zur Landkreiskarte     ausführliche Beschreibg     Kirchen i.d. Gem.Petershausen

Kirche Mariä Geburt (Frauenkirche) in Kollbach

barocke Kapelle
Adresse : 85238 Petershausen, Dachauer Straße 7
Lage der Kirche auf der Landkarte ...
Kurzbeschreibung

Die Kirche wurde 1288 errichtet, in gotischer Zeit verändert bzw. neu erbaut und 1765 barockisiert.

Das Gotteshaus gehört nicht zur Pfarrkirchenstiftung Kollbach, sondern ist eine Privatkirche der Gemeinde Petershausen (aus der Erbmasse der früheren Gemeinde Kollbach). Bei der Säkularisation im Jahr 1803 hatten die Kollbacher die Kirche erworben, um sie vor dem drohenden Abbruch zu retten.

Der kleine Turm mit achteckigem Überbau und Spitzhelm wurde erst 1883 errichtet; vorher saß ein kleiner Dachreiter auf dem Altarraum.

Im Süden an die Kirche angebaut sind die Sakristei von 1765 mit einem Schweifgiebel sowie eine Renaissance-Vorhalle
Die Kirche war über längere Zeit Ziel einer Wallfahrt zur Gottesmutter. Gnadenbild war wahrscheinlich die Marienstatue im Strahlenkranz aus dem 17.Jh., die jetzt im Langhaus angebracht ist.

Weihwasserbecken am Eingang


Hinter der Kirche, im aufgelassenen Friedhof, steht eine offene barocke Kapelle aus der Zeit um 1700.

Innenausstattung

Den eingezogenen Altarraum mit 3/8-Schluss überdeckt ein Kreuzrippengewölbe. In den Chorjochen

Auf dem Hochaltar steht eine Figur der Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm aus dem Jahr 1974 (nach Art der Patronin Bavariae) von Georg Sellmeier. Assistenzfiguren sind die Heiligen Josef und Joachim. Im Auszugsgemälde die halbfigurige Darstellung von Gottvater. Auf der Rückseite des Altars ein großes Votivgemälde.

Über dem Chorbogen ein Mariengemälde (Verkündigung).

Die Seitenaltäre sind der hl. Anna (Altarblatt mit Anna und Joachim) und dem hl. Johannes Evangelist geweiht.

Hinter die prächtige Kanzel ist ein großes Fresko gemalt. Auf einem Gemälde reicht Gottvater sein Zepter Maria zum Kuss; eine ikonographische Seltenheit.

KreuzwegbilderKreuzwegbilder St. Margareta Altöttinger MadonnaDreikönigChristi GeburtGottvater Vergrößerung von 11 Details (Altäre, Bilder, Figuren) per Mouseklick

An der Südwand der Kirche hängt ein großes Kriegergedächtnisbild, das 1918 von Josef Albrechtskirchinger geschaffen wurde. Im Aufsatz zu diesem Bild die erwähnte frühere Gnadenfigur.

Die Kirche wird nur noch selten im Jahr genutzt. Leider haben sich die Zusagen des früheren Bürgermeisters Götz, die er beim Abschluss der Renovierung im Mai 1979 abgab, nur zum Teil erfüllt: "Wir werden die Kirche, die alle Höhen und Tiefen Kollbachs mitgemacht hat, mit Leben erfüllen. Neben Gottesdiensten, sakraler Musik und Marienandachten sollen die Bürger auch zu Konzerten und bäuerlichen Messen eingeladen werden. Wir werden alles tun, um unseren bayerischen Lebensstil auch in der Kollbacher Frauenkirche zu erhalten und zu pflegen."


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen

Geschichte der Kirche

Die Frauenkirche wurde 1288 vom 30. Freisinger Bischof Emicho Wildgraf (1283-1311) am Sonntag vor Matthäus (16.Sept) geweiht. So steht es auf einer Gedenktafel im Altarraum, die schon in der Barockzeit angefertigt wurde. Unter Bischof Wildgraf wurde 1294 das Bistum Freising zum Fürstbistum, also zum souveränen Staat erhoben. Ob es sich um die erste Kirche in Kolbach handelte, ist nicht bekannt, aber doch unwahrscheinlich, weil die Ortschaft Kollbach schon um 1030 erwähnt wurde. Wahrscheinlich hatten sich die Siedler in Kollbach schon eine hölzerne Kirche für Gottesdienste gebaut. Der wohl im romanischen Stil aufgeführte Bau von 1288 dürfte die erste aus Stein errichtete Kirche gewesen sein.
Gedenktafel für Neubau 1288

Angeblich soll die Frauenkirche die ursprüngliche Pfarrkirche von Kollbach gewesen sein; das behauptet jedenfalls die Schmidt'sche Matrikel von 1738/40. Erst als die Bevölkerung anstieg sei die jetzige Pfarrkirche errichtet worden ("Haec ecclesia, in pago Kollbach sita, traditur olim fuisse parochalis, et ecclesia moderna parochalis putatur primum successive pro crescente populi multitudine fuisse adificata").

