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Basilika Peter und Paul auf dem PETERSBERG


Die Bezeichnung Basilika für die Kirche bezieht sich auf den Baustil
(3-schiffig mit überhöhtem Mittelschiff)
wenn Sie mehr über den hl. Petrus erfahren möchten: hier klicken  

Kurzbeschreibung

Die Basilika Peter und Paul auf dem Petersberg ist eine der ältesten, noch erhaltenen Kirchen aus romanischer Zeit in der Diözese München-Freising.

An der Stelle wo sich die Römerstraßen von Augsburg nach Freising und Oberföhring gabelten, stand um das Jahr 1000 die Burg Gloneck, die 1103 von den Grafen von Scheyern den Benediktinern geschenkt wurde. Auf dem Petersberg hielt 1104 ein Konvent Hirsauer Mönche Einzug, der vorher in Bayrischzell und Fischbachau angesiedelt war. Die Kirche wurde um das Jahr 1104 von diesen Benediktinern aus Fischbachau erbaut und 1107 eingeweiht. Die Mönche hielten es aber nicht lange aus, sondern zogen 16 Jahres später nach Scheyern.

Über die nächsten Jahrhunderte ist nur wenig bekannt. Im 18.Jh wurde die Kirche barockisiert und dabei erheblich umgestaltet.

Diese Veränderungen wurden -bis auf das Türmchen über der Südapsis und die Bestuhlung- bei der großen Restaurierung 1907 wieder entfernt .Dabei entdeckte man unter 7 Putzschichten romanische Wandgemälde, legte sie frei und ergänzte sie. Die Seitenapsiden, in denen man keinerlei Gemäldereste fand, stattete man mit völlig neuen Bildern aus, die dem Hauptbild nachempfunden sind. (Einzelheiten über die Restaurierung erfahren Sie hier..). Nun sind die Wandgemälde zwar großenteils nicht mehr original, doch sie vermitteln auf einprägsame Weise die Schönheit romanischer Kirchenmalerei:

In der Wölbung der Mittelapsis Christus in der Mandorla als Allherrscher
links und rechts die Kirchenpatrone Petrus und Paulus, unten die vier apokalyptischen Wesen (Mensch, Löwe, Stier und Adler). 

Im Streifen darunter, links vom Fenster, das Martyrium des hl.Petrus, rechts das des hl.Paulus

Ganz unten eine sitzende Maria mit Kind (als Darstellung der Gottesmutter, der neuen Eva mit dem Heils-Apfel und als Symbolgestalt für die Kirche) inmitten großer Engel. 

Die rechte Apsis ist dem Ordensvater Benedikt gewidmet: links vom Fenster stürzt der Heilige auf dem Monte Cassino ein Götzenbild, rechts ist der Tod des Ordensgründers dargestellt. 

Das Gemälde in der linken Apsis zeigt den hl.Martin in der Mandorla, links die Mantelspende, rechts die Berufung zum Bischof.

12 Pfeiler -davon zwei Säulen und vier Pilaster- trennen die Kirchenschiffe. 

zur Vergrößerung  der Figur des hl. Nikolaus  bitte klickenzur Vergrößerung  des Altarbildes bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Michael  bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Stephanus  bitte klicken
zu den WandgemäldenSchnitzereien Vergrößerung von Details (Wandgemälde)

An der Südwand steht auf einem Podest die aus dem Jahr 1520 stammende Holzfigur der Muttergottes. Sie wurde von einem Schnitzer aus dem Umkreis des Blutenburger Meisters geschaffen.

Interessant sind auch

- das alte Holzkastenschloss des Eingangsportals, das aus dem Fröttmaninger Kircherl am Autobahnkreuz München-Nord kam

- die Kirchenbänke aus der Zeit um 1775-95 mit schön geschnitzten Rokoko-Wangen und mit Wappen der Wittelsbacher, des
   Klosters Scheyern und der Könige von Aragon in Spanien

-
die kupfernen Weihwasserbecken von der Bildhauerin Eva Moshack aus München. Sie stehen auf einer 90 cm hohen alten
   Säule,
die in oder an der Kirche gefunden worden war.

Wenn Sie eine Kirchenführung vereinbaren möchten, klicken Sie hier.... oder wenden Sie sich ummittelbar an Frau Monika Mate in Erdweg .

 


Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Basilika am Petersberg auch
als Diavortrag anschauen (nur bei eingeschalteter Script-Funktion). Klicken Sie hier....

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Kirchengeschichte:
Mittelalter
Barockisierung
im 19.Jh
Restaurierung1907
Wandgemälde:
Mittelapsis
Marienbild
Linke Apsis
Rechte Apsis
Ausstattung:
Baubeschreibung
Epitaph
Kirchenbank
Krippe
Kruzifixe
 
Madonna
Opferstock
Orgel
Pfeiler u.Säulen
Seitenaltäre
Türschloss
Weihwasserbecken
Zelebrationsaltar
   

Geschichte

Gründung
Auf dem Petersberg, steil über dem Glonn- und Zeitlbachtal, erhebt sich einer der ältesten, noch erhaltenen Kirchenbauten romanischer Zeit in der Diözese München-Freising, die Basilika St.Peter und Paul. Im Jahr 1000 stand an dieser Stelle die Burg Gla(n)neck, die 1103 den Benediktinern von den Grafen von Scheyern geschenkt worden war. Diese heute nicht mehr erhaltene Burg am Schnittpunkt zweier Römerstraßen, deren Platz mit der typischen Spornlage und dem Halsgraben an der Westseite noch sehr klar zu erkennen ist, hatte wohl um 1100 ihre strategische Funktion verloren, weshalb es sich anbot, sie in ein Kloster umzuwandeln.

