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Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben von AMPERMOCHING

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen


Jahr

Ereignis

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1880
Installation von Pfarrer Thaller - Amperbote vom 26.06.1880
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1889
Unterschlagung bei Pfarrer Thaler in Ampermoching -Amperbote vom 14.12.1889
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1890
Installation von Pfarrer Ludwig Keller - Amperbote vom 30.07.1890
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1891
Volksmission in Ampermoching - Amperbote vom 19.04.1891
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  Einweihung des Kriegerdenkmals - Amperbote vom 02.05.1891
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1892
Primiz von Anton Merk in Ampermoching - Amperbote vom 20.07.1892
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1894
Guter Erfolg in der Geflügelzucht durch Pfarrer Keller - Amperbote vom 24.10.1894
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1903
1903 fand in der Kirche die Primizfeier des aus Ampermoching stammenden Josef Widmann statt. Das erfahren wir aus einem Bericht der Wochenzeitung Amperbote vom 08.07.1903.
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Wenige Tage später feierte man das 25jährige Priesterjubiläum von Pfarrer Michael Hilger.
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1912
Primizianteneinzug von Josef Niklas - Amperbote vom 03.08.1912
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1913

Fußwallfahrt zum hl.Leonhard nach Inchenhofen
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  Veteranenfest in Ampermoching - Amperbote vom 17.05.1913
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1914
Abschied von Pfarrer Spötzl und Empfang für neuen Pfarrherrn
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1915
Zwei neu geweihte Priester aus Ampermoching feierten im Jahr 1915 ihre Primiz
Baptist Krimmer und Rochus Göttler
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1919
Warnung vor Adventisten - Amperbote vom 24.11.1919
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1920
Volksmission in Ampermoching - Amperbote vom 04.05.1920
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  Gefährlicher Kirchgang - Amperbote vom 03.06.1920
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1921
25jähriges Priesterjubiläum von Max Lederer - Amperbote vom 22.07.1921
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Primiz von Pater Electus Reischl - Amperbote vom 26.7.1921
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1924
Einführung des neuen Pfarrers Klemens Pschorr - Amperbote vom 19.06.1924
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1929
Beerdigung von Pfarrer Pschorr - Amperbote vom 20.7.1929
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1931
Missionar Göttler in die Heimat zurückgekehrt - Amperbote vom 11.7.1931
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1935
Wallfahrt nach Inchenhofen - Amperbote vom 8.5.1935
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  Geheimrat Professor Dr. Josef Göttler  gestorben, Caritas-Thurm
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1965
Magobeko, der schwarze Priester aus dem Kongo - Dachauer Nachrichten vom 23.1.1965
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40jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Wilhelm -Dachauer Nachr. vom 3.u.6.7.1965
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Installation von Pfarrer Thaller
Amperbote vom 26.06.1880

Am vergangenen Sonntag, den 20. Juni, fand die feierliche Installation des Herrn Pfarrers Thaller in Ampermoching statt. Bei dieser Feierlichkeit fungierte als erbischöflicher geistlicher Commissär Herr Dechant Mederer von Haimhausen, während von Seite der kgl. Regierung als Installations-Commissär der kgl. Regierungsrat und Bezirksamtmann, Herr Hausladen, als weltlicher Commissär die Verpflichtung und Einweisung des Herrn Pfarrers in die Temporalien vorzunehmen hatte, welcher Feierlichkeit die gesammte Schuljugend mit ihrem Herrn Lehrer, die Gemeindevertretung und die Kirchenverwaltungsmitglieder beiwohnten.

 

Unterschlagung bei Pfarrer Thaler in Ampermoching
Amperbote vom 14.12.1889

Psychologisches Rätsel. Herr Pfarrer Taler in Ampermoching beschuldigte den Gärtner Alban Niklas von Deutenhofen, dass dieser 16 Mark, welche er ihm in der Remise des Huterbauern für von Herrn Fabrikbesitzer Medikus erhaltene Zigarren zur Ablieferung an diesen gegeben, nicht abgegeben bzw. unterschlagen habe und bekräftigte diese Beschuldigung, da Niklas leugnete, dieses Geld von Herrn Pfarrer erhalten zu haben und infolgedessen die Sache am 8. Oktober vor das Schöffengericht nach Dachau kam, mit einem Eid, während Niklas dieselbe hartnäckig bestritt. Gegenüber dem außerordentliche guten Leumundszeugnis, das Herr Medikus dem Niklas ausstellte und den vorgebrachten Tatsachen von Entlastungszeugen, wonach Herr Pfarrer Taler öfters zerstreut sei, konnte das Schöffengericht Dachau sich von der Schuld des bisher vollständig unbescholtenen Niklas nicht überzeugen und sprach denselben frei. Dieses freisprechende Urteil, das begreiflicherweise großes Aufsehen erregte, bestätigte auch die Berufungsinstanz am kgl. Landgericht II am 9. Dezember. Man braucht weder von Seiten des Herrn Pfarrers an eine male fides, noch an eine Schuld seitens des Beklagten zu glauben. Herr Pfarrer kann wirklich, wie er angibt, das Geld in ein Papier eingewickelt und der festen Überzeugung sein, dasselbe, wie es seine Absicht war, dem Niklas gegeben haben. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Übergabe wirklich geschehen und von dem Beklagten vergessen wurde. Beide Annahmen werden durch das Nichtvorhandensein des Geldes bestätigt, das aber heute noch bei einem der Beteiligten an einem Platz liegen oder in einer Tasche stecken kann, ohne dass der Besitzer dies weiß.


Installation von Pfarrer Ludwig Keller in Ampermoching
Amperbote vom 30.07.1890

Vergangenen Sonntag fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung von Ampermoching und Umgebung die feierliche Installation des neuernannten hochwürdigen Herrn Pfarrers Ludwig Keller, vormals Kaplan bei St. Jakob am Anger in München, zu Ampermoching statt. Nachdem bereits am Vorabend schon dem neuernannten Herrn Pfarrer zu Ehren von Seiten der Gemeinde Ampermoching ein brillantes Feuerwerk, welches als sehr gelungen betrachtet werden musste, abgebrannt wurde, gestaltete sich die Installation selbst geradezu als eine Überraschung.
Schon am frühesten Morgen war die ganze Bevölkerung der Pfarrgemeinde Ampermoching auf den Beinen, um dieser hehren Feier beizuwohnen und waren aus diesem Anlass außer dem Gotteshaus und dem Pfarrhof auch sämtliche Gebäude des Ortes Ampermoching auf das herrlichste geschmückt. Um 8 Uhr wurde von Seite der Feuerwehr und des Kriegervereins von Ampermoching, dann der Gemeinde- und Kirchenverwaltung, sowie der Schuljugend, zum feierlichen Zug am Pfarrhof Aufstellung genommen. Bevor sich jedoch der Zug in Bewegung setzte, sagte das weißgekleidete Töchterchen des Herrn Lehrers Merk dem neuernannten Herrn Pfarre Keller einen sehr sinnreichen Spruch her, der nicht nur allgemein sehr wohlwollend aufgenommen, sondern auch Hochwürden Herrn Pfarrer Keller sichtlich ergriff. Hierauf setzte sich im Beisein des weltlichen Kommissärs, k. Bezirksamtmanns, Herrn Flosser von Dachau, und des geistlichen erzbischöflichen Kommissärs, Hochwürden Dekan und Pfarrers Herrn Rößler von Jarzt, mit dem neuernannten hochwürdigen Herrn Pfarrer Keller unter Vorantritt der weißgekleidten Mädchen und Jungfrauen, sowie der Gemeinde- und Kirchenverwaltung von Ampermoching und Sulzrain, der Vertreter der Gemeinden Röhrmoos, Schönbrunn und Amperpettenbach,dann der hohen Verwandten des Herrn Installanten, ferner der HH. Grafen Rambaldi auf Mariabrunn und Grafen Spreti auf Schloss Weilbach, sowie einer Deuputation der kath. Studentenverbindung "Aenania" von München, welcher Hochwürden Herr Pfarrer Keller als Philister angehört, in Bewegung zur Pfarrkirche, vor welcher der erzbischöfliche Kommissär vorerst eine geeignete Ansprache an die Pfarrgemeinde hielt, und in welcher derselbe sodann vor dem feierlichen Hochamt den neuernannten hochwürdigen Herrn Pfarrer Ludwig Keller als den nunmehrigen Seelenhirten der Parochianen der Pfarrgemeinde Ampermoching in seine geistlichen Funktionen in vorgeschriebener Weiser feierlich einwies.