Freisinger Matrikel 1315
Das erste indirekte Zeugnis eine Kirche stammt aus dem Jahr 1311, als in einer Urkunde vom 24.Februar ein "Herr Chunr(ad) der Pf(arrer) von Cholbach" erscheint. Unter dieser Bezeichnung ist Kollbach auch in der Konradinischen Matrikel von 1315 aufgeführt, mit zwei Friedhöfen (!) im Ort und einer Filialkirche in Petenbach (= "Amperpettenbach"), das 1 1/2 Gehstunden entfernt lag. Ob es sich bei der "Ecclesia in Cholbach" um St.Martin oder die Frauenkirche handelte, ist nicht bekannt. Wenn das Erbauungsjahr von 1288 stimmt, ist wahrscheinlich die Frauenkirche gemeint. Der Originaltext in der Matrikel von 1315 lautet: "Ecclesia Cholbach soluit VIII Pfund, habet in villa II sepulturas et filialem Petenbach".

In den ersten Jahrhunderten gehörte die Kirche -wie das Dorf- zum Kollegiatstift Ilmmünster. Nach dessen Aufhebung und Überführung des Vermögens an das neu gegründete Kollegiatsstift zu Unserer Lieben Frau in München im Jahre 1493 war Kollbach bis 1803 in das Kollegiatstift der Frauenkirche inkorporiert.

Gotischer Neubau
In gotischer Zeit (15./ 16.Jh) hat man die Kirche neu gebaut. Von der romanischen Kirche des Jahres 1288 ist wohl (über den Grundmauern) keine Bausubstanz mehr erhalten. Aber auch vom gotischen Neubau ist heute nur noch der Altarraum erhalten.

Freisinger Matrikel 1524
Die Sunderndorfer'sche Matrikel aus dem Jahr 1524 beschreibt eindeutig eine Martinskirche als Pfarrkirche ("ecclesia s.Martini in Kolwach"). Die Wallfahrtskirche ist in dieser Matrikel nicht aufgeführt.

Beide Kirchen werden erst im Bericht über die Visitation von 1560 erwähnt.

Dreißigjähriger Krieg
Der 30jährige Krieg hat in Kollbach nach Aussage von Anton Mayer in seiner Beschreibung von 1874 schlimm gewütet. Sie zeigten, dass die Schweden fast alle Bewohner des damaligen Pfarrdorfs ermordet haben. Von den wenigen Überlebenden, die sich zunächst durch Flucht retten konnten, seien viele "ins Elendt gegangen und nicht zurückgekommen". Gleich nach dem Krieg, 1650, musste der Turm der Frauenkirche restauriert werden. Dabei wurde statt des bisherigen Spitzturms eine Kuppel aufgesetzt.

Barocker Umbau 1675
In der Zeit um 1675, also eine Generation nach dem 30jährigen Krieg, hat man die Frauenkirche großzügig im barocken Stil umgebaut. Dieser sicherlich kostspielige Umbau der zweiten Kollbacher Kirche lässt sich nur mit der florierenden Marienwallfahrt begründen. Damals hat man auch zwei neue Glocken angeschafft, von denen eine 1918 zum Einschmelzen abgeliefert werden musste.

Am 8.Sept. 1703, am Fest Mariä Geburt, rückten im Gefolge des Spanischen Erbfolgekriegs die im Dienste der Österreicher stehenden Husaren (Reitersoldaten) in Kollbach ein. Dort wurde gerade das Patrozinium gefeiert. Mehrere versammelte Beichtherrn samt ihren Beichtkindern suchten das Weite, heißt es.


Gedenktafel
für Weihe der baraocken Kirche im Jahr 1709
Im Jahr 1709 war jedenfalls der barocke Umbau abgeschlossen. Auf der Steintafel an der Nordseite des Altarraums ist vermerkt, dass Fürstbischof Johann Franz von Eckher (1695-1727) am 21.Mai 1709 die drei Altäre der Kirche geweiht hat. Der Altar kann aber schon länger vollendet gewesen sein, denn der kunstsinnige Fürstbischof war ein vielbeschäftigter Mann. Er regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus und unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums. In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter Pellheim, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen und Jarzt) und ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (23 pro Jahr) geweiht. Dies hatte seinen Grund auch darin, dass mit Franz Eckher nach 40 Jahren wieder ein echter Bischof auf dem Freisinger Thron saß. Seine Vorgänger waren zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern). Sie konnten das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben und Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. So war für den Bischof nach 40 Jahren ohne Kirchenweihen und ohne Firmung viel zu tun.

