zur Landkreiskarte         ausführl.Beschreibung          Kirchen in der Gem.Erdweg

Basilika Peter und Paul auf dem PETERSBERG

Luftbild
Adresse: 85253 Erdweg, Petersberg 1
Lage der Kirche auf der Landkarte


K
urzbeschreibung

Die Basilika St. Peter und Paul auf dem Petersberg bei Erdweg ist eine der ältesten, noch erhaltenen Kirchen in der Diözese München-Freising und das einzige Bauwerk der Romanik, das noch zu einem großen Teil im Stil dieser Zeit erhalten ist. Die Bezeichnung Basilika für die Kirche bezieht sich auf den Baustil (3-schiffig mit überhöhtem Mittelschiff).

Die Basilika zählt zu den eindrucksvollsten Schöpfun-gen romanischer Baukunst auf altbayerischem Boden. Ausgewogene Maßverhältnisse, klare Proportionen und eine selbstverständliche Schlichtheit verleihen diesem Bauwerk Würde.

Der Pfarrer und Historiker Jakob Mois schwärmt: "Diese schlichte und doch würdige Kirchenanlage mit ihren romanischen Schiffen und Apsiden sowie die linearen Formen und zurückhaltenden Farben der Malereien versetzen den Besucher in die klösterliche Geisteswelt des hohen Mittelalters".

Für viele Gläubige des Umlandes ist die Basilika ein spiritueller Mittelpunkt.

Durch die nach dem 2.Weltkrieg neben der Kirche errichteten Landvolkshochschule ist "der Petersberg" für die gesamte Diözese München und Freising auch ein wichtiges geistliches Bildungszentrum geworden.

Geschichte
An der Stelle wo sich die Römerstraßen von Augsburg nach Freising und Oberföhring gabelten, stand um das Jahr 1000 die Burg Glaneck. 1103 haben ihre Besitzer, die Grafen von Scheyern (die späteren Wittelsbacher), die Gebäude den Benediktinern geschenkt. Ein Jahr später hielten hier Mönche Einzug. Sie waren zunächst vom Reformkloster Hirsau im Schwarzwald nach Bayrischzell gekommen, dann nach Fischbachau weitergezogen und wegen der Abgelegenheit und des ungünstigen Klimas am Alpenrand zum Petersberg gekommen.
Die Kirche am Petersberg wurde von diesen Benediktinern erbaut und 1107 eingeweiht.

Die Mönche hielten es aber auch hier nicht lange aus. 16 Jahre später siedelten sie nach Scheyern um; offiziell aus den gleichen Gründen wie sie für den Umzug von Fischbachau zum Petersberg angegeben hatten. Entscheidend aber war, dass die Grafen von Scheyern ihren Hauptsitz nach Oberwittelsbach verlegt und die Gebäude in Scheyern wiederum dem Benediktinerorden geschenkt hatten. Die Gegend um Scheyern war viel fruchtbarer und durch die Grafen gut erschlossen.
Auf dem Petersberg verblieben noch 200 Jahre lang einige Mönche als Seelsorger für die Menschen im mittleren Glonntal. 1340 überließen sie die Seelsorge der Pfarrei Walkertshofen, zu der der Petersberg noch heute gehört.

Über die nächsten Jahrhunderte ist nur wenig bekannt.
Um 1775 hat man die Kirche barockisiert und dabei auch äußerlich (neue Dachform und das Türmchen über der Südapsis) erheblich umgestaltet.
Diese Veränderungen wurden -bis auf das Türmchen und die Bestuhlung- bei der großen Restaurierung 1907 wieder entfernt. Dabei entdeckte man unter 7 Putzschichten romanische Wandgemälde, legte sie frei und ergänzte sie in großem Umfang (Einzelheiten über die Restaurierung erfahren Sie hier..). Nun sind die Wandgemälde zwar großenteils nicht mehr original, doch sie vermitteln auf einprägsame Weise die Schönheit und Faszination romanischer Kirchenmalerei:

In der Wölbung der Mittelapsis Christus in der Mandorla als Allherrscher
links und rechts die Kirchenpatrone Petrus und Paulus, unten die vier apokalyptischen Wesen (Mensch, Löwe, Stier und Adler). 

Im Streifen darunter, links vom Fenster, das Martyrium des hl.Petrus, rechts das des hl.Paulus

Ganz unten eine sitzende Maria mit Kind (als Darstellung der Gottesmutter, der neuen Eva mit dem Heils-Apfel und als Symbolgestalt für die Kirche) inmitten großer Engel. 

Die rechte Apsis ist dem Ordensvater Benedikt gewidmet: links vom Fenster stürzt der Heilige auf dem Monte Cassino ein Götzenbild, rechts ist der Tod des Ordensgründers dargestellt. 

Das Gemälde in der linken Apsis zeigt den hl.Martin in der Mandorla, links die Mantelspende, rechts die Berufung zum Bischof. St.Martin war der Patron des Klosters in Fischbachau.

12 Pfeiler -davon zwei Säulen und vier Pilaster- tragen die Arkaden, auf denen die Mittelschiffwände aufsitzen.  

zur Vergrößerung  der Figur des hl. Nikolaus  bitte klickenzur Vergrößerung  des Altarbildes bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Michael  bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Stephanus  bitte klicken
zu den WandgemäldenSchnitzereien Vergrößerung von Details (Wandgemälde)

An der Südwand steht auf einem Podest die aus dem Jahr 1520 stammende Holzfigur der Muttergottes. Sie wurde von einem Schnitzer aus dem Umkreis des Blutenburger Meisters geschaffen.

Interessant sind auch

- das alte Holzkastenschloss des Eingangsportals, das aus dem Fröttmaninger Kircherl am Autobahnkreuz München-Nord kam

- die Kirchenbänke aus der Zeit um 1775-95 mit schön geschnitzten Rokoko-Wangen und mit Wappen der Wittelsbacher, des
   Klosters Scheyern und der Könige von Aragon in Spanien

-
die kupfernen Weihwasserbecken von der Bildhauerin Eva Moshack aus München. Sie stehen auf einer 90 cm hohen alten
   Säule,
die in oder an der Kirche gefunden worden war.

Wenn Sie eine Kirchenführung vereinbaren möchten, wenden Sie sich an Frau Monika Mate in Erdweg .


Meditativer Wanderweg 38)

Im Sommer 2012 wurde ein meditativer Wanderweg zwischen dem (früheren Kloster) Petersberg und dem Kloster Altomünster angelegt; der Weg führt in einer Länge von 9 km durch das Dachauer - und das Altoland. 14 Stationen mit Kunstwerken, Hinweistafeln und Sinnsprüchen regen zur inneren Einkehr, zum Nachdenken und zum In-Sich-Gehen /Ins Ich Gehen an.
So ist z.B. an der Station "Gleichgewicht" eine Wippe installiert, an der der Wanderer versuchen kann, die Balance zu halten. Eine begehbare Sonnenuhr arbeitet mit dem Schatten der Wanderer als Uhrzeiger. An der Station "Vertrauen" wird auf einem Barfußpfad der Tastsinn erprobt. Eine in den Boden eingelassene Windrose und ein maßstabsgetreues Modell von Sonne und Erde ergänzen die Kunstwerke. Jede Station ist auch mit einer Sitzgelegenheit ausgestattet.

Holzbasilika am
Meditativen Wanderweg
Infotafeln an den S-Bahnhöfen, am Petersberg und in Altomünster sowie eine durchgehende Beschilderung am 9 km langen Weg selbst leiten den Wanderer.
Ein Tipp: Ein Start der Tour am Feuerwehrhaus in Eisenhofen erspart Ihnen den ersten Kilometer entlang der Straße.
Mehr zum meditativen Wanderweg finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Erdweg; klicken Sie hier...

 

7-Klöster-Weg

Der Petersberg ist auch eine der Stationen des 7-Klöster-Wegs, eines Radwegs, der die Standorte von sieben bestehenden oder ehemaligen Klöstern im Dachauer- und Wittelsbacher Land miteinander verbindet. Entlang der Radltour werden der historische Hintergrund, der Bezug zur Kunstgeschichte und zum Geistlichen Leben an jedem Klosterstandort ansprechend dargestellt. An vielen Klosterstandorten befinden sich heute noch neben geistlichen Einrichtungen Bildungshäuser, Orte sozialer Integration oder Museen.
Die Klöster sollen durch diesen Radweg wieder ins Bewusstsein gerufen und als Schatz des Dachauer Landes erfahrbar werden. Die Tour führt zu zahlreichen Wirtshäusern, Klostergaststätten, Cafes und Biergärten.
Die sieben Klöster sind:
1. Schönbrunn (Gem.Röhrmoos). Bestehendes Kloster der Assoziation der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung"
    im ehem. Schloss Schönbrunn. Große Behindertenanstalt.   ... mehr über Kloster Schönbrunn...
2. Weichs. Bestehender Schulorden der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau im ehem. Schloss der Reichsfreiherren.
3. Indersdorf. Ehem. Augustinerkloster von 1126-1783. ... mehr über Kloster Indersdorf...
4. Petersberg (Gem.Erdweg). Ehem. Kloster von 1104-1123.   ... mehr über den Petersberg...
5. Altomünster. Birgittenkloster seit 1496, vorher Benediktinerinnenkloster, um 760 Eremitenzelle v.St.Alto  ... mehr darüber...
6. Maria Birnbaum (Gem.Sielenbach). Deutscher Orden. Wallfahrtskirche erbaut 1659. ... mehr über Maria Birnbaum...
7. Taxa (Gem.Odelzhausen). Ehem. Kloster der Augustiner-Barfüßer von 1654-1802. mehr über Kloster Taxa...

Der Radweg ist rd. 100 km lang (hin und zurück). Er ist in beide Richtungen mit dem 7-Kloster-Logo beschildert und kann so von jedem Kloster aus begonnen werden.




Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Kirchengeschichte:
Wandgemälde:
Ausstattung:
 
   

Klostergeschichte

Auf dem Petersberg, steil über dem Glonn- und Zeitlbachtal, erhebt sich einer der ältesten, geschlossen erhaltenen Kirchenbauten romanischer Zeit in der Diözese München-Freising 02),07), die Basilika St.Peter und Paul. Das Gotteshaus zählt zu den eindrucksvollsten Schöpfungen romanischer Baukunst auf altbayerischem Boden 21).
Die Bezeichnung Basilika für die Kirche bezieht sich auf den Baustil (3-schiffig mit überhöhtem Mittelschiff).

Die Gegend ist schon lange besiedelt. Davon zeugen ein keltisches Hügelgrab im nahe gelegenen Wald (500 m südwestlich der Kirche 06), 09), 14), 32)), das wohl vom vindelicischen Keltenstamms der Leuner angelegt worden war 09). Die unter dem Petersberg liegende Ortschaft Eisenhofen gilt als bajuwarische Siedlung des 6.Jh.32). Zwei Römerstraßen gabelten sich hier: sie kamen beide aus Augsburg und führten zum einen nach Freising und zum anderen nach Oberföhring weiter.
Manche vermuten, dass an dieser Stelle auf dem Berg schon die Römer eine Schanze angelegt hatten. Auf jeden Fall stand hier schon vor der ersten Jahrtausendwende das Castrum Glanecke
21), die Burg Gla(n)neck 06), 11), deren Platz mit der typischen Spornlage und dem Halsgraben an der Westseite noch sehr klar zu erkennen ist 29). Messungen im Jahr 2014 haben ergeben, dass sie aus Holz gebaut war 32). Um das Jahr 1100 hatte sie wohl ihre strategische Funktion verloren. Deshalb beschlossen ihre damaligen Besitzer, Graf Otto III. von Scheyern und sein Verwandter, Graf Berthold von Burgeck, sie in ein Kloster umzuwandeln und schenkten 1103 die Gebäude dem Benediktinerorden.


