zur Landkreiskarte               zur Hauptseite             Kirchen in der Gem.Erdweg

Die Wandgemälde in der Basilika auf dem PETERSBERG


Pantokrator Christus in der Mandorla über dem Hochaltar
(daneben Petrus und Paulus)
darunter
die Symbole der vier Evangelisten, die vier apokalyptischen Wesen: Mensch, Löwe, Stier und Adler. 

Vor 1000 Jahren konnte fast kein Gläubiger lesen. Diese Kunst war im Wesentlichen der Geistlichkeit vorbehalten. Auch viele  Adelige waren Analphabeten. Der Kirchenraum sollte deshalb den Besuchern die Religion bildhaft erklären und durch figürliche Darstellung verdeutlichen und einprägen.

So um die Jahrtausendwende kam der erzählende farbige Bildstreifen in der Malerei in Mode. Deshalb wurden die Mittelapsis auf dem Petersberg in dieser Weise ausgemalt. Die Bilder müssen bis 1119 gemalt gewesen sein, da in diesem Jahr der Konvent die Stammburg der Grafen von Scheyern zum Geschenk erhielt und bald darauf dorthin umzog. Wahrscheinlich unterblieb wegen dieses raschen Umzugs die Ausmalung der beiden Nebenapsiden.

Bei der großen Restaurierung 1907 aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Kirche-  entdeckte man in der Hauptapsis unter sieben Farb- und Putzschichten romanische Wandmalereien, aber nur noch in Bruchstücken. So waren z.B. durch den Abbruch des oberen Teils der Hauptapsis und den Einzug einer Flachdecke vom Bild des Pantokrators und der danebenstehenden Apostel Petrus und Paulus nur noch die Füße und die vier Evangelistensymbole erhalten. Durch den Ausbruch der beiden Fenster waren die Martyriumsszenen verstümmelt. Gut zu erkennen, war nur die unterste Zone mit dem Marienbild und den Engeln. Unter dem Mäanderband konnte aber noch ein Teil der Inschrift mit den Namen Petrus und Paulus entziffert und vom Chorbogen, der in den Dachraum hineinragte, die aufsteigenden Rauchfassengel freigelegt werden.
Wie Professor Haggenmiller feststellen konnte, war die originale Ausmalung der Apsis erst nach und nach erfolgt; denn es ließen sich dort die Lichtspuren von allen 12 Apostelkerzen nachweisen. Das Muttergottesbild mit den Engeln soll sogar erst nach der zweiten Kirchenweihe von 1110 entstanden sein. In den beiden Nebenapsiden waren überhaupt keine Spuren von Malerei zu entdecken. Die baldige Übersiedlung der Benediktioner nach Scheyern hatte wohl eine weitere Ausmalung der Kirche unterbunden.    

Die Denkmalpfleger von 1907 standen vor der Entscheidung, was mit der Hauptapsis, dem liturgischen Zentrum der Kirche geschehen soll. Man konnte die Gemäldereste in diesem größtenteils zerstörten Zustand belassen oder die Bilderreste übertünchen und etwas ganz Neues an dieser Stelle schaffen oder die Wandgemälde zu ergänzen. Man entschloss sich zu angleichender Ergänzung der fehlenden Teile, wobei Professor Haggenmiller sich von den romanischen Bildern der Abteilkirche Prüfening bei Regensburg anregen ließ. Bei der Restaurierung wurde aber der Unterschied zwischen der originalen und den ergänzten Partien nicht kenntlich gemacht, sondern alles einheitlich gestaltet, um eine bessere Wirkung beim Betrachter zu erzielen. Nur in der Apsiswölbung hat der Restaurator durch einen dunkleren Hintergrundstreifen zwischen den unteren Teilen der Apostelgestalten und den vier Evangelistensymbolen die Grenze markiert, von der ab er den majestätischen Christus in der Mandorla und die Apostel Petrus und Paulus neu gestaltet hat. Bei den Martyriumsbildern in der mittleren Zone ist nicht mehr zu erkennen, welche Teile al und welche -wegen der später hier eingesetzten und wieder zugemauerten Seitenfenster- ergänzt worden sind.