Mönche aus dem Reformkloster Hirsau (die die Verweltlichung des Klosterlebens, die Käuflichkeit geistlicher Ämter, die Verehelichung der Priester und die Eingriffe der weltlichen Herrscher in die Kirche bekämpften) hatten zunächst in Bayrischzell um 1077 ein Kloster gegründet. Das verlegten sie bald darauf "wegen der unwirtlichen geographischen Lage und der ungünstigen klimatischen Bedingungen" nach Fischbachau. Gestiftet hatte die Klöster die Gräfin Haziga von Scheyern. Die Wittelsbacher aus Scheyerner erwählten Fischbachau als Hauskloster.

Um 1104 beantragten die Mönche beim Papst Paschalis II erneut eine Verlegung, dieses Mal zum Petersberg bei Eisenhofen. Dort war dem Orden vom Graf Bertholt von Burgeck und Graf Otto II. von Scheyern, Verwandten der 1103 verstorbenen Haziga ein Stück Land geschenkt worden. Wiederum wurden als Gründe für den Umzug die ungünstige Lage von Fischbachau und das unwirtliche Klima dort genannt. Eigentlicher Grund dürfte aber der Wunsch der Stifterfamilie nach einer gemeinsamen Grablege gewesen sein. So ist denn auch das Begräbnis des Stifters Berthold von Burgeck, der erster Vogt des Klosters geworden war, belegt.

Im Jahr 1104 kamen die Mönche auf den Petersberg. Sie erhielten am 3.Januar 1107 von König Heinrich V. gewisse Rechte u.a. die Freiheit von weltlicher Herrschaft und die freie Vogtwahl. Diese Urkunde von König Heinrich V. von 1107 gibt uns auch Auskunft über die Eigentumsverhältnisse und den Bau des "Klosters Eisenhofen in der Provinz Norica, im Bistum Freising, im Gau Ovscowe neben dem Fluss Glana". Die Grafen Bertholt und sein Neffe oder Cousin Otto besaßen den ummauerten Burgplatz gemeinsam "a parentibus", von ihren Vorfahren.
Das Kloster wurde innerhalb der Burgmauer vom Grafen Berthold auf seinem Grundstücksteil eingerichtet. Bertholt trat aber die östliche Seitenkapelle mit dem St.Petrus-Altar an Graf Otto ab. Bertholt verblieb so der St.Martin-Altar im Westen mit den Reliquien des St.Martin, die die Mönche aus Fischbachau mitgebracht hatten. Das Fischbachauer Kloster hatte nämlich ursprünglich St.Martin und nicht St.Peter zum Patron. Der Wechsel des Patroziniums von Martin auf Petrus war darauf zurückzuführen, dass man das Kloster 1102 an den Heiligen Stuhl in Rom übertragen hatte.
Die Grafen übertrugen alle Stiftungen für das Kloster Fischbachau an das neue Kloster auf dem Petersberg zur freien Verfügung des Abtes Erchanbold /Erchimbold und seines Konvents.

Die erste Einweihung der Kirche fand im Jahr 1107 durch den Freisinger Bischof Heinrich von Eberstein-Tengling, die zweite im Jahr 1110 durch den Salzburger Erzbischof Konrad I. von Abensberg statt.

Warum die beiden Einweihungen ? Damals lagen der deutsche Kaiser und der Papst im sog. Investiturstreit, einem erbitterten und mit allen Mitteln geführter Kampf um das Recht, die Bischöfe zu bestimmen. Der Freisinger Bischof stand auf der Seite des Kaisers obwohl er seine Sache mit Rom noch zu Lebzeiten von Papst Calixtus II. ins Reine gebracht hatte. Der Salzburger Erzbischof und Metropolitan Konrad I. vertrat dagegen vehement die Seite des Papstes. Mit glühendem Hass kämpfte er insbesondere gegen seinen Freisinger Kollegen und versuchte mehrfach, den Klerus und die Klöster im Freisinger Gebiet dazu zu bringen, den Bischof abzusetzen. Er nährte auch bei den Mönchen auf dem Petersberg, die den Standpunkt des Papstes unterstützten, die Zweifel, ob die Weihe durch den "Kaiser-Bischof" gültig sei. Erzbischof Konrad kam auf den Petersberg, zerstörte -wie später im Kloster Tegernsee- die von Heinrich geweihten Altäre, zerbrach die bischöflichen Siegel und konsekrierte die Kirche neu. Der Freisinger Bischof Heinrich war 1110 im Gefolge des deutschen Königs Heinrich V. in Rom.

