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Landkreiskarte zur
Kurzbeschreibung Kirchen
i.d.Marktgem. Altomünster
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Klosterkirche St.Alto und St.Birgitta in ALTOMÜNSTER
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Der Name Altomünster leitet sich vom hl.(Alto und der früheren Bezeichnung für Kloster (= Münster) ab. Der Legende nach soll hl. Alto ein schottisch-irischer Wandermönch gewesen sein. Neuere Forschungen lassen aber den Schluss zu, dass Alto ein Bajuware war und der Sippe der im westoberbayerischen Raum sitzenden Huosi angehörte. Nach einer Altobiographie des Benediktinermönchs Otloh im Regensburger Kloster St.Emmeram aus dem Jahr 1060, soll Alto um 740 hier ein kleines Kloster errichtet haben.
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Der Geschichtsschreiber Othloh hatte in Tegernsee die Schule besucht und kam über Hersfeld und Würzburg als Seelsorgspriester in die Diözese Freising. Als der selbstbewusste und federgewandte Priester beim Archipresbyter Werinher vorgeladen war, überreihte er dem statt einer Entschuldigung ein Spottgedicht. Er nahm dann seinen Abschied von der Diözese Freising und fand Aufnahme im Kloster St.Emmeram in Regensburg. Dabei erklärte er, er wolle jetzt "endlich mehr unter gebildeten Geistlichen sein, als unter diesen Bauernpfarrern. Diese einfältigen Dialektiker, die da meinten, man könne die Worte der Schrift nur nach den Grundsätzen der Dialektik verstehen und die mehr Boethius (= christlicher Philosoph um 500) als den heilgen Vätern vertrauen". Dieser Wechsel im Streit war wohl einer der Gründe, dass er sich zu einem Kämpfer für die Unabhängigkeit der Klöster von Bischöfen und weltlichen Herren einsetzte. Für dieses Ziel nahm er bei seinem umfangreichen literarischen Werk (darunter auch Biographien über St.Wolfgang, St.Bonifatius, St.Magnus u. St.Alto) Geschichtsklitterungen in Kauf nahm. Dies könnte im Falle von Altomünster ebenso gewesen sein.
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AberAlto ist eine historische Person, die um 760 eine Schenkungsurkunde signiert hat. Schon im Freisinger Missale aus der Zeit des Bischofs Abraham (957-993) ist das Fest des hl.Alto am 9.Februar verzeichnet. Alto, war wohl ein Bajuware aus der Sippe der im westoberbayerischen Raum sitzenden Huosi. Er soll erst in hohem Alter das Eremitendasein aufgegeben haben und Priester geworden sein. Die Klostergründung wird deshalb in die 2.Hälfte des 8.Jh. zu legen sein. Seine primitive Klause soll nordwestlich von Altomünster an der Stelle im Wald gestanden haben, an der sich heute der Gnadenbrunnen und eine Gedenkkapelle mit der Altofigur befinden. |
Nachdem das Kloster von den Ungarn zerstört
worden war, wurde es vom Fürstenhaus der Welfen noch vor der Jahrtausendwende
als Benediktinerkloster wieder aufgebaut. Zunächst war es ein Mönchskloster.
Im Jahr 1056 tauschten die Klöster Altdorf bei Weingarten und Altomünster
den Konvent. Die Benediktiner aus Altomünster kamen nach Altdorf ins bisherige
Frauenstift, die hochadeligen Kanonissen von Altdorf nach Altomünster.
Kanonissenstift blieb Altomünster bis 1270/80. Es diente der Versorgung
adeliger Töchter. Die Kanonissen besaßen einen eigenen Wohnbereich,
konnten Privatbesitz und mit Einkünften ausgestattete Pfrüde haben
und durften das Stift im Falle der Verheiratung wieder verlassen. Um 1280 wurde
Altomünster eine niederadelige Benediktinerinnenabtei.
Vom Mönchskloster Altomünster aus war 1056 das Benediktinerkloster
Weingarten am Bodensee gegründet worden, das man damals Altdorf (nach Alto)
benannte.
Interdikt
Im Kampf zwischen Kaiser (Friedrich II.) und Papst (Gregor IX.) und deren innerbayerischen
Anhängern Bischof von Freising (kaisertreu) und Herzog Otto II. (papsttreu)
wurde 1239 vom päpstlichen Gesandten Albert Behaim neben anderen bayerischen
Klöstern und Stiften explizit auch über das Kloster Altomünster
ein Interdikt verhängt; es dauert 6 Jahre bis zur Aussöhnung zwischen
dem Freisinger Bischof Konrad I. und Papst Innozenz IV. auf dem Konzil von Lyon
am 3.8. 1245.
Interdikt bedeutete eine Schließung der Gotteshäuser, die Einstellung der Gottesdienstes,
das Verstummen der Kirchenglocken und das Versagen der Sakramente und des kirchlichen
Begräbnisses. Der Schmuck musste von den Altären entfernt und die Kruzifixe
verhüllt werden. Das Interdikt traf in der Regel Unschuldige; es war darauf
angelegt, in breiten Schichten des Volkes und des Klerus Verärgerung gegen
den Herzog oder Bischof zu schaffen und ihn so zum politischen Kurswechsel zu
zwingen. Im ausgehenden Mittelalter wurden Interdikte häufig als Druckmittel
verwendet und stumpften als Waffe ab. Doch die seelsorgerische Betreuung der
Bevölkerung und die Disziplin des Klerus litt darunter erheblich.
In Altomünster waren die Folgen eines Inderdikts etwas abgemildert durch
die Papsturkunde von 1278. Darin erlaubte der Papst dem Kloster, auch während
eines Interdikts den Gottesdienst zu feiern; allerdings nur hinter verschlossenen
Türen.
Diese Papsturkunde erlaubt auch sonst interessante Einblicke in das benediktinische
Klosterleben von Altomünster. Prof.Liebhart beschreibt in seinem Aufsatz
"Das Frauenstift und Benediktinerinnenkloster Altomünster", dass
Papst Nikolaus III. das Kloster unter seinen Schutz stellte. Er drohte denen,
die das Kloster "beunruhigen und seinen Besitz entfremden" wollten,
kirchliche Strafen an. Doch die Urkunde enthält auch eine Verschärfung
der Klosterregeln. Die Nonnen sollten sparsamer leben. Die Konversen mussten
der Welt entsagen und die Klostervorschriften einhalten. Konversen waren Erwachsene,
die ihren Lebensabend im Kloster verbrachten. Niemand durfte ohne Zustimmung
der Äbtissin das Kloster verlassen. Die Nonnen durften innerhalb der Kirche
beerdigt werden. Die Äbtissin wurde vom Konvent gewählt und nicht
von außen bestimmt.
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450 Jahre später, im Jahr 1485,
wurde das Benediktinerinnenkloster wegen Misswirtschaft aufgelöst.
Durch Erblehensvergabe von Klostergut war die materielle Grundlage des
Klosterlebens zerrüttet. Herzog Georg der Reiche von Landshut (bekannt
durch die Landshuter Hochzeit) schenkte das Kloster dem Birgittenorden,
der es 1497 als Doppelkloster in Besitz nahm. Die schwedische Mystikerin
Birgitta (1303-1373) hatte um 1346 diesen Orden gegründet, der Nonnen
und Mönche in Doppelklöstern vereinigte. Idealerweise sollten
es 60 Nonnen und 13 Mönche (Apostelzahl + Paulus) und 4 Diakone (vier
Kirchenlehrer) und 8 Laienbrüder sein. Die Mönche sollten die
Seelsorge der Schwestern und der um die Klöster herum siedelnden
Menschen sowie die Haus- und Feldarbeit übernehmen. |
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Klosteraufhebung
Schon ab 1773 plante der bayerische Kurfürst Max III. Joseph die Aufhebung
des Klosters. Die offiziellen Gründe waren vielfältig, doch letztlich
ging es dem Kurfürsten um die Einkünfte des Klosters. Er plante die
Gründung eines Damenstifts in München. Der kontemplative Orden der
Birgitten bot sich den Aufklärern als Finanzierungsquelle an. Zudem nervte
ein langer Streit unter den Mönchen in Altomünster die kurfürstl.Verwaltung
in München. Die Äbtissin hatte sogar um Auflösung des Männerordens
gebeten. Doch der Papst konnte Altomünster retten. Dies gelang auch noch
einmal um 1780, als der neue Kurfürst Karl Theodor den Maltheserorden in
Bayern einführen wollte, um seinen illegitimen Sohn standesgemäß
versorgen zu können. Allerdings erhob der Staat ab 1783 eine 10prozentige
Sondersteuer auf die jährlichen Bruttoeinkünfte.
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Frauenkloster |
Nicht mehr zu halten war Altomünster aber bei der Säkularisation des Jahres 1803, als der Fortbestand aller Klöster zur Disposition gestellt wurde. Altomünster war damals mit 50 Konventualen das personalstärkste Kloster Bayerns - und wurde dennoch aufgelöst. Die Mönche und Nonnen erhielten eine staatliche Pension. Das Herrenkloster in Altomünster wurde verkauft (es ist auch heute noch in Privatbesitz); das Frauenkloster hatte man zum Aussterbekloster bestimmt, nachdem vier Nonnen sich nicht daraus vertreiben ließen und sich -was wohl entscheidend war- auch kein Käufer für die Gebäude fand. Die Klosterschwestern hielten durch, bis 1841 wieder Nachwuchs in den Birgittenorden in Altomünster eintreten durfte. |
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Ältere Kirchenbauten Die erste Kirche errichtete St. Alto in
der zweiten Hälfte des 8.Jh. |
![]() Kirche aus 11.Jh |
Konradinische
Matrikel 1315
In der Konradinischen
Matrikel von 1315 war Altomünster
als Dekanat aufgeführt, was in diesem Zusammenhang aber nur bedeutete,
dass der Dekan in Altomünster residierte. Erstaunlicherweise wird es dort
als Altenmünster bezeichnet. Die Kirche hatte bis zum Ende des Benediktinerinnenklosters
(1485) ein Marienpatrozinium. Auch später war Maria wohl zweite Patronin, weil
in der Festschrift zum tausendjährigen Bestehen des Ordens, 1730, von "Maria-Altomünster"
die Rede ist. Die Muttergottes wird von den Birgittinnen als zweite Ordenspatronin
verehrt.