Was ist nun von den Wandgemälden zu halten ? 
Es stecke mehr zwanzigstes als zwölftes Jahrhundert in den neuen Gemälden, sagen viele Kunsthistoriker. Heute wäre eine solche "Ergänzung" nicht mehr vorstellbar. Als Laie aber kann man sich über die Schönheit dieser beeindruckenden und einprägsamen Darstellungen ganz einfach freuen, wie dies wohl auch die Menschen getan haben, die vor 900 Jahren diese Kirche besucht haben. Zudem ist die Basilika durch die Ausmalung der Nebenapsiden noch schöner geworden, als sie es jemals wohl war.
 

Mittelapsis

In der Wölbung der Mittelapsis ist in einer Mandorla Christus als Weltenrichter (Allherrscher, Pantokrator) dargestellt, der auf einem Regenbogen, dem Sinnbild für die Verbundenheit zwischen Gott und den Menschen, sitzt (siehe Bild oben und rechts). Eine Mandorla ist die in der Regel mandelförmige Gloriole um eine göttliche Figur. Sie ist mathematisch die Schnittmenge zweier sich überlappender Kreise, theologisch die Schnittmenge des Himmelskreises und des Erdkreises. Die Füße von Christus ruhen auf Gestirnen und Planeten; er ist der Herrscher der Erde und des Weltalls.

Biblische Grundlage für die Darstellung des Weltenrichter ist die Vision Gottes durch die Propheten Jesaja (vgl. Jes 6,1Geflügelter Löwe (Symbol Markus-4) und vor allem Ezechiel (vgl. Ez 1, 26-28: "Auf dem, was einem Thron glich, saß eine Gestalt, die wie ein Mensch aussah. Oberhalb von dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas wie glänzendes Gold in einem Feuerkranz. Unterhalb von dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas wie Feuer und ringsum einen hellen Schein. Wie der Anblick des Regenbogens, der sich an einem Regentag in den Wolken zeigt, so war der helle Schein ringsum. So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus".) Auch die Geheime Offenbarung und Jesaja (vgl. Jes 66,1: "Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meine Fußbank") verweisen auf die Majestas Christi.
Nach der Tradition geht die Gestalt des Weltenrichters auf das Bild des Menschensohnes zurück, das im 7.Kapitel des Buches Daniel zu finden ist. Jesus wurde in den Evangelien mit dem Menschensohn idendifiziert.

Links und rechts der Mandorla stehen die Kirchenpatrone Petrus und Paulus.

Rauchfass-EngelAnbetungsengelAdler (Symbol f.Johannes)Geflügelter Stier(Symbol Lukas)Geflügelter Löwe (Symbol Markus)Sitzende MadonnaEnthauptung von PaulusKreuzigung PetriSt.PaulusSt.PetrusGeflügelter Mensch (Symbol Matthäus)AnbetungsengelRauchfass-EngelHeilig-Geist-TaubeChristus der Weltenherrscher
Vergrößerung von Details per Mouseklick

Unter dem Pantokratorbild die Symbole der vier Evangelisten die vier apokalyptischen Wesen: Mensch, Löwe, Stier und Adler. Ein Schriftband enthält einen nicht mehr vollständig lesbaren Text ( DEI FAT.R.PETRUS.IN.CRUCE.S.O.LIGATUR...PAULUS OVIA... DE NOSC...)
Im Bildstreifen darunter:

links vom Alabasterfenster,
die Kreuzigung des hl. Petrus.

Petrus wurde im Zirkus des Nero auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten ans Kreuz geschlagen, da er nicht würdig sei, den selben Tod wie Jesus Christus zu sterben.
Auf dem Bild ist sein Leib ist mit Stricken an den Kreuzesschaft gebunden, während die Henker Nägel durch die Hände schlagen.

rechts: die Enthauptung des hl. Paulus.
Der Heilige erwartet kniend den Schwertstreich des Henkers. In den Händen hält er ein Buch als Zeichen für seine Aktivitäten bei der Verbreitung des Evangeliums.
Links von Paulus stehen zwei Frauen in besonders prächtigen Gewändern. Die geöffneten Arme und der Blick hin zu Heinrich könnten nach Auffassung von Historikern auf die Ehefrau von Heinrich IV., Bertha von Turin, hinweisen, die Heinrich auf Anordnung seines Vaters heiraten musste und von der er sich drei Jahre später in einem ebenso Aufsehen erregenden wie aussichtslosen Verfahren wieder scheiden lassen wollte.