< Freisinger Matrikel 1738/40
Auch in der Schmidt'schen Matrikel wird die Frauenkirche als Filialkirche von St.Martin genannt. In den Jahren 1738 bis 1740 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und und auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis Beatae Mariae Virginis in pago (=im Dorf) Kollbach" bemerkt er, nach der Tradition sei diese Kirche früher die Pfarrkirche gewesen und die moderne Pfarrkirche habe wegen der wachsenden Bevölkerung diese Stelle eingenommen. In der Kirche standen 1738 drei Altäre: der Hochaltar mit dem Gnadenbild, eine Statue der Jungfrau Maria, die Seitenaltäre mit den Patronen St. Anna und Johannes Evangelist. Das Patronat der Altäre hat sich seither nicht geändert. Gottesdienste wurden in der Wallfahrtskirche an allen Marienfesten und an den Festen der Apostel gefeiert, außerdem viele Votivmessen, was auf eine florierende Wallfahrt hindeutet. Das Kirchweihfest fiel auf den gleichen Tag wie das der Pfarrkirche, nämlich auf den Sonntag nach Mariä Geburt. Das Kirchengrundstück war von einer Mauer umgeben. Ein Friedhof war nicht mehr vorhanden. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.

Geplanter Abriss 1803
Bei der Säkularisation im Jahr 1803 wurde der Patronatsherr der Marienkirche, das Kollegiatsstift zu unserer Lieben Frau in München aufgelöst und alle seine Güter veräußert. Dadurch war auch die Marienkirche bedroht. Um die Kirche vor dem drohenden Abbruch zu retten, erwarben die Kollbacher Bürger das Gotteshaus. Da nicht offen gesagt werden durfte, dass das Gotteshaus erhalten werden sollte, erwarb man es als Unterstellhalle für landwirtschaftliche Geräte.
Trotz der Baulast der Gemeinde Kollbach hat Pfarrer Matthias Schwarzbauer (1850 - 1872) die Verhandlungen bezüglich der Renovierung 1870 der Frauenkirche geführt und sogar die Rechnungen bezahlt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.453 Gulden, wovon 60 % durch Spenden von Gläubigen, die restlichen 40 % aus dem Privatvermögen des Seelsorgers gedeckt wurden. Deshalb wurde 1908 im Schriftverkehr mit der Regierung von Oberbayern und später 1960 nochmals durch das Ordinariat geklärt, dass die Baulast weiterhin der politischen Gemeinde obliegt. Sie "reicht in unvordenkliche Zeit zurück" heißt es. Seit Eingliederung der früheren Gemeinde Kollbach in die Gemeinde Petershausen im Jahre 1978 ist diese Eigentümer und Träger der Baulast der Kollbacher Frauenkirche.

Turmneubau 1883
Im Jahr 1883 war der kleine Kuppelturm, der Dachreiter über dem Altarraum der Frauenkirche, baufällig geworden. Die auf den Dachbalken drückende Last hatte die Mauern des Altarraums auseinander gepresst. Um zu verhindern, "dass während der kirchlichen Verrichtungen die Läutseile der Glocken vor dem Hochaltar gezogen werden müssen, soll ein neuer Turm an der Westseite dieser Kirche hergestellt werden", heißt es in der Begründung zur Baumaßnahme. Wie bei so vielen anderen Kirchtürmen, die zur gleichen Zeit errichtet wurden, wurde er durch ein Spitzdach gekrönt.

Restaurierungen
wurden in den Jahren
1675 unter Pfarrer Barthlmä Obermayer,
An die Renovierung 1917/1918 erinnert eine Steintafel: "Renoviert im Kriegsjahr 1918 v.d. Wohltätern der Pfarrei Kollbach unter Leitung d.H.H.Pfarrer Sebastian Huber, Malerei ausgeführt v.Kunstmaler Ametsberger. Patrona Bavariae gestiftet von Freiherrn von Cramer-Clett
1765

wurden die Fenster erweitert, eine Sakristei und ein Baldachin angebaut

1870 unter Pfarrer Matthias Schwarzbauer durch Maler A. v. Horten aus Pfaffenhofen/Ilm,
1883 Umbau des Turmes
um 1900 unter Pfarrer Spitzl für 1463 Mark 
1917/18 unter Pfarrer Sebastian Huber durch den Münchner
Kirchenmaler Ludwig Ametsberger für 3558 Mark und
1978/79 (Kosten 258.000 DM) durchgeführt.

 

Baubeschreibung

Die Kirche wurde vor 1288 gebaut und später gotisch verändert. Im den Jahren 1707 und 1765 scheinen aufgrund der beliebten Wallfahrt an der Frauenkirche innen und außen große Veränderungen in barockem Stil vorgenommen worden zu sein. 

Der Chor mit dem 5/8-Schluss wird außen durch Strebepfeiler verstärkt.

