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Pfarrkirche St. Peter in AMPERMOCHING

KelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischzur Kirchentürmehr über St.Petrus

Für Navi-Nutzer: 85241 Hebertshausen, Kirchenstraße 2Turm
Lage der Kirche auf der Landkarte ...

Kurzbeschreibung

Die Pfarrkirche St. Peter in Ampermoching, der am frühesten urkundlich bezeugten Siedlung im Landkreis Dachau (748), dürfte wohl schon vor der ersten Jahrtausendwende bestanden haben.

Urkundlich wird sie erstmals 1315 in der Konradinischen Matrikel mit den Filialkirchen Unterweilbach und Sulzrain erwähnt. 

Der jetzige Bau stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Das Langhaus könnte älter sein (1.Hälfte des 13. Jh); es wurde 1839 nach Westen verlängert.


St.Petrus am Hochaltar

Der Chor mit Dreiseitabschluss ist nur wenig eingezogen.
Der 26 m hohe
Turm gewinnt eine besondere Bedeutung durch seine Stabwerkgliederung, durch die er sich aus dem Durchschnitt der Dorfkirchen im Landkreis heraushebt.
Im Turm hing bis Mitte des 20.Jh noch eine sehr alte Glocke, die 1560 in der Münchner Glockengießerei Wolfgang Steger & Sohn hergestellt worden war. Diese Glocke wurde verkauft, weil ihr Ton nicht zu den neu angeschafften Glocken passte.

Innenausstattung

Der Chor besitzt ein schönes Netzgewölbe.

Das Deckenfresko im Kirchenschiff "Christus übergibt Petrus die Schlüssel" schuf im Jahre 1953 der Dachauer Künstler Richard Huber.

Die Einrichtung stammt größtenteils aus der Zeit um 1670. Besonders prächtig ist der frühbarocke Hochaltar, mit vier mit Weinlaub berankten Säulen. Dazwischen thront eine hervorragende Figur des heiligen Petrus, des Patrons der Kirche.

Die Seitenaltäre haben keine Altaraufbauten (Retabel). An deren Stelle befinden sich zwei große Figuren.

Schalldeckel der KanzelApostelleuchterApostelleuchterKanzelKreuzwegstationenKanzelkreuzMater dolorosaBildKreuzwegstationenNetzgewölbe im ChorAnbetung der WeisenSt.PetrusGewölbekonsoleTabernakelAufsatz  Vergrößerung von Details (Kanzel, Hochaltar, Seitenaltäre) per Mouseklick

Der rotmarmorne Taufstein aus dem 18.Jh wird von einer Täufergruppe gekrönt.

Die prächtige Kanzel, stammt aus der Zeit um 1670.

In der Nähe der Empore hängen an der Süd- und der Nordwand zwei große Bilder mit Darstellungen des hl.Antonius v.Padua und die Anbetung der Weisen (um 1700).

Unter der Empore, an der Rückwand, steht in einer Nische eine Kreuzigungsgruppe mit den ältesten Figuren der Kirche.

Die Orgel  mit 10 Registern (System Kegellade mit mechanischer Traktur und freiem Spieltisch) und zwei Manualen baute der Münchner Orgelbaumeister Franz Borgias Maerz 1882 ein.

Ampermoching hat auch eine Internetseite, auf der Sie die Gottesdienstzeiten erfahren können. Klicken Sie hier....

Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Pfarrkirche St.Peter in Ampermoching auch
als Diavortrag anschauen (nur bei eingeschalteter Script-Funktion). Klicken Sie hier....

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen

 Geschichte:  Matrikel 1315  Matrikel 1524  Visitation 1560  Matrikel 1740  Beschreibung 1874
  Beschreibung 1893  Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben
 Einrichtung:  Altarraum  Apostelleuchter  Baubeschreibung  Beichtstuhl  Bilder im Kirchenschiff
 Choraltar  Chorgestühl  Deckenfresken  Empore  Ewig-Licht-Ampel
 Heiliges Grab  Kanzel  Kanzelkreuz  Kirchenbänke  Kommunionbank
 Kreuzweg  Kreuzigungsgruppe  Mariensaeule  Orgel  Oratorium
 Pfarrhaus  Sakristei  Seitenaltäre  Taufstein  Tabernakel
 Turm  Vortragekreuze  Zelebrationsaltar    Gottesdienstzeiten

Ortsgeschichte

Wann Ampermoching entstand, ist nicht bekannt. Aber bei Grabungen im Jahr 2011 hat man keltische Siedlungsreste (mindestens drei Anwesen) aus der Latènezeit (5. bis 1.Jahrhundert vor Christus) entdeckt. Ampermoching gehört zu den ältesten Orten Südbayerns.

Der Ort ist auch die "am frühesten urkundlich bezeugte Siedlung im Landkreis Dachau", ja sogar in der Diözese Freising. Diese erste Erwähnung, in einer Urkunde des Bistums Freising, datiert vom Jahre 748.
Ampermoching muss bedeutend gewesen sein. Schließlich war es Gerichtsort des Bayernherzogs Tassilo III. und Sitz des hochadeligen Geschlechts der Fagana. Dort schenkte ein gewisser Amilo am 12.Februar 748 seinen Besitz in Wolfertshausen dem Bistum Freising. Herzog Tassilo hat die Schenkung mit eigener Hand bestätigt. Auch die Schenkungsurkunde vom 11.April 816 eines Klerikers aus Inzemoos und die Urkunde über die Übergabe von 5 Unfreien durch die Matrone Engilfrit vom 15.März 825 wurden in Ampermoching ausgestellt.

Später, wohl im 12.Jh., kam Ampermoching zu den Wittelsbachern.

Die Pfarrer von Ampermoching waren Dekane oder Kämmerer des Pfarrkapitels Dachau. Um 1500 herum war Ampermoching mit 40 Höfen eine der größten Siedlung im Dachauer Land (Vierkirchen 28, Haimhausen 25, Hebertshausen 23, Odelzhausen 18, Röhrmoos 17 Höfe). Den 30-jährigen Krieg haben aber nur 12 Höfe überlebt.


Ausschnitt aus der Karte des
Freisinger Geografen
Georg Philipp Finckh von 1655
Ampermoching = Moching


Geschichte der Pfarrei

Matrikel 1315
Die Pfarrei St. Peter in Ampermoching dürfte wohl schon vor der ersten Jahrtausendwende bestanden haben; urkundlich wird sie erstmals 1315 in der Konradinischen Matrikel mit den Filialkirchen Unterweilbach und Sulzrain erwähnt. Auch im zweiten Herzogsurbar (=Güterbeschreibung) von 1330/40 der Wittelsbacher wird in Ampermoching eine Widumsvogtei erwähnt; die Pfarrei Ampermoching besaß also Güter (=Widum), die unter der Aufsichts eines herzoglichen Vogts (=Verwalter) stand. 1344 stiftete Kaiser Ludwig der Bayer aus seinem Besitz zum Unterhalt des Gotteshauses eine Hube (= einen halben Hof). In dieser Urkunde ist der derzeit älteste nachweisbare Pfarrer, Hanns der Prunner, erwähnt. Seither sind 44 Pfarrherrn namentlich bekannt, die fast die gesamte vergangene Zeit abdecken. Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerte sich das Widum, der Pfarrbesitz, durch Jahrtagsstiftungen, Grundkäufe und die Verteilung von Gemeindegründen bis zu einer Größe von 180 Tagwerk (= 60 ha).

Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 ist die Pfarrei unter dem Namen "s.Petri in Moching" enthalten. Das Präsentationsrecht (= Recht, den Pfarrer auszusuchen) stand dem Bischof zu (de collatione Reverendissimi Frisingensis). Pfarrherr war damals Michael Adler aus München; die Seelsorge vor Ort wurde von Vikar Joannes Herl wahrgenommen. Wie schon im Jahr 1315 hatte die Pfarrei auch 1524 die beiden Filialkirchen "B.Virginis in Weilbach" mit Friedhof und "S.Nicolai in Sulzrain" ohne Friedhof. Daneben bestand in Weilheim ein Benefizium; der Benefiziat (und Schlosskaplan) war Mathias Schuhl. Das Besetzungsrecht für das Benefizium lag bei dem Münchner Bürger Schulder. Die Zahl der Gläubigen in der Pfarrei (Communicantes) betrug 270; das war eine durchschnittlich große Pfarrei. Der Bericht schließt mit der Aussage, dass der Pfarrhof renovierungsbedürftig ist.

Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse. Im Bericht über Ampermoching heißt es, Pfarrer sei seit 29 Jahren Sebastian Deckhel. Er sei dem katholischen Glauben in jeder Hinsicht treu geblieben. Da er schon ein ziemlich hohes Alter erreicht habe, sei er "eines ärgerlichen Lebens unverdächtig". Das Pfarrhaus war damals schon recht schön. "Pfarrer hat ain ziembliche feine residentz", heißt es im Protokoll. Die Pfarrei habe 330 Gläubige; alle seien gut katholisch und keine Anhänger der "sectischen Religion". Die Kirche wird als "nit paufellig" beschrieben; sie bedürfe aber eines neuen Dachs.
Wenn Sie an weiteren Details der Visitation interessiert sind, klicken Sie hier...

Bruderschaft

Am 21.7.1628 wurde in der Gottesackerkapelle St.Hypolith eine Bruderschaft vom hl.Rosenkranz gegründet, eingeführt "vom churfürstlichen Rathe und Landschafts-Verordneten Heinrich Schobinger". Die Gründung wurde am 16.11.1628 oberhirtlich bestätigt und zwei Jahre später von der Kapelle zur Pfarrkirche transferiert. Früher existierte auch eine Bruderschaft zur immerwährenden Anbetung d.Allerheiligsten, die aber schon 1870 erloschen war.
Vorher schon, im Jahr 1845, war eine Bruderschaft zum kostbaren Blute Jesu Christi errichtet worden.