Umbau 1488
Als die 1488 Birgittinnen
anstelle der Benediktinerinnen das Kloster übernahmen, haben sie auch die
Kirche entsprechend den detaillierten Vorschriften ihres Ordens zum Kirchenbau
umgestaltet. Damals wurde ein eigener Nonnenchor eingebaut, der nach schriftlicher
und bildlicher Überlieferung etwa an der gleichen Stelle lag, wie der heutige
("auf einem Kreuzgewölbe ruhend"). Der Nonnenchor hatte (wie
heute) einen direkten Zugang vom Nonnenkloster aus. Darunter lag der Brüderchor.
An der Stelle des heutigen rechten Seitenaltars (Altoaltar), zu dem das Wasser
der Altoquelle geleitet wird, könnte sich damals eine Altokapelle befunden
haben, in der die Gläubigen Zugang zum Altograb und zum Wasser des Altobrunnens
hatten. Auch
ein Mönchschor wurde an die romanische Kirche angebaut, um die Trennung
von Mönchen und Nonnen während des Gottesdienstes zu ermöglichen.
Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Kirche außen mit u.a. mit Ornamentik
geschmückt war, die in Farbe, Gestalt und Größe an die Verzierungen
am Turm der Kirche in Mühldorf
bei Petershausen erinnern.
In einer Papsturkunde aus dem Jahr 1504 wurde bestimmt, dass die Pfarrei Altomünster
dem Birgittenkloster incorporiert wird und dass die Klosterkirche folgerichtig
(wie schon früher) den Gläubigen als Ortspfarrkirche zur Verfügung
stehen müsse. Die simultane Nutzung des Gotteshauses als Kloster und Pfarrkirche
war auch schon Gegenstand einer 1489 vor dem Freisinger Bischof geschlossenen
Vereinbarung zwischen Wolfgang v.Sandizell und dem damaligen Altomünsterer
Pfarrer Niklas Morner.
Reformationszeit
1520
Um 1520 sollte für den Markt eine eigene Kirche gebaut werden, wie dies
in Indersdorf schon der Fall war. Der als späterer Reformator bekannt gewordene
Birgittinermönch Ökolampadius betrieb einen solchen Bau und hatte
dafür schon 200 Gulden aus Augsburg erhalten. Doch Ökolampadius verließ
zusammen mit 10 Mönchen und einer Nonne das Kloster und ging nach Basel.
Deshalb unterblieb der Neubau.
![]() um 1524 |
Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 |
Die Pfarrei Altomünster war zwar meist in das Kloster inkorporiert. Doch lange Zeit wurde die Seelsorge für die Bewohner des Ortes von von Weltpriestern wahrgenommen. Am 30.Oktober 1553 gestattete der päpstliche Legat wegen des vorherrschenden Priestermangels nach der Reformation, dass Mönche die Pfarrei mitbetreuen. Dies änderte sich später wieder. Die Weltpriester wohnten im Pfarrhof (im jetzigen Hofbauernanwesen) und wurden im Kloster verpflegt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg übernahmen bis zur Säkularisation 1803 die Birgittiner wiederum die ganze Seelsorge und übten sie durch zwei Patres aus, die man ebenfalls Pfarrer nannte.
Visitationsbericht von 1560
Bei der großen Visitation im Jahr 1560,
die der Freisinger Bischof und der bayer.Herzog gemeinsam im Bistum durchführen
ließen, wurden das Kloster Altomünster insgesamt sowie alle Nonnen
und Mönche einzeln überprüft. Zur Pfarrei schreiben die Visitatoren,
sie habe bei 700 Communicanten. Früher sei die Seelsorge von 3 Weltpriestern
versehen worden; jetzt gebe es nur noch Kaplan Georg Waser (der wohl
von Mönchen unterstützt wurde). Waser zelebriere am Sonntag Messen
in Altomünster und/oder in Oberzeitlbach ["filial Zeidlpach"].
Und er halte sich an den katholischen Ritus: er predige aus alten Büchern,
lasse keinen neuen (d.h. evangelischen) Ruf oder Psalmen singen, bitte
für die Verstorbenen, höre die Beichte und halte Feier- und Fasttage.
Das alles war kurz nach der Reformation nicht selbstverständlich. Schwerpunkte
der Prüfung waren natürlich die Unterschiede zwischen den Konfessionen:
Walser glaubt an die 7 Sakramente und verkündet sie auch (Protestanten
kennen nur 2 Sakramente an), tauft die Kinder (nicht die Erwachsenen),
reiche die Kommunion nicht unter beiderlei Gestalt und versage sie Leuten, die
nicht vorher gebeichtet haben. Auch lese er die Messe in Latein. Kaplan Walser
lebte im Kloster. Er habe keine Köchin, heißt es, zum einen weil
er keine brauche, zum anderen weil das Kloster keine Köchin aufnehmen würde.
Die Einnahmen der Pfarrei gingen voll in die Klosterkasse, aus der auch alle
Ausgaben bestritten würden ["verrichten sy alle notturfft"].
Deshalb gab es auch keinen Kirchenpfleger ["hat kain khirchprobst"].
Der Kaplan erhielt neben Kost und Logis einen Lohn von 30 Gulden jährlich
sowie die Stolgebühren (Gebühren für die von ihm verrichteten
Dienste). Für eine Beerdigung erhielt er im Markt 5 Pfund, auswärts
1 Gulden und für ein Kind 2 Kreuzer. Dafür musste er für die
verstorbene Person auch 3 Ämter halten. Zusätzliche Naturalien (z.B.
Mehl, Eier), die die Hinterbliebenen dem Kaplan gaben, musste er im Kloster
abgeben.
Der Beneficiat und Frühmesser Leonhard Numperger, ist zu lesen,
sei in Altomünster geboren und in Freising ordiniert. Nach der Priesterweihe
1554 habe er als Kaplan in Tandern und in Aichach gewirkt. Als Beneficiat habe
er nur einen Jahresvertrag, der verlängert werden müsse ["mues
alle jar darumb pitten"]. Numperger wolle wegen des zu geringen Lohns nicht
hier bleiben, notierten die Visitatoren.
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Im Jahr 1613 wurde der Altarraum der Kirche
abgetragen und an seiner Stelle der heute noch erhaltene Doppelchor (westlich
für das Volk, östlich dahinter und darüber der Herrenchor)
errichtet (Altarweihe 1619). Damals
erhielt auch die Kirche im Inneren eine einheitlich weiße Raumschale
im Sinne des Frühbarocks mit antikisierenden Stuckgesimsen, geflügelten
Engelsköpfchen und einem Perlstabmuster auf den Graten des Deckengewölbes.
Zudem wurden die Sakristei und ein teilweise noch heute bestehender Kirchenumgang
errichtet. Die um 1488 errichtete Kapelle mit dem Brunnenwasser wurde
wieder geschlossen. |
![]() um 1700 |
Rosenkranzbruderschaft
Noch während des 30jährigen Krieges, 1644, wurde die erste Bruderschaft
eingeführt. Es handelte sich um eine Rosenkranzbruderschaft
Bruderschaft der hl.Birgitta und Alto
oberhirtlich errichtet am 5.7.1758, Ablässe vom 27.2.1758.
Herz-Mariä-Bruderschaft , oberhirtlich errichtet am 3.9.1847
Sebastinani-Bündniß (ein Gebets-Messen- und Leichenverein) ohne oberhirtliche
Genehmigung besteht schon seit 1600, erneuert 1692 und 1845
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Am 19.Juli 1707 hat hat Fürstbischof Johann Franz von Eckher vier Altäre geweiht. Das Weihedatum bedeutet aber nicht zwingend, dass die Altäre erst kurz vorher neu beschafft oder renoviert worden wären. Es ist vielmehr anzunehmen, dass 60 Jahre vorher - im 30jährigen Krieg - alle Altäre von Soldaten entweiht worden sind. Der Hauptaltar wurde als erster wieder hergestellt und 1650 geweiht. Die Reparatur der übrigen Altäre könnte länger gedauert haben. Ab 1652 war eine Altarweihe, die vom Bischof vorgenommen wird, vorübergehend nicht mehr möglich, weil die Bischöfe nicht geweiht waren. Erst 1695 kam mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung, für den nach so langer Zeit ohne Kirchenweihen und ohne Firmungen viel zu tun war. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums. In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter Jarzt, Pellheim, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen und Kollbach), ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (= 23 pro Jahr) geweiht. |
![]() vor 1730 |
Das Zusammenleben des Klosters mit den Pfarrangehörigen war nicht konfliktfrei.