Bayrischzell
Die Geschichte des Klosters ist aber einige Jahrzehnte älter. Sie begann im oberen Leitzachtal, das zur Grundherrenschaft der Gräfin Haziga von Scheyern (1057-1104) gehörte. Haziga von Scheyern, geborene von Aragon war in zweiter Ehe
09) mit dem Pfalzgrafen Otto II. von Scheyern-Wittelsbach verheiratet 21), 32). Dort in Helingerswanga bzw. Margaretenzell 07), 32) (auch als Zell oder Innerzell bezeichnet), 31) dem heutigen Bayrischzell, siedelten sich im 11.Jh. neben Bauern auch einige Eremiten an, darunter zwei adelige Laienbrüder namens Otto und Adelprecht 31). Sie sorgten mit ihren familiären Verbindungen für den Bau eines Klosters.
Die Klosterkirche wurde um 1077 auf Veranlassung von Gräfin Haziga durch einen Verwandten, den Bischof Ellenhard von Pola (heute Pula) aus Istrien geweiht
14), 31).

Unmittelbar danach übergab man das Kloster der bedeutenden Reformabtei Hirsau im Schwarzwald als Priorat
39).. Die Abtei Hirsau hatte das heruntergekommene Mönchswesen reformiert und mit großem Erfolg die Verweltlichung des Klosterlebens, die Käuflichkeit geistlicher Ämter, die Verehelichung der Priester und die Eingriffe der weltlichen Herrscher in die Kirche bekämpft. Der Tagesablauf war wieder streng geregelt. Das Oblatenwesen, das heißt die Annahme von Kindern zur Hinführung auf das Ordensgelübde, wie es auch noch in Cluny üblich war, wurde abgelehnt. Stattdessen wurde die Aufnahme von Laienbrüdern, den "Conversi" gefördert. Von Hirsau aus wurden etwa 120 Klöster reformiert, darunter auch die Mönchsgemeinschaft in Bayrischzell/Fischbachau/Petersberg.

Aus dem Schwarzwald kamen entsprechend der Ordensregel zwölf "monachi" (Mönche) und ebenso viele "laici barbati" (bärtige Laienbrüder) nach Fischbachau 14).

 

Fischbachau
Acht Jahre nach der Klostergründung um 1085, begann man, wegen der Unwirtlichkeit der schneereichen Wildnis
31) einen neuen Standort zu suchen. Das Leitzachtal war damals als wüste Einöde beschrieben worden, als ein Waldtal mit wilden Tieren, ein richtiges "Drachennest". Die Mönche bewogen die Gräfin "das Kloster zu verlegen, weil die Lebensmittelzufuhr wegen der Unzulänglichkeit der Straßen und die Rauheit der Wälder sehr erschwert" sei. 09), 14) "Man fand einen neuen Standort im nahen Vispachisowa 31), dem heutigen Fischbachau. Dort hatte Gräfin Haziga durch einen Gütertausch mit dem Bischof von Freising die "Aue am fischreichen Bache" erworben und den Mönchen zur Verfügung gestellt 14). Hier bauten die Hirsauer Benediktiner zunächst eine Marienkirche (die heutige Friedhofskapelle), die von Meginhard im Jahr 1087 32) "zu Ehren der heiligen Gottesgebärerin Maria" geweiht wurde. Dann gingen sie an den Bau des Klosters ("Celula sancti Martini) mit Klosterkirche St.Martin 14). Diese dem hl. Martin geweihte Klosterkirche ist die heutige Pfarrkirche, die trotz ihrer im Barock stark veränderten Innenansicht "als älteste romanische Basilika Oberbayerns" gilt. Papst Urban II. bestätigte das Kloster mit Urkunde vom 8.3.1095 14). Haziga konnte durchsetzen, dass das Kloster dem Heiligen Stuhl in Rom übergeben wurde 14); der Papst verlangte einen jährlichen Zins von einem "Goldbyzantiner". Noch 100 Jahre später enthielt das Verzeichnis der Steuereinnahmen des hl.Stuhls (Liber censuum Romanae Ecclesiae) den Eintrag: "St.Martins-Kloster eine Goldmünze" 14).

Kloster- und Kirchenbau dauerten wohl einige Zeit. Denn als erster Abt wird 11 Jahre nach dem Wechsel der Klostergemeinschaft von Bayerischzell nach Fischbachau Erchimbold, ebenfalls ein Mönch aus Hirsau, genannt (1096). Auch die Kirche in Fischbachau soll -wie später der Petersberg- zweimal geweiht worden sein: 1100 von Bischof Heinrich aus Freising, 1110 von Bischof Konrad von Salzburg. Die Gründe dürften die gleichen gewesen sein wie am Petersberg. ...siehe dort...
1103 wurde Fischbachau zur unabhängigen Abtei erhoben
39).

Nach dem Umzug des Konvents zum Petersberg im Jahr 1104 blieb Fischbachau ein Kloster, eine Propstei und eine Hofmark der Abtei Scheyern; bis zur Säkularisation 1803 wohnten dort durchgehend Mönche
31).


Gründung des Klosters Eisenhofen auf dem Petersberg

Doch nach nicht einmal 20 Jahren wurde es den Mönchen auch in Fischbachau zu ungemütlich. Sie beantragten beim Papst Paschalis II (1099-1118) erneut eine Verlegung des Klosters, dieses Mal auf einen Berg bei Eisenhofen (der Name Petersberg kam erst später auf, nachdem das Kloster mit dem Patron St.Peter erbaut worden war 29)).  Zuvor schon hatte sich Abt Erchimbold an Graf Otto III. von Scheyern, den Sohn der inzwischen verstorbenen Gräfin Haziga gewandt. Dem gehörte zusammen mit seinem Verwandten Graf Bertholt von Burgeck (heute Wagesenberg bei Pöttmes 29)) das Gelände der Burg Glaneck. Die beiden Grafen schenkten dem Orden die Burg und den Berg.

Zwar wurden als offizieller Grund für den Umzug wieder die ungünstige geographische Lage von Fischbachau und das unwirtliche Klima dort genannt. Eigentlicher Grund dürften aber machtpolitische Erwägungen des Hauses Wittelsbach und der Wunsch der Stifterfamilie nach einer gemeinsamen Grablege gewesen sein 29). So ist denn auch das Begräbnis des Stifters Berthold von Burgeck, der erster Vogt des Klosters geworden war, belegt. Der Papst, der selbst Benediktiner war, bestätigte die Verlegung am 7.11.1104. Dabei ermahnte den Konvent, das Kloster auf dem Petersberge möge nun eine beständige Niederlassung der Benediktinermönche sein 32).

Im Jahr 1104 kamen die Mönche auf dem Petersberg an. Am 3.Januar 1107 bestätigte König Heinrich V. (1106-1125) in Regensburg die Gründung des Klosters Eisenhofen/Petersberg unter Befreiung von jeder weltlichen Herrschaft und den Rechten der freien Abtswahl durch den Konvent nach der Regel des hl.Benedikt (Selbstinvestitur). Der Abt durfte aber auf Bitten des Konvents und der Klosterleute durch die Stifterfamilie abgesetzt werden
29). Diese Klausel gab den Wittelsbachern große Handlungsfreiheit durch Einwirkung auf die Mönche.

Vogtei
Das Kloster sollte auch seinen Vogt grundsätzlich frei wählen dürfen; lediglich die ersten beiden Vögte mussten aus der Familie der Wittelsbacher sein.
Das sicherte den Einfluss auf das Kloster und seine Untergebenen.
  Warum war überhaupt eine Vogtei notwendig ?
Prof. Dr.Liebhart
29) schreibt dazu : "Nach allgemeiner Rechtsauffassung durfte die Kirche keine weltliche Macht ausüben und bedurfte deshalb eines adeligen Vogtes, der das Kirchengut schützte und über die leibeigenen Bauern zu Gericht saß. Dies tat der Vogt nicht umsonst. Er bekam dafür Geld und Naturalien. De facto beherrschte der Vogt dadurch auch das Kloster und seine Bauern".
Deshalb passte den Wittelsbachern die zeitliche Begrenzung Vogtei nicht. Und Kaiser Heinrich V. gab ihnen mit Urkunde vom 25.April 1124 recht und übertrug die Vogtei an Pfalzgraf Otto I. und seine Söhne als Erben (!) und das blieb so bis ans Ende des Vogteiwesens.

Die Urkunde von König Heinrich V. vom 3.1.1107 gibt uns auch Auskunft über die Eigentumsverhältnisse und den Bau des "Klosters Eisenhofen in der Provinz Norica, im Bistum Freising, im Gau Ovscowe neben dem Fluss Glana". Die Grafen Bertholt und sein Neffe oder Cousin Otto III. besaßen den ummauerten Burgplatz gemeinsam "a parentibus", d.h., von ihren Vorfahren 14), 29). Sie hatten die Burg und den Platz in zwei Teile geteilt. Das Kloster Eisenhofen auf dem Petersberg wurde innerhalb der Burgmauer vom Grafen Berthold auf seinem Grundstücksteil eingerichtet. Bertholt trat aber die östliche Seitenkapelle mit dem St.Petrus-Altar an Graf Otto III. ab. Bertholt verblieb so der St.Martin-Altar im Westen mit den Reliquien des St.Martin, die die Mönche aus Fischbachau mitgebracht hatten. 29)
Die Grafen übertrugen alle Stiftungen für das Kloster Fischbachau an das neue Kloster auf dem Petersberg zur freien Verfügung des Abtes Erchanbold /Erchimbold und seines Konvents und sie selbst erweiterten die Stiftungen noch
29). Klostervogt wurde Graf Berthold auf Lebenszeit; erst danach sollte die Vogtei auf die Wittelsbacher übergehen; Bertholds Sohn ging insoweit leer aus 29).
Auch das Kloster am Petersberg wurde an den Heiligen Stuhl in Rom übertragen und unter den besonderen Schutz des Papstes gestellt. Als Zeichen dieser Bindung hatte auch das Kloster Petersberg (wie das Martinskloster von Fischbachau) an den Papst alljährlich einen Goldgulden zu entrichten
32).

Die erste Einweihung der Kirche fand im Jahr 1107 durch den Freisinger Bischof Heinrich von Eberstein-Tengling, die zweite im Jahr 1110 durch den Salzburger Erzbischof Konrad I. von Abensberg statt 32).

Warum die beiden Einweihungen ?

