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Der Altar
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Der Altar (lat. altar are = altare = erhöhen) ist als Ort der Eucharistiefeier der Mittelpunkt jedes christlichen Gotteshauses. In der Eucharistie (griech. = Danksagung) wird das von Christus selbst eingesetzte Mahl mit Brot und Wein, deshalb auch "Herrenmahl" genannt, zum Gedächtnis an seine Leiden, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt gefeiert. Brot und Wein hatte Jesus beim letzten Abendmahl seinen Jüngern gereicht. Zur Eucharistiefeier konnte zunächst jeder beliebige Tisch dienen, doch bereits im 4. Jahrhundert wurde der Altar ein fester und unverrückbarer Bestandteil des christlichen Kultraumes. Die Form des Altares
In ältester Zeit hatte jede Kirche nur einen Altar. Seit dem 7. Jahrhundert wurden, zunächst in den Klosterkirchen, neben dem Hauptaltar weitere Altäre üblich, bald auch in den Bischofs- und Pfarrkirchen. |
![]() Altar in Hohenzell (Gem.Altomünster) |
Antependium
Definition:
Verkleidung der Front des Altartisches aus kostbarem Stoff, Metall oder Holz
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Erläuterung:
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![]() Altartisch in Haimhausen |
Die überwiegende Zahl der
mittelalterlichen Altäre besteht aus gewachsenem Stein. Dies gilt jedenfalls
für die Mensa, die Altarplatte. Es werden dafür aber auch andere Materialien,
wie z. B. Holz oder Bronze verwendet. In diesem Fall ist dann zumindest der
Altarstein, altare portatile, aus Naturstein. Er wird in eine genormte Aussparung
des Altartisches gesteckt. Im Altarstein befinden sich Märtyrerreliquien.
Er ist so groß, daß ein
eucharistischer Kelch darauf Platz findet (15-20 cm im Quadrat).
Gläubige Vorstellung
verbindet den christlichen Altar symbolisch mit Christus, in Anlehnung am Psalm
118: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden".
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Im nebenstehenden Bild (Seitenaltar in Arnbach) ist die Predella unter dem Altarfigur zu sehen. In ihr ist eine Plastik Tod Mariens angebracht. |
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Seit dem 11. Jahrhundert erhält der Altar einen Aufsatz, das sog. Retabel (lat. = rückwärtige Tafel), in Stein oder Holz, mit Goldschmiedearbeit, später auch mit Malerei. Im 9. Jahrhundert hat man damit begonnen, Reliquiare auf dem Altar aufzustellen. Es wurde dann üblich, sie mit dem Retabel, mit der Bildwand, zu verbinden und in diese einzustellen. Im hohen Mittelalter entwickelte sich aus dem tafel- oder wandförmigen Retabel das Retabel mit beweglichen Seitenflügeln, das Flügelretabel, meistens als Altarschrein oder Flügelaltar bezeichnet.
Altar in Ebertshausen (Gem.Odelzhausen) |
Aus der Märtyrerverehrung erwuchs bereits im 4. Jahrhundert die Verbindung von Altar und Grab. Man begann damals an den Gräbern der Heiligen die Messe zu feiern, um sich ihrer Fürbitte zu versichern. Schließlich wurden die Gebeine der Heiligen in die Kirche übertragen und unter dem Altar beigesetzt, oder, hatte man nicht den ganzen Leib eines Heiligen, einzelne Reliquien. Jeder Altar, auf dem die Eucharistie gefeiert wird, muss mit einer oder mit mehreren Reliquien versehen sein. Bei der Altarweihe werden die Reliquien, in ein Stückchen Stoff gehüllt und verschnürt, in einem besonderen Fach, dem Sepulcrum (lat. = Grab), feierlich verschlossen.
