zur Landkreiskarte ausführl.Beschreibg
Kirchen
i.d.Gem.Bergkirchen
Pfarrkirche St. Johannes Baptist in BERGKIRCHEN
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Die Pfarrkirche St. Johann Baptist liegt in beherrschender Lage über dem Ampermoos und dem Ort. Die Ortschaft Bergkirchen wurde im Jahr 814 als "Percchiricha" mit einer Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Pfarrei wurde es schon 836. In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist sie als "Perchkirchen" aufgeführt. 1560 wurde eine Kirche im gotischen
Stil erbaut, die im 30jährigen Krieg schwer beschädigt wurde
und im Jahr 1726 teilweise einstürzte.
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Fischer knüpfte mit diesem Kirchenbau
an die frühere Taufkirche an. Auch Taufbecken, wie das in der Jobkapelle, haben
oft eine achteckige Form. Die Zahl 8 hat als Hintergrund die 7 Schöpfungstage
und als achten Tag den Tag der Taufe als "Neuschöpfung durch Jesus Christus".
Mehr
über Fischer....
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Innenausstattung Besonders prächtig ist der Hochaltar,
in dessen Mitte sich eine Muttergottesstatue befindet. Heiligenfiguren und Gemälde |
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Seit 1976 bildet Bergkirchen mit der Pfarrei Kreuzholzhausen einen Pfarrverband. 1978 kam auch die Pfarrei Einsbach dazu.
Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Bergkirchen dürfte zu den ältesten Siedlungsgebieten des Landkreises gehören. Hier hat man schon Funde aus der Zeit um 1500 vor Christus und aus der Römerzeit gemacht.
Geschichte der Kirche
Anfangsjahre
- 9.Jh.
Die Pfarrei St. Johannes Bapt. scheint eine der Urpfarreien des Dachauer Landes
zu sein. Schon 814 dürfte eine Kirche romanischen Stils vorhanden
gewesen sein, als Bischof Hitto von Freising in Bergkirchen einen Versammlungstag
abhielt. Diese Tagungen hatten den Zweck, die Geistlichkeit der umliegenden
Kirchen zusammenzurufen und seelsorgerische Aufgaben zu besprechen. Tagungsorte
waren wichtige Pfarrsitze. Nach alter Überlieferung soll Bischof Hitto
übrigens direkt im Anschluss an die Tagung in Bergkirchen nach Puchschlagen
gereist sein und dort die Kirche geweiht haben.
Bergkirchen war wohl eine Taufkirche. Darauf weist nicht nur das Alter, sondern
auch der Kirchenpatron Johannes Baptist hin. Sie dürfte auch groß
gewesen sein, da sie nach einer Beschreibung aus dem Jahr 842 (Freisinger
Traditionen Nr.652) drei Altäre besaß. Des weiteren seien vorhanden:
ein vergoldeter Radleuchter für die Beleuchtung des Kirchenraumes, ein
vergoldetes Messingkreuz, 1 Missale, 1 Messkleid, zwei Kelche (mit Patenen),
der eine aus Messing, der andere vergoldet, eine Glocke aus Erz und eine von
Eisen.
Zur Verwaltung des Bußsakraments gehörte das Poenitentiale, ein Verzeichnis
von genau festgelegten Bußwerken für die jeweils gebeichteten Sünden.
Auch der Pfarrhof, ein Wohnhaus mit drei Scheunen wird detailliert beschrieben:
vom Pflug bis zur Sense, von den Bienenhäusern bis zu den Bierfässern,
von den Rindern bis zu den Gänsen wird alles Gut registriert. Sechs Knechte
und drei Mägde arbeiteten damals auf dem Pfarrhof. Dazu kamen noch hörige
Bauern, die Nebenhöfe bewirtschafteten und drei Tage in der Woche auf dem
Pfarrhof arbeiten mussten. Ihre Frauen hatten die Kleider für die Priester
zu nähen.
Zu den Einnahmen des Pfarrers gehörten auch Zehentleistungen aus neun Dörfern.
Für das hohe Alter der Kirche spricht noch die jahrhundertelange Zugehörigkeit
der Gröbmühle zur Pfarrei Bergkirchen, die nur dadurch zu erklären
ist, dass die Mühle älter als die nahegelegene Pfarrkirche St.Jakob
in Dachau ist und deshalb zur damals schon bestehenden Pfarrei Bergkirchen kam.
Wegen des hohen Zehnts, den eine Mühle versprach, entließ der Bergkirchner
Pfarrer die Mühle erst am 12.August 1838 aus der Pfarrei.
Konradinische Matrikel
von 1315
In der Konradinischen
Matrikel von 1315 ist Bergkirchen als
Dekanatssitz beschrieben, d.h., der Bergkirchener Pfarrherr Deinhard von Seevelt,
war Dekan (das war auch schon 1153 unter Dekan Altmanus so). Das später
in "Dekanat Dachau" umbenannte Dekanat umfasste 13 Pfarreien. An erster
Stelle Bergkirchen mit den Filialen Deutenhausen, Bachern, .... und Breitenau
["primo in Perchirchen soluit X Pfund, habet IIII filias: Tävtenhausen,Pacharn....
et Praitenawe cum sepulturis"]. Die nicht genannte Filiale ist Feldgeding.
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Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 Gotische
Kirche von 1560 |
![]() Balkon in der Südwest-Ecke |
Visitationsbericht
von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des
bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung
aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche
und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die
durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die
jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens
geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten
Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere
sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen
Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer
die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen
Kenntnisse.
Im Bericht über Bergkirchen heißt es, der Pfarrer heiße
Wolfgang Westermayer; er sei seit 20 Jahren Priester, davon 4 1/2 Jahre in Bergkirchen.
Er wisse genügend über den katholischen Glauben, den er auch lebe
und predige (obgleich im Pfarrhaus lutherische Schriften gefunden wurden). Weniger
gut kam der Kaplan,der Cooperator weg: ihn bezeichneten die Prüfer als
ungeschickt und ungelehrt. Die Befragung zum Zölibat ergab, dass der Pfarrer
mit der Köchin 12 Kinder hatte, von denen noch 5 am Leben waren. Die Köchin
war zwei Wochen vor der Visitation verstorben. Die Zahl der Gläubigen betrug
damals 400; sie hatte sich somit seit 1524 um 50 erhöht. Alle waren gut
katholisch, niemand des lutherischen Glaubens verdächtig.
Das Kirchengebäude wies keine Mängel auf; lediglich die geringe
Ausmalung wurde kritisiert ["wenig gmäl in der kirchen"]. Dies
kann aber auch daran gelegen haben, dass die Kirche erst kurz vor der Visitation
erbaut worden war. Der Pfarrhof wird dagegen als "paufellig" bezeichnet.
Wenn Sie an weiteren Details der Visitation interessiert sind, klicken Sie hier...
Im Jahr 1630
hat man in einem Verzeichnis aufgelistet, was an nächsten Baumaßnahmen
und Anschaffungen anstand. Dazu zählten:
- das Aufrichten des Altars in der Jobkapelle, den der verstorbene Pfarrer Schlaich
gestiftet hatte,
- sechs "Rundel" für die "6 schlechten Schrämen"
machen, "damit die Khürchen liechter und lifftiger wird",
- die Anschaffung eines "sauber Leinen Altar Tuechs", ainer Amppel
(Ewig Licht), aines Zinens Gießfäßl
und eines "khupfern handtpeckh" (Handwaschbecken).
1640, noch im Krieg, wurde die Pfarrei
dem Dachauer Pfarrer Kaspar Kölbl übertragen. Welch angesehene Pfarrei
Bergkirchen damals gewesen sein muss, geht auch daraus hervor, dass der Dachauer
Pfarrer nach Bergkirchen ging, obwohl auch hier die wirtschaftlichen Verhältnisse
kriegsbedingt schlecht waren. Aber der Pfarrer von Bergkirchen hatte durch die
reichen Besitztümer der Kirche immerhin ein Jahreseinkommen von rund 2000
Gulden, während sein Amtskollege in Dachau mit etwas mehr als 600 Gulden
auskommen musste.
Gleich beim Amtsantritt erstellte Kölbl ein Inventar, das die Armut deutlich
zeigt: Es waren nur noch 1 Kelch, einige alte, schleißige Messkleider
und ein "unansehnliches Kapsel für den Versehgang" vorhanden.
Dazu eine Monstranz aus Holz mit einer "seltsam und gefährlich Form"(?).
Drei Altäre waren durch die Soldaten entweiht worden. Das Dach des Turmes
und der Kirche war äußerst schadhaft. Die Zahl der Pfarrmitglieder
war von 1000 Kommunikanten (im Jahr 1632) auf 400 (1641) zurückgegangen.
Viele Felder wurden nicht mehr bestellt; damit hatte die Kirche auch kaum mehr
Einnahmen. Der Zehent ging, wie die Bevölkerung, zurück; der Betrag
sank von 2000 auf 700 Gulden. Die Kirchenrechnung für 1640 zeigt in einer
kleinen Notiz ebenfalls, wie weit es gekommen war: "Für ain erkhauffte
Prütschen in der Kürchen, daß man die hundt hinaußtreibt
- 15 kr".
1648, kurz vor Ende des Krieges, als sich die Schweden zurückzogen, wurde
der Pfarrhof samt Stall niedergebrannt. Dabei wurden alle Pfarrbücher vernichtet.
Erhalten sind noch Teile der Kirchenrechnungen, die beim Landgericht Dachau
die Kriege überstanden haben. Dort heißt es: "Weill weegen des
feindts einfahl (=Einfall) kein rothes Mesßgewandt mehr da gewesst,
und am Antependio (=Altarvorderseite) der rothe plinde Damaschg (=Damastvorhang)
herauß geschnitten worden, hat Herr Dechant bey Hannß Jacoben Koch
wider zu der gleichen lt.Zetl (= Beleg) ausgenommen: 22.19.4 (=22
Gulden, 19 Kreuzer, 4 Heller). Davon dem wolf hofer, Schneider von Etzenhausen
Zemachen (= für das Nähen)".
Bau der Jobkapelle
Schon
vor dem Einfall der Schweden in Bayern, im Jahr 1630, wurde mit dem Bauvorhaben
"Jobkapelle" begonnen, die an Stelle der bisherigen Sakristei errichtet
werden sollte und später auch errichtet wurde. Damals war der Bauplan ("Visier")
schon erstellt, der verstorbene Pfarrer hatte 5000 Steine beschafft und Geld
für die Beschaffung des Altars gesammelt und gestiftet. Tatsächlich
konnte wegen der Wirrnisse des Krieges erst 1641 mit dem Bau begonnen werden,
nachdem man die Sakristei nach Norden verlegt hatte. Finanziert zum Teil durch
die Hinterlassenschaft des Dachauer Gerichtsschreibers, der den von Alexius
Pader gestalteten Stuckmarmoraltar in der neuen Kapelle stiftete (dieser Altar
steht inzwischen in der Filialkirche von Oberbachern). Das Altarblatt dieses
Altars, das 1732 in den noch heute vorhandenen Nachfolgeraltar übernommen
wurde, ist der kostbarste Kunstbesitz der Pfarrei. Es stammt vom Dachauer Johann
Wilhelm Holzmair, einem besten bayerischen Maler seiner Zeit.