Nach Beendigung des hl. Gottedienstes begab sich der Zug in der nämlichen Ordnung zurück zum Pfarrhof, vor welchem der weltliche Kommissär, k. Bezirksamtmann Herr Flasse, eine wirklich tiefergreifende und jedermann zu Herzen gehende Ansprache an die Versammelten als auch an Herrn Pfarrer Keller hielt. Letzterem den Versammelten als ihren von Seiner Majestät dem König allergnädigst ernannten Pfarrer, Vorstand der Kirchenverwaltungen, des Armenpflegschaftsrates und als k. Lokalschulinspektor förmlich vorstellte und aufforderte, ihm stets die gebührende Ehrerbietung und Hochachtung zu bezeigen und den in seiner Kompetenz erlassenen Anordnungen willigen Gehorsam zu leisten. Hierauf wurde von dem Herrn k. Bezirksamtmann Flasser ein dreifach donnerndes Hoch auf das angestammte Herrscherhaus Wittelsbach und des Erlauchten Prinzregenten, Seine kgl. Hoheit Prinz Luitpold von Bayern, ausgebracht, in welches die Versammlung begeistert einfiel. Hiernach wurde im Inneren des Pfarrhofes die Amtsexirdation an den neuernannten hochwürdigen Herrn Pfarrer Ludwig Keller betätigt und schloss hiermit die eigentliche Installationsfeier.
Mittags um 1 Uhr versammelten sich im dortigen Gasthaus die geladenen Festgäste zum Festmahl, welches über 70 Gedecke aufwies. Unter den geladenen Gästen sind nament lich hervorzuheben die HH. K. Bezirksamtmann Flasser von Dachau, Dekan Rößler von Jarzt, k. Rentbeamte Kaufmann von Dachau, Rechtsrat Alberstätter und Gemeindebevollmächtigte Bauer aus München als Vertreter der Stadtgemeinde München, geistlicher Rat ,Kirchberger aus München, Deputation der kath. Studentenverbindung "Anania" aus München, Vertreter des Vinzentius-Vereins München St. Peter, Graf Rambaldt auf Mariabrunn, Graf Spreti auf Schloss Weilbach, Hochwürden geistlicher Rat von Hohenammer, Pfarrer Seib aus Mainz, zur Zeit in Mariabrunn, Pfarrer Achthaler, Vorstand der Assoziationsanstalt zu Schönbrunn, mehrere andere hochwürdige Herren und mehrere Herren und Damen aus München. Mehrere Toaste, so unter anderem von Seite des Herrn k. Bezirksamtsmanns Flasser aus Dachau, Grafen Spreti auf Schloss Weilbach, hochwürdigen Herrn k. geistlicher Rat von Hohenkammer, hochwürdiger Herr Pfarrer Seib, zur Zeit in Mariabrunn, hochwürdiger Herr k. geistlicher Rat Kirchberger aus München, wurden den hochwürdigem Herrn Installanten sowie auf dess Herrn Papa und Damen ausgebracht, welche allgemeinen Beifall ernteten.
Nicht unerwähnt kann gelassen werden, dass Herr Rechtsrat Alberstätter als Vertreter der Stadtgemeinde München dem neuen Herrn Pfarrer Ludwig Keller für seine ersprießlichen und in uneigennütziger Weise geleisteten Dienste auf dem Gebiet der Schule (Realschule in München) den gebührenden Dank im Namen der Stadt München übermittelte. Gleiches tat auch ein Herr Vertreter des Vinzentius-Vereins St. Peter in München, welcher dem Herrn Pfarrer für seinen außerordentlichen Wohltätigkeitssinn, welchen er gegenüber dem Verein bekundete und für den unermüdlichen Fleiß, den er als Sekretär des Zentral-Vereins an den Tag legte, im Namen des genannten Vereins ein herzliches "Vergelt`s Gott" aussprach.
Während nun eine Ehrung auf die andere dem neuernannten Herrn Pfarrer, der sich hoher Verehrung in vielen Kreisen erfreut, zu Teil wurde, bracht der mittlerweile erschienene Schriftsteller und Volksdichter, Herr Fränkl aus München, welcher zur Zeit sich in Mariabrunn einer Kneip`schen Kur mit Erfolg unterzieht, ein mit großem Beifall aufgenommenes Gedicht zum Vortrag. Nachdem noch der hochwürdige Herr geistliche Rat und Domkapitular Kirchberger eine sehr humoristische Ansprache im Namen der katholischen Studentenverbindung "Aenania" zu München gehalten, welche großen Beifall erntete, dankte zum Schluss der hochw. Herr Pfarrer Keller allen für die vielen Beweise der Liebe und Anhänglichkeit die ihm beim heutigen Fest der Installation von nah und fern zuteil wurde auf das herzlichste, bat, das in ihn bisher gewsetzte Vertrauen und Wohlwollen auch in diesem seinem neuen Wirkungskreis als Pfarrer übertragen zu wollen und schloss mit einem dreifachen Hoch auf den weltlichen und erzbischöflichen Kommissär, die ihm heute auf das Amt als Pfarrer von Ampermoching, im Auftrag derhohen k. Staatsregierung und des erzbischöflichen Ordinariats München-Freising investirten, in welches Hoch begeistert eingestimt wurde.
Dieser für Herrn Pfarrer Ludwig Keller so ehrenvolle Tag, welcher auch von lschönsten Wetter begünstigt wurde, ist und war nicht nur für die anwesenden Gäste ein in Erinnerung stets bleibender und würdiger, sondern es kann auch die Pfarrgemeinde Ampermoching stolz sein, einen so würdigen Priester zu besitzen. Wir aber hoffen, dass es dem neuernannten Pfarrer Ludwig Keller gegönnt sein möge, viele Jahre zum Nutzen un Frommen seiner ihm anvertrauten Parochianen zu wirken. Das walte Gott!

 

Neue Orgel für die Pfarrkirche in Ampermoching
Amperbote vom 19.12.1882

Aus Ampermoching wird dem Amperboten geschrieben: Besonders für die Bewohner Dachaus, wo man mit dem Plan umgeht, ein neues Orgelwerk anzuschaffen, dürfte es von Interesse sein, zu vernehmen, dass Orgelbaumeister F. B. März in München, dem die Herstellung obiger Orgel zugedacht sein soll, im Lauf voriger Woche in der Pfarrkirche von Ampermoching eine neue Orgel mit 10 klingenden Stimmen zur Aufstellung gebracht hat, welche nach dem Urteil Sachverständiger als ein vorzügliches Werk bezeichnet werden muss. Die einzelnen Stimmen haben sämtlich, den ihnen eigentümlichen Klangcharakter und sprechen sehr gut an. Der Ton ist zart, weich und melodiös, - kräftig und voll, je nach Zusammenstellung der Stimmen. Das volle Werk entfaltet eine Tonfülle, welche den Zuhörer überwältigt. Herr März hatte bei Herstellung dieser Orgel große Schwierigkeiten zu überwinden. Die Höhe des Musikchores ist nämlich nur 9 ¼ Fuss, so dass die Windlade nicht in der gewöhnlichen Höhe angebracht werden konnte, sondern am Fußboden, und die Mechanik teilweise noch im Fehlboden angebracht werden musste. Das ganze Pfeifenwerk steht somit nur 1 Fuß über dem Fußboden, weshalb der Prospekt, die vordere Ansicht der Orgel, nur mit kleineren blinden Pfeifen versehen ist. Der Güte des Werkes selbst tut dieses natürlich keinen Eintrag, wohl aber dem Ansehen desselben, so dass, wer dasselbe nach letzterem beurteilen wollte, sich sehr getäuscht fühlte, sobald die Stimmen zu sprechen beginnen. - Alle Teile sind genau nach dem Contrakt auf das Solideste ausgeführt und - "das Werk lobt den Meister"! Die Anschaffung geschah ganz aus Kirchenmitteln, so dass Privatwohltätigkeit nicht in Anspruch der beste Weg, wenn man ihn einschlagen kann und es sich um größere Anschaffungen handelt.

Bekanntmachung anlässlich der Volksmission in Ampermoching
Amperbote vom 19.04.1891

Die unterfertigte Gemeindeverwaltung gibt hiermit bekannt, dass aufgrund des § 356, Ziff. 10 des Reichssteuergesetzes gem. Art. 2 Ziff. 6 des P.-St.-G.-B. während der Volksmission vom 19. bis 26. April einschließlich 1891 sowohl jeglicher Wandergewerbebetrieb, überhaupt als auch der Verkauf von Missionsgegenständen fremden Firmanten, Händlern und dergleichen innerhalb der Ortschaft Ampermoching verboten und letzterer nur den hiesigen Gewerbetreibenden gestattet ist. Solches gibt zu allgemeinen Kenntnis: Die Landgemeindeverwaltung Ampermoching. Göttler, Bürgermeister

 

Einweihung des Kriegerdenkmals in Ampermoching
Amperbote vom 02.05.1891

Beim Schluss der Volksmission im benachbarten Ampermoching wurde auch das errichtete Kriegerdenkmal in Form einer Mariensäule enthüllt und eingeweiht. 14 Veteranenvereine hatten sich um das Denkmal geschart. Der Hochwürden Herr Pfarrer Keller und der Hochwürden Herr Dekan des Kapitels Dachau hielten entsprechende Ansprachen, worauf letzterer die Einweihung vornahm. Hierauf erfolgte der Abmarsch in das Gasthaus des Herrn Großmann, woselbst sich die Ehrengäste, die Mitglieder der Veteranenvereine und übrigen Festgäste zu einer gemütlichen Unterhalten vereinigten. Mehrere Redner trugen zur Erhöhung der begeisterten Stimmung bei. Herr Ludwig Ullinger, Mitglied des Veteranen- und Kriegervereins Sigmertshausen-Röhrmoos erntete großartigen Applaus. Das Fest verlief in der gemütlichsten Weise.