Der kleine Westturm mit achteckigem Überbau und Spitzhelm, in dem zwei Glocken hängen, ist eine Neuschöpfung von 1883. Zuvor mussten die in einem östlichen Dachreiter hängenden Glocken vom Altarraum aus geläutet werden. Bis zum 30-jährigen Krieg hatte die Kirche übrigens schon einmal einen Spitzhelm. Der wurde dann im Krieg zerstört. 1650 hat man dem Turm dann eine Kuppel aufgesetzt, die bis 1883 hielt. Nach dem Turmbau war der Dachreiter überflüssig.

Derzeit hängen in der Kirche zwei Glocken. 1675 waren zwei neue Glocken angeschafft worden, von denen eine 1918 zum Einschmelzen abgeliefert werden musste. Ob die andere Glocke noch bis in unsere Zeit überlebt hat, weiß ich leider nicht.
Über eine Glocke erzählt die Sage, sie sei von einer weidenden Kuh aus dem Boden gescharrt worden, worin sie vergraben oder versunken war.

An die Weihe der Kirche im Jahr 1288 durch den Freisinger Bischof Emicho Wildgraf (1283-1311) und die Altarweihe am 21. Mai 1709 durch Fürstbischof Johann Franz von Eckher (1695-1727) erinnern barocke Solnhofener Platten (Texte: "Anno 1288 dominica ante Matthaeum dedicata est ista ecclesia et hoc altare in honor. B.V.Mariae et S.Nicolai a Domin. Emicone episcopo Frisingensi" und "Anno 1709. 21.Mai. consecratum est hoc novum altare majus Francisco episcopo Frisingensi". Früher war das Patronat also geteilt (Maria und Nikolaus); das Nikolauspatronat geriet später in Vergessenheit. Außerdem ist der Inschrift zu entnehmen, dass es wenigstens 1288 nur einen Altar gab.
  Noch eine Anmerkung zum Bischof Johann Franz von Eckher, der 1709 den neuen Altar geweiht hat.
Dieser kunstsinnige Bischof Franz von Eckher (der 57. in der Reihe der Freisinger Bischöfe) regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums. In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter Jarzt, Pellheim, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach und Westerholzhausen) und ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (23 pro Jahr) geweiht. Dies hatte seinen Grund auch darin, dass mit Franz Eckher nach 40 Jahren wieder ein echter Bischof auf dem Freisinger Thron saß. Seine Vorgänger waren zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern). Sie konnten das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben und Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. So war für den Bischof nach 40 Jahren ohne Kirchenweihen und ohne Firmung viel zu tun.

Im Süden an die Kirche angebaut sind die Sakristei mit einem Schweifgiebel von 1765 sowie
eine Renaissance-Vorhalle.

Etwas versteckt hinter der Kirche, im aufgelassenen Friedhof, der bereits 1315 erwähnt wurde, steht eine barocke Kapelle mit offener Vorhalle aus der Zeit um 1700. Die mit reichen Stukkaturen geschmückte Kapelle dürfte mit der Marienwallfahrt in Zusammenhang stehen. Sie diente wohl als Freialtar für große Feste, für die die Kirche zu klein war (z.B. an Mariä Geburt -8.9.). Doch ab 1749 musste sich Kollbach das Interesse der Wallfahrer mit Weißling (Notburgawallfahrt) teilen. Heute beschränkt sich die Wallfahrt auf Bittgänge aus der nächsten Umgebung (Petershausen, Asbach und Kammerberg).


Innenausstattung

Altarraum

Der eingezogene, kurze Altarraum schließt in drei Achteckseiten.
Das teilweise auf Kragsteinen aufsitzende Kreuzrippengewölbe mit zwei tellerförmigen
Schlusssteinen stammt aus der spätgotischen Zeit. Die Erfindung des Kreuzrippengewölbes, das zum Kennzeichen des gotischen Kirchbaus wird, macht es möglich, die statischen Lasten zu reduzieren und so auch über verhältnismäßig dünne Wände mit großen Fenstern in Verbindung mit entsprechenden Strebewerken in die Fundamente abzuleiten. Symbolisch kann das Gewölbe mit seinem Netzwerk auch die Strukturen des gewölbten Himmels abbilden.
  Hinweis: Die Schlusssteine der Gewölberippen sind im Scheitelpunkt eine Bogens oder im Knotenpunkt von Rippen eingefügt. Sie verkeilen das gebogene Mauerwerk und geben dem statischen Gefüge den entscheidenden Halt. Neben seiner bautechnischen Aufgaben hat der Schlussstein auch eine religiöse Bedeutung. Denn Paulus schreibt im Epheserbrief: "Ihr seid das Fundament der Apostel und Propheten gebaut. Der Schlussstein ist Jesus Christus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph 2,20-22).
Um genügend Licht in den kleinen Kirchenraum fließen zu lassen, wurden bei der Barockisierung auch im gotischen Altarraum größere Fenster ausgebrochen, die oben und unten gerundet sind.
Im Altarraum hängen Leinwandbilder, die "mit ihren geschnitzten Barockrahmen zu der eigentümlichen Dekorierung bzw. der speziellen Raumwirkung viel beitragen", so das Generalkonservatorium. Eine solche Bildkomposition ist im Landkreis Dachau einmalig. Leider sind die Bilder sehr schlecht erhalten.

