler und 36 Feiertagsschüler.


Beschreibung 1895
42)

Auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale Bayern, das 1895 Prof. von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellten, finden sich einige Bemerkungen über die Kirche St.Martin in Kollbach. Dort ist auf Seite 304 zu lesen:
Pfarrkirche
Im westlichen Vorzeichen drei runde Steinmedaillons mit Reliefs; auf dem einen ein Kreuz und die Inschrift: heilig kreih (in goth. Minuskel); auf dem andern S. Martin als Bischof, in der L. eine Gans tragend, Halbfigur; auf dem dritten Johannes d. Täufer, mit Fahne und Lamm. Um 1500. (Ehemals Gewölbeschlusssteine). Durchmesser 28 cm.
Im Inneren am Eingang in den Chor Grabstein des Pfarrers Matthias Holtzinger + 1634,
des Pfarrers Joseph Gessl + 1735,
des Pfarrers Joh. Franz Kastl, erector et benefactor capellae S. Notburgae in Weislingen + 1764,
des Pfarrers Markus Antonius Weidmann + 1772.
Aussen an der Südwand Grabstein des Pfarrers Michael Faber +1669, mit der Halbfigur des Verstorbenen (Haupthaar und Bart nach damaliger Mode). Rother Marmor. H. 53, br 52 cm. H.


Seit 1994 bildet die Pfarrei zusammen mit den Pfarreien Asbach, Petershausen und Obermarbach einen Pfarrverband, der vor einigen Jahren zum Pfarrverband Petershausen-Vierkirchen-Weichs erweitert wurde.


In den Jahren 2007/09 wurde die Kirche renoviert.

 

Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei.

Pfarrei

1524: Pfarrei mit 200 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
1560: Pfarrei mit 150 (?) erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
1738: Pfarrei mit 413 erwachsenen Gläubigen (Communicantes) 33)
1826: Pfarrei mit 382 Seelen (Pfarrer: Seb.Josef Kühn,
         geb.18.2.1773 in Freysing, Weihe: 20.2.1797) 33)

1874
: Pfarrei mit 450 Gläubigen in 84 Häusern.

Gemeinde

1852: Gemeinde mit 82 Familien und 389 Einwohnern
1867: Gemeinde mit 422 Einwohnern, 158 Gebäuden

Ortschaft

1831: Ortschaft mit 350 Einwohnern 36)

1867: Ortschaft mit 311 Einwohnern in 114 Gebäuden
1874:       Ort Kollbach mit 271 Gläubigen in 46 Häusern.


Berichte aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben von Kollbach berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Primizfeiern, Priesterjubiläen, Wallfahrten und sogar Kriminalfällen.
Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...

 

Baubeschreibung

Die St.Martins-Kirche steht auf einer leichten Anhöhe in der Mitte des Straßendorfs, 2 km südlich von Petershausen. Sie ist ist ein langer, nüchterner, fünfachsiger Saalbau, der 1889 um 10 Meter auf die Gesamtlänge von 30 Metern (Chor 9, Schiff 21) erweitert wurde.
Der gotische Chor ist geringfügig eingezogen, schließt in fünf Achteckseiten und ist außen durch sechs abgesetzte Stützpfeiler verstärkt.
Die Kirche in Kollbach wurde im Dreißigjährigen Krieg schon zu Beginn der Kampfhandlungen in Bayern (1632) zerstört; dabei kamen auch fast alle Bewohner ums Leben und den wenigen, denen die Flucht gelang, sind "ins Elend gegangen" und nicht wieder zurückgekehrt. Die zerstörte Kirche wurde aber schon bald nach dem Ende des Krieges, 1650, unter Belassung des gotischen Chores und der noch stehenden Langhausmauern wieder aufgebaut.

An der Chorsüdseite steht der 28 m hohe gotische Turm mit Satteldach. Den Giebeln sind hohe Zinnen mit schwalbenschwanzähnlichem Abschluss aufgesetzt, die dem Turm sein markantes Aussehen geben. Die Geschosse des Turms sind außen durch Felderungen angezeigt. Die Turmuhr ist seit 1997 funkgesteuert.
Im Erdgeschoss des Turmes ist ein Teil der Sakristei eingerichtet. Der Raum ist mit einem gotischen Netzgewölbe überdeckt. Der andere Teil der Sakristei befindet sich in einem doppelgeschossigen Anbau an der Turmostseite. Die Vielzahl der Rippen im Netzgewölbe ist nicht - wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe- allein durch die Statik bedingt, sondern dient auch der Zierde.


Netzgewölbe
im Turm

Bis zum Ersten Weltkrieg hingen im Turm hinter den spitzbogigen Schallfenstern vier Glocken.
Die älteste war 1732 von Christoph Thaller, drei weitere im Jahr 1853 von Anton Hubinger in München gegossen worden. Eine von den dreien aus dem Jahr 1853 musste im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden, die anderen beiden hielten durch bis 1937, bis man sie durch zwei neue Bronze-Glocken ersetzte. Diese wiederum überstanden den Zweiten Weltkrieg nicht: sie wurden zu Kanonen umgeschmolzen.
Seit 1949 hängen im hölzernen Glockenstuhl fünf Glocken, von denen vier im Jahr 1949 von der Gießerei Karl Czudnochowsky in Erding gegossen wurden. Nur das Wetterglöcklein von 1732 hat alle Kriege überstanden.
1. Martinsglocke:
Die größte Glocke ist die Martinsglocke (1296 kg, Ton d') mit der Inschrift: Martinus heiße ich / die Hochfeste beläut ich / die bösen Wetter vertreib ich / die Toten bewein ich / die Lebenden ruf ich".
2. Marienglocke:
Die zweite Glocke ist die Muttergottesglocke (662 kg,Ton fis'). Inschrift: Maria mit dem Kindel lieb, uns allen deinen Segen gib !".
3. Schutzengelglocke:
Die dritte Glocke ist die Schutzengelglocke (397 kg, Ton a') mit dem Text: Die Engel ruf ich / daß sie beschützen euch / vor Sünde, Unfried und Streit."
4. Leonhardiglocke:
Die vierte Glocke ist dem hl.Leonhard geweiht (271 kg, Ton h'). Die Inschrift lautet: St.Leonhard beschirm uns Haus und Hof und Stall und Feld !".
5. Wetterglöckchen:
Die fünfte und kleinste und älteste Glocke (35 kg, Ton b'') enthält als Text den Namen des Glockengießers Christoph Thaller und das Entstehungsjahr 1732.