Primiz von Hochwürden Herrn Anton Merk in Ampermoching
am 17.Juli 1892
Amperbote vom 20.07.1892

Der heutige Tag, vom glänzenden Morgenrot beleuchtet, war für unsere Pfarrgemeinde ein außerordentlicher Festtag - es war die Feier der Primiz des hochwürdigen Pfarrkindes, des Herrn Anton Merk, Sohn des hiesigen Herrn Lehrers. - Hatte die Gemeinde schon vor drei Jahren die Freude und Ehre, einen Sohn des Herrn Lehrers zur Messfeier gehen zu sehen, so war natürlich die heutige Feier eine größere. Um 4 Uhr früh verkündeten Böllerschüsse den Anfang des Festes und Schlag 9 Uhr begab man sich in geordnetem Zug vom Vaterhaus aus nach dem Festplatz, allwo der prächtig gezierte Festaltar - in seiner Art einzig - aufgestellt war; nun zog die Festesschar am Kriegerdenkmal vorüber, an unserer allbeliebten Mariensäule, der Zierde unseres Dorfes, die in auserlesenem Schmuck prangte, geziert durch Künstlerhände, bis man am Festplatz anlangte, begleitet durch entsprechende Marschmusik, einer Abteilung des allberühmten 1. Schweren-Reiter-Regiments aus München. Die kirchliche Feier, beginnend mit der Festpredigt, welche der hochwürdige Bruder des hochwürdigen Herrn Primizianten hielt, nahm einen schönen Verlauf, indem das feierliche Hochamt durch eine rührige Chormusik begleitet war. Um 11 Uhr begab man sich vor der Kirchenfeier ins Vaterhaus zurück, worauf um halb 1 Uhr das Festmahl begann. Auch dieses verlief in günstiger Weise; herrliche Piecen von der Regimentsmusik ausgeführt, wechselten ab mit lustigen und ernsten Gesängen, auch passende Reden trugen zur Geselligkeit bei. Nun ist der Tag vollendet, ein Tag, den man mit Recht einen Festtag nennen kann, ein Tag, von dem zu hoffen ist, dass er recht lange im Gedächtnis der ganzen Gemeinde bleibt, dass er ihr sei ein Tag der Auffrischung der Hochachtung und Liebe zu der Priesterschaft.

 

Guter Erfolg in der Geflügelzucht durch Pfarrer Keller aus Ampermoching
Amperbote vom 24.10.1894

Der als Geflügelzüchter bekannte Pfarrer in Ampermoching, Herr Keller, teilt im Süddeutschen Blatt für Geflügelzucht seine Resultate der heurigen Lege und Brutperiode mit. 50 Hühner (von Juli nur 40) lieferten in ein neun Monaten 4316 Eier und zwar nach den einzelnen Monaten: Januar 64, Februar 270, März 602, April 850, Mai 975, Juni 576, Juli 552, August 554, September 170 Stück Eier. Weniger günstig waren die Resultate der heurigen Brutgeschäfte. Von im ganzem 350 Eiern wurden 134 Junge ausgebrütet, von denen danach 43 verendeten.

Spendung der heiligen Firmung
Amperbote vom 28.03.1900

Die Spendung der hl. Firmung wird seine Excellenz der hochw. Herr Erzbischof von München-Freising, Dr. v. Stein an folgenden Tagen und Orten vornehmen:
Am 2. Mai in Dachau für die Pfarreien Ampermoching, Bergkirchen, Dachau, Hebertshausen, Kollbach, Kreuzholzhausen, Mitterndorf und Pellheim.
Am 3. Mai in Dachau für die Pfarreien Giebing, Haimhausen, Röhrmoos und Vierkirchen, Asbach, Obermarbach und Petershausen, Oberroth und Schwabhausen.
Am 5. Mai in Indersdorf für die Pfarreien Arnbach, Hirtlbach, Indersdorf , Langenpettenbach, Niederroth, Weichs, Westerholzhausen und Großinzemoos.
Am 7. Mai in Altomünster für die übrigen Pfarreien des Dekanats Sittenbach.
Am 8. Mai in Scheyern für die Pfarreien des Dekanats Scheyern mit Ausnahme von Asbach, Obermarbach und Petershausen, sowie für die Pfarrei Hohenkammer des Dekanats Dachau.


Primizfeier in Ampermoching
am 5.Juli 1903

Amperbote vom 08.07.1903
07)

Dass das katholische Volk noch an seinen Priestern hängt und an den Festen des katholischen Priestertums rege Anteil nimmt, zeigte sich so recht bei der Primizfeier des hochw. Herrn Josef Widmann in Ampermoching. Es war ein großartiger Anblick, als gestern an dem herrlichen Sonntagmorgen die Gläubigen von allen Seiten auf das Pfarrdorf lossteuerten. Ampermoching hatte festliches Gewand angelegt, auch Triumphbögen fehlten nicht. Ein sehr kunstvoll errichteter Altar erhob sich in einem wie zur Feier geschaffenen Anger. Unter Böllerschießen wurde der Herr Primiziant in feierlichem Zug vom elterlichen Haus unter Beteiligung vieler Nachbarsgeistlicher, der Vertreter der Gemeinde und Kirchenverwaltung, des Veteranen- und Feuerwehrvereins, der Schuljugend und einer trefflich geschulten Musikkapelle abgeholt. Am Festplatz angekommen, bestieg der Festprediger, Herr Pfarrer Merk von Neufreimann, die gezierte Kanzel und entwickelte in meisterhaften Worten das Thema über die Würde des Priesterstandes. Während des Hochamtes brachten die Herrn Lehrer der Umgebung eine feierliche Feldmesse zur Aufführung. Nachdem die herrlichen Töne des Tedeum verklungen waren, wurde der neugeweihte Priester ins Elternhaus zurückgeleitet. Der Nachmittag vereinigte viele Festgäste im Postgasthaus von Blasius Huber; der Primiziant wurde durch Toaste und poetische Ansprachen geehrt. So verschwand rasch die Zeit und die Trennungsstunde schlug; eine schöne Erinnerung aber nahmen alle mit nach Hause.

Priesterjubiläum in Ampermoching
am 19.Juli 1903

Amperbote vom 25.07.1903
08)

Dem Amperboten wird von geschätzter Seite geschrieben:
Vergangenen Sonntag feierte die Pfarrgemeinde Ampermoching das 25jährige Priesterjubiläumg ihres hochwürdigen Herrn Pfarrers Michael Hilger. Die Häuser waren reichlich beflaggt und bekränzt, den Weg zur Kirche zierten Triumphbögen mit passenden Inschriften; besonders sinnreich und geschmackvoll dekoriert war das Pfarrhaus. Die ganze Pfarrgemeinde, die Veteranen und Feuerwehr mit ihren Fahnen, die Mädchen und Jungfrauen in weißen Kleidern und Kränzen prangend, die Knaben mit Fähnchen, begleitete ihren allbeliebten Pfarrherren zur Pfarrkirche, woselbst der hochw. Herr geistliche Rat und Domkapitular Neudecker den religiösen Festakt mit einer recht zeitgemäßen Predigt über das soziale Wirken des kath. Priesters einleitete. Der Herr Jubilar zelebrierte dann ein schönes Hochamt, wobei ehemalige Schüler die Leviten- und Altardienste versahen; hat ja doch der Gefeierte gar viele talentierte Knaben als Instruktor auf die Studienbahn geführt. Eine prächtige Kirchenmusik erhöhte die schöne Feier des Gottesdienstes. Nach dem Tedeum wurde der Herr Jubilar wieder in feierlichem Zug ins Pfarrhaus zurückgeleitet. Vor demselben brachten Kinder in sinnreichen Gedichten ihre Glückwünsche dar. Namens der Pfarrgemeinde sprachen Herr Graf v. Spreti und Herr Bürgermeister Göttler mit warmen Worten die dankbare Anerkennung und die besten Segenswünsche aus, die jedes Mal in die Bitte ausklangen, der liebe Gott möge diesen lieben, seeleneifrigen Hirten noch lange lange Jahre der Pfarrgemeinde erhalten. Herr Sedlmair überreichte eine künstlerisch gefertigte Ehrenbürgerrechts-Urkunde, worauf Herr Jubilar mit tiefbewegten Worten für diese Ovation seiner lieben Pfarrgemeinde den innigsten Dank aussprach mit der Bitte, man möge in pietätvoller Rücksicht auf den todkranken hl. Vater von einer weiteren weltlichen Feier absehen. Die ganze Feier gab beredtes Zeugnis, wie sehr diese Pfarrgemeinde ihres Seelenhirten eifrigstes Wirken zu schätzen weiß und wie sie dessen Liebe wieder mit Liebe zu vergelten sucht. Möge unser allgeliebter Pfarrherr auch noch sein goldene Jubiläum in unserer Mitte einst feiern können, darum ad multos annos!

Primizianteneinzug von Josef Niklas
Amperbote vom 03.08.1912

Am Sonntag fand hier unter großer Teilnahme der Bevölkerung aus der Umgebung der Einzug des hochwürdigen Herrn Primizianten, Josef Niklas aus Unterweilbach, statt, welcher sich zu einer erhebenden Feierlichkeit gestaltete. Hochw. Herr Pfarrer Spötzl von Ampermoching war in einem von der gräflich Spretischen Gutsherrschaft zur Verfügung gestellten, festlich geschmückten Wagen dem Herrn Primizianten nach Lohof entgegengefahren, woselbst auch eine Menge Radfahrer ihn erwarteten. In Ottershausen hatten sich etwa 30 geschmückte Reiter eingefunden. Nach Ankunft des Hochw. Herrn Primizianten gings in langem Zug, voran die Reiter, dann die Radfahrer, der Ehrenwagen, dem mehrere Wägen mit den Eltern und Verwandten des hochwürdigen Herrn folgten, nach Ampermoching, wo in der Kirche eine kurze Andacht erfolgte. Sodann gings nach Unterweilbach. Hier hatte sich vor der Ortschaft die Feuerwehr unter dem Kommandeo ihres Hauptmannes Blümel aufgestellt. Gegen 5 Uhr Nachmittag traf der Zug, dem sich noch Reiter aus Ober- und Unterweilbach sowie von Arzbach anschlossen, hier ein. Weißgekleidete Mädchen standen mit der ganzen Ortsbewohnerschaft an einer Ehrenpforte zum Empfang bereit. Ein Ortskind sprach ein Gedicht, und nun zog man zur Kirche. Von da gings ins Schloss, an dessen Portal die gräfliche Familie mit ihrem Dienstpersonal den Hochw. Herrn empfing; das liebliche Töchterlein des Schlossherrn trug ein Gedicht vor und dann ging es zur Schlosskapelle, wo der Herr Primiziant den Segen spendete. Hierauf wurde dieser sowie Herr Pfarrer Spötzl und die Eltern des Primizianten von der Gutsherrnschaft noch zu Kaffee und Kuchen geladen.

