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Landkreiskarte
ausführliche
Beschreibung Kirchen
i.d.Gemeinde Hebertshausen
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Filialkirche St.Nikolaus in GOPPERTSHOFEN
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Die Kirche St.Nikolaus
zu Goprechtzhoven (Höfe des Goteprecht) ist schon 1315 in der
Konradinischen
Matrikel erwähnt. Der heutige
Bau stammt aber nur noch teilweise (Chorbogen, Sakristeivorbau, Eingangstür
und der Turm) aus dieser Zeit. Um 1550 dürfte eine neue Kirche
errichtet worden sein.
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Der Eingang zur Kirche liegt im Südwesten.
Er führt durch eine alte Eichenbohlentüre.
Die Sakristei ist im Erdgeschoss des Turmes untergebracht.
Die letzte Renovierung wurde 1982/84 durchgeführt
Neben der Eingangstüre ist ein schöner alter Opferstock angebracht. Er stammt noch aus der Barockzeit und ist mit einem schmiedeeisernen Beschlag gesichert.
Gottesdienstzeiten erfahren Sie hier... .
Die Ortschaft Goppertshofen wurde
im 12.Jh unter dem Namen Gotepreteshoven (Höfe des Goteprecht) erstmals
schriftlich erwähnt. Nach Bitterauf-Wallner ist das in der Urkunde Nr.
1407 der Freisinger Traditionen genannte Gozpoldasdorf mit unserem Goppertshofen
identisch. Nach dieser Urkunde tauschte Bischof Egilbert von seinem Dienstmann
Hartuvicus Besitz zu Gozpoldasdorf gegen ungefähr das gleiche Maß
zu Biberbach und Schönbrunn. Diese Urkunde wurde in der Zeit zwischen 1022
und 1031 ausgestellt. Die
frühen Urkunden sind zeitlich nicht genau zu bestimmen, weil darin nicht
das Erstellungsdatum, sondern nur der jeweils regierende Freisinger Bischof
genannt ist.
Da Goppertshofen aber an einer früheren
Römerstraße lag, ist davon auszugehen, dass es erheblich älter
ist. Die Größe der Ortschaft hat sich seit dem ausgehenden Mittelalter
nicht geändert; seit über 500 Jahren besteht sie aus 7 Anwesen.
Geschichte
der Kirche
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Der heutige Bau stammt aber nur noch teilweise (Chorbogen, Sakristeivorbau, Eingangstür und der Turm) aus dieser Zeit. Um 1550 dürfte eine neue Kirche errichtet worden sein.
Visitationsbericht von
1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des
bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung
aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte
durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517)
entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur
Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation
wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation
der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer
und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen
Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Dachau ist auch die Filialkirche "St.Nicolaus
in Göppertzhoven" -leider nur sehr kurz-erwähnt. Es heißt
dort, dass die Kirche von keiner Mauer umgeben sei ("hat gar kain maur
umb die kirch"). An liturgischen Geräten seien vorhanden: ein silberner
Kelch mit Corporale ("hat ain kelch, silberin und nit vergult"), ein
Liturgiebuch, ein Messbuch und 2 Messgewänder ("2 ornät").
Das Allerheiligste wird gut aufbewahrt. Der Bericht endet mit dem Satz: "Sonst
zimblich versehen", d.h. die Kirche ist ausreichend ausgestattet.
Wenn Sie ganzen Bericht über die Pfarrei Dachau -in heutigem Deutsch- lesen
möchten, klicken Sie hier...
Dreißigjähriger Krieg
Im 30jährigen Krieg hat die Kirche schwer gelitten. Sie ist wohl schon
zu Beginn des Schwedeneinfalls zerstört worden. Denn im Bericht des Pfarrers
von Dachau aus dem Jahr 1641 heißt es, das Gottshaus sei bis auf die Hauptmauern
verbrannt und noch nicht wieder aufgebaut ("Originialtext: " so aber
biß auf die haubt mauren verbrent und biß dato noch also öedt
stehet"). Ein Wiederaufbau sei aus Geldmangel nicht möglich. Das zur
Kirche gehörige Söldenhaus sei nach dem "Ruin" (Brand
?) für 5 Gulden verkauft und abgebrochen worden; davon seien noch 2
1/2 Gulden übrig. Zudem seien "die 100 Gulden Capital, welche uff
gedachtes Söldenheüßl gar unfürsichtig gelihen worden,
zugleich verschwunden". Geblieben war der Kirche noch ein Acker von 3 Juchart
(= 1,1 ha), der, so der Bericht, später wieder verpachtet werden
könne ("Originialtext: "Sonst seindt 3 Juchart ackher zu disem
Gottshauß gehörig, welche mit der Zeit wider umb gewiße jehrliche
gilt mügen verstüfftet werden"). Die finanzielle Situation erschien
aber hoffnungslos ("erscheinet also nit, wie solchem Gottshauß widerumb
aufzuhelffen seye").