Damals lagen der deutsche Kaiser und der Papst im sog. Investiturstreit, einem erbitterten und mit allen Mitteln geführter Kampf um das Recht, die Bischöfe zu bestimmen. Der Freisinger Bischof stand auf der Seite des Kaisers, obwohl er seine Sache mit Rom noch zu Lebzeiten von Papst Calixtus II. ins Reine gebracht hatte. Der Salzburger Erzbischof und Metropolitan Konrad I. vertrat dagegen vehement die Seite des Papstes. Mit glühendem Hass kämpfte er insbesondere gegen seinen Freisinger Kollegen und versuchte mehrfach, den Klerus und die Klöster im
Freisinger Gebiet dazu zu bringen, den Bischof abzusetzen. Er nährte auch bei den Mönchen auf dem Petersberg, die den Standpunkt des Papstes unterstützten, die Zweifel, ob die Weihe durch den "Kaiser-Bischof" gültig sei. Erzbischof Konrad kam auf den Petersberg, zerstörte -wie später im Kloster Tegernsee- die von Heinrich geweihten Altäre, zerbrach die bischöflichen Siegel und konsekrierte die Kirche neu. 19), 08) Der Freisinger Bischof Heinrich war zu dieser Zeit (1110) im Gefolge des deutschen Königs Heinrich V. gerade in Rom.

 

zu den WandgemäldenMadonnaKirchenbankwangen

Den Einfluss der weltlichen Mächte zeigt die Abtwahl im Jahr 1111. Nachdem der erste Abt Erchimbold gestorben war, stimmten die Mönche für den Prior Wolfhold als Nachfolger. Doch der neue Vogt und Mitstifter Otto III. (der Sohn der Gründerin Gräfin Haziga) missbilligte die Wahl und verhinderte die Abtsweihe. Er vertrieb Wolfhold nach St.Georgen im Schwarzwald. Von dort wurde Wolfhold übrigens später als Abt des großen Klosters Admont berufen und diente zugleich als Generalvikar der Erzdiözese Salzburg. Er verstarb 1137 im Ruf der Heiligkeit 31).
Petersberg aber brauchte einen neuen Abt. Nach all den Verwicklungen wählten die Mönche Bruder Bruno zu ihrem Vorsteher. Obwohl Otto auch diesen Abt nicht mochte, musste er Bruno anerkennen, weil der neue Abt ein Verwandter des deutschen Kaisers Heinrich V. (1099/1111–1125) war
31).


Umzug nach Scheyern
Unter Abt Bruno zogen die Mönche im Jahr 1119 ein drittes Mal um, vom Petersberg nach Scheyern. Wassermangel (man müsse jeden Tropfen Wasser mühsam von Eisenhofen heraufschleppen) und zu große Abgeschiedenheit - schlimmer noch als in Fischbachau- waren die offiziellen Gründe. Doch in Wirklichkeit waren es auch dieses Mal hauspolitische Erwägungen der Grafen von Scheyern-Dachau und Pfalzgrafen von Wittelsbach. Sie hatten ihren Sitz nach Wittelsbach verlegt und wollten ihren alten Stammsitz Scheyern in ein Familienkloster umwandeln. Dort sollte künftig die Grablege aller Familienzweige sein. Die Mönche waren aber auch selbst interessiert: die Burganlage in Scheyern bot mehr Platz und erheblich bessere wirtschaftliche Bedingungen. Die päpstliche Erlaubnis für den Umzug datiert erst vom 26. März 1123 durch Calixt II. (im Amt 1119-1124) 29), 32); die kaiserliche Bestätigung durch Heinrich V. wurde sogar erst am 25. April 1124, am Hoftag zu Bamberg, ausgestellt 29). Da beteten die Mönche schon fünf Jahre in Scheyern.

Die sog. Fürstenbilder in der Johanneskirche in Scheyern schildern die Gründungsgeschichte des Klosters. Darauf sind auch die Modelle der Kirchen in Fischbachau und Petersberg zu sehen, die aber der tatsächlichen Architektur nicht entsprechen. Die Bilder waren im 14.Jh. als Wandbilder entstanden und wurden bei der Barockisierung 1623 auf Holztafeln übertragen
32).

Drei Umzüge in vierzig Jahren. Das ist für eine Klosterstiftung eine wahrhaft bewegte Geschichte. Noch dazu für einen Orden, dessen Angehörige beim Eintritt die "stabilitas loci", den Verbleib im gewählten Kloster, geloben. Doch wenn das Kloster selbst umzieht, muss der Mönch folgen und behält so seine stabilitas.

Auch nach dem Umzug der Mönche blieb die Basilika auf dem Petersberg zunächst im Besitz des nun in Scheyern residierenden Klosters und wurde von dort aus unterhalten. Zwei Patres blieben zurück, um die Seelsorge im mittleren Glonntal zu versehen und die gestifteten Messen zu lesen
32). Erst 200 Jahre später, um 1340, wurde die Basilika eine Filialkirche der Pfarrei Walkertshofen 32). Das Kloster Scheyern übernahm aber noch weitere 200 Jahre lang (bis 1544) die Unterhaltspflicht für die Kirche und die umgebaute Burg 32).


Baugeschichte der Basilika

Was die Benediktinermönche mit dem aus Bruch- und Feldsteinen bestehenden Bau der Basilika auf dem Petersberg der Nachwelt hinterlassen haben, mag für damalige Zeiten nichts Besonderes gewesen sein; unter den erhaltenen Bauten zählt die Basilika aber zu den eindrucksvollsten Schöpfungen romanischer Baukunst auf altbayerischem Boden.
- "Von einmaliger massiver Wucht und Stämmigkeit" schreibt Werner Widmann
07).
- "Eine ehemalige Klosterkirche , die einen der stimmungsvollsten romanischen Innenräume zwischen Donau und Alpen besitzt",
   charakterisiert Gottfried Weber den Bau
09).
- "Ausgewogene Maßverhältnisse, klare Proportionen und eine selbstverständliche Schlichtheit verleihen diesem Bauwerk Würde.
   Die linearen Formen und zurückhaltenden Farben der Malereien versetzen den Besucher in die klösterliche Geisteswelt des
   hohen Mittelalters", meint Jakob Mois
12).
- "Es gibt gewiss großartigere, wuchtigere Zeugen aus Bayerns romanischer Zeit", schreibt Konrad Krieger
05), "aber nennt mir
   einen Bau, der so schlicht und bodenverbunden, so bedächtig und bescheiden, aber gerade wegen seiner Stille so beredt für
   das Bayern des beginnenden 12. Jh spricht, wie die Kirche auf dem Petersberg"
.

Wie schon bei der Anlage von Fischbachau, die vom Grundriss her fast identisch ist mit der Petersberger Kirche, fehlen auch hier wesentliche charakteristische Merkmale der Hirsauer Bauschule, wie beispielsweise das Querschiff, die Vielzahl der Altäre, Turmaufbauten und Säulenarkaden 21), 29).  
Statt dessen begegnen wir der einfacheren altbayerischen Anordnung, dem sog. alpenländischen Grundriss: 
drei Schiffe, die alle in halbrunde und gewölbte Apsiden münden, kein Querhaus und kräftige Pfeiler, die über fünf Arkaden die Mittelschiffwände tragen.


Die Kirche war Bestandteil des Klosterareals, das auch die Gebäude der Burg Glaneck (aus Holz 32)
) mit einbezog. Sie dürfte auf dem Platz des ehemaligen Burghofs oder des Burggartens angelegt worden sein. Das haben elektrische Widerstandsmessungen durch das Landesamt für Denkmalpflege im Jahr 2014 ergeben, mit denen die Lage der Burg und ihrer Befestigung untersucht wurden 32) .

Die Kirche ist mit Bruchsteinen errichtet, die auf Veranlassung des Grafen von Scheyern bis von der Donau herangeschafft worden waren 09). Sie ist -bis auf die westliche Fassade- weiß verputzt, ohne jegliches schmückende Beiwerk 21), 32). Nur soweit sie aus diesen Bruchsteinen erbaut ist, steht das Originalbauwerk aus der Zeit um 1107 vor uns 29). Die Ziegelsteine kamen später.

An der unverputzten (steinsichtigen) Westseite sieht man noch das ursprüngliche, mit Ziegeln vermauerte Portal, darüber ein ehem. Rundfenster und ganz oben ein noch verbrettertes Lukenfenster. An den Ecken sind die gemauerten Stützpfeiler zu erkennen. Hoch oben am First ein vergoldetes Wetterkreuz. In den ersten Jahrhunderten war die Westseite übrigens verputzt.

Ansicht von Westen

Das erhöhte Mittelschiff wird von einem Satteldach überdeckt, die Seitenschiffe von Pultdächern. Darunter jeweils flache Holzdecken. Der Boden besteht aus Ziegelsteinen, die im Fischgrätmuster verlegt sind.

Fenster
: Auf dem Bild links sehen sie zwei Okuli auf der Westseite, vier weitere Lukenfenster im (verputzten) südlichen Seitenschiff, darüber, in den Lichtgaden des Hauptschiffs, vier größere, rundbogige Fenster. Entsprechend ist die Nordseite mit Fenstern ausgestattet. In den Apsiden auf der Ostseite sind noch schmale Alabasterfenster erhalten. Trotz der vielen Fenster dringt nur spärliches Licht ins Rauminnere.

Die beiden Zugänge lagen von Anfang an auf der Nord-und der Südseite. Das hatte zum einen praktische Gründe, weil das Portal vom Westwind und Regen besser geschützt war. Vielleicht war das Kloster im Süden angebaut und der Südausgang für die Mönche reserviert, während vom Norden her die Bevölkerung Zugang hatte. Das sich auf der Westseite abzeichnende Rundportal (siehe Bild links) war später ausgebrochen worden.


Alle Bauteile, mit Ausnahme des Turmes über der südlichen Seitenapsis und der beiden Stützpfeiler an der Westwand, entstammen noch der Erbauungszeit. Der heutige Turm wurde erst 1776 errichtet. Ob die ursprünglich Kirche einen Turm hatte, ist nicht bekannt, jedenfalls ist schriftlich nichts erwähnt. Die erste Nachricht kommt aus dem Jahr 1642, in der von einer Ausbesserung eines bestehenden Turms die Rede ist (nicht vom Neubau) 32). Dass es von Anfang an einen Turm (oder einen Dachreiter) gegeben haben könnte oder ein solcher zumindest geplant war, ist wahrscheinlich, weil bei den Benediktinern das Glockengeläute einen wichtigen Stellenwert in der Liturgie hatte. Im Reformkloster Hirsau (heute die Stadt Calw) legte Abt Wilhelm Wert darauf, dass die Glocken vom Altarraum aus geläutet werden konnten 32). Dies ist auch am Petersberg der Fall.
Die beiden vorhanden Glocken wurden 1980 von der Fa. Perner aus Passau gegossen 32). Sie werden von der rechten Apsis aus geläutet; dort hängen die Glockenseile vor dem Seitenaltar herab. Von früheren Glocken ist bekannt, dass die Gießer Ernst Anton Benedikt und Joh.Matthias Langenecker zusammen in den Jahren 1708 und 1710, also noch für den alten Turm, Glocken für die Petersberg-Basilika gegossen haben: 18)
- Johannesglocke: von 1708, Durchmesser 52 cm, Ton b''mit Relief von Johannes Evangelist und Kreuz.
- Petrusglocke:     von 1710, Durchmesser 62 cm, Ton g'', Relief: Petrus und Kreuz.
09)


Es ist davon auszugehen, dass auch schon im ersten Turm (wann immer der errichtet wurde) Glocken hingen.
Die beiden Glockengießer Ernst Anton Benedikt und Johann Matthias Langenecker haben auch beim Guss der Glocken für Einsbach (1719), Walkertshofen-Kirche (1722), Walkertshofen-Klausenkapelle (1722), Freising (1724-Korbiniansglocke) und Wolfratshausen (1725) zusammengearbeitet 18).

