zur
Landkreiskarte
Ausführl.Beschreibg Kirchen
in der Gem.Hebertshausen
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Filialkirche St. Johannes Baptist in OBERWEILBACH
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Die
Ortschaft Oberweilbach wurde urkundlich erstmals 1180 als "Narrenhofen",
150 Jahre später, im Jahr 1329, als "Obern Weilbach" genannt.
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Die letzte Renovierung fand in den Jahren 1965-1967 statt.
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Innenausstattung Die flache Kirchendecke ist mit einfachen Stuckverzierungen geschmückt. Der Altar besitzt einen dreiteiligen Retabelaufbau im frühbarocken Stil des 17.Jh. Im Mittelteil des Altars eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Apostel Johannes. Assistenzfiguren sind Johannes der Täufer (mit Vollbart, in härenem Gewand und einem Lamm) sowie St.Nikolaus (im Bischofsornat mit den drei Goldkugeln). Diese Heiligen sind auch auf den leider nicht mehr gut erhaltenen Tafelbildern neben dem Tabernakel abgebildet. Figurenausstattung -
St. Florian in römischer Rüstung, mit Wasserschaff in
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In der Kirche finden kaum noch Gottesdienste statt. Die gotischen Figuren sind deshalb ausgelagert und werden nur zu den wenigen Feiern in die Kirche gebracht.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Oberweilbach liegt an der Straße
zwischen Pellheim und Sigmertshausen. Die Ortschaft wurde urkundlich erstmals
1180 als "Narrenhofen" erwähnt und in einer Urkunde von
1329 "ze obern Weilbach" genannt. 1348 kam Oberbachern als Lehen an
die Familie der Sentlinger in München, aus der der Freisinger Bischof Konrad
III. (1314-1322) hervorgegangen war.
Geschichte
der Kirche
Freisinger Matrikel
Es gab aber schon eine (wohl gotische) Vorgängerkapelle, die auch in der
Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 mit dem Johannespatrozinium
erwähnt ist ("capellam s.Joannis Baptistae in Oberweilbach). Sie muss
zwischen 1315 und 1525 erbaut worden sein, weil in der Konradinischen
Matrikel
von 1315 die Pfarrei Pellheim nur mit den beiden Filialen Unterbachern und Arzbach
aufgeführt ist.
Das Patronat der Kirche war nach der Sunderndorferschen Matrikel von
1524 dem hl.Johannes dem Täufer gewidmet. 35 Jahre später, 1560 wird
im Visitationsbericht zweimal der hl.Nicolaus als Kirchenpatron erwähnt.
Eine Art Kompromiss geht die Schmidtsche Matrikel von 1738 ein, sie nennt beide
Heilige als Kirchenpatrone. Spätestens 1874 hat Johannes wieder das alleinige
Patrozinium zurückgewonnen; so jedenfalls die Bistumsbeschreibung von Mayer/Westermayr.
Dass St.Nikolaus aber immer noch eine besondere Rolle zugedacht ist, zeigt sich
am Altar, an dem alte Figuren und Bilder beider Heiliger stehen.
Visitationsbericht
von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des
bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung
aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche
und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die
durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe,
die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens
geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten
Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere
sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen
Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer
die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen
Kenntnisse. Im Bericht über die Pfarrei Pellheim ist auch die Filiale "s.Nicolaus
in Obernweilbach" kurz erwähnt. Das Einkommen der Kirche (neben dem
der Pfarrei) bestand aus einem halben Schäffl (= 112 Liter) und
einem Viertel (= 19 Liter) Getreide. Davon mussten alle Ausgaben bestritten
werden ("Miessen damit deckhen"). Das zeigt deutlich die Armut des
Gotteshauses, die auch im Bericht ausdrücklich erwähnt wird ("Ist
gar ain arms gottshauß"). Die Kirche habe aber alle Kirchenzier (hat
sonst alle kirchenzier zimblich"), heißt es. Ein Mesnerhaus gab es
nicht (und war wohl auch nicht nötig). Der Mesner wird als "vleissig"
geschildert. An liturgischen Gerätschaften waren vorhanden: Ein Kelch mit
Corporale, ein Messbuch, ein Liturgiebuch und ein Messgewand. Ein Sakramentshaus
fehlte. Der Bericht endet mit dem Satz "Sonst mit anderer notturfft zimblich
versehen". Dies spricht dafür, dass die damalige Kapelle wohl erst
nach 1500 erbaut worden war.