Veteranenfest in Ampermoching
Amperbote vom 17.05.1913

Zum Veteranenfest wird und von geschätzter Seite ein weiterer Bericht zugesandt: Ampermoching hat heute ein Fest gefeiert, aus das es stolz sein kann. Zwar war die Witterung nicht sonderlich günstig, was jedoch der Feststimmung keinen Eintrag tat. – Der Veteranenund Soldatenverein Ampermoching hat sich nämlich eine neue herrliche Fahne angeschafft, welche nach Entwurf des Herrn Professor Stockmann gezeichnet, nicht landläufige Schablonenware ist, sondern mit der Patrona Bavariae geziert, wirklich künstlerisch Charakter zeigt. Mit der Weihe dieser Fahne verband sich zugleich das 40jährige Jubiläum des Vereins, sodass es heute ein Doppelfest zu feiern galt. Nach dem kirchlichen Akt in der Pfarrkirche, welcher durch geschmackvollen Kirchenschmuck und durch prächtigen Gesang des einheimischen Kirchenchores verschönt wurde, versammelte sich der Festverein mit seinem Patenverein Biberbach und weiteren 26 Gastvereinen vor dem eigenartig schönen Kriegerdenkmal. Hier überreichten die Festjungfrauen, die Fräuleins Rosa Huber, Biberbach, Rosa Eggl und Maria Reischl, Ampermoching und Maria Riedmeier, Sulzrain, nachdem sie Widmungsansprachen und Gedichte überraschend schön vorgetragen hatten, der neuen Fahne, die stolz im Wind flatterte, ihre Paten- und Festfahnenbänder. Der Höhepunkt der Feier aber trat ein, als Herr Graf Martin v. Spreti Weilbach das Rednerpult bestieg und in begeisterten und klaren Worten sprach über die Bedeutung dieses Tages, über die Geschichte des Festvereins und der Veteranenvereine im Allgemeinen. Seine Rede klang aus in den freudig aufgenommenen Hochruf auf Regent und Kaiser und sodann in die Königshymne. Parademarsch und festlicher Umzug durch die Ortschaft endete diesen Festakt im Freien. Während des nun folgenden Festmahles im Gasthaus nahm Herr Justizrat Pailler, der als Vertreter des Bundespräsidiums dem Fest beiwohnte, die Gedanken, welche in der Kirche und beim Festakt gesprochen worden waren, nocheinmal auf und aus seinen warmen Worten fühlte man heraus, dass ihm die Veteranensache so recht zur Herzenssache geworden sei. Noch mehrere Reden, größtenteils geschichtlichen Inhalts, wurden gehalten, kein Misston störte, allgemein herrschte frohe und ungetrübte Stimmung dank den Bemühungen des Fest- Komitees und besonders des allseits hochgeschätzten Vereinsvorstandes, Herrn Johann Sedlmaier, Bauer in Durchsamsried, der eben in diesem Jahr 25 Jahre lang dem Verein in Treu und Ehren vorsteht. Leider hatten die Gastvereine bereits alle den Ort verlassen, als die Feststimmung nocheinmal einen Höhepunkt erreichte. Es war nämlich auf ein seitens des Vereines abgesandtes Huldigungstelegramm ein Antworttelegramm Seiner K. Hoheit des Prinzregenten Ludwig eingetroffen, ein Abschluss des Festes, wie er schöner nicht gedacht werden konnte.

 

Bittgang nach St. Leonhard (Inchenhofen)
Amperbote vom 24.05.1913

Wie treu das Landvolk an den Sitten und Gebräuchen seiner Väter festhält, zeigte wieder der Bittgang am letzten Samstag (18.Mai) nach St. Leonhard (Inchenhofen). Die Beteiligung hatte in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Heuer dagegen war die Beteiligung wiederum sehr stark. In stattlicher Zahl sammelten sich die Teilnehmer in der Frühe in der Kapelle zu Mariabrunn, um nach dem ca. 8 – 9 Stunden entfernten Ziel zu wallen. Wie erhebend war es, als, da noch die ganze Natur schlummerte das vereinte Gebet in den weiten Hallen des Waldes als Echo wiedertönte, als wollte jeder Baum und Strauch einstimmen in das Flehen der Pilger. Sehr zu begrüßen war es, dass sich aus den umliegenden Ortschaften noch sehr viele Wallfahrer anschlossen und so sich die Zahl der Pilger verdoppelte. Wirklich schön gestaltete sich der Empfang durch die dortige Geistlichkeit sowie der Einzug unter feierlichem Glockengeläut, nachmittags um 3 Uhr in die Wallfahrtskirche. Die feierlich abgehaltene Maiandacht bildete den schönen Schluss zu den tagsüber auf dem Bittgang gepflogenen Gebeten. Am anderen Tat, nach abgehaltenem Bittgang, nahm der Pilgerzug wieder Abschied vom Wallfahrtsort. Angenehme Witterung begünstigte den Rückgang. Lasst uns auch fürderhin heilig halten, was einst in gläubigem Sinn der Mund unserer Väter gelobte!


Abschied von Pfarrer Spötzl
Amperbote vom 21.01.1914

Scheiden tut weh! Ein altes Wort, dessen Wahrheit sich stets wieder erneuert. Auch die Angehörigen der Pfarrei Ampermoching müssen in diesen Tagen die Wahrheit des alten Satzes erfahren, da ihr Pfarrherr, HH. Johann Spötzl, in kurzer Zeit der Stätte seines Wirkens Lebewohl sagt und nach der ihm verliehenen Pfarrei Vierkirchen übersiedelt. Als einen überaus eifrigen, nimmermüden Seelenhirten galt ihm das Heil seiner Pfarrkinder als das Höchste und in aufrichtiger Hingabe wirkte er treu und gewissenhaft mit ernstem Wollen, mit Liebe und Güte. Seine Pfarrgemeinde, die stille Wehmut beschleicht ob seines Scheidens, dankt ihm seine Liebe und Opferwilligkeit mit aufrichtiger Anhänglichkeit und von ganzem Herzen bedauern alle sein Scheiden, die das wahrhaft Edle, das ohne Aussehen und Überhebung still und bescheiden und doch mit zielbewusster Überlegung wirkt, vom bloßen Schein unterscheiden gelernt haben. Seine ganze Kraft hat HH. Pfarrer Spötzl in den Dienst seines schweren und verantwortungsvollen Berufes gestellt. Mit hingebender Liebe widmete er sich auch besonders der Jugenderziehung. Er verstand es zu den Kleinen herabzusteigen und sich ihre kindlichen Herzen zu erobern. Kein Wunder, wenn auch die Kinderseelen betrübt sind beim Scheiden des geliebten Priesters. Biedersinn gepaart mit Ernst und Aufrichtigkeit ließen sein gedeihliches Wirken in Kirche, Schule und als Armenpflegschaftsrat im schönsten Licht erglänzen. Auch das Dekanat Dachau ehrt und schätzt ihn, indem es ihn vor kurzer Zeit zum Synodalzeugen ernannte. Dem nimmermüden Priester sei herzlich gedankt für all das Gute, das er als Pfarrer in Ampermoching gewirkt hat! Sein Andenken wird hier allezeit ein gesegnetes sein. Möge sein berufliches Wirken auch in Vierkirchen vom gleichen Segen und Erfolg begleitet sein, wie hier im Ampermoching! Die besten Wünsche seiner dankbaren Pfarrgemeinde begleiten ihn an seinen neuen Wirkungsort.

Mehr über Pfarrer Spötzl....


Feierlicher Empfang für den neuen Pfarrherren
Amperbote vom 25.04.1914

Festtagsstimmung herrscht im stillen Pfarrdorf Ampermoching. Es ist 2 Uhr nachmittags. Glockengeläut kündet der um das Missionskreuz vor dem Dorf versammelten Pfarrgemeinde, dass ihr neuer Pfarrherr sich nähert. Alles ordnet sich und bald leuchten freudetrunken von Jung und Alt Blicke der Erwartung und Spannung dem nunmehrigen Seelenhirten entgegen, der dem mit frischen Frühjahrsblumen herrlich geschmückten Wagen entsteigt. Willkommensgedichte aus dem Mund zweier Kinder des ersten und letzten Schuljahres bringen die hohe Freude und Bedeutung dieses Tages zum Ausdruck. Und nun geht es in feierlichem Zug, voran die Schuljugend und folgend der Feuerwehr-, Veteranen- und Soldatenverein, zur Pfarrkirche. Dort begrüßt der HH. Vikar den neuen Pfarrherren und übermittelt ihm die Glückwünsche, die Liebe und das Vertrauen der Pfarrkinder. HH. Pfarrer dankt für den feierlichen Empfang und verspricht seinen Seelsorgsangehörigen sein Bestes zu Bieten und bittet sie, mit ihm in Liebe und mit Vertrauen arbeiten zu wollen, damit sie so vereint das wichtigste Ziel der Seelsorge, Friede, Eintracht und Freude, erreichen mögen. Seine kleine Andacht mit erstmaligem sakramentalen Segen aus den Händen des neuen Pfarrherren schließt die würdige Feier. Wir wünschen der Pfarrgemeinde Ampermoching ein segensreiches Gedeihen ad multos annos!