Ausgehendes Mittelalter

Über die nächsten Jahrhunderte ist nur wenig bekannt.
1544 wurde das Patronatsrecht an der Pfarrei Walkertshofen (deren Filiale die Basilika schon seit 1340 war) vom Kloster Scheyern dem Besitzer der Hofmark Eisenhofen übertragen. Das Patronatsrecht enthielt auch die Verpflichtung zum Unterhalt. Der neue Hofmarksherr Leonhard von Eck zu Randeck restaurierte die Kirche auch 1560 32)
. Dabei wurde wahrscheinlich das erste Ziegel-steinpflaster verlegt. Das Fenster in der Apsis des Mittelschiffs mauerte man zu; dabei gingen Teile der Malereien verloren 32) .

Leider kümmerten sich die Nachfolger von Leonhard von Eck nicht mehr in ausreichendem Maße um den Bauzustand. Jedenfalls wurde die Kirche 1655 als baufällig bezeichnet 32), obwohl 13 Jahre vorher noch das Dach erneuert worden war. Der Hofmarksherr weigerte sich 20 Jahre lang, eine Renovierung durchzuführen; vielleicht konnte er es auch nicht, angesichts der immensen Schäden, die der 30jährige Krieg verursacht hatte. Der Walkertshofener Pfarrer Georg Widmer/Wibmer (1653-1692) sorgte sich um die Kirche und bat den Scheyrer Abt um Hilfe 32).

Erst 1662 wurde die Basilika notdürftig instand gesetzt, um sie vor dem Einsturz zu bewahren. Dabei stand erneut das Dach im Fokus der Arbeiten; auch die Decke, der Fußboden und das Gestühl hat man repariert 32). Der Hochaltar, der im Dreißigjährigen Krieg durch die Soldaten profaniert (entweiht) worden war 10), wurde erst am 9. Oktober 1701 durch Fürstbischof Johann Franz v.Eckher (1695-1727) neu konsekriert 17).

Ein Visitationsprotokoll aus dem Jahr 1705 bezeichnete die Kirche als feucht und dunkel 32). Damals hatte sie zwei Altäre. In einem 1722 verfassten Testament des Walkertshofener Pfarrers Sigmund Faber (Amtszeit 1693-1722) ist die Stiftung eines Dreifaltigkeitsaltars noch zu Lebzeiten des Pfarrers erwähnt 10). Da auch 1730 von nur zwei Altären berichtet wird, von denen einer der Dreifaltigkeit geweiht war, könnte die Stiftung des Altars schon vor 1705 erfolgt sein.

1708 und 1710 mussten zwei Glocken angeschafft werden (bei den Münchner Glockengießern Johann Matthias Langenegger und Anton Benedikt Ernst), weil die früher vorhandenen 1704, im Spanischen Erbfolgekrieg (Bayern gegen Österreich), gestohlen worden waren 32). Wo diese Glocken hingen, vermag ich nicht zu sagen; das heutige Türmchen wurde jedenfalls erst um 1730 errichtet. Vielleicht besaß die Kirche damals einen Dachreiter.


Auszug aus einer
Landkarte vom Jahr 1663

 


D
ie Barockisierung im 18.Jh

In der Zeit zwischen 1727 und 1737 wurde auch die Basilika auf dem Petersberg, wie die meisten im Dachauer Land, barockisiert und ihr -nach dem unerbittlichen Geschmack der Epoche- eine dekorative Stuckverkleidung verpasst (für 900 Gulden 32) ). Doch nicht nur die Einrichtung wurde erneuert. Auch das Äußere erfuhr erhebliche Veränderungen. Es war die größte Veränderung der Kirche in ihrer bisherigen Geschichte:
Die Hochwände des Mittelschiffs wurden um 5 Fuß =1,75 m abgetragen, sodass ein gemeinsames Dach bis über die Seitenschiffe herabgezogen werden konnte 12); von außen waren die drei Schiffe somit nicht mehr erkennbar. Die altersschwachen Außenmauern wurden durch Stützpfeiler gestützt. Die Obergadenfenster mussten dazu vermauert werden, sodass nur von den Seitenschiffen her (durch allerdings vergrößerte Fenster) Licht eindringen konnte 32). Die Wölbung der Hauptapsis wurde teilweise abgebrochen und eine Flachdecke in die  Wölbungskalotte eingezogen, um Platz für einen barocken Hochaltaraufbau zu gewinnen 12) . Die neue Flachdecke schnitt natürlich in das Apsisgemälde ein und verdeckte es teilweise; deshalb übertünchte man die Gemälde. Im Chor wurden zwei neue Fenster ausgebrochen. Rechts vom Altar, an der südlichen Mittelschiffswand, baute man eine kleine Empore ein, eine weitere an der Westwand.
Die vordersten der Arkaden, die die drei Schiffe bisher trennten, wurden zugemauert; dadurch entstanden aus den zwei Nebenapsiden und den vordersten Teilen der Seitenschiffe eigene Räume, in denen die Sakristei (südlich) und der Chor (nördlich) eingerichtet wurden 32). Statt der nord/südlichen Seiteneingänge hat man einen neuen Zugang von Westen her geschaffen, der sich heute noch in der Ziegelsteinmauer abzeichnet. Auf die Südapsis wurde ein (neues ?) Glockentürmchen gesetzt 06), das die Apsis optisch fast zu erdrücken scheint. Das Baumaterial stammte aus den abgebrochenen Hochwändes des Mittelschiffs 32).

Durch diese Umbaumaßnahmen hatten sich die bisher harmonischen Proportionen von Höhe und Breite nun zum Schlechten verändert. Aus einem historischen Juwel war eine gewöhnliche, disproportionierte barocke Dorfkirche geworden. Einen anschaulichen Vergleich in Raumwirkung und Atmosphäre bietet die Kirche von Fischbachau, die noch ihre volle barocke Ausstattung behalten hat. Wobei anzumerken ist, dass Fischbachau erheblich prunkvoller ausgestattet worden ist. Beide in etwa gleich alten Anlagen sind Schöpfungen der gleichen Bauschule mit fast identischem Grundriss. Bei aller barocker Pracht in Fischbachau; die Atmosphäre in der Petersbergbasilika wird dort bei weitem nicht erreicht.

Schmidt'sche Matrikel von 1738/40 01)
In den Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Petri in Petersberg" bemerkt er, die Kirche sei von hohem Alter. In ihr stünden zwei Altäre. Der Hochaltar sei dem hl.Petrus, der andere Altar der Dreifaltigkeit geweiht. Gottesdienste würden hier an besonderen Festen gehalten. Außerdem gebe es zwei Wochenmessen, die aber seit 23.10.1692 auf eine reduziert worden sei. Das Kirchweihfest werde am sechsten Sonntag nach Ostern gefeiert. In der Sakristei würden die notwendigen Messgewänder aufbewahrt. Ein Friedhof sei auch vorhanden; es fänden aber keine Begräbnisse mehr statt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Walkertshofen und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses hat sich letzthin auf 965 fl. (=Gulden) entworffen".

1748 wurde ein weiterer Seitenaltar eingebaut. Auf der Rückseite des Altarbildes findet sich die Signatur "Franz Xaver Hueber 1748". Es könnte der Name des Malers oder des Stifters sein 10). Nun hatte der Petersberg drei barocke Altäre >32).

Renovierung 1777
1770 berichtete Pfarrei Dauberger (im Amt 1767-1792) an das Ordinariat, dass die Kirche infolge Unwetters sehr baufällig sei. 1767 waren große Stürme und Gewitter über die Ortschaften an der Glonn gezogen und hatten viel Schaden angerichtet. Die Dächer und Fenster der Kirche seien zerschlagen, schreibt er, und ein Teil der Decke liege abgebrochen im Kirchenraum. Ein Gestühl sei nicht mehr vorhanden. Auch das Dach, die Dachrinnen, die Fenster und die Decke seien so ruinös, dass ein gefahrloser Aufenthalt in der Kirche nicht mehr möglich sei. Von der damals wohl stuckierten oder wenigstens verputzten Decke würden "fast täglich zimliche Stuck herabfallen" 10).
Der Pfarrer und Dekan Resch von Sittenbach machte den Vorschlag, die Seitenschiffe abzubrechen und die Arkaden zu vermauern. Der kleinere Kirchenraum sei dann leichter und günstiger zu unterhalten.Gott sei Dank wurde dieser Vorschlag nicht angenommen 32)
.
Die Zeit bis zum Beginn der Reparatur dauerte aber noch sieben Jahre, weil man sich über die Kostentragung nicht einigen konnten.
Erst als sich Abt Joachim von Scheyern an den Freisinger Fürstbischof und an den bayerischen Kurfürsten (der der aktuelle Hof-marksherr war) wandte, kam Bewegung in die Angelegenheit. Vor allem dem Fürstbischof hatte den diskreten Hinweis gegeben, er könne für die Renovierung doch einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Eisenhofener Schlosses verwenden. 1776 übernahm dann tatsächlich Freisinger Fürstbischof Joseph Ludwig von Welden als früherer Hofmarksherr die Kosten 32)
.

Ein Jahr später erhielt die Kirche eine neue Ausstattung.
In der Kirchenrechnung heißt es dazu: "hat einen neuen auf Alabasterart gefassten Choraltar nebst neuen Stühlen machen lassen". Außerdem hat man die Dachbalken des südl.Seitenschiffs 1777 komplett erneuert 32)
.

Joachim Sighart schrieb über diese Zeit: "In der Zopfzeit sind die Fenster der Seitenschiffe leider in gewohnter Weise entstellt worden, wie aus dieser Zeit auch die Altäre und die Stützen des Außenbaues stammen." 02)

Als Patrozinium wird damals nicht nur St.Petrus, sondern auch die Hl.Dreifaltigkeit genannt, der einer der Altäre gewidmet war (gestiftet von Pfarrer Sigmund Faber aus Walkertshofen-im Amt 1693-1722).

Das 19.Jahrhundert

Um 1817 hat Pfarrer Leonhard Hueber (1792-1823) die Kirche in der Pfarrbeschreibung als "groß und ansehnlich" bezeichnet. Sie habe drei Altäre, die St.Petrus, St.Maria und den hl.Dreikönigen gewidmet seien 32).

Im Laufe des 19.Jh verfiel die Petersbasilika aber immer mehr und war lange Zeit von Abbruchplänen bedroht.
1842
nahm Zivilinspektor Klumpp aus München eine Bestandsaufnahme vor und machte Vorschläge zur Renovierung: die Seitenmauern, die sich gesenkt hatten, müssten verstärkt werden und das Ziegelpflaster des Bodens sei sanierungsbedürftig. Klumpp schlug (als erster) "eine Rückkehr zu ursprünglichen Gestalt" vor, also eine Wiederherstellung des romanischen Kirchenbaus. Doch zunächst geschah nichts.