So wird aus dem Jahr 1723 berichtet, dass Kloster und Bürger wegen
eines ungenehmigten Hausbaus aneinander gerieten. Als die Bürger die Klosterbrüder
daran hinderten, das Haus abzubrechen, hat der Prior alle Mannsbilder der Bürgerschaft,
die dabei mitwirkten öffentlich exkommuniziert, die Osterkerze aus der
Kirche entfernt, die Fronleichnamsprozession abgesagt und den Bürgern den
Zutritt zur Kiche verboten.
In den Jahren 1723/24 wurde an der Südseite des Finsteren Gangs die Klostergruft errichtet. Diese Gruft wird heute nicht mehr als solche benutzt, sondern dient als Heizungskeller. Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Luftschutzkeller.
Schmidt'sche Matrikel
von 1738/40
In den Jahren 1738
bis 1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der
Diözese und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'sche
Matrikel.
Über die Pfarrei "s.Altonis in Altomünster" berichtete er,
sie werde von einem Pater aus dem Kloster betreut. Es sei aber auch noch ein
(wohl weltlicher) Cooperator vorhanden, der im Kloster Unterkunft und Verpflegung
(cum potu cerevisiae - mit einem Krug Bier) erhielt. Die Zahl der Gläubigen
war auf 1100 angestiegen. Sie hatte sich somit in den vergangenen 200 Jahren
mehr als verdoppelt; und das trotz der großen menschlichen Verluste durch
Kriegseinwirkungen und Pest, denen 90 Jahre zuvor mehr als die Hälfte der
Bewohner zum Opfer gefallen waren. Viele Familien waren aus dem alpenländischen
Raum zugewandert.
Unwetter 1756
Im Juni 1756 deckt ein nächtlicher Sturm nicht nur viele Hausdächer,
sondern auch die Kirchen- und Kirchturmbedachung größtenteils ab.
Das wilde Feuer schlägt in den Kirchturm. Das Wasser unterspült auf
einer Länge von 20 Metern die Klostermauer und die Friedhofsmauer, die
dann auch einfallen.
Zwei Jahre später, 1758, wird die Kirche als baufällig eingestuft.
Unter der Dachung müssen eiserne Stangen als Sicherung eingebaut werden,
weil die Kirchenmauern sich schon um 10 Zentimeter nach auswärts geneigt
hatten.
![]() |
Ab 1763 wurde die heutige Basilika von dem berühmten Baumeister Johann Michael Fischer errichtet, der im Landkreis Dachau auch die Kirchen Sigmertshausen und Bergkirchen mitgestaltet hat. Vom alten Bau übernahm er die Fundamente des Turmes z.T. die Außenmauern und den Chor (1617), der hinter dem Hochaltar, wegen ansteigende Gelände, einen Stock höher liegt als das Kirchenschiff. Am 6.April 1763 wurde die alte Kirche abgerissen. Die Kirchturmuhr hat man dabei auf das Rathaus gesetzt. Noch im selben Jahr wurde der Neubau begonnen. Als Fischer 2 Monate vor (andere Quelle: nach) der Schließung des Gewölbes 1766 starb, führten sein Palier Thomas Schmidt und Balthasar Trischberger (späterer Stadtbaumeister von München, 1721-1777) die Arbeiten fort, die 1773 (Weihe 29.8. durch Freisinger Fürstbischof von Welden und seinen Weihbischof Ernst von Herberstein) vollendet wurden. |
Von den weiteren am Bau beteiligten Handwerkern und Künstlern sind bekannt:
| Zimmerer | Joseph Mahl aus München | |
| Bildhauer | Franz de Paula Arnoldt aus Dachau
(1764 Gätter der St.Anna-Kapelle, Brüstung des Nonnenchors und
St.Altobildnis am Turm, St.Joachim und St.Joseph, 1768 Nonnenchor-Altar
u. verschiedene Gitter) Johann Baptist Straub aus München (1765 Hochaltar, 1766 -1769 weitere Altäre) Matthias Veigele (1767- St.Alto im Nonnenchoraltar, 1768 Türfüllungen) |
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| Steinmetze | Johann
Sebastian Händle aus Mörnsheim (1765 weiße, geschliffene
Pflastersteine, Antrittstafeln) ungenannter Steinmetzmeister aus München (1767-68 Tuffsteine für den Kirchturm, 1768 Marmormuschel für den St.Alto-Brunnen) |
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| Kistler
(Schreiner) |
Johann
Mentele aus Rain am Lech (1765-67 Altäre) Nikolaus Pyhr ? (1768 vier Sakristeitüren) |
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| Maler | Johann
Baldauf in Inchenhofen (1766 Hochaltarblatt St.Salvator und Vergoldung versch.
Gätter) Joseph Magges aus Augsburg (1766-68 Freskomalerei, 1768 zwei Altarblätter im Brüderchor) Franz Joseph Zitter (1771 Altarblatt im Herrenchor) |
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| Stukkateur | Jakob
Rauch aus Augsburg (1766-68) |
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| Kupferschmied | Johann Georg Sepp (1767 Kirchturmknopf) |
| Am 26.Aug.1796 kamen die Franzosen nach Altomünster. Sie forderten 550 Gulden vom Markt und die gleiche Summe vom Kloster für die Abstandnahme einer Brandschatzung. Das Kloster zahlte; den Betrag für den Markt konnte ihnen der Französisch sprechende Kaufmann und Weinwirt Franz Josef Jörger ausreden. Auch beim zweiten Einfall im Jahr 1800 konnte Jörger den Kommandanten überreden, auf die 3000 Gulden baren Geldes, eine Anzahl Ochsen und eine Ladung Bier, die dieser vom Kloster gefordert hatte, zu verzichten. Zum Dank errichteten die Altomünster ihm nach seinem Tod ein Denkmal auf dem Friedhof bei der Lorettokapelle. |
Säkularisation
1803
Bei der Säkularisation 1803 wurde die Pfarrei Altomünster selbstständig.
Die Klosterkirche wurde als Pfarrkirche erklärt. Die Baulast lag beim Staat.
Wertvolle Pretiosen aus der Kirche wurden verkauft. So z.B. der Kelch des hl.Alto,
eine Reliquienmonstranz der Fam.Fugger, ein Jesuskind von Kurfürst Maximilian
I., Kruzifixe aus Alabaster, Elfenbein und Silber, wertvolle Messgewänder,
eine silberne Büste des hl.Alto und weitere liturgische Gefäße.
In der Kirche blieb nur eine Grundausstattung zurück. Einige Gegenstände
wie z.B. das Messer des hl.Alto konnte gerettet werden, weil sie in den Klosterzellen
der Nonnen aufbewahrt wurden. Diese Zellen wurden nur oberflächlich durchsucht.
![]() um 1800 |
Als erster Pfarrer wurde ausgerechnet ein früherer Mönch des Klosters, Ignaz Magnus Nerb (1805-1837), bestimmt, der 1802 die Gemeinschaft wegen Intrigen verlassen hatte. Von diesem Pfarrer ist die Biographie erhalten. Darin schreibt er über die erste Zeit seiner insgesamt 32 Jahre als Pfarrer: "Am 23.September 1802 ward ich als Pfarrer zur organisierten Pfarrei Altomünster allergnädigst dekretiert und nahm am 15.Dez. desselben Jahres gegen viele Protestaktionen von allen Seiten dieselbe in Besitz. Vom aufgelösten Kloster taten die Patres und die Nonnen, was in ihren Kräften stand, die ganze Pfarrgemeinde gegen den ausgesprungenen Mönch aufs Höchste zu empfehlen. Ich freute mich, die vortreffliche Orgel zu hören, die der Markt inzwischen vom Kloster Taxa um 600 Gulden kaufte. Doch der Klang war nicht gut. Die Klosterfrauen ließen ihren oberen Gang nicht durchbrechen; daher mussten einige Pfeifen gestutzt und andere, die stehen sollten, gelegt werden. Weiberregiment !" |
Benefizium
1823
"Am 3.März 1823 hat die Bierbrauerswitwe Anna Maria Nißl zu
Altomünster den Grund zur Stiftung eines Benefiziums in der Pfarrkirche
zu Altomünster gelegt, welches im Jahre 1836 zu Stande kam und am 27.Febr.
1837 die oberhirtliche Bestätigung erhielt". Dies schreibt Dompropst
und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Dr.Martin Deutinger
in seinem 1850 erschienen Buch "Die älteren Matrikeln des Bistums
Freysing". Der Benefiziat, der aus den Erträgen bezahlt wurde, hatte
wöchentlich 4 Messen zu halten und musste im Beichtstuhl aushelfen. Das
Einkommen des Beneficiaten betrug 946 Gulden. Der zum Benefizium gehörende
Grundbesitz umfasste knapp 50 Tagwerk der niedrigen Bonität 6-7. Das Benefizialhaus
war gut gebaut und geräumig.
1100-Jahrfeier
1830
1830 wurde die 1100-Jahrfeier des hl.Alto durchgeführt. Es wurde ein
Programm gedruckt und an viele, auch weit entfernte Pfarrämter versandt.
Im Markt wurden die Häuser verputzt, die Straßen mit Kiessand ausgebessert.
