Landkreiskarte
ausführliche
Beschreibg. Kirchen
i.d.Gem. Bergkirchen
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Filialkirche St. Jakob in OBERBACHERN
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Der Ort "Pahhara" (am Bach) wurde erstmals im Jahre 763 urkundlich erwähnt. Bachern gehört somit zu den ältesten Ansiedlungen im Landkreis Dachau. Eine Kirche in Bachern wird erstmals in einer Gerichtsakte aus dem Jahr 824 erwähnt. In der sog. "Konradinischen Matrikel" aus dem Jahre 1315 zählt Oberbachern zu den vier Filialkirchen, die zur Pfarrei Bergkirchen gehört haben. Auch heute noch gehört Oberbachern zu dieser Pfarrei.
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Restaurierungen sind aus den Jahren 1879, 1908,1923 und 1977 überliefert.
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Der Innenraum ist mit vielen Stuckarbeiten (von Augustin Pältl, 1726) geschmückt. Der Hochaltar stammt aus der ehemaligen
"Job-Kapelle" der Pfarrkirche von Bergkirchen. Er wurde 1726 von Bartholomäus
Schuhpaur hier aufgestellt und 1963 durch Architekt Max Gruber aus Bergkirchen
neu gestaltet. Auch die beiden Seitenaltäre sind
schon rd. 300 Jahre alt. Die
Figurenausstattung an den Altären und Wänden entspricht dem
ländlichen Milieu von Oberbachern in den letzten Jahrhunderten. |
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Die schöne barocke Korbkanzel (Ende 17. Jh) stand alten Überlieferungen
zufolge früher in Tödtenried.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Der
Ort "Pahhara" (Siedlung am Bach) wurde urkundlich erstmals vielleicht
im Jahre 763, ganz sicher aber 777 in einer Schenkungsurkunde vom 17.Mai
an die Freisinger Bischofskirche erwähnt und ist damit eine der ältesten
Gemeinden im Landkreis Dachau. Ein Mann namens Pircho, seine Gattin Perhtcunda
und sein Sohn Oadalcrim schenken ihren Besitz in Pahharun (Bachern) dem Bistum
Freising. Am 11.Juni 823 übergab ein Diakon Engilman die Hälfte seines
Besitzes in Pacharun (Urk.Nr. 507 der Freisinger Traditionen).
Auch die Urkunde aus der Zeit zwischen 926 und 937 in der ein Tausch von Bischof
Wolfram und dem Edlen Meginhart beschrieben wird (Bischof tauscht 1 Kolonie
und eine Magd zu Isen gegen 2 Kolonien und eine Magd in Bachern), ist noch nicht
eindeutig zuzuordnen. Eine Unterscheidung in Ober- und Unterbachern wird erstmals
aber erst in einer Scheyerner Klosterurkunde getroffen, die in die Zeit zwischen
1186 und 1199 zu datieren ist. Damals trat ein Dienstmann des Pfalzgrafen Friedrich
von Wittelsbach in das Kloster ein und brachte als Mitgift ein Gut ein, das
"in superiori Pacharn", im oberen Bachern lag.
Die frühen Urkunden sind zeitlich nicht genau zu bestimmen, weil darin
nicht das Erstellungsdatum, sondern oft nur der jeweils regierende Freisinger
Bischof genannt ist. Manchmal ist der Zeitraum weiter einzugrenzen, wenn Lebensdaten
der beim Vertragsabschluss anwesenden Zeugen bekannt sind.
Geschichte der Kirche
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Erste Kirche |
Sunderndorfer'sche Matrikel von
1524
In der Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 wird erstmals das Patrozinium der Kirche genannt
("s.Jacobi in Bachern").
Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz
von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation,
eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte
durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517)
entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur
Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation
wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation
der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer
und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen
Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer (der in Bergkirchen hatte 12 Kinder) sowie Umfang und Qualität
ihrer religiösen Kenntnisse. Im Bericht über die Pfarrei Bergkirchen
ist auch die Filiale "s.Jacobus in Oberpachern" erwähnt. Das
Einkommen der Kirche (neben dem der Pfarrei) betrug 6 Pfund 8 Pfennige, 3 Pfund
Wachs und 1 Gulden. Davon mussten sie einen Jahrtag mit 4 Priestern ausrichten
("Miessen davon ain jartag ausrichten mit 4 priestern"). Die Ausgaben
für Öl und Wachs betrugen 3 1/2 Gulden. Der Rest wurde gespart ("Was
uberbleibt legen sy in stockh"). Die Kirchenrechnung erstellte der Pfleger
zu Dachau. Er erledigte diese Arbeit kostenlos ("hat verdigs jars weder
er noch pfarrer nichts genommen"). Im Außenbereich der Kirche fanden
die Visitatoren eine neue Mauer um den
Friedhof ("haben neulich ain guete
maur umb den freithof gmacht"). Im Inneren der Kirche standen 2 Altäre
und ein Sakramentshaus mit Ewigem Licht. Der
Satz "Babtismus ist bei der Pfarr", bedeutet, dass die Kinder nicht
in Deutenhausen, sondern in der Pfarrkirche von Bergkirchen getauft
wurden. An
liturgischen Geräten waren vorhanden: zwei Kelche mit mit Corporale , ein
Messbuch und drei Messgewänder ("ain guet und zwei allte"). Weiter
heißt es: Wird an jedem 2.Sonntag, an den anderen 12 "Pottentäg"
und an allen Marienfesten ("Frauen täg") gesungen (!). Dem Pfarrer
wurde bescheinigt, dass er sich noch an die alten Kirchenbräuche halte.
Dazu gehörte wohl auch, dass die besitzenden Gläubigen am Kirchweihfest
spenden mussten: Ein (Voll)Bauer zahlte 24, ein Huber 12 und ein Söldner
6 Heller. Der Bericht
über Oberbachern schließt mit dem Satz "sonst kain mangel".
Wenn Sie ganzen Bericht über die Pfarrei Bergkirchen -in heutigem Deutsch-
lesen möchten, klicken Sie
hier...
Schon vor dem 30jährigen Krieg standen einige Reparaturen am Gotteshaus an. In der Kirchenrechnung von 1630 sind die dringensten Reparaturen aufgelistet: "heraussen an der Khürchen die Sohnnen uhr renoviern Zlasßen", innen "Unser lieben frauen und St.Anna seiten Altar Zu Renoviern". Dazu war sollten die Gläubigen mit einer Extrasteuer beitragen. Ob die Maßnahmen angesichts des Schwedeneinfalls zwei Jahre später tatsächlich durchgeführt wurden, ist mir nicht bekannt.
Neubau 1726
Von der Vorgängerkirche des jetzigen Gotteshauses
in Oberbachern, wissen wir nur, dass im Jahre 1630, also zwei Jahre vor
dem Einfall der Schweden in unser Land, der Kistler Hans Stuter die Fensterrahmen
neu angefertigt hat. Pfarrer Scheffler aus Bergkirchen beschrieb diese Kirche
um 1720 als sehr klein; sie gleiche einem Turm, wie ihn früher die
Römer als Wachturm gebaut hätten. Zudem sei sie sehr alt und baufällig.
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Pfarrer Scheffler, der Auftraggeber der Fischerkirche in Bergkirchen, veranlasste auch den Bau der heutigen Kirche von Oberbachern. Am 21.3.1722 wurde ein Bittgesuch der Gemeinde um Genehmigung eines Neubaues eingereicht. Zwischen 1722 und 1726 baut der Dachauer Maurermeister Gregor Glonner (der Vater von Anton Glonner), der auch in Bergkirchen und später in Rudelzhofen, Bogenried und Großberghofen tätig war, diese Kirche neu auf. Der Turm blieb noch mehrere Jahre ungedeckt. 1726 fertigte Augustin Pältl aus Bergkirchen den Stuck, der zwar nicht üppig ist, aber doch etwas reichhaltiger ausgefallen ist, als in den Kirchen der Umgebung. Der Schreinermeister Nikolaus Prugger, der bei mehreren Kirchenbauten im Landkreis mitwirkte (Sulzrain, Dachau-St.Jakob, Breitenau) lieferte 1726 zwei Türen, erstellte 1731 die Kanzeltür und die Kanzelstiege, das Antependium (Altarvorsatz), die Stufen zum Hochaltar und zwei Hochaltarportale, wie sie bei einem Barockaltar üblich waren. Die Schlosserarbeiten erledigte Georg Spitzer aus Dachau. Bis 1729 beliefen sich die Baukosten auf 1113 Gulden, das entspräche heute dem Wert von rd. 250.000 Euro, wenn man die Handwerkerlöhne von damals und heute miteinander vergleicht.