Die Bilder in den Chorjochen stellen dar:

Heimsuchung Mariens (Besuch Mariens bei ihrer Base Elisabeth)  die Anbetung der Weisen  aus dem Morgenland  die Vermählung Mariens (ein mit der  Pharisäermütze bekleideter Rabbi traut  Maria und Josef) dar.  sowie auf der  Südseite
 die Geburt Christi

Über den Fenstern sind schmale Bilder mit dem Bildinhalt "Maria Immaculata" angebracht. Sie wurden von Bartholomäus Obermayr gestiftet, der von 1669-1716 Pfarrer in Kollbach war. Unter seiner Leitung wurde die Kirche aufwändig barockisiert.

Links die Muttergottes, über deren Haupt Engel die Krone halten. Rechts unten eine gemalte Inschriftenkartusche mit Kelch und darum gruppiert das Erstellungsjahr des Gemäldes 1685 und die Anfangsbuchstaben des Stifters B.O.(Bartholomäus Obermayr).
Auf dem rechten Bild kniet der Stifter im Priestergewand und spricht zur Muttergottes auf den Wolken den auf einem Schriftband notierten Text: "..dicnare me, laudare te, virgo Maria"



Hochaltar / Choraltar

Die hochbarocken Altäre mit ihren dekorativen Knorpelwerkschnitzereien im Stil der Zeit um 1675 sind im Wesentlichen in den Farben Schwarz und Gold gehalten.
Zwei Wendelsäulen stützen ein gekröpftes Gebälk, das von einem breiten Aufsatz mit Sprenggiebeln nach oben abgeschlossen ist. In der Mitte des Aufsatzes befindet sich ein rundes Gemälde; auf dem Gebälk sitzen zwei Anbetungsengel. Die Assistenzfiguren stehen in seitlichen Nischen auf Konsolen.


In der Mittelnische des Hochaltars steht die Figur einer Muttergottes. Sie trägt das nackte Jesuskind mit der Weltkugel auf dem linken Arm und hält in der rechten Hand ein Zepter. Ihr rechter Fuß ruht auf einer Mondsichel. Die mit Spendenmitteln beschaffte Figur aus dem Jahr 1974 wurde bei der Kirchenrenovierung 1978/79 aufgestellt. Die Figur entspricht in Gestalt und Haltung der "Patrona Bavariä", auf der Mariensäule in München. Geschnitzt wurde sie 1974 vom Bildhauer Georg Sellmeier aus Zolling, dessen Kunstwerke auch in den Kirchen von Vierkirchen, Jedenhofen und Pasenbach zu sehen sind.
Früher stand an gleicher Stelle eine ähnliche Statue aus Lindenholz, die vom Münchner Bildhauer Johann Huber 1917/1918 geschnitzt worden war (gestiftet von Baron Cramer-Klett auf Hohenaschau um 670 Mark). Diese Figur wurde 1954 "aus der verwahrlosten Frauenkirche" entfernt, weil sie der Pfarrkirchenstiftung Kollbach gehört.
Assistenzfiguren in seitlichen rundbogigen Nischen sind der hl. Josef mit einem pausbäckigen Jesuskind (links) sowie sein Schwiegervater, der hl. Joachim mit einer Lilie (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit) in der linken Hand; mit der anderen Hand weist er herab auf seine neben ihm stehende Tochter Maria, die die Hände zum Gebet faltet (rechts). Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.

Im kleinen, runden Auszugsgemälde findet sich die halbfigurige Darstellung von Gottvater auf der Wolkenbank. mit segnender Rechten; in der linken Hand die blaue Weltkugel mit Kreuz.
Hinweis: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.

Gemälde auf der Rückseite des Choraltares

An der Rückseite des Hochaltares hängt ein barockes Gemälde in der Art eines Votivgemäldes, das im oberen Teil die Muttergottes mit dem Jesuskind auf Wolken schwebend zeigt. Begleitet wird sie vom hl.Martin im Bischofsornat und mit einer Gans zu seinen Füßen sowie dem hl. Abt Leonhard mit Ketten in den Händen.

Das Bild wurde 1672 vom Göribauern Melchior Otteneder von Kollbach gestiftet Im unteren Teil des Bildes knien Menschen in zeitgenössischer Kleidung um einen Altar.

Sieben der 15 Personen auf dem Bild sind mit einem roten Kreuz gekennzeichnet (drei Kinder, drei Frauen und ein Mann). Dies dürfte ein Hinweis darauf sein, dass sie im Zeitpunkt der Erstellung des Gemäldes bereits tot gewesen sind.