R
estaurierungen und Umbauten

wurden durchgeführt:
1732   (neue Glocke von Christoph Thaller)
1839

1874

1889
   (Verlängerung)
1919  
(Elektrik)
1926  
(Gemälde)
1934
   (außen)
1947  
(innen)
1957  
(Friedhof)
1966  
(Geläute)
1973   eine Gesamtrestaurierung
2006  
begann die neueste Renovierung


B
einhaus

An der Nordseite ist an der Außenmauer eine leere Nische zu sehen. Hier war früher das Beinhaus und später die Ölbergdarstellung untergebracht. Im Jahr 1870 sollen hier drei sehr altes Steinreliefs ein Kreuz sowie die Heiligen Martin und Johannes d.T. gezeigt haben. Anton Mayer vermutete um 1880, darin "Reste aus der ältesten Kirche" entdeckt zu haben. Wo die Reliefs geblieben sind, ist mir nicht bekannt. Seit der letzten Renovierung hängt hier ein Epitaph für den früheren Wirt und Handelsmann Gregor Knesinger aus dem Jahr 1733.


Nische


Epitaph 1733

 

 

 

Hinweis: Das Beinhaus oder Karner (lat.carnarium=Fleischkammer) war vom Mittelalter bis zum 19.Jh. eine meist an die Kirche in der Nähe des Eingangs angebaute, zweigeschossige Friedhofskapelle, in deren Untergeschoss die Gebeine der schon lange Verstorbenen aufbewahrt wurden, um Neuzugängen Platz zu machen (Zweitbestattung). Ursprünglich hatte jeder Pfarrfriedhof, neben an oder unter der Kirche einen Karner. Auf den Synoden von Münster und Köln (1279/1280) wurden sie zwingend vorgeschrieben. In früheren Jahrhunderten war die Lebenserwartung niedrig und die Kindersterblichkeit hoch; 42 Prozent der Kinder starben im ersten Lebensjahr 45) . Deshalb gab es damals im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Beerdigungen als heute. Friedhöfe waren immer um die Kirche herum angelegt und kaum erweiterungsfähig. Im Jahr 1058 beschränkte mandie Grenzlinien der Friedhöfe auf 60 Schritte im Umkreis des Altars für Hauptkirchen und 30 Schritte für Kapellen. Weiter entfernt konnte man sich des Segens der im Altar ruhenden Reliquien und der Fürbitte des Heiligen nicht sicher sein. So war es üblich, die Gräber schon nach 5 bis 10 Jahren wieder zu verwenden. Zudem gab es keine Familiengräber; der nächste Tote erhielt das frei werdende Grab. Manche Totenschädel in den Beinhäusern wurden auch bemalt oder mit Inschriften versehen, um sie der Anonymität zu entreißen. Karner waren besonders in Bayern, Österreich und Ungarn verbreitet; sie standen an katholischen und protestantischen Gotteshäusern. In den letzten hundert Jahren wurden die Karner abgerissen bzw. in Lourdeskapelle, Abstellräume oder Vorhäuser umgewandelt. In manchen Kirchen wie hier in Kollbach erinnert aber noch eine Nische mit einigen Totenköpfen an die frühere Trauerkultur.

Kriegerdenkmal


Kriegerdenkmal
Das Kriegerdenkmal in Kollbach hat die Form einer Kapelle und steht am Kirchenvorplatz im Norden der Kirche an der Ortsstraße. Es wurde im Jahr 1956 eingeweiht. Außen sind die Worte "Herr, gib ihnen das ewige Leben" zu lesen. Im Inneren des durch ein Gitter abgetrennten Raumes hängt zwischen den Tafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege ein in Glasmalerei gestaltetes Kruzifix . Neben dem Corpus sind Leidenswerkzeuge (arma Christi) abgebildet (Leiter, Schweißtuch der Veronika, Lanze,die die Seite öffnete, Würfel, mit denen um den Rock Jesu gewürfelt wurde, Hammer und Zange, Kelch, der das Blut aus der Seitenwunde auffängt).

Kriegerdenkmal

 

Innenausstattung

Altarraum

Der Altarraum ist mit einem Netzgewölbe mit sieben Stichkappen überzogen, dessen Gewölberippen aber abgeschlagen sind.
Die ursprüngliche Gewölbeform hat sich noch im Untergeschoss des Turmes erhalten. Die drei Fenster wurden nachträglich vergrößert.

Deckengemälde
Das ovale Deckengemälde im Chor stellt den hl. Martin bei der Mantelteilung dar. Es ist zu Beginn des 18.Jh. entstanden, wurde später übermalt und erst 1947  bei der Renovierung wieder freigelegt. Der Maler ist nicht bekannt.

St.Martin teilt den Mantel
Nach Bauer/Rupprecht (siehe Quellen) handelt es sich um einfache bäuerliche Malerei von der Qualität eines durchschnittlichen Votivbildes.
Das in einem gemalten Rahmen eingefügte Bild zeigt St. Martin in Ritterrüstung auf einem braunen Pferd. Sein Haupt ist von einem Strahlenkranz umgeben. Der Heilige schneidet mit dem Säbel ein Stück seines Mantels ab. Unter ihm wartet der unbekleidete Bettler mit Krücke.


Hochaltar
/ Choraltar
Ende des 19.Jahrhunderts erhielt die Pfarrkirche eine vollständige neuromanische Ausstattung; dazu malte Eduard Müller den Raum aus (1895).
Auch der 1883 errichtete Choraltar gehörte dem neuromanischen Stil an. Dieser Altar bestand bis nach 1950. Im Jahr 1973 wurde der Altaraufbau (nach Aussage des damal.Pfarrers "ein neubarocker Kasten") entfernt, weil er wurmstichig war.

Die drei Heiligenfiguren im Stil der Zeit des Historismus, die früher ihren Platz auf dem entfernten Altar hatten, stehen nun hinter dem neuen Altar an der Rückwand.
In der Mitte ist die große Figur des Patrons der Kirche, des hl. Martin als Bischof zu sehen, links von ihm steht eine kleiner Figur des hl. Ulrich, des Patrons des Bistums von Augsburg mit seinen Attributen Stab, Buch und Fisch.

Die rechte Statue stellt nach dem Text auf dem Sockel den hl. Arsatius mit Dreikönigsschrein und Stab mit Schlange dar. Dieser seltene Heilige ist der Verbindung von Kollbach zu Ilmmünster zu verdanken; denn die Pfarrei Kollbach gehörte bis 1803 zum Kollegiatsstift, das bis 1493 in Ilmmünster und nach dem Neubau der Münchner Frauenkirche in München residierte. Ein Teil der Gebeine von St.Arsatius liegt in Ilmmünster (transliert 775), der andere Teil in der Frauenkirche (seit 1493).
Arsatius war um 400 Bischof von Mailand und erlitt den Märtyrertod.