Anmerkung: der Neue heißt übrigens Maximilian Lederer

Zwei Primizfeiern in Ampermoching
Amperbote vom 07.07.1915

In prachtvollem Blau wölbte sich der Himmel am Festsonntat über unsere festlich geschmückte Gemeinde. Jedes Haus trug Fahnen und Blumenschmuck, drei Triumphbögen waren errichtet und alles war aufgeboten, den Tag zu einem möglichst festlichen, weihevollen zu gestalten. Das katholische Volk Ampermoching bewies, welch hohe Auffassung es vom kath. Priestertum hat, wie es treu zu ihm steht, wie es die Priester schätzt und ehrt. Groß war der Andrang der Andächtigen, welche bei der hehren heiligen Feier mit dabei sein und den Segen des neuen Priesters empfangen wollten. Aus näherer und weiterer Umgebung waren viele Andächtige erschienen. Wenn auch vielleicht der Andrang wohl viel größer gewesen wäre, wenn es nicht Kriegszeit gewesen und wenn nicht gleichzeitig in Bergkirchen auch eine Feier abgehalten worden wäre (Anmerkung: Primiziant Martin Schmidhofer), letztere im Freien! Im feierlichen Zug wurde der HH. Primiziant Johann Baptist Krimmer, nachdem ihn vorher noch die kleine Kreszenz Groißmeier mit sinnigen Worten begrüßt hatte, begleitet von seinen HH. Amtsbrüdern, von seinem Elternhaus abgeholt. Voran schritt die Schuljugend Ampermochings. Dann folgten die Jungfrauen, die freiwillige Feuerwehr und der Veteranenund Kriegerverein Ampermoching. Auch die Gemeindevertretung geleitete den Sohn der Gemeinde zu seinem ersten hl. Opfer. Nach Hunderten standen die Andächtigen an der Straße, durch welche der Zug seinen Weg nahm. Die Kirche von Ampermoching war nicht imstande, alle zu fassen, die am Gottesdienst teilnehmen wollten. Viele konnten nicht sehen, als der HH. Primiziant den hl. Segen spendete, viele konnten die herrlichen Worte nicht vernehmen, welche der Prediger HH. Josef Wittmann, dessen Primiz vor wenigen Jahren in Ampermoching gefeiert worden war, seinen Mitbruder im Herrn als Willkommens- und Festesgruß entbot. Es folgte dann das Primizamt, während welchem der Kirchenchor Ampermoching, etwas verstärkt durch freiwillige Kräfte, eine Messe tadellos durchführte. Nach dem Amt folgte in gleich festlicher Weise wie der Einzug der Rückweg zum Elternhaus. Dort angekommen, brachte, umgeben von anderen weiß gekleideten Mädchen, die kleine Kürzinger Katharina ein Gedicht zum Vortrag. Der HH. Primiziant nahm sodann die Verteilung der Fahnenbänder vor. Nach der Kirche vereinte die Festgäste und die nächsten Anverwandten ein Festmahl, das im Großmann`schen Gasthaus abgehalten wurde. Der Zeit entsprechend war das Menü vereinfacht. In poetischer Sprache und in Prosa wurde zur Weihe des Tages manch schönes Wort gesprochen. Frohe Stimmung herrschte unter allen Teilnehmern. Die Nachmittagsandacht schloss die Feier. Gewiss wird der Tag, an welchem HH. Krimmer in Ampermoching sein erstges hl. Messopfer darbrachte, den Ampermochingern unvergesslich bleiben.

Primiz in Ampermoching
Amperbote vom 08.12.1915

Der HH. Primiziant, welcher nächsten Mittwoch (am Fest Maria Empfängnis) in Ampermoching sein erstes hl. Messopfer feiert, ist vielen Lesern des Amperboten vor Jahren schon nahe getreten durch seine Berichte aus der ostindischen Missionsarbeit und die meistens angeschlossene Bitte um Gaben für dieses Missionsgebiet sowie durch Ansichtskarten aus Indien, welche er den Gebern vermittelte. Mit Eifer und Erfolg war der bisherige Frater Rochus Göttler in den Missionsgebieten Lahore und Allahabad tätig. In schon vorgeschrittenem Alter sandte ihn vor drei Jahren sein Missionsbischof nach Italien in das Missionspriesterseminar in Genua, um dort den theologischen Studien zu obliegen und die hl. Priesterweihe zu empfangen. Kurz nach Empfang der Subdiakonatsweihe (der ersten höheren Weihe) zwang den noch Landsturmpflichtigen die drohende Kriegserklärung Italiens, Genua zu verlassen und in die Heimat zu gehen. Im Klerikalseminar von Freising fand der Missionar gastlich Aufnahme, um seine Studien fortzusetzen, erhielt von der Hand uneres HH. Kardinals am 30. Juni die Diakonatsweie und am 22. November die Priesterweihe. – Möge ein baldiger Friedensschluss dem Missions-Primizianten die Rückkehr in sein Arbeitsfeld gestatten. Ein Bruder des Herrn Primizianten, Lehrer Georg Göttler, ist am 30. April in Frankreich gefallen, ein zweiter Bruder steht seit Kriegsbeginn bei der Marine-Infanterie auf dem Kriegsschauplatz. Die betagten Eltern erfreuen sich noch rüstiger Gesundheit.

Warnung vor Adventisten
Amperbote vom 24.11.1919

Ein Adventistenbruder, sanft und lieb, durchzog am Freitag unser Dorf. Er verhaussierte die bekannten Traktate: Prophetischer Ausblick auf Zeit und Ewigkeit, Harren der Kreatur, Weissagung und Weltgeschichte, also die bekannten adventistischen Bücher mit den gemeinen Ausfällen gegen die kath. Kirche und das Pabsttum. Der Schwindel besteht besonders darin, dass diese adventistischen Hausierer ihre Bücher, die 16 – 20 Mark kosten, Missionsbücher nennen, um in kath. Häusern Eingang zu finden. – Unsere kath. Hausfrauen seien neuerdings gewarnt.

 

Volksmission in Ampermoching
Amperbote vom 04.05.1920

Wie wir hören, findet vom Pfingstsonntag, den 23. Mai mit Dreifaltigkeitssonntag, den 30. Mai für die hiesige Pfarrei eine große Volksmission statt. Die Mission wird von Franziskaner- Patern abgehalten werden. Die letzte Mission dahier war im Jahr 1910 und ist damals eine Stiftung gemacht worden, dass alle 10 Jahre einmal eine Volksmission für die hiesige Pfarrei abgehalten wird. – Wir möchten schon heute der Volksmission einen recht guten Erfolg wünschen und der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass sie zum Segen der hiesigen Pfarrei werden möge!

Amperbote vom 18.05.1920

Wegen der zur Zeit herrschenden Maul- und Klauenseuche kann die heilige Mission heuer nicht mehr abgehalten werden.

 

Bubenstück in Ampermoching
Amperbote vom 03.06.1920

Als am Sonntag eine Weilbacher Sonntagsschülerin in Ampermoching in die Kirche gehen wollte, traf sie in der Nähe des Pfarrhofstadels ein Schrotschuss in den Arm. Wird schon wieder so ein Lausbub gewesen sein, der bloß auf Katzen und Spatzen schießen kann, weil diese lieben Tierchen nicht zurückschießen. Wie viel Unglück ist schon passiert mit dieser Schießerei? Wann hört der Unfug endlich auf?

 

25jähriges Priesterjubiläum in Ampermoching
am 17.Juli 1921
Amperbote vom 22.07.1921

Die ganze Pfarrgemeinde beging die Feier des 25jährigen Priesterjubiläums ihres hochgeschätzten Hochwürden Herrn Pfarrers Max Lederer in äußerst feierlicherund festlicher Weise. Der Pfarrhof wie auch die Kirche waren aufs prächtigste geschmückt und war vor dem Pfarrhof ein Triumphbogen errichtet, der die Inschrift trägt: "Glück und Heil dem Jubilar, Glück und Heil noch viele Jahr!" Um 08.15 Uhr nahmen die Schuljugend, die Gemeindevertreter, die Kirchenverwaltung, die Freiwillige Feuerwehr und der Veteranen- und Kriegerverein mit Fahne vor dem Pfarrhof Aufstellung. Knaben und Mädchen begrüßten mir Prologen den treuen Seelenhirten, worauf sich der Zug zur Pfarrkirche in Bewegung setzte, voran die Knaben mit weißblauen Fähnchen.
Unter brausendem Orgelklang zog der Jubilar in die Kirche ein, woselbst Hochwürden Herr Spiritual Krimer von Pasing, ein geborener Ampermochinger, die Kanzel bestieg und in prächtigen Worten die Zusammengehörigkeit von Priester und Volk schilderte. Während der Predigt erteilte der Jubilar den Gläubigen den Segen. Beim levitierten Hochamt weckten die trefflichen Vorträge des Kirchenchores eine feierliche Stimmung bei den Andächtigen. Nach der kirchlichen Feier bewegte sich der Zug wiederum zum Pfarrhof zurück, woselbst wiederum eine Reihe von Mädchen in sehr schönen Gedichten die Bedeutung des Tages schilderten und ihrem Religionslehrer ein sehr schönes Bild und Blumen überreichten. Der 2. Bürgermeister, Herr Sedlmeier brachte namens der Pfarrgemeinde und der Gemeinde Ampermoching in kernigen Worten die Glückwünsche dar und überreichte ihm die Ehrenbürgerurkunde. Den Schluss der Feierlichkeit vor dem Pfarrhof bildete eine Ansprache des Jubilars, der den lieben Kindern, der Gemeindevertretung und allen, die mit zur Verschönerung des Festes beigetragen haben, den herzlichsten Dank aussprach. Er drückte in dieser Dankesrede den Wusch und die Hoffnung aus, dass es ihm vergönnt sein möge, auch ein 50jähriges Priesterjubiläum zu begehen. Wir möchten unseren Bericht schließen mit dem Wunsch, der über dem Eingang zum Pfarrhof angebracht war:

Gott erhalte uns in Gnaden Unseren teuren Jubilar,
Schütze ihn auf allen Pfaden
Segne reich ihn immerdar!