Links die Männer und Kinder, rechts die Frauen. Die Männer tragen einen sackartig geschnittenen, knielangen Rock, der durch Nesteln oder Hafteln geschlossen werden konnte. Dazu kommt ein nierenförmiger, nach der Kleiderordnung für den Kirchgang verbindlich vorgeschriebener Kragen aus steifem Leinen. Die Kinder tragen helle Kleidung und Umhänge mit Ärmellöchern sowie ebenfalls die Leinenkrägen.

Die Frauen auf der anderen Seite sind ähnlich gekleidet. Zusätzlich umschließt ihren Kopf ein unter dem Kinn gebundenes, weißes Leintuch, auf dem ein breitrandiger, schwarzer Hut mit kegelförmigem Gupf (sog.Schwedenhut) sitzt.

Die Mode entspricht nach Robert Böck der bürgerlichen oder ländlichen Kleidung, die vom spanischen Einflüssen geprägt war.

Im Chorschluss hinter dem Altar führt eine mit einem schönen alten Türschloss versehene Tür ins Freie. Sie ist mit einem massiven Querbalken gesichert. Vielleicht war dies früher (bis 1765) der Zugang zu einer an die Ostseite des Altarraums angebauten Sakristei.

Donatusfigur
Ehemals im Giebel des Portalvorbaues, jetzt in einer Mauernische in der Chorsüdseite steht an Festtagen die Büste des Wetterheiligen Donatus, datiert auf 1716. 
Hinweis: Bei diesem Heiligen, dessen Name der Geschenkte (latein.) bedeutet, handelt es sich um einen Katakombenheiligen. Seine Reliquien kamen 1652 als Schenkung an das Jesuitenkolleg von Münstereifel. Strömender Regen verwandelte sich beim Herannahen in strahlenden Sonnenschein, in Euskirchen wurde am Tag des Überbringens der vom Blitz getroffene Pater durch Anrufen des Heiligen geheilt. Donatus gilt seither als Wetterheiliger.


C
horgestühl


Das hochbarocke Chorgestühl ist besonders reich gearbeitet mit üppigem Schnitzwerk an den Pilastern und Feldern. 
In der Kirche befindet sich noch eine hölzerne Kommunionbank. Sie wird von den profilierten und in der Mitte stark geschwellten barocken Docken (kleine Säulchen) getragen.



C
horbogen

Über dem Chorbogen schildert ein Gemälde die Verkündigung Mariens. Auf der rechten Seite des Bildes betritt -wolkenumhüllt- der Erzengel Gabriel den Raum. Zwei Fenster geben den Blick auf Balustraden frei. In der Linken hält Gabriel einen Strauß großer Lilien; diese Blumen sind Symbol für die Reinheit und Unbeflecktheit Mariens. Seine rechte Hand hat der Engel erhoben. Er grüßt damit Maria, die

am linken Bildrand vor einem Tisch oder Pult kniet und die Händel in Gebetshaltung erhoben hat. Maria wendet sich überrascht dem Engel zu. In der Mitte wird die Botschaft des Engels bildlich dargestellt: Gottvater mit langem Bart schwebt auf Wolken und sendet die Heilig-Geist-Taube zu Maria.

Langhaus / Kirchenschiff

Das flachgedeckte Langhaus, ein Saalbau, trägt eine barocke flache Putzdecke. 

Seitenaltäre

Die beiden Seitenaltäre sind wie der Choraltar hochbarocke Retabel mit jeweils zwei glatten Säulen, verkröpftem Gebälk, einem Altarauszug und auf den Sprenggiebeln sitzende Engel. Die Grundfarben sind Schwarz und Gold.


Linker Seitenaltar
Beim nördlichen Seitenaltar ist auf dem Altarblatt der hl. Johannes Evangelist mit einem roten Mantel abgebildet. Zu seinen Füßen sitzt das Attribut des Heiligen, ein Adler. Diesen Vogel versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums. Als Beispiel dient dafür der Prolog des Evangeliums: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort".  
Auf der Mensa des linken Seitenaltars steht die Skulptur des Christus in der Rast.
  Hinweis: Die Darstellung Christus auf der Rast geht zurück auf die heimlichen Leiden Christi, die nicht in den Evangelien erwähnt werden. Sie zeigen Jesus kurz vor seiner Kreuzigung, auf einem Stein sitzend, das Kinn in der Hand aufgestützt. Diese Art der Gestaltung heißt im Volksmund manchmal auch "Zahnweh-Herrgott".