Bruderschaften
Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es allerorts zu Stiftungen neuer
Bruderschaften. In Bergkirchen entstand 1674 die Bruderschaft
des Heiligsten Altarsakraments, die sog. Corpus Christi Bruderschaft. Pfarrer
Lechner gab aus eigenen Mitteln 400 Gulden dazu (eine sehr hohe Summe). 1715
betrug das Stiftungsvermögen 500 Gulden. Die Mitglieder kamen aus allen
Kreisen der Bevölkerung "von nah und fern" wie es heißt,
von Kleinberghofen bis Maisach. 1725 wurde ein sog. Bruderschaftsmagistrat errichtet,
dessen Präfekt der Hochedle Johann Geissler, Herr auf Geiselbullach wurde.
Als Beyhelfer oder Assistenten fungierten die Pfarrer von Mitterndorf, Kreuzholzhausen
und Oberroth. 1738 wurde die Bruderschaft erneuert. Festtage der Bruderschaft
waren der Dreikönigstag (Titularfest), der Fronleichnams-Sonntag sowie
der Sonntag nach Michaeli (29.9.).
Wegen der im Jahr 1640 festgehaltenen Schäden führte man 1695 Dachreparaturen durch, sanierte den Turm und stockte ihn bis zur heutigen Höhe auf.
Von 1701 bis 1714 litt die Bayer.Bevölkerung
unter dem Spanischen Erbfolgekrieg. Zur Bestreitung der Kosten mussten auch
die Pfarreien eine Art Sondersteuer entrichten. Der Gesamtbetrag belief sich
für alle Pfarreien im Landgericht Dachau auf 1000 Gulden. Davon entfielen
auf Bergkirchen 30 Gulden.
Neubau 1734
Lange hat die 1590 erbaute gotische Kirche nicht gehalten. Wenn man aber
bedenkt, dass das Dach von mindestens 1640 bis 1695 schadhaft war, ist die kurze
Lebensdauer erklärbar. Jedenfalls riss im Jahre 1726 ein starker Sturm
die westliche Giebelmauer der Kirche ein. Die Lücke wurde zwar mit Brettern
notdürftig geflickt, doch ein weiterer Sturm am 2.Januar 1727 legte den
Verschlag mitsamt einem weiteren Mauerstück um, worauf der damalige Pfarrer
Johann Scheffler sich sofort um die Genehmigung eines Neubaus der Kirche bemühte.
Der kurfürstliche Baumeister Georg Götz erstellte einen Bauplan. Der
Bischof stimmte zu, das Landgericht Dachau (heute vergleichbar mit dem Landratsamt/Bauamt)
lehnte ab. Ende 1729 richtete die ganze Pfarrgemeinde ein Bittschrift
an den Bischof, in der sie schilderte, dass die Kirchenbesucher "mit Herzschlottern
in die Kirche gingen, stets des Einsturzes gewärtig". Im Winter müssten
sie sogar auf Schnee knien, weil das Dach offen sei. Am Ostersonntag 1731 stürzte
während des Hochamts Mauerwerk in den Kirchenraum, sodass die Gläubigen
"fluchtartig aus den Betstühlen und der Kirche geflohen" seien
und niemand sich mehr traute, "bei dem behörig heilig Deinstgotts
allda bey zu sein". Jetzt musste die Kirche gesperrt werden. Am 10.Juli
1731 erteilte die Behörde die Baugenehmigung.
Da ihm der von Georg Götz
erstellte Bauplan nicht gefiel, hatte Pfarrer Scheffler
schon vor der Genehmigung am 21. Mai 1731 einen Bauvertrag mit
dem später berühmt gewordenen Baumeister Johann Michael Fischer
geschlossen. Fischer soll insgesamt 32 Kirchen und 23 Klöster gebaut haben,
so steht es jedenfalls auf einer Gedenktafel an der Münchner Liebfrauenkirche.
Sofort wurde die alte Kirche bis auf den Turm und einen Teil der Ostmauer abgebrochen
und mit den Bauarbeiten begonnen. Die Gesamtarbeiten dauerten nicht einmal drei
Jahre und waren im Februar 1734 beendet. Um eine gewünschte Erweiterung
des Kirchenraumes zu erreichen, konnte Fischer wegen des abfallenden Hügelgeländes
im Osten und Westen nur in die Breite gehen. Er umgab einen rechteckigen Kernraum
mit Nischen in den abgeschrägten Ecken und schuf damit einen achteckigen
Zentralbau. Fischer erhielt für seine (und seiner Leute) Arbeit 681 Gulden;
das entspräche heute (2010) in etwa 170.000 Euro, wenn man den Wert der
Löhne von damals und heute berücksichtigt. Der gesamte Bau kostete
4.635 Gulden.
Die Bauausführung übernahmen Gregor Glonner
und Joseph Falter. Fischers Parlier beim Bau war 1731 Melchior Streicher; die
Parliere von Glonner waren 1731 Johann Lettner, 1732 Hans Winterholler und Joseph
Huber. Das Holz stammte vorwiegend aus den Wäldern um Puchschlagen. Es
wurde kostenlos von den Bauern herangeführt, wie überhaupt die Bewohner
der ganzen Pfarrei fleißig Fuhr- und Spanndienste leisteten. "Nachem
das ganz ruinose Mutter Gotteshaus S.Johannis Bapt.von Bergkirchen nägst
Dachau so 1731 von Grund aus abgebrochen worden, hat man den Neu Pau dises Gottshauses
gleich das Jahr noch so weit gebracht, daß solcher nit nur allein unter
die Dachung gebracht, sondern auch nach gemainer Maurerart zum Verputz kommen
ist" heißt es in einem zeitgenössischen Bericht.
Die Pflastersteine stammten aus der Gegend bei Vohburg an der Donau. 1733
haben Deutenhausener Maurer das Vorhaus und den westlichen Anbau errichtet.
Das Dach der Kirche wurde mt Lerchenschindeln, das des Turmes mit Ziegeln (Mönch
und Nonne) gedeckt. Das
Chorgestühl aus Eichenholz stiftete die Gemeinde Bergkirchen. Die Ausmalung
der Decken übernahm Johann Zickh aus München für den Betrag von
300 Gulden. Für das Vergolden der Altäre erhielt der Lauterbacher
Maler Franz Mayer 138 Gulden. Die Stuckaturarbeiten im Chorgewölbe übernahm
Max Härtl (der während der Arbeiten starb) zusammen mit dem Bergkirchner
Augustin Pältl; die übrige Stuckausstattung mit Kanzel und Jobaltar
schuf Martin Hörmannstorffer und Alexander Pader, dem Großneffen
Konstantin Paders. Die höchsten Ausgaben (1400 Gulden) mussten für
die Maurer- und Zimmererarbeiten geleistet werden. Dabei hatten die Handwerker
einen Tageslohn von 20 Kreuzern, die Taglöhner von 12 Kreuzern.
In den hellen Kirchenraum fiel früher noch mehr Licht. An
der Stelle des Hochaltars war zunächst ein weiteres Fenster eingebaut worden.
Das wurde aber 35 Jahre später, beim Einbau des Hochaltars (1770) zugemauert.
Probleme gabs auch beim Dach der neuen Kirche. Die Schindeln hielten nur 18
Jahre dicht; schon 1750 regnete es ein.
Schmidt'sche Matrikel von
1738/40
Noch ein Jahrzehnt vorher, kurz nach dem Neubau, beschrieb fünf Jahre später
Kanonikus Schmidt aus Freising in seiner Matrikel
von 1738/40 die Kirche als besonders prächtig im Vergleich zu den übrigen
Kirchen des ländlichen Umfelds. Die Communicantes hatten sich seit 1524
von 350 auf 750 mehr als verdoppelt. In der Kirche standen auch damals fünf
Altäre: der Hochaltar war dem hl.Johannes geweiht; die Seitenaltäre
hatten wie heute die Heiligen Sebastian und Nepomuk als Patron; der Kreuzaltar
war noch nicht geweiht; der Jakobus-Altar stand in der Job-Kapelle. Im Turm
hingen vier Glocken. Das Vermögen des Pfarr-Gotteshauses jedoch wurde als
"wegen des Neupaus ganz erschöpfet" beschrieben und die Zukunft
nicht rosig dargestellt: "und wirdet mehrer Schulden hinaus haben".
Das Besetzungsrecht (für neue Pfarrer) wechselte monatlich zwischen dem
Bistum Freising und dem bayerischen Kurfürsten. Bergkirchen war also eine
Monatspfarrei; das bedeutete, dass der Bischof einen neuen Pfarrer bestellen
konnte, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten (ungeraden
Monaten) wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog.
Am 14.Juni 1739 stürzte aus uns nicht mehr bekannten Gründen eine Glocke vom Kirchturm herunter und erschlug ein 12jähriges Mädchen, Monika Hueber aus Kinaden. Es erhielt noch die letzte Ölung und wude tags darauf in Bergkirchen bestattet. Da Kinaden aber zur Pfarrei Pellheim gehörte, gab es wegen dieser Beerdigung Auseinandersetzungen mit dem Pellheimer Pfarrer.
60 Jahre später, zur Zeit der Säkularisation
um 1803, war die wirtschaftliche Situation der Pfarrei aber schon wieder
prächtig. Sie war die reichste und einträglichste Pfarrei des Dekanats
Dachau. Die Einnahmen betrugen jährlich 2000 Gulden, dreimal so viel wie
bei St.Jakob in Dachau (600).
Beschreibung 1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über die Pfarrei Bergkirchen schreibt er, sie habe 1061 Seelen in 176 Häusern,
davon lebten 203 (in 31 Häusern) im Dorf Bergkirchen selbst. Der Umfang
der Pfarrei betrage 6 geometrische Stunden. Die Pfarrkirche sei "ziemlich
modern italienisch, nach welscher Art schön gebaut". Im Sattelthurm
hingen vier Glocken, "die größte vom Jahr 1869, die anderen
ohne Bedeutung". In der Kirche stünden vier Altäre. Auf der Empore
eine Orgel mit 12 Registern. Am Vorabend vor Christi Himmelfahrt wallfahrten
die Pfarrangehörigen in Begleitung des Cooperators nach Andechs.
Das Pfarrwidum, der Bauernhof des Pfarrers, umfasse bei einem Bodenbonitätswert
von 13 insgesamt 112 Tagwerk (= 37 ha), davon 81 Tagwerk Äcker, 24 Tagwerk
Wiesen, 4 Tagwerk Moosgrund und 2 Tagwerk Haus und Garten. Das geräumige
Pfarrhaus sei 1853 erbaut. Darin wohne neben dem Pfarrer noch ein Cooperator.
Die Ökonomiegebäude seien dagegen alt. Das Kirchenvermögen betrug
17.526 Gulden.
Einbruch in der Pfarrkirche 1879
Ende Mai 1879 wurde in die Kirche eingebrochen und folgende Gegenstände
geraubt: Ziborium, Monstranz, Kelch, Krone eines Jesuskindes, Tauf- und Provisur-Gefäße,
echte Gold- und Silberborten, die die Diebe von verschiedenen Kirchengewändern
abgetrennt haben. Die Gefäße waren meistens aus Kupfer und vergoldet
oder versilbert. Der Wert der geraubten Gegenstände bezifferte sich auf
einige Hundert Mark.
Die Kirche im 20.Jh.
| 1914 erhielt die Pfarrkirche
eine elektrische Beleuchtung. " Das hehre Gotteshaus erstrahlte
in einem Lichtermeere" schrieb der Amperbote am 14.03.1914. Wenn Sie den gesamten Bericht lesen möchten, klicken sie hier... 1920 erhielt die Kirche eine Doppelempore um 55.000 RM und eine große Orgel um 85.000 RM. 1923 kamen zwei neue Glocken (13 Zentner und 9 Zentner), drei Jahre später eine weitere Glocke mit 23 Zentnern dazu. Im gleichen Jahr brannte es in der Sakristei. Ein Funke aus dem Rauchfass hatte Messgewänder entzündet. Der Schaden belief sich auf 300.000 RM. Doch damals hatte die große Inflation schon den Geldwert absinken lassen... mehr dazu... |
Im Mai 1948 wurde von drei Oblaten-Patres aus München eine "gut
besuchte" Volksmission
durchgeführt.