Um beide Szene stehen viele Menschen, außen der Kaiser mit Gefolge, innen wohl das einfache Volk.

Interessant sind die beiden Darstellungen des Kaisers, der die Hinrichtungen beobachtet und beaufsichtigt. Er ist nicht wie Kaiser Nero gekleidet, unter dem Petrus und Paulus hingerichtet worden sind. Die Gewänder und die Kronen gleichen vielmehr denen des damaligen Kaisers Heinrich IV, der mit dem Papst im Investiturstreit lag und deshalb exkommuniziert war. Die Mönche auf dem Petersberg standen auf der Seite des Papstes und stellten den Kaiser auf diese Weise in die Reihe der Christenverfolger.
Auffallend ist der Altersunterschied der beiden dargestellten Kaiser.
Der Monarch auf der linken Seite mit grauen Haaren scheint älter als der rechte Kaiser mit rotem Bart und Haupthaar. Entweder wird der Kaiser Heinrich IV. in unterschiedlichen Lebensaltern gezeigt, oder es handelt sich um einen Hinweis auf den Machtübergang auf dessen Sohn Heinrich V. Dieser stieß seinen Vater 1105 vom Thron, behielt aber dessen unnachgiebige Position als Gegner der Päpste im Investiturstreit zunächst bei.
Das Gemälde könnte somit ein frühes Propagandadokument sein, falls die heute zu sehende Darstellung des Kaisers dem Originalgemälde entspricht.

An die Stirnwand um die Mittelapsis sind Engel unter roter Marmorierung sowie -oben in den Bogenzwickeln- Engel mit Weihrauchgefäßen gemalt.

Im unteren, 177 cm hohen Bildstreifen eine sitzende Maria mit Kind (Sedes sapientiae - Sitz der Weisheit). Sie ist sowohl als Gottesmutter als auch als die neue Eva mit dem Heils-Apfel (Symbolgestalt für die Kirche) dargestellt.
Umgeben ist Maria von einem "Hofstaat" aus himmlischen Engelscharen in Gestalt von acht großen Engeln mit Lilienszeptern.

Maria zeigt den Gläubigen das Jesuskind. Auf dem Bild ist die Figur von Maria sehr streng gehalten, während das lebhafte Jesuskind den Betrachter anlächelt.
Dazu passt folgender Satz aus dem Gebet "Salve Regina", das in einem die ganze Apsis umfassenden Schriftband an unterster Stelle in Latein geschrieben steht: "...und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht Deines Leibes."
Text des Salve Reginas in Latein und Deutsch:
Salve, Regina,
mater misericordiae:
Vita, dulcedo,
et spes nostra, salve!
Ad te clamamus, exules, filli evae
Ad te suspiramus,
gementes et flentes
in hac lacrimarum valle.
Eia ergo, advocata nostra,
Illos tuos misericordes oculos
ad nos converte! Et Jesum,
benedictum fructum ventris tui,
Nobis post hoc exilium ostende!
O clemens: O pia:
O dulcis Virgo Maria!
Amen
Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsre Wonne
und unsre Hoffnung, sei gegrüßt!
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas
zu Dir seufzen wir
trauernd und weinend
in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, unsre Fürsprecherin,
wende Deine barmherzigen Augen
uns zu und zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht Deines Leibes, nach dem (Leben in) diesem Elend.
O gütige, o milde,
o süße Jungfrau Maria.
Amen

 


Wandgemälde in den beiden Nebenapsiden
In den Seitenschiffapsiden wurden keine Gemäldereste gefunden. Die jetzigen Wandgemälde sind somit keine restaurierten Originalmalereien sondern eine völlige Neuschöpfung.