Primiz von Pater Electus Reischl in Ampermoching
am 25.7.1921
Amperbote vom 26.7.1921

Die Ampermochinger boten fürwahr alles auf, um die Feier des ersten Messopfers des Hochwürden Herrn Pater Electus Reischl recht würdig zu gestalten. Fleißige Hände hatten schon vor gut acht Tagen das Dorf herrlich geziert, so dass man wirklich sagen kann: "Auf gezierten Pfaden kam der Hirt gezogen." Freilich mit jedem Teilnehmer unvergesslich wird der auch der herrliche Empfang am letzten Montag im 18. Juli bleiben, als ganz Ampermoching sich eingefunden hatte, um den Erwählten des Herrn willkommen zu heißen, und von ihm den ersten heiligen Segen zu bekommen. Daß aber auch weit über die Grenzen der Pfarrgemeinde, ja des Dachauer Bezirks hinaus, das gläubige Volk lebhaften Anteil nahm, bewies der gestrige Sonntag. Das alte Sprichwort: "eine Primiz ist soviel wert, dass man sich zu ihr ein Paar Stiefel durchlaufen soll" hat noch seine volle Geltung und gestern wieder eine neue Bestätigung gefunden. Das Pfarrdorfes Ampermoching prangte, wie gesagt, im Festkleid, Fahnen wehten lustig im Wind, Böller krachten, als von allen Seiten herbei strömenden eine endlos lange Kette von Fußgängern, Radfahrern und Chaisen beobachtet werden konnte. Es mögen wohl an die 2000 Menschen gewesen sein, die da aus nah und fern in glühenden Sonnenbrand die Pilgerfahrt zur Primiz gemacht, und an dieser teilgenommen haben. Gegen halb 9:00 Uhr marschierten die Vereine, die Jungfrauen und die Schuldjugend unter flotten Marschklängen der Reichswehrmusik (Fahrabteilung 7) aus München zum Haus des Primizianten, dem Huberanwesen, dass mit dem prächtigen Festschmuck, der Triumphpforte und so weiter noch bedeutend staatlicher, als es so schon ist, aussah. Eine froh bewegte Menge wogte auf dem Hof auf und ab. Als der Primiziant aus der Pforte des Hofes trat, brachte ihm seine Schwester Sophie Bachinger einen poetischen Glückwunsch dar. Desgleichen begrüßte ihn mit einem Prolog Fräulein Maria Bachinger. In beiden Gedichten wurde der Bedeutung des Tages in sinnigen Worten Ausdruck gegeben. Nunmehr setzte sich der Festzug, unter Musiklängen, Böllerschüssen und feierlichem Glockengeläut in Bewegung. Die Spitze desselben bildeten ein Kreuzträger und zwei Leuchterträger. Dann wollten die Knaben und Mädchen mit vier Kirchenfähnlein, die Jungfrauen, die Reichswehrmusik, der Radfahrerverein Ampermoching, die Freiwillige Feuerwehr Ampermoching, der katholische Burschenverein Röhrmoos-Schönbrunn, der Burschen- und Krankenunterstützungsverein Hebertshausen, der Veteranenverein Hebertshausen und der Veteranenverein Ampermoching. Und nun kam der Hochwürden Herr Primiziant, umgeben von einer großen Zahl geistlicher Herren, darunter auch der Hochwürden Herr Pfarrer und Kammerer Lex aus Röhrmoos, der Ortspfarrer, Hochwürden Herr Pfarrer Lederer, welche sich vor allem um die Durchführung der kirchlichen Feier sehr verdient gemacht hat, Hochwürden Herr Franziskanerpater Ruppert aus Innsbruck und andere mehr. Die zahlreichen Angehörigen, die große Verwandtschaft und Freundschaft schloss sich an.
Am festlich und prächtig geschmückten Feldaltar, welcher vor der Mariensäule errichtet war, angelangt stimmte der Hochwürden Herr Primiziant das "Beni,sancte spiritus" an an, das von dem Kirchenchor kräftig aufgenommen wurde. Die Leitung desselben lagen den bewährten Händen des Herrn Lehrer Schneller von Hebertshausen, welcher als Kriegs Kamerad des Hochwürden Herrn Primizianten es sich nicht hat nehmen lassen, für den musikalischen Teil der Feier zu sorgen. Er hatte sich dazu ausgezeichnete Kräfte aus München verschafft und war deshalb auch der Chorgesang ein vorzüglicher, und würde sehr gut ergänzt durch die Reichswehrmusik. Hochwürden Herrn Franziskanerpaters Albert von Vollersberg, welcher die Festpredigt hielt, wies daraufhin, dass, wie zur Osterzeit, das gläubige Volk heute jubeln und frohlocken könne: Das ist der Tag des Herrn! Denn in jedem neu geweihten Priester entstehen aufs neue der Heiland unter uns. Umso größer sei die Freude aber, weil der Neugeweihte, der mit so hoher Würde bekleidet wurde, einer von uns ist. Schon vor Jahren sei der Primiziant eingetreten in den Franziskanerorden und habe damals den schönen Namen: Electus, das heißt "der Auserwählte" erhalten. Heute ist er in doppeltem Sinn auserwählt, zum Ordensmann und zum Priester.
Bevor er weiter diese Gedanken zur Betrachtung brachte, bat er den Hochwürden Herrn Primizianten um den Segen, welchen dieser mit weithin schallender Stimme erteilte, und den die etwa 2000 Menschen kniend empfingen. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Festprediger das Jugendleben des heiligen Franziskus, dessen Berufung durch den Herrn, damit der "dem Herrn und nicht den Knechten" diene, und zog hier eine Parallele zur Berufung des Hochwürden Herrn Primizianten zum Ordens- und Priesterstand. Wie St. Franziskus habe der Neugeweihte Furcht und Zittern vor dem Priesterberuf verspürt, aber in Demut doch dem Wunsch seines Ordensoberen gefolgt, und die Last des Priesterstandes auf sich genommen. Eingehend schilderte der Festprediger nunmehr das Leben und Wirken des Priesters, dass ein Leben der Arbeit und der Sorge, der Mühe und der Leiden sei, hierbei das katholische Volk ermahnend, treue zu seinen Priestern zu stehen und diesen zu helfen, damit sie ihr großes Lebenswerk richtig vollenden könnten, und jeder Priester ein zweiter Heiland werde. Im besonderen bat er die zahlreichen, andächtig Zuhörenden, beim folgenden ersten heiligen Messeopfer des Primizianten dessen im Gebiete eingedenk zu sein, denn das Volk habe die Pflicht, für seine Priester zu beten, damit diese die Kraft von oben bekommen, ihren hohen und schönen, aber auch schweren Beruf richtig erfüllen zu können. Den Hochwürden Herrn Primizianten aber bat er, nicht nur seines verstorbenen Vaters, seines im Krieg gefallen Bruders und seiner zahlreichen Angehörigen, sondern auch all derer zu gedenken, die an der schönen und erhebenden Feier seines ersten heiligen Messopfers teilnehmen. Mit dem herzlichsten Glück wünschen für den Primizianten und dem Herabflehen des Segens des Himmels für diesen, schloss der Festprediger seine wohldurchdachten und zu Herzen gehenden Ausführungen.
Den eindrucksvollen Worten des Festpredigers folgte das freilich Hochamt, bei welchem die Hochwürden Herren Spiritual Grimmer von Pasing, Benefiziat Märkl von Neufrauenhofen und Chorregent Huber M. von Olching dem Hochwürden Herrn Primizianten Pater Electus assistierten. Eine andächtige Stimmung löste der prächtige Gesang des vorzüglichen Chores aus, welcher die schöne Gollermesse zum Vortrag brachte. Besonders eindrucksvoll war die heilige Wandlung, als die Fahnen sich senkten, die riesige Menschenmenge die Knie vor dem Allerhöchsten beugte, die Böller krachten und die Kirchenglocken weithin kündeten, dass ein neugeweihter Priester zum ersten Mal das große Geheimnis der Verwandlung des Brotes und eines in den heiligen Leib und das heilige Blut des Heilandes vollzogen hat. Nicht minder erhebend war der Augenblick, als während der heiligen Messe aus den Händen des Hochwürden Herrn Primizianten die nächsten Angehörigen desselben die heilige Kommunion empfingen, während welcher Herr Professor Krallinger aus München mit seiner gut geschulten Baritonstimme in ausdrucksvolle Weise das schöne Lied: "Mein Jesus ist mein" zum Vortrag brachte. Mächtig brauste zu Beschluss des ersten heiligen Messopfers das "Großer Gott wir loben dich!" in das die riesige Menschenmenge begeistert einstimmte, über den weiten Platz. Nach der Verteilung von Erinnerungsbändern an die teilnehmenden Vereine erteilte der Hochwürden Herr Primiziant nochmals den heiligen Primizsegen, den die Andächtigen kniend empfingen.
In feierlichem Zug wurde der Hochwürden Herr Primiziant nunmehr wieder zum Vaterhause zurückgeleitet. Gegen 12:00 Uhr wurde der Hochwürden Herr Primiziant wieder in feierlichem Zug nach dem Gasthaus Großmann geleitet, wo selbst das Festmahl und eine weltliche Feier stattfand, welche von einer kurzen, stimmungsvollen Andacht unterbrochen wurde. Die übrigen zahlreichen Teilnehmer an der Primiz hielten inzwischen Einkehr im Gasthaus zur Post und Gasthaus Großmann. In den beiden Gaststätten entwickelte sich ein lebhaftes Treiben, das bis in die späten Nachmittagsstunden anhielt. Über die weltliche Feier, welche Auserlesene musikalische Genüsse brachte, bringen wir in der nächsten Nummer noch einen kurzen Bericht.