In den Hauptgassen standen Bögen mit schönen Inschriften, die der
Cooperator Max Sollacher verfasst hatte. Auf dem Röhrkastenbrunnen war
eine kleine Statue des hl.Alto aufgestellt. Insbesondere die Kirche war geschmückt,
die Kanzel und die oberen Gänge mit Girlanden behängt. Zur Feier sind
der Bischof und viele Priester unter dem Gekrach der Böller in Kutschen
gekommen. Eine halbe Stunde lang läuteten die Glocken. Beim Einzug in die
Jubelkirche, bei dem auch die Hirnschale und das Messer des hl.Alto in schön
geschmückten Gefäßen mitgetragen wurden, erklangen Trompeten,
Pauken und Böller. Der Bischof predigte vom Herrenchor aus. Man feierte
die ganze Woche lang. Die erste Messe fand täglich um 5 Uhr statt, danach
alle 1/2 Stunden eine weitere Messe, bis zum Hauptgottesdienst um 9 Uhr mit
jeweils einem prominenten auswärtigen Prediger. Im Resumee über die
Feier heißt es: In der Festwoche gingen über 22.000 Gläubige
zu den Sakramenten. Im Friedhof und anderen Orten waren zusätzliche Beichtstühle
aufgestellt. Sechs Gendarme haben "durch ihr solides Benehmen ganz vortrefflich
gute Dienste geleistet". Die Brauer, Bäcker und Metzger haben alle
Gäste mit Trunk und Nahrung versehen. Alles war regional organisiert. "Kein
auswärtiger Geschäftsmann oder Professionist durfte hierher ziehen
oder seine Ware zum Verkaufe schicken", schrieb Pfarrer Nerb. Die Kosten
der Feier beliefen sich auf rd. 900 Gulden, die durch Spenden und Opfergeld
gedeckt werden konnten. Insbesondere die Birgittinnen habe sich bei der Planung
und Durchführung der Feier hervorgetan. Der Bericht schließt mit
der bangen Frage "Was werden unsere Nachkömmlinge 1930 denken und
thun, wenn hier kein solches Frauenkloster mehr existiert ?".
Beschreibung
1880
In der Zeit von 1870 bis 1880 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische
Beschreibung des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1880 als Buch
veröffentlicht. Darin ist im Band II die Pfarrei Altomünster als eine
der größten Pfarreien des Dachauer Landes enthalten. Mayer schreibt:
Geographie: Die Pfarrei hat 1998 Seelen in 328 Häusern. Davon wohnen
aber nur 1160 Gläubige (in 210 Häusern) im Mark Altomünster selbst,
die Übrigen in Humbersberg 47 (5), Rupertskirchen 22 (5), Stumpfenbach
104 (18), Unterzeitlbach 97 (14), Oberzeitlbach 129 (21), Oberndorf (hier Oberdorf
genannt) 57 (7), Plixenried 81 (14), Röckersberg (hier Rögersberg
genannt) 41 (6) sowie in 12 weiteren Weilern und Einöden. Der Umfang der
Pfarrei beträgt 30 km. Altomünster liegt 2 km von der Hauptstraße
von München nach Aichach entfernt.
Pfarrei: Präsentationsrecht liegt beim bay.König (Das war eine
Folge des Konkordats von 1817: der König hatte alle Rechte übernommen,
die vor der Säkularisation bei den Klöstern und Stiften lagen). Das
Widdum besteht aus einem mit einer Mauer umgebener, nahezu 1 Tagwerk umfassender
Obstgarten. Das Pfarrhaus ist ein Gebäude des ehem.Klosters, nach der Säkularisation
für seine jetzige Bestimmung umgewandelt. Für den Pfarrer allein hinreichend.
Im Erdgeschosse feucht, oben trocken. Baupflicht hat der Staat. 2 Hilfspriester
wohnen im ehemaligen Herrenkloster. Reinertrag 1958 Mark.
Kirche: Erbauungszeit 1763-1773; restauriert 1873 und 1907. Rococostyl.
Geräumigkeit für die ganze Pfarrei wohl zureichend. Baupflicht: das
Staatsärar. Kuppelthurm mit 6 Glocken mit den Inschriften: a) "Septies
in die laudem dixi tibi", b) "Zu Gottes Lob und Dienst gehör
ich", c)"Ave regina coelorum, ave Dominia angelorum". Diese drei
Glocken gegossen von Martin Frey in München 1587. Die größte,
gegossen von Andreas Schmidt in Augsburg 1867, trägt die Inschrift: "Vivos
voco, mortuos ploro, fulgura frango". Die 2 andern Glocken sind gegossen
von Ignaz Braun in München 1859. Consecrationsdatum (Weihedatum) der Kirche
29.8.1773. 8 Altäre. Orgel mit 14 Registern. An werthvollen Paramenten
besitzt die Pfarrkirche nur mehr eine prächtig gestickte rothe Casula,
ein Geschenk des Herzogs Wilhelms IV. und seiner Gemahling Maria Jakoba aus
Anlaß ihres Besuches am 20.Juni 1535. Das Kloster der Brigittinerinnen
(!) hat eine Gruft. Das Cemeterium (=Friedhof) von der Kirche entfernt gelegen;
der ältere Friedhof mit Capelle wird nicht mehr benützt, der jetzige
mit einem Beisetzhause, wurde 1874 angelegt. Den Meßnerdienst versieht
ein eigens angestellter Meßner, den Cantorendienst ein eigens angestellter
Organist. Eigenes Meßnerhaus nicht vorhanden. Vermögen rd. 42.500
Mark.
Renovierungen
Die ersten kleineren Renovierungen wurden schon bald nach der Säkularisation,
in den ersten Jahren des 19.Jh vorgenommen.
1871/73, gut 100 Jahre nach der Errichtung, war die erste große
Innenrestauration fällig, die nach Aussage von Klaus Kratzsch (Landesamt
für Denkmalpflege) -dem Zeitgeist entsprechend- nahezu rokokofeindlich
durchgeführt wurde. Leitung hatte der Kirchenmaler Ludwig Hack aus Dorfen.
Die Altäre und viele Figuren wurden restauriert und neu gefasst. "Die
Wölbung des Vorchores wurde blau gestrichen und mit goldenen Sternchen
versehen, die Altarfiguren erhielten eine dunkle Fassung und viele Vergoldungen
wurden einfach zugestrichen. Anstelle des Kreuzaltars wurde ein neuer Altar
mit im Halbkreis abschließender Rückwand von zweifelhafter Stilart
und Schönheit angebracht" schrieb Prof. Haggenmiller vom Generalkonservatorium
in einem Gutachten von 1902. Schöpfer dieses neuen Altars im Zopfstil war
der Architekt Josef Anton Müller.
1898 wurden in einer weiteren Renovierung die Gewölbe der Kirche und
des Nonnenchors durch Maler Krippner aus Freising übermalt.
1902 erfolgte eine Gesamtrenovierung der Kirche mit dem Ziel einer weitgehenden
Wiederherstellung der ursprünglichen Raum- und Altarfassung unter Beseitigung
der störenden Eingriffe durch Ludwig Hack. Die Leitung oblag dem Münchner
Kirchenmaler Ludwig Ametsberger.
Sechs Jahre später, 1908, wird ein neuer Kreuzweg von Kunstmaler
Emil Boehm angeschafft; es handelt sich um eine Reproduktion nach D.Tiepolo.
1910 wurde das Turmkreuz der Kirche renoviert. Dabei legten die Arbeiter
eine Kapsel mit Schriftrolle in das Kreuz. Darauf waren die Spender und die
Handwerker vermerkt.
1928 restaurieren die Kirchenmaler Mayrhofer und Ostenrieder aus München
die Gemälde, so gut, "dass der Schmelz der Töne und die ganze
Zartheit der Polychromie wieder zu Tage gefördert sind", wie es in
einem Bericht der damaligen Zeit heißt.
1931 Prof. Josef Damberger die Altarblätter und 1964 der Nonnenchor
durch Georg Gschwendtner aus Reichenhall.
Die meisten Ausbesserungen der früheren Jahre erschwerten die zweite große
Restaurierung in den Jahren 2000-203, die sich mit einem Kostenaufwand
von 10 Mio Euro der originalgetreuen Wiederherstellung verpflichtet hatte.
Die Pfarr- und Klosterkirche St. Alto und St.Birgitta
gehört zur Diözese München-Freising. Die Pfarrei bildet seit
2007 mit den Pfarreien Wollomoos und Sielenbach einen Pfarrverband.
Die Gläubigenzahl (mit Kindern) betrug um 1550: 700, um 1730: 1350, um
1830: 1450 und um 1930: 2200.
Berichte
aus der Pfarrei
Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben
von Altomünster berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar
mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck
aus der damaligen Zeit. So wird im Amperboten von 1921 über ein Jubelfest
des und Veteranen- und Kriegervereins mit 3000 (!) Teilnehmern berichtet.
Wenn Sie am Bericht interessiert sind, klicken Sie hier...