Gebet d.Rosenkranzbruderschaft

Dreißigjähriger Krieg
In welchem Ausmaß die Kirche im 30jährigen Krieg Schaden genommen hat, ist mir nicht bekannt.
Sicher ist, dass die Schweden den Pfarrhof niedergebrannt haben. Nach Josef Scheidl ist auch die Zahl der Häuser im Ort von 51 im Jahr 1631 auf 27 (1649) zurückgegangen; übrigens der einzige Rückgang im Zeitraum von 1445 bis 1800. Die Zerstörungen im Dorf waren also erheblich.

Pfarrhofbau 1725
Der im 30jährigen Krieg niedergebrannte Pfarrhof wurde aus Kostengründen nur als Holzbau wiedererrichtet. Wohl in schlechter Bauqualität; denn er war 75 Jahre später schon wieder verfault und wurmstichig.
Deshalb musste
1724 bis 1728 ein neuer Pfarrhof erbaut werden. Den Entwurf dazu erstellte der Münchner Hofbaumeister Johann Bapt. Gunetzrhainer, der auch den Bau überwachte. Die Kosten dafür beliefen sich auf 4.400 Gulden. Diesen hohen Betrag erfahren wir aus den Kirchenrechnungen der Pfarrei Bergkirchen. Denn Ampermoching erhielt zu den Baukosten ein zinsloses Darlehen des Landgerichts Dachau. Dazu mussten alle übrigen Pfarreien beitragen.

In der ersten Hälfte des 18.Jh. waren die Glaser Georg Älbl und Martin Weber des öfteren in der Kirche beschäftigt. 1728 mussten nach einem Hagelschlag 98 Gläser ausgebessert werden. 1733 hatte der Wind ein Rundfenster "zerrissen", wie es heißt. 1749 war die Reparatur zweier Fenster notwendig, die "von Gesindel eingeschlagen" worden waren. Dazwischen lagen noch mehrere Glasreparaturen ohne besondere Begründung in der Kirchenrechnung.

Umbau 1737-39
Im Jahr 1737 muss es eine größere Reparatur der Kirche gegeben haben. Denn in den Kirchenrechnungen sind Ausgaben für die Anfertigung eines neuen Dachstuhls (aus 22 Baumstämmen) und einer neuen Weißdecke sowie der Reparatur des Kirchturms und der Friedhofsmauer vermerkt. Die Dachrinnen waren aus Holz; der Bauer Joseph Sedlmayr aus Durchsamsried spendierte dafür "eine mittlere Eiche". Die Arbeiten führte der Schlossmaurer Gregor Glonner mit acht Gesellen aus. Auch den Choraltar hat man renoviert. Dazu wurde er in Ampermoching abgebaut und nach Dachau zum Maler und Renovierer geschafft; die Helfer erhielten dafür eine Brotzeit. Das wird in der Kirchenrechnung mit folgenden Worten beschrieben: "Bey abtragung des Choraltars umb selben zu renovieren dem Maller uf Dachau zuegefiert werden khönnen und welcher renovation uf das Jahr die Verrechnung beschicht, haben 6 Mann einen halben Tag darmit zu thuen gehabt, denen dan für ihre Mühe bey aldaigen Würth ein Trunkh angeschafft und selben für abgegebenes Bier und Brodt bezalt wordten 1fl 46 kr.")

Matrikel 1740
Gut 200 Jahre später, in der Zeit um 1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und erstellte die nach ihm benannte
Schmidt'sche Matrikel. Über Ampermoching berichtete er: Das Präsentationsrecht (=Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrerstelle) wechselte monatlich zwischen dem Freisinger Bischof und dem bayerischen Kurfürsten (=Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof einen neuen Pfarrer bestellen, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten=ungeraden Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog).
Der Pfarrer besaß neben dem Pfarrhof (mit landwirtschaftlichem Betrieb) in Ampermoching auch ein kleines Gütl in Sulzrain. Das Pfarrhaus war in gutem baulichen Zustand und von großer Zier, doch die Hofgebäude waren reparaturbedürftig. Die Zahl der Gläubigen hatte in den 200 Jahren trotz der Verluste im 30jährigen Krieg kräftig zugelegt. Mit 514 Communicantes hatte sich die Zahl der Seelen -wie auch in anderen Pfarreien im Dachauer Land- seit 1524 mehr als verdoppelt. Die Pfarrkirche, so schreibt er, hebe sich aus dem Kreis der übrigen Landkirchen hervor. Die Kirche hatte auch damals drei Altäre: Der Hochaltar mit Tabernakel war dem Apostel Petrus geweiht. Einer der Seitenaltäre war dem Rosenkranzfest gewidmet. An ihm feierte die 1628 gegründete Rosenkranzbruderschaft ihre Gottesdienste. Der andere Seitenaltar hatte Johannes d.Täufer als Patron. Das Kirchweihfest wurde am Sonntag vor dem Fest der Heiligen Simon und Judas (28. Oktober) gefeiert. Eigens erwähnt wird, dass in der Kirche Taufstein und die Heiligen Öle und in der Sakristei genügend Messgewänder vorhanden waren. Um die Kirche lag der Friedhof mit Grabstätten und Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer und der Hofmarksherr von Schönbrunn, das war übrigens 1740 der bayerische Kanzler Baron Franz Xaver v.Unertl. Das Vermögen der Kirche betrug 2000 Gulden. Das war für damalige Zeiten ein sehr hoher Betrag.

Kirchenerweiterung 1838/41
In der Zeit um 1840 wurde das Kirchenschiff in wesentlichen Teilen neu gebaut und dabei erweitert. Aus den Kirchenrechnungen ergibt sich, dass rd. 27.000 Ziegelsteine verbaut wurden. Die Arbeiten wurden von der Baufirma Hergl aus Dachau in der Zeit vom 7.Mai bis 3.August 1838 erledigt (591 Gulden), die Zimmererarbeiten bis 15.September 1838 von Andreas Höß (226 fl.).

Beschreibung 1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über die Pfarrei Ampermoching schreibt er, sie habe 707 Seelen in 99 Häusern und einen Umfang von 3 1/2 (Geh-)Stunden.
Die Pfarrkirche sei geräumig. Im Sattel-Thurm hingen "vier Glocken, wovon nur eine älter, aber ohne (kunsthistorische) Bedeutung sei". Im Inneren befänden sich drei Altäre; auf der Empore stehe eine Orgel mit 6 Registern. Baupflicht an der Kirche habe die Pfarrei, am Friedhof die Gemeinde. Pfarrer sei Joh. Stanislaus Todtweiller. Das Pfarrhaus sei groß und schön. Das Widum, die zum Pfarrhof gehörende Grundfläche umfasse 173 Tagwerk der Bonität 7. Die Ökonomiegebäude waren 1864 abgebrannt und wurden erst 1878 wieder aufgebaut.


Beschreibung 1893
Die Ampermochinger Kirche ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Im Bericht heißt es:
  " Kirche: Gothisch aus der Spätzeit des 15.Jh. 1839 verlängert, 1868 restauriert. Einschiffig. Der chor ist wenig eingezogen, er umfasst zwei Langjoche und schließt in drei Seiten eines Achtecks. Thurm und Sakristei an der Nordseite des Chores. Langhaus flach gedeckt. Der Chor gewölbt. Die Wände sind durch rechteckige Pfeiler mit ausgekehlten Ecken und vorgelegten Diensten gegliedert. Erstere nehmen die spitzen Schildbögen, letztere die Gewölberippen auf. Pfeiler und Dienste sind 1868 in ihrem unteren Teil abgeschlagen worden, um Raum für die Chorstühle zu gewinnen. Netzgewölbe mit schlanken, hochprofilierten Rippen ohne Schlusssteine. Hochaltar und Kanzel um 1670. Das Aeussere ist durch Lisenen gegliedert, der Kaffsims um den unteren Rand der Fenster gekröpft. Der Sattelthurm ist in seinen unteren Geschossen mit allerlei Stabwerk spielend dekorirt.
Auf dem Hochaltar die lebensgrosse sitzende Holzfigur des hl.Petrus, eine sehr flotte Arbeit um 1670.
Ein hervorragendes Kunstwerk ist die lebensgrosse bemalte Holzfigur der schmerzhaften Maria von einer Kreuzigungsgruppe. Maria steht, den Kopf seitwärts neigend, mit gesenktem Blick; die Hände vor der Brust zusammenpressend, ringt sie in tiefem Schmerz, aber es ist nicht der Schmerz der Verzweifelung, sondern der Ergebung in dien Willen Gottes. Durch die feierlicher Ruhe, welche die innere Erregung beherrscht, ist die Figur warhaft erhaben. Leider fehlt dem Mantelwurf ein grosser Zug. Um 1500. Der linke Fuss ist restaurirt. Vgl. B.Riehl in der Zeitschrift d.bayer. Kunstgewerbevereins 1890. "

Bittgänge
Nach
den Eintragungen in den Kirchenrechnungen (z.B. 1694) haben die Ampermochinger insbesondere im 18.Jh mehrere Bittgänge (Creuzgäng) im Jahr durchgeführt. Die gesamte Zeit hindurch zogen sie nach Inhausen, Neufahrn und Straßbach, Dazu kamen in den Jahren bis 1700 noch Mitterndorf, Pellheim und Taxa, später noch Eching. Die Sänger und Fahnenträger erhielten in der Regel eine kleine Vergütung für ihre Dienste bei der Wallfahrt.