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Beschreibung 1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über Oberbachern ist zu lesen, dass dort 160 Gläubige in 28 Häusern
lebten. St.Jakobus galt als Hauptfiliale des Cooperators der Pfarrei Bergkirchen.
Zur Kirche schrieb Mayer: "Erbauungsjahr unbekannt. Ursprünglich gothisch,
später verzopft (barock). Geräumigkeit genügend. Baupflicht
(am Gotteshaus) hat die Kirche, am Cemeterium (Friedhof) die Gemeinde.
Kuppel-Thurm mit 2 Glocken. Patrozinium am Sonntag vor Jakobi (vor 25.7.).
Drei Altäre. Keine Orgel. Friedhof ohne Capelle. Gottesdienste an den Sonntagen
abwechselnd mit Deutenhausen, außerdem an allen Hauptfesten. Stiftungen:
6 Jahrtage, 2 Jahrmessen, 4 Quatembermessen (Quatembersonntage
sind: 1.Fastensonntag, Pfingsten,
3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag). Am Fest Peter und
Paul (29.6.) Procession um die Felder cum Sanctissime (mit dem Allerheiligsten).
Meßner ein Gütler. Vermögen 7756 Gulden".
Restaurierungen erfolgten bereits 1879, 1908,1923 und 1963. In den Jahren 1978-1979 wurde das Mauerwerk saniert, außen neu verputzt, der Turm mit Schindeln gedeckt und das Kreuz vergoldet. Zugleich wurde das Vorhaus erneuert.
Die Kirche steht im nordwestlichen
Teil des Dorfes inmitten eines ummauerten Friedhofs. Josef Burkhart, Bergkirchner
Pfarrer und Chronist beschrieb die Kirche im Jahr 1948 als "unansehnlich,
klein, den Bedürfnissen der Filiale gerade ausreichend". Die Größe
ist zwar heute noch die gleiche, doch sie hat inzwischen durch Renovierungen
erheblich an Schönheit gewonnen und sie reicht inzwischen für die
Bedürfnisse der immer weniger werdenden Kirchenbesucher leicht aus.
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Der Chor (5,20 x 8,5 Meter) ist
nur gering eingezogen
und schließt halbrund.
Das Missionskreuz
wurde von der Südseite entfernt, restauriert und am Giebel des Vorhauses
angebracht. |
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
Innenausstattung
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Der Innenraum ist mit Stuckarbeiten (von Augustin Pältl) geschmückt. Sie wurden im Langhaus 1955 originalgetreu erneuert. Blickfang ist eine große stuckierte Muschel in der halbrunden Apsis des Chores über dem Hochaltar. Sie erinnert an den Kirchenpatron Jakob. Die Muschel wurde zum Attribut von St.Jakob, weil Pilger an seinem Grab in Santiago de Compostela am Mantel oder am Hut eine Muscheldarstellung als Pilgerabzeichen mitbrachten. Die Mitte des Chorgewölbes ziert ein vierpaßförmiges Stuckrahmenfeld. |
Der barocke, schwarz-gold gefasste Hochaltar stammt aus der ehemaligen "Job-Kapelle" der Pfarrkirche von Bergkirchen (andere Quelle: war der alte Hochaltar von Bergkirchen) und ist wohl um 1700 entstanden. 1726 ist er von Bartholomäus Schuhpaur hier aufgestellt worden. Johann Friedrich Scheffler (ein Verwandter von Pfarrer Scheffler ?) fasste ihn damals neu (zuvor war er ganz schwarz gestrichen). 1963 gestaltete der Architekt Max Gruber aus Bergkirchen den Altar um. Max Gruber hat sich auch bei der Erforschung der Geschichte der Kirchen im Dachauer Land und insbesondere der Erfassung der darin tätigen Künstler große Verdienste erworben.