Die Kirche steht auf einem im unteren Teil steil ansteigenden und sich weiter oben etwas abflachenderen Hang inmitten der Marktgemeinde. Klöster betrachteten sich als geistliche Städte, die sich Jerusalem, die ebenfalls auf Hügeln erbaut ist, zum Vorbild nahmen. Im Psalmengebet der Benediktiner heißt es: Gott wohnt auf den Bergen und wird dort angebetet. Die fast 60 m lange Kirche steht aber nicht planeben auf einem Plateau; ihre Grundfläche steigt vom Eingang bis zum Chorschluss um 6 Meter an. Der Kirchenraum wirkt trotz mittelalterlicher Bauteile, insbesondere der massiven Umfassungsmauern, recht einheitlich. Die Anordnung der vier Innenräume, die kunstvoll hintereinander gelagert sind, ergeben interessante Raumperspektiven. Kunsthistoriker zählen die Klosterkirche von Altomünster zu den schönsten Rokoko-Gotteshäusern in Bayern
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Schon zu dem im Westen unter dem Turm liegenden Eingang führt eine Rampentreppe mit vielen Stufen hinauf. Um weitere 9 Stufen höher dann der große, fast quadratische Hauptraum, der außen durch jeweils vier Strebepfeiler verstärkt und durch ein separates Dach gekennzeichnet ist . Es handelt sich um einen achteckigen Zentralraum mit abgeschrägten Ecken und Emporen, über den sich eine 18 m hohe Flachkuppel erhebt. Der Raum erfüllt die Funktion des Kirchenschiffs. |
Danach
folgt ein kleinerer Raum, der sog. Beichtraum, der die Form des Hauptraums
in geringerem Ausmaß wiederholt. Darüber der Nonnenchor, der
sich wie eine Brücke quer durch die Kirche zieht. Es folgen der Altarraum
und dahinter, nochmals erhöht, der im Jahr 1617 errichtete "Herrenchor".
| Auch vertikal ist die Kirche klar gegliedert: Im Erdgeschoss der Laienraum, die Pfarrkirche, im ersten Stock die Mönche und im zweiten Stockwerk die Nonnen. Vom Nonnen- wie vom Mönchschor gehen Umgänge um die ganze Kirche, auf denen die Ordensleute an Sonn- und Feiertagen Prozessionen hielten, ohne dass sich ihre Wege je kreuzen konnten. |
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An der Nordseite der Kirche verläuft
der sog. "Finstere Gang",
der nach Nordosten abknickend in den dreieckigen Hof zwischen Kloster
und Pfarrhof führt. Dort ist in einer vergitterten Nische eine kastenartige
Tafel mit geschnitzten "Armen Seelen im Fegefeuer" zu sehen.
Aus den Wundmalen Christi (Händen, Füßen und einem dornenbekränzten
Herz) ergießen sich Blutstrahlen über die Armen Seelen (2.Hälfte
des 19.Jh.), die im unteren Bereich in Flammen schmachten und "in
ihrer Qual die Münder auf- und die Arme nach oben reißen".
Auch aus dem mit der Dornenkrone umkränzten Herz Christi lodern Flammen
der göttlichen Liebe, die ein darüber stehendes Kreuz umfangen.
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Den schlanken, reich gegliederten Turm auf der Westseite über dem Eingang hat König Ludwig I. als den schönsten Turm in seinem Königreich! bezeichnet. Er hat eine Höhe von 62 Metern und ist damit der höchste Kirchturm im Landkreis Dachau. Eine Übersicht über die höchsten Kirchtürme erhalten Sie hier...
Der mittlere Teil mit den rundbogigen großen Schallfenstern wird von grauen Eckpilastern (mit jonischen Kapitellen) eingefasst. Dorische Kapitelle weisen nach der traditionellen Säulenordnung auf einen männlichen Heiligen hin, hier St.Alto, die jonischen Kapitelle dagegen auf eine weibliche Heilige, hier St.Birgitta oder Maria). Der obere Teil mit Uhr und als Voluten gestalteten Ecklisenen trägt eine gestufte Zwiebelhaube mit Laterne mit vergoldetem Kreuz. |
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| Hinweis: Die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform der Bedachung von Kirchtürmen -auch welsche Hauben genannt- stammt aus dem Orient. Sie wurde zuerst von den arabischen Baumeistern als Weiterentwicklung der Kuppeln von Hagia Sophia und Grabeskirche verwendet. Das erste Bild kam Ende des 15.Jh mit dem Buch "Pilgerreise in das Heilige Land" von Bernhard von Breitenbach nach Europa. Es enthielt einen Holzschnitt der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom). Breitenbach glaubte, die große zwiebelförmige Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verband mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Jörg von Halsbach war der erste Baumeister unserer Gegend, der Zwiebeltürme plante: die Münchner Frauentürme. Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
Hinter den Schalllöchern
hängen sechs große Glocken, die die Gläubigen zum Gottesdienst
rufen. Fünf Glocken wurden von der Fa. Czudnochowsky in Erding in den Jahren
1948 (mit Durchmessern von 165 und 135 cm) und 1950 (Durchmesser 115, 95 u.
76 cm) gegossen. Die jüngste Glocke stammt von der Gießerei Perner
in Passau (1989, Durchmesser 103 cm).
Seit 11.Dezember 2005 hat Altomünster -als einzige Kirche im Landkreis
Dachau- ein Glockenspiel. Dafür wurden 24 weitere Glöckchen von der
Gießerei Perner angeschafft. Mit diesen Glocken werden Kirchenlieder aus
dem Gotteslob gespielt, abgestimmt auf das Kirchenjahr.
Innenausstattung
Man betritt die Kirche unter dem Turm durch eine verzierte Tür und kommt in einen Vorraum, der noch aus der alten romanischen Basilika von 1240 stammt. 'Der Eingang ist schmal. Ob der Baumeister an das von Matthäus in Kap.7 Vers 13 überlieferte Jesuswort gedacht hat: "Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen".
Im Gewölbe links ist seit 1872 eine Felsengrotte mit einer Todesangst-Christi-Kapelle eingerichtet (Einweihung durch Erzbischof von Thoma am 14.Okt. 1890). Vorher war der Seitenraum eine Rumpelkammer.
| Vor einem Panoramabild sind die Figuren von Jesus, den drei schlafenden Jüngern und dem Engel, der Jesus den Kelch reicht, zu sehen (nach Plänen von Ludwig Hack). | Daneben steht die überlebensgroße Figur des gefesselten Heilands im Kerker, die im Jahr 1767 von Franz Paul Arnoldt aus Dachau (Franz de Paula Arnoldt), dem Schöpfer der großen Altofigur im Turm, geschnitzt wurde. |
| Daneben sind hinter einem großen Gitter die Reste aus einem Beinhauses (Karner) zu sehen, das es in Altomünster -an dieser oder anderer Stelle- sicher gab. Auf einem fünfstöckigen Regal liegen die bemalten und mit Inschriften versehenen Totenschädel der Verstorbenen. |
Hinweis:
Das Beinhaus oder Karner (lat.carnarium=Fleischkammer) war vom Mittelalter
bis zum 19.Jh. ein meist an die Kirche in der Nähe des Eingangs angebaute,
zweigeschossige Friedhofskapelle, in deren Untergeschoss die Gebeine der
schon lange Verstorbenen aufbewahrt wurden, um Neuzugängen Platz zu
machen. In früheren Jahrhunderten war die Lebenserwartung nicht so
hoch; so sind in Relation zur Bevölkerungszahl mehr Menschen gestorben.
Friedhöfe waren damals immer um die Kirche herum angelegt und kaum
erweiterungsfähig.
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Daneben stehen mehrere Grabdenkmäler
an der Wand. Ein Epitaph erinnert an Christina
von Machslrain zu Hochenburg (+1535), geborene Fürgerin von
Millans, gestorben am Monatag nach St.Martin 1536. Es besteht aus Rotmarmor
und ist 2 Meter hoch und 98 cm breit. Darauf sind in einem Relief die
sind die Verstorbenen und zwei Wappentafeln mit doppelter Helmzier zu
sehen. Darunter eine weitere Inschriftentafel für ihre fünf
Enkel aus der Ehe zwischen ihrer Tochter und Wolf von Schellenberg; sie
knien in zeittypischer Tracht vor einem Allianzwappen. |
|
| Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
Ein Kriegerdenkmal erinnert an die vier
aus der Pfarrei Altomünster stammenden Soldaten, die teils an der Seite
Napoleons, teils gegen ihn gekämpft haben und gefallen sind. Einer der
Männer starb in der Schlacht bei Wageram (nahe Wien) am 5. und 6. Juli
1809, in der Napoleons französische Truppen mit bayerischer Unterstützung
die Österreicher besiegten. Zwei
andere Männer starben beim Rußlandfeldzug der französisch-alliierten Truppen
in Pollozk in der Nähe von Wilna/Litauen. Dort hatte sich der bayerische
General Wrede schwere Gefechte mit der russisch-finnische Armee geliefert.
Lourdesgrotte
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Rechts im Vorraum ist eine
Muttergotteskapelle eingerichtet.
Eine große Figur der Lourdesmadonna steht in einer künstlichen
Felsengrotte. Darunter befindet sich ein Lichtspalier, auf das Opferkerzen
gesteckt werden können.
|
Die Muttergotteskapelle dient(e) den Mitgliedern der im Jahr 1644 gegründeten Rosenkranzbruderschaft als Gebetsstätte (früher hielten sie ihre Andachten am unteren Choraltar ab). Innerhalb dieser Bruderschaft gab es auch eine sog. Stundenbruderschaft. Die besondere Beziehung des Birgittenordens zum |
| In diese Kapelle wird übrigens
das Brunnenwasser der
Altoquelle geleitet. Das Wasser entspringt unter dem Altoaltar (rechts)
im Hauptraum der Kirche, wird in den Klosterhof und von dort zurück
in die Kapelle geleitet. Der kleine Brunnen besteht aus Marmor. Das Wasserrohr ragt aus einem kleinen Relief in die Nische herein. Auf dem Relief wird das Quellenwunder des hl. Alto dargestellt. Der Heilige schlägt mit seinem Stab an einen Felsen. An dieser Stelle entsteht die Quelle. |
Altomünster ist einer der letzten großen
Rokokobauten. Dies ist schon an der zwar graziösen, sparsam verwendeten
Stuckierung (Wessobrunner
Schule) von Jakob Rauch, Augsburg zu erkennen, die den Wänden
einen alabasterartigen Schimmer verleiht. Man spürt hier schon den beginnenden
Klassizismus. Rauch hatte einige Jahre vorher den Stuck in der Kirche von Sittenbach
gestaltet.