Bittgänge
Pfarrer Froschmaier verfasste 1771 ein "Diarium Funktionum Ecclesiasticarum",
also ein Buch über Ereignisse im Kirchenjahr, in dem u.a. auch die Bittgänge
und Wallfahrten verzeichnet sind. Danach gingen die Bergkirchner am 20.Januar,
dem Sebastianitag nach Einsbach zur Wallfahrtskirche, wo St.Sebastian
besonders verehrt wurde. Am Blasiustag (3.Febr) wurde in Deutenhausen
der hl.Blasius als angeblich zweiter Patron begangen (eine uralte Blasiusfigur
steht dort als Assistenzfigur auf dem Hochaltar). Am 26.März, am Fest des
hl.Kastulus, gingen die Biberecker, einem uralten Gelübde folgend, in Begleitung
des Kooperators nach Puchschlagen; dort ist St.Kastulus Kirchenpatron.
Am hl.Kreuztag (3.5.) sowie am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt und am Markustag
(25.4.) ging die ganze Pfarrei nach Kreuzholzhausen. Am Dienstag vor
Christi Himmelfahrt wallfahrtete man auf den hl.Berg zu Andechs. (Dabei
wurde in "Brugg übernachtet und alldort bereits dem guten Bier allzu
sehr gehuldigt". Am Schauerfreitag war wieder Einsbach das Ziel. Am Fest
des hl.Johannes Nepomuk zog man in einer Prozession nach Geiselbullach.
Am Pfingstsonntag und Pfingstmontag ging man nach München zum hl.Benno,
der in der Frauenkirche verehrt wurde. Am Donnerstag nach Pfingsten war Mitterndorf
das Ziel des Bittgangs. Am Mittwoch in der Pfingstwoche zogen die Oberbachener
nach Straßbach zur hl.Ottilie. Zu Deutenhausen fand am Dreifaltigkeitssonntag
der Felderumgang statt. Am 26.Juni war Bitttgang nach Lauterbach. Am 26.Juli,
am St.Annafest, zog die Pfarrgemeinde nach Feldgeding; einer alten Überlieferung
zufolge ruhte an diesem Tag alle Feldarbeit auf Grundstücken jenseits der
Maisach.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Geschichte über die Biberecker
Speisenweihe. Pfarrer Froschheim berichtet, der Kooperator habe am Ostermontag
auf seinem Weg von Bergkirchen nach Deutenhausen einen Umweg über Bibereck
gemacht, um in der dortigen Kapelle (!) das von den dortigen Bauern bereit gehaltene
Fleisch und Eier zu weihen. Dies sei aber keine Verpflichtung des Kooperators,
sondern eine reine Gefälligkeit gewesen. Und als der Kooperator den Umweg
nicht mehr machen wollte, brachten die Bauern die Speisen nicht zur Weihe in
die nahe Kirche von Deutenhausen, sondern legten sie am Morgen bei Sonnenaufgang
unter freiem Himmel ins Gras und ließen sie von den ersten Strahlen der
aufgehenden Sonne "weihen". Sie verträten die Auffassung, die
Ostersonne ersetze voll den Segen des Kooperators, schreibt Froschheim.
In den Kirchenrechnungen von 1640 -also mitten im 30jährigen Krieg- ist
zu den Bittgängen vermerkt:
"Alß mann mit dem Creiz auf den heil.Perg und Zu St.Benno nacher
Minchen gangen, hat man von ein und außleitung des Creizs denn Fahnnentragern
und vorsingern in allem außgeben 3 fl. 40. Dem Meßner,welcher ds
ganze Jahr in der Kürchen und andern Creizgengen vorsingen mueß auf
versuechen und widerrueffen Jerlich 1 fl."
Seit 1976 bildet Bergkirchen mit der Pfarrei Kreuzholzhausen einen Pfarrverband. 1978 kam auch die Pfarrei Einsbach dazu.
Berichte
aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus
dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit
den Kirchengebäuden, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus
der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Primizfeiern, Priesterjubiläen,
Installationen, Volksmissionen, Wallfahrten und sogar Kriminalfällen.
Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...
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Die Pfarrkirche St. Johann Baptist ist auf einem Hügel erbaut. Sie beherrscht das Ortsbild von Bergkirchen und ist in der Landschaft westlich von Dachau weithin sichtbar. Das Gotteshaus ist von einem ummauerten Friedhof umgeben. In Unterlagen ist zu lesen, dass dieser Friedhof 1693 erweitert und 1732 mit einer neuen Friedhofsmauer aus 22.000 Mauersteinen umgeben wurde. Allerdings hielt diese Mauer nur 33 Jahre; im Jahr 1775 stürzt sie ein und wurde zwei Jahre später wieder neu aufgebaut. Der heutige Betonmantel um die Mauer stammt aus dem Jahr 1926. |
| Das schindelgedeckte
Kirchenschiff ist ein Zentralbau mit achteckigem Grundriss (Zahlensymbol
für Täuferkirche, wie bei Taufsteinformen). Wie
der Zentralraum und der Chor sind auch die niederen Anbauten, Sakristei
und Kapellen, beiderseits des Chores und südlich des Turmes innerhalb
der Gesamtrechtecksform als eigene Baukörper mit eigenem Dach ablesbar.
Fischer knüpfte damit an die frühere Taufkirche an. Auch Taufbecken, wie das in der Jobkapelle, haben oft eine achteckige Form. Die Zahl 8 hat als Hintergrund die 7 Schöpfungstage und als achten Tag den Tag der Taufe als "Neuschöpfung durch Jesus Christus". Nach Georg Dehio (siehe Quellen) ist der Langhauskomplex zwar überzeugend; er geht aber mit dem schlanken, durch Blenden und Rundbogenfriese fein gegliederten Turm nicht gut zusammen. |
![]() |
Die Epitaphe für Bergkirchener Pfarrherrn auf der Ost-Aussenseite von Nord nach Süd :
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1560
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1590
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1616
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1630
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1639
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1678
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1751
|
1703
|
1866
|
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1560
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Epitaph für
Pfarrer Erhard
Meczger, 19.3.1560. Priester kniet vor Christus, der ihn segnet.
Darunter ein Totenschädel als Vanitassymbol. Kalksandstein verwittert
(169 x 83). Es ist der älteste Priestergrabstein in Bergkirchen. Pfarrer
und Dekan Erhard Meczer, soll nach der Reformation eine Zeit lang der lutherischen
Lehre angehangen haben. Bei seinem Tod wurde sogar eine Lutherbibel in seinem
Nachlass gefunden. Auch hinsichtlich des Zölibats soll sein Lebenswandel
nicht einwandfrei gewesen sein. Während seiner Zeit als Pfarrer dürfte
er die Kirche neu erbaut oder doch von Grund auf erneuert haben. Denn in
den Visitationsakten von 1560 heißt es, die Kirche sei neu erbaut.
Das hat auch viel Geld gekostet: sein Nachfolger musste eine Hofstatt in
Esting und ein Zinseinkommen zur Schuldentilgung verkaufen. |
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Unleserlich,
Rotmarmor, unten Wappen in Dreipaß (60 x 53 cm) Vielleicht für Wolfgang Ostermaier, der ab 1561 Pfarrer in Bergkirchen war. |
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1590
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Epitaph für
Pfarrer Andreas Höglmiller,
gest. 23.9.1590, Rotmarmor, oben Kelch mit Hostie (82 x 39 cm) "cuius anima Deo vivat! dessen Seele in Gott weiterleben möge. |
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1616
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Epitaph für Pfarrer
Martin Thurner, 26.7.1616,
Rotmarmor, Priesterrelief (im Halbprofil mit Bart) mit Kelch und
Hostie (149 x 72 cm). Martin Thurner war von 1590-1616 Pfarrer in Bergkirchen.
Er war unter seinem Vorgänger Andreas Höglmüller bereits "Gesellpriester" (=Kaplan) und ist so der erste namentlich bekannte Cooperator Bergkirchens. Er erbaute den Pfarrhof neu und erhielt dafür einen Jahrtag mit drei Messämtern; diese wurden aber 100 Jahre später, nachdem im spanischen Erbfolgekrieg das Pfarrhaus niedergebrannt worden war, auf ein Requiem reduziert wurde. Pfarrer Thurner hatte 1601 mit der Führung von Matrikelbüchern (Taufen, Hochzeiten, Todesfälle) begonnen. Diese Bücher sind aber im Dreißigjährigen Krieg durch den Brand des Pfarrhofs verloren gegangen (keine Urkunde vor 1648). |
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1630
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Epitaph für Pfarrer und Dekan
Mathias Schlaich, 1630,
Rotmarmor, bärtiger Priester mit Kelch (106 x 70 cm). |
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1639
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Epitaph für Pfarrer
Christoph
Mittermayr, 12.1 0.1639, Rotmarmor (51 x 54 cm). Wie schon sein Vorgänger Caspar Leiss, der kein Epitaph erhielt, hat auch Christoph Mittermayr keinen vorbildlichen Lebenswandel geführt. Er war sehr arm, was im Dreißigjährigen Krieg nicht verwunderlich ist; aber er konnte zudem nicht wirtschaften. Deshalb musste er den Pfarrhof 1637 verpachten. |
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1678
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Epitaph für
Pfarrer Johannes
Stein, 12.5.1678, Rotmarmor, bärtiger Priester mit Kelch (82 x 56
cm). 5 Jahre Pfarrer in Bergkirchen. Johannes Stein war vorher Pfarrer in
Eitting bei Erding. Er war bei Amtsantritt schon sehr alt und wurde von
einem schweren Augenleiden geplagt. Nach 5jähriger Tätigkeit erblindete
er und musste resignieren. Er übergab die Pfarrei seinem Vetter Joh.Lechner
und lebte noch 11 Jahre zurückgezogen im Bergkirchner Pfarrhaus. In
seiner Amtszeit entstanden die Kirchenbücher neu. |
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1703
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Epitaph für Pfarrer
Johann Lechner, 13.8.1703,
Rotmarmor (182 x 91 cm). 36 Jahre Pfarrer in Bergkirchen. Lechner war vor seiner Berufung zum Pfarrer schon Kooperator in Bergkirchen. Er war Magister der Theologie und Philosophie, auch Kammerer des Dekanats Dachau. Unter seiner Amtszeit wurde die Corpus-Christi-Bruderschaft gegründet. Auf seinem Stein stehen die Worte: Exemplo verboque potens vereque Johannes - ein wahrer Johannes, gleich seinem Namenspatron. |
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1751
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Epitaph für Pfarrer
Johann
Georg Scheffler, res. 1.1.1738, der die Kirchen in Oberbachern und
Bergkirchen erbauen ließ. Rotmarmor, unten Wappen (127 x 60 cm). Pfarrer