Das Hochaltarblatt, in dem der Kirchenpatron St.Jakob als Prediger dargestellt wird, wurde von dem Kunstmaler Richard Huber aus Dachau 1960, fünf Jahre nach dem Deckenfresko, gemalt. Mehr zu Richard Huber finden Sie hier..| Hinweis: Jakobus der Ältere, der Patron der Kirche in Oberbachern war der Sohn des Fischers Zebedäus und der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Er zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde; Jakobus war somit der erste Märtyrer unter der Aposteln (Ap 12, 1-2). Der Legende nach setzten Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien, im Nordwesten Spaniens strandete. Dort wurde er begraben. 800 Jahre später, zur beginnenden Reconquista (Rückeroberung des maurischen Spaniens durch die Christen) entdeckte König Alonso II das Grab wieder und baute eine Kirche darüber. Bald begann die Wallfahrt und Santiago de Compostela wurde eines der größten Wallfahrtszentren des Abendlandes. Durch ganz Europa führten feste Wallfahrtswege dorthin; bis ins 15. Jahrhundert zog der Ort mehr Pilger an als Rom oder Jerusalem. St.Jakob erhielt seine Attribute (Pilgerkleidung und Muschel) erst im 13.Jh. Die Pilger erhielten am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war. Zuvor war Jakobus meist mit einer Schriftrolle abgebildet. |
| Hinweis: Engel (von griechisch angelos = Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen |
| Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind. |
| Zwischen den Wendelsäulen des Altars stehen als Assistenzfiguren zwei Heilige, die als Pestpatrone verehrt werden. Die Figuren wurden schon um das Jahr 1600 geschnitzt. | Der hl.
Sebastian am Marterbaum von Pfeilen durchbohrt (links) und der hl. Rochusmit Pestbeule am rechten Fuß, Pilgerflasche, Pilgerstab in der Hand und zu seinen Füßen einem Hund mit Broten im Maul. |
| Hinweise:
Rochus (1295-1327) trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank (Pestbeule am Oberschenkel), zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert. Rochus wird in einigen Gegenden zu den 14 Nothelfern (zuständig für Bein- und Knieleiden) gerechnet Pilgerflaschen (lat.curcurbita=Kürbis) waren meist birnenförmige Gefäße, die am Rand zum Durchziehen einer Tragekordel mit Ösen versehen sind. Ursprünglich bestanden sie aus einem ausgehöhlten und getrockneten Flaschenkürbis, später auch aus anderen Materialien. Da die Pilger auf ihrer Wanderschaft zu den großen Wallfahrtsstätten der Christenheit oft menschenleere Gebiete durchquerten, führten sie in der Pilgerflasche immer einen Labetrunk mit sich. Vom Wallfahrtsort wurden dann meist mit geweihtem Wasser gefüllte Pilgerflaschen nach Hause mitgebracht. Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Beide Heiligen könnten auf eine Pestepidemie hindeuten und auf eine damals bestehende Sebastiani-Bruderschaft. |
| Der Tabernakel ist an der Frontseite mit vergoldeten Reliefs versehen. Umrahmt von Weinreben und Getreideähren (Sinnbild für Wein und Brot) ziert ein Kreuz die Mitte der Tabernakeltüren. Daneben sind die griechischen Buchstaben A und O (Alpha und Omega) eingraviert. Diese beiden Zeichen sind der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Sie beziehen sich auf Kap.1 Vers 8 der Offenbarung: "Gott der Herr sagt, ich bin der Erste und der Letzte, der ist und der war und der kommt, der Herr der ganzen Welt." Die |
| Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
| Im Altaraufsatz ist seit 1960 in einem Glasschrein mit Muschelkalotte eine kleine Marienfigur nach Art des Ettaler Muttergottesbildes angebracht (früher in Bergkirchen). Die Figur ist mit einem goldbestickten Stoffmantel bekleidet. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Krone. Der Glasschrein steht unter einem modellierten Baldachin mit Quastenvorhang und einer großen Königskrone als Spitze. So bildet das Gesamtwerk ein Dreieck, das in Kirchen meist auf die Dreifaltigkeit hindeutet. An der Wand umrahmen ein Strahlenkranz und die erwähnte große, das Bild des Altarraums prägende Stuckmuschel den Schrein. | ||
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Im Altarraum steht noch ein schöner alter Beichtstuhl im barocken Stil, der vor nicht allzu langer Zeit renoviert worden sein dürfte. Er wird durch ein großes Kreuz gekrönt. |
| Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück. |
| Am Eingang zur Sakristei ist die Chorglocke (Durchm. 10 cm) mit kunstvoll geschmiedetem Gestänge und einer breiten, mit Stickereien verzierten Borte als Glockenzug angebracht (um 1900). | Hinweis: Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten. |
Glasmalereien
an den Kirchenfenstern im Altarraum
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Die Kirchenfenster im Chorraum
sind von einem Stuckrahmen umgeben und mit Glasarbeiten über die Heiligen Anna
(Buch und Tochter Maria), Josef (Lilie, Zimmermannsaxt), Notburga (Getreideähren
und Sichel) und Leonhard (Vieh,Kette,Abt-Stab) gestaltet. Die Fenster wurden
um 1935 von der Familie Gasteiger aus Oberbachern gestiftet und vom Glasmaler
Syrius Eberle aus Dachau geschaffen.