1845, drei Jahre nach der Bestandsaufnahme, scheinen tatsächlich einige Arbeiten unter Leitung des Dachauer Maurermeisters Hergl durchgeführt worden zu sein. Dabei wurden die Westseiten von Turm und Kirche sowie Mauersockel und Decke im Innern neu verputzt. Der Boden erhielt neue Platten 10). Die Kirche bekam innen und außen einen gelben Anstrich, den 10 Jahre später der Kunsthistoriker Dr.Joachim Sighart (1824-1867) scharf kritisierte: "gelbe Verputzung aller Wände, Pfeiler und Säulen, des Innern und Aeußern der Kirche, wird kein Kunstverständiger jetzt mehr als Restauration einer mittelalterlichen Kirche betrachten" 02).

Dieser Satz von Joachim Sighart ist in seinem 1855 erschienen Buch "Die mittelalterliche Kunst in der Erzdiözese München-Freising" enthalten, mit dem er seine Zeitgenossen auch außerhalb der Pfarrei auf das "wenig bekannte älteste Bauwerk der Diöcese" aufmerksam machte. Die Kirche verdiene "wegen ihres Alters, der Reinheit der Verhältnisse und als Beispiel, von welchen Anfängen der Baukunst bei uns ausgegangen, immer noch unsere Beachtung" 09). Seine Beschreibung erhält historischen Wert durch die Tatsache, dass er die Kirche nur im Zustand vor dem Umbau und vor der Ausmalung 1907 kannte. 02)
Wenn Sie die Beschreibung von Sighart lesen möchten, klicken Sie hier...

Neun Jahre später, 1864, beklagte Pfarrer Wallner aus Kleinberghofen den baulichen Zustand. Pfarrer Angermaier (Vordermaier ?) von Walkertshofen wandte sich an die staatlichen Stellen, um Mittel für eine weitere Renovierung zu erhalten. Die Regierung beauftragte die drei Nachbarspfarrer, ein Gutachten über die Peterskirche anzufertigen. Diese erklärten, man solle sie abbrechen und an der Stelle ein Kreuz errichten. Die Entscheidung der maßgebenden Gremien fiel aber zugunsten eines Erhalts und einer Ausbesserung des barocken Baus aus 09).

Als 1869 der neue Walkertshofener Pfarrer Joseph Anton Immler sein Amt antrat schrieb er: "Die Kirche ist so baufällig, dass man vom Innern aus ins Freie sehen kann und ein gänzlicher Zerfall und Abbruch dieses altehrwürdigen Gotteshauses in Aussicht steht. Der Gottesdienst kann nicht mehr daselbst gehalten werden". Doch Pfarrer Immler (1869-1901) schaffte die Renovierung: Außenmauern, Dach und Innenraumdecke wurden instand gesetzt; eine neue Orgelempore errichtet. Damals entdeckte man übrigens den alten Friedhof um die Kirche wieder. 09)
Einige Jahre später, 1876, schaffte man eine gebrauchte Orgel mit vier Registern aus der Pfarrkirche von Ebertshausen an.
1882 kamen Kreuzwegbilder aus der Klosterkirche in Indersdorf und zwei Seitenaltar-Antependien dazu 10).

Beschreibung 1884 03)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus dem Jahr 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Walkertshofen auch die Basilika auf dem Petersberg als Filialkirche enthalten. Auf dem Berg wohnten 20 Seelen (in 3 Häusern). Über den Kirchenbau schreibt er: " Erbauungsjahr 1104. Restaurirt 1869. Baustyl: kleine dreischiffige romanische Basilika mit 3 Apsiden, geweißte Flachdecke. Geräumig. Baupflicht hat die Kirche.
Sattel-Thurm mit 2 Glocken, die eine 1708, die andere 1710 gegossen in München von M.Langenegger. 3 Altäre, davon 2 portatile (=Altäre ohne Altarstein), Orgel mit 4 Registern. An den Sonntagen des Maimonats Maiandacht, sehr feierlich gehalten unter Betheiligung mehrerer Priester und Lehrer der Umgegend. Stiftungen 1 Jahrmesse. Meßner ist ein Gütler in Petersberg, Cantor der Lehrer von Walkertshofen. Vermögen: 3.600 Mark.
Im Inneren der Kirche befinden sich "keine alten Bildwerke, mit Ausnahme eines Kreuzes mit Dolorosa, welches jedoch aus Eisenhofen hierherkam". Die früher leeren Wände des Mittelschiffes sind jetzt mit Heilgenbildern in Medaillonform geziert.

Wallfahrt
Um das Jahr 1900 war Petersberg Ziel einer Marienwallfahrt von örtlicher Bedeutung (Bittgänge von Pfarreien rund um den Petersberg). Interessant ist ein Bericht über eine Gelöbniswallfahrt der Eisenhofener im Mai 1920. Die Wallfahrer beteten einen Rosenkranz hinauf, einen Rosenkranz droben, anschließend fünf Vaterunser "ausgspannt", d.h., mit ausgebreiteten Armen und schließlich einen letzten Rosenkranz auf dem Heimweg.
Gnadenbild war eine gekrönte Muttergottesstatue aus Gips, die von Votivbildern und Danksagungs-Tafeln umgeben war. Sie bezogen sich auf Verlöbisse in den Jahren 1880 und 1890 u.a. wegen Unglücks im Stall und wegen Krankheiten von Pferden und Rindern 37)
.

Die Restaurierung von 1907

Überlegungen über eine Re-Romanisierung waren schon 1903 angestellt worden. Generalkonservator Dr.Halm aus München befürwortete das Vorhaben, weil "für die Wiederherstellung des alten Bestandes am Bau selbst alle maßgebenden Anhaltspunkte gegeben sind, sodass nicht erst die Phantasie entwerfend einzugreifen braucht". Wenn man den Bau erhalten wollte, musste man ohnehin Maß- nahmen treffen, weil das große Dach mit seinem immensen Druck das südliche Seitenschiff abgesenkt und die Westfassade nach außen gedrückt hatte. Die Rückführung in den Originalzustand war somit gleichermaßen gut für die Baustatik und für die Bausubstanz 32).

Vier Jahre später, bei der großen Restaurierung 1907 aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Kirche, hat man die barocken Veränderungen -bis auf das Türmchen über der Südapsis und die Bestuhlung-  wieder entfernt und den vermuteten Zustand nach ihrer Erbauung wiederhergestellt. Die südliche Außenwand wurde vollständig erneuert, Holzdecken und 16 schmiedeeiserne Fensterstöcke eingebaut, die Emporen abgetragen und ein Ziegelboden nach mittelalterlichem Befund verlegt. Die Altäre hat man an die Pfarrei Rottenberg, Gemeinde Sailauf im Spessart verkauft. In der Mittelapsis wurde das kleine Fenster nach Osten wieder eröffnet. Die Sakristei wurde aufgelöst und durch einen Sakristeischrank ersetzt 32).


Petersbergbasilika 1903
Eine Malerin aus München hat die Petersbergbasilika vor der Renovierung im Jahr 1903 und nach den Plänen des Jahres 1905 gemalt. An den Bildern sind die äußeren Veränderungen des Kirchenbaus recht gut zu erkennen. Der größte Unterschied besteht im Kirchendach. Bis 1907 war der Obergaden (Mauerwerk über den Seitenschiffen) völlig verschwunden.

Petersbergbasilika nach der Renovierung (Entwurf 1905)

Auch in der örtlichen Zeitung, dem Amperboten, war die Restauration ein Thema. Am 7.Juli 1906 berichtete sie: 04)
  "Von sehr geschätzter Hand erhalten wir folgende Zuschrift: Die Kirche auf dem Petersberg bei Erdweg an der Glonn gewährt jetzt schon einen ganz anderen Anblick als ehedem. Mit dem Bauen geht es rüstig vorwärts, das Mittelschiff ist bereits eingedeckt. Von den beiden Seitenschiffen ist das gegen Norden auch unter Dach, bei dem gegen Süden musste die Mauer abgetragen werden, und wird gegenwärtig durch eine Ziegelsteinmauer ersetzt. Die Kirche ist nämlich ganz aus Felsenstein gebaut und wird es im nächsten Jahr 800 Jahre sein, dass sie gebaut wurde, so wie sie heute steht. Es ist für jedermann interessant die Kirche anzusehen. Bei Abbruch einer Mauer fanden sich mehrere Schussscharten, Türen und dergleichen vor. Innerhalb von 800 Jahren mögen auch viele Stürme über diese Kirche hinweggefegt sein. Früher standen auf dem Petersberg eine Burg, die "Glanerburg", welche dann eine fromme Herzogin "Haznya" den Benediktinern schenkte. Diese erbauten die Kirche und richteten die Burg als Kloster ein, zogen aber später wegen Wassermangel ab und in Scheyern ein. Heutzutage würde wohl niemand mehr wegen Wassermangel abziehen brauchen. Es wäre dieser Ort überaus für eine klösterliche Niederlassung geeignet."

Bei der Renovierung 1907 entdeckte man unter sieben Putzschichten Reste romanischer Wandgemälde (Al Secco-malereien 25)), legte sie frei und ergänzte sie. Ob die Restauratoren auch in den Seitenapsiden noch Gemäldereste fand, ist nicht sicher bekannt. Bisher schloss man dies aus und glaubte, dass Prof. Haggemiller die Seitenapsiden im Auftrag des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege mit völlig neuen Bildern ausgestattet hat, die dem Hauptbild nachempfunden waren. Doch bei Untersuchungen im Zuge der letzten Restauration 2007 stellte man fest, dass die Gemälde nicht einheitlich sind, weder beim Material noch im Stil. Dies spricht dafür, dass doch ein Teil der Gemälde aus früherer Zeit stammt 32).
(mehr über die Restaurierung und über die Wandgemälde erfahren Sie hier..).   

Bei der Renovierung war auch das ursprüngliche Bodenniveau unter zwei Schichten gefunden worden. Es lag 40 cm unter den Solnhofener Platten aus der Barockzeit und dem Ziegelsteinpflaster aus der Gotik und bestand aus Lehm. Man verlegte das neue Bodenniveau nach unten auf romanische Höhe 09).
Am 8.Juli 1908 war die Restaurierung abgeschlossen. Generalkonservator Angermair bezeichnete sie als "im allgemeinen gut gelun-gen". Allerdings sei der Kirchenraum mit zu vielen Ausstattungsstücken überfüllt (selbst 1956 waren an den Seitenschiffwänden noch viele große Kreuzwegreliefs, Votivbilder und Figuren angebracht).

An der äußeren Westwand der Kirche wurde eine neu Kreuzigungsgruppe von Guido Lang (1856-1921) aus Oberammergau montiert, die man 1921 wieder entfernt hat
10).


N
euere Restaurierungen

In der Zeit von 1922-1925 mussten an der Kirche erneut zahlreiche Baureparaturen durchgeführt und vor allem Feuchtigkeits-schäden behoben werden. Damals erhielt die Kirche auch einen neuen Tabernakel sowie ein neues Speisgitter nach dem Entwurf des Münchner Architekten Franz Baumann 10). Ein Teil des 1952 10) abgebauten Speisgitters bildet heute den Unterbau des Zelebrations-altars in der Kirche Orthofen bei Sulzemoos.