Noch vom früheren Altar vorhanden ist der sehr breite neuromanische Tabernakel mit Doppeltüre. Er hat versilberte Felder mit Bandreliefs, die von vergoldeten Rahmen umgeben werden.
Gesäumt wird der Tabernakel von vielen Kerzenleuchtern auf flachen Podesten.
Auch das Antependium besteht noch in seiner ursprünglichen Form.


Kreuzreliquie

In der Schmidt'schen Matrikel des Fürstbistums Freising von 1738/40 wird berichtet, im Altar werde eine Partikel vom Kreuz Christi verwahrt, die von Pfarrer Joseph Gessl im Jahre 1723 erworben worden war. Diese Partikel ließ er am 3.Mai, dem Fest der Kreuz-auffindung, in der Pfarrkirche Kollbach verehren. An diesem Tag und am Fest der Kreuzerhöhung (14.9.) hatten bislang die Koll-bacher eine Wallfahrt nach Petershausen zur dortigen Kreuzpartikel unternommen. Die Petershausener fürchteten, dass die Wallfahrten und damit auch die Opferstockeinnahmen nun ausfallen könnten. Sie beklagten sich deshalb beim Fürstbischof in Freising und erreichten, dass die Kollbacher an einem der beiden Kreuz-Feste, dem 3.Mai, wieder nach Petershausen gehen müssten; lediglich den 14.Sept. könnten sie daheim in Kollbach feiern.
 

Hinweis: Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 326 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben (Fest am 3.Mai). Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten.



Figuren im Altarraum

An der Chorsüdseite ist eine Figur der Muttergottes in Art der Patronin Bavariae mit Herzogskrone und Zepter angebracht (2. Hälfte des 17. Jh.). Maria trägt ein rotes Kleid und darüber, von einer großen Spange zusammen-gehalten, einen goldenen Mantel. Auf ihrem linken Arm sitzt das unbekleidete Kind, das die dritte königliche Insignie, den Reichsapfel, mit der Hand umgreift. Das Gesicht von Maria ist nach unten geneigt. Der rechte Fuß ruht auf der Mondssichel über einer schlangenumwundenen Weltkugel. Auf der Mondsichel liegt ein Apfel. Maria steht mit einem Fuß auch auf dem Kopf der Schlange, die die Erbsünde und in weiterer Folge das Böse allgemein symbolisiert.

  Hinweis: Dieses Bildmotiv mit Maria und der Schlange ist erst seit dem 17. Jh. nachweisbar. Als nach der Reformation auf protestantischer Seite Christus mit dem Fuß auf dem Kopf der Schlange dargestellt wurde, hat Papst Pius V.(1566-1572) im Zuge der Gegenreformation das Thema dogmatisch auf Maria fixiert ("Maria zertritt mit Hilfe von Christus die Schlange") und seine Darstellung in den katholischen Kirchen bildlich durchgesetzt. Der Apfel galt aufgrund der äußeren Form und der Form des Kernhauses seit alters her als Symbol sinnlicher Reize und Begierden. Deshalb wurde er im Zusammenhang mit der Versuchung von Adam und Eva im Paradies durch die Schlange zur Verkörperung der Erbsünde.

 

An der Nordwand steht eine große Figur des Heilands an der Geisselsäule (um 1800). Sein Haupt ist von einem dreistrahligen Heiligenschein (Nimbus) umgeben. Der nackte Oberkörper ist von Wunden übersät. Die Hände sind gefesselt und an eine Steinsäule gekettet.

Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wies-bauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Kollbach.

An der Südwand des Altarraums steht die Figur einer Mater dolorosa (um 1700), die man eher unter dem Kanzelkreuz vermuten würde. Maria trägt das traditionelle rote Kleid und einen außen goldenen und innen blauen Kapuzenmantel. In ihrer Brust steckt ein langes Schwert.
Hinweis: Das Schwert in Marias Brust erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".
Im Marienmonat Mai wird auf den Tabernakel eine Muttergottesfigur aus dem Ende des 19.Jh gestellt. Maria ist in ein goldfarbenes Gewand gekleidet, trägt eine Krone und hält ein Zepter in der Hand. Um das Haupt ein Kreis von 12 Sternen. Das unbekleidete Jesuskind sitzt auf dem rechten Knie seiner Mutter und segnet den Betrachter.
Die zwölf Sterne erinnern an die Apokalyptische Frau, die Johannes in der Geheimen Offenbarung beschrieben hat. Sie war in der Vision vom Strahlenkranz der Sonne umgeben, über ihrem Haupte standen zwölf Sterne als Symbol für die zwölf Stämme Israels. Die Apokalypti-sche Frau wurde in frühchristlicher Zeit als Symbol für die Kirche angesehen und erst später mit Maria in Zusammenhang gebracht.
In einer Mauernische rechts neben dem Choraltar steht seit der letzten Renovierung die Figur von Johannes dem Täufer, die vorher den Taufstein zierte. Es dürfte sich um ein Werk des 20.Jh handeln.


Zelebrationsaltar


 Der neue Zelebrationsaltar hat eine einfache Tischform.
Er wurde um 1970 aufgestellt, im Zuge der Liturgie-reform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils, und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.
Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahr-hunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Ent-wicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Der Zelebrationsalter ersetzt nun liturgisch voll den Hochaltar. 32)
Der Ambo, ein Lesepult, an dem Lesung und Evangelium vorgelesen wird, hat eine grün-marmorierte Vorderfläche, auf die ein goldfarbenes Kreuz gemalt ist.
Hinweis: Der Ambo (griech.ambon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist der Ambo wieder fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen.
"Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes' ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.




Ewig-Licht-Ampeln


An der rechten Seite des Altarraums sind zwei Ewig-Licht-Ampeln zu sehen. Sie gehören -obwohl sie gleich alt sind - unterschiedlichen Stilrichtungen an. Beide bestehen aus Messing und sind teilweise versilbert.
  
Eine der Ampeln ist neubarock und rund und wird von getriebenem Blattwerk verziert.
Die andere Ampel gehört der Stilrichtung des Historismus an, ist sechseckig, nur wenig versilbert und zeigt als Schmuck Maßwerk-Ornamentik.
  Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.