Volksmissionen
1891
- Vom 19. bis 26. April 1891 wurde in Ampermoching eine Volksmission durchgeführt. In einem Zeitungsbericht darüber heißt es,
"die Volksmission lockte eine große Anzahl von Gläubigen nach dem Gotteshaus, um den herrlichen Predigten der hochwürdigen Missionspatres zu lauschen. Von allen Seiten des Bezirks strömten Andächtige herbei und die dortige Pfarrkirche dürfte selten eine solche Masse Besucher aufgenommen haben, wie sie jene Predigt anzog. Der ungemein große Erfolg der Mission, die Anziehungskraft derselben auf die ganze Umgebung wirft einen hocherfreulichen Lichtstrahl in den breiten und tiefen Schatten des Realismus unserer Zeit.
Während der Zeit der Mission war jeglicher Wandergewerbebetrieb (Hausierer) in Ampermoching behördlich verboten. Missionsgegenstände durften nur von ortsansässigen Gewerbetreibenden verkauft werden; fremden Händlern und Firmanten war dies ausdrücklich nicht gestattet.
1920 - Volksmissionen fanden durchschnittlich alle 10 Jahre statt. Nach 1910 sollte auch 1920 missioniert werden. Doch die Maul-und Klauenseuche verhinderte dies. Wenn Sie einen Zeitungsbericht darüber lesen möchten, klicken Sie hier...
1933 - Der Volksmission am 16.3.1933 hat man als Leitgedanken die Worte des Domkapitulars Dr. Josef Amberger aus dem Jahr 1869 vorangestellt:
  "Was immer gleichförmig sich bewegt, macht auf die Gemeinde weniger Eindruck. Das Volk wird gleichgültig, minder empfänglich, lau und kalt. Manche Gemeinde ist, sei es in den einzelnen Gliedern, sei es im Ganzen, so verkommen und verhärtet, dass es dem Seelsorger auf dem gewöhnlichen Weg fast unmöglich ist, den hartgetretenen Boden aufzulockern. Daher ist schon in gewöhnlichen Zeiten ein außerordentlicher Dienst im Pastoralamt eine Notwendigkeit; zumal aber in Zeiten, wo auch die Feinde des Heiles in außerordentlicher Zahl und Weise mit außerordentlichen Mitteln auftreten, wo so viele vom Altar aus nicht mehr erreichbar sind. Diesen außerordentlichen Dienst im Pastoralamt überhaupt und im engen Sinn den außerordentlichen Dienst im Lehramt kann man die innere Mission nennen. Wie die äußere Mission der Kirche neue Mitglieder gewinnt, so soll die innere Mission ihre durch die Sünde toten Mitglieder wieder als lebendige Glieder dem Leib Christi einfügen. Diese ist das hauptsächliche, vielleicht das einzige Mittel, den Glauben, die Frömmigkeit, die religiöse Übung in den altersreifen Schichten wieder zu erwecken. Obenan stehen die Volksmissionen, welche so Erstaunliches wirken."


Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben von Ampermoching berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Primizfeiern, Priesterjubiläen, Wallfahrten und sogar Kriminalfällen.
Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...

Beschreibung der Kirche

Die heutige Pfarrkirche Sankt Peter ist ein verputzter Backsteinbau und besteht aus einem einschiffigen, rechteckigen, flachgedeckten Langhaus, einem wenig eingezogenen, gewölbten Chor und einem Turm im nördlichen Chorwinkel. Der Chor wurde im  15.Jh, der Turm im 16.Jh. gebaut. Das Kirchenschiff stammt im vorderen Teil sogar noch aus dem 13.Jh.; um 1840 wurde es wegen der Zunahme der Bevölkerung nach Westen verlängert; dadurch haben sich die Porportionen zum Schlechteren verändert. Eine sehr auffällige ornamentale Bemalung des späten 19. Jahrhunderts wurde 1953 wieder entfernt.
Bei der Restaurierung um 1961 wurde die Bausubstanz der Kirche überprüft. Dabei stellt sich heraus, dass die vorhandenen Backsteine im Wesentlichen das gleiche Format (32 x 15, 5 x 6,5 cm) haben und auch in ihrer Oberflächenbeschaffenheit und Konsistenz keine charakteristischen Unterschiede aufweisen.
An den Nahtstellen zwischen Chor und Langhaus ist anhand der Mauerungstechnik festzustellen, dass das Langhaus vor dem Chor gebaut wurde. Die Baumeister des 15.Jh haben sich alle Mühe gegeben, das neue Material an das vorhandene Material anzupassen.

Der 26,5 m hohe Turm stammt aus dem 16. Jh. Er ist mit der Kirche nicht verbunden, sondern steht ohne konstruktiven Zusammenhang daneben.
Der Turm wird durch Deutsche Bänder (das sind vertieft übereck eingesetzte Ziegel, die ein Zickzack-Muster erzeugen) in fünf Felder geteilt. Seine besondere künstlerische Bedeutung bekommt er durch seine auffällige Stabwerkgliederung in den unteren drei Geschossen. Es handelt sich um ein geometrisches Ornament, eine Art halbrunder Arkadenbögen, die von stabartigen Quadraten überquert sind. Diese Stabwerkgliederung hebt die Kirche aus dem Durchschnitt der Landkirchen des Dachauer Kreises heraus. Als das vierte Turmgeschoss schon begonnen war, wurde der Plan geändert, der Turm in klaren, einfachen Formen weitergeführt und mit Treppengiebeln, die oben jeweils in einem Steinkreuz münden, sowie einem Satteldach abgeschlossen. 
Eine Kirchturmuhr gibt es mindestens seit 1700, einen Blitzableiter seit 1833.

In der mit acht hohen Schallfenstern umgebenen Glockenstube hängen vier Glocken, von denen drei 1950 bei Karl Czudnochowky in Erding gegossen wurden. Die kleinste Glocke stammt aus dem Jahr 1860:
 
Gewicht
Patron
 
Gewicht
Patron
 
26 Ztr.
St.Petrus
 
18 Ztr.
St.Maria
 
13 Ztr.
St.Josef
 
  7 Ztr.
St.Florian
Aus den Archivalien ist bekannt, dass 1560 in der Münchner Glockengießerei Wolfgang Steger & Sohn eine Glocke für Ampermoching gegossen worden war; doch diese Glocke wurde später verkauft, weil ihr Ton nicht zu neu angeschafften Glocken passte. Möglicherweise war es diese Glocke, die nach der Kirchenrechnung 1696 nach Dachau zur Reparatur transportiert werden musste. In den Jahren 1656, 1716 und 1740 besaß Ampermoching zwei, vor dem Jahr 1813 drei Glocken. Eine davon hat man 1813 als "unbrauchbar, verwertet". Sie wurde im Jahr 1830 durch eine neue Glocke des Gießers Nikolaus Regnault ersetzt (300 Gulden). Auch die übrigen Glocken hielten nur bis 1860. Denn in diesem Jahr wurden beim Münchner Glockengießer Friedrich Gössner vier neue Glocken im Gewicht von drei bis 20 Zentnern erworben. Drei davon mussten im 2.Weltkrieg zum Guss von Kanonen abgeliefert werden. Eine hängt angeblich noch heute im Turm.


Der wenig eingezogene, zweijochige Chorraum mit 3/8-Schluss wurde um die Wende des 15. Jh. mit zunächst vier kleinen Maßwerkfenstern errichtet. Zunächst hatte die Nordseite noch kein Fenster; dieses wurde später aus dem Mauerwerk herausgebrochen. Die fünf Chorfenster verloren ihr
Maßwerk jedoch bei der Vergrößerung in den Jahren zwischen 1630 und 1737. Maßwerk war eine im Mittelalter meist "Messwerk" genannte beliebte gotische Dekorform. es wird auch Kreisbogenornamentik genannt. Es heißt so, weil die Ornamentik mit Zirkel, Lineal und Winkelmaß gemessen, d. h. gestaltet wurde.