1936/37 folgten weiteren kleineren Dachreparaturen und Verputzarbeiten. Dabei wurden die Seitenschiffe mit engobierten Biberschwänzen (= mit farbiger Überzugsmasse behandelte Ziegel) neu eingedeckt und die Stützpfeiler ausgebessert 10).

1952 stand die nächste größere Restaurierung der Petersberger Basilika an. Neben den üblichen Dachreparaturen wurden schadhafte Stellen an Pfeilern
11) und Wandgemälden erneuert. Den Bildern hat man eine künstliche Patina verliehen, um sie originaler aussehen zu lassen und, als wesentlicher Gewinn für den Gesamteindruck, Pfeiler und Säulen von ihrem unpassenden Putzmantel befreit. Diese Instandsetzung der Kirche war dem ehem. Weihbischof Johannes Neuhäusler zu verdanken, der in Eisenhofen geboren worden war. Als Häftling im KZ Dachau gelobte er "wenn er gleich Petrus und durch die Fürbitte des heiligen Petrus wieder heil aus dem Gefängnis komme, die Kirche auf dem Petersberg wieder gut instand zu setzen und zu einem religiösen Zentrum des ganzen Glonngaues zu machen" 20).

Um 1964/65 waren wieder die obligatorischen Dachreparaturen durchzuführen 10).

1967/68 schaffte man einen neuen Sakristeischrank an und erwarb die von Bildhauerin Eva Moshack aus Mch (1925-2003) gestaltete Weihwasserschale. ... mehr zu Eva Moshack...


1969/70
hat man die Nordwand neu errichtet, die Fundamente unter Einbringung einer Horizontalisolierung mit Beton unterfangen 10), den Außenputz erneuert, das Dach neu eingedeckt und die Ziegelpflasterung repariert. Auch die Fundamente der übrigen Mauern wurden trockengelegt und isoliert.
32)


Im Dezember 1976 erhielt die Kirche eine Orgel. Es handelte sich um eine von der Societé de Construction d'Orgues E.Mühleisen in Straßburg 10) für die Klosterkirche St.Bonifaz in München im Jahr 1974 erstellte Kleinorgel.


1980 gab es eine weitere außen -Renovierung. Die Dächer wurden neu mit Kirchenbibern bzw. mit Haggen und Preissen eingedeckt. Außerdem wurde der Verputz durch Überschlämmung optisch verbessert 10).


1984/85
wurden Teile der 1952 auf die Gemälde aufgebrachten Patinierung entfernt.


Die letzte Restaurierung wurde zum Jubiläumsjahr 2007 durchgeführt. Sanierungsbedürftig waren die Gemälde, das Dach, das Alabasterfenster, der Fußboden, Heizung und Elektrik sowie die Orgel (Erweiterung). Auch das Kruzifix und die gotische Muttergottesfigur an der Seitenwand wurden restauriert. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 422.000 Euro
22), 27).


Beschreibung des Innenraums

Das Innere der Kirche betritt man durch den niedrigen seitlichen Eingang von Norden her und gelangt in einen halbdunklen Raum, dessen außerordentlicher Stimmungsgehalt durch das faszinierende Zusammenspiel von Licht, Stein und Einfachheit der Formen erzielt wird 21). Der Kirchenraum wird geprägt von den Wandgemälden in den Apsiden und den 12 Säulen und Arkaden, die die Schiffe von einander trennen.

Maße
Außenmaße: Länge 26 m, Breite 14 m, Seitenschiff 2 m kürzer 06)
, 09)
Innenmaße: Länge 24 m , Breite 12 m, Höhe Mittelschiff: 9,10 m; Höhe Seitenschiffe: 4,80 m
Die Pfeiler und Säulen haben eine Höhe von 2,35 m und einen Durchmesser von rd. 60 cm ("8 Fuß in der Höhe und 2 Fuß im Durchmesser fassend" 02).)


Die Apsiden sind durch drei Stufen erhöht. Ihre Wände sind voll bemalt. In der Mitte einer jeden Apsis befindet sich ein kleines Fester. Insgesamt wird der Raum durch die neun kleinen Fenster an den Hochwänden und jeweils fünf kleinen Öffnungen an den Seitenschiffen nur spärlich erhellt
09), 21). Hinter dem Altar ist in die Hauptapsis ein Fenster mit Alabasterfüllung eingefügt. Die erste Zeit nach der Erbauung 1107 war dieses Fenster mit Schweinehäuten geschlossen 36). Die Öffnung gegen Osten hatte auch symbolische Bedeutung, weil das Licht der aufgehenden Sonne an den wiederkommenden Christus erinnert.
Der Raum besitzt eine Flachdecke; sie lag ursprünglich höher als die heutige
11).

 

Pfeiler und Säulen

Die Pfeiler sind stark gedrungen, wenig übermannshoch, aber nicht zu umfassen. Ein Paar der Jochträger, der vierte vom Chor aus, ist anders als die viereckigen Pfeiler gestaltet. Es sind Säulen, die südliche mit hohem Sockel, die nördliche mit zwei starken, aber schön gegliederten Schwellungen (Trommelringen) an der Basis 32). Die Pfeilerkapitelle bestehen lediglich aus einer einfachen Platte mit Viertelkehle 21)die direkt in die Arkadenbögen übergehen (Abakus), die Säulenkapitelle jeweils aus kämpferlosen Würfelkapitell 06) mit Halsring. Pfeiler und Säulen sind etwa 8 Fuß (rd.2,35 m) hoch und etwa 2 Fuß (rd. 60 cm) im Durchmesser bzw. Seitenlänge 02)).



Es ist das früheste Beispiel eines Stützenwechsel (von Pfeiler zu Säule) in Oberbayern
21) oder gar Bayern 09), 20). Der Grund für diesen Stützwechsel ist nicht bekannt. Möglicherweise diente er der Abgrenzung von Mönchen und Volk.
Pfeiler und Säulen sind seit 1952 unverputzt; dadurch ist das Quaderwerk aus Molasse-Sandstein gut sichtbar.


Grundriss der Basilika

Das Mittelschiff wird von 12 Stützen getragen.
In der mittelalterlichen Symbolsprache bedeutet dies: Die Petersbergkirche als Apostelkirche steht auf 12 Stützen entsprechend den 12 Grundsteinen des Himmlischen Jerusalem, auf welche die Namen der 12 Apostel des Lammes geschrieben sind (Apo 21,14)
09).


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar in der Mittelapsis besteht aus Nagelfluh und wurde vor 1965 aufgestellt 32).
Um 1730 hatte die Kirche zwei Altäre: einen Hauptaltar, der dem Apostel Petrus geweiht war und einen (zwischen 1693 und 1722 gestifteten) Dreifaltigkeitsaltar
01), 10).
Ein weiterer Seitenaltar kam 1748 dazu
32).



W
andgemälde

über die Wandgemälde habe ich eine eigene Seite angelegt. Wenn Sie alles darüber erfahren wollen,
klicken Sie bitte hier..
.


Gotische Madonna


  Madonna

Die bedeutendste Skulptur der Kirche ist die in der Zeit zwischen 1490 und 1520 geschnitzte Figur der Muttergottes, die aus dem Umkreis des Blutenburger Meisters stammen könnte 06) 32). Die Skulptur wurde in den Akten erstmals 1927 erwähnt. Darin wird berichtet, dass die wertvolle Madonnenfigur unter der Feuchtigkeit und Wurmstichigkeit stark gelitten habe. Damals sei sie (so ein Brief des königl. Bezirksamts an die Kirchenverwaltung in Walkerts-hofen) "in Walkertshofen an der dem Altar gegenüberliegenden Giebelwand unter dem dort befindlichen Kreuz angebracht" gewesen 32).
Die Figur wurde 1929 in den Werkstätten des Landesamts für Denkmalpflege restauriert und "kehrte 1930 wieder auf den Petersberg zurück" (so B. Unger-Richter 32)). Eine andere Quelle spricht davon, die Skulptur sei nach der Restauration 1930 in die Pfarrkirche Walkertshofen gekommen 10) und dort gegenüber der Kanzel aufgestellt worden. In die Petersbergbasilika sei sie erst im Jahr 2000 gekommen 07,16). Auch die Reiseschriftsteller der 1960er- bis 1980er-Jahre schrieben, die Figur stünde in Walkertshofen 16).
Ein Vermerk in den Akten, dass die Figur aus der Kirche von Eisenhofen stammt, könnte wenigstens den Aufenthaltsort in früheren Jahrhunderten benennen.
Die Madonnenfigur wurde im 17.Jh. neu gefasst
06) und in den Jahren 1983 (von Restaurator Norbert Fischer aus Egling) und zuletzt 2007 restauriert.


Madonna
An der Marienfigur ist die in gotischer Zeit übliche S-Krümmung des Körpers von Figuren deutlich zu sehen, die mit dem Fach-ausdruck "Gotischer Schwung" bezeichnet wird. Seit dem 13. Jh. sind bei vielen gotischen Figuren die waagerechten Achsen (Becken, Schultern) gleichsinnig verschoben. Der Kopf ist der erhöhten Schulter zugeneigt. So ergibt sich eine S-Krümmung, die die steigende Körperbewegung im Sinne des gotischen, auf die Vertikale gerichteten Willens betont.


Seitenaltäre

Die Seitenaltäre sind Blöcke aus unverputztem Ziegelmauerwerk. Sie wurden erst im 20.Jh aufgestellt.

Auf dem rechten Seitenaltar steht ein kastenförmiger Tabernakel aus neuerer Zeit
32), der mit vergoldetem Messing verkleidet ist. Die Inschrift auf den beiden Türflügeln lautet: "ET VERBUM CARO FACTUM EST ET HABITAVIT IN NOBIS" (und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, Joh 1,14).
Die Apsiden hinter den Altären sind bemalt. Mehr zu den Wandgemälden finden Sie hier...

Die barocken Seitenaltäre aus der Zeit um 1700 und 1748 sollten nach der Renovierung 2007 an die Kirche von Unterweikertshofen verkauft werden, da nach dem Abbruch der in der Barockzeit vor den Seitenschiffapsiden einbauten Zwischenwände für sie kein Platz mehr vorhanden war. Doch beim tatsächlichen Verkauf kam nicht Unterweikertshofen zum Zug, sondern der Kirchenbauverein Rottenberg, der die Altäre und die Kanzel für 600 Mark für die Pfarrei Sailauf (im Spessart) erwarb
10).


Kruzifixe
Zwei große Kruzifixe hängen in der Kirche:

Eines über der Orgel an der Westwand mit langem senk-rechten Kreuzesstamm. Es wurde im 18.Jh gefertigt
32). Der Körper Jesu ist überlebensgroß.

Kruzifix -frühes 18.Jh
Das andere Kruzifix an der Nordseite des Kirchenschiffs stammt aus dem 1.Viertel des 18.Jh. 32). Der Corpus Jesu ist mit kräftig ausgebildeten Armen und Beinen gestaltet. Er besitzt eine Inkarnatfassung (hautfarben).
 