Der Altaraufsatz besteht aus zwei Säulchen mit Kompositkapitellen, die einen Segmentgiebel tragen. Neben den Säulen sitzen Putten. Das Auszugsgemälde zwischen den Säulchen stellt die halbfigurige hl. Margaretha dar, die mit dem Kreuz im Arm gegen den Lindwurm (das Böse) kämpft.
  Hinweis: Margareta (+305) aus Antiochien ist eine legendäre Märtyrerin. Wegen ihres christlichen Glaubens wurde Tochter eines heidnischen Priesters vor Gericht gestellt; die Richter begehrten die hübsche Angeklagte, wurden aber von ihr abgewiesen und rächten sich
  umso grausamer. Margareta wurde mit Fackeln angesengt und in siedendem Öl gekocht, aber sie blieb unverletzt. Das Volk war von diesen Wundern dermaßen beeindruckt, dass die Menschen sich offen zum Christengott bekannten - dafür aber geköpft wurden wie schließlich auch Margareta. Nach anderen Überlieferungen soll ihr der Teufel als ein riesiger Drache erschienen sein, um sie zu verschlingen. Aber er wurde zerbrochen durch das Kreuzzeichen, das Margareta über ihn machte. Margareta gehört zu den 14 Nothelfern und ist Helferin bei Geburt und gegen Unfruchtbarkeit.

Rechter Seitenaltar
Der südliche (rechte) Seitenaltar, der der hl. Anna geweiht ist, zeigt im Altarblatt aus der zweiten Hälfte des 19. Jh die Großeltern Jesu (St.Anna und Joachim) mit ihrem Kind Maria vor weiter Landschaft unter einer Palme beim Spaziergang (sog. Heiliger Wandel).

Hinweis: Nach dem Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh waren Anna und Joachim die Eltern Marias und damit die Großeltern von Jesus. Im 5. und 6. Jahrhundert wurden ihre Namen in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna.
Im Aufsatzgemälde ist die hl. Barbara mit einem Kelch und dem Märtyrerpalmzweig in der Hand dargestellt.



Hinweis: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion(Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm). Die immergrünen Blätter des Palmzweigs in ihrer Hand symbolisieren das ewige Leben und den Sieg des Glaubens über das Heidentum. Die über 20 m hohe Palme mit dem elastischen, allen Stürmen standhaltenden Stamm galt seit alters her als Sinnbild für Sieg und Standhaftigkeit.

Auf der Mensa des Altars (=auf dem Altartisch) steht in einem Glaskasten eine Kopie des Gnadenbildes von Altötting (18.Jh). Die Muttergottes wie das Jesuskind tragen reich mit bunten Glassteinen verzierte Kronen, in Form von Klosterarbeiten. Maria hat das bekleidete Jesuskind auf dem rechten Arm. Das Jesuskind hält in seiner Hand einen Apfel, die Vorläuferform des Reichsapfels.


Hinweis: Der Apfel war schon im Altertum Sinnbild für den Kosmos, später auch für die Erde, nachdem man deren Kugelform erkannt und akzeptiert hatte. Der mit dem Kreuz versehene Reichsapfel in der Hand des Königs ist seit 1191 Teil der königlichen Insignien und symbolisiert den von Gott verliehenen Herrschaftsanspruch. Gleiches gilt auch für das Jesuskind. Hier kommt aber die weitere Bedeutung des Apfels als Paradiesapfel und Sinnbild für den Sündenfall hinzu: Jesus weist den Betrachter darauf hin, dass er durch seinen Tod die Erbsünde überwindet.
Hinweis: Das aus Lindenholz geschnitze Gnadenbild von Altötting ist wohl um 1330 am Oberrhein entstanden und kam um 1360 als Geschenk des Zisterzienserkloster Raitenhaslach nach Altötting. Sie war wohl ursprünglich rosa bemalt. Wahrscheinlich ist die schwarze Farbe im Laufe der Jahrhunderte durch Nachdunklung des Holzes und durch den Kerzenrauch in der engen Kapelle entstanden. Manche Historiker glauben auch, dass sie bewußt gefärbt wurden und verweisen auf das Hohe Lied des Salomons aus dem Alten Testament: "Schwarz bin ich, doch schön". Schwarze Madonnen galten im späten Mittelalter als besonders wundertätig. Dies mag seinen Grund auch darin haben, dass die schwarzen Madonnen besonders alt sind und ihnen deshalb eine größere Anzahl von Erhörungen zugeschrieben werden kann.



KreuzwegbilderKreuzwegbilderKriegergecächtnisbildehemaliges GnadenbildTürschloss
Vergrößerung von 3 Details (Bild, Kreuzweg) per Mouseklick
Kanzel
Die im Rokokostil geformte und mit viel Rocaillenschmuck verzierte Kanzel ohne Schalldeckel besitzt einen viereckigen Kanzelkorb, der auf einer Konsole sitzt. Die Frontseiten sind durch Felderungen gegliedert. Das Feld neben der Kanzelstiege enthält ein Gemälde mit der Darstellung der Hl. Familie, die unter einer Palme wandelt. In die Palme ist der hl.Geist in Form einer Taube im Gloriolenschein eingezeichnet.
Man nennt diesen Bildtypus auch Heiligen Wandel, weil die Personen gehend dargestellt werden. Das Andachtsbild symbolisiert das Schreiten auf dem Lebensweg und soll zu christlicher Lebensführung ermahnen.
Hinter der Kanzel ist an die Nordwand ein Fresko gemalt, das die Krönung Mariens darstellt. Gottvater reicht Maria sein Zepter zum Kuss; eine ikonographische Seltenheit.
Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.