Auch die 1766/68 von Joseph Mages (1728-1769) kurz vor seinem Tode gemalten
Deckenbilder (sign.) sind in der Bewegung gedämpfter, als man es im Rokoko
sonst erleben kann. Mages schuf übrigens auch vier Altarblätter für
Altomünster.
Über neun Stufen gelangt man zu einem kunstvollen
Gitter, das 1763 vom Klosterbruder Martin Offner geschmiedet wurde. Dieses
farbig gefasste Gitter hat zwei Flügel und zwei feststehende Teile. In
die Flügel sind unten Birgittinnenkreuze, Weintrauben und Rosenblüten
eingefügt. Im Fries oben ist das Dreifaltigkeitssymbol zu sehen, umgeben
von Cherubim und Seraphim (Erzengel). Des weiteren erkennt man Das Auge Gottes,
brennende, mit Dornen und Blüten bekränzte Herzen Jesu und Mariens,
umgeben von Gloriolen (Heiligenscheinen).
Die Gitter scheinen gewaltsam unter die Empore eingepasst worden zu sein, da
die abschließenden Ornamente schon etwas im Deckenputz stecken. Auch die
Anschlüsse an die Gestühlsteile des Vorraums sind nicht original.
Es ist von einer nachträglichen Veränderung an Gitter oder Gestühl
auszugehen.
| Hinweis: Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreiteten sich nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII. im Jahr 1765. Das Herz Mariens ist Zeichen für die mütterliche Liebe. |
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|
Durch das Gitter gelangt man zum achteckigen Kirchenschiff mit 18 m hoher Hängekuppel. Fischer hat diesen Raum als Zentralraum gestaltet, wie in Bergkirchen oder Sigmertshausen. Die Ecken sind abgeschrägt. Lisenen gliedern die Außenwände. Über vorkragendem, umlaufenden Gebälk sind über zwei Stockwerke Emporen mit rundbogigen Öffnungen mit herrlich geschnitzten Gittern angebracht. Viele Fenster (im barocken, unteren Teil zwei Reihen, im gotischen Herrenchor nierenförmig) sorgen für einen lichten, hellen Raum. Ein Verbindungselement zwischen den verschiedenen Raumteilen ist die gleiche Höhe der Gewölbeauflage (Kämpfer), unabhängig von der Höhe des Gewölbes. Der Stuck wurde -wie erwähnt- von Jakob Rauch 1766 bis 1768 geschaffen. Er besteht aus Rocaillekartuschen, Blütengirlanden sowie rosa gefasste Putten und Engelskaryatiden (=weibliche Säulenfiguren als Gebälkträgerinnen)unter der Hauptkuppel. An der Brüstung der Orgelempore ein Stuckrelief mit zwei musizierenden Putten, am Gebälk des Hauptraums vier Gruppen von je zwei Putten mit Attributen christlicher Tugenden. Die Pilaster an den Wänden haben Stuckkapitelle mit Cheruben und Birgittenkreuz. |
In den beiden östlichen Schrägen Ecken stehen die vom Münchner Bildhauer Johann B. Straub (um 1772) erbauten Altäre zu Ehren des Hl. Augustinus, bzw. des Hl. Alto. Ihr Holz ist rosa und grün marmoriert (= mit Marmormuster bemalt) und mit Schnitzdekor vergoldet. Im oberen Teil der Altäre eine Lichtöffnung, die mit einer baldachinartigen Reifkrone überdeckt ist. Durch sie scheint sich der Altaraufbau im oberen Teil fast aufzulösen. Über das Eck gestellte und gebauchte Pfeiler tragen ein Gebälk mit Ziervasen. Im Auszug der beiden Seitenaltäre vorgewölbte baldachinartige Gesimse mit Ziervasen und schwebende Engel mit Reifkronen
|
Beide Seitenaltäre enthalten Skelettreliquien
mit Brustreliquiar
(St.Maximilianus und St.Sebastian). Es handelt sich um nicht identifizierte
Gebeine aus den Katakomben in Rom, die man Märtyrern zugeordnet und auf
deren Namen nachgetauft hat. Sie sind mit kostbaren Gewändern, einem hellroten
Obergewand, einem weiten, langen Rock aus Seidendamast und einem herabfallenden
Umhang gekleidet. Die Gewänder sind mit Perlen, farbigen Steinen
und Pailletten verziert. An den Füßen tragen sie schöne Schnürschuhe.
In den Händen halten sie eine Krone und die Märtyrerpalme aus Klosterarbeit.
Auf dem mit tülleartiger Seide umhüllten Kopf sitzt ein goldener
Lorbeerkranz. Beide Reliquien wurden 1724 erworben, um 1770 gefasst und
1861 u. 1907 restauriert. |
![]() Skelettreliquie des hl.Sebastian |
| Am Augustinusaltar (links) eine annähernd vollplastische Figur dieses Heiligen unter einem Gloriolenfenster mit einem entflammten Herzen als Symbol der Gottesliebe. Der kleine Engel, der auf ein aufgeschlagenes Buch zeigt erinnert an die Bekehrung des Augustinus. Als er im Garten spazieren ging, rief ihm ein Engel zu: tolle lege" (nimm und lies). Augustinus fand im Haus eine aufgeschlagene Bibel mit dem Text des Römerbriefs (13,11) und trat danach zum Christentum über.Augustinus wird von den Birgittinnen als Gründervater verehrt, da die Birgittenregel im ersten Teil die Regel des hl.Augustinus enthält. |
| Links der Apostel Jakobus der Jüngere mit der Walkerstange (Wollbogen). In der kirchlichen Tradition werden die Lebensdaten von zwei Heiligen mit Namen Jakobus zu einer Vita vermischt. Jakobus der Jüngere, der Sohn des Alphäus war Apostel. Über seinen weiteren Werdegang nach Christi Himmelfahrt ist nichts bekannt. Vielleicht war das der Grund, ihm das Martyrium zuzuschreiben, das Jakobus, der "Bruder des Herrn" und spätere Bischof von Jerusalem erleiden musste. Der wurde im Jahr 62 von der Mauer Jerusalems gestürzt und mit einer Walkerstange (für die Filz-Herstellung) erschlagen. Auf der rechten Seite steht Apostel Thomas, der Zweifler mit einem Spieß in der linken Hand. Die rechte Hand hat er an die Brust gelegt zum Zeichen der Überwindung seines Zweifels an der Auferstehung Christi. |
|
In der Predella
des Altars, links und rechts vom Tabernakel stehen prächtige Reliquienmonstranzen,
die
sehr stark einer Hostienmonstranz gleichen. Sie besitzen eine
reich geschnitzte Umrahmung sind vergoldet und versilbert. Fast alle wurden
um 1700 aus Holz geschnitzt. Der Fuß ist mit einem Schaftring und
einem Vasennodus geschmückt. |
| Im Sockel des Altars liegt in einer verglasten Nische hinter dem Ziergitter eine geschnitzte Liegefigur, eine Holzstatue der hl. Birgitta aus dem 19.Jh. |
| Hinweis: Birgitta wurde um 1303 als Tochter von Birger Persson, einem der reichsten Grundbesitzer Schwedens geboren. Als sie elf Jahre alt war starb ihre Mutter; ihr war kurz vor Birgittas Geburt, als sie bei einem Schiffbruch gerettet wurde, Maria erschienen und hatte ihr ein "seliges" Kind prophezeit. Schon im Alter von sieben Jahren hatte auch Birgitta Visionen des Gekreuzigten Christus und teuflischer Ungeheuer, die sie mit dem Kruzifix bannte. Mit Dreizehn heiratete sie und gebar acht Kinder. 1335 wurde Birgitta Hofmeisterin bei der Gemahlin von König Magnus Eriksson. Mit ihrem Mann unternahm sie 1342 eine Wallfahrt nach Santiago di Compostela. Als ihr Mann 1344 starb, häuften sich die Visionen. Die über 600 ihrem Sekretär, einem Priester, diktierten Visionen wurden so schriftlich festgehalten, dann übersetzt und verbreitet. Sie sind in der Kunst vor allem für die Darstellung der vor dem Kinde knienden Maria bedeutsam geworden. Dann zog sie sich in die Nähe der Zisterzienserabtei von Alvastra zurück, wo sie ein Leben in Armut führte. Sie erhielt in ihren Visionen Auftrag und Regeln für eine Klostergründung, die zur Reform des Mönchswesens beitragen sollte. Birgitta gründete den nach ihr benannten Birgittenorden, dem sie ergänzte Augustinerregeln gab und der Schwestern und Priester, eine Klosterfamilie als Symbol der Urgemeinde, umfasste. Der schwedische König Magnus stellte Birgitta 1346 das Gut Vadstena am Vättersee zum Bau eines Ordenshauses zur Verfügung. Politisch engagiert, kritisierte sie den Lebenswandel von Priestern und Bischöfen. 1349 begab sie sich nach Rom, um die Anerkennung des Birgittenordens zu erwirken; aber erst 1370 ordnete Papst Urban V. an, in Vadstena je ein Kloster für Nonnen und für Brüder zu errichten; die Anerkennung des Ordens 1378 erlebte Birgitta, die am 23. Juli 1373 in Rom starb, nicht mehr. Zunächst in Rom bestattet, wurde Birgitta 1374 nach Vadstena überführt. Das erste Birgitten-Kloster auf dem europäischen Festland wurde in Gdansk/Danzig gegründet; dies war der Grund, warum die Arbeiterbewegung Solidarnosc Birgitta -nach Maria- zur zweiten Schutzpatronin wählte; und dies war wohl einer der Gründe für Papst Johannes Paul II., sie 1998 zur Patronin Europas zu erheben. Das einzige Birgittenkloster in Deutschland ist heute das Kloster Altomünster. |
Rechter
Seitenaltar
| Auf dem Altoaltar
(rechts) wird das Kelchwunder des St.Alto figürlich dargestellt.