Den Einfluss der weltlichen Mächte zeigt die Abtwahl im Jahr 1111. Nachdem der erste Abt Erchimbold gestorben war, stimmten die Mönche für den Prior Wolfhold als Nachfolger. Doch der neue Vogt und Mitstifter Otto III. missbilligte die Wahl. So wurde der Bruder Bruno, der Mann der Wittelsbacher, zweiter Abt am Petersberg.Schon 16 Jahre nach ihrer Ankunft zogen die Mönche weiter, nach Scheyern. Wassermangel und zu große Abgeschiedenheit -noch schlimmer als in Fischbachau- waren die offiziellen Gründe. Doch in Wirklichkeit waren es hauspolitische Erwägungen der Grafen von Scheyern-Dachau und Pfalzgrafen von Wittelsbach. Sie wollten ihren alten Stammsitz Scheyern in ein Familienkloster umwandeln. Sie sollte künftig die Grablege aller Familienzweige sein. Die Burganlage in Scheyern bot auch erheblich bessere wirtschaftliche Bedingungen. Die päpstliche Erlaubnis für den Umzug datiert vom 26.3.1123, die kaiserliche Bestätigung durch Heinrich V. vom 25.April 1124, ausgestellt am Hoftag zu Bamberg.

Auch nach dem Umzug der Mönche blieb die Basilika zunächst im Besitz des nun in Scheyern residierenden Klosters und wurde von dort aus unterhalten. Zwei Patres blieben zurück, um die Seelsorge im mittleren Glonntal zu versehen und die gestifteten Messen zu lesen. Erst 200 Jahre später, um 1340, wurde die Basilika eine Filialkirche der Pfarrei Walkertshofen.

Was die Benediktinermönche mit dem aus Bruch- und Feldsteinen bestehenden Bau der Basilika auf dem Petersberg der Nachwelt hinterlassen haben, mag für damalige Zeiten nichts Besonderes gewesen sein; unter den erhaltenen Bauten zählt die Basilika aber zu den eindrucksvollsten Schöpfungen romanischer Baukunst auf altbayerischem Boden. Ausgewogene Maßverhältnisse, klare Proportionen und eine selbstverständliche Schlichtheit verleihen diesem Bauwerk Würde. Die linearen Formen und zurückhaltenden Farben der Malereien versetzen den Besucher in die klösterliche Geisteswelt des hohen Mittelalters. "Es gibt gewiss großartigere, wuchtigere Zeugen aus Bayerns romanischer Zeit", schreibt Konrad Krieger, "aber nennt mir einen Bau, der so schlicht und bodenverbunden, so bedächtig und bescheiden, aber gerade wegen seiner Stille so beredt für das Bayern des beginnenden 12. Jh spricht, wie die Kirche auf dem Petersberg".

Baubeschreibung:
Wie schon bei der Anlage von Fischbachau, die vom Grundriss her fast identisch ist mit der Petersberger Kirche, fehlen auch hier wesentliche charakteristische Merkmale der Hirsauer Bauschule, wie beispielsweise das Querschiff, die Vielzahl der Altäre, Turmaufbauten und Säulenarkaden. 
Statt dessen begegnen wir der einfacheren altbayerischen Anordnung, dem sog. alpenländischen Grundriss: 
drei Schiffe, die direkt in parallelen Apsiden fluchten, kein Querhaus und kräftige Pfeiler, die über fünf Arkaden die Mittelschiffwände tragen. Der Bau ist 24 Meter lang und 12 Meter breit.
St. Peter liegt in einer waldumstandenen Wiese auf dem ehemaligen Burgberg Glaneck neben der 1953 dazugebauten Landvolkshochschule.

Die Kirche ist mit Bruchsteinen errichtet, die bis von der Donau herangeschafft worden waren. Sie ist -bis auf die westliche Fassade- verputzt, und ohne jegliches schmückende Beiwerk.

An der unverputzten Westseite sieht man noch das ursprüngliche, mit Ziegeln vermauerte Portal, darüber ein ehem. Rundfenster und ganz oben ein noch verbrettertes Lukenfenster. An den Ecken sind die gemauerten Stützpfeiler zu erkennen. Hoch oben am First ein vergoldetes Wetterkreuz.
Fenster: Auf dem Bild links sehen sie zwei Okuli auf der Westseite, vier weitere Lukenfenster im (verputzten) südlichen Seitenschiff, darüber, in den Lichtgaden des Hauptschiffs, vier größere, rundbogige Fenster. Entsprechend ist die Nordseite mit Fenstern ausgestattet. In den Apsiden auf der Ostseite sind noch schmale Alabasterfenster erhalten. Trotz der vielen Fenster dringt nur spärliches Licht ins Rauminnere.
Die beiden Zugänge lagen von Anfang an auf der Nord-und der Südseite. Das hatte zum einen praktische Gründe, weil das Portal vom Wetter besser geschützt war. Vielleicht war das Kloster im Süden angebaut und der Südausgang für die Mönche reserviert, während vom Norden her die Bevölkerung Zugang hatte.
Das sich auf der Westseite abzeichnende Rundportal (siehe Bild links) war später ausgebrochen worden.

Alle Bauteile, mit Ausnahme des Turmes über der südlichen Seitenapsis und der beiden Strebepfeiler an der Westwand, entstammen noch der Erbauungszeit. Der heutige Turm wurde erst 1776 errichtet. Ob die Kirche ursprünglich überhaupt einen Turm hatte ist nicht bekannt, jedenfalls ist schriftlich nichts erwähnt. Dass es einen Turm gegeben haben könnte oder ein solcher geplant war, ist aber wahrscheinlich, weil bei den Benediktinern das Glockengeläute einen wichtigen Stellenwert in der Liturgie hatte. Im Reformkloster Hirsau legte Abt Wilhelm Wert darauf, dass die Glocken vom Altarraum aus geläutet werden konnten.
Die beiden vorhanden Glocken wurden 1980 von der Fa. Perner aus Passau gegossen. Sie werden von der rechten Apsis aus geläutet; dort hängen die Glockenseile vor dem Seitenaltar herab.