Auch am Kirchschiff wurden die heutigen Fenster im Zuge ihrer Vergrößerung im 17.oder 18.Jh aus der alten Bausubstanz heraus-gebrochen, d.h., das Kirchenschiff hatte -wohl wie der Altarraum- ursprünglich viel kleinere Fenster. Das Langhaus stammt in seinem westlichen Teil, wie oben erwähnt, weitgehend aus dem Jahr 1838/41. Dabei verbaute man 27.000 Ziegelsteine  Eine Erinnerung an frühere Jahrhunderte ist eine jetzt vermauerte rundbogige Tür (1,85 x 62 cm) auf der Nordseite. Sie war in Höhe der früheren Empore angebracht, also in drei Metern Höhe und einige Meter vor der heutigen Empore. Da es an dieser Stelle nie einen Anbau oder eine Außentreppe gegeben hat (wie am vorhandenen Mauerwerk festgestellt werden kann), wird vermutet, das es sich dabei um eine Interdiktstüre gehandelt hat. Ein Interdikt war im Mittelalter eine kirchliche Strafmaßnahme, die in der Regel vom Papst oder vom Bischof gegenüber dem Herzog ausgesprochen wurde. Es bedeutete eine Schließung der Gotteshäuser, die Einstellung der Gottesdienstes, das Verstummen der Kirchenglocken und das Versagen der Sakramente und des kirchlichen Begräbnisses im gesamten herzoglichen Gebiet. Nicht selten hat der Papst auch ein Interdikt gegen den Bischof von Freising erlassen, wenn der sich z.B. im Streit zwischen Kaiser und Papst auf die kaiserliche Seite gestellt hatte. Dann galt das Interdikt für alle Kirchen des Bistums. Da der bayerische Herzog und der Freisinger Bischof meist gegeneinander standen und Ampermoching im Gebiet sowohl des bayerischen Herzogs als auch im Bistum München u.Freising lag, waren hier Interdikte vom 12.bis 14.Jh. keine Seltenheit. Es traf in der Regel Unschuldige und war darauf angelegt, in breiten Schichten des Volkes und des niederen Klerus Verärgerung gegen den Herzog oder Bischof zu schaffen und ihn so zum politischen Kurswechsel zu zwingen. Die seelsorgerische Betreuung der Bevölkerung und die Disziplin des Klerus litt darunter erheblich. Nicht immer wurde das Interdikt streng eingehalten, manchmal wurden auch Ausnahmen gewährt oder Schlupflöcher eröffnet. So war es oft es möglich, auch während eines Interdikts auf einer Empore Messe zu lesen, wenn der Zelebrant den Emporen-Altar erreichen konnte, ohne die Kirche sonst zu betreten. Solche evtl. nur über Leitern erreichbare Pforten dienten also der Umgehung Interdikte. Die Reste solcher "Umgehungs-Türen" in Ampermoching sind einmalig im Landkreis Dachau.
Die doppelgeschossige Sakristei ist an der Nordseite angebaut (mit einem Pultdach). Sie war zunächst eingeschossig; erst im Jahr 1882 wurde sie vom Dachauer Maurermeister Josef Reichl aufgestockt.
An der Ostseite der Kirche, neben dem Sakristeieingang, hängt ein mit Kupferblech überdachtes Kruzifix über den Steintafeln des Kriegerdenkmals für die Gefallenen und Vermissten in den beiden Weltkriegen. Die Tafeln des Kriegerdenkmals wurden 1984 von Jochen Bahnmüller gestaltet.
Hinweis: Bei diesem Kruzifix handelt es sich um einen sog.Viernageltypus. Die Beine liegen nebeneinander am Kreuzstamm auf, jeder Fuß ist von einem Nagel durchbohrt, zusammen mit den Nägeln der Arme also vier, daher die Bezeichnung "Viernageltypus". Diese Darstellung war in den ersten 1200 Jahren des Christentums üblich. Seit der Gotik werden die Beine des Gekreuzigten auf Darstellungen im Allgemeinen nicht mehr nebeneinander, sondern übereinandergeschlagen wiedergegeben. Die Füße sind dann nur mit einem Nagel am Kreuz befestigt, daher heißt diese Gestaltungsweise "Dreinageltypus".
In die Südmauer sind zwei Epitaphe eingelassen. Das ältere aus Rotmarmor ist leider nicht mehr zu entziffern, das Epitaph aus der Zeit kurz nach dem II.Weltkrieg erinnert an die Familie Reischl. Der spitzbogige Eingang zu Kirche liegt seit der 1839, als die Kirche erweitert wurde, an der Südseite, vor der Empore. Der Nordeingang gegenüber ist zugemauert. Die Kirche hatte, wie am Mauerwerk nachgewiesen werden kann, früher nacheinander zwei weitere Eingänge, alle an der Südseite. Das erste Vorhaus dürfte im Jahr 1694 errichtet worden sein. Jedenfalls sind die Ausgaben dafür in der Kirchenrechnung dieses Jahres vermerkt. Im Jahr 1720 ist von Stadtmaurermeister Georg Ettenhouer der Eingang samt Beinhaus und Vorhaus nach hinten verlegt worden.
Vor Feuersbrünsten blieb die Kirche verschont. Ein Kirchenbrand konnte 1718 dank des Eingreifens eines vorbeigehenden Bettelweibes gerade noch verhindert werden, ebenso 1866, als das Nachbaranwesen abbrannte.

Renovierungen wurden nachweislich in den Jahren 1690 (Dachstuhl), 1711/12 (Dach,Fenster,Anstrich), 1718/20 (Pflaster, Mauerwerk), 1733 (Vorhaus), 1737 (Dachstuhl,Decke), 1820 (Kirchendecke), 1830 (Dach), 1841 (Langhausneubau), 1868 (wohl nach dem Brand des Nachbaranwesens) und 1961 durchgeführt. Im Jahr 1953 fand eine große Veränderung des Inneren statt. Wenn Sie sehen möchten, wie die Kirche vor 1953 ausgestattet war, klicken Sie auf das Bildchen rechts. 1961 wurde die Kirche einer gründlichen Außenrenovierung unterzogen; eine weitere Innenrenovierung erfolgte etwas später. 

Innenausstattung

Der Großteil der Einrichtung stammen aus der Zeit um 1670, soweit Teile davon nicht bei der großen Renovierung von 1953 ergänzt wurden.

Altarraum

Der Altarraum ist mit einem Netzgewölbe ohne Schlusssteine überdeckt, d.h., die Rippen überziehen das Gewölbe netzförmig, ohne auf die Einteilung der Joche abzustellen. Die Vielzahl der Rippen im Netzgewölbe ist nicht - wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe- allein durch die Statik bedingt, sondern dient auch der Zierde.

Das Gewölbe endet auf sog. Diensten (Halb- oder Dreiviertelsäulen), die 1868 aber nach einem Bericht des Landesdenkmalamts vom 27.10.1952 "in barbarischer Weise abgeschlagen wurden, um ein überdimensionales Chorgestühl unterzubringen". Inzwischen sind sie wieder restauriert. An der Vorderseite des Kapitells der Dreiviertelsäule ist ein unbemaltes Wappenschild zu sehen.


Hochaltar / Choraltar

Den in Schwarz und Gold gehaltenen frühbarocken Hochaltar zieren vier mit vergoldetem Weinlaub berankte Wendel-Säulen. Zwei davon beidseits der Mittelnische, zwei im Altaraufsatz. Die Säulen tragen ein verkröpftes Gesims mit geflügeltem Engelskopf. Auf dem Gesims gründet der Altaraufsatz mit Sprenggiebeln und Engeln.
Das Antependium des Altars ist geschweift und in braun-roten Farbtönen marmoriert (Holz mit Marmormaserung bemalt). Aus der Kirchenrechnungen ist bekannt, dass 1740 der Altar mit den Figuren von Franz Mayr neu bemalt und vergoldet wurde:
  Originaltext:"Franz Mayr, Mahler in Dachau, hat die auf dem Choraltar stehente Bildtnus des Heyl.Petri, heyl. Xaveri und Antoni von Padua ganz neu mit guetten Goldt, Silber und farben gefasst, auch die 4 Saulen ganz Neu versilbert und hochblau casiert, das hierumb Gewundtne Laub ebenfalhs mit guetten fein Goldt vergoldtet, nitweniger die Bildtnus Gott Vatter und 8 grosse Engl ausgebessert und das Goldt geputzt, das ybrige aber alles versilbert und restlich die ganze Architectur auf Stain arth von Öelfarben gemählen,
wofür bezahlt wordten 100 fl.".

Zentrale Figur in der großen Mittelnische mit blauem Hintergrund ist eine überlebensgroße Figur des thronenden St.Petrus (1670), die von einem Passauer Künstler geschaffen wurde und mit dessen Wappen und Signum versehen ist. 
Petrus, mit dem für ihn typischen Vollbart, sitzt hoheitsvoll auf dem Thron. Auf seinem Haupt die dreistöckige Papstkrone (Tiara). Seine linke Hand hält die Bibel, seine Rechte hat er segnend erhoben.
      
Er trägt eine Art Messgewand (Pluviale), das mit farbigen Steinen besetzt ist. Sechs Engel unterschiedlicher Größe umschweben ihn; die beiden größten neben ihm halten die beiden Himmelsschlüssel (einen versilberten und einen vergoldeten) sowie das Papstkreuz mit den drei Querbalken.
  Hinweise: Die drei Querbalken des Papstkreuzes symbolisieren die drei päpstlichen Gewalten: die Priester-, Hirten- und Lehrgewalt.
Die Tiara, die dreifache Krone des Papstes, entstand aus der phrygischen Zipfelmütze des iranischen Hofzeremoniells des 5.Jh.v.Chr. In den ersten Jh. des Christentums waren Papst und Klerus barhäuptig. Die Tiara wurde erstmals im 8.Jh erwähnt. Ihre heutige Form stammt aus dem 14.Jh. Es gibt mehrere Deutungen für die dreifache Krone: Die eine besagt, sie sei das Gegenstück zu den weltlichen drei Kronen des Kaisers (Königskrone von Aachen, Krone der Langobarden und die Kaiserkrone von Rom). Eine andere Deutung weist auf das dreifache päpstliche Amt hin: lehren, lenken und heiligen. Wieder eine andere bezieht die Tiara auf die drei Reiche der Kirche: Die streitende Kirche auf Erden, die leidende Kirche im Fegefeuer, die triumphierende Kirche im Himmel. Schließlich werden die drei Kronen auch als Symbol der Dreieinigkeit Gottes gesehen. Früher wurde dem neugewählten Papst die Tiara mit den Worten überreicht: "Empfange die dreifach gekrönte Tiara und wisse, dass Du der Vater der Fürsten und Könige, der Lenker des Erdkreises und der Vikar Jesu Christi, unseres Erlösers, auf Erden bist“. Seit 1964 trägt der Papst keine Tiara mehr. Paul VI. schenkte seine Krone den amerikanischen Katholiken als Dank für die großherzigen Spenden zugunsten der Armen in der Welt.
Die sog.Himmelsschlüssel, die der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Deshalb die beiden Schlüssel. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen.

Unter Muschelkalotten stehen als Assistenzfiguren am Hochaltar die Heiligen Franz Xaver und Antonius von Padua mit dem Jesuskind auf dem Buch Die Figuren wurden im 17.Jh geschnitzt. Das Kreuz in den Händen von Franz Xaver stammt von Bartholomäus Schuhpaur, der es 1740 schnitzte.
Dieser Heilige war im 16.Jh Asienmissionar. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten (u.a.Japan und China).