Noch ganz im gotischen Stil (Spitzform) ist der Sakristeizugang gestaltet. Das Gewände (= die Ausschrägung) ist dreimal hintereinander abgestuft. Die Türe aus dem 19.Jh ist mit Maßwerkrelief verziert.
Am Zugang zur Sakristei hängt in einem schmiedeisernen Ständer eine kleine Glocke, die mit einem Seil zum Klingen gebracht wird. Die Chorglocke wird geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.
Aus der Zeit um 1870 berichtet Anton Mayer, dass in der Sakristei ein Cruzifix mit der Jahreszahl 1590 gehangen habe.

Auch der spitzbogige Chorbogen, der den Altarraum vom Kirchenschiff trennt, ist viermal abgestuft.


Langhaus / Kirchenschiff

Im Langhaus ist ein fünfachsiger Saalbau. Die flache Putzdecke ruht über einer breiten, rosa bemalten Hohlkehle. Das Kirchenschiff wird durch acht Rundbogenfenster und durch Rundfenster (Okuli) erhellt.

Aus der Zeit um 1500 stammen noch drei runde, reliefierte Schlusssteine aus dem ehemals gotischen Gewölbe, die jetzt in die Seitenwände eingelassen sind:
Auf einem der Steine findet sich ein Kreuz mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden und die Inschrift "heilig kreitz", auf dem anderen der halbfigurige hl. Martin als Bischof, der auf der Linken eine Gans trägt, und auf dem dritten Schlussstein der hl. Johannes der Täufer mit Kreuzstab, Fahne und Lamm.
  Hinweis: Die Schlusssteine der Gewölberippen sind im Scheitelpunkt eines Bogens oder im Knotenpunkt von Rippen eingefügt. Sie verkeilen das gebogene Mauerwerk und geben dem statischen Gefüge den entscheidenden Halt. Neben seiner bautechnischen Aufgabe hat der Schlussstein auch eine religiöse Bedeutung. Denn Paulus schreibt im Epheserbrief (Eph 2,19-22) : "Ihr seid das Fundament der Apostel und Propheten. Der Schlussstein ist Jesus Christus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph 2,20-22).
  Hinweis: Johannes der Täufer (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes, und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet.


Deckengemälde im Langhaus

Das große Deckengemälde im Langhaus stellt im geschweiften Rahmen die Verkündigung Mariens dar. Es ist signiert mit: "Al.Katzen, München, 1894. Renoviert Anno Domini 1873 Fa.Reinh.Huber, Dachau, Ausgef.Hans Marcher".

Paradiesbaum
mit Schlange
Im Bild kniet Maria vor einem Altar mit geöffneter Bibel. Sie wird beim Lesen der Bibel (Text: Prophet Isaias - "Siehe, die Jungfrau wird empfangen" 21)) vom Engel Gabriel überrascht, der ihr mit einer Lilie in der Hand und auf Gewölk schwebend, die Empfängnis Jesu verkündigt. Vom Himmel blickt der gekrönte Gottvater auf die Szene. Vor ihm der Hl.Geist in Gestalt einer Taube, der einen Gnadenstrahl auf Maria herabsendet.

Maria u.Gabriel
Zwei Rundmedaillons aus dem zweiten Viertel des 20. Jahrhunderts zeigen Pflan-zen, die mit dem Heilsgeschen zu tun hatten.
- Im westlichen Medaillon ist der Para-
  diesbaum mit Schlange und Äpfeln sowie
  der Hand Gottes zu sehen. Sie sind
  Zeichen für das Alte Testament.
- Das östliche Medaillon zeigt unter dem
  Auge Gottes Weinstock und Ähren. Es
  steht für das Neue Testament.

Weinstock
und Ähren


Seitenaltäre

Die barocken Seitenaltäre stehen erst seit 60 Jahren in Kollbach. Im Jahr 1947 kamen sie aus der Wallfahrtskirche "Maria Stern" in Neukirchen am Simssee. Sie sind um 1750/55 wohl von Rosenheimer Meistern gefertigt worden. Die Altäre bestehen aus schmalen Frührokoko-Säulenaufbauten mit gewundenen Säulen, reicher Bandwerkornamentik und einem Auszug mit geschweiftem Rahmen. Die früheren Altäre waren schon 1739 dem hl.Johannes dem Täufer und dem Pestpatron Sebastian geweiht (siehe auch Schmidt'sche Matrikel von 1738/40).

Linker Seitenaltar

Im barocken Auszugsgemälde ist der hl. Augustinus zu sehen, wahrscheinlich von Joseph Anton Höttinger aus Rosenheim um 1755 gemalt. Er hält in der rechten Hand die Schreibfeder, in der Linken ein feuriges Herz.

St.Augustinus
Augustinus ist der bedeutendste der vier lateinischen Kirchenväter. Er war um das Jahr 400 Bischof von Hippo bei Karthago. Durch seine zahlreichen Schriften entwickelte er sich zum geistigen Führer der abend-ländischen Kirche.
 
Der linke Seitenaltar aus dem Ende des 19. Jh. zeigt die Figur eines Schutzengels (Ende 19.Jh.), der seine Arme über einem kleinen Kind ausbreitet.

Schutzengel
Hinweise: Die liturgische Verehrung der Schutzengel hat sich vor allem im 15. und 16. Jahrhundert verbrei-tet, zunächst in Verbindung mit dem Fest des Erz-engels Michael (29. September); 1670 hat Papst Klemens X. das Schutzengelfest für die ganze Kirche vorgeschrieben und auf den 2. Oktober festgelegt.
Der Glaube an die Schutzengel stützt sich vor allem auf Mt 18, 10. Dort ist zu lesen: Hütet Euch davor,
  einen dieser Kleinen zu verachten. Denn ich sage Euch Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.


Rechter Seitenaltar


Im barocken Auszug ist der hl. Josef mit Jesuskind und einer Lilie abgebildet (1755 ebenfalls von Joseph Anton Höttinger gemalt). Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit.

St.Josef
In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.
In der Nische des rechten Seitenaltar steht eine Muttergottesstatue (Ende 19.Jh.). Maria ist als Königin mit Krone und Zepter dargestellt, die ihr bekleidetes Kind auf dem linken Arm trägt.

Muttergottesstatue
Möglicheweise handelt es sich dabei um die Statue,
die Baron von Cramer-Klett auf Schloss Hohenschau für den Hauptaltar in der Frauenkirche gestiftet hatte.