von 1703 bis 1738. Gestorben 1751. Johann G.Scheffler war Sohn eines bischöflichen Hofkammerherrn in Freising. Dort feierte er 1693 seine Primiz. Später war er Pfarrer in Hohenkammer. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit (1704) kamen im Rahmen des Span.Erbfolgekriegs Truppen der Engländer und Holländer,die die Gegend verheerten und den Pfarrhof mit den Stallungen und Scheunen niederbrannten. Später machten die Österreicher das Gleiche. Scheffler war ein großer Bauherr. Unter seiner Leitung wurden die Kirchen in Bergkirchen und Oberbachern, sowie zweimal das Pfarrhaus aufgebaut. Persönlich war Scheffler aber ein "mürrischer, aufbrausender Charakter, der sich nicht scheute, in Tätlichkeiten auszuarten". Altersmüde resignierte er mit 69 Jahren zugunsten seines Cooperators Josef Rettenpöckh, bereute es aber kurze Zeit später und stritt sich mit seinem Nachfolger. Baron von Froschheim nutzte den Streit aus und erhielt die Bestätigung des Bischofs als neuer Pfarrer. Scheffler ging nach München und lebte dort noch 15 Jahre. Er starb am 18.7.1751 im Alter von 84 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er an der Epistelseite (Nordseite) des Hochaltars. |
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1866
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| Epitaphe an der Südseite:
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| Benno
Kerner, 18.3.1732, Kooperator, Kalksandstein (29 x 30 cm) |
Barbara
von Hetzendorf |
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Epitaphe im Inneren des Zentralraum,Südseite:
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Ulrich
Stazinger von Eisolzried 1471, Rotmarmor, Ritter in spätgotischem
Harnisch, zwei Wappen
(208 x 104 cm) |
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Mathias
Frickh, 31.1.1741, 38 Jahre Kooperator, Kalksandstein, unten Wappen (73 x 49 cm). |
Margaretha
von Eisolzried, 1308,
Auf einem Kleeblattbogen stehendes Kreuz, verwittert (180 x 78 cm) ältester Grabstein des Landkreises in Ritztechnik. |
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Text: Hier erwartet die Auferstehung der Hochw.Wohlgeb. Herr Franz Karl von Hetzendorf (Hözendorf), Doct. Frei(er) wirkl.geistl.Rath. Dann 14 Jahr Pfarrer in Bergkirchen. Er starb 1793 den 30.Nov.im 55.Jahre seines Alters". Kalksandstein, mit klassizistischem Kelchrelief (64 x 33,5 cm). Es ist das einzige Epitaph für einen Bergkirchner Priester, das im Innern angebracht ist. Von Hetzendorf war auch der letzte Priester, der in der Kirche seine letzte Ruhe fand. Am Tage des Begräbnisses starb übrigens seine Schwester Barbara, deren Epitaph außen in die Südseite eingemauert ist. |
| Vor der Kirche wurde 1952 ein Grab für die verstorbenen Priester der Pfarrei angelegt und mit einem schön geschmiedeten Grabkreuz des Priesters Baron v.Froschheim, gest.1779 und zwei Schriftplatten mit den Namen der Geistlichen geschmückt. Für Baron v.Froschheim wurde kein Epitaph angebracht. Er war wohl eine schillernde Person unter den Bergkirchner Pfarrern. "Der seltsamste Pfarrherr von Bergkirchen" schreibt Josef Burkhart in seiner Chronik. Der etwas großspurig auftretende v.Froschheim war beim Bischof nicht beliebt, weil er einen anstößigen Lebenswandel pflegte, mit Geld nicht umgehen konnte, den Religionsunterricht ausfallen ließ und die Messe in einer Viertelstunde hielt. Er war aber bei der Bevölkerung beliebt, die ihn nach einer Suspendierung durch Eingaben an den Bischof in die Pfarrei zurückholten. |
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Erwähnenswert
ist außerdem das große Gedenkkreuz
im Friedhof (Pfarrhausseite), das 1949 von Leobschützer Heimatvertriebenen
(Oberschlesien) zur Erinnerung an ihre Toten errichtet wurde.
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Der Heimatforscher Hubert Eberl bietet auf seiner Internetseite einen Rundgang durch den Pfarrfriedhof von Bergkirchen an. Wenn Sie interessiert sind, klicken Sie bitte hier... |
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Der 35 m hohe Sattelturm an der Westseite stammt noch vom spätgotischen Vorgängerbau von 1560. Er besitzt in seinem Erdgeschoss Tuffquader eines vermutlich noch älteren Baues, vielleicht aus der Zeit um 1400. Im jetzigen Mittelfeld sind Zahnschnittfriese und über Blendnischen Zickzackfriese angebracht. Der obere Teil ist barock verändert. Hinter den doppelten Schallöffnungen hängen vier Glocken. Sie wurden in der Fa. Anton Bachmair, später Karl Czudnochowski in Erding gegossen.
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| Der Eingang zur Kirche liegt an der Südseite des Schiffes, überdeckt von einem Vorhaus. Hier steht an der linken Seite eine Pietà aus geflecktem Rotmarmor über den Kriegergedächtnis-tafeln von 1920 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. | Auf der Ostseite des Vorhauses hängt ein Missionskreuz aus dem 18. Jh. mit wundenübersätem Korpus. Das Kreuz war wohl anlässlich einer Volksmission aufgestellt worden. | ||
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1730 haben Gregor Glonner und Augustin
Pältl für 5 fl 18 Kr das Dach repariert |
Innenausstattung
Der Chor wird von einem böhmischen Tonnengewölbe
mit Bandelwerkstuck überdeckt. Stuckateure waren die Dachauer Maximilian
Härtl und seine Gesellen Augustin Pältl und Ignatz Fritz. Den Stuck
über dem Altar trugen Martin Hörmannstorfer und Alexius Bader(Pader)
auf.
Die Wandgliederung besteht aus Pilasterkapitellen
und Gesims;
die Nischen sind von Säulenpaaren gerahmt. Säulen in der Kirche haben nicht
nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und
Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb ist die Säule vor allem an Altären
eine beliebte Bauform.
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Das Deckengemälde im Altarraum stammt aus
dem Jahr 1937 und stellt die Taufe
Christi am Jordan dar. Maler war Richard Holzner aus München. Das
Bild ist umgeben von viel Ornamentmalerei und von der Darstellung der
Kirchenpatrone der ursprünglich vier Filialkirchen
von Bergkirchen: |
| Der neue Altar wurde wahrscheinlich vom Dachauer Bildhauer Franz Paul Arnoldt (1724-1788), auch Franz de Paula Arnoldt genannt, geschaffen. Sein Sohn Augustin (1759-1834) machte im Jahr 1792 dazu zwei Säulen und schnitzte die Tabernakelengel. Die Fassung des Altars in Weiß und Gold übernahm 1792 der kurf.privilegierte Fassmaler Anton Held. Der Altar war ursprünglich nicht für Bergkirchen bestimmt, weil bei seiner Aufstellung das östliche Chorfenster zugemauert werden musste. Im Jahr 1791 war der Altar mit 14 lebensgroßen Heiligen- und Engelsfiguren beschrieben. 1812 standen z.B. noch Figuren von Johannes dem Täufer und von Johannes Evangelist am Altar. Wie der Altar 1907 ausgesehen hat, erfahren Sie, wenn Sie auf das Bild rechts oder hier.... klicken. |
| Hinweis: Die Bezeichnung Fassmaler hat nichts mit Fässern zu tun; Fassmalerei ist vielmehr das farbige "Fassen" = Bemalen bzw. Vergolden von Stein- und Holzplastiken, um sie zu schmücken und zu konservieren. Das Holz wird vor dem Fassen mit Gips- oder Kreidegrundierung oder mit Leinwand überzogen, gelegentlich auch direkt mit Ölfarbe bemalt. Bis zum Beginn der Spätgotik wurden die Skulpturen von den Bildhauern meist selbst gefasst. Später, bis einschließlich des Rokoko, waren spezielle Fassmaler tätig. Danach übernahmen wieder die Bildhauer das Fassen. Die Fassmaler waren hochgeachtete Künstler. Aus alten Rechnungen ist zu ersehen, dass sie höhere Beträge erhielten als die Bildhauer; der Grund dafür dürfte aber auch auf das von den Fassmalern zugekaufte, oft kostspielige Material zurückzuführen sein. |
| In der Mitte des Altars befand sich unter dem Baldachin ursprünglich wohl eine Johannes-statue, die später durch ein Bild (mit St.Johannes als Bußprediger vor Zuhörern) aus der Zeit um 1865 und schließlich 1937, bei der Neufassung des Altars, von der neu geschnitzten Muttergottesstatue im Strahlenkranz (Bildhauer Nikolaus Schratt aus München) abgelöst wurde. | Noch aus der Rokokozeit um 1760 stammen die Assistenzfiguren, der hl. Christophorus(rechts) und der hl.Dismas(der gute Schächer am Kreuz) mit einem Kreuz aus Rundhölzern im Arm. Sie befinden aber erst seit der Zeit um 1925 am Altar. Vorher standen dort Figuren der Muttergottes und von St.Josef. |
| Hinweise: Christophorus
ist eine Legendengestalt, die seit 1969 im aktuellen Heiligenkalender nicht
mehr enthalten ist. Der Heilige wird in der Kunst meist mit einem Kind auf
dem Arm und einem Baumstamm in der Hand abgebildet. Der Legende nach suchte
er unter seinem früheren Namen Reprobus (spätere Legenden: Offerus)
den mächtigsten Herrscher der Welt um ihm zu dienen. Doch bald bemerkte
er, dass der König den Teufel fürchtete und der Teufel Christus.
Deshalb diente er auf Anraten eines Einsiedlers Christus, indem er seine
Riesenkräfte sozial einsetzte und Leute über einen gefährlichen
Fluß trug. Eines Tages trug der Heilige einen kleinen Knaben auf seinen
Schultern, der mit jedem Schritt an Gewicht zunahm, sodass Reprobus zu ertrinken
fürchtete. Da erkannte er, dass er den Christus trug. Er wurde von
Jesus auf den Namen Christophorus (Christusträger) getauft, und der
als Stütze verwendete Baumstamm begann zu grünen. Christophorus
gilt als Patron der Reisenden, Pilger, Fuhrleute und Schiffer sowie seit
etwa 1900 auch der Kraftfahrer. Die Volksfrömmigkeit besagte, wer ein
Bild oder eine Figur von St.Christophorus erblickt, wird an diesem Tag nicht
von einem plötzlichen Tod überrascht. Dismas war der Legende nach der reuige Schächer zur Rechten Christi, dem bei der Kreuzigung die Verheißung zuteil wurde: "Heute wirst du mit mir im Paradiese sein." (Lk 23, 43). Apokryphe Legenden bringen ihn als den Räuber, der der Heiligen Familie bei der Flucht nach Ägypten (Mt 2, 13 - 15) den Weg zeigte und sie in das Räuberhaus aufnahm.Außer in den Kreuzigungsdarstellungen erscheint er unter den ersten Erlösten der Vorhölle. Das Fest von Dismas wird am 2.März gefeiert. Er ist Patron der Fuhrleute und der zum Tod Verurteilten. |
| Links und rechts
unter der Muttergottesfigur stehen die Eltern von Maria bzw. Großeltern
Jesu, die Heiligen Anna und Joachim.