Als er während einer Messe bei der Wandlung den Kelch hob, sah er das
Jesuskind in den Kelch hineinsteigen. Am Altar kniet St.Alto mit Stab und
Mitra auf einer Wolkenbank. Vor ihm ein weiß gefasster Putto. Beide
beten das aus einem Kelch erscheinende Christuskind an. Fünf Cheruben
umgeben die Szene. Die Figuren sind weiß gefasst; die Gewandsäume
und die Attribute vergoldet. Nur die Cheruben besitzen Inkarnatfassung.
Die Rückwand ist rosé gelüstert (mit metallisch irisierendem Effekt). |
|
Unter dem Altar entspringt immer noch die
Quelle, die Alto hier gefunden hat und die die Voraussetzung für
die erste Ansiedlung von Ordensleuten war. Das Wasser wird in einer Wasserleitung
aus Formziegeln unterirdisch in einen neben der Kirche liegenden Innenhof
mit Brunnenhäuschen
(seit 1669 mit Quadersteinen gemauert) und seit 2004 wieder zurück
in die Kirche - in die Lourdesgrotte im Vorraum unter dem Turm - geleitet.
Auch der Brunnen auf dem Marktplatz wird von diesem Wasser gespeist. Im
Beichtraum wird in einem Deckengemälde
das Auffinden der Quelle durch St.Alto gezeigt. |
Assistenzfiguren sind auch hier zwei
Apostel (1770, Joh.B.Straub).
|
Links der Apostel Simon,
der eine mannshohe Säge vor sich hält. Simom wurde der Legende
nach bei seinem Martyrium zersägt. Simon wird barfuß abgebildet, Thaddäus mit Stiefeln. |
Im Sockel des Altars liegt in einer verglasten Nische hinter vergoldetem Ziergitter eine Holzfigur des hl.Alto aus dem 19. Jh. |
| Während der Gottesdienste steht
auf dem rechten Seitenaltar ein Glasschrein mit der Hirnschale
des hl. Alto, die der Überlieferung nach hier in Altomünster
in einem Grab, das dem Heiligen zugeordnet wird, gefunden worden sein soll.
|
Die Hirnschale ist in Gold gefasst. Den Schrein haben Schulkinder zur 1200-Jahr-Feier im Jahr 1930 gestiftet. Am 9. Februar, dem Festtag des Heiligen, wird sie in feierlicher Prozession durch die Kirche getragen und danach den Gläubigen einzeln auf den Kopf aufgelegt. | ||
Im Altarauszug
des rechten Seitenaltars sieht man zwei Engel mit Reifkrone.
Auch auf dem rechten Seitenaltar stehen zwei
Reliquiare, die denen auf dem linken Altar gleichen. Die Texte auf den
Cedulae sind bis auf "S.Joannis de Deo C." unleserlich.
Deckengemälde im Hauptraum/Kirchenschiff
Die Deckengemälde im Hauptraum wurden 1768/69 von dem in Augsburg wohnenden Tiroler Joseph Mages geschaffen. Seine Signatur ist im Südosten der Hauptkuppel zu sehen.
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Im Rahmen des Kuppelbildes sind vier Wappen zu sehen: im Osten das des Frauenkonvents, im Norden, das der Altobruderschaft, im Westen das des Herrenkonvents und im Süden das der Rosenkranzbruderschaft. Das Deckengemälde in der Kuppel des
Hauptraums zeigt in der Mitte die Hl.Dreifaltigkeit auf Wolken
vor hellem Lichtschein und umgeben von Engeln und Heiligen (Bild links).
Auf der linken Seite mehrere Ordensleute, daneben St. Alto im Abtsgewand
Ein Engel hält den Stab und Mitra. Rechts von St.Alto steht die gekrönte
Maria auf einer Mondsichel. Mit der rechten Hand hält sie ihren Mantel
schützend über die Szene unter ihr. Vor Maria kniet die hl.
Birgitta. Sie blickt zu Maria auf und weist mit der Rechten auf die Gründungsszene.
Damit empfiehlt sie das Kloster dem Schutz Mariens. Die erste Kirche war
auch eine Marienkirche und der ursprüngliche Name des Klosters war
Maria Altomünster. |
An den Rändern des Gemäldes wird in
zwei größeren und zwei kleineren Bildern die Gründungsgeschichte
von Altomünster dargestellt:
| An einem Hügel mit hohem Baumbestand und einem kleinen Bach stehen der Mönch St.Alto mit Stab und ausgebreiteten Händen vor dem König Pipin dem Kurzen, der von seinem Pferd abgestiegen ist. Pipin in bunter Tracht und Hut weist mit seiner Reitgerte auf die Waldlandschaft, die er dem Mönch schenken will. Zwei Begleiter des Königs, als Jäger dargestellt, beobachten die Szene. Links im Hintergrund die Klause von Alto, eine Hütte einfachster Art. |
| Das Gemälde an der Ostseite stellt die Gründung des Birgittenklosters in Altomünster dar. Auf einer Plattform überreicht der in einen weiß-blauen Mantel mit Hermelinüberwurf gekleidete Herzog Georg der Reiche (dessen prächtige Hochzeit in Landshut immer noch nachgefeiert wird) die Gründungsurkunde mehreren Ordensfrauen in der Tracht der Birgittinnen. Neben dem Herzog steht seine Gemahlin Hedwig (Jadwiga) von Polen in goldbesticktem Kleid. Ihre Familie hatte in Polen ein Birgittenkloster gegründet. Dies förderte sicher die Ansiedlung des Ordens in Bayern. Eine Ebene tiefer und außerhalb der Balustrade, die die Plattform umgibt, |
| Das Fresko auf der Südseite zeigt eine Gruppe von Heiligen. Links St.Augustinus in Bischofsornat, daneben St. Leonhard, die Kette schwingend. Aufrecht steht St.Florian oder St. Donatus in Soldatenkleidung mit der Fahne in der Hand. Dahinter sitzt St. Wendelin in Hirtenkleidung. Hinter Wendelin drei heilige Frauen. Über dieser Gruppe auf Wolken eine weitere Heiligengruppe. Darunter die Heiligen Crispin und Crispinian, die Patrone der Schuster mit einem Hämmerchen. |
| Das große Gemälde auf der Westseite hat die Bestätigung des Birgittenordens zum Inhalt. In der Mitte steht Papst Urban V., der zur Bestätigung von Avignon nach Rom gereist war, an einen kleinen Rundtempel als dem Symbol der Kirche gelehnt. Hinter ihm hält ein Kardinal mit großem Hut auf dem Kopf ein aufgeschlagenes Buch in den Händen. Vor dem Papst kniet demütig die hl. Birgitta von Schweden in der grauen Ordenstracht: auf dem Kopf die Krone der Birgittinnen (=aus weißen Leinwandstreifen |
Unterhalb der Gemälde, an den acht grünen Kuppelzwickeln, sind rosa gefärbte Engelkarytiden (Gebälkträgerinnen) angebracht.
Die Fresken wurden 1871, 1898, 1907, 1928 und 2000-2003 renoviert.
In den Kirchen des Birgittenordens befinden sich auf Anordnung der hl.Birgitta Figuren aller zwölf Apostel (Apostelzyklus). In Altomünster stehen sie als Assistenzfiguren an den Altären.
| In der Südwestnische steht
der fast 1 Meter hohe spätgotische Taufstein
aus Rotmarmor (14.Jh). Er besitzt ein kanneliertes Becken mit zwei Eisenringen,
das auf einem ebenfalls kanneliertem Säulenstumpf ruht. Auf dem marmorierten Holzdeckel in Form einer stark eingezogenen Zwiebelkuppel sind barocke Schnitzfiguren von St.Johannes dem Täufer mit Kreuzstab, Schriftband (Ecce Agnus Dei) und Taufschale und den die Taufe empfangenden Jesus angebracht. Sie stammen vom Dachauer Bildhauer Franz de Paula Arnoldt (1724-1788), der auch die Figur des gefesselten Heilands im Kerker, die großen Altofigur im Turm (jetzt ersetzt) und das Speisgitter geschnitzt hat. |
| Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. Es hat in der Regel eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. Die Worte "Ecce Agnus Dei - übersetzt: Seht das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" sprach Johannes der Täufer, als er Jesus erstmals begegnete (Joh.1,29) |
| An der Süd-und Nordseite sind in die Wand unter den Emporen vier barocke Beichtstühle (aus der Erbauungszeit - 1773) eingelassen. Sie sind weiß lackiert und mit vergoldeten Verzierungen geschmückt. | Der Beichtstuhl entwickelte sich erst ab dem 16.Jh zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem erhöhten Mittelteil für den Priester und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. |
| Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück. |
Darüber sind rote Emblemkartuschen zu sehen. An der Nordwand zwei Hände, die sich eine Krone reichen. Seitlich davon zertreten Füße die Abzeichen geistlicher und weltlicher Macht. Die Inschrift HANC NON ISTA (diese und keine anderen) verweist darauf, dass Birgitta nach der Krone des Lebens und nicht nach geistlichen oder weltlichen Würden strebte. In der Kartusche auf der Südseite lehnen an einer Säule ein Pilger- und ein Birgittinnenstab. Im Hintergrund zwei Stadtansichten. Die Inschrift PEREGRIANDO (durch Wandern) weist auf die zwei großen Pilgerfahrten von Birgitta nach Santiago de Compostela und nach Jerusalem hin.