 

 

Hinweis: Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte

Im Altaraufsatz ist zwischen den weinumrankten Säulchen in einer ovalen, von vergoldetem Blattwerkrahmen umgebenen Nische Gottvater als Hochrelief dargestellt. Er sitzt als alter Mann auf Wolken und breitet seine Hände aus. Sein Haupt ist mit dem nur ihm vorbehaltenen Heiligenschein des Dreiecks umgeben.

Flankiert wird Gottvater von zwei Engeln, die -ebenfalls mit ausgebreiteten Händen- auf den Sprenggiebeln sitzen. Gekrönt wird der Hochaltar von einem Strahlenkranz mit dem Jesusmonogramm IHS auf einem Sockel.

  Hinweis: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.
Tabernakel

Der zweitürige Tabernakel stammt aus der 1.Hälfte des 18.Jh. Er ist mit Blumenornamenten, einem Engelskopf und mit Goldbrokatmustern verziert. Der Tabernakel wurden vom Dachauer Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur im Jahr 1738 geschaffen ("statt des alt ganz wurmstichig und ruionsen Tabernaculs") und vom Maler Franz Mayr mit "guetten feinen Goldt vergoldtet". Die Innenseiten sind mit Anbetungsengeln bemalt, die der Schöpfer des Deckengemäldes, der Dachauer Künstler Richard Huber um das Jahr 1950 geschaffen hat. Der Tabernakel war zwischenzeitlich stark erhöht worden. Bei der Renovierung 1953 wurde der untere Teil entfernt, um die Beeinträchtigung der übrigen Altarelemente rückgängig zu machen. 1750 wurde der Tabernakel aufgebrochen und die darin stehende Monstranz gestohlen. Die neue Monstranz kostete 118 Gulden.

Hinter dem Choraltar ist ein zweitüriger Beichtstuhl in die östliche Wand eingelassen.
Es dürfte sich bei ihm nicht mehr um den Beichtstuhl handeln, den der Dachauer Kistler Matthias Clumayr im Jahr 1699 aus Fichtenholz mit Eichenfunier erstellt hat.


Chorgestühl

Das Chorgestühl füllt beide Seiten des Altarraums der Länge nach aus. Es ist durch Feldereinteilung und durch kleine Pilastervorlagen gegliedert und wurde wohl 1867 aufgestellt. Damals wurden die aus der Mauer hervorspringenden Teile der Pfeiler, auf denen das Gewölbe ruht, abgeschlagen.
Das Chorgestühl auf der Südseite war früher für die großen Bauern der Pfarrei reserviert, die viel für die Kirche gespendet hatten.


Sakristei

Die Sakristeiglocken in Ampermoching stammen noch aus der Barockzeit. Sie befinden sich in einem schmiedeeisernen Gestell und werden mittels einer Stange mit gedrechseltem Holzgriff geläutet.
Hinweis: Die Chorglocken oder Sakristeiglocken zeigen das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes an. Sie werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.

In der Sakristei stehen zwei neugotische Figuren aus dem Ende des 19. Jh. Eins zeigt den hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem linken Arm und einem grünenden Stab in der Rechten. Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph lebte als Zimmermann in Nazareth.
Der grünende Stab weist auf eine Legende über die Brautwerbung Josephs. Demnach war Maria Tempeljungfrau in Jerusalem und sollte einem Mann verheiratet werden, der sie unberührt lassen würde ("Josephs-Ehe"). Jeder Bewerber sollte einen Stab auf dem Altar des Tempels niederlegen; Josephs Stab grünte und blühte, zudem ließ sich eine Taube als Zeichen der göttlichen Bestätigung auf seinem Kopf nieder.
Die zweite Figur ist eine Statue des auferstandenen Christus. Sie hält in der Linken eine Siegesfahne und hebt die Rechte segnend.
Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die spitzig endende Fahne zur Ostersymbolik.
  Hinweis: Der Figurentypus des Salvator Mundi/Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis bezeichnet. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.


Oratorium
An der Nordseite der Kirche ist über der Sakristei ein Oratorium angebaut. Es ist durch ein vielsprossiges Fenster mit Spitzbogen mit dem Altarraum verbunden. Hier konnten früher adelige Herren der Messe beiwohnen, ohne vom einfachen Volk gesehen zu werden.

Taufstein

  

Der rotmarmorne Taufstein mit einem neuen Kupferdeckel mit Kreuz entstand wohl im 18.Jh und ist im barocken Stil gehalten. Er steht an der südlichen Chorbogenlaibung und ist etwas in das Mauerwerk hineingesetzt. Sein fast meterhoher Schaft hat eine balusterartige Form; das Becken ist rund und hat einen Durchmesser von rd. 57 cm.

  Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. In der Regel ist es mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und  geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. 
Die aus Holz geschnitzte und polychrom gefasste Täufergruppe steht nicht (mehr) auf dem Taufsteindeckel, sondern auf einem Postament oberhalb des Taufsteins. Johannes der Täufer hält in einer Hand den Kreuzstab, mit der anderen Hand gießt der Wasser über das Haupt des vor ihm knienden Jesus. Die Figurengruppe wird von Kunstkennern dem 19.Jh zugeschrieben.
Aus den Kirchenrechnungen ist zu erfahren, dass 1737 der berühmte Dachauer Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur eine neue Figurengruppe für den Taufstein geschnitzt hat, die von Franz Mayr bemalt worden ist.

Wenn Sie die Taufsteinfiguren in Ampermoching mit anderen Taufsteinfiguren in anderen Kirchen des Landkreises Dachau vergleichen wollen, klicken Sie hier...


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar ist ein einfacher Blocktisch aus der Zeit um 1970. Zur Zeit wird in der Pfarrei Ampermoching eine Spendenaktion für die Beschaffung eines künstlerisch passenderen Altars durchgeführt.

Hinweis: Der Zelebrationsaltar ist eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier. In der Anfangszeit des Christentums konnte zur Eucharistiefeier zunächst jeder beliebige Tisch dienen, doch bereits im 4. Jahrhundert wurde ein fester Altar in die Kirchen eingebaut. Er war frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.


Ewig-Licht-Ampel

Vom Chorbogen herab hängt die Ewig-Licht-Ampel aus dem Ende des 19.Jh. Sie besteht aus versilbertem Messingblech. Die drei Ketten, an denen die Ampel hängt, sind mit Kugeln verziert.
  Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen.


Kirchenschiff / Langhaus


Deckenfresko

Das Kirchenschiff ist mit einer Flachdecke überzogen. Sie war über viele Jahre unbemalt.
Erst im Jahre 1953 schuf der Dachauer Künstler Richard Huber das Deckenfresko "Christus übergibt Petrus die Schlüssel". Jesus steht am Ufer des Sees Genezareth und überreicht dem vor ihm knienden Petrus zwei große Türschlüssel. Im Halbkreis herum stehen weitere Jünger und deuten mit Gebärden ihre Überraschung an. Darüber im Himmel schweben zwei Engel und halten ein Spruchband mit dem Text: "Tibi dabo claves regnis coelorum" (dir werde ich die Schlüssel des Himmelreiches geben) in Händen. St.Petrus hat -wie in den meisten Darstellungen dieses Heiligen seit dem 4.Jahrhundert - einen runden Kopf, einen grauen, krausen Haarkranz und einen Bart.
  Hinweis: Diese Darstellung wird in der bildenden Kunst auch donatio claves genannt. In der christlichen Symbolik repräsentiert der Schlüssel die Vollmacht, zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen.


Seitenaltäre

Die Seitenaltäre haben keine Altaraufbauten (Retabel) mehr. Die neugotischen Altäre, die schräg in den Ecken standen, wurden bei der Renovierung 1953 beseitigt. Es sind lediglich die Antependien der früheren Altäre noch vorhanden.
  Historik: Im 18.Jh waren die barocken Seitenaltäre dem hl.Johannes d.Täufer und Maria im Rosenkranz (Bruderschaftsaltar) geweiht. Um 1716 hat es in der Kirche gebrannt: eine Kerze stekte den rechten Seitenaltar in Brand. Zunächst wollte man den Altar vom Dachauer Kistler Simon Prugger wieder instand setzen lassen Doch diese Reparatur scheint nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein; denn drei jahre später hat David Zankl oder Zänkhl aus Unterweilbach für 49 Gulden "den erneuerten verbrannten St.Johannesaltar von Neuen verfertigt". Diesen Altar hat der Dachauer Maler und spätere Bürgermeister Johann Hörmann auch neu gefasst (=bemalt). An diesem Altar war die Enthauptung des Johannes dargestellt. Auf dem Altar standen auch Figuren der 14 Nothelfer. Der Tabernakel mit allerlei Verzierung wurde vom Kistler Hans Loder aus Alberried angefertigt.

 

Auf dem linken Altar steht vor einem Vorhang eine Herz-Jesus-Figur aus Gips (Anfang 20.Jh). Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758-1769) im Jahr 1765.

Am rechten Altar ist eine Holzfigur einer Muttergottes aus dem 19.Jh. im neugotischen Stil zu sehen.
Die gekrönte Maria sitzt auf einem breiten, schön verzierten und gepolsterten Hocker und präsentiert dem Betrachter ihren Sohn, der segnend auf ihrem rechten Schenkel steht.


KanzelBild anschauen ?  klickenBild anschauen ?  klickenDeckenfresko: SchlüsselübergabeKanzelkreuzMater dolorosaTaufsteinfigurenTaufsteinKanzelAntoniusbildKreuzwegstationenKreuzwegstationenAnbetung der WeisenApostelleuchterSchalldeckel der KanzelKirchenbank-WangenOrgelEwig-Licht-Ampel
Details (Taufstein,Kruzifix,Wandbild,Kanzel,Decke) 
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Kreuzwegbilder

An den Wänden hängen die vierzehn Kreuzwegbilder. Sie stammen vom Maler Michael P.Weingartner aus Pfaffenhofen/Ilm, der sie 1956 schuf. Der Künstler (1917-1996) hatte an der Kunstakademie in München studiert, u.a. bei Professor Schinnerer, der in Haimhausen lebte.