Sie sollen 1760 von Johann Baptist Straub aus München (1704-1784)
geschnitzt worden sein (so Max Gruber 1985); sie sollen "den
Werken von Straub ähneln", meint Dr.Lothar Lothar Altmann schon etwas
vorsichtiger im Jahr 2007. Hinweis: In der Bibel sind die Namen Anna und Joachim nicht genannt. Nur das nicht zu den biblischen Schriften gehörende Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh bezeichnet Anna und Joachim als Eltern Marias. Im 5. und 6. Jahrhundert wurden ihre Namen in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna. |
| Im Aufsatz
des Altars ist die Heiligste Dreifaltigkeit abgebildet: Rechts Gottvater
als alter, bärtiger Mann mit der Weltenkugel. Christus wird symbolisiert
durch das Kreuz. Darüber der Hl. Geist in Gestalt einer Taube, umgeben
von zehn Englein. |
Flankiert werden die Dreifaltigkeitsfiguren von den beiden auf den Voluten sitzenden Erzengeln Michael (links) und Raphael (rechts).Michael schwingt mit der Linken das Flammenschwert (mit dem er Luzifer schon vor der Schöpfung aus dem Himmel vertrieben hat) und hält in der Rechten |
| Hinweis: Wenn es eine Hierarchie bei den Engeln geben sollte, stünden Erzengel an oberster Stelle. In der Bibel finden die Erzengel Gabriel, Michael und Raphael, in den Apokryphen auch der Erzengel Uriel Erwähnung. Gabriel wird meist mit einer weißen Lilie, Michael mit einem Flammenschwert, Raphael mit Reisetasche dargestellt. Uriel verfügt über keine speziellen Attribute. |
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Besonders reich
verziert ist auch der Tabernakel
mit Putten
von Lorenz Luidl (um 1700), neben dem Reliquienschreine in die Predella
eingelassen sind. Figuren der Schnitzerfamilie Luidl aus Landsberg u.Mering
stehen auch in den Kirchen von Dachau/St.Jakob, Egenburg, Feldgeding, Lauterbach,
Sittenbach, Rudelzhofen und Prittlbach. Der Tabernakel in Bergkirchen besteht aus marmoriertem Holz. Der Mittelteil ist zweigeschossig. Die untere Flügeltüre besteht aus Messingblech (um 1937). Die obere Tabernakeltüre ist mit einem Kreuz und der Darstellung von zwei armen Seelen im Fegfeuer (2. Hälfte 18. Jh) geschmückt. Die Engelsfiguren, die zu beiden Seiten des Tabernakels angebracht sind, stellen nicht nur eine Verzierung dar; sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei Engeln (Cherubim) eingerahmt; sie mussten aus Gold bestehen (Ex, 37,7-9). |
| Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
| Flankiert wird der Tabernakel
von Reliquienschreinen
aus dem 18.Jh. Die Reliquien sind durch sog. Klosterarbeiten
eingefasst und verziert. Sie enthalten neben den Reliquien, (Halb)Edelsteine,
Wachsarbeiten, farbige Steine, vergoldete Rocailleschnitzereien
sowie ornamentalen Schmuck aus Silberblech und Filigranarbeiten aus Gold-
und Silberfäden. Auf kleinen Pergamentstreifen (Cedulae) sind die Namen
der Heiligen, von denen die Reliquien stammen verzeichnet. Beidseits knien
Anbetungsengel (aus Holz, versilbert und teilvergoldet); als Mittelaufsatz
ein dornengekröntes Herz mit Kreuz. |
Das Antependium
des Choraltars ist geschweift und mit Holz rosa marmoriertem Holz verkleidet.
Geschmückt ist sie mit vergoldeten Ornamentsleisten.
An der Nordseite des Altarraums hängt die spätklassizistische Ewig-Licht-Ampel. Sie besteht aus aus versilbertem Messingblech mit den Signaturen "Schienaher /Meister von Dellhimben./ 1834 Georg Hartman." Das Muster ist eine Treibarbeit. Treibarbeit bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde.
| Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
Beidseits
des prächtigen Chorbogens ist ein Chorgestühl aus dem 18. Jh. eingebaut.
Es besitzt eine aufklappbare Seite sowie ein Dorsale (Rückwand) aus Holz.
Der Zelebrationsaltar (Volksaltar) besteht aus rosa und weiß marmoriertem Holz. Er ist durch eine Felderung aus vergoldeten Holzleisten gegliedert. Sockel und Altarplatte sind durch Hohlkehlen optisch abgegrenzt. Der Volksaltarwurde in den 1980er Jahren aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils. Letztendlich bedeutet er eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier. Passend zum Altar in Material und Stil steht der mit einem Kreuz geschmückte Ambo neben dem Altar. Ambos sind seit 50 Jahren Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel. |
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
Das Kirchenschiff
besitzt ein gedrücktes Tonnengewölbe.
Früher war es stuckiert; seit der 2.Hälfte des 19.Jh ist der Stuck
durch ein eingezogenes Rabitzgewölbe ersetzt. Das
Kirchenschiff wird durch zwei große
Fenster erhellt.
| Das Deckenfresko im
Langhaus stammt -ebenso wie das Fresko im Altarraum- von Johannes Holzner
aus München, der es im Herbst 1945 gemalt hat. Im Hauptgewölbe sieht man die Geburt des hl. Johannes des Täufers. |
Das Kind Johannes wird von sorgenden Frauen eben ins Bad gebracht. Die Mutter Elisabeth, noch im Wochenbett liegend, verfolgt besorgt, ob die Helferinnen sacht genug mit dem Kind umgehen. Daneben sitzt der stumme Vater Zacharias mit der Tafel: Johannes soll er heißen. |
| Zu beiden Seiten werden in kleineren,
monochromen (einfarbigen) Bildern die Predigt
des Johannes in der Wüste (Johannes mit Schülern am Jordan;
im Hintergrund kommt Jesus) und die Enthauptung
des Kirchenpatrons (der Henker holt zum Schwertstreich aus; im Hintergrund
wartet schon die Salome mit der Schüssel, um das Haupt in Empfang zu
nehmen) dargestellt. |
Die Seitenaltäre sind, wie bei Oktogonen üblich, schräg an die Wand gestellt. Sie sind in großen, stuckierten Nischen untergebracht, die von je einer glatten Säule umgeben sind. Die Antependien besitzen schräge Seiten und sind von marmoriertem Holz umgeben. Darauf vergoldete Ornamentleisten. Die Altäre dürften um die Zeit von 1745/46 entstanden sein.
Linker Seitenaltar
Der linke Seitenaltar ist dem hl. Sebastian geweiht.Sein vom Dachauer Maler (und Bürgermeister) Johann Georg Hörmann (1672-1749) im Jahr 1731 geschaffenes Bild stellt das Martyrium des Heiligen dar: Sebastian hängt von Pfeilen durchbohrt an einem Baumstamm. Frauen kümmern sich um den Schwerverletzten. Rechts neben Sebastian wohl die Witwe des Märtyrers Kastulus, die ihn danach gesund pflegen wird. Im Hintergrund sieht man die Soldaten, die auf Sebastian geschossen haben, abziehen.|
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Assistenzfiguren sind die Heiligen Florian (mit Wasserschaff und Haus) und Donatus (mit Blitzen in der Hand) aus dem Jahr 1735 (andere Quelle: 1745). Bei letztgenanntem Heiligen, dessen Name der Geschenkte (latein.) bedeutet, handelt es sich um einen Katakombenheiligen. Seine Reliquien kamen 1652 als Schenkung an das Jesuitenkolleg von Münstereifel. Strömender Regen verwandelte sich beim Herannahen in strahlenden Sonnenschein, in Euskirchen wurde am Tag des Überbringens der vom Blitz getroffene Pater durch Anrufen des Heiligen geheilt. Donatus gilt seither als Wetterheiliger. St.Florian wurde Mitte des 18.Jh., als die Figur entstanden ist, in Bergkirchen hochverehrt; an seinem Fest (4.Mai) wurde im Pfarrhof Feiertag gehalten. Die Donatusfigur soll vom damaligen Kooperator Peter Donat Gruber (dem späteren Pfarrer von Dachau) gestiftet worden sein.
| Hinweis: St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Er war in St.Pölten in Oberösterreich stationiert. Nachdem der Christ geworden war, trat er aus der Armee aus. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben; aber erst im 15. Jh setzte sich diese Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung als Schutzpatron vor Feuersgefahr begründet. |
Auf
dem linken Seitenaltar steht in einem reich verzierten Rokokoschrein
mit vergoldetem Schnitzwerk hinter Glas eine Kopie des Geißelheilands
in der Wieskirche (um 1760).
| Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte erst 100 Jahre später nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Bergkirchen. |
Rechter Seitenaltar
| Der rechte Seitenaltar ist ein "Johannesaltar" mit Darstellungen von drei Heiligen mit dem Namen Johannes. In der Mitte ist Johannes Nepomuk in himmlischer Glorie, auf Wolken liegend, gestützt von Engeln zu sehen. Auch er wurde von J.G. Hörmann gemalt. Einer der Engel hält den Märtyrerkranz in Händen, ein anderer ein offenes Buch mit dem Text: "Lex clementiae, in linqua eius". Auf der rechten Seite ist unter den Wolken die Brücke über die Moldau zu sehen, an der Nepomuk im Fluss ertränkt worden sein soll. Der untere Teil des Bildes wird durch einen Text eingenommen, der sich wohl auf die Heiligsprechung des Nepomuk im Jahr 1729, also kurz vor dem Bau der Kirche bezieht: |
| S.Ioannes Nepomucenus Martyr
Thaumaturgus Iuxta effigiem quam sub festivis sacra Apotheoscos Solemnys 1727 in triumphali Labaro Roma ..dein Praga proposuit. |
| Links vom Altarblatt steht auf einem goldenen Sockel die Figur von Johannes Sarcander aus Mähren. In den Sockel ist stichpunktartig die Lebensgeschichte des Heiligen eingraviert: "Venerabilis Ioanes Sarcander M. ware weltpriester, dechant u. pfarrer zu holleschau in Mähren wurde den 17. Merz 1620 von denen kezern zu Olmiz weillen er ihnen die ihm gebeichte Sünden nit offenbaren wolte, grausambt biß auf den todt gemarteret, leichtet jezt mit wunderwerckhen und ist ein sonderbahrer Patron in aller not und widerwertigkeit. EX Voto 1746" |
| Hinweis: Der selige Johann Sarcander wurde am 20.Dez.1576 in Skotschau bei Teschen geboren, studierte in Olmütz, Prag und Graz Theologie. Er wurde zunächst aber kein Priester, sondern heiratete 1606. Nach dem frühen Tod seiner Frau schon ein Jahr später wandte er sich wieder dem geistl.Beruf zu, wurde 1609 zum Priester geweiht und wirkte "in eifrigem aber unstetem Einsatz" für die Gegenreformation in Mähren. 1616 wurde er Pfarrer in Holleschau (in Rumeltshausen Hossenshoffen genannt) und war mit dem kath.Landeshauptmann Lobkowitz befreundet. 1620 wurde er während der Revolution der Stände gegen Kaiser Ferdinand (begonnen mit dem Prager Fenstersturz 1618) vor ein Gericht der Aufständischen gestellt, gefoltert, und - weil er seine politischen Freunde nicht verraten hat- hingerichtet. 1860 wurde er selig gesprochen. Eine Figur des Heiligen steht auch in der Kirche St.Johannes in Bergkirchen. Der Heilige war Weltpriester in Holleschau in Mähren, wo er am 17.3.1620 von den "Olmützer Ketzern" zu Tode gemartert wurde, weil er am Beichtgeheimnis festhielt (Parallele zu Nepomuk). Eine weitere Darstellung von Johannes Sarcander ist in der Kirche von Rumeltshausen auf einem Bild an der Emporenbrüstung zu sehen. |
Rechts vom Altarblatt steht Johannes Rusea aus der Schweiz. Er war Pfarrer in Graubünden. Dort wurde er 1618 -im 80.Lebensjahr- wegen seines "Glaubenseifers" zu Tode gefoltert. Auch hier erspart ein Blick auf den Sockel den Nachschlag in einem Heiligenlexikon: |
| Venerabilis Ioannes Nicolaus Rusea, M. einstens weltpriester, Pfaraer, v. Erzpriester zu sonders in graubindterland wurde von den ketzeren zu Tusis wegen seinen glaubens Eyfer, in den 80.jahr seines alters, den 23.aug: 1618 erbärmlich zu todt gefoltert, deßen heiligkeit gott mit villen Zeichen bekreftiget, ist ein sonderbahrer beschüzer, der unschuldig verfolgten. Ex Voto 1746". |
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An der Nordwand des Zentralbaues
steht ein Kreuzaltar
aus der Zeit um 1736/37. Besonders beeindruckend ist die geschnitzte Kreuzigungsgruppe
von Bartholomäus und Johann Georg Schuhpaur.