Taufstein

Noch aus dem Spätmittelalter stammt der rotmarmorne Taufstein vor dem rechten Seitenaltar. Der schlanke Schaft und das Becken sind achteckig.
Der Holzdeckel aus dem 19.Jh besitzt eine dunklere Farbe; er ist mit Ornamentik im Stil des Modernismus verziert.
Bis zur Renovierung 2008/09 stand auf dem Taufstein die Figur von Johannes dem Täufer (mit Kreuzstab und Schriftband), die sich nun in der Mauernische des Altarraums befindet. Seither wird der Taufstein durch ein Kreuz gekrönt.


Taufstein
Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein.
  Es hat in der Regel eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück.


Kanzelkreuz und Mater Dolorosa

An der Südwand des Langhauses ist ein großes Kruzifix angebracht. Das Kreuz nennt man auch Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist.Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.

Kanzelkreuz
Unter dem Kreuz steht eine Schmerzhafte Muttergottes eine Mater dolorosa aus dem 19.Jh. Maria ringt die Hände als Zeichen ihrer Verzweiflung. Ein Schwert in ihrer Brust, wie es sonst bei Darstellungen der Mater dolorosa üblich ist, fehlt hier.

Mater dolorosa

Figuren und Bilder im Kirchenschiff

Neben dem Kanzelkreuz steht eine Statue des hl.Josef aus dem 20.Jh vom Bildhauer L.Fuchs und dem Fassmaler Otto Wimmer, München aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Josef hält seinen Ziehsohn Jesus auf dem Arm und einen blühenden Aaronstab in der Hand. Das segnende Jesuskind umgreift mit seiner linken Hand den Reichsapfel als Zeichen seiner Königswürde.
Arbeiten des Bildhauers Ludwig Fuchs aus Wemding finden sich in vielen bayerischen Städten.


St.Josef
  Hinweise: Der blühende Aaronstab erinnert an Berichte aus dem von der Kirche nicht anerkannten Jakobusevangelium von der Brautwerbung Josephs. Demnach sei Maria Tempeljungfrau in Jerusalem gewesen und sollte einem Mann verheiratet werden, der sie unberührt lassen würde ("Josephs-Ehe"). Jeder Bewerber - allesamt waren Witwer - sollte einen Stab auf dem Altar des Tempels niederlegen. Josephs Stab grünte und blühte wie einst der des Hohenpriesters Aaron (4 Mos.17,1-13); zudem ließ sich eine Taube als Zeichen der göttlichen Bestätigung auf seinem Kopf nieder. 21).
Der Apfel war schon im Altertum Sinnbild für den Kosmos, später auch für die Erde, nachdem man deren Kugelform erkannt und akzeptiert hatte. Der mit dem Kreuz versehene Reichsapfel in der Hand des Königs ist seit 1191 Teil der königlichen Insignien und symbolisiert den von Gott verliehenen Herrschaftsanspruch. Gleiches gilt auch für das Jesuskind. Hier kommt aber die weitere Bedeutung des Apfels als Paradiesapfel und Sinnbild für den Sündenfall hinzu: Jesus weist den Betrachter darauf hin, dass er durch seinen Tod die Erbsünde überwindet.


St.Cäcilia

An der Nordseite befindet sich eine Figur der hl. Cäcilia aus der Zeit um das Ende des 19. Jh. In ihrer Hand hält sie Orgelpfeifen und einen Märtyrerpalmzweig.
Hinweis: Cäcilia soll eine hübsche adlige Römerin gewesen sein, die in der Zeit der Christenverfolgung in kochendes Wasser gesetzt und schließlich mit dem Schwert schwer verwundet wurde. 1599 wurde ihr Leichnam unverwest gefunden. Bekannt ist Cäcilia als Nothelferin und als Patronin der Kirchenmusik. Dieses Patronat verdankt sie einem Übersetzungsfehler, nach dem sie auf ihrer Hochzeit selbst die Orgel gespielt haben soll. Tatsächlich wird nur von ihrem Gesang berichtet. Der Palmzweig stellt den Sieg des Märtyrer über Welt und Fleisch dar. Er nimmt Bezug auf die Offenbarung des Johannes (Apo 7,9), in der es heißt: "Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen ... Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen".

Glorie des St.Martin
Etwas westlich hängt das ehemalige Hochaltarblatt, das in der zweiten Hälfte des 18. Jh gemalt wurde. Es stellt einen knienden hl. Martin auf Gewölk dar (mit Gans), der von der Hl. Dreifaltigkeit im Himmel empfangen wird. Englein tragen die Bischofsinsignien. Links unten die Abbildung der Mantelteilung; darunter eine zeitgenössische Darstellung der Kirche Kollbachs, die in vielen Details von der heutigen Ansicht abweicht.


Kanzel

Mit den Seitenaltären kam 1947 auch die bereits 1755 gefertigte Kanzel aus der Wallfahrtskirche "Maria Stern" in Neukirchen. Sie ist mit reich geschnitzter Bandlwerkornamentik geschmückt. Die Kanzel ist an der Nordwand angebracht, ihre Vorgängerin war an der Südseite befestigt. Die erste urkundlich erwähnte Kanzel wurde beim Kirchenneubau nach dem Dreißigjährigen Krieg (1650) in Vierkirchen für 10 Gulden erworben, ist aber nicht mehr vorhanden.


Die Brüstung der heutigen Kanzel ist grün-rot marmoriert. Am geschweiften Korb sind drei Kartuschen angebracht. Dazwischen Fruchtgirlanden.


Kanzel
Die Kanzelrückwand ziert eine eine geschnitzte Akanthusstaude. Auf dem geschweiften Schalldeckel trägt ein Volutenpfeiler die Darstellung der beiden alttestamentlichen Gesetzestafeln mit den 10 Geboten. An der Unterseite des Schalldeckels ist eine Heilig-Geist-Taube angebracht.
 
Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Decken-gemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach).

zur Beschreibung der Kreuzwegbilderzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung des Kanzelkreuzeszur Beschreibung der Deckengemälde zur Beschreibung der Mater dolorosa zur Beschreibung der Kreuzwegbilder zur Beschreibung der Kanzel zur Beschreibung der Ölberg-Figuren zur Beschreibung des Martinsbildes zur Beschreibung der St.Josefsfigurzur Beschreibung der Gründungstafel der SchutzengelbruderschaftApostelleuchterzur Beschreibung der Kirchenbänkezur Beschreibung des Amboszur Beschreibung des Taufsteinszur Beschreibung der TotengedenktafelMaria S.
Vergrößerung von 6 Details ( Figuren, Kanzel, Gemälde, Kreuzweg)  per Mouseklick

Kreuzwegbilder

Die in Öl auf Leinwand gemalten Kreuzwegbilder stammen vom Historienmaler Joachim Müller (Kloster Scheyern, 1852) und wurden unter Pfarrer Weninger (1893-96) beschafft. Sie sind von marmorierten Holzrahmen umgeben.