Weingartner war in 200 Kirchen künstlerisch tätig. Im Landkreis Dachau finden wir von ihm noch die Deckengemälde und Kreuzwegbilder in der Pfarrkirche von Haimhausen. Auch die Kreuzwegbilder, die von 1967 bis 2004 die Pfarrkirche von Röhrmoos schmückten, hatte er gemalt. Die bis 1953 vorhandenen Kreuzwegbilder in Ampermoching waren nach Ansicht der Restauratoren von 1953 "so schlecht, dass sie nicht mehr aufgehängt werden konnten. Bis zur Beschaffung eines künstlerisch tragbaren Kreuzweges sollten nur Kreuze allein angebracht werden". Die ersten Kreuzwegstationen in den bayerischen Kirchen wurden um 1750 angebracht. Wann dies in Ampermoching der Fall war, ist mir nicht bekannt. Spätestens 1813 hingen die Bilder in der Kirche, wie in der Inventarliste aus diesem Jahr zu entnehmen ist.
Wenn Sie mehr über die Entstehung der Kreuzwegstationen und seiner Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Kirchenbänke

 
Die Kirchenstühle (14 breite Reihen in der Mitte des Kirchenschiffs) stammen im Wesentlichen aus dem Jahr 1953. Allerdings wurden bei elf Reihen die reich geschnitzten barocken Wangen aus der Zeit um 1700 /1720 wieder verwendet. Drei Reihen, die unter dem Verlängerungsteil des Kirchenschiffs stehen, haben spätklassizistische Wangen aus dem Jahr 1841. Die Kniebretter werden - wie in so vielen älteren katholischen Kirchen -den anatomischen Anforderungen von knienden Menschen nicht gerecht.
Auszug aus den Kirchenrechnungen:
Im Jahr 1720 hatte der Dachauer Kistler Michael Prugger 10 Kirchenstühle für die hintere rechte Seite ("10 neue Weiberstendt von Eichen und Fichtenholz") und ein Jahr später 4 weitere Kirchenbänke ("4 neugemachte Pettstiel sambt Setzpenkh") gefertigt. Damals befand sich der Gang in der Mitte der Kirche, die Bänke reichten bis zur Wand. Diese Sitzbänke wurden 1820 vom Kistler Otteneder aus Unterweilbach um Gotteslohn repariert ("wegen fehlender Barschaft konnte ihm nichts bezahlt werden").
1841 hat Martin Guem aus Dachau im Zuge des Langhausneubaus neue 19 Bänke mit spätklassizistischen Wangen geliefert. Von den Wangen sind -wie erwähnt- noch drei erhalten. Das Holz dafür stammte vom Anton Sedlmayr aus Durchsamsried; er spendete 4 Eichen mit einer Länge von 16 bis 22 Fuß (rd. 5 bis 6,5 Metern).
  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler.


Apostelkreuze

Zwischen den Kreuzwegbildern sind die Apostelkreuze an die Wand aufgemalt. Sie bilden die Grundlage für die schmiedeeisernen Apostelleuchter, die wohl im 20.Jh gefertigt wurden.
Hinweis: Die Apostelleuchter und Apostelkreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. An den Apostelkreuzen wurde die Kirche bei ihrer Weihe mit Chrisam gesalbt.

Kanzel

Die prächtige Kanzel, stammt aus der Zeit um 1690 (andere Quelle:1670). Jedenfalls hat der Dachauer Kistler Franz Prugger 1692 für eine neue Kanzel aus Eiche 50 Gulden. Sie besitzt einen Kanzelkorb mit abgeschrägten Ecken, eine Rückwand (Dorsale) mit einer Tür in Form eines marmorierten Feldes im barocken Rahmen und einen großen, mehrstöckigen Schalldeckel in Baldachinform. Die Unterseite des Schalldeckels ziert eine Heilig-Geist-Taube. Darüber die Quasten des Baldachins und oberhalb vergoldete Blumengirlanden an einem schemelartigen Aufsatz. Gekrönt wird er mit einem vergoldeten IHS-Zeichen. Die Kanzel ist über das obere Stockwerk der Sakristei aus zu erreichen.
1749 hat man die Kanzel restauriert. Der Kistler Niclas Prugger hat "die alte Canzl abgebrochen, ville Leisten gemacht und (die Kanzel) widerumben aufgesetzt", der Dachauer Maler Franz Mayr die "Canzl sauber gemahlen", also neu bemalt. Er erhielt dafür den hohen Betrag von 105 Gulden; darin enthalten war auch der Preis für die teure Farbe und für Blattgold.
Am Kanzelkorb sind drei Bilder aus dem Leben des heiligen Petrus zu sehen:
- der reiche Fischzug (Joh 21, 1-19) ,
- Jesus als der Gute Hirte überreicht
   Petrus den Hirtenstab
,
- Befreiung des hl. Petrus aus dem
   Gefängnis
(Apo 12, 1-19).
    
Diese Bilder wurden erst bei der Renovierung im Jahr 1953 angebracht. Dabei wurde die Bemalung des Kanzelkorbs "passend zum Altar gestimmt", wie es in einem Renovierungsbericht heißt. Deshalb sind die Bilder durch kleine Wendelsäulchen getrennt.
  Hinweis: Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt.18,12-14). In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln. Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.


Kanzelkreuz

Das Kanzelkreuz an der der Kanzel gegenüberliegenden Wand stammt ebenfalls aus der Zeit um 1670. Es ist ein Dreinageltypus. Das vergoldete Lendentuch Jesu flattert im Wind. eine typische Darstellung des Barock.

Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
Unter dem Kreuz steht die Figur der Mater dolorosa, der trauernden Mutter. Maria ist als relativ junge Frau dargestellt, mit vergoldetem Gewand und versilbertem Kopftuch. Bei dieser Figur fehlt das sonst übliche Schwert in der Brust, das an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempels erinnert: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".



Bilder an den Langhauswänden

In der Nähe der Empore hängen an der Süd- und der Nordwand zwei große Bilder. Sie könnten nach Größe (1,75 x 1m) und Form auch frühere Altarblätter gewesen sein.

Das rechte Bild (Öl auf Leinwand in goldfarbenem Rahmen, 18.Jh) zeigt den hl. Antonius mit Jesuskind und Maria (wohl übermalt). Antonius hält das Kind, das mit dem linken Fuß auf einem aufgeschlagenen Buch steht. Maria hält in ihrer rechten Hand eine Schrifttafel mit folgendem Text:
 

Responsorium:

Wer Wunder sucht und Zeichen will
Bei Sanct Antoni findt er viel.

Der Tod der Irzthumm, Aussatz, Not
Der Teufel selbst samt seiner Rott.
Weicht ab von dannen gar geschwind
Wo er Antoni Fürbitt findt.

Die Kranken werden auch zur Stund
da sie ihn bitten, frisch und gesund.

Das Meer wird still, die Eisenband
erbrechen sieh ohn alle Hand.
Verlornes Glid, verlornes Gut
er vielen wieder bringen tut.

Die Gfahr hört auf, die Not vergeht,
sein Lob in Padua ewig bsteht.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn,
dem heiligen Geist im höchsten Thron.

O heiliger Antoni, edler Beichtiger, bitte für mich
Dass ich der Verheißung Christi würdig werde durch dich.



Das linke Bild ist etwas älter (um 1700) und stellt die Anbetung der Weisen an der Krippe dar. Maria im traditionellen rot-blauen Gewand sitzt auf der Treppe eines von Säulen gestützten Stalls. Sie hält das in Windeln gewickelte Kind im Arm und nimmt mit der rechten Hand das Geschenk des vor ihr knienden ersten Weisen entgegen. Hinter Maria betrachtet Josef die Szene. Im linken Bildteil warten die übrigen Weisen, mit Kronen auf den Häuptern und Geschenken in den Händen, bis sie an der Reihe sind. Im Vordergrund stehen zwei Personen, perspektivisch verkleinert, bei denen es sich um die Stifter dieses Bildes (und möglicher anderer Einrichtungsgegenstände) handeln dürfte.
Hinweis: In der Bildenden Kunst wird diese bewusste Größenverzerrung Bedeutungsperspektive genannt. Die Größe der Personen ist auf die Bedeutung und nicht auf die Entfernung zum Betrachter bezogen. Je größer die Person, desto höher der Rang. Die Stifter dieses Bildes messen sich geringere Bedeutung als den übrigen abgebildeten heiligen Personen zu.


Kreuzigungsgruppe

Unter der Empore, an der Rückwand, ist -durch ein zweiflügeliges schmiedeeisernes Gitter gesichert- in einer Nische eine Kreuzigungsgruppe angebracht. Das Kruzifix mit den dreipassförmigen Kreuzbalkenenden entstand um 1700, die beiden Begleitfiguren Maria und der Lieblingsjünger Jesu, der hl. Johannes um 1530. Die Dornenkrone ist Jesus nicht in das Gesicht gedrückt, sondern scheint über dem Haupt zu schweben. Es sind die ältesten Figuren der Kirche und beeindrucken den Betrachter durch ihre große Ausdruckskraft. Bezold/Riel (Kunstdenkmale des Königreichs Bayern) vertreten die Auffassung, dass "diese Figuren zum Allerbesten gehören, was in Oberbayern aus dieser Zeit auf uns gekommen ist".

Früher hing die Gruppe in der Totenkeuche; dies berichtet die Inventarliste aus dem Jahr 1828.