Der den Altar umgebende Stuckrahmen stammt von Pader, Hörmannstorffer
und Pältl (1736). Mittelpunkt des Altars war die Verehrung des heiligen
Blutes, das aus den Wundmalen des Gekreuzigten strömt und von Engeln
mit Kelchen aufgefangen wird.
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Unter dem Kreuz stehen die Muttergottes, Maria Magdalena und der Apostel Johannes. Maria und Johannes heben ihren Kopf und blicken zum Gekreuzigten empor, sodass ihre Gesichter von unten kaum zu sehen sind. |
| Hinweis: Jesus am Kreuz am Kreuzaltar hat die Seitenwunde -wie in den meisten Kirchen üblich- auf der rechten Seite. Die Lage der Seitenwunde wird in der Bibel nicht beschrieben. Bei Johannes (19,34) heißt es nur, "einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer". Da das Öffnen der Seite aber den Zweck hatte, zu prüfen, ob Jesus schon tot war, muss es sich um seine linke Seite gehandelt haben. Nach dem Tod eines Menschen sammelt sich im Herzen Blut und Wasser. Das herauslaufende Wasser war somit das Zeichen für den eingetretenen Tod. Die häufige Darstellung der Stichwunde auf der rechten Seite liegt in der mittelalterlichen Deutung begründet, dass es nur die rechte, die gute Seite sein konnte, durch die Blut und Wasser als Vorausdeutung auf die Sakramente der Eucharistie und der Taufe auf die Menschheit herabströmte. |
| Die Kreuzwegbilder hängen hoch über den Türen an den Seitenwänden. Die Ölgemälde (auf Leinwanduntergrund) in vergoldeten Holzrahmen könnten von Johann Benedikt Specht oder Speth stammen, der von Wangen im Allgäu nach Dachau gekommen war und hier bis zu seinem Tode 1780 gelebt hat. |
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Das Akanthus-Muster der geschnitzten Kirchenstuhlwangen entspricht dem vieler Kirchenstühle im Dachauer Land. Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 auch in Ainhofen, Albersbach, Arnbach, Arnzell, Aufhausen, Hilgertshausen, Markt Indersdorf, Ottmarshart, Pasenbach, Pipinsried, Sigmertshausen, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen und in Westerndorf verwendet. Wenn Sie die Muster vergleichen wollen, klicken Sie hier.... |
| Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten. |
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An der Nordseite zwischen Kreuzaltar und dem linken Seitenaltar ist die große barocke Kanzel aus Rotmarmor angebracht. Der Kanzelkorb ist mit Leerkartuschen verziert. Der Schalldeckel ist als Baldachin mit vielen Quasten gestaltet; die Unterseite ist mit einer Heilig-Geist-Taube, die Oberseite mit einer Ziervase geschmückt. Die Kanzel wurde von Martin Hörmannstorffer zusammen mit Alexius Pader, dem Großneffen von Konstantin Pader gestaltet. Nach anderer Quelle soll die Kanzel aus der Pfarrkirche von Tödtenried stammen. Dann hätten Hörmannstorffer/Pader sie nur überarbeitet. Die Kanzel ist von der Sakristei aus begehbar. |
| Hinweis: Der Hl.Geist wird seitdem Konzil von Nicäa (325) als Taube gezeigt. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person inMenschengestalt. Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. |
| Hinweis: Die Dornenkrönung im Rahmen der Verspottung Jesu ist in den Evangelien genannt (z.B. Mtt 27, 28-30). Ob Jesus auch am Kreuz die Dornenkrone getragen hat, ist der Bibel nicht zu entnehmen. Dies wird aber in den Apokryphen erwähnt. In der Kunst ist des Öfteren die Dornenkrone durch die Königskrone ersetzt. Damit soll auf die Überwindung der Sünde (=Dornen) durch Christus hingewiesen werden. |
| Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh. |
Die Kirche hat erst seit der Restauration
1920 eine auf Säulen ruhende, weit in Kirchenraum hineinragende
Doppelempore. Damals wurde die bisherige Empore mit ihren Rotmarmorsäulen
höher gesetzt und darunter eine neue, größere gebaut, um mehr
Sitzplätze für die Kirchgänger zu schaffen. Ein Foto des ursprünglichen
Zustandes befindet sich im Staatsarchiv München.
Orgel
| 1921 wurde
auch die 1777 von den Dachauern Philipp Rädler und Sohngebaute und
1835 restaurierte Orgel ersetzt. Orgelbauer Albert Moser aus München
errichtete ein neues, mit zwei Manualen und 15 Registern ausgestattetes
Instrument; dabei wurde das Rokoko-Gehäuse von 1777 teilweise beibehalten.
Die Kosten beliefen sich auf 85.000 RM. Einen Zeitungsbericht über
das erste Orgelkonzert am 8.1.1922 können sie hier
lesen... |
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| Allgemeines zur Orgel. Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Allerdings stand das Bistum Freising schon im 9.Jh wegen seines Orgelbaues in hohem Ansehen. Papst Johannes VIII. (872-882) hatte sich 873 brieflich an den Freisinger Bischof Anno gewandt und ihn gebeten, er möge ihm ein gutes Instrument und einen Mann schicken, der die Orgel spielen und die Kunst der Musik zu lehren verstünde. Wo diese Orgeln in Freising standen (Kloster, Bischofshaus oder Kirche) ist nicht bekannt. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| Über der Orgel ist an der Decke ein Stuckmedaillon im Rokokostil angebracht. Es stellt -von Wolken umkränzt- eine stilisierte Orgel dar, die von einer Frau (möglw. der hl.Cäcilia) gespielt wird. Sieben Putten umschweben die Orgel. |
Das Weihwasserbecken aus Rotmarmor am Südeingang des Zentralbaues stammt
aus dem 18. Jh..
Pfarrherren-Liste
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In der Nähe
des Eingangs hängt eine Holztafel in Vierpassform mit den Namen der
Pfarrer von Bergkirchen
ab dem Jahr 1153 (mit einigen zeitlichen Lücken). |
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Im Altarraum hängt an der linken Seite
noch ein inniges Muttergottesbild
(Ölbild auf Leinwand, gemalt von Johann Friedrich Scheffler 1738).
Neben Maria und dem Kind sind ein Teller und ein Löffel abgebildet.
Es scheint, als hätte Maria soeben das Kind gefüttert, das schlafend
im Arm Mariens liegt. Das Bild hat die Maße 103 x 88 cm. |
| Hinweis: Die Anfänge der Verehrung des Herzens Jesu finden sich schon im 13. und 14. Jh. Bei den Gläubigen wurde die Herz-Jesu-Verehrung aber erst durch die Visionen der Margaretha Maria Alacoque (+1690) populär: Ihr war Christus erschienen, auf sein Herz deutend, was als sein Verlangen nach der Einführung eines diesbezüglichen Festes verstanden wurde. Gefeiert wurde es am dritten Freitag nach Pfingsten. 1765 wurde es durch Papst Clemens XIII. anerkannt und 1856 unter Pius IX. für die Kirche vorgeschrieben. Heute stößt es auf nur noch geringe Akzeptanz. Dazu haben sicher die süßlichen Darstellungen Jesu wie auf dem Bild in Bergkirchen beigetragen. |
Die Kirche besitzt neben der Sakristei noch zwei weitere Anbauten: Im
Südwesten eine kleine Kapelle mit dem Beichtstuhl, im Südosten die Jobkapelle.
| Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück. |
| Hinweis: Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias kam nach dem Tod von Judas hinzu; Paulus erhielt die Apostelwürde im Jahr 258 zuerkannt. | |||||||||||
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Andreas (mit Andreaskreuz und lagem Bart) war der Bruder des Petrus,
wie dieser von Beruf Fischer (Joh 1, 14) . Er wurde vom röm.Statthalter
Ägeas an ein X-förmiges Kreuz gebunden, an dem er nach zwei Tagen,
an denen er weiter predigte, verstarb.
Bartholomäus
(mit Messer) wurde zu einem besonders grausamen Tod verurteilt: zuerst wurde
ihm die Haut abgezogen, danach wurde er gekreuzigt. Deshalb wird er meist mit
einem Messer dargestellt.
Jakobus d.Ältere (mit
Pilgerstab u. Schuhen an den Füßen). Jakobus war der erste Märtyrer
unter der Aposteln (Ap 12, 1-2). Der Legende nach setzten Anhänger seine Leiche
in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien, im Nordwesten Spaniens
strandete. Dort wurde er begraben. Die Wallfahrt zum Apostelgrab in Santiago
de Compostela wurde eine der größten des Abendlandes. Die Pilger erhielten am
Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war.
Jakobus
d.Jüngere (mit Walkerstange). In der kirchlichen Tradition werden
die Lebensdaten von zwei Heiligen mit Namen Jakobus zu einer Vita vermischt.
Jakobus der Jüngere, der Sohn des Alphäus war Apostel. Über seinen weiteren
Werdegang nach Christi Himmelfahrt ist nichts bekannt. Vielleicht war das der
Grund, ihm das Martyrium zuzuschreiben, das Jakobus, der "Bruder des Herrn"
und spätere Bischof von Jerusalem erleiden musste. Der wurde im Jahr 62 von
der Mauer Jerusalems gestürzt und mit einer Walkerstange (für die Filz-Herstellung)
erschlagen.
Johannes (mit einem Kelch).
Der Kelch weist auf einen Giftanschlag hin, der auf Johannes verübt worden
sein soll. Dabei sei das Gift in Form einer Schlange aus dem Kelch gekrochen,
sodass Johannes überlebte. Allerdings wird diese Legende vom Evangelisten
Johannes erzählt. Früher glaubte man, dass der Apostel und der Evangelist
eine Person gewesen sei.
Paulus (mit Schwert) verfolgte
zunächst mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung des
Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er durch eine Erscheinung Christi
bekehrt und war danach einer der eifrigsten Missionare. Der
Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er
den Menschen erweist.
Nach eher unwahrscheinlichen Legenden starb Paulus im Jahr 67 als Märtyrer unter
Kaiser Nero durch das Schwert. Ihm wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die
Apostelwürde verliehen.
Petrus (mit den Himmelsschlüsseln) steht am Hochaltar. Er ist -wie in den
meisten Petrusdarstellungen seit dem 4.Jahrhundert - mit rundem Kopf und grauem,
krausen Haarkranz sowie Bart dargestellt. Dieser
sog.Himmelsschlüssel haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will
ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird
gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein
im Himmel".
Philippus (mit einem Kreuzstab). Philippus wurde, ebenso wie das Brüderpaar
Andreas und Petrus, von Jesus in Bethsaida zum Jünger berufen. Er wird mehrmals
in der Bibel erwähnt (bei Brotvermehrung-Joh 6, 5-7 und Abendmahl-Joh 14,
8-9).Nach der Legende predigte Philippus 20 Jahre lang in Skythien. Dort wirkte
er Wunder, vertrieb einen Drachen, erweckte Tote und heilte Kranke. Philippus
soll am Kreuz gestorben sein. Deshalb wird er mit einem Kreuzstab dargestellt.