In der Reliquie (lat. reliquiae = Überrest) verehrte man den Heiligen selbst. Er war dem Gläubigen durch sie unmittelbar gegenwärtig, ob durch die Gebeine des Heiligen oder durch einen Gegenstand, den der Heilige berührt oder den man später mit ihm in Berührung gebracht hat. Damit wurde in der christlichen Kirche ein Brauch fortgesetzt, der schon im Altertum weit verbreitet war. Bereits im Heroenkult antiker Zeit, in der Verehrung von besonders herausragenden und ausgezeichneten Menschen nach ihrem Tod, standen deren Grab und Gebeine im Mittelpunkt des Kultes. Von den Gräbern der Märtyrer, der Heroen des Christentums, hat der Heiligenkult seinen Ausgang genommen.
Reliquien waren den Gläubigen Unterpfand für die überirdische Kraft des Heiligen, für seine besondere Stellung zu Gott, die er sich durch seinen Märtyrertod oder durch ein besonders frommes und gottgefälliges Leben erworben hatte. Aber nicht nur den Gräbern und den Reliquien maß man heilbringende Bedeutung zu, sondern auch den Stätten, an denen Christus und die Heiligen gewirkt hatten. Für die Christen waren es vor allem die Stätten im Heiligen Land, insbesondere jene Orte, die durch die Evangelien als Orte des Lebens und des Leidens Christi bezeugt sind. Pilgerreisen in das Heilige Land standen im Mittelalter in hohem Ansehen. Durch sie gelangten Reliquien in großer Zahl in das Abendland.
Allerdings führt die Hoffnung auf Wunderwirkung zu Missbrauch durch irrige Praktiken und Fälschungen. Dies rief ab dem 16.Jh die Kritik der Reformatoren hervor.
Reliquiare
Behälter für Reliquien, begegnen in fast allen Sammlungen mittelalterlicher
Sakralkunst, in Kirchenschätzen wie in Museen. Man bewundert heute vor allem
ihre erlesene und kunstvolle Goldschmiedearbeit, ihren glänzenden Edelsteinschmuck
und ihre oft ungewöhnliche Gestalt. Doch sind sie nur als Hülle für einen viel
größeren Schatz geschaffen worden, für die Reliquie, die dem Menschen damals
kostbarer war als Gold und Edelsteine. Während die Reliquie in Byzanz für den
Gläubigen stets sichtbar geblieben ist, hat man sie in der lateinischen Kirche
im Reliquiar zunächst unsichtbar verschlossen. Seit dem frühen 13. Jahrhundert
wurde es dann auch dort üblich, die Reliquie schaubar zu machen. Reliquienbehälter
konnten im Mittelalter sehr verschieden gestaltet sein. Zumeist sind sie mit
figürlichem und mit ornamentalem Schmuck versehen. Die einfachsten Reliquiarformen,
Kästen und Büchsen, blieben zu allen Zeiten in Gebrauch.
Schreinförmige
Reliquiare
Aus dem Sarkophag in der Gestalt eines Hauses, der den Leib des Heiligen einst
in seinem Grab umschloss, entstand das schreinförmige Reliquiar. Es hat in den
großen Reliquienschreinen des 12. und 13. Jahrhundert seine vollkommenste und
glanzvollste Ausbildung erfahren. Am berühmtesten ist der Goldene Schrein für
die Gebeine der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom, die im Jahre 1164 dorthin
gebracht worden waren.
Architektonisch
gebildete Reliquiare
Reliquiare in der Form eines Gebäudes ahmen vor allem Kirchen, Kapellen oder
Kirchtürme nach. Sie zeigen gewöhnlich zeitgenössische Architekturformen. Das
schönste und bekannteste der architektonisch gebildeten Reliquiare in der Sammlung
des Kunstgewerbemuseums ist das Kuppelreliquiar aus dem Welfenschatz. Es bildet
eine byzantinische Kreuzkuppelkirche nach.
Bursenreliquiare
Zu den ältesten Typen des Reliquiars gehört das Bursenreliquiar, das besonders
im frühen Mittelalter verbreitet war. Es bildet in kostbarem Material eine Tasche
aus Stoff, eine Burse , nach, wie sie Pilger mit sich geführt haben. Zugleich
sollte darin wohl zum Ausdruck gebracht werden, dass ihr Inhalt, die Reliquien,
von weither mitgebracht worden sind.