Hinweis: Ein Kruzifix (crux= Kreuz, fixum= angeheftet) ist die Darstellung des am Kreuz hängenden Christus. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus (Körper) des Gekreuzigten angebracht, weil die Kreuzigung als eine schändliche und würdelose Art der Hinrichtung galt (wie vor kurzem bei uns der Galgen). Auch in der jüdischen Tradition war nach dem Alten Testament (Buch Dtn 21,22) jeder Gekreuzigte (ans Holz Gehängte) ein "von Gott Verfluchter". Ab dem 4.Jh wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden oder toten Gekreuzigten, und damit die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.
KirchenbänkeKirchenbänkeOrgelKirchenbänkeSchnitzereien
per Mouseklick zu den Beschreibungen

Kirchenbänke


Die Kirchenbänke (links, mittig und rechts jeweils elf Reihen) haben schön geschnitzte Rokoko-wangen aus der Zeit um 1775-1795, die

Kirchenbank
bei der Rücknahme der Barocki- sierungsmaßnahmen im Jahr 1907 belassen wurden. Das Gestühl wurde vom Scheyerner Abt Michael Grillmayer (1775-93) gestiftet 09), 32)
In die Brüstung der vordersten Reihe sind zwei Wappenkartu-schen ge-schnitzt.

Wittelsbacher Wappen
Eines zeigt die Rauten der Fa-milie der Wittelsbacher, die den Benediktinernihre Stammburg Scheyern schenkten, das andere
das Königswappen des Hauses Aragon, aus dem die Gräfin Haziga hervorging, die Gründerin des Petersberger Vorvor-gängerklosters in Bayrischzell. Die Rückwand der letzten Bank zeigt das Scheyrer Klosterwappen mit dem Doppel-kreuz und ein weiteres Wappen eines Abtes (mit einer Waage).

Scheyrer Wappen
  Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die
Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst eine Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. wurden zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt; beim Sitzen ist der Zuhörer aufmerksamer, geduldiger und ruhiger. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten.

Wenn Sie noch andere Muster von Kirchenbankwangen in den Kirchen des Landkreises sehen möchten, klicken Sie hier...

Opferstock

An den letzten beiden Säulen sind zwei schlanke alte Opferstöcke mit vielen Eisenbändern befestigt.
  Hinweis: Der Opferstock dient der Aufnahme von Geldspenden. Sein Name rührt daher, dass der Opferstock ursprünglich aus einem großen ausgehöhlten Holzstock bestand. Dieser Stock wurde in der Folgezeit immer stärker mit Eisenbändern gesichert.

Opferstock
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke.
Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier ...


Orgel

Die Schrankorgel mit zwei Manualen, sieben klingenden Registern und Freipfeifenprospekt stammt von der Orgelbauerfirma Mühleisen & Cie aus Straßburg . Sie wurde im Dezember 1976 33) anstelle einer früheren Orgel in die Petersbergbasilika eingebaut. Zuvor stand sie zwei Jahre lang als Provisorium in St. Bonifaz, München 09). Die alte Petersberger Orgel kam nach Neuhaus am Schliersee 33) .
Die Orgel wurde im Laufe der Jahre mehrmals, zuletzt im Jahr 2007 renoviert und um ein Bassregister erweitert 32) . Das Pedalwerk wurde in zwei Türmen seitlich untergebracht. Diese Türme und der alte Prospekt erhielten Glastüren, damit die Orgel auch in geschlossenem Zustand den Blick der Besucher auf die Pfeifen ermöglicht 24), 33)

Orgel ab 2007
Disposition der heutigen Orgel von 1980:
Manual: Gedeckt 8'. Gedeckt 8', Bordun 8', Prinzipal 4', Flöte 4',
            Sesquialter, Schwiegel, Scharff 3'
Pedal:    Subbaß 16',
Koppeln: I-II, I-P, II-P

Vorgängerorgeln:

- Aus dem Jahr 1884 ist bekannt, dass die Orgel damals über vier Register verfügte
03), 13) 15).
  Diese Orgel wurde 2007 bei der Re-Romanisierung beseitigt und durch ein Harmonium ersetzt
10).

- Die nächste Orgel mit Freipfeifenprospekt wurde von der Fa. Carl Schuster und Sohn, Mch, um 1960 erstellt; sie besaß
  ein Manual mit acht Registern.
  Disposition der Orgel von 1960:
13)
      Manual (C-f'''): Violo 8', Co 8', Pr 4', Spitzfl 4', Nachthorn 2', Qu 1 2/2', Mi 1'
      Pedal (C-f'''):   Subbaß 16',
      Koppeln: I-P,Tutti
      System: ek, entfernt stehender Spieltisch, Freipfeifenprospekt


Orgel bis 2006


Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.



Weihwasserbecken

Am Eingang der Basilika steht ein sehr schönes Weihwasserbecken aus Bronze auf einer 90 cm hohen Säule aus dem 12.Jh, die vor der Kirche gefunden worden war. Das Becken wurde 1967/68 von der Bildhauerin Eva Moshack aus München gestaltet 32). In die Schale ist ein Relief mit viermal 6 Fischen eingraviert.
 
Weihwasserbecken
In Katholischen Kirchen sind in der Nähe der Eingangstüren Weihwasserbecken angebracht, aus Stein oder Metall. Das Wasser das sie enthalten ist nicht geweiht, sondern gesegnet. Mit ihm zeichnet der Eintretende ein Kreuz über sich, um sich selbst an seine Taufe, an sein "Eingetaucht -Werden in den Geist Gottes", zu erinnern.

                              Eva Moshack wurde als Kind schlesischer Eltern im Jahr 1925 in Barcelona geboren und wuchs in Katalonien auf wo auch sie ihre künstlerische Grundausbildung erhielt. Im Jahr 1955 begann sie in München ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste bei den Professoren Franz Eska und Heinrich Kirchner. Doch Eva Moshack erklärte: "Meine eigentlichen Lehrmeister waren die Natur selbst, die katalanischen Steinmetze und Keramiker und die romanische Sakralkunst, die in den Kirchen und Museen Kataloniens stets gegenwärtig waren." Eva Moshack reiste zu Studienaufenthalten 1958 nach Florenz, 1968 nach Mexiko und 1971 nach Afrika. Im Jahr 1971 lernte sie den Künstler Eric Bach kennen. Sie heirateten und lebten abwechselnd in Bayern und Katalonien. Im Juni 2003 starb Eva Moshack in München 34).


Türschloss

Die innere Abdeckung des Türschlosses des Eingangsportals besteht nicht, wie sonst üblich, aus Metall, sondern aus Holz mit Metallbeschlägen. Das Schloss stammt aus dem Fröttmaninger Kircherl am Autobahnkreuz München-Nord. Als das kleine Gotteshaus im Zuge des Autobahnausbaus Ende der 1960er Jahre abgerissen werden sollte, wurden die wertvollen, mittelalterlichen Holzkastenschlösser und die alten Beschläge zum Petersberg gebracht und hier eingebaut 23).

Türschloss
Die Türklinken sind als Schlangen gestaltet. Das Maul beißt in den Drückerhals; der Schwanz ist eingekringelt. Sie wurden 1907 eingebaut. Die Schlange wird in der Bibel gegensätzlich dargestellt. Als Verführerin im Paradies ist sie Symbol für das Böse schlechthin, während sie als eherne Schlange in der Wüste die Israeliten vor den Giftbissen schützte. F.J.Zeheter erinnert an die Prophezeiung des Auferstandenen am Schluss des Markus-Evangeliums "sie können schadlos Schlangen anfassen und Gift trinken". Den Getauften kann das Böse nichts mehr anhaben 26).
Das Eingangsportal ist durch ein Gitter geschützt, das Schlossermeister Emil Gerum aus Aichach im Jahr 1948/49 angefertigt hat
32).




Krippe 28), 30)


Krippenfiguren
Seit 2008 steht in der Weihnachtszeit wieder ein alte Barockkrippe in der Basilika. Die Krippe, die eigentlich nur aus den beiden großen Figuren von Josef und Maria, zwei Hirten und einem Verkündigungsengel besteht, wird schon seit mehr als 50 Jahren am Petersberg aufbewahrt. Sie stammen aus der Zeit um 1800. Die Josef- und Mariafiguren wurden vor einigen Jahren (von Monika Kager aus Icking und Sebastian Westermeier aus Miesbach) restauriert und neu eingekleidet.
Die Renovierung der übrigen Figuren ist in den nächsten Jahren geplant.
Nur das Christuskind aus Terrakotta-Material ist zugekauft. Die barocken Figuren stammen der Überlieferung nach aus dem Besitz des Wirtes am Platzl in München.

  
Krippenfiguren

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Epitaph

Hinter dem Eingangsportal ist in die Außenwand ein Epitaph für einen Tenbachischen Pfleger und Richter in Eisenhofen eingelassen, der am 31.März 1621 gestorben ist.
Die Steinplatte ist leider beschädigt und im Übrigen stark verwittert, sodass die Inschrift nur noch teilweise entziffert werden kann: "Hans ...schbert, gestorben 1621, Pfleger und Richter in Eisenhofen..." Auf dem Stein aus rotem Knollenkalk (Kalkstein aus Oberitalien) sind ein Renaissance-Architekturaufbau sowie ein Familienwappen zu sehen.

Epitaph 1621
am Eingang
Hinweis: Epitaphe (griech. Grabinschrift) gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Sie wurden für diesen Zweck eigens angefertigt und sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.

 


Jubiläumsmedaille


Jubiläums-
medaille

Zur 900-Jahr-Feier im Jahr 2007 wurden das Dach, die Fassade, die Raumschale, die Chorfenster, die Wandgemälde, die Madonna und das Kruzifix restauriert. Die Sparkasse Dachau hatte zu diesem Jubiläum eine Medaille herausgebracht. Zur Vergrößerung der Ansicht bitte auf die Medaille links klicken. 35)

Der Petersberg feierte nicht nur die erste Einweihung im Jahr 1107 durch den Freisinger Bischof, sondern auch (in kleinerem Umfang) die zweite Weihe 1110 durch den Erzbischof von Salzburg.
Die Festmesse zelebrierte am 27. Juni 2010 der Scheyerner Abt Markus Ellert, musikalisch umrahmt mit der Madrigalmesse für Chor, zwei Trompeten und zwei Posaunen von Peter Gampl
08).