Simon (mit einer Säge).
Simon trägt den Beiname "Zelotes", deutsch "der Eiferer"
- weil er der politisch radikalen Bewegung der Zeloten angehörte, die gewaltsam
die römischen Fremdherrscher aus Israel vertreiben wollte. Das Neue Testament
nennt ihn in Aufzählungen der 12 Jünger (Mk 3, 18); besondere Erwähnung findet
er hier sonst nicht. Nach der Legenda Aurea wirkte Simon in Syrien und
Persien und erlitt dort durch Zersägen seines Körpers den Martertod.
Judas Thaddäus (mit einer
Keule) ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten
hat. Judas Thaddäus wird im Neuen Testament nur einmal erwähnt (Joh 14, 22)
mit der Frage, warum Jesus seine Abschiedsrede exklusiv den Jüngern und nicht
der ganzen Welt offenbare. Später wirkte Judas in Babylon. Dort forderte
er mit Wundertaten die örtlichen Zauberer heraus, die Judas mit einer Keule
erschlagen ließen.
Thomas (mit Spieß).
Jesu sein soll, wurde berühmt
durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesus und sein Verlangen, handgreiflich
die Auferstehung zu überprüfen: erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine Wundmale
zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: "Mein Herr und mein Gott!".
Später hat er in Indien missioniert. In Madras wurde er von feindlich Gesinnten
mit einer Lanze ermordet. Die Thomas-Christen in Indien sehen ihn als Gründer
ihres Bekenntnisses an.
| Auch das Christusbild und das Marienbild gehören zu diesem Zyklus und stammt vom selben Künstler. Christus hält in einer Hand die mit einem Kreuz geschmückte Weltkugel; die andere Hand hebt er dem Betrachter gegenüber segnend empor. Maria ist in das traditionelle blau-rote Gewand gekleidet. |
| Die Jobkapelle (benannt nach dem Dulder Job aus dem Alten Testament) wurde 1630 unter Pfarrer Schlaich erbaut bzw.geplant. Schlaich stiftete die dafür benötigten 6500 Steine (nach der Kirchenrechnung nur 5000 Steine). In der Kapelle südlich des Altarraums befindet sich seit 1966 noch der fast einen Meter hohe gotische Taufstein aus Rotmarmor (15. Jh) mit hölzernem Aufsatz. Darauf steht eine einfache, bäuerliche Schnitzfigur von Johannes dem Täufer aus dem 18.Jh. Früher glaubte man, der Taufstein stamme noch aus romanischer Zeit (12.Jh). Dies scheint aber nicht zuzutreffen. Bis 1966 stand er unter der Kanzel im Kirchenschiff. |
Jobaltar Über das Dachauer Land hinaus bekannt ist der 1737 von Alexius Bader/Pader und Martin Hörmannstorffer erstellte Jobaltar mit dem berühmten Jobbild. Assistenzfiguren aus dem 18.Jh sind die Heiligen St. Leonhard (mit Abtsstab, aber ohne die sonst üblichen Ketten) und St.Katharina von Siena (als Ordensfrau mit Buch).
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Das Altarbild ist das wertvollste Stück der ganzen Kirche: Es wurde von dem Dachauer Maler Johann Wilhelm Holzmayr (1650 sign.) gefertigt und war schon Mittelpunkt des Vorgängeraltars.
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Der Maler des Bildes Johann Wilhelm
Holzmayr (1630-1660) war ein Sohn des Dachauer Hofgärtners Hans Holzmair,
dessen Grab an der Südwand der Dachauer St.Jakobskirche noch erhalten ist.
Die Holzmairs waren eine Künstlerfamilie, deren bedeutendster Spross der
Maler des Jobbildes war; einer der hervorragensten und originellsten bayerischen
Künstler seiner Zeit. Allerdings sind von ihm nur noch zwei signierte Bilder
(daneben noch ein Bild im Marienmünster von Ingolstadt) erhalten.
In der Predella
ist in einem tabernakelähnlichen Schrein aus der Barockzeit eine Figur
des Christus
auf der Rast (wie in Friedberg-Hergottsruh) zu sehen. Figuren von "Christus
in der Rast" sind nicht selten in den Kirchen des Landkreises Dachau. Ähnliche
Figuren stehen auch in Asbach, Biberbach, Haimhausen, Kleininzemoos, Kollbach,
Röhrmoos, Rumeltshausen, Schönbrunn und Westerholzhausen.
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Hinweis: Die Darstellung Christus auf der Rast geht zurück auf die heimlichen Leiden Christi. Das sind Schilderungen und bildliche Darstellungen von Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den Evangelien erwähnt werden. Sie entsprangen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt. Zu diesen heimlichen Leiden gehören Darstellungen von Christus im Kerker, von Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Vesperbilder) und Christus auf der Rast. Letzteres stellt Jesus dar, der nach dem Kreuzweg, kurz vor seiner Kreuzigung auf einem Stein oder dem Kreuz sitzt, seinen Ellbogen an den Schenkeln aufstützt und das Kinn bzw. eine Wange mit einer Hand hält. Eine uralte Geste der Klage. Diese Art der Gestaltung heißt im Volksmund manchmal auch "Zahnweh-Herrgott". |
An den Wänden
der Jobkapelle stehen weitere Skulpturen aus dem 18. Jh. auf Konsolen:
der hl. Franz Xaver, der ein Kruzifix hochhält (er war begeisterter
Asienmissionar) und
der hl. Nikolaus von Tolentino im Mönchsgewand mit Bibel in der
Hand. Der bei uns wenig bekannte Heilige lebte von 1245 bis 1305 in Italien.
Er gehörte dem Augustinerorden an und war ein bekannter und beliebter Prediger
in Tolentino. Den Namen Nikolaus erhielt er, weil seine Eltern wegen früherer
Kinderlosigkeit eine Wallfahrt zu St.Nikolaus von Myra in Kleinasien unternommen
haben.
| In der Sakristei hängt an der Wand ein Wasserfässchen, auch Lavabo genannt (lat.= ich werde waschen). Im ihm wurde früher, als es noch keine Wasserleitung gab, das für die Messe benötigte Wasser aufbewahrt. | Es ist eine Besonderheit; solche Wasserbehälter sind mir im Landkreis Dachau nur noch aus Deutenhausen (einer Filialkirche von Bergkirchen) und aus Rumeltshausen bekannt. |
| An Weihnachten ist am linken Seitenaltar die Krippe aufgestellt. Wenn Sie sich für Krippen in den Kirchen des Dachauer Landes interessieren, klicken Sie hier... |
Am Karfreitag und Karsamstag wird vor dem Zelebrationsaltar ein kleines Heiliges Grab aufgebaut. Dort liegt inmitten von Blumenschmuck die 122 cm lange Figur des Heilig-Grab-Christus aus dem 18. Jh.
| Hinweis: Der Brauch des "Hl.Grabes" und des sog. "Graberlschauns" stammt aus der Barockzeit und diente der Veranschaulichung des Heilsgeschehens.Der Besuch der Heiligen Gräber gehört für viele Menschen zu den schönsten Kindheitserinnerungen. | Der religiöse Brauch, in katholischen Kirchen ein Heiliges Grab zu errichten, geht auf das frühe Mittelalter zurück. Angeregt von den damals häufiger werdenden Pilgerfahrten nach Jerusalem schuf man vielerorts in einer Seitenkapelle oder Krypta Andachtsstätten zur "ewigen Anbetung", wobei die Gläubigen im Gebet Wache hielten bis zur Auferstehungsfeier. |
Pfarrhof
Der Pfarrhof steht neben der Kirche. Die Beschreibung von 1948 klingt wie ein Inserat: "Schöne ruhige einsame Lage auf dem Berge neben der Kirche. Wundervoller Blick über die Ebene gegen Süden. Den Abhang hinunter ein freundlicher Garten mit ziemlich guten Obstbäumen besetzt".
|
Ein Pfarrhaus gibt es wahrscheinlich ebenso lange, wie eine Kirche. Die erste historische Angabe über den Pfarrhof in Bergkirchen stammt aus dem Jahr 842. Vom Pflug bis zur Sense, von den Bienenhäusern bis zu den Bierfässern, von den Rindern bis zu den Gänsen wird alles Gut registriert. Sechs Knechte und drei Mägde arbeiteten damals auf dem Pfarrhof. Dazu kommen noch hörige Bauern, die Nebenhöfe bewirtschaften und drei Tage in der Woche auf dem Pfarrhof arbeiten müssen. Ihre Frauen haben die Kleider für die Priester zu nähen. Zu den Einnahmen des Pfarrers gehörten auch Zehentleistungen aus neun Dörfern. In der Sunderndorferschen Matrikel von 1524 heißt es, das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude bedürften einer Renovierung. Offensichtlich hat man sich damit Zeit gelassen, denn um 1560 wird er noch als baufällig bezeichnet. Erst um 1600 wurde durch Pfarrer Martin Thurner ein neuer Pfarrhof gebaut. Der stand übrigens nicht am heutigen Platz, sondern etwas weiter unten am Berg (im jetzigen Pfarrgarten). Auf der Bergkuppe befanden sich die Ökonomiegebäude. Dieser Pfarrhof wurde 1648, am Ende des Dreißigjährigen Kriegs von den Schweden und nochmals 1704, im Spanischen Erbfolgekrieg von holländischen Soldaten niedergebrannt. Dazwischen fiel noch der "Gsöllkasten", die Behausung des Kaplans, dem Feuer anheim (am 8.4.1668). |
Die Kirche wurde 1984 in die Liste der "Schutzwürdigen Kulturgüter"
nach der Haager Konvention aufgenommen.
Der Heimatforscher Hubert Eberl bietet auf seiner Internetseite einen Rundgang
durch den Friedhof von Bergkirchen an. Wenn Sie interessiert sind, klicken
Sie bitte hier...
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Amperbote vom 24.05.1879 (Einbruch)
Amperbote vom 14.06.1902 (Glockenweihe), vom 07.12.1904, vom 29.10.1904,
vom 14.03.1914 (Elektrifizierung)
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, Band I, 1905/1967
(652,842, 611, 652, 1058, 1161, 1191)
Josef Burkhart, Chronik von Bergkirchen, 1948
Dachauer Nachrichten vom 27.04.1962 (Glockenweihe), vom 16.7.1966 (Jobkapelle)
Max Gruber, Zwei Kirchen Johann Michael Fischers im Kreis Dachau, Amperland
1965/2
Max Gruber, Die Dachauer Bildhauerfamilie Arnoldt, Amperland 1965 (Bildhauer
Franz Arnoldt)
Max Gruber in Dachauer Nachrichten vom 26.02.1965 (Einkünfte Pfarrer
im 30jährigen Krieg)
Widmann, Kunstreiseführer "Von München zur Donau", 1966
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Max Gruber, Die Künstlerfamilie Holzmair,
Amperland 1969 (Joh.Adam Holzm)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
Max Gruber, Die Kistlerfamilie Prugger in Dachau, Amperland 1975/1
Max Gruber, Werkverzeichnisse der Dachauer Maler Johann und Johann Georg Hörmann,
Amperland 1980/4
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Gerhard Boos, Durch seine Wunden sind wir geheilt, 1985
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Kirchen-u.Pfarrhofbeschreibung
842, Orgel 873)
Max Gruber, Im Amperland tätige Bildhauer, Amperland 1987/1
Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes 1991
Maria Thanbichler in der Schriftenreihe, "Die Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen"
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (1630, 1640)
Unser Dachauer Land, Beilage zu den Dachauer Nachrichten vom Juni 1998 (Rohbau
1731)
Kleiner Kunstführer, Bergkirchen, Verlag Schnell & Steiner, 1999
Lexikon für Theologie und Kirche, (LThK), 2001
Münchner Merkur/Dachauer Nachrichten vom August 2001, vom 25.10.2007
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
Kiening, Genealogie (Franz Arnoldt)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen
Symbole, 2011
95 Bilder: Horst Lachmann (4), Hubert Eberl (3), Hans Schertl (88)
|
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22.12.2011
In der Nähe
des Eingangs hängt seit kurzem eine Holztafel in Vierpassform mit den Namen
der Pfarrherren von Bergkirchen.