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 über die Visitation der Pfarrei Pellheim
(in heutigem Deutsch) lesen möchten,
klicken Sie hier...
1630 hat man mehr Licht ins Gotteshaus gebracht, indem man ein zusätzliches Fenster ausgebrochen hat. Drei weitere Fenster wurden instand gesetzt, neu verglast und "mit Eißendradt vergättert, damit die Schwalben nit mehr in die Khürchen einkhommen und die Altär verderben khinden", heißt es in der Kirchenrechnung dieses Jahres.
Neubau 1711
Die heutige Filialkirche St.Johannes Baptist der Pfarrei Pellheim wurde im Jahr
1711 durch den Pellheimer Maurermeister Carl Lärlinger errichtet.
Chor und Kirchenschiff besitzen die gleiche
Breite und die gleiche Höhe. Das Dach ist durchgehend.
Sechs Fenster geben dem Raum Licht.Das
Turmkreuz fertigte der Dachauer Schlosser Georg Spizer.
Matrikel 1738/40
In der nur wenige Jahre nach der Erbauung angefertigten Schmidt'schen
Matrikel von 1738/40
wird die Kirche als "Ecclesia fililalis ss.Joann.Bapt. et Nicolai in Oberweilbach"
also mit den Patronen Johannes und Nikolaus beschrieben.
Ein Friedhof war auch damals nicht vorhanden. Die Kirche war sehr arm; ihr Vermögen
betrug nur ca. 100 Gulden, das waren ein Drittel des Vermögens der Kirche
in Arzbach. Nicht einmal Paramente (Meßgewänder) besaß sie;
diese wurden zu den Messfeiern vom Pellheimer Pfarrer mitgebracht. Im Turm hingen
zwei Glocken. Beide hatte Johann Mathias Langenecker aus München 1712 gegossen.
Sie sind nicht mehr vorhanden, weil aus den Protokollen zur Ablieferung von
Glocken im 1.Weltkrieg hervorgeht, dass Oberweilbach etwas übereifrig seine
beiden Glocken von 1712 im Gewicht von 12 und 20 kg freiwillig hergab, obwohl
damals nur nach 1770 gegossene Glocken mit einem Gewicht von mehr als 20 kg
ablieferungspflichtig waren.
1750 wurde das Kirchendach ausgebessert.
Säkularisation 1803
1803 sollte die Kirche im Zuge der Säkularisation
abgebrochen werden, doch die Bauern beantragten pro forma, das Gotteshaus als
Wagenschupfen benutzen zu dürfen. So konnte die Kirche gerettet werden.
Beschreibung 1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom
Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche
St.Johannes Bapt. in Oberweilbach als Nebenkirche der Pfarrei Pellheim enthalten.
Damals wohnten hier 35
Gläubige (in 5 Häusern). Mayer schreibt: "Erbauungsjahr unbekannt.
Stil verzopft (=barock). Baupflicht: die Gemeinde, weil die Kirche zur
Zeit der Säcularisation bereits zum Abbruche bestimmt war, u. von den Bauern
nur dadurch gerettet wurde, daß sie baten, selbe als Wagenschupfen benützen
zu dürfen. Kuppel-Thurm mit 2 Glöckchen. 1 Altar. Das Altarbild, die
Heiligen Johannes d.Täufer u. Nikolaus darstellend, scheint sehr alt. Gottesdienste:
Nur am Patrozinium (=24.Juni), wozu die Paramente (=Messgewänder)
aus der Pfarrkirche herbeigebracht werden. Meßner ist ein Gütler.
Kirchenvermögen 1870: rd. 350 Gulden.
Beschreibung 1893
Der Altar in der Arzbacher Kirche ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale
des Königreiches Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold
Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und
Schulangelegenheiten erstellt haben. Im Bericht heißt es:
| "Auf dem Choraltar aus dem 17.Jh drei bemalte Holzfiguren aus dem Ende des 15.Jh: Maria mit dem Kinde auf dem Arm, Johannes der Täufer in härenem Gewand und S.Nikolaus. Sie sind zwar roh gearbeitet, entbehren aber doch nicht eines gewissen grossen Zuges". |
Die letzte Renovierung erfolgte in den
Jahren 1965-1967.