mehr über Syrius Eberle, der viele Kirchen des Landkreises verschönert
hat, erfahren Sie hier...
| Hinweise:
Anna war nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts die Mutter von Maria und somit die Großmutter von Jesus. Ähnlich wie Hanna (1. Samuel 1-2) soll sie Maria erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe geboren haben. Deshalb wird sie in der Kunst als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch dargestellt. Das Buch deutet auf die Legende hin, dass sie ihrer Tochter Maria das Lesen beigebracht haben soll. Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. Die in Bayern ungemein beliebte Notburga war eine Bauernsmagd aus Tirol, die der Aufforderung des Bauern, auch nach dem Gebetläuten noch auf dem Feld zu arbeiten, nicht nachkam und die Sichel in die Luft hängte. Sie ist eine der wenigen Heiligen, die aus ganz einfachen Verhältnissen kam und kein geistliches Amt innehatte. Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. |
Ewig-Licht-Ampel
An der linken Seite des Altarraums hängt die prachtvolle neuromanische Ewig-Licht-Ampel aus getriebenem Messingblech, das versilbert wurde (2.Hälfte des 19.Jh). Getrieben bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde. Schon um 1670 war eine Ewig-Licht-Ampel erworben worden. Pfarrer Johann Lechner hatte dazu 200 Gulden (!) aus eigener Tasche dazugegeben. Es war wohl ein wertvolles Schmuckstück.| Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet: Johanniter-Ritterorden hatten das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. |
Die Kirche hat keinen Zelebrationsaltar (Volksaltar); die hl. Messe muss vom Priester wie in vorkonziliaren Zeiten mit dem Rücken zum Volk gelesen werden.
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Die Reform erreichte aber noch nicht alle Kirchen. |
Das
Langhaus wird von vier oben abgerundeten und zwei kleineren, kreisrunden Fenstern
erhellt.
Die an den Seiten abgeschrägt Decke ist mit einem großen Gemälde und vielen
durch Stuckrahmen gebildete geometrischen Feldern und Blumenornamenten in mehreren
Pastellfarben verziert. Ob der Stuck aus der Zeit um 1920 oder noch aus der
Erbauungszeit um 1726 stammt oder 1920 nur restauriert wurde, vermag ich nicht
zu sagen (unterschiedliche Quellen).
| Das
Deckenfresko im Langhaus
wurde von Richard Huber 1955 gemalt. In ihm ist der Kirchenpatron St.Jakob
dargestellt. Bauernsleute bitten ihn um eine gute Ernte oder danken ihm
dafür. Im Hintergrund eine Ortsansicht von Oberbachern. Mehr über den Dachauer Maler Richard Huber erfahren Sie hier... |
Die beiden zweisäuligen Seitenaltäre
stammen wohl aus dem späten 17.Jh und wurden bei ihrer Aufstellung 1725/26
und nochmals in den 1950er-Jahren umgearbeitet. Sie sind rot-beige marmoriert
und teilvergoldet.
Ein Seitenaltar kommt wie der Hochaltar aus Bergkirchen, der zweite aus
Palzing bei Freising.
| Der linke Seitenaltar ist ein Marienaltar. Mittelpunkt ist eine lebensgroße Muttergottesstatue, die auf dem linken Arm das Jesuskind trägt und in der Rechten ein Zepter hält. Ihre Miene macht einen "etwas grantigen Eindruck". Sie stammt noch aus gotischer Zeit und wurde wohl um 1480 geschnitzt. | Assistenzfiguren sind Statuen des hl. Antoniusmit Buch, dem man aus Platzgründen den linken Arm abgenommen hat (links) und des hl. Franziskusmit Kreuz und Wundmalen (rechts am Chorbogen). Beide Figuren stammen wie der Altar aus der Zeit um 1700. |
| Hinweise:
Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich
gegen die damaligen Häretiker
(Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua
1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach
wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten
sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige
und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet.
Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit
seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern
nur mit seinem Eigentum. Antonius
wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen
und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei
Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete
er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die
zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und
es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem
Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie
verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte.
Der hl. Franziskus entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen. |
Im Auszugsbild ist eine heilige Klosterfrau dargestellt. Sie hält ein Buch und einen Pfeil in der Hand. Über ihr schwebt als eine Art Vision das Bild des Gekreuzigten. Bei der dargestellten Heiligen dürfte es sich um Theresia von Avila handeln. |
| Hinweis: Die hl. Theresia(1515-1582) war Klosterfrau bei den Karmelittinen und erlebte eine Reihe von Visionen. Ihre Schriften bezeugen Teresa als Mystikerin von einer nie zuvor oder danach erreichten Tiefe des Erlebens. "Das große Buch von der Erbarmungen Gottes", "Der Weg zur Vollkommenheit", "Die Seelenburg", ihre Autobiografie und mehr als 400 erhaltene Briefe begründen das ihr zugemessene Prädikat der Kirchenlehrerin. Der Pfeil erinnert an die "Transverberation", (mystischer Ausdruck für die Durchbohrung des Herzens durch einen Engel), die sie ständig körperliche Qualen erdulden ließ. |
| Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Leonhardgeweiht, dessen Statue aus dem 18.Jh. in der Mittelnische des Altars steht, ausgestattet mit den typischen Attributen Abtsstab, Ketten und Rind. Früher hatte diese Figur ihren Platz weiter links am Chorbogen und richtet deshalb den Blick zum Fenster. | Nach Meinung von Kirchenbesuchern macht der Kopf dieser Figur des Bauernheiligen einen sehr korrekten, "beamtenmäßigen" Eindruck. Vergleichen Sie selbst, ist das der Kopf eines Beamten oder Buchhalters ? |
| Auf dem rechten Seitenaltar sind keine Assistenzfiguren vorhanden. Im Auszug ein Bild des hl. Ulrich von Augsburg mit wallendem Bart, im Bischofsornat und mit einem Fisch in der rechten Hand (2.Hälfte des 19.Jh). Zu beiden Seiten des ovalen Bildes zwei Anbetungsengel. |
| Hinweis: Der hl. Ulrich (890-973) war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über die räuberischen Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. Zum Dank verlieh ihm Kaiser Otto I. das Münzrecht für Augsburg. Ulrich baute dann die von den Ungarn zerstörten Klöster und Dörfer seines Gebiet wieder auf. Er selbst lebte bescheiden. Als er starb, wurde er mit dem Teppich, auf dem er auf der Erde zu schlafen pflegte, begraben. Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des Herzogs, dem Ulrich Unrecht vorgehalten hatte, einen Brief brachte. Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des Bratens, ein Gänsebein. Der Bote brachte dies dem Herzog, um den Bischof nun seinerseits des Unrechts überführen zu können, dass er am Freitag Fleisch esse; als der Herzog das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt |
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Die schwarz-gold gefasste Barock-Kanzel mit Schalldeckel stammt aus dem Ende des 17. Jh und kommt -alten Überlieferungen zufolge- aus Tödtenried.
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Hinweise:
Kanzel: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.
Die sieben Gaben des Heiligen Geistes gehen auf die Weissagung des alttestamentlichen Propheten Jesaia zurück, der zunächst sechs Gaben des messianischen Reiches vorausgesagt hat: "Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht" (Jes. 11,1.2).Die siebte Gabe der Frömmigkeit wurde-wohl wegen der "heiligen Zahl 7"- später hinzugefügt. Der Hl.Geist war in den ersten Jahrhunderten des Christentums häufig als Person in Menschengestalt dargestellt worden, wie dies heute noch bei Gottvater der Fall ist. Seit dem Konzil von Nicäa (325) wird er zunehmend als Taube abgebildet. Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. IHS-Gloriole: Auf ihr prangt ein Kreuz mit dem Jesusmonogramm IHS. Diese Buchstaben können auf zwei Arten gedeutet werden: Einerseits sind es die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden. |
| An der Südwand gegenüber der Kanzel hängt das sog. Kanzelkreuz, ein großes Kruzifix (um 1600 ?); der Corpus am Kreuz lässt das Leiden, das dem Tod am Kreuz vorausgegangen ist, nicht erkennen. Insbesondere die feine, nur wenig verletzte Haut ist ungewöhnlich. | Darunter steht eine
Marienfigur (Mater dolorosa). Üblicherweise wird sie vom Künstler
mit einem Schwert dargestellt, das die von Simeon angekündigten Schmerzen
versinnbildlicht. Hier in Oberbachern fehlt das Schwert. Der Gesichtsausdruck
und die über der Brust gekreuzten Hände weisen sie aber als Mater
dolorosa (Schmerzensmutter) aus. Sie ist in ein Gewand mit den "traditionellen
Marienfarben" rot-blau-gold gehüllt. Ihr Kopf wird von einer barocken
Krone bedeckt (Himmelskönigin); um ihr Haupt ein Kranz von 12 Sternen
als Hinweis auf die apokalyptische Frau aus Kap 12, Vers 1 der Offenbarung
des Johannes: (eine Frau ... mit einem Kranz von 12 Sternen um das Haupt...).