Ausgehendes Mittelalter

Über die nächsten Jahrhunderte ist nur wenig bekannt.
1544 wurde das Patronatsrecht an der Pfarrei Walkertshofen (deren Filiale die Basilika damals schon war) vom Kloster Scheyern dem Besitzer der Hofmark Eisenhofen übertragen. Das Patronatsrecht enthielt auch die Verpflichtung zum Unterhalt. Der neue Hofmarksherr Leonhard von Eck zu Randeck restaurierte die Kirche auch 1560. Aber seine Nachfolger kümmerten sich nicht mehr in ausreichendem Maße um den Bauzustand. Jedenfalls war die Kirche 1640 baufällig. Der Hofmarksherr weigerte sich 20 Jahre lang, eine Renovierung durchzuführen; vielleicht konnte er es auch nicht, angesichts der allgegenwärtigen Schäden aus dem 30jährigen Krieg.

Erst 1662 wurde die Basilika notdürftig renoviert, um sie vor dem Einsturz zu bewahren. Der Hochaltar, der im Dreißigjährigen Krieg durch die Soldaten profaniert (entweiht) worden war, wurde erst am 9.10. 1701 durch Fürstbischof Johann Franz v.Eckher neu konsekriert. Das hat aber nicht unbedingt mit einer langen Renovierungszeit zu tun. Dies kann auch seinen Grund darin haben, dass mit Franz Eckher nach 40 Jahren wieder ein echter Bischof auf dem Freisinger Thron saß. Seine Vorgänger waren zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern). Sie konnten das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben und Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. So war für den Bischof nach 40 Jahren ohne Kirchenweihen und ohne Firmung viel zu tun. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums. In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter Jarzt, Pellheim, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen und Kollbach), ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (=23 pro Jahr) geweiht.

Berichte aus dem Jahr 1705 bezeichnen die Kirche als feucht und dunkel. Damals hatte sie zwei Altäre.

1708 und 1710 mussten zwei Glocken angeschafft werden (bei den Münchner Glockengießern Johann Matthias Langenegger und
Anton Benedikt Ernst), weil die früher vorhandenen 1704, im Spanischen Erbfolgekrieg (Bayern gegen Österreich), gestohlen worden waren. Wo diese Glocken hingen vermag ich nicht zu sagen; das heutige Türmchen wurde jedenfalls erst um 1730 errichtet.


Auszug aus einer
Landkarte vom Jahr 1663

Die Barockisierung im 18.Jh

In der Zeit um 1730 und nochmals um 1776 wurde auch die Basilika auf dem Petersberg -wie die meisten im Dachauer Land -  barockisiert und ihr -nach dem unerbittlichen Geschmack der Epoche- eine dekorative Stuckverkleidung verpasst:

Die Hochwände des Mittelschiffs wurden um 6 Fuß (1,75 cm) abgetragen, sodass ein gemeinsames Dach bis über die Seitenschiffe herabgezogen werden konnte; von außen waren die drei Schiffe somit nicht mehr erkennbar. Die Obergadenfenster mussten dazu vermauert werden, sodass nur von den Seitenschiffen her (durch allerdings vergrößerte Fenster) Licht eindringen konnte. Die Wölbung der Hauptapsis wurde teilweise abgebrochen und eine Flachdecke in die  Wölbungskalotte eingezogen, um Platz für einen barocken Hochaltaraufbau zu gewinnen. Das mittlere Apsisfenster wurde zugemauert; daneben wurden zwei neue Fenster ausgebrochen. Rechts vom Altar, an der südlichen Mittelschiffswand, hat man eine kleine Empore eingebaut, eine weitere an der Westwand.
Die zwei Nebenapsiden wurden durch Wände von den Seitenschiffen getrennt und dahinter Sakristei und Chor eingebaut. Statt der Seiteneingänge wurde ein neuer Zugang von Westen her geschaffen, der sich heute noch in der Ziegelsteinmauer abzeichnet. Auf die Südapsis wurde ein Glockentürmchen gesetzt, das die Apsis optisch fast zu erdrücken scheint. Das Baumaterial stammte aus den abgebrochenen Hochwändes des Mittelschiffs. Die bisher harmonischen Proportionen von Höhe und Breite hatten sich nun zum Schlechten verändert.

Einen anschaulichen Vergleich in Raumwirkung und Atmosphäre bietet die Kirche von Fischbachau, die noch ihre volle barocke Ausstattung behalten hat. Beide in etwa gleich alten Anlagen sind ja Schöpfungen der gleichen Bauschule mit fast identischem Grundriss. Bei aller barocker Pracht in Fischbachau; die Atmosphäre in der Petersbergbasilika wird bei weitem nicht erreicht.

Schmidt'sche Matrikel von 1738/40
In den Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten
Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Petri in Petersberg" bemerkt er, die Kirche sei von hohem Alter. In ihr stünden zwei Altäre. Der Hochaltar sei dem hl.Petrus, deer andere Altar der Dreifaltigkeit geweiht. Gottesdienste würden hier an besonderen Festen gehalten. Außerdem gebe es zwei Wochenmessen, die aber seit 23.10.1692 auf eine reduziert worden sei. Das Kirchweihfest werde am sechsten Sonntag nach Ostern gefeiert. In der Sakristei würden die notwendigen Messgewänder aufbewahrt. Ein Friedhof sei auch vorhanden; es fänden aber keine Begräbnisse mehr statt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Walkertshofen und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses hat sich letzthin auf 965 fl. (=Gulden) entworffen".