Amperbote vom 28.7.1921

Um 12:00 Uhr mittags wurde der neue Priester in einem Festzug, an welchem sich die hochwürdige Geistlichkeit und die Vereine mit Fahnen beteiligten unter Musikbegleitung zum Großmann`schen Gasthaus eingeholt. Die Militärmusiker intonierten auf dem Weg dorthin dem "Parademarsch der bayerischen Fußartillerie", bei welchem Truppenteil der Hochwürden Herr Primiziant als Kanonier und zuletzt als Vizefeldwebel im Weltkrieg an der Westfront gestanden war.
- der Saal war mit Geschmack geziert. Wände und Treppeneingang verkleidete frisches Grün und die Tafel selbst schmücken herrliche Blumen.
- Während des Mahles war auch für Herz, Gemüt und Ohr reichlich Abwechslung geboten. Eine kleine Kinderschar, Maria Bachinger, Ursula Gasteiger und rosa Sedlmeir führten ein allerliebstes Gedichts auf, Fräulein Leni Haunrieder, Fräulein Mathilde Reischl und Fräulein Sophie Reischl,
- Letztere zwei Schwestern des Hochwürden Herrn Primizianten erfreuten durch Vorträge ernster Art. Ja, Fräulein Mathilde Reischl verriet ihn wohl gesetzten Versen sogar eine poetische Ader.
- Herr Albert Haslinger aus München erzählte ihnen niederbayerischer Mundart ein paar "wahre" Geschichten, die Stoff zum Lachen gaben.
- musikalische Genüsse wurden in Fülle geboten. 12 Nummern standen auf der Vortragsfolge, die samt und sonders eine glatte Erledigung fanden und reichen Beifall auslösten. Dazugab es noch diverse musikalische Einlagen. Fräulein Mathilde Bartmann (Alt) und Herr Professor Krallinger (Bariton) aus München stellten neuerdings ihr reiches musikalisches Können in den Dienst der guten Sache. Viele der Anwesenden kannten die beiden sehr guten Kräfte bereits von dem Frühjahrskonzert in Hebertshausen her. Beide gaben in Zulugesängen und Projekten ihr Bestes, so dass man sich fast nicht "satt hören" konnte. Professor Krallinger sang, wie bereits berichtet, auch während der kirchlichen Feier ergreifend schön das Kommunionslied von Friedrich Kempler: "Mein Jesus ist mein!" Noch einiger Herren und Damen darf mit Namen gedacht werden, die sowohl in Einzelvorträgen als im Ensemblespiel ganz Hervorragendes boten, so der Fräulein Maria Renner, Fräulein Therese Kreuzeder und der Herren Besendorfer Ferdinand, Haslinger Albert, Brucker Fritz, Schmied Alfons, Stöcklein Hans, Krinniner Fritz. Ganz speziell müssen die Leistungen des Violinevirtuosen, Herrn Kammermusiker Fritz Brucker unterstrichen werden. Fast sämtliche Musikkräfte waren Münchner. Vielleicht darf auch noch ein Feldzugs- und Bataillonskamerad des Hochwürden Herrn Primizianten, Herr Lehrer Franz Schneller von Hebertshausen Erwähnung finden, der sich in die Vorbereitung und Einstudierung des musikalischen Teiles bei der kirchlichen und weltlichen Feier sehr verdient machte. Alles in allem: es wurde musiziert mit auserlesenem Geschmack, größter Liebe und Hingabe, zu Ehren des Priesters und ehemaligen Kriegers. Das eine ich ein Leben voll "Schönheit und Würde", oder glaube an Gott und seine ewigen Wahrheiten in den Herzen des Volkes in unzerreißbaren Wurzeln verankert und lebendig ist. Und dass dieser Glaube lebt, bewies der Zudrang und das Verhalten der Gläubigen bei der kirchlichen Feier. Nicht minder aber liefern den Beweis dafür die einzigartigen Darbietungen der musikalischen Kräfte. Diese seien herzlich hier für gedankt! Vorbei ist der schöne Tag. Nach Christie Wort verlässt der junge Priester Heimat und alles, was ihm lieb ist, und zieht hinaus, um im Weinberg Gottes zu arbeiten. Mit Liebe und Verehrung rufen wir ihm aus ganzem Herzen zu: Gott segne dich und dein Wirken! Pfarrer Maximilian Lederer gestorben Amperbote vom 29.03.1924 In Ampermoching ist nach längerem Leiden Hochwürden Herr Maximilian Lederer, selig im Herrn entschlafen. Geboren am 30. Juli 1869, war er 1896 zum Priester geweiht worden und seit April Pfarrherr in Ampermoching.

Einzug von Pfarrer Hochwürden Herr Klemens Pschorr
am 16.Juni 1924
Amperbote vom 19.06.1924

Bei prachtvollem Sonnenschein hielt am Montagnachmittag der neuernannte Pfarrer, Hochwürden Herr Klemens Pschorr, bisher Expositus in Niederthann, in Ampermoching seinen Einzug. Der Herr Vikar, ferner der Benefiziat von Unterweilbach, Hochwürden Herr Klemens Bohr, Graf Spreti, die Herren Kirchenpfleger, der zweite Bürgermeister und einige angesehene Mitglieder der Pfarrgemeinde ließen es sich , trotzdem es der neue Pfarrherr sich verbeten hatte, nicht nehmen, diesen am Bahnhof Röhrmoos abzuholen. Dann ging die Fahrt über Röhrmoos, Schönbrunn, Ziegelberg, Lotzbach nach Ampermoching. Den Zug eröffneten Mitglieder des Radfahrervereins mit Standarten. Diesen folgten unter Führung des Herrn Josef Bachinger einige Reiter, dann kam in blumengeschmücktem Wagen, den Graf Spreti zur Verfügung gestellt und bespannt hatte, Hochwürden Herr Pfarrer Pschorr, den Hochwürden Herr Vikar begleitete. In weiteren vier geschmückten Zweispännern, von den Herrn Josef Seldmair, Mathias Bachinger in Ampermoching und Josef Eberl in Sulzrain gestellt, folgten die übrigen zum Empfang Anwesenden und die Ehrenjungfrauen. Am neuen Kriegerdenkmal in Ampermoching wurde Hochwürden Herr Pfarrer Pschorr von den Mitgliedern der Pfarrgemeinde, dem Krieger- und Veteranenverein und der Freiwilligen Feuerwehr mit Fahnen und Standarten empfangen und begrüßt, wobei vier Schulkinder ein Gedicht vortrugen. Hierauf zog man zur Mariensäule, wo der Herr Vikar, umgeben von Herrn Benefiziat von Unterweilbach nach Herrn Präses von Mariabrunn den Pfarrherrn begrüßte, worauf man zur Kirche zog, wo Hochwürden Herr Pfarrer eine inhaltsreiche Ansprache an die Gemeinde hielt, sich für den Empfang bedankte und nach einem kurzen Gebet den Segen erteilte. Es war ein schöner und würdiger Empfang, der sowohl dem neuen Seelsorger, wie auch der Gemeinde zur Ehre gereichte.

Hochwürden Herr Pfarrer Clemens Pschorr aus Ampermoching gestorben
Amperbote vom 20.7.1929