Baubeschreibung
Die Kirche liegt etwas abseits der
Hauptstraße, die das Dorf durchzieht, auf einer kleinen Anhöhe. Das
freie Feld, das das Gotteshaus umgiebt, könnte ein Friedhof gewesen sein,
obwohl ein solcher in den Freisinger Matrikeln nie beschrieben ist.
Der Bau ist von einem schmalen Sockel umzogen. Sechs Fenster geben dem Raum
Licht. Der Bodenbelag besteht aus einfachen Solnhofer Platten.
Der kaum eingezogene,
zweiachsige Chor schließt
mit drei Achteckseiten
und ist gegenüber dem Altarraum um eine Stufe erhöht.
Der Eingang befindet sich an der Südwestseite des Langhauses. Da Chor und
Kirchenschiff die gleiche Breite haben, ist der Bau außen kaum gegliedert.
Die Kirche ist deshalb nur von weitem eine Zier des Dorfes.
Der achteckige Dachreiter sitzt
auf der westlichen Giebelmauer und ist mit einer Zwiebelkuppel mit Kupferbedeckung
gekrönt.
Hinter den schartenähnlichen Schallöffnungen hängt eine Glocke.
Innenausstattung
Der Chor und das Langhaus sind flach gedeckt. An der Chordecke ein Stuck-Rahmenfeld mit abgerundeten Ecken. In deren Mitte ein IHS-Zeichen, ein Kreuz und Herzsymbolik. Die Zeichen IHS sind griechische Buchstaben (das H ist ein Eta) und bedeuten "JHS(OUS)"=Jesus. Andere Deutungen sind: "Jesus, hominum salvator" (lateinisch "Jesus, Erlöser der Menschen") oder auch volkstümlich "Jesus, Heiland, Seligmacher".
| Der einzige Altar
besitzt einen dreiteiligen Retabelaufbau im frühbarocken Stil des 17.Jh.
Das mittlere Feld ist rechteckig, die beiden Seitenfelder haben eine rundbogige Form. Darüber ein durchgehendes Gesims, auf dem ein gesprengter Giebel sitzt. Der Altaraufsatz enthält ein Gemälde mit dem Auge Gottes. |
Gekrönt wird der Altar durch ein vergoldetes Kreuz. Die Stipes, der Altarblock, ist gemauert und besitzt seitliche Nischen. Auf der Altarrückwand ist umrisshaft eine spätgotische Darstellung des Jüngsten Gerichtes erkennbar (Mitte Christus, beidseits Engel). |
| Im Mittelteil des Altars ist eine Kreuzi-gungsgruppe (leicht beschädigte Figuren von Christus am Kreuz, darunter Maria und der Apostel Johannes auf hohen Sockeln) vor dem Hintergrund einer bemalten Holztafel. |
| Daneben stehen Skulpturen
aus der Zeit um 1500, die die Heiligen Nikolaus
in vollem Bischofsornat mit den drei Goldkugeln und Johannes
Baptist, mit Vollbart, in ein härenes Gewand gekleidet, einem
Lamm auf der Bibel in der Hand und einem Ziegenkopf zu seinen Füßen.
Der Ziegenkopf ist Symbol für das Judentum, das durch das Christentum
(Lamm) abgelöst wird. Im Judentum wurde alljährlich ein Ziegenbock
symbolisch mit den Sünden des ganzen Volkes beladen und in die Wüste
getrieben, im Christentum nimmt Christus durch seinen Tod die Sünden
der Welt hinweg. Die zwei bäuerlichen Engel neben den Heiligenfiguren stammen wahrscheinlich aus dem 17.Jh. |
| In der Predella
hängen beidseits des Tabernakels zwei 45 x 34 cm große Tafelbilder
(Ölfarbe auf Holz) aus spätgotischer Zeit. Auch sie zeigen Johannes
den Täufer sowie den
hl. Nikolaus, der von Seefahrern in höchster Not zur Rettung
angerufen wird. Das Bild in Oberweilbach ist die einzige mir bekannte Darstellung
des Seefahrer-Patroziniums von Nikolaus im Dachauer Land. Der Bedarf von
Hilfe aus Seenot ist hierzulande naturgemäß nicht sehr groß. Leider sind die Gemälde in keinem guten Erhaltungszustand mehr. |
| Hinweise: Johannes der Täufer
(ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus.
Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen
Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes
1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem
Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet. Nikolaus ist eine historische Person. Er war um das Jahr 300 Metropolit von Myra. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. Er überlebte und nahm 325 am 1. Konzil von Nicäa teil. Legenden erzählen, Nikolaus habe einer verarmten Familie durch Geldgeschenke (Goldkugeln), die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, geholfen, damit der Vater seine drei Töchter nicht zur Prostitution bewegen musste. Um ein in Seenot geratenes Schiff mit drei Pilgern zu retten, begab er sich an Bord, stillte den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen. Deshalb wurde er auch Patron der Seefahrer. |
| Josef ist in einen mit großen Blüten gemusterten roten Mantel gekleidet. Er hält ein Buch und eine große Lilie (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit)in den Händen. | Sein Haupt ist von einem gelben Heiligenschein (Rad-Nimbus) umgeben. Zu seinen Füßen sind die Zimmermannsattribute Säge und Beil zu sehen. Welche Kirche im Hintergrund abgebildet ist, ist mir nicht bekannt. |
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Hinweise: Joseph war
der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung
Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau
Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids,
aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde.
Er lebte als Zimmermann in Nazareth. Das Glasbild von Christophorus zeigt den heiligen Riesen imit einem Baumstamm als Stock, der das Jesuskind auf seinen Schultern auf die andere Flussseite trägt. Sein Gesicht ist Jesus zugewandt und drückt das Erstaunen aus, das das zunehmende Gewicht des Kindes erzeugt. Im Hintergrund steht eine Kapelle, rechts ist ein Segelboot zu sehen. Christophorus ist eine Legendengestalt, die seit 1969 im aktuellen Heiligenkalender nicht mehr enthalten ist. Der Heilige wird in der Kunst meist mit einem Kind auf dem Arm und einem Baumstamm in der Hand abgebildet. Der Legende nach suchte er unter seinem früheren Namen Reprobus (spätere Legenden: Offerus) den mächtigsten Herrscher der Welt um ihm zu dienen. Doch bald bemerkte er, dass der König den Teufel fürchtete und der Teufel Christus. Deshalb diente er auf Anraten eines Einsiedlers Christus, indem er seine Riesenkräfte sozial einsetzte und Leute über einen gefährlichen Fluß trug. Eines Tages trug der Heilige einen kleinen Knaben auf seinen Schultern, der mit jedem Schritt an Gewicht zunahm, sodass Reprobus zu ertrinken fürchtete. Da erkannte er, dass er den Christus trug. Er wurde von Jesus auf den Namen Christophorus (Christusträger) getauft, und der als Stütze verwendete Baumstamm begann zu grünen. Christophorus gilt als Patron der Reisenden, Pilger, Fuhrleute und Schiffer sowie seit etwa 1900 auch der Kraftfahrer. Die Volksfrömmigkeit besagt, wer ein Bild oder eine Figur von St.Christophorus erblickt, wird an diesem Tag nicht von einem plötzlichen Tod überrascht. |
| An der linken Chorwand hängt ein 1930/40 gemaltes Bild der Heiligen Familie beim Spaziergang (sog.Heiliger Wandel). Im Mittelpunkt des 114 x 89 cm großen Ölgemäldes (auf Leinwand) steht das freundlich blickende Jesuskind mit einladend ausgebreiteten Armen. Hinter ihm warten, ganz andächtig auf das Kind konzentriert, Maria und Josef in einer Felsenlandschaft mit einer orientalischen Stadt im Hintergrund. Über der Szene geben Wolken den Blick zum Himmel frei, wo Gottvater seine Arme segnend über die Familie ausbreitet. Vor ihm erscheint die Taube des Heiligen Geistes. Das Bild ergibt so in der Vertikalen auch eine Darstellung der Dreifaltigkeit. Der Heilige Wandel symbolisiert das Schreiten auf dem Lebensweg und soll zu christlicher Lebensführung mahnen. |
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Der Chorbogen hat die Form eines gedrückten Bogensegments. In seiner Laibung befinden sich zwei Nischen.