Renovierung 1777
1770 berichtete Pfarrei Dauberger an das Ordinariat, dass die Kirche infolge Unwetter sehr baufällig sei. 1767 waren große Stürme und Gewitter über die Ortschaften an der Glonn gezogen und hatten viel Schaden angerichtet. Die Dächer und Fenster der Kirche seien zerschlagen, schreibt er, und ein Teil der Decke liege abgebrochen im Kirchenraum. Ein gefahrloser Aufenthalt in der Kirche sei nicht mehr möglich. Der Pfarrer und Dekan Resch von Sittenbach machte den Vorschlag, die Seitenschiffe abzubrechen und die Arkaden zu vermauern. Der kleinere Kirchenraum sei dann leichter und günstiger zu unterhalten. Gottseidank wurde dieser Vorschlag nicht angenommen.
Die Zeit bis zum Beginn der Reparatur dauerte aber noch sieben Jahre, weil man sich über die Kostentragung nicht einigen konnten. 1776 übernahm dann Freisinger Fürstbischof Joseph Ludwig von Welden als früherer Hofmarksherr die Kosten. Ein Jahr später
erhielt die Kirche eine neue Ausstattung. In der Kirchenrechnung heißt es dazu: "hat einen neuen auf Alabasterart gefassten Choraltar nebst neuen Stühlen machen lassen". Außerdem hat man die Dachbalken des südl.Seitenschiffs 1777 komplett erneuert.
Als Patrozinium wird damals nicht nur St.Petrus, sondern auch die Hl.Dreifaltigkeit genannt, der einer der Altäre gewidmet war (gestiftet von Pfarrer Sigmund Faber aus Walkertshofen).

Das 19.Jahrhundert

Um 1817 wird die Kirche in der Pfarrbeschreibung als "groß und ansehnlich" bezeichnet. Sie habe drei Altäre, die St.Petrus, St.Maria und den Drei-Königen gewidmet seien.

Im Laufe des 19.Jh verfiel die Peterskirche aber immer mehr und war lange Zeit von Abbruchplänen bedroht. 1842 nahm Zivilinspektor Klumpp aus München eine Bestandsaufnahme vor und machte Vorschläge zur Renovierung: die Seitenmauern, die sich gesenkt hatten, müssten verstärkt werden und das Ziegelpflaster des Bodens sei sanierungsbedürftig. Klumpp schlug (als erster) "eine Rückkehr zu ursprünglichen Gestalt" vor, also eine Wiederherstellung des romanischen Kirchenbaus, vor. Doch zunächst geschah nichts.
20 Jahre später beklagte Pfarrer Wallner aus Kleinberghofen den baulichen Zustand. Pfarrer Angermaier von Walkertshofen wandte sich an die staatlichen Stellen, um Mittel für eine weitere Renovierung zu erhalten. Die Regierung beauftragte die drei Nachbarspfarrer, ein Gutachten über die Peterskirche anzufertigen. Diese erklärten, man solle sie abbrechen und an der Stelle ein Kreuz errichten. Die Entscheidung der maßgebenden Gremien fiel aber zugunsten eines Erhalts und einer Ausbesserung des barocken Baus aus.
Die
Renovierung fand 1869 statt. Außenmauern, Dach und Innenraumdecke wurden instand gesetzt; eine neue Orgelempore errichtet. Damals entdeckte man übrigens den alten Friedhof um die Kirche wieder.
Einige Jahre später, 1876, hat man eine gebrauchte Orgel mit vier Registern aus der Pfarrkirche von Ebertshausen angeschafft. Der Kreuzweg kam 1882 aus der Indersdorfer Klosterkirche.

Beschreibung 1884
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus dem Jahr 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Walkertshofen auch die Basilika auf dem Petersberg als Filialkirche enthalten. Auf dem Berg wohnten 20 Seelen (in 3 Häusern).
Über den Kirchenbau schreibt er: " Erbauungsjahr 1104. Restaurirt 1869. Baustyl: kleine dreischiffige romanische Basilika mit 3 Apsiden, geweißte Flachdecke. Geräumig. Baupflicht hat die Kirche.
Sattel-Thurm mit 2 Glocken, die eine 1708, die andere 1710 gegossen in München von M.Langenegger. 3 Altäre, davon 2 portatile (=Altäre ohne Altarstein), Orgel mit 4 Registern. An den Sonntagen des Maimonats Maiandacht, sehr feierlich gehalten unter Betheiligung mehrerer Priester und Lehrer der Umgegend. Stiftungen 1 Jahrmesse. Meßner ist ein Gütler in Petersberg, Cantor der Lehrer von Walkertshofen. Vermögen: 3.600 Mark.
Im Inneren der Kirche befinden sich
"keine alten Bildwerke, mit Ausnahme eines Kreuzes mit Dolorosa, welches jedoch aus Eisenhofen hierherkam". Die früher leeren Wände des Mittelschiffes sind jetzt mit Heilgenbildern in Medaillonform geziert.

Um das Jahr 1900 war Petersberg Ziel einer Marienwallfahrt von örtlicher Bedeutung. Gnadenbild war eine Muttergottesstatue, die von Votivbildern und Danksagungstafeln umgeben war.