Hans Schertl



Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Joachim Sighart, Die mittelalterliche Kunst in der Erzdiözese München-Freising, 1855
03) Mayer Anton/Westermayer Georg: Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising. München 1874-1884
04) Kirchenrestaurierung auf dem Petersberg, Amperbote 4.7.1906
05) Konrad Krieger, Der Petersberg im Kreis Dachau, 1954
06) Dehio/Gallo, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, 1964
07) Werner Widmann, Kunstreiseführer Von München zur Donau, S.83, 1966
08) Walter Gierlich, Späte Nachwirkungen eines Kirchenstreits, Dachauer SZ vom 25.6.2010
09) Georg Brenninger, Kirchenführer Petersberg bei Dachau, 1965
10) Dr.Nadler, Dokumentation zur Bau-, Ausstattungs- und Restaurierungsgeschichte, April 2001
11) Hermann Bauer, Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
12) Jakob Mois, Dichtung und Wahrheit über die romanischen Gemälde in der Petersberg-Basilika, Amperland 75/1
13) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
14) Heiner Hofmann, Die Gründung des Klosters Eisenhofen-Scheyern, Amperland 1975
15) Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
16) DuMont, Kunstreiseführer Oberbayern, S.105, 1980
17) Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982
18) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
19) Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986
20) Dewiel, Rasp: Kunstfahrten in Oberbayern Süddeutscher Verlag 1989
21) Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, S. 319, 1985
22) DAH-Rundschau, Juli 2003
23) Kirchenführung Fröttmaning, 2003
24) Dachauer Nachrichten vom 5./6.Mai 2007 (Orgel),
25) Hiltrud Frühauf, Haimhausen, 2007 (Al secco)
26) Franz Josef Zeheter, Schlange im Griff, Rundbrief der Petersberg-Gemeinschaft 2007
27) Dachauer Nachrichten vom 26.6.2007
28) Dachauer Nachrichten vom 24.12.2008 (Krippe)
29) Prof.Dr. Wilhelm Liebhart, Kloster Eisenhofen-Petersberg 1107, Amperland 2007/3 S. 100-103
30) Krippenausstellung Erdweg, Dezember 2009
31) Josef Mayer, 60 Jahre Kath.Landvolkshochschule Petersberg, Scheyrer Turm 2013 S.73 ff.
32) Dr.Birgitta Unger-Richter, Kirchenführer Basilika auf dem Petersberg, 2014
33) Franz Josef Zeheter, Gegensätze verbinden-Orgeleinweihung 2007, Rundbrief der Petersberg-Gemeinschaft 2007
34) Internetseite der Moshack-Bach-Stiftung, Zugriff 2015
35) Dachauer SZ vom 7.Januar 2005
36) Dachauer SZ vom 23.August 2005
37) 900 Jahre Basilika Petersberg, Beschreibung der Medaille, 2007
38) Christian Chymyn, Ein Weg der sich lohnt, Dachauer Nachrichten vom 24.7.2012
39) Alfons Hausler, Jahrestreffen der Absolvia Tertia in Fischbachau, Scheyrer Turm 2013 S. 121 ff.



45 Bilder: Hans Schertl (41), LVHS Petersberg (4)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

5.8.2015

Die alte Klosterkirche Petersberg
von Joachim Sighart,
aus dem Buch: Die mittelalterliche Kunst in der Erzdiözese München-Freising , 1855
02)

Das älteste Bauwerk der Diöcese, das sich erhalten hat, ist ohne Zweifel die wenig bekannte einstige Benediktinerkirche Petersberg, unfern der Glon und auf einem Hügel gelegen, welcher an der Straße von Dachau nach Aichach bei Eisenhofen sich erhebt. Wegen ihres Alters, der Reinheit der Verhältnisse und als Beispiel, von welchen Anfängen der Baukunst bei uns ausgegangen, verdient diese Kirche immer noch unsre Beachtung".

Ueber die Entstehung derselben genügen einige Bemerkungen. Die Gräfin Haziga von Scheyern hatte nach dem Tode ihres Gemahls Otto ein herrliches Kloster sammt Kirche in Fischbachau erbaut und dieses den Benediktinermönchen von Hirschau (im Schwarz-walde) übergeben, welche es im Jahre 1096 mit zwölf Mönchen und einem Abte besetzten. Aber schon nach sechs Jahren gefiel ihnen dieser von Bergen umringte Ort nicht mehr, sie wanderten in eine freiere Gegend nach Eisenhhofen an der Glon, wo ihnen Graf Otto von Scheyern, der Sohn der Haziga, und Berthold Graf von Burgheim zum Bau eines neuen Klosters und einer Kirche am nahen Hügel behilflich waren. So entstand daselbst die Klosterkirche zu Ehren des heiligen Petrus. Aber auch diese Stätte verließen sie wegen ihrer Unbequemlichkeit und wegen des da herrschenden Wassermangels schon nach sechzehn Jahren und bezogen auf Einladung der Grafenfamilie von Scheyern, deren große aber zerfallene Burg in Scheuern, die sie nun in ein Kloster umgestalteten.
Jene alte, im Jahre 1104 erbaute Klosterkirche am Petersberge hat sich nun aber bis zum heutigen Tag (= 1855) erhalten. Es ist eine romanische Basilika, ungefähr 75 Fuß (= 22 m) in der Länge (50'das Schiff, 25'der Chor) und 36 Fuß (= 11 m) in der Breite umfassend, während die Höhe bis zum Plafond 20 Fuß (= 5,80 m) betragen mag.

Die drei Schiffe, welche mit drei fast gleichliegenden Absiden abschließen, sind durch Pfeiler und Säulen von einander geschieden. Nämlich auf jeder Seite des Mittelschiffes stehen drei Pfeiler, eine Säule und zwei Halbpfeiler. Die Pfeiler haben als Basis den Plinthus und halben Wulst, sowie das einfache Kämpfergesims eines Plinthes und einer Hohlkehle, die Säulen aber das Würfelkapitäl, auf welchem der Bogen ohne Gesims aufsitzt. Pfeiler und Säulen, etwa 8 Fuß (= 2,35 m) in der Höhe und 2 (= 58 cm) im Durchmesser fassend, stehen in guten Verhältnissen zum ganzen Bau.

Die Absis des um zwei Stufen erhöhten Chores hat keinen gewölbten Abschluß, sondern eine Flachdecke, wie alle Schiffe in der Kirche. In den Absiden und den Seitenschiffen sind kleine Fenster angebracht, während das Mittelschiff solcher entbehrt. (FN: In der Zopfzeit sind die Fenster der Seitenschiffe leider in gewohnter Weise entstellt worden, wie aus dieser Zeit auch die Altäre und die Stützen des Außenbaues stammen). Vom Außenbau ist nur der kurze Sattelthurm zu erwähnen, welcher über der südlichen Absis sich erhebt.
Das ist also der Charakter der siebenhundertjährigen Kirche, die nur sechzehn Jahre zum Klostergottesdienst gedient hat, und jetzt nur mehr Filiale von Walkertshofen ist. Man sieht, der Bau ist schnell aufgeführt, macht aber ob seiner Zweckmässigkeit und seiner guten Verhältnisse den Erbauern, den wegen ihrer Baukenntnisse in ganz Deutschland berühmten Mönchen von Hirschau, alle Ehre. Schmuckwerk, Skulpturen und Malereien, wofür die großen Wände und Absiden Gelegenheit genug boten, wären wohl noch der Kirche geworden, wenn die Mönche nicht so bald diesen Ort hätten verlassen müssen. Man sieht, vorerst hat man in jenen Tagen bei Kirchenbauten das Nothwendige im Auge gehabt, die bloße Zier aber auf spätere Zeiten verschoben, während wir so häufig das Nothwendige und das zierende Schöne zugleich in die Kirchen einführen wollen und dadurch die Kräfte zersplittern und den Muth verlieren !
Was man in den letzten Jahren zur Restauration dieser alten Stiftung der Schyren gethan, kann ich leider nicht als gelungene Verbesserung und Verschönerung des Zustandes der alten Kirche erklären. Denn Pflasterung und gelbe Verputzung aller Wände, Pfeiler und Säulen, des Innern und Aeußern der Kirche, wird kein Kunstverständiger jetzt mehr als Restauration einer mittelalterlichen Kirche betrachten.

 

Otto Steinberger, der Neue auf dem Petersberg
Nachfolger von Pater Hugolin im Amt - Zentrum für die Landjugend - Großes Aufgabengebiet
Von unserem Mitarbeiter Barthel Moosrainer
Dachauer Nachrichten vom 31.08.1968

OTTO STEINBERGER Leiter der Landvolkshochschule auf dem Petersberg und neuer Jugendpfarrer der Diözese München und Freising. Petersberg - Seit dem 1. August "residiert" ein neuer Mann auf dem Petersberg. Von "Residenz" ist aber noch nicht allzu viel zu merken. Denn der neue Leiter der Landvolkshochschule und Rektor des Hauses, Otto Steinberger, hat bisher noch keine Zeit gefunden, seine in Kisten und Koffern verstaute "Aussteuer" in die für ihn bestimmten Räume zu bringen. Sie müssen eben erst noch aufpoliert werden. Dennoch aber widmet der Nachfolger von Pater Hugolin, der Stadtpfarrer von Münnerstadt wurde, von Anfang an bereits seine Zeit seiner neuen Aufgabe, der sich noch eine zweite wichtige hinzugesellte: Otto Steinberger wurde kürzlich auch als neuer Jugendpfarrer der Diözese München-Freising für den ländlichen Bereich installiert. Es gibt seit kurzem drei Jugendpfarrer: einen für den Großraum München, einen für die übrigen Städte und einen für den ländlichen Bereich. Bisher gab es nur zwei, für männliche und weibliche Jugend getrennt, je einen.
Für sein zweites Aufgabengebiet, das eines Landjugendpfarrers, konnte er wertvolle Erfahrungen durch seine Jugendarbeit in Neumarkt/St. Veit sammeln. Jugendpfarrer heiße eben der offizielle Titel hierfür, meint bescheiden der bisherige Kaplan von St. Benedikt in München, für den der Titel Pfarrer noch ungewohnt klingt Für jene, die Daten interessieren, sei kurz vermerkt: Otto Steinberger wurde am 29. August - er feierte also vor zwei Tagen Geburtstag - 32 Jahre alt, gebürtig ist er aus Neufahrn bei Freising. Er absolvierte das Gymnasium in Freising und studierte Philosophie und Theologie In München. 1963 wurde er im Dom zu Freising zum Priester geweiht.
Schwierig scheint ihm selbst die Erfüllung der "Doppelrolle" zu werden: Die Aufgaben des Hauses Petersberg verlangen vom Leiter möglichst viel Anwesenheit, die zweite Hauptaufgabe, Jugendpfarrer der Diözese zu sein, möglichst viel Abwesenheit vom Petersberg. Es stehen ihm dafür zur Seite der Land Jugendreferent Sepp Rehrl und die Landjugendreferentin Hildegard Mayerhöfer mit einem weiteren Team an Referenten. In Josefstal leitet er zusätzlich den "Kurs der Verantwortlichen", außerdem obliegt ihm noch die Arbeit mit der "Kreisrunde". Das Haus Petersberg soll zum "Zentrum für Landjugend und Landvolk" werden. Eine ."Arbeitsgemeinschaft Land" ist das Zukunftsbild des neuen Leiters. Die zentrale Lage des Petersberges habe sich für die Diözese München-Freising, Augsburg und Eichstätt: förmlich angeboten. Die Kernaufgabe bei allem soll es sein, gleichsam mit radarwachem Auge die Entwicklung des ländlichen Raumes zu verfolgen und daraus die Konsequenzen zu ziehen. Mit anderen Worten: "Es geht um die Zukunft der Seelsorge auf dem Lande, die in Bälde einiges Neues bringen wird, was mit dem Stichwort .Raumplanung in der Seelsorge zusammengefasst werden könnte". Auf Rezepte befragt, äußerte sich der Jugendpfarrer, die Schocktherapie sei meist nicht das Erfolgversprechende. "Die innere Struktur oder Landseelsorge" soll unbedingt erhalten, die notwendigen Reformen aber nicht verzögert werden.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)