Kanzel

Apostelleuchter


Die Apostelleuchter aus dem 20.Jh bestehen aus Schmiedeeisen und sind golden eingefärbt. Die Apostel-kreuze sind an die Wand gemalt. Die Kreuzbalken-Enden sind als stilisier-te Lilienblüten gestaltet. Lilie und Kreuz sind Symbole für Schöpfung und Erlösung.

Hinweis: Die zwölf Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. Die Kerzen der Apostelleuchter werden an Kirchweih und an großen Festtagen entzündet.


Apostelkreuz


Apostelleuchter


Kirchenbänke

Das Laiengestühl aus dem Ende des 19.Jh. wurde um 1975 erneuert. Es besteht aus insgesamt neunzehn durchgehenden Reihen zwischen den beiden Seitengängen.

Kirchenbank
 

Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre des Christentums standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst eine Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. wurden zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum ein-nimmt; beim Sitzen ist der Zuhörer aufmerksamer, geduldiger und ruhiger. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten.

 

Epitaphe

An den Wänden des Kirchenschiffs innen und außen sind viele Epitaphe eingemauert. Sie erinnern vor allem an die in der Pfarrei wirkenden Geistlichen.
Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
1634
1669
1703
1733
1735
1764
1772
1774
1812
1882
1893
1936
Epitaph aus Kalkstein (42 x 42 cm) mit Kelchrelief unten für Mathias Holzinger, gestorben am 9. August 1634, 16 Jahre Pfarrer; Text: Anno 1634 den 9.August ist in Gott entschlafen, der ehem. geistlich und wohlgelehrte Herr M. Mathias Holzinger in die 16 Jahre Pfarrer allhier zu Kollbach, dem Gott Gnade. Amen";
An der Südwand des Kirchenschiffs ist eine Relieftafel aus rötlichem Marmor (52 x 42 cm) mit dem Bildnis des Pfarrers Faber mit einem Kelch in der Hand angebracht. Inschrift in gotischer Schrift: Anno 1669 starb der Ehrwürdig und Geistlich Herr Michael Faber gewester Pfarrer zu Kollbach dem Gott gnedig sein wolle"
In der Sakristei ist ein besonders schönes Epitaph angebracht. Es besteht aus Kalkstein und wurde für den Pfarrer Bartholomäus Obermair gemeißelt, der von 1669 bis 1715 die Pfarrei leitete und noch bis 1721 als Pfarrer in Ruhe aushalf. Der Haupttext ist von einem Fruchtkranz umgeben. Im unteren Teil ist ein prächtiges Wappen mit einem Kelch, darüber ein Helm und darauf ein Mann mit Ähren in den Händen zu sehen.
Text: Anno MDCCIII. Posuit hoc Monumentum R.D.Bartholomaeus Obermair. Parochus in Kolbach in honorem Passionis Domini Jesu Christi. Requiescat in Pace. 1703". An den Ecken sind die Lebensdaten geschrieben "Parochiam coelis 51, Aetatis tuae 76, Parochus creat 1669, Obiit in Chr(ist)o A(nno) 1721" (51 Jahre Pfarrer, Alter 76, Pfarrer in Kollbach seit 1669, gestorben 1721).
für Gregor Knesinger (43 x 52 cm)
Text: "Alhier ruehet der ehrngeachtete Gregori Knesinger, gewester Wyrth und Handlsman in Kolbach, der in 72.Iahr seines Alters den 7.Merzen 1733 nach erhaltnen H.Sacra in Gott sellig entschlaffen, deme Gott genedig sein wolle.
Quadratischer Kalkstein (56 x 56 cm) mit Kelchrelief für Pfarrer Josef Gessl, vorher Vikar in Obermarbach, gestorben am 26. März 1735 im Alter von 66 Jahren, 19 Jahre Pfarrer. Text: "ADM. Reverendus d(omi)nus Josephus Gessl, Parochus in Kolpach per XIX Ann(os). Pientissime obiit XXVI. Martii MDCCXXXV Retatis ann.LXVI. Requiescat in pace."
Geschweiftes Epitaph aus grauem Marmor (69 x 45 cm) mit Wappen auf Goldhintergrund (oben) und Weihwasserschale in Muschelform für Pfarrer Kästl, vorher Pfarrer in Jetzendorf (1699-1764), geweiht am 28.9.1728. Das Epitaph befindet sich am Wandpfeiler neben dem Schutzengelaltar Text: "Hic jacet Joan.Franc.Kästl, SS. Theol. et SS.Can.Cand.Parochus in Kollbach. Peccator max. Erector et Benefactor Capellae St. Nothburgae in Weislingen."
Geschweiftes Epitaph am Wandpfeiler (101 x 48 cm ) neben dem Schutzengelaltar (links). Es besteht aus rotem Marmor mit teilvergoldetem Wappen mit 5 Sternen und Flügelhelm (oben) und Weihwasserschale (unten) für Pfarrer Markus Anton Weidmann, geboren am 3.3.1722 in Freising, geweiht am 7.4.1746, gestorben am 14. März 1772 im Alter von 50 Jahren. Text: "Siste Gradum Viator et aspice. Ex Nihilo nihil. Ossa Plur.Rev.ac Doctissimi Dom. Marci Antonii Weidmann Parochi huius loci zelosissimus et specialis Benefactoris Pauperum. Tu qui pius es, ora pro eius anima. Obiit die 14.Martii ao 1772 aet.suae 50. R. in P."
Epitaph am Kanzelaufgang aus grauem Muschelkalk (77 x 58 cm) mit darin enthaltenen Versteinerungen für Pfarrer Nikolaus Karl, früher Vikar in Reichertshausen, geb. am 26.7.1706, gestorben am 27. Dezember 1774. Ovales Wappen im oberen Teil. Text: "Adm.Rev.Dom. Nicolao Carl, nato 1706 26.Julii. Denato 1774 27.Dez. Vicario Reichertzhusano annis XLI Parocho Kollbacensi XXI seniori Familiae Benefactori maximo. Bona aeterna precatur Familia Carliana. R.I.P."
Epitaph an der Nord-Außenseite aus Kalkstein (69 x 56 cm) für Ehepaar Reischl: Text: "Hier ruhet Joseph Reischl, Högmair bey Kolbach, gestorben im Jahre 1812 seines Alters 75 Jahr. Und sein Eheweib Eva Reischlin, gestorben im Jahre 1801 ihres Alters 62 Jahr. Wier bitten um ein Vatterunser und ein Avemaria für unsere Arme Selen. Herr gib ihnen die Ewige Ruhe".
Geschweiftes Epitaph an der Nord-Außenseite aus weißem Marmor (65 x 33 cm) für den Wirt Joh.Grasenhiller. Text: Zum Andenken An Herrn Joh. Bapt. Grasenhiller, ehemaliger Wirth von Freising, welher am 22. März 1882, im Alter von 27 Jahren 14 Tag dahier aus diesem Leben geschieden ist. R.I.P.