Die Restaurierung von 1907

Überlegungen über eine Re-Romanisierung waren schon 1903 von Generalkonservator Dr.Halm angestellt worden. Vier Jahre später, bei der großen Restaurierung 1907 aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Kirche-  beschloss man, die barocken Veränderungen -bis auf das Türmchen über der Südapsis und die Bestuhlung-  wieder zu entfernen und den vermuteten Zustand nach ihrer Erbauung wiederherzustellen. Die südliche Außenwand wurde vollständig erneuert, Holzdecken und 16 schmiedeeiserne Fensterstöcke eingebaut, die Emporen abgetragen und ein Ziegelboden nach mittelalterlichem Befund verlegt. Die Altäre hat man an die Pfarrei Sailauf im Spessart verkauft. In der Mittelapsis wurde das kleine Fenster nach Osten wieder eröffnet.

Petersbergbasilika 1903
Eine Malerin aus München hat die Petersbergbasilika vor der Renovierung im Jahr 1903 und nach den Plänen des Jahres 1905 gemalt. An den Bildern sind die äußeren Veränderungen des Kirchenbaus recht gut zu erkennen. Der größte Unterschied besteht im Kirchendach. Bis 1907 war der Obergaden (Mauerwerk über den Seitenschiffen) völlig verschwunden.

Petersbergbasilika nach der Renovierung (Entwurf 2005)

Bei der Renovierung 1907 entdeckte man unter 7 Putzschichten Reste romanischer Wandgemälde, legte sie frei und ergänzte sie. Die Seitenapsiden, in denen man keinerlei Gemäldereste fand, stattete man mit völlig neuen Bildern aus, die dem Hauptbild nachempfunden sind.
(mehr über die Restaurierung und über die Wandgemälde erfahren Sie hier..).   

Neuere Restaurierungen

Eine größere Restaurierung der Petersberger Kirche wurde nach dem 2. Weltkrieg 1952 vorgenommen. Dabei wurden schadhafte Stellen an den Wandgemälden erneuert, den Bildern eine künstliche Patina verliehen, um sie originaler aussehen zu lassen und, als wesentlicher Gewinn für den Gesamteindruck, Pfeiler und Säulen von ihrem unpassenden Putzmantel befreit. Diese Instandsetzung der Kirche ist dem ehem. Weihbischof Johannes Neuhäusler zu verdanken, der in Eisenhofen geboren worden war. Als Häftling im KZ Dachau gelobte er "wenn er gleich Petrus und durch die Fürbitte des heiligen Petrus wieder heil aus dem Gefängnis komme, die Kirche auf dem Petersberg wieder gut instand zu setzen und zu einem religiösen Zentrum des ganzen Glonngaues zu machen".
1969/70 hat man die Nordwand neu errichtet, die Fundamente unterfangen, den Außenputz erneuert, das Dach neu eingedeckt und die Pflasterung repariert.
1980 wurden Teile der 1952 auf die Gemälde aufgebrachten Patinierung entfernt.
Die letzte Restaurierung wurde zum Jubiläumsjahr 2007 durchgeführt. Sanierungsbedürftig waren die Gemälde, das Dach, der Fußboden, Heizung und Elektrik und die Orgel. Auch das Kruzifix und die gotische Muttergottesfigur an der Seitenwand wurden restauriert. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 422.000 Euro.

Beschreibung des Innenraums

Das Innere der Kirche betritt man durch den niedrigen seitlichen Eingang von Norden her und gelangt in einen halbdunklen Raum, dessen außerordentlicher Stimmungsgehalt durch das faszinierende Zusammenspiel von Licht, Stein und Einfachheit der Formen erzielt wird. Der Kirchenraum wird geprägt von den 12 Säulen und Arkaden, die die Schiffe von einander trennen und von den Wandgemälden in den Apsiden.

Pfeiler und Säulen

Die Pfeiler sind stark gedrungen, wenig übermannshoch, aber nicht zu umfassen. Ein Paar der Jochträger, der vierte vom Chor aus, ist anders als die viereckigen Pfeiler gestaltet. Es sind Säulen, die südliche mit hohem Sockel, die nördliche mit zwei starken, aber schön gegliederten Schwellungen an der Basis. Die Pfeilerkapitelle bestehen lediglich aus einer einfachen Platte mit Viertelkehle die direkt in die Arkadenbögen übergehen.Es ist das früheste Beispiel eines Stützenwechsel (von Pfeiler zu Säule) in Oberbayern. Der Grund für diesen Stützwechsel ist nicht bekannt. Möglicherweise diente er der Abgrenzung von Mönchen und Volk.
Pfeiler und Säulen sind seit 1947 unverputzt; dadurch ist das Quaderwerk aus Molasse-Sandstein gut sichtbar.


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar in der Mittelapsis besteht aus Nagelfluh und wurde 1965 aufgestellt.



W
andgemälde

über die Wandgemälde habe ich eine eigene Seite angelegt. Wenn Sie alles daüber erfahren wollen,
klicken Sie bitte hier..
.