Kreuzwegstationen
Die vierzehn Bilder Kreuzwegstationen stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jh.
Hinweis: Kreuzwegbilder in unseren Kirchen sind erst seit 1700 üblich. Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...
Die Kirchenbänke stammen ebenfalls aus dem Barock.


O
pferstock
An ihnen ist ein schöner Opferstock mit mehreren massiven Schließgurten angebracht. Der Name rührt daher, dass der Opferstock in der Regel aus einem großen ausgehöhlten Holzstock besteht, der mit Eisen beschlagen ist.

In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..

Kriegergedächtnisbild

An der Südwand der Kirche hängt ein großes, in heutiger Zeit etwas pathetisch wirkendes Krieger-gedächtnisbild, das 1918 von Josef Albrechtskirchinger geschaffen wurde. Soldaten und ihre Frauen blicken in schwerer Kriegszeit betend zum Himmel empor. Für die Personen auf dem Bild standen Kollbacher Bürger Modell. Nach Presseberichten aus dem Jahr 1918 ist das Gemälde "ein in seiner ganzen Aufmachung sehr stimmungsvolles Werk, das auch bereits schon in München bei Ausstellung von Kriegerdenkmals-Entwürfen sehr günstig beurteilt worden ist". Der Text unter dem Bild lautet: "Zur Ehre Gottes, zum Danke für Mariens Schutz in der Heimat u. ihrer Krieger im Felde ließ die Pfarrgemeinde Kollbach dieses ehrwürdige Kirchlein verschönern im 5.Kriegsjahr 1918"

Der Maler Joseph Albrechtskirchinger wurde 1869 in München geboren. Mit 15 Jahren besuchte er die Akademie der Bildenden Künste in München. Neben dem Kriegergedächtnisbild hatte er einige Jahre zuvor die Deckenbilder in der Kirche von Pellheim und 1936 die Orgelempore in der Pfarrkirche St. Nikolaus von Bernbeuren (Episoden aus der Geschichte des Ortes) gemalt.Für das Bild in Kollbach erhielt er 750 Mark.
Im Aufsatz zu diesem Bild, den der Münchner Bildhauer Ferdinand M. Seitz um die gleiche Zeit geschaffen hat (240 Mark), steht eine weitere, kleinere Figur der "Patrona Bavariae" aus dem 17.Jh. Bei dieser Marienstatue könnte es sich um das ehemalige Gnadenbild handeln, das 1685 als Mittelfigur im Hauptaltar stand. 
Nach Bericht der Schmidt'schen Matrikel von 1738/40 verehrte man die Marienstatue auf dem Hochaltar als wundertätiges Gnadenbild, vor welchem viele Votivmessen gelesen wurden. Die Gemeinde Giebing verlobte einen jährlichen Kreuzgang zur Abwendung der Rinderpest. 


Empore
Die in ungefasstem Holzton gehaltene Emporenbrüstung aus der zweiten Hälfte der 17.Jh ist reich verziert.
Das Gestühl auf der Empore ist sehr rustikal gearbeitet.


Die Orgel mit vier Registern aus dem Jahr 1859 ist nicht mehr erhalten.

 

Türschlösser
Die Kirchentüren aus Eichenbohlen waren früher mit massiven alten Schlössern gesichert. Sie sind mit rosettenförmigen Beschlägen verziert.

Aussichtspunkt mit Lochstein

Zwischen Asbach und Kollbach wurde im Rahmen der Flurbereinigung in den Jahren 1990 bis 1994 ein Aussichtspunkt mit Brotzeitplatz angelegt. Er hat -von oben betrachtet- die Form eines Drachens und soll damit die unzähmbare Natur symbolisieren. Am Kopf dieses Drachens steht ein sog.Lochstein. Der Besucher kann theoretisch durch die beschrifteten Gucklöcher neun Kirchtürme der Umgebung anvisieren. In der Praxis wird diese Zahl aber nicht erreicht, weil die Büsche und Bäume seither gewachsen sind und die meisten Kirchtürme verdecken. Aber die Kirchen in Petershausen und Kollbach sind gut zu erkennen.

rechts Marienkirche


Hans Schertl

Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Klaus Freiherr von Andrian-Werburg, Hofmark Kammerberg, 1970
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Dachauer Nachrichten vom 23.5.1979
Wilhelm Neu, Volker Liedke, Otto Braasch, Denkmäler in Bayern,Oberbayern, 1986 (Bauzeit Friedhofskp)
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
Dr. Georg Brenninger und Robert Böck in Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2, Geschichte und Kultur, 2000
www.webspace.st-michaelsbund.de/StMartinKollbach/martin.htm, 2001
Dachauer SZ vom 29.8.2006
Martin Sellmeier, Obersüßbach, 2011 (Georg Sellmeier)

42 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

10.2.2011