Die 10 Kirchenbänke aus neuester Zeit sind einfach gearbeitet. Seit der letzten Renovierung ist die Bestuhlung zweigeteilt. Bis zu diesem Zeitpunkt standen sechs breitere Bänke in der Mitte mit Zugang von beiden Seiten. |
Die weiße Langhausdecke (Flachdecke) ist durch einen rechteckigen und einen darin enthaltenen runden Stuckrahmen gegliedert. Der runde Rahmen umschließt eine Heilig-Geist-Taube aus Stuck. In einer Johanneskirche hat die Darstellung des Heiligen Geistes natürlich einen Bezug zur Taufe Jesu. Nach Lukas 3, 22 kam "der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab, anzusehen wie eine Taube". Deshalb wird der Hl.Geist in der Kunst (aufgrund einer Empfehlung des Konzils von Nicäa im Jahr 325) als Taube dargestellt. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt.
An der Stelle von Seitenaltären befinden sich zwei Plastiken aus dem 15. bzw.17. Jh., die -wie erwähnt- außerhalb der Kirche aufbewahrt und nur zu den wenigen Gottesdiensten (sowie dankenswerterweise auch für diese Webseite) in die Kirche gebracht werden:
| Links eine gekrönte Madonna mit dem nackten Kind auf dem rechten Arm und einem Szepter in der Hand (um 1500). Jesus hebt die rechte Hand segnend empor und hält die den Reichsapfel in der linken Hand. Krone, Szepter und Reichsapfel waren die königlichen Insignien des deutschen Kaiserreichs. Maria ist mit einem roten Kleid und einem blauen Mantel gekleidet. Dies sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung. Im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli. Das Jesuskind segnet mit dem (westlichen) Segensgestus, dem nach oben gestreckten Daumen, Zeige- und Ringfinger und den zurückgebogenen restlichen Fingern. Die drei gestreckten Finger weisen auf die Dreifaltigkeit, die beiden geknickten Finger auf die beiden Naturen Christi (göttlich und menschlich) hin. |
Auf der rechten Seite hängt eine Schale (Durchmesser 38 cm) mit dem abgeschlagenen Haupt von Johannes dem Täufer. Diese spätgotische Darstellung erinnert an den Bericht über den Tod des Johannes im Markusevangelium (Mk 6,14-29). |
| Hinweise: Johannes der Täufer erhielt seinen Beinamen, weil er Jesus am Jordan (Lk 3,24) taufte. Von König Herodes Antipas wurde er gefangen genommen, weil der ihm die unrechtmäßige Verbindung mit seiner Schwägerin Herodias öffentlich vorgehalten hatte. Die hasserfüllte Herodias bewegte ihre Tochter Salome, als diese dem von ihrem Tanz entzückten Vater einen Wunsch äußern durfte, Johannes' Haupt zu fordern. Er wurde enthauptet, Salome brachte der Mutter das Haupt auf einer Schale (Mk 6, 14 - 29). |
| Die Holzempore mit südwestlichem
Aufgang ist naturbelassen. An der Emporenbrüstung und den Seitenwänden
hängen schöne Kreuzweg-Stationsbilder
aus der 2. Hälfte 18. Jh. Sie kamen so gegen 1905 von Unterweilbach
in diese Kirche. In der Zwischenzeit wurden die Bilder renoviert. Es handelt
sich um 58 x 47 cm große Ölgemälde (auf Leinwanduntergrund)
aus der 2. Hälfte 18. Jh. Einige Stationen (z.B. Kreuzabnahme) stammen von
Anton Huber, Dachau um 1840 neu gemalt. Hinweis: In der Fastenzeit wird in sogenannten Kreuzwegandachten der Leidensweg Jesus anhand der Bilder in der Kirche betend und meditierend "nachgegangen". Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier... |
Die Kirche hat keine Orgel.
Ob die innere Kirchentür noch diejenige ist, die der Dachauer Schreiner Michael Prugger (aus der Kistlerdynastie Prugger) 1711 gefertigt hat, ist mir nicht bekannt.
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen,
Amperland 1985
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Robert Böck,
Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Fenster 1630)
Dr.Peter Dorner, Der Abtransport
der Dachauer Glocken 1917, Amperland 1994/2
Frau Fischhaber, Oberweilbach, 2002
Franz Thaler, Unterweilbach feiert 1200jähriges Bestehen, Röhrmooser
Heimatblätter Okt.2004
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Georg Otteneder, Unterweilbach, 2005
19 Bilder: Hans Schertl
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7.2.2010