Gotische Madonna


Die aus dem Jahr 1520 stammende Holzfigur der Muttergottes aus dem Umkreis des Blutenburger Meisters war von 1930 bis ca. 2000 in der Pfarrkirche von Walkertshofen gegenüber der Kanzel gestanden. Sie wurde in Akten erstmals 1927 erwähnt. Ein Vermerk "die Figur kommt aus der Kirche in Eisenhofen" könnte ein Hinweis auf den Standort in den vergangenen Jahrhunderten sein.
An ihr ist die in gotischer Zeit übliche S-Krümmung des Körpers von Figuren zu sehen, die mit dem Fachausdruck "Gotischer Schwung" bezeichnet wird. Seit dem 13. Jh. sind bei vielen gotischen Figuren die waagerechten Achsen (Becken, Schultern) gleichsinnig verschoben. Der Kopf ist der erhöhten Schulter zugeneigt. So ergibt sich eine S-Krümmung, die die steigende Körperbewegung im Sinne des gotischen, auf die Vertikale gerichteten Willens betont.
Die Madonnenfigur wurde 1929 und 2007 restauriert.

Seitenaltäre

Die Seitenaltäre sind Blöcke aus unverputztem Ziegelmauerwerk. Sie wurden erst im 20.Jh aufgestellt.
Auf dem rechten Seitenaltar steht ein kastenförmiger Tabernakel aus neuerer Zeit, der mit vergoldetem Messing verkleidet ist. Die Inschrift auf den beiden Türflügeln lautet: "ET VERBUM CARO FACTUM EST ET HABITAVIT IN NOBIS" (und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, Joh 1,14).
Die Apsiden hinter den Altären sind bemalt. Mehr zu den
Wandgemälden finden Sie hier...


Kruzifixe
Zwei große Kruzifixe hängen in der Kirche:

Eines über der Orgel an der Westwand mit langem senkrechten Kreuzesstamm. Es wurde um das Jahr 1900 gefertigt. Der Körper Jesu ist überlebensgroß.
Das andere Kruzifix an der Nordseite des Kirchenschiffs stammt aus dem frühen 16.Jh. (andere Quelle: aus dem 1.Viertel des 18.Jh). Der Corpus Jesu ist mit kräftig ausgebildeten Armen und Beinen gestaltet. Es besitzt eine Inkarnatfassung (hautfarben).
  Hinweis: Ein Kruzifix (crux= Kreuz, fixum= angeheftet) ist die Darstellung des am Kreuz hängenden Christus. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus (Körper) des Gekreuzigten angebracht, weil die Kreuzigung als eine schändliche und würdelose Art der Hinrichtung galt (wie vor kurzem bei uns der Galgen). Auch in der jüdischen Tradition war nach dem Alten Testament (Buch Dtn 21,22) jeder Gekreuzigte (ans Holz Gehängte) ein "von Gott Verfluchter". Ab dem 4.Jh wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden oder toten Gekreuzigten, und damit die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.
KirchenbänkeOrgelKirchenbänkeSchnitzereien
Die Kirchenbänke (links, mittig und rechts jeweils elf Reihen) haben schön geschnitzte Rokoko-Wangen aus der Zeit um 1775-95, die bei der Rücknahme der Barockisierungsmaßnahmen 1907
belassen wurden. Das Gestühl wurde vom Scheyerner Abt Michael Grillmayr (1775-93) gestiftet.
In die Brüstung der vordersten Reihe sind zwei Wappenkartuschen geschnitzt. Eines zeigt die Rauten der
Wittelsbacher, die den Benediktinern Scheyern schenkten, das andere das Königswappen des Hauses Aragon, aus dem die Gräfin Haziga hervorging, die Gründerin des Petersberger Vorvorgängerklosters in Bayerischzell.
Die Rückwand der letzten Bank zeigt das Scheyrer Klosterwappen mit dem Doppelkreuz und ein weiteres Wappen eines Abtes (mit einer Waage).

Wenn Sie noch andere Muster von Kirchenbankwangen in den Kirchen des Landkreises sehen möchten, klicken Sie hier...


Opferstock

An den letzten beiden Säulen sind zwei schlanke alte Opferstöcke mit vielen Eisenbändern befestigt.
  Hinweis: Der Opferstock dient der Aufnahme von Geldspenden. Sein Name rührt daher, dass der Opferstock ursprünglich aus einem großen ausgehöhlten Holzstock bestand. Dieser Stock wurde in der Folgezeit immer stärker mit Eisenbändern gesichert.
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..


Orgel

Die Schrankorgel mit zwei Manualen, sieben klingenden Registern und Freipfeifenprospekt stammt von der Orgelbauerfirma Mühleisen & Cie aus Straßburg. Sie wurde um 1980 in die Petersbergbasilika anstelle einer früheren Orgel eingebaut. Zuvor stand sie als Provisorium in St. Bonifaz, München. Die kleine Vorgängerorgel war von der Fa. Carl Schuster und Sohn, Mch, um 1960 erstellt worden und besaß ein Manual mit acht Registern.
Die heutige Orgel wurde im Jahr 2007 renoviert und um ein Bassregister erweitert.
  Disposition der heutigen Orgel von 1980:
Manual: Gedeckt 8'. Gedeckt 8', Bordun 8', Prinzipal 4', Flöte 4',
            Sesquialter, Schwiegel, Scharff 3'
Pedal:    Subbaß 16',
Koppeln: I-II, I-P, II-P


Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.



Weihwasserbecken

Am Eingang der Basilika steht ein sehr schönes Weihwasserbecken aus Bronze auf einer 90 cm hohen Säule aus dem 12.Jh, die vor der Kirche gefunden worden war. Das Becken wurde 1967/68 von der Bildhauerin Eva Moshack aus München gestaltet. In die Schale ist ein Relief mit viermal 6 Fischen eingraviert.
 