1646, zwei Jahre vor dem Ende des 30jährigen Krieg, soll die Kirche, oder das was von ihr geblieben ist, nochmals zerstört worden sein. Jedenfalls schrieb der Dachauer Pflegamtsverwalter Grieshammer am 27.Juli 1646 in seiner Meldung über die Zerstörungen im Krieg, dass "während die anderen Kirchen wieder aufgebaut und mit dem Notdürftigsten versehen seien, zu Goppertshofen ein gar armes St.Nikolaus-Kirchl... vom Feind noch abgebrannt und bisher darum nicht mehr aufzubringen gewesen sei, weil es jährlich nicht mehr als 30 Kreuzer Einkommen noch anderes Vermögen hat". Wie er zu diesem niedrigen Betrag kam, ist mir nicht bekannt. Zwar hatte die Kirche schon in den Normaljahren vor dem Schwedeneinfall nur geringe Einkünfte: 14 Gulden Einnahmen standen rd. 7 Gulden laufenden Ausgaben gegenüber. Für 1646 wies die Kirchenrechnung aber als Bareinnahme doch etwas über 12 Gulden aus, dazu kam eine jährliche Getreidegilt von rd. 1 Gulden aus dem Ertrag eines Ackerls. Der Fruchtzehent gehörte der Pfarrei in Dachau.
Jedenfalls genehmigte der bayerische Kurfürst Maximilian I. am 18.Juli 1646 ein sog. Brandpatent, die Erlaubnis zur Einhebung einer Brandsteuer bei anderen Kirchen. Er bat zudem die nachgeordneten Obrigkeiten mit brüderlicher Brandhilfe eine gutes Beispiel zu geben, damit die vermöglichen Gotteshäuser des Landes mit einer wohlergiebigen Brandsteuer helfen. Die Kosten der Reparatur wurde auf 300 Gulden geschätzt (Überschlag vom 28.Juli 1646). Bei einer Umlage eines Drittels dieser Kosten auf die 81 Kirchen im Dachauer Landgerichtsbezirks hätte also jede Kirche nur mit 1-3 Gulden getroffen. Dies wird wohl auch so geschehen sein, weil die Kirche nach dem Krieg wieder aufgebaut worden ist.
Umbau 1653
Die jetzige Form erhielt
die Kirche in den Jahren bis 1653. In
der Kirchenrechnung von 1654 heißt es dazu: "Von St.Nicolai Gottshaus
alda so zum thaill ferttiges (=voriges) Jahrs widererpauth unnd unnder
die Tachung gebracht worden". Bei diesem Neubau wirkte möglicherweise
auch der Dachauer Stukkateur Thomas Holzmayr mit. Von seinem Stuck ist aber
heute nicht mehr viel zu sehen. Aus
der Kirchenrechnung des Jahres 1656 geht hervor, dass die Nikolauskirche schon
wieder eine komplette Messausstattung besaß, u.a. einen vergoldeten Kupferkelch,
zwei Messingleuchter, einen kupfernen Weichbrunnkessel (=Weihwasserkessel)
und zwei Opferkändl.
1652 hatten die Filialkirchen Prittlbach, Etzenhausen und Goppershofen bei der
Dachauer Pfarrei einen Hilfspriester (=Kaplan/Cooperator) beantragt.
Das Bistum lehnte die Stelle aber ab, weil der Dachauer Pfarrer bei seinem geringen
Einkommen keinen Cooperator halten könne. 10 Jahre später lautete
die ablehnende Begründung auf einen entsprechenden Antrag gleich; erst
1667 wurde der Cooperator genehmigt.
Altarstiftung 1693
Nach dem Bericht des Dachauer
Pfarrers Anton Metzger hat sich der Stifter erboten, "das Urbanaltärl
(?) in Goppertshofen, dessen Kirche bisher mit einem einzigen und schlechten
Altärl versehen gewesen sei, zusammen mit einem geschnitzten Muttergottesbild
von der unbefleckten Empfängnis guttätig machen zu lassen". Der
Stifter übernahm die Kosten für die Schreiner- und Bildhauerausgaben;
das Fassen (= Bemalen) der Figuren finanzierte die
Kirche aus ihrem Vermögen.