Hinweis: Die Dornenkrönung im Rahmen der Verspottung Jesu ist in den Evangelien genannt (z.B. Mt 27, 28-30). Ob Jesus auch am Kreuz die Dornenkrone getragen hat, ist der Bibel nicht zu entnehmen. Dies wird aber in den Apokryphen erwähnt. Die hl.Birgitta, die Patronin Altomünsters hat in ihren Offenbarungen geschrieben, die Dornenkrone sei Jesus nach dem Anheften an das Kreuz (wieder) aufgesetzt worden.


Vergrößerung der Figuren per Mouseklickder GekreuzigteApostel Johannes

  Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu, durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.

Vortragekreuze

An den Kirchenbänken sind zwei Prozessionskreuze (Vortragekreuze) befestigt. Eines, dessen Stange schwarz-weiß bemalt ist, wird vor allem bei Beerdigungen verwendet; das Vergoldete wird bei Prozessionen vorangetragen. .
Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg.

Beichtstühle

Die zweitürigen Beichtstühle mit ihren schmiedeeisernen Beschlägen sind beidseits der Kreuzigungsgruppe an der Westwand unter der Empore untergebracht. Sie wurden im 20.Jh. geschaffen. Die Beichtstühle standen bis 1953 in Nischen neben dem Hochaltar, was nach Ansicht des Restaurators von 1953, Dr. Gebhard, "hinsichtlich der Formgebung (des Altarraums) sehr unerfreulich" war. Deshalb hat er sie nach hinten verlegt. einen Beichtstuhl gab es in Ampermoching schon im 17.Jh. Nach der Kirchenrechnung hat der bekannte Kistler Franz Prugger aus Dachau 1699 für 5 Gulden einen Beichtstuhl gezimmert; 1720 wurden von Philipp Royll aus München "die beiden vorhandenen Beichtstühle gefasst" wurde.
  Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück.

 

Kommunionbank

An der nordwestlichen Wand des Kirchenschiffs ist die frühere Kommunionbank abgestellt. Sie besteht ganz aus Narturholz und wird aus gedrechselten Balustern gebildet.

Hinweis: Die Kommunionbänke entwickelten sich aus den Cancelli (lat.Gitter), den Altarschranken altchristlicher Kirchen, die den Gemeinderaum, d. h. das Kirchenschiff, vom Altarraum trennten. An diese Kommunionbank knieten sich früher die Gläubigen, die kommunizieren wollten. Der Priester reichte von der dem Altarraum zugewandten Seite der Kommunionbank die Kommunion aus dem Kelch. Ein Ministrant hielt unter das Kinn des Gläubigen die Patene, um ein Herunterfallen der Hostie zu vermeiden. Im Rahmen der Liturgiereform um 1970 wurde die Kommunionbank in den meisten Kirchen abgebaut, um so eine Einheit zwischen dem Priester und der Gemeinde zu schaffen. Zudem ist nach herrschender Auffassung der Altar auch Tisch des österlichen Mahles; von ihm empfangen die Gläubigen die Kommunion.


Empore und Orgel

Ampermoching hat eine tief Doppelempore, die von zweimal vier Holzsäulen gestützt wird. Während die obere Empore für den Organisten und den Kirchenchor reserviert ist, nehmen im unteren Teil vor allem die Männer Platz. Beide Emporen sind sehr niedrig; deshalb gab es bei der Aufstellung der Orgel Probleme.
Die heutigen Kirchenbänke auf der Empore stammen aus der Mitte des 19.Jh. Aber es gab natürlich auch schon vorher Bänke. Im Jahr 1720 hatten die Zimmerleute Anton Pürckh und Martin Hueber neue Sitze für die obere und untere Empore angefertigt.
Früher dürften wohl zwei Treppen hinauf geführt haben. Denn in der Kirchenrechnung von 1720 heißt es: "Mit Erlaubnis der Hofmarksherrschaft wurde eine Stiege entfernt um Platz für Weiberständ (Kirchenbänke auf der rechten Seite) zu schaffen.
Die Orgel  mit 10 Registern (System Kegellade mit mechanischer Traktur und freiem Spieltisch) und zwei Manualen baute der Münchner Orgelbaumeister Franz Borgias Maerz 1882 ein. Mehr über den Orgelbauer Maerz...
Sie können auch einen zeitgenössischen Bericht des Amperboten über die Aufstellung im Jahr 1882 lesen; klicken Sie hier...
Der Orgelprospekt hat keine künstlerische Qualität. "Das unerfreuliche Orgelgehäuse wäre am besten ganz zu beseitigen und durch einen freien Prospekt zu ersetzen", schlug man 1953 vor. Doch dieser Wunsch wurde nicht erfüllt.
Die Maerz-Orgel ersetzte ein von Peter Moser im Jahr 1838 eingebautes Werk mit einem Manual und sieben Registern.
Mehr über den Orgelbauer Moser...
Einer Inventarliste aus dem Jahr 1813 ist zu entnehmen, dass damals eine Orgel mit 8 Registern vorhanden war. Diese Orgel hat man 1822 und 1823 noch einmal von Orgelbauer Georg Deiß aus München für 95 Gulden reparieren lassen, bevor sie 15 Jahre später ersetzt wurde.

  Hinweis: Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.


Heiliges Grab

Alljährlich am Karfreitagabend und am Karsamstagvormittag wird am Hochaltar in Ampermoching ein sog.Heiliges Grab gestaltet. Dazu wird die lebensgroße Figur eines Christus-Leichnams auf den Altartisch gelegt und mit Blumenschmuck umgeben. Die Tabernakeltüren werden geöffnet. Weitere Kulissen, wie sie früher einmal verwendet wurden, fehlen. Die Gläubigen sind in dieser Zeit zu Anbetungsstunden oder zur Meditation eingeladen.
  Nach einer Aussage von Pfarrer Langenberger aus Dachau stammt der Brauch des Hl.Grabes aus der Barockzeit. Die Glaskugeln haben die gleiche Bedeutung wie die Ostereier: sie beziehen sich auf den Regenbogen, der ein Symbol für den Bund Gottes mit den Menschen ist (siehe Noah-Geschichte). Weil sie glänzen, reflektieren sie das Licht, das vom Heiland ausgeht und auf die Gläubigen fällt.  
aus dem Jahr 1749 ist bekannt, dass der berühmte Dachauer Maler Franz Mayr die Dekoration für das Hl.Grab neu gemalt und auch "14 Kugln beygeschafft" hat. Er erhielt dafür 30 Gulden.
Inzwischen gibt es im Landkreis Dachau wieder mehrere Kirchen, in denen ein Hl.Grab errichtet wird. Im Jahr 2005 waren dies Altomünster, Dachau-Mariä-Himmelfahrt, Dachau-Heilig-Kreuz, Dachau-St.Jakob, Ebertshausen, Hirtlbach, Kloster Indersdorf, Weichs und Riedenzhofen. Wenn Sie interessiert sind, klicken Sie hier...


Mariensäule

Vor der Kirche steht die am 26.4.1891 errichtete Mariensäule aus Sandstein mit voll vergoldeter, gekrönter Marienfigur. Maria ist als Immaculata dargestellt; auf ihrem Kopf sitzt eine Krone.
Auf dem Kapitell mit Darstellungen von Akanthusblättern Voluten und Mohnkapseln steht in einer Kartusche der Text: "Ich bin die Unbefleckt Empfängniß".

Am Fuß der Säule sind Erinnerungstafeln für die im Krieg der Jahre 1870/71 gefallenen Soldaten aus der Pfarrei angebracht.

Die Säule wurde im Jahr 2000 restauriert.



Pfarrhof


Interessant ist auch der alte barocke Pfarrhof, der 1724 von Johann Baptist Gunezrainer erbaut worden ist. In den Jahren 1999-2002 wurde er von den Münchner Architekten Clemens Richarz und Thomas Strunz generalsaniert. Dabei erhielt er wieder sein früheres Walmdach.
Wie der Pfarrhof bis zum Jahr 2002 ausgesehen hat, sehen Sie, wenn Sie auf das Bildchen rechts klicken.

Die erste Nachricht vom Zustand eines Pfarrhauses in Ampermoching ist der Sunderndorferschen Matrikel von 1524 zu entnehmen. Darin ist zu lesen, dass der Pfarrhof damals renovierungs-bedürftig war. Die Baumaßnahmen scheinen auch bald durchgeführt worden zu sein, denn bei der Visitation der Pfarrei im Jahr 1560 war das Pfarrhaus schon recht schön: "Pfarrer hat ain ziembliche feine residentz", heißt es im Protokoll. Im 30jährigen Krieg ist der Pfarrhof abgebrannt. Er wurde danach aus Holz wiederaufgebaut und mit Schindeln gedeckt. 70 Jahre später war der Bau wurmstichig und verfault, wie es hieß. Deshalb hat Pfarrer Wolfgang Göttling den heute noch bestehenden Pfarrhof aus Stein in den Jahren 1724 bis 1728 für die ungeheure Summe von 4.400 Gulden von Gunezrainer erbauen lassen. Die Rückzahlung der Schulden dauerte 150 Jahre. Das Pfarrhaus entsprach dem neusten Stand der Haustechnik: Die Dacheindeckung mit Haken und Dachziegeln (Preißen), der Einbau einer Toilettenanlage im Haus, die Fenster und Türen aus Eichenholz und der Betrieb der Heizung durch sechs Kachelöfen (Plattenöfen) zeugte davon. Der hohe Dachaufbau diente als Getreidespeicher.
1740 sah der Kanonikus Schmidt das Pfarrhaus in gutem baulichen Zustand und "von großer Zier"; kein Wunder, war es doch erst 16 Jahre vorher neu errichtet worden. Unter Pfarrer Alois Bonin (1777-1813) verfiel der Pfarrhof zusehends. Deshalb musste Pfarrer Theodor Nebel (1814-1834) die Gebäude wieder instand setzen. Dabei unterliefen 1821 dem Zimmermeister Höß aus Dachau Planungsfehler, die eine weitere Reparatur schon 34 Jahre später, 1855, notwendig machten. Dabei hat man den Dachstuhl wegen Wegfall des Zehents etwas zurückgebaut. In seiner Bistumsbeschreibung bezeichnete der Dombenefiziat Mayer 1874 das Pfarrhaus als "groß und schön". Kurz vorher, 1866 hatte man sogar ein Badezimmer eingebaut und die Wirksamkeit der Öfen durch neue, bis zum Ofen reichende Kamine (sog. russischer Kamine) verbessert.
Wenn Sie auch andere Pfarrhöfe im Landkreis sehen möchten, klicken Sie hier....