Die noch aus der Erbauungszeit stammenden Kirchenbänke haben reich verzierte Rocaillewangen, die der Klosterbruder Martin Offner geschnitzt hat. Bis 1885 hatten die Gestühlsteile getrennte Podeste. Die Bänke bestehen aus Eichen- und Nadelholz.| Die Bestuhlung im Hauptraum erstreckt sich ohne Mittelgang über die ganze Breite des Kirchenraums. Männer und Frauen sind durch eine Mittelwand aus Holz getrennt.In Altomünster ist übrigens die rechte Seite die Frauenseite; ein Hinweis auf die "Herrschaft der Frauen" im Kloster. Ein Teil der Kirchenbank-Wangen hat eine blaue Farbe. Es handelt sich um ein sog. "Smalte-Blau", das bei der Restaurierung 2003 mit viel Aufwand hergestellt wurde: Für einen Liter Farbe ist u.a. das Eiweiß von 10 Hühnereiern erforderlich. | |
| An den Kirchenbänken auf
der tiefen Empore sind noch die Namensschilder
angebracht, die früher den Bewohnern eines Hofes oder den Mitgliedern
einer Familie einen festen Platz sicherten. Diese
festen Plätze in der Kirchenbank waren in
der Regel an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch
den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl. Solche Namensschilder sind auch noch in den Kirchen von Ainhofen, Odelzhausen, Dachau, Ebertshausen, Eglersried, Einsbach-Hl.Blut, Langenpettenbach, Puchschlagen und Asbach erhalten |
| Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten. |
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Prozessionsstangen An den Kirchenbänken sind Prozessionsstangen mit rd. 40 cm hohen Heiligenfiguren befestigt, die zumeist aus dem 18.Jh stammen. Vorhanden sind Stangen mit Figuren der Heiligen Florian (um 1700), Josef (18.Jh), Leonhard, ein hl.Bischof (um 1700), Moses (18.Jh), Mönch (18.Jh), unbekannter Heiliger (18.Jh). |
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![]() Der Hauptraum - Blick vom Beichtraum zum Eingang Vergrößerung von 8 Details (Orgel, Decke, Kanzel, Kanzelkreuz, Figuren) per Mouseklick |
Kreuzwegbilder und Apostelleuchter
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| Am südöstlichen Pfeiler, am Übergang zum nächsten Raum ist rechts die Kanzel (von Franz de Paula Arnold ?) angebracht. Sie ist aus Holz geschnitzt und rotgrau marmoriert. Das Schnitzdekor ist vergoldet, der Skulpturenschmuck polychrom (=mehrfarbig) gefasst. An den Ecken des rechteckigen Kanzelkorbs sitzen Putti mit den Symbolen der vier Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler). |
| Die Putten
halten geöffnete Evangeliare (Bibeln) mit dem Text des Weihnachts-Evangeliums
in der Hand. (Matthäus Kap.2, Vers 1 - Lukas Kap.2, Vers 1 - Johannes Kap.1 Vers 1). Da das Markusevangelium keine Weihnachtsgeschichte enthält, fehlt beim Löwen auch das Buch. |
| Hinweis: Das Motiv des Posaunenengels geht auf Papst Leo I. (440-461) zurück, der schreibt, dass von der Kanzel die Posaune des Evangeliums ertönt. Der Posaunenengel ist auch Zeichen für das jüngste Gericht. Der Engel bläst nicht zu den Kirchenbesuchern, sondern zum Altarraum, also nach Osten. Aus dieser Richtung wird Christus am Weltenende erwartet. |
| Der Kanzel gegenüber hängt das sog. Kanzelkreuz mit einer darunter stehender Figur der Schmerzensmutter (mater dolorosa) in blaurotem Gewand und einem Schwert in der Brust. Beide Figuren sind überlebensgroß. | Der Korpus des Kanzelkreuzes stammt aus dem 16.Jh., dem Übergang von der Gotik zum Barock. Bei der Renovierung im Jahr 2002 wurde die Originalbemalung wieder hergestellt. Der Kopfschmuck besteht wie im Original wieder aus Echthaar. Die Figur der schmerzhaften Muttergottes wurde von Franz de Paula Arnoldt (?) geschnitzt. |
| Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. Das Schwert in Marias Brust erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35)bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". |
In der Kirche sind viele Opferstöcke unterschiedlicher Gestaltung angebracht. Die ersten beiden, kleinen Opferstöcke hängen am Schmuckgitter des Eingangs zum Hauptraum und wurden um 1770 vom Klosterbruder Martin Offner gefertigt, der auch das Gitter geschmiedet hat.
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Ein schöner alter Opferstock mit Holzsockel steht in der Nordwest-Nische. Er ist mit zwei Eisenbändern gesichert. Über ihm ein Bügel, der das Herausfischen von Geldscheinen verhindern soll. Der Opferstock stammt aus der Zeit um 1700. |
Neben den Seitenaltären hängen wieder kleinere Exemplare. Auch der Sockel der Mater dolorosa unter dem Kanzelkreuz enthält einen Opferstock. |
| An der besonders geschmückten Westempore im ersten Stock steht die Orgel im prächtigen Rokokogehäuse. Über den Orgelpfeifen das Ziffernblatt einer Uhr. Das rot marmorierte Orgelgehäuse stammt aus der Zeit um 1760 und wurde für die große Klosterkirche von Taxa geschaffen. Es erscheint deshalb in Altomünster auch etwas in die Empore eingezwängt. Die Außenfelder sind durch den Bogen teilweise dem Blick des Betrachters entzogen. 1984 wurde das fünfteilige Gehäuse von der Fa Binapfl restauriert. |
| Erbauer der Orgel war Johann Franz Michael König (1723-1791) aus Ingolstadt. Bei der Säkularisierung im Jahr 1803 kam das Werk (über eine Versteigerung) nach Altomünster. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Kirche in Altomünster noch keine große Kirchenorgel, weil die Ordensregeln der Birgittinnen kein Orgelspiel erlaubten. Lediglich ein kleines Orgelpositiv war vorhanden, das der Pfarrkirche in Rieden (Lkr. Aichach-Friedberg) überlassen wurde. 1883 wurde die Orgel von der Fa. Steinmeyer aus Öttingen überarbeitet. Auch Albert Moser wird in der Fachliteratur mit einer Arbeit in Altomünster im Jahr 1919 erwähnt (zwei Manuale mit 33 Registern). |
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Disposition
der Moser-Orgel von 1919 (nach Brenninger): |
Über der Orgelempore befindet sich der sog. Predigtchor der Nonnen. Die Ordensfrauen hatten von ihrem verglasten Nonnenchor über dem Beichtraum aus zwar eine gute Sicht auf den Choraltar und die Altäre im Herrenchor, nicht aber auf die Kanzel. Deshalb wechselten sie zum Anhören der Predigt auf ihrem Stockwerk ganz nach hinten.
Über dem Durchgang zum sog. Beichtraum beginnt hinter der geschlossenen Ostempore im 2. Stockwerk der Nonnenchor über dem Beichtraum erstreckt.
Wegen des Umfangs der Seite finden Sie die Beschreibung der übrigen Räume auf eigenen Seiten, auf die Sie durch einen entsprechenden Mouseklick gelangen können.
In Altomünster hat sich noch ein hölzerner
Palmesel erhalten, der früher, und seit einigen Jahrzehnten wieder,
in der Prozession am Palmsonntag mitgeführt wird. Es gibt nur noch zwei
solche originale Figuren in unserem Gebiet (zweiter in Scheyern).
| Hinweis: Im Mittelalter war es üblich, am Palmsonntag einen lebenden Esel mit einem als Jesus verkleideten Priester in der Palmprozession mitzuführen. Als die Esel seltener wurden, hat man sie durch eine hölzerne Figur auf Rädern ersetzt. Im Laufe der Jahre wurde aber mit diesem Esel viel Unsinn getrieben (mit Brezen behängt, aus der Kirche entführt oder bei Kinderlosigkeit sogar ins Bett gelegt). Wegen dieser Auswüchse wurde der Esel durch bischöflichen Erlass verboten. Die Figuren wurden zu Brennholz zerschlagen. Deshalb sind heute kaum noch Esel vorhanden. Es ist kein Zufall, dass beide erhaltenen Figuren in Klöstern zu finden sind. |
Hans Schertl
| zum
Beichtraum.und Nonnenchor zum Altarraum... zum Herrenchor... |
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Im Klostertrakt liegt auch das schöne Pfarrhaus mit Walmdach, das um 1690 als Gästehaus des Klosters für den Bischof errichtet wurde. Zum Pfarrhof wurde es 1803. Im Inneren besitzt es mehrere barocke Stuckdecken.
Die Kirche ist an Sonntagen ganz und sonst zu den Gottesdienstzeiten geöffnet. In der übrigen Zeit kann man das Innere durch ein Abschlussgitter bewundern. Kostenlose Führungen finden an jedem Sonntag um 14.30 Uhr und sonst nach Terminabsprache statt: Telefon 08254/8235.
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Quellen:
siehe Kurzbeschreibung
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16.8.2011