Schmidt'sche Matrikel 1738
| In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel beschrieben. Bei der Pfarrei St.Jakob in Dachau wird auch die Filialkirche "s.Nicolai in Gobbertshoffen" erwähnt. Sie sei, so Schmidt, ein einfacherer Bau. Im Inneren seien drei Altäre vorhanden: Der Hochaltar ist dem Patron Bischof Nikolaus geweiht, die Seitenaltäre der unbefleckten Empfängnis Mariens und dem hl. Franz Xaver. Das Kirchweihfest falle auf den zweiten Sonntag nach Matthäi (21.Sept). Gottesdienst fänden am Patrozinium, an Mariä Empfängnis, an Josefi, am Fest des Martyrers Innozenz und an Kirchweih statt. In der Sakristei würden nur wenige, aber die nötigen Messgewänder aufbewahrt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses wird diser Zeit kaum 150 fl. (=Gulden) ybertreffen". Das war auch für eine kleine Kirche ein geringer Betrag. |
Beschreibung 1893
Die Goppertshofener Kirche ist auch im Verzeichnis der
Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold
und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern,
für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Darin heißt
es:
| "Sehr einfacher Bau des frühen 17.Jh. An das Langhaus schliesst sich ein rechteckiger Chor an. Thurm östlich am Chor. Langhaus flachgedeckt. Chor mit Kreuzgewölbe, Schildbögen und Rippen mit Eierstäben und Laubwerk äusserst einfach dekorirt. Sehr einfacher Sattelthurm". All das trifft auch heute noch zu." |
Die Kirche liegt auf einer Bodenerhebung
in der Talmulde des Prittlbaches am Südhang des Ortes zwischen einigen
Bauernhöfen. Sie ist 15,30 Meter lang und (im Kirchenschiff) 6,90 Meter
breit. Die Mauerstärke beträgt 70 cm.
Der eingezogene, rechteckig schließende Chor stammt wie der Turm
noch aus gotischer Zeit. Diese Gebäudeteile sind an ihrem meterhohen Sockel
zu erkennen.
Das dreiachsige Kirchenschiff wurde 1650 erbaut.
Der urtümlich wirkende Sattelturm springt aus der Ostmauer des Chors
hervor. In ihm hängen zwei kleine Glocken, die 1655 von Bernhard Ernst
und 1707 von Johann Matthias Langenegger, München (mit Marienrelief) gegossen
wurden. Einer der Glockenstühle stammt noch aus der Zeit um 1650. (Eine
Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier....)
Der Eingang zur Kirche liegt im Südwesten. Er führt durch eine alte Eichenbohlentüre.
Die Sakristei ist im Erdgeschoss des Turmes untergebracht.
Die
letzte Renovierung wurde 1982/84 durchgeführt.
Innenausstattung
Das Innere der Kirche ist wegen der kleinen Fenster und der umstehenden hohen Bäume relativ dunkel.
Der eingezogene
Chor
schließt rechteckig;
er ist mit einem Kreuzgewölben (mit schwachen Rippen) überdeckt. In der
Rahmung ein Eierstabmuster.
An der Chorsüdseite befindet sich eine kleine spitzbogige Mauernische.
Der kompakte Hochaltar wurde beim Neubau
1650 angefertigt. Das hochbarocke Retabel
ist in Schwarz und Gold gefasst. Die Stipes, der Altartisch, ist gemauert und
verputzt. Das Antependium
aus Holz wurde marmoriert
(= mit Marmormuster bemalt) und mit einem Kreuzornament verziert.
Vier Wendelsäulen stützen ein geschweiftes Gebälk,
auf dem Engel sitzen.
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In seiner mit Muschelornamenten
geschmückten Mittelnische steht eine Skulptur des Kirchenpatrons,
des hl.Nikolaus, im Bischofsornat
mit Buch und den drei Goldkugeln. Eine "anspruchslose Plastik",
schrieb Josef Bogner im Jahr 1975.