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Kreuzförmige Reliquiare Die sinnfälligste Form des Reliquiars war zu allen Zeiten die des Kreuzes. Für den Christen ist es das Sinnbild des Todes und zugleich der Überwindung des Todes durch die Auferstehung Christi, für die von den Heiligen Zeugnis abgelegt worden ist. In den großen, prunkvollen Kreuzreliquiaren ist stets eine Herrenreliquie, eine Christus-Reliquie, an hervorgehobener Stelle geborgen. Als vornehmste Reliquien galten zu allen Zeiten Partikel vom Wahren Kreuz Christi. Sie waren auch in der lateinischen Kirche stets sichtbar, zumeist unter durchscheinendem Edelstein oder unter Bergkristall. |
![]() Reliquie in Dachau St. Jakob |
Redende" Reliquiare
Im Abendland hat sich eine besondere Art des Reliquiars ausgebildet, um die dem Blick entzogene Reliquie anschaulich zu machen, das redende Reliquiar. Seine äußere Gestalt bezieht sich unmittelbar auf die darin eingeschlossene Reliquie. Vor allem Körperteile sind in redenden Reliquiaren nachgebildet worden. So gibt es Büsten-, Kopf , Arm-, Hand-, Finger-, Bein- und Fußreliquiare. Am zahlreichsten haben sich Büsten- bzw Kopfreliquiare und Armreliquiare erhalten. Haupt und Arm bewirkten gleichsam eine direkte Begegnung des Gläubigen mit dem Heiligen. Im Büsten- und im Kopfreliquiar erscheint der Heilige dem Gläubigen von Angesicht zu Angesicht, der ihm seine Bitte sozusagen persönlich vortragen kann. Der Arm des Heiligen ist Ausdruck seines wundertätigen Handelns, sichtbar vermittelt er Segen und Fürbitte, er dient gleichsam als heilswirksame Verlängerung des Armes des Priesters.
![]() Reliquienmonstranz in Westerndorf |
Das
Ostensorium Die Mehrzahl der seitdem entstandenen Reliquiare gibt die Reliquie für den Blick des Gläubigen durch ein Fenster oder Gitter frei. Viele ältere Reliquiare passte man diesem Schauverlangen an und fügte Öffnungen ein. Die am meisten verbreitete Reliquiarform wurde das Ostensorium (lat. ostendere = zeigen), auch als Reliquien-Monstranz bezeichnet. Im Mittelalter ist dies zumeist ein Reliquienbehältnis auf einem hohen Fuß, das die Reliquie in einem Schaugefäß aus Glas oder Bergkristall sichtbar darbietet. |
Seit dem frühen Mittelalter gab
es den kleinen tragbaren Altar, den sog. Tragstein oder Tragaltar, das altare
portatile (lat. portare = tragen). Er konnte auf Reisen mitgeführt und an jedem
beliebigen Ort aufgestellt werden, um die Messe zu zelebrieren. Die einfachste
Form ist der tafelförmige Tragaltar, ein geweihter und mit Reliquien versehener
Altarstein, der in einem Rahmen oder in einer Holztafel eingelassen ist. Der
Altarstein muss so groß sein, dass ein eucharistischer Kelch, in der Regel ein
kleinerer Reisekelch mit Patene, darauf Platz finden konnte (20x20cm). Neben
die tafelförmigen traten seit dem 11. bis in das 13. Jahrhundert kasten- und
altarförmige Tragaltäre. Sie haben stets einen Holzkern, in den man eine größere
Zahl von Reliquien eingeschlossen hat. Viele Tragaltäre sind reich mit Goldschmiedearbeit
versehen und eher Prunkaltäre, die wohl in erster Linie die Funktion eines Reliquiars
hatten.
Quellen:
Ökumenisches
Heiligenlexikon
Kirchen ABC
Grundlagen der christlichen Kunst
Die Kirche im Mittelalter-Geräte und Altäre
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