In Katholischen Kirchen sind in der Nähe der Eingangstüren Weihwasserbecken angebracht, aus Stein oder Metall. Das Wasser das sie enthalten ist nicht geweiht, sondern gesegnet. Mit ihm zeichnet der Eintretende ein Kreuz über sich, um sich selbst an seine Taufe, an sein "Eingetaucht -Werden in den Geist Gottes", zu erinnern.



Türschloss
Die innere Abdeckung des Türschlosses des Eingangsportals besteht nicht, wie sonst üblich, aus Metall, sondern aus Holz mit Metallbeschlägen. Das Schloss stammt aus dem Fröttmaninger Kircherl am Autobahnkreuz München-Nord. Als das kleine Gotteshaus im Zuge des Autobahnausbaus Ende der 1960er Jahre abgerissen werden sollte, wurden die wertvollen, mittelalterlichen Holzkastenschlösser und die alten Beschläge zum Petersberg gebracht und hier eingebaut.
Die Türklinken sind als Schlangen gestaltet. Das Maul beißt in den Drückerhals; der Schwanz ist einekringelt. Sie wurden 1907 eingebaut. Die Schlange wird in der Bibel gegensätzlich dargestellt. Als Verführerin im Paradies ist sie Symbol für das Böse schlechthin, während sie als eherne Schlange in der Wüste die Isaraeliten vor den Giftbissen schützte. F.J.Zeheter erinnert an die Prophezeihung des Auferstandenen am Schluss des Markus-Evangeliums "sie können schadlos Schlangen anfassen und Gift trinken". Den Getauften kann das Böse nichts mehr anhaben.
Das Eingangsportal ist durch ein Gitter geschützt, das Schlossermeister Emil Gerum aus Aichach im Jahr 1948 angefertigt hat.


Krippe

Seit 2008 steht in der Weihnachtszeit wieder ein alte Barockkrippe in der Basilika. Die Krippe, die eigentlich nur aus den beiden großen Figuren von Josef und Maria, zwei Hirten und einem Verkündigungsengel besteht, wird schon seit mehr als 50 Jahren am Petersberg aufbewahrt. Sie stammen aus der Zeit um 1800. Die Josef- und Mariafiguren wurden vor einigen Jahren (von Monika Kager aus Icking und Sebatian Westermeier aus Miesbach) restauriert und neu eingekleidet.
  

Die Renovierung der übrigen Figuren ist in den nächsten Jahren geplant. Nur das Christuskind aus Terrakotta-Material ist zugekauft. Die barocken Figuren stammen der Überlieferung nach aus dem Besitz des Wirtes am Platzl in München.

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Epitaph

Hinter dem Eingangsportal ist in die Außenwand ein Epitaph eingelassen. Die Steinplatte ist leider beschädigt und im Übrigen stark verwittert, sodass die Inschrift nur noch teilweise entziffert werden kann: "Hans ...schbert, gestorben 1621, Pfleger und Richter in Eisenhofen..." Auf dem Stein aus rotem Knollenkalk (Kalkstein aus Oberitalien) sind ein Renaissance-Architekturaufbau sowie ein Familienwappen zu sehen. Hinweis: Epitaphe (griech. Grabinschrift) gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Sie wurden für diesen Zweck eigens angefertigt und sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.

 

Jubiläumsmedaille

Zur 900-Jahr-Feier im Jahr 2007 wurden das Dach, die Fassade, die Raumschale, die Chorfenster, die Wandgemälde, die Madonna und das Kruzifix restauriert. Die Sparkasse Dachau hatte zu diesem Jubiläum eine Medaille herausgebracht. Zur Vergrößerung der Ansicht bitte auf die Medaille links klicken.

Hans Schertl


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Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer Anton/Westermayer Georg: Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising. München 1874-1884
Konrad Krieger, Der Petersberg im Kreis Dachau, 1954
Dehio/Gallo, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, 1964
Werner Widmann, Kunstreiseführer Von München zur Donau, 1966
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968

Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann

Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Hermann Bauer, Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
Jakob Mois, Dichtung und Wahrheit über die romanischen Gemälde in der Petersberg-Basilika, Amperland 75/1
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
DuMont, Kunstreiseführer Oberbayern, 1980
Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe 1707)
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (2.Weihe)
Dewiel, Rasp: Kunstfahrten in Oberbayern Süddeutscher Verlag 1989
Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, 1990
DAH-Rundschau, Juli 2003
Kirchenführung Fröttmaning, 2003 (Türschlösser)
Franz Josef Zeheter, Petersberg, 2005 (Kaiserbild, Revovierung 1907)
Frau H.Frühauf, Haimhausen, 2007 (Al secco)
Franz Josef Zeheter, Schlange im Griff, Rundbrief der Petersberg-Gemeinsschaft 2007
Dachauer Nachrichten vom 5./6.Mai 2007 (Orgel), 28.6.2007 (Fischbachau, Abtwahl 1111), 26.6.2007 (Kosten Rest.07),
Dachauer Nachrichten vom 24.12.2008 (Krippe)
Prof.Dr. Wilhelm Liebhart, Kloster Eisenhofen-Petersberg 1107, Amperland 2007/3 (Bau 1104)
Krippenausstellung Erdweg, Dezember 2009
42 Bilder: Hans Schertl (38), Petersberg (4)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

13.5.2010