Hinweis: Nikolaus war um das Jahr 300 Metropolit von Myra. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen |
genommen und gefoltert. Er überlebte und nahm im Jahr 325 am 1. Konzil von Nicäa teil. Verbreitete Legenden über Nikolaus erzählen: In einer verarmten Familie konnte er durch gezielte Geldgeschenke (Goldkugeln), die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, verhindern, dass der Vater seine drei Töchter zur Prostitution bewegen musste. |
| Assistenzfiguren sind links der Asienmissionar hl. Franz Xaver (im Chorrock mit Märtyrerpalmzweig) und rechts der hl. Antonius (im Franziskanerhabit mit dem Jesuskind auf der Bibel). Die Figuren stehen zwischen den Wendelsäulen unter einem Muschelornament. |
| Hinweise:
Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola
und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf
mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele
Menschen. Am 3. Dezember 1552 starb der Heilige auf der Insel Sancian (Santschao)
bei Kanton in China. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit
dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner
Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25
Tote erweckt, 120.000 getauft".Die Zahl der Taufen war damals -anders
als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission. Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte |
Im Auszug des Altars ist in einem runden Bild Gottvater dargestellt (1650); die beiden Putten, die daneben auf den Segmentgiebeln sitzen, stammen aus dem 18.Jh .
| Hinweis: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht. |
An der Chornordwand eine Barockfigur
des hl. Leonhard. Der Heilige
im Mönchsornat steht auf figürlichem Gewölk und hält
den Abtsstab und Ketten in seinen Händen.
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Langhaus / Kirchenschiff
Das Langhaus ist flach gedeckt und mit einer Holzdecke überzogen. Der Chorbogen zwischen Chor und Langhaus läuft spitz zu.
Die beiden Seitenaltäre stammen aus dem Jahr 1697. Sie wurden nicht benediziert (vom Bischof geweiht), sondern mit je einem Reliquienkästchen vom Freisinger Fürstbischof Ecker 1708 ausgestattet. Es handelt sich wie beim Hochaltar um barocke Retabeln. Zwei glatte, marmoriert Säulen tragen ein Gebälk mit geschnitzten Ziervasen. Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb ist die Säule vor allem an Altären eine beliebte Bauform.
Linker Seitenaltar|
Der linke Seitenaltar ist eine Stiftung des Bauern Georg Preckmayr von Eisingertshofen aus dem Jahr 1697. Er ist mit einer Marienstatue
(Immaculata) aus dem selben Jahr versehen; Maria steht auf der Weltkugel,
die wiederum von der Schlange als dem Symbol des Bösen umfangen ist.
Der Fuß von Maria ist auf den Kopf der Schlange gesetzt. |
| An der Predella des Altars steht in einem 55 cm hohen Glasschrein mit Holzrahmung eine einfach gestaltete Figur des Geißelheilands aus dem 18.Jh. Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Goppertshofen. |
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Rechter Seitenaltar
Im Auszugsbild des rechten Seitenaltars ist die Heiligste Dreifaltigkeit dargestellt. Gottvater mit der Weltkugel, daneben Christus mit dem Kreuz und zwischen den beiden der Heilige Geist in Gestalt einer Taube.
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Die einfache Holzempore aus der Zeit um 1700 wird durch einen Holzpfeiler gestützt. Hochgewachsene Gläubige dürften Probleme mit der Kopffreiheit haben. Die Bank besteht aus einem alten Sitzbaum.
| Neben der Eingangstüre
ist ein schöner alter Opferstock
angebracht. Er stammt noch aus der Barockzeit und ist mit einem schmiedeeisernen
Beschlag mit zwei Schlossgurten versehen. Die Blechüberdachung soll
verhindern, dass Geldscheine herausgefischt werden können. |
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
An der Emporenbrüstung und an den Seitenwänden hängen die Bilder der 14 Kreuzwegstationen. Es handelt sich um Farbdrucke auf Leinwand, die von der Lithographischen Kunstanstalt Julius Klinkhart um 1900 erstellt worden sind. Sie haben die Maße 52,5 x 38,5 cm.
| Hinweis: Im späten Mittelalter hielt man dann Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land. Wenn Sie mehr über die Entstehung der Kreuzwegstationen und seiner Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier... |
Unter den Kreuzwegbildern sind die Apostelleuchter (Bild siehe ganz oben) angebracht. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems.
Hans Schertl
Quellen:
Bericht des Pfarrers von Dachau über Kriegsschäden an den Gotteshäusern
vom 12.4. 1641
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs
Bayern, 1893
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.1407)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Josef Bogner, Das Nikolauskirchl in Goppertshofen, Amperland 1975
Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen,
Amperland 1985
Anton Landersdorfer, Das
Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
"Kleine Kunstführer" durch Kirchen, Schlösser und Sammlungen im mitteleuropäischen
Kulturraum
Robert Böck,
Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Umbau 1653)
Frau Gasteiger, Mesnerin in Goppertshofen, 2002
Siedlungsgeschichte der Gemeindeteile von Hebertshausen, Internetseite der Gemeinde
Hebertshausen 2005
Infos der KLB zum Emmausgang 2005
16 Bilder: Hans Schertl
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16.6.2010