Sie trägt die Überschrift: Pfarrherren der bereits 814 genannten Pfarrei
Bergkirchen.
Wenn Sie mehr über die einzelnen Pfarrer erfahren wollen, klicken Sie auf
die Namen in blauer Schrift.
| Altmanus, Dekan |
um 1153-60
|
![]() |
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| Conrad Schütz |
-1343
|
1737-1779
|
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| Konr.Westerhofer |
um 1420
|
1779-1793
|
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| Ludwig Schilling |
um 1430
|
1794-1821
|
|||
| Dr.Ulrich Aresinger |
um 1464
|
1822-1842
|
|||
| Degenhard von Weichs |
um 1505
|
1843-1866
|
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| Wolfg.Berndorffer |
um 1524
|
1866-1886
|
|||
| Erhard Metzger |
1525-1560
|
1886-1904
|
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| Wolfg. Ostermaier |
1560-1580
|
1904-1908
|
|||
| Andr. Höglmiller |
1580-1590
|
1908-1918
|
|||
| Martin Thurner |
1590-1616
|
1920-1936
|
|||
| Matthias Schlaich |
1616-1630
|
1936-1949
|
|||
| Kaspar Laiss |
1630-1634
|
Georg Albert
|
1950-1964
|
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| Christof Mittermayr |
1634-1639
|
Jos.Eggendinger
|
1964-1993
|
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| Kaspar Kölbl |
1639-1661
|
Egid Schierer
|
1993-2006
|
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| Johannes Stein |
1662-1667
|
Walter Csar
|
2006-
|
||
| Johann Lechner |
1667-1703
|
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| Joh.Gg.Scheffler |
1703-1737
|
||||
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Er ließ
1731-1737 durch J.Mich.Fischer das jetzige Gotteshaus St.Johannes BTs.erbauen
|
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Neue
Kirchenglocken für Bergkirchen
Amperbote vom 14.06.1902
| Die für die Pfarrkirche von Bergkirchen in Erding gegossenen drei neuen Glocken wurden heute durch das prachtvoll gezierte Fuhrwerk des Herrn Kunstmühlenbesitzers, Nikolaus Umkehrer, zu Bergkirchen von München abgeholt und beim Gasthaus „Zum Münchner Kindl“ von ca. 50 schmucken Reitern und ca. 30 Radfahrern, welche sämtlich ihre Fahrräder geschmackvoll geziert hatten, feierlich empfangen. Vor einigen Tagen wurden diese neuen Glocken im Dom zu München durch den hochwürdigen Domprobst Lechner geweiht. Sie haben ein Gewicht von 2000 kg. Die große Glocke ca. 900 kg schwer, (1,33 m Durchmesser ) trägt die Widmung: "Gestiftet von der Pfarrgemeinde Bergkirchen unter dem Pfarrer Gröschl 1902". Die Pfarrgemeinde Bergkirchen ist hocherfreut über dieses neue Geläut, welches am kommenden Dienstag das erste Mal ertönen soll. |
Elektrische
Beleuchtung in der Pfarrkirche
Amperbote vom 14.03.1914
Die hiesige Pfarrkirche, die mit ihrem gotischen
Turme im ganzen Ampertale sichtbar ist, hat dank des unermüdlichen Bestrebens
des HH. Pfarrers Stoll eine der Neuzeit entsprechende Bereicherung durch Einrichtung
der elektrischen Beleuchtung erfahren. Am Freitag abends, während einer
Fastenandacht, zu welcher sich sehr viele Pfarrangehörige einfanden, erstrahlte
in Wahrheit das hehre Gotteshaus in einem Lichtermeere. Der entfernteste Winkel
wurde von den Lichtwellen durchflutet, sodass in Zukunft kein Auge mehr von
dem flackernden Kerzenlicht zu leiden haben wird. Es besteht jetzt nur noch
der eine Wunsch, dass weitere edle Streben des HH. Pfarrers - die zur Ehre Gottes
notwendigen baulichen Veränderungen auszuführen - von Erfolg gekrönt
sein mögen.
(Recherchiert von Hubert
Eberl, Bergkirchen)
28
Zentner schwere Glocke hochgezogen
Mauerdurchbruch vorgenommen
Dachauer Nachrichten vom 27.04.1962
Bergkirchen
- Am Mittwoch wurde die neue Glocke, die am Ostermontag durch Domkapitular Prälat
Delagera geweiht worden war, hochgezogen und in den Turm gebracht. Es war keine
leichte Arbeit, die 28 Zentner schwere Glocke in die luftige Höhe zu bringen.
Der Turm ist 35 Meter hoch und befindet sich mit der Kirche auf einer Anhöhe,
die wieder 35 Meter über dem Tal der Maisach liegt. Es musste unter der Spitze
des Turms eigens ein Mauerdurchbruch vorgenommen werden, um die Glocke in das
Innere zu bringen. Auch standen beim Hochziehen verschiedene elektrische Leitungen
im Wege, die erst abgestellt, umgeleitet und abmontiert werden mussten. Pfarrer
Albert, der sich so eifrig für die Vervollständigung des Geläutes eingesetzt
hatte, war auch beim Hochziehen dabei. Man musste besondere Vorsicht anwenden,
damit nicht das äußere Mauerwerk oder die neue Glocke beschädigt wurden. An
der Außenmauer der Kirche sind noch die Einwirkungen zu sehen, die sie in den
letzten Kriegstagen abbekommen hatte. Die Amerikaner vermuteten hier einen Beobachtungsposten
der SS und nahmen sie unter Artilleriebeschuss. Eine Granate durchschlug dabei
die Mauer und richtete im Innern der Kirche erhebliche Zerstörungen an. Heute
noch steckt ein Granatsplitter in der Kanzelumrahmung. Das Dach der Kirche wurde
bei diesem Beschuss in den letzten Kriegstagen 1945 besonders schwer beschädigt
und konnte erst Monate später wieder ausgebessert und in Ordnung gebracht werden.
Der Kirchturm wurde übrigens nicht als Beobachtungsposten benützt, obwohl diese
Vermutung naheliegend war, denn weit reicht hier der Blick, bis nach Fürstenfeldbruck,
Gröbenzell, Pasing, Dachau und München. Die Kirche wird schon im Jahr 834 in
einem Bericht von Bischof Ärchambert von München-Freising erwähnt. Sie wurde
damals als eine Basilika bezeichnet, sie war demnach schon ein Steinbau. Mit
der Kirche auf dem Petersberg zählt sie zu den ältesten des Landkreises Dachau.
Ihre wesentliche Umgestaltung erhielt sie in den Jahren 1730 bis 1737, wo sie
durch den Kirchenbauer Johann Fischer in einen Barockbau umgewandelt wurde.
Sie ist damit ein architektonisches Kleinod geworden, das viel zu wenig bekannt
ist. Dies mag daran liegen, dass sich die Kirche etwas abseits der großen Verkehrsstraßen
befindet. Immer aber freuen sich die auswärtigen Besucher, wenn sie den Hang
erklommen haben und das Gotteshaus betreten, über die Schönheit der Innenarchitektur,
die sich ihnen darbietet.
Elektrisch betrieben
Der Turm der Kirche stammt noch aus dem Jahr 1460, er wurde 1695 lediglich aufgestockt.
Nun musste
erst über eine künstliche Öffnung die Glocke, die immerhin einen Durchmesser
von 1,33 Meter aufweist, in sein Inneres gebracht werden. Dort vervollständigt
sie mit den drei anderen Glocken das Geläut von Bergkirchen, es wird elektrisch
betrieben Selbständig läuten die Glocken, am Morgen, Mittag und Abend zum Gebet
und zur hl. Messe muss nicht mehr an einem Strick gezogen werden. Am ersten
Sonntag im Monat Mai wird die neue Glocke erstmals ertönen und die Gläubigen
der Pfarrei zum Gottesdienst rufen. Die Pfarrgemeinde umfasst mit den Ortschaften
Bergkirchen, Deutenhausen, Eisolzried, Feldgeding, Ober- und Unterbachern sowie
Breitenau insgesamt 1400 Seelen. Es ist ein weites Gebiet, das hier von Pfarrer
Albert betreut wird. Gern sind aber auch die Gläubigen oben bei der Kirche,
die einen weiten Blick in die Umgebung erlaubt. Dabei wurde auch schon die Anregung
gegeben, ob man es nicht ermöglichen könnte, dass auch sie, wie so viele andere
Kirchen, in den Städten, bei Nacht von einem Scheinwerfer angestrahlt würde.
Die Pfarrei freilich kann die Stromkosten nicht allein tragen. Aber gerade diese
Kirche würde, so dicht bei der Autobahn München-Augsburg, sehr eindrucksvoll
wirken.
(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)
Der
Maler Johann Wilhelm Holzmair
Johann Wilhelm
Holzmair, der Maler des berühmten Altarblatts in der Jobkapelle, entstammt
der Künstlerfamilie Holzmair aus Dachau. Stammvater scheint Hans Holzmair
zu sein, der um 1583/1604 zu Dachau in der Klosterstraße 5 (alt Nr. 13) wohnte
und 1618 als Dachauer Hofgärtner starb. Er war der Vetter des aus Lothringen
stammenden Hofgärtners Herzog Albrechts, Peter Mann (1578). Seine Grabplatte
befindet sich an der Südseite der Dachauer St. Jakobskirche.
Ein anderer Hans Holzmair war jedenfalls zwischen 1591 und 1620 Mitglied der
Münchener Malergilde. 1580 malte er die Katharinenkapelle der Münchener Residenz
aus. Vom Jahr 1620 ist ein Bild der Himmelfahrt Mariae von ihm bekannt, das
das Klerikalseminar zu Freising besitzt. Er wird wahrscheinlich mit Johann Matthias
Holzmair identisch sein.
Ein Sohn des Dachauer Hans ist Thomas Holzmair, der 1621 als Meister der Münchner
Malerzunft und 1654 als kurfürstlicher Hofmaler und Stukkator genannt wird.
Von ihm ist ein gutes Dutzend Arbeiten bekannt. Er starb um 1657; seine Witwe
Elisabeth nach 1662.
Drei ihrer Söhne sind als Maler bekannt: Johann Adam lieferte 1658 für Unterlappach
ein Visier für den Seitenaltar und dessen Fassung um 180 Gulden und 1668 für
Viehbach die Seitenaltarfassung für 67 Gulden. Johann Marin lebte in Dachau
im Haus Augsburgerstraße Nr. 2 (alt Nr. 3). Er wird 1661 als Sohn des Thomas
und als Bruder des Malers genannt, der ein Allerheiligenbild für Tegernsee gemalt
hatte, wofür er 63 Gulden erhielt. Dieser Bruder ist allem Anschein nach unser
Johann Wilhelm Holzmair, der um 1660 in München gestorben sein soll und dessen
beide noch bekannten Altarbilder (hier und in Ingolstadt) eine Zierde jeder
großen Galerie wären.
Max Gruber, Dachauer Nachrichten vom 16.07.1966.