Die Auswahl der Themen -links Szenen aus dem Leben des hl. Martin, rechts Szenen aus dem Leben des hl. Benedikt- ist nach Jakob Mois wohl auf pastorale Gründe zurückzuführen: die Kirchenbesucher sollten daran erinnert werden, dass es sich um eine Benediktinergründung handelte und dass St. Martin von Anfang an neben dem Apostel Petrus der zweite Kirchenpatron war (dessen Reliquien hatte die Gräfin Haziga gestiftet). Jakob Mois weist in seinem Aufsatz "Dichtung und Wahrheit über die romanischen Gemälde in der Petersberg-Basilika" auch darauf hin, dass in den Gemälden einige ikonografische Ungereimtheiten enthalten sind, die sie als neuzeitliche Entwürfe kenntlich machen:
So ist St. Martin in der Szene, in der er zum Bischof von Tours erwählt wird, als vornehmer Offizier mit dem Schwert über den Knien zu sehen, während ihm Mitra und Stab hingereicht werden. Doch Martin hatte damals (371) schon längst den weltlichen Stand verlassen und war seit 10 Jahren Mönch und Abt von Ligugé gewesen. Ein Maler des 12.Jh hätte dem Abt Martin nie ein Schwert hinzugefügt. Auch die Martinsgans im Medaillon der Nordapsis verrät den neuromanischen Ursprung, weil in der Kunst die Gans erst seit dem 15.Jh als Kennzeichen des hl.Martin auftrat.
In der südlichen Apsis wird der hl.Benedikt im priesterlichen Messgewand mit einer an das Pallium erinnernden Stola abgebildet, obwohl er nie Priester gewesen war. Auch die Darstellung des Todes, am Altar kniend und das Haupt auf die Mensa gelegt, widerspricht dem Bericht von Papst Gregor dem Großen, nach dem St.Benedikt stehend, von Mitbrüdern gestützt, seinen letzten Atemzug getan habe. 

Linke Apsis

Die linke Apsis ist dem hl. Martin geweiht und enthält Darstellungen aus dem Leben des Heiligen. 

In der Apsis, der Kalotte, wird über einem perspektivischen Ornamtenband der hl. Martin als Bischof gezeigt. 

Die Mandorla, der gemalte Rahmen der Gloriole um das Bild Martins erinnert an einen edelsteinbesetzten Kranz.

Seitlich in den Zwickeln knien Engel und halten das Rundbild. Als Abschluss ist das Schriftband mit dem Text: "MARTINE ORA PRO NOBIS DEUM+" aufgemalt.

Darunter ein Schriftband mit dem Text: "MARTINUS CHRISTUM VESTIVIT +MARTINUS, PASTOR TOURS, ELIGITUR" das den Inhalt der Bilder darunter vorstellt.

Auf der rechten Seite wird die Berufung des Heiligen zum Bischof gezeigt. Martin sitzt bereits auf dem Bischofsthron und segnet die Gläubigen, während zwei Mönche Mitra und Bischofsstab halten.
Auf den Knien des Heiligen liegt das den mittelalterlichen Vorschriften für den geistlichen Stand widersprechende Schwert.

Martin wurde 371 auf Drängen des Volkes Bischof von Tours, trotz Vorbehalten seitens des Klerus und gegen seinen Willen.
Eine Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten. Der volkstümliche Brauch der Martinsgans, die man vielerorts zum Martinsfest verzehrt, rührt wohl von dieser Geschichte her. Über der Apsis ist in einem kleinen Rundbild deshalb eine Gans zu sehen.
Da diese Legende aber erst im 15.Jh entstanden ist,
hätten die Mönche auf dem Petersberg die

Das Gemälde links von dem kleinen Fenster stellt die berühmteste Legende um St. Martin, die Mantelspende dar. Allerdings nicht zu Pferd, sondern zu Fuß, auf gleicher Ebene, auf Augenhöhe mit dem Bettler .
Rechts der Bettler mit Krücke und einem Raben auf der Schulter.


Martin begegnete am Stadttor von Amiens als Soldat hoch zu Ross einem frierenden Bettler, ihm schenkte er die mit  dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels; in der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus  mit dem  Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte.

 

An der Stirnwand der linken Apsis ist der Text "SACERDOS DEI APERTI SUND TIBI COELI" zu lesen. Darüber ein Kreis mit einem Vogel und stilisierten Bäumen und dem weiteren Text: "MARTINUS VENUS PASTOR EGREGIUS".