Die Kreuzigungsgruppe wurde 1726 vom Dachauer Maler Johann Georg Hörmann (1672-1749) gefasst. |
| Hinweis:
Kanzelkreuz Das Kruzifix an der Südwand wird Kanzelkreuz genannt, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
Unter der Empore steht eine
Gipsfigur des hl. Konrad von
Altötting aus der Zeit um 1935.
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Kreuzweg-Stationsbilder fehlen in der Kirche. Sie sind in Bergkirchen zwischengelagert. Die 14 Bilder wurden von Th. Driendl aus München um 1850 gemalt (Ölfarbe auf Leinwand; Größe: 91 x 67 cm). |
| Auch die Prozessionsfahne in graubrauner Farbe, dürfte diesem Zweck dienen. Sie ist mit einem eingestickten Kreuz mit aufgehender Sonne geschmückt; ein Zeichen für die Auferstehung von den Toten. |
| An den Kirchenwänden sind Apostelleuchter vor schönen Apostelkreuzen angebracht. Die Leuchter bestehen aus lackiertem Holz (um 1900). Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems. |
Im Jahre 1920 erfolgte der Einbau der Empore. Sie ruht auf zwei mit Kapitellen geschmückten Holzpfeilern und ist an den beiden Außenseiten nach vorne geschwungen. Die Emporenbrüstung ist -zum Deckenschmuck passend- durch gerahmte, weiß getünchte Felder gegliedert.
| Die Kirche besitzt keine Pfeifenorgel; das schon etwas altersschwach klingende Harmonium von 1976 (Typ Techheim) wurde im Jahre 2004 durch eine moderne elektronische Orgel (10.500 Euro) ersetzt. |
| Im Vorhaus erinnert
eine große Gedenktafel aus
Stein an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Ebenfalls im Vorhaus steht der neue kupferne Weihwasserkessel, der 2005 angeschafft wurde. Am Kesselmantel ist das Christusmonogramm mit den ineinander verkreuzten griechischen Buchstaben P und X zu lesen; der abgerundete Deckel ist mit einem Kreuz verziert. |
| Hinweis: Das Christusmonogramm besteht aus zwei griechischen Buchstaben, dem chi (das ist das "X") und dem rho (das ist das "P") und bezeichnet damit die ersten beiden Buchstaben des Titels "Christus" = der Gesalbte. Unter diesem Zeichen hat Kaiser Konstantin übrigens die Schlacht an der Milvischen Brücke gewonnen. Dies war ein Grund für die Befreiung des Christentums von der Verfolgung. |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (84, 493, 507,
656b, 675, 732, 1058, 1185, 1285)
Josef Burkhart, Chronik von Bergkirchen, 1948
Max Gruber,
Die Dachauer Schloßmaurerfamilie Glonner, Amperbote 1966
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen und Adelsgräber - Denkmalpflegerische
Aufgaben,1975, ZBLG 38, S.1142-1158 (UrkNr)
Dachauer Neueste 1979
Max Gruber, Werkverzeichnisse der Dachauer Maler Johann und Johann Georg Hörmann,
Amperland 1980/4
Georg Brenninger, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1982
Max Gruber, Im Amperland tätige Schlosser und Spengler, Amperland 1985/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Ober- u.Unterbachern im Mittelalter, Amperland 1994/4
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht
Dachau, 1996 (Baumaßnahmen 1630)
Maria Thanbichler in der Schriftenreihe "Die Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen",
2001
Dachauer Nachrichten 13./14.11.2004, 3.8.2005
43 Bilder: Hans Schertl
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27.6.2010