Aus München kommt für die Gemeinde Ampermoching die traurige Nachricht, dass der überall beliebte Pfarrherr, Hochwürden Pfarrer Clemens Pschorr am gestrigen Montag in München plötzlich gestorben ist. Über diesen unerwartet raschen Todesfall berichtet heute das "Münchner Tagblatt" folgendes: die katholische bayerische Studentverbindung Rhätia schickte sich eben an, ihr achtundvierzigstes Stiftungsfest mit dem Begrüßungsabend einzuleiten von einem ihrer Bundesbrüder. Als man hoffte, den lieben Konphilister selbst in den Reihen begrüßen zu können, trat statt seiner die traurige Todesstunde ein.
Hochwürden Herr Pfarrer Clemens Pschorr von Ampermoching ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Er ging gestern früh gesund von seiner Pfarrei fort, um in München einige Geschäfte zu erledigen und am Abend beim Stiftungsfest seiner geliebten Rhätia weilen zu können. Als er bei den kunstgewerblichen Werkstätten Pfefferle in der Theresienstraße wegen Restaurierung seiner Kirche in Ampermoching verhandelte, überfiel ihn plötzlich ein Unwohlsein. E bat, ihn im Auto sofort in das III. Ordenskrankenhaus nach Nymphenburg zu bringen. Bei seiner Ankunft dort sollte er einer Röntgenuntersuchung unterzogen werden. Aber noch bevor dieselbe ins Werk gesetzt werden konnte, erlitt er einen Schwächeanfall, dem er nach wenigen Minuten erlag. Er konnte nur noch die heilige Ölung empfangen. Die Untersuchung ergab, dass im Herzen ein organischer Fehler vorlag. Sein Vater, der bekannte Tapezierermeister Pschorr in München (Au) hatte vor Jahren den gleichen Tod gefunden. Auch er ging, Geschäfte halber in die Stadt und hat dort durch einen Schlaganfall den Tod gefunden.
Der verstorbene Priester war ein geborener Münchner, wo er im Jahr 1877 das Licht der Welt erblickte. 1902 zum Priester geweiht, fand er seine ersten Anstellungen als Kooperator in Neukirchen, Irschenberg und Eching, als Vikariatsverweser in Waldhausen, als Vikar von Pürten, als Aushilfspriester in Grainau und Moosach, als Expositus in Niederthann, bis ihm im Jahr 1924 die Pfarrei Ampermoching vom erzbischöflichen Ordinariat übertragen wurde.
In allen seinen Wirkungskreisen, besonders aber im letzten, fühlte sich der so jäh aus dem Leben Gerissene sehr glücklich. Er verstand sich ungewöhnlich gut mit seinen Pfarrkindern. Die Pfarrkinder in Ampermoching haben ihm auch für die Restaurierung seiner Kirche die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt. Diese sollte in zwei Abschnitten vorgenommen werden. In diesem Jahr wollte er mit der Restaurierung des Chores beginnen. Im darauffolgenden Jahr wollte er auch dem Langhaus die alte Barockherrlichkeit wiedergeben. Der Verstorbene hat sich besonders durch seine Leutseligkeit und seinen Humor die Liebe seiner Pfarrkinder im Sturm erobert, die ihm auch über das Grab hinaus erhalten bleiben wird.

Seelengottesdienst für Hochwürden Herr Pfarrer Pschorr
Amperbote vom 30.7.1929

Was vielen, ja wohl allen, die ihn kannten, heute noch unfassbar ist, ist nun seit Tagen schon Wirklichkeit: Unser Pfarrer Pschorr ist nicht mehr unter den Lebenden! Am letzten Donnerstag wurde der teure Verstorbene seinem Wunsch entsprechend in Münchens schönster Begräbnisstätte, dem Waldfriedhof, der geweihten Erde übergeben. Und am letzten Samstag ehrte unser Pfarrdorf seinem unvergesslichen Pfarrherrn in einem feierlichen Trauergottesdienst. Wie klangen die Glocken doch so klagend vom Kirchturm in die sommerliche Landschaft, als sie einluden, des Besten unserer Pfarrei nochmals im Gebete zu gedenken. Und viele, viele waren dem Ruf gefolgt. Hatte sich unser Pfarrer Pschorr während der kurzen fünf Jahre, die er bei uns weilte, doch so viele, viele Freunde geschaffen. Viele der Herrn Hochwürden Geistlichen aus dem Bezirk Dachau und der weiteren Umgebung waren erschienen, um ihrem verstorbenen Mitbruder das heilige Messopfer darzubringen. Besonders zahlreich war die Beteiligung der Lehrerschaft des Bezirks Dachau, ein ehrendes Zeugnis ablegend von der Freundschaft und Wertschätzung, die Pfarrer Pschorr gerade mit den Lehrern verbunden hat.
Auch die Hochwürden Patres vom Orden des heiligen Franziskus waren gekommen zum letzten Liebesdienst, von denen zwei selbst Söhne Ampermochings waren. Nachdem die schwermütigen, feierlichsten Weisen der Totenvigil, gesungen von Priesterchor, verklungen waren, stimmte die anwesende Lehrerschaft, die in liebenswürdigste Weise den Chor übernommen hatte, das Ego sum an. Hierauf hielt Herr Hochwürden Dekan Lex aus Röhrmoos eine kurze Ansprache. Abstand nehmend von einer Lebensbeschreibung des Dahingegangenen, forderte er die Anwesenden besonders auf, des teuren Verstorbenen besonders im christlichen Fürbittgebet zu gedenken, hinweisend auf das Wort des Apostelfürsten Paulus: "das strengste Gericht wird der gehen über die, die anderen vorstehen."
Wohl niemand habe an den Tod dieses edlen Priesters gedacht. Am wenigsten wohl erst selbst, als er frisch und munter vor einigen Tagen seinen Pfarrhof verließ. Am letzten Sonntag hatte er, ohne es zu ahnen, seinen Pfarrkindern seine Abschiedspredigt gehalten. Und ohne den geringsten Gedanken an seinen Tod ist der selbst seinem Grab zugeschritten. Denn seinem eigenen Wunsch gemäß wollte er im Waldfriedhof von München seine letzte Ruhestätte finden. Die Hinterbliebenen des Verstorbenen aber, besonders die hochbetagte Mutter, mögen Trost in ihrem Schmerz finden in der allgemeinen Anteilnahme, die ihnen überall entgegentritt, insbesondere aber an der ehrenden Anteilnahme unseres Hochwürden Herrn Kardinals an der Begräbnisfeierlichkeit in München.
Während des darauffolgenden Trauergottesdienstes und feierlichen Lobamtes brachte die Lehrerschaft unter der Direktion des Herrn Hauptlehrers Schneller aus Hebertshausen das Männerchor-Requiem von Surzynski Opus 43 und die prachtvolle Männerchormesse "In honorem St. Lamberti" von Peter Griesbacher, Opus 151, in wirklich hervorragender Weise zur Aufführung. Und so ist denn unser Pfarrer Clemens Pschorr nicht mehr unter den Lebenden. Alle aber, ihn kannten, werden ihm - dessen sind wir gewiss - ein dauerndes gutes Andenken bewahren. " Ach, Sie haben einen guten Mann begraben, uns aber war er mehr."

Altehrwürdiger Wallfahrtsgang nach Inchenhofen
Amperbote vom 8.5.1935

War eine fürchterliche Zeit in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts! Die Wallfahrtskirche Mariabrunn wirkt heute noch eine Reihe von Votivtafeln aus dieser Zeit: Rinder und Kälber ihre Darstellung. Der denkende Beobachter macht sich den Reim selber: Verheerung im Stall. Ganz alte Leute sprechen heute noch von der "Egelpest". Wie weit sich dieser Ausdruck mit der tierärztlichen Wissenschaft deckt, vermag der Schreiber nicht zu beurteilen. Das eine aber bleibt sicher: die Verheerung war ganz groß. Und Not lehrt beten. So haben die Altvordern ihre Zuflucht zum heiligen Bernhard genommen und einen jährlichen Wallfahrtsgang nach St.Leonhard bei Aichach gelobt. Und die Jungen ehren die Überlieferung der Alten. Der Wallfahrtsgang führt durch gesegnete Gebiete altbayerischen Landes. Ungefähr in der Mitte liegt eine der bedeutendsten altbayerischen Kulturstätten: Altomünster. Sein Münster zählt unbestritten zu den überragendsten Werken altbayerischer Kirchenbaukunst. Nicht weniger aber St. Leonhard selbst. Schon allein von diesem Standpunkt aus Mannes begrüßen, dass die Jugend wieder mehr und mehr sich dem alten Brauch anschließt. Der Wallfahrtsgang stellt allerdings gewisse körperliche Anforderungen. Aber wenn Alte mit 70 und mehr Jahren den Wallfahrtsgang noch meistern, darf die Jugend kein Zittern kennen. Und sie kennt es auch nicht: Das haben die letzten Jahre bewiesen. Darum war es froh und fröhlich auch heuer wieder gewagt sein. Die alten Banken den Jungen besonders eins: Den frischen, fröhlichen Wallfahrtgesang. Was haben unsere Vorfahren im frühesten Mittelalter bereits gesagt? "Einmal gesungen ist zehnmal gebetet!" Wann wird die Wahrheit dieses Volkswortes immer wieder bestätigt finden. Die genaue Zeit des Wallfahrtsganges wird im Anzeigenblatt unseres Blattes rechtzeitig genug bekannt gegeben werden. Wir schließen mit den Worten eines alten Wallfahrtsganges: "Auf, nun auf zum heil`gen Gang froh durch Wald und Flur entlang! Gottes Segen um uns taut, Gottes Himmel ob uns blaut!"

Geheimrat Dr. Josef Göttler    +

"Ja, lieber Petrus, wenn dein heiliger Namenspatron Dir die Pforten der ewigen Heimat erschlossen hat, dann halte auch uns ein Türchen offen, allzulange dauerts ja auch bei nns nicht mehr". So sprach Herr Geheimrat Göttler seinem Kurskollegen.dem Herrn Domkapitulat Röhrl, am 9.2.1935 ins Grab. Und wirklich, 8 Monate hat es nur noch gedauert. Dass um den echten Caritasmann und Caritaspriester der Caritasverband trauert, ist selbstverständlich.
Wie oft kam Göttler vorbei, um über allgemeine Fragen zu beraten, oder über einzelne der vielen, von ihm selbst Unterstützten Auskunft zu erholen. Eine stille Weihe ging durch unsre Büroräume, wenn der Glanz einer selbstlosen, übervoll gütigen, zu tiefst verstehenden Seele durch seine einfache Priestergestalt unter uns aufleuchtete,so wie in seinen pädagogischen Schriften die Liebe zum Kind überall durchstrahlt, besondes die Liebe zum armen Kind.

Aus Raummangel müssen wir uns leider eine eigene Würdigung der Schriften oder des gesamtem Wirkens des allseits verehrungswürdigen