1893

Epitaph an der Außenseite aus Kalkstein für Pfarrer Mathias Schwarzbauer
Text: Dankbare erinnerung an den Hochw. Hr. Pfarrer u. Synodalzeugen Mathias Schwarzbauer als Spendes eines Kapitals zur Vergrösserung der hiesigen Pfarrkirche † i.J.1872 u. an den Hochw. Hr. Pfarrer u. Synodalzeugen Ludwig Ganghofer als Ausführerer der Vergrösserung des Gotteshauses † i.J.1893. R.I.P.
Rotmarmorstein (84 x 48 cm) mit Kelchrelief und Weihwasserschale für Georg Axtner, gestorben am 5. Mai 1936, Pfarrer von 1933 bis 1936. Priesterweihe 1904. Text: Zum Andenken im Gebete an den hochwürdigen Herrn Georg Axtner, Pfarrer in Kollbach, vom 15.5.1933 bis 5.5.1936, * 21.8.1879, + 5.5.1936. Ein treubesorgter Hirte seiner Herde, ein Wohltäter der Seinen, eine Zierde seines Standes. R.I.P. Gewidmet v.d. dankb. Pfarrgemeinde


Totengedenktafel


Gedenktafel


An der Westwand unter der Empore stand früher ein breiter, dreiteiliger Beichtstuhl. Nur der etwas vorgewölbe Mittelteil mit neugotischer Verzierung und zwei begleitenden Säulchen ist schon über 100 Jahre alt. Die aus Nut- und Federbrettern gebildeten Seitenteile sind lediglich eine funktionale Ergänzung. Seit der Renovierung 2008/09 ziert eine Gedenktafel die Westseite der Kirche. An ihr werden die Sterbebildchen der in letzter Zeit Verstorbenen befestigt.

Beichtstuhl

 

Empore und Orgel

Die einstöckige Empore wird durch zwei Rundbogenfenster erhellt, die bis zum Raum unter die Empore reichen. Die Brüstung ist in sieben Felder gegliedert. Auf der Empore stehen 10 Bänke.

Seit 1994 besitzt die Pfarrkirche wieder eine kleine elektronische Not-Orgel. Ees ist diejenige, die zuvor die Gottesdienste in Petershausen begleitet hatte.
Ihr Ton wird über Lautsprecher verstärkt, die an der Westmauer hängen.

Elektronische Orgel
Aus der Beschreibung der Pfarrkirche von Franz Biedermann aus dem Jahr 1950 wissen wir, dass früher eine von Leopold Nenninger gebaute zweimanualige Orgel mit 15 Registern seit 1936 ihren Dienst tat. Sie wurde 1970 abgebaut. Auch 1814 stand hier schon eine Orgel mit zunächst 5 Registern und später, 1874 sechs Registern.
Auf der Empore befinden sich zur Zeit ein barocker Ölbergchristus und ein Leidenskelch-Engel. Diese Figuren hatten früher in der gemauerten Ölbergnische an der äußeren Chornordseite ihren Platz. Die an der Rückseite hohle Figur von Jesus wurde im 18.Jh geschnitzt; der Engel stammt aus der Zeit gegen Ende des 19.Jh.
'
Ölbergchristus

In der Nähe der Orgel wartet noch eine alte Karfreitagsratsche auf ihren zweitägigen Einsatz pro Jahr. Am Karfreitag und Karsamstag schweigen einem alten Brauch zufolge die Kirchenglocken.

Karfreitags-
ratsche
Ihre Funktion nehmen die Holzratschen ein, die an diesem Feiertag von Ministranten durchs Dorf gezogen werden und mit lauten Klappergeräuschen auf die Gottesdienstzeiten aufmerksam machen.


Pfarrhaus

Das Pfarrhaus in Kollbach wurde 1681 unter Pfarrer Obermair gebaut. Den Vorgängerbau hatte der Zimmerer Johann Rainer aus Dachau im gleichen Jahr abgebrochen 20).
1764 erlitt der Pfarrhof zusammen mit den Ökonomie-gebäuden bei einem Brand schwere Schäden.

Pfarrhaus
Die Pfarrmatrikel verbrannten fast vollständig. Nur ein paar Kirchenrechnungen wurden wieder aufgefunden. Die letzte Renovierung, die dem Pfarrhof sein heutiges Aussehen verlieh, wurde 1998 durchgeführt.