Das Pfarrwidum, der Pfarrbauernhof, war schon im zweiten Herzogsurbar (=Güterbeschreibung) von 1330/40 der Wittelsbacher enthalten. Ampermoching war damals eine Widumsvogtei erwähnt; die Pfarrei besaß also Güter (= Widum), die unter der Aufsichts eines herzoglichen Vogts (= Verwalter) stand. 1344 stiftete Kaiser Ludwig der Bayer aus seinem Besitz zum Unterhalt des Gotteshauses eine Hube (= einen halben Hof). Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerte sich das Widum, der Pfarrbesitz, durch Jahrtagsstiftungen, Grundkäufe und die Verteilung von Gemeindegründen bis zu einer Größe von 180 Tagwerk (= 60 ha). Der Pfarrer war somit einer der größten Ökonomen des Dorfes; schließlich musste er den Großteil seines Einkommens aus der Landwirtschaft beziehen.
Im Jahr 1860 brannte der Ökonomiestadel restlos ab. Ein Wiederaufbau erfolgte im Jahr 1884. Doch bald danach verpachtete der Pfarrer alle Grundstücke.

Ampermoching hat auch eine Internetseite, auf der Sie die Gottesdienstzeiten erfahren können. Klicken Sie hier....

Hans Schertl


Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Pfarrkirche St.Peter in Ampermoching auch
als Diavortrag anschauen (nur bei eingeschalteter Script-Funktion). Klicken Sie hier....

Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Amperbote vom 8.7.1903 (Primiz), 25.07.1903 (Priesterjubiläum), 24.05.1913 (Wallfahrt),
               vom 21.01. u.25.04.1914 (Pfarrherrnwechsel), vom 7.7.u.8.12.1915 (Primizfeiern), 18.05.1920 (Volksmission),
               vom 26.7.1921 (Primiz von Pater Electus Reischl), vom 19.06.1924 (Einzug Pfr. Pschorr)
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.2, 357, 515, 538, 537-Nutzungsrecht, 668-Lotzbach,
                Nr. 978, 1070 )
Josef Scheidl, Die Bevölkerungsentwicklung des Landgerichts Dachau im Laufe früherer Jahrhunderte, 1925 (Zahl d.Höfe 1649)
Landesamt für Denkmalpflege, Bericht über die Pfarrkirche Ampermoching v.27.10.1952
Rümann-Drave: Schlüssel zur unbekannten Heimat, Südd. Verlag München 1962
Landesamt für Denkmalpflege, Bericht über die Ampermochinger Kirche 1961/62
Ampermoching - eine Perle am Fluß, ca.1962
Dachauer Nachrichten vom 3.7.1965 (Priesterjubiläum Pfr.Wilhelm), 23.01.1965 ( Pfr.Magobeko)
Kunstreiseführer Von München zur Donau, 1966
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
Prälat Dr. Werner Gross, Kirche und Denkmalpflege-Die Erneuerung der Liturgie durch das Zweite Vatikanische Konzil
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/2
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985
Friedrich Reischl, Das Vereinsleben in der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985/3 (Kriegerdenkmal)
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Interdiktstüre)

Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Georg Werner in der Festschrift zum 1250. Ortsjubiliäum (nicht veröffentlicht)
Unser Dachauer Land, Beilage der Dachauer Nachrichten vom April 1998 (Weingartner)
Dachauer Nachrichten 22.6.98, v. 14.11.2011 (Keltensiedlung)
Prof.Dr.Liebhart,1250 Jahre Ampermoching, Amperland 1999/1
Georg Werner, Zur Geschichte der Pfarrei und Kirche St.Peter zu Ampermoching, Amperland, 1999/4
Dachauer SZ vom 13./14.9.2003
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Georg Werner, Ergänzungen zur Pfarr- und Kirchengeschichte Ampermochings, 2009

62 Bilder: Pfarramt (2), Theresia Münzhuber (1), Hans Schertl (59)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

19.6.2010


Visitationsbericht von 1560
-in heutigem Deutsch-

Im Bericht über die Visitation der Pfarrei Moching (Ampermoching) heißt es über den Pfarrer: Sebastian Deckhel, aus Walsee gebürtig und zu Augsburg ordiniert (geweiht), versehe hier seit 29 Jahren die Seelsorge. Er halte es in allen religiösen Dingen, insbesondere beim Predigen, Sakrament reichen und den deutschen Gesängen mit dem katholischen Glauben. Jeden Sonntag und an Wochentagen feiere er den Gottesdienst; an den Feiertagen predige er auch. Die Jahrtage halte er fleißig. Da er schon ein ziemlich hohes Alter erreicht habe, sei er "eines ärgerlichen Lebens unverdächtig". Mit Rücksicht auf sein Lebensalter sei er auch nicht über sein Wissen in der katholischen Lehre examiniert worden.
"Hat kain gesellen (Kaplan) und kain wochenmeß" heißt es. Lediglich in (Unter)Weilbach sei ein "Frühmesser" (als Beneficiat) tätig. Das Pfarrhaus war damals schon recht schön. "Pfarrer hat ain ziembliche feine residentz", heißt es im Protokoll. Ein Mesnerhaus sei nicht vorhanden. Der "Meßner" (wohl ein Bauer, der im eigenen Haus wohnte) sei "vleissig".

Die Pfarrei habe 330 Gläubige; alle seien gut katholisch und keine Anhänger der "sectischen Religion". Sie hielten sich mit Opfer und anderen "pfärrlichen Rechten" zurück. Doch sie hätten ihn wegen des Zehents durch die Frau Lerchenfelderin sogar vor dem Landgericht Dachau verklagt. Er habe das weltliche Gericht abgelehnt und gefordert, ein geistliches Gericht möge über den Streit entscheiden. Doch der Landrichter zu Dachau habe einen Amtmann mit Ketten zum Pfarrhof Ampermoching geschickt; der habe ihm gedroht, er werde ihn als Gefangenen mitnehmen, wenn er nicht freiwillig komme. Darauf sei er in Dachau erschienen, habe dort eine Nacht im Amtshaus verbringen müssen und sei am nächsten Tag durch den Richter "übel abgevertigt" worden.
Die Einnahmen der Pfarrei betrügen 2 Gulden an Geld, Getreide im Wert von 18 Gulden, Wachs von 2 1/2 Pfund.

Die Kirche wird als "nit paufellig" beschrieben; sie bedürfe aber eines neuen Daches. Sie werde "sauber und catholisch gehalten". Im Inneren befänden sich drei Altäre. Zwei Kelche mit Corporal seien vorhanden, ein gueter und ein kupferner mit Vergoldung, des weiteren eine Messingmonstranz, drei Messbücher, ein Liturgiebuch und fünf Messgewänder. Das Tauföl werde in einem Krug aufbewahrt.


Neue Orgel für die Pfarrkirche in Ampermoching
Amperbote vom 19.12.1882

Aus Ampermoching wird dem Amperboten geschrieben: Besonders für die Bewohner Dachaus, wo man mit dem Plan umgeht, ein neues Orgelwerk anzuschaffen, dürfte es von Interesse sein, zu vernehmen, dass Orgelbaumeister F. B. März in München, dem die Herstellung obiger Orgel zugedacht sein soll, im Lauf voriger Woche in der Pfarrkirche von Ampermoching eine neue Orgel mit 10 klingenden Stimmen zur Aufstellung gebracht hat, welche nach dem Urteil Sachverständiger als ein vorzügliches Werk bezeichnet werden muss. Die einzelnen Stimmen haben sämtlich, den ihnen eigentümlichen Klangcharakter und sprechen sehr gut an. Der Ton ist zart, weich und melodiös, - kräftig und voll, je nach Zusammenstellung der Stimmen. Das volle Werk entfaltet eine Tonfülle, welche den Zuhörer überwältigt. Herr März hatte bei Herstellung dieser Orgel große Schwierigkeiten zu überwinden. Die Höhe des Musikchores ist nämlich nur 9 ¼ Fuss, so dass die Windlade nicht in der gewöhnlichen Höhe angebracht werden konnte, sondern am Fußboden, und die Mechanik teilweise noch im Fehlboden angebracht werden musste. Das ganze Pfeifenwerk steht somit nur 1 Fuß über dem Fußboden, weshalb der Prospekt, die vordere Ansicht der Orgel, nur mit kleineren blinden Pfeifen versehen ist. Der Güte des Werkes selbst tut dieses natürlich keinen Eintrag, wohl aber dem Ansehen desselben, so dass, wer dasselbe nach letzterem beurteilen wollte, sich sehr getäuscht fühlte, sobald die Stimmen zu sprechen beginnen. - Alle Teile sind genau nach dem Contrakt auf das Solideste ausgeführt und - "das Werk lobt den Meister"! Die Anschaffung geschah ganz aus Kirchenmitteln, so dass Privatwohltätigkeit nicht in Anspruch der beste Weg, wenn man ihn einschlagen kann und es sich um größere Anschaffungen handelt.

(Recherchiert von Hubert Eberl - http://home.arcor.de/hubert1112.eberl/zeitung/index.htm)