 

Rechte Apsis

Die rechte Apsis ist dem Ordensvater der ersten Mönche auf dem Petersberg, dem hl. Benedikt geweiht, dessen Bild in der Apsis auf einem Rundbild zu sehen ist (im priesterlichen Gewand !).
Auch hier halten zwei Engel die in diesem Falle kreisrunde Mandorla.

Der Bogen enthält die Inschriften: "INTERCEDE PRO NOBIS APUD DOMINUM" und (außen) "MULTI AD EUM CONVENERUNT DISCIPULI"

Im Rundbild oberhalb der Apsis ist zwischen stilisierten Bäumen ein Kelch mit einer Kerbe abgebildet. Er erinnert an die Legende, dass Benedikt noch vor der Ordensgründung vergiftet werden sollte. Das Gift aber entfloh durch einen Sprung im Kelch, sodass Benedikt keinen Schaden nahm.
Der Text an dieser Stelle lautet: "BENEDICTUS TOTUM SE DEDIT JESU CHRISTO"

St.Benedikt

Unter einem Zackenband sind zu beiden Seiten des Alabasterfensters Bilder zu sehen:
Im Gemälde links vom Fenster stürzt der Heilige auf dem Monte Cassino ein Götzenbild

Auf der Internetseite der Benediktiner wird die Begebenheit wie folgt beschrieben:
"Dann zog Benedikt mit einigen Gefährten auf einen hohen Berg namens Cassinus. Auf ihm stand ein uraltes Heiligtum, in dem das einfache Volk den Gott Apollo nach alter heidnischer Sitte verehrte. Als der Mann Gottes dahin kam, zerschlug er das Götzenbild, zerstörte den Altar und steckte die Haine in Brand.
Den Apollotempel aber verwandelte er in eine Kirche. Darauf wandte er sich an das umliegende Volk und bekehrte es durch unablässige Predigt zum Glauben.

 

Der Text im Schriftband rund um die Apsis lautet: "BENEDICTUS ARAM GENTIUM RUIT MORITUR AD ALTARE CHRISTI".

Das Wandbild rechts zeigt den Tod des Heiligen Benedikt.
Benedikt starb am Gründonnerstag des Jahres 547, am 21.März, während eines Gebets am Altar der Klosterkirche Montecassino auf seine Mönche gestützt.
Seine Mitbrüder sahen, wie seine Seele von Engeln auf teppichbelegter, lichterfüllter Straße gen Himmel getragen wurde.


Auf dem Gemälde ist links oben die Seele Benedikts als kleine menschliche Gestalt zu sehen, die auf dem Gnadenstrahl nach oben schwebt. Aus dem Himmel streckt sich ihr die Hand Gottes entgegen, die sie nach oben zieht.

Am Scheitel des Bogens ist ein Kelch mit Kerbe zu sehen, der an den Giftanschlag erinnert, mit dem Benedikt von Mitbrüdern ermordet werden sollte. Das Gift aber war durch eine Kerbe entwichen.


 In der rechten Apsis hängen auch die Glockenseile, mit denen die Glocken in dem Türmchen darüber geläutet werden. 

Sehr gut kann man übrigens im untersten Streifen aller drei Altarräume das bei der letzten Renovierung freigelegte Bruchsteinmauerwerk in Augenschein nehmen. 

Hans Schertl

zur Hauptseite

Quellen:
Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, 1990
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Hermann Bauer, Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
Werner Widmann, Kunstreiseführer Von München zur Donau, 1966
DuMont, Kunstreiseführer Oberbayern, 1980
Konrad Krieger, Der Petersberg im Kreis Dachau, 1954

Dewiel, Rasp: Kunstfahrten in Oberbayern Süddeutscher Verlag 1989
Jakob Mois, Dichtung und Wahrheit über die romanischen Gemälde in der Petersberg-Basilika, Amperland 75/1
Franz Zeheter, Kirchenführung 2004
Josef Mayer, Christus in der Mandorla, Petersberg-Rundbrief 2007
Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

11.7.2008