Hans Schertl




Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
03) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867
04) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
05) Amperbote vom 16.6.1877 u. vom 22.08.1877 (Install.Pfarrer Ganghofer)
06) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.1606, 1675)
07) Amperbote vom 15.09.1921 (Installation)
08) Amperbote vom 18.09.1926 (Pfarrer Hauser verstorben)            
09) Amperbote vom 30.12.1926+18.01.1927 (Installationsfeier)
10) Amperbote vom 09.05.1928 (Volksmissionen)
11) Amperbote vom 03.7.1929 (Primiz)
12) Dachauer Nachrichten vom 24.06.1960 (Renovierung)
13) Max Gruber, Eine gezeichnete Landkarte aus dem Jahre 1721 mit Orten der Landkreise DAH, FS und PAF, 1969 (1721)
14) Dr. Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
15) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Bildhauer, Amperl.1987 (Rainer)
16) Sylvia Hahn, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1982
17) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Thaller)
18) Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Ilmmünster 1493)
19) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
20) Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4 (Rainer)
  Johann Rainer aus Dachau war ein vielseitiger Handwerker. Er wird als Orgelmacher, Uhrmacher, Bildhauer und Zimmerer erwähnt. Er erwarb das Dachauer Bürgerrecht 1668 oder 1673). Rainer heiratete am 12.4.1673 Maria Schmidt, die Tochter des kurfürstlichen Schwaigers zu Nymphenburg. Er erwarb am 11.6.1676 das Haus des verstorbenen Zimmerers Martin
Schnitzenbämer in der Freisinger Str.(neu Nr. 23). In den Jahren zwischen 1673 bis 1682 erledigte er verschiedene
Arbeiten für die Marktgemeide Dachau. 1680 fertigte er für die Jakobskirche einen "wächsernen Jesus" mit Rokokoschrein
15) und Postament an. 1681 hat man unter seiner Leitung den Pfarrhof in Kollbach abgebrochen. 1682 wurde Rainer zum Stadtzimmermeister in Wasserburg ernannt. Er war aber noch einmal für den Dachauer Raum tätig und erstellte 1684 den Pfarrhofplan für Vierkirchen.
21) Heinrich u.Margarete Schmidt, Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 1981 (Aaronstab, Isaias)
22) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
23) Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
24) Dr. Georg Brenninger in Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2, Geschichte und Kultur, 2000
25) www.webspace.st-michaelsbund.de/StMartinKollbach/martin.htm
26) Münchner Kirchenzeitung v. 30.10.2005
27) Dachauer Nachrichten vom 18.8.2006
28) Dachauer Nachrichten vom 16.4.2007
29) A.Hense/F.Sepp, Patronatsrecht (19./20. Jahrhundert), in: Historisches Lexikon Bayerns, Zugriff 2008 (1817)
30) Berühmte Männer der Wallfahrtsstadt Wemding, Augsburger Allgemeine v. 20.4.2010 (Fuchs)
31) Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Netzgewölbe)
32) Dr Heisig, Kunstreferat des Ordinariats München und Freising, Kunstfahrt 2014 (Zelebr ersetz Hochaltar)
33) Schematismus der Erzdiözese München und Freising, 5.Decanat Dachau, 1826 (Pfr.Kühn, Statistik)
34) Landratsamt Dachau, Blick in die Kreisgeschichte, Zugriff 2016
35) Hochfürstlich-Freysingischer Hof- und Kirchenkalender mit beygefügtem Schematismo 1774, 1775,1758 (Pfarrerliste)
36) Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, herausgegeben v.historischen Verein von und für Obb.-1843
37) Königlich-Bayerisches Regierungsblatt von 1814, S.998 (Pfr.Kropf, Rüstungsspende)
38) Andreas Bertold, Die Geschichte der Volksschule Weichs, Lkr Dachau, Amperland 1981/17 (Pfr.Kropf)
39) Schematismus der Erzdiözese München u. Freising, Decanat Dachau, 1823-1870 ( Statistik)
40) Martin von Deutinger, Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate, 1820
41) Peter Pfister, Von Arbeo zum Internet, Katalog zur Ausstellung "75 Jahre Diözesanarchiv Mch/Freising", 1999
42) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
43) Dr.Günther Flohrschütz, Kollbach im 12.Jahrhunderts, Amperland 1976
44) Akten des Pfarrarchivs Kollbach über die Kirchenrenovierungen von 1870, 1917/1918 und 1976/1978
45) Prof. Dr.Wilhelm Liebhart, Das Landgericht Dachau in der frühen Montgelaszeit, Amperland 1994


66 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür



Pfarrer von Kollbach

Name
<genannt in>
von-bis
Name
<genannt in>
von-bis
Herr Chunr(ad)
24.2.1311
     Josef Daxberger 39)
geb.13.6.1819 in Mainburg),
Priesterweihe: 1.7.1844)
1873-1876
Joannes Braunauer
1524
Ludwig Gangkofer
(vorher Expositus in Odelzhausen)
ab 2.6.1877-
Christoph Prentl (Pfarrherr)
1560
Georg Eichner
1911-1915
Leonhard Laner (Vikar)
1560
 
Joh. Franz Kastl 35)
<1743-1758
Georg Hauser
1921-1926
Nicolaus Karl 35)

<1774>

Andreas Kottmayr
1926>
Adam / Mathias Mittermayr 35)
1775-1781>
   
Felix Kropf (Krapf) 37)
<1793-1814>
   
Ignaz Maurus Held (Benediktiner) 39)
geb.4.11.1755 in Landshut,
Priesterweihe: 17.12.1785)
<1823-1824
Georg Axtner
         -1936
Sebastian Josef Kühn
geb.18.2.1773 in Freysing,
PriesterwWeihe: 20.2.1797) 33)
1825-1827
Lorenz Böhm
1936-    
Nikolaus Mayr 39)
geb.6.12.1776 in Helfkam.)
Priesterweihe: 20.9.1813)
1828-1845>
Johann Hinterreiter
1953-1993
Peter Paul Niggl 39)
geb.9.9.1803 in Mühldorf),
Priesterweihe: 27.3.1826)
<1848-1850
   
Matthias Schwarzbaur 39)
geb.28.7.1815 in Gerolsbach),
Priesterweihe: 31.10.1839)
1851-1872
   

 

Spendung der heiligen Firmung
Amperbote vom 28.03.1900

Die Spendung der hl. Firmung wird seine Excellenz der hochw. Herr Erzbischof von München-Freising, Dr. v. Stein an folgenden Tagen und Orten vornehmen:
Am 2. Mai in Dachau für die Pfarreien Ampermoching, Bergkirchen, Dachau, Hebertshausen, Kollbach, Kreuzholzhausen, Mitterndorf und Pellheim.
Am 3. Mai in Dachau für die Pfarreien Giebing, Haimhausen, Röhrmoos und Vierkirchen, Asbach, Obermarbach und Petershausen, Oberroth und Schwabhausen.
Am 5. Mai in Indersdorf für die Pfarreien Arnbach, Hirtlbach, Indersdorf , Langenpettenbach, Niederroth, Weichs, Westerholzhausen und Großinzemoos.
Am 7. Mai in Altomünster für die übrigen Pfarreien des Dekanats Sittenbach.
Am 8. Mai in Scheyern für die Pfarreien des Dekanats Scheyern mit Ausnahme von Asbach, Obermarbach und Petershausen, sowie für die Pfarrei Hohenkammer des Dekanats Dachau.

--------------------------------------------------------------

Kurz-Beschreibung von Kollbach 1843   36)
vom historischen Verein von und für Oberbayern

Der Ort Kollbach oder Kolbach kommt schon in der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts vor, da innerhalb dieser Zeit der Gaugraf Udalschalk, des Grafen Babo I. Sohn, eine von der edlen Frau Guntpirch dem Freysinger Domkapitel geschenkte Hube zu Kollbach dem genannten Kapitel vermöge seines gräflichen Amtes übergab. Dermal ist Kollbach ein Pfarrdorf im nördlichen Theil des Landgerichts Dachau mit ohngefähr dritthalbhundert Einwohnern.


 

weiter zu...

den alten Zeitungsberichten über das Pfarrleben in Kollbach...                  zum Visitationsbericht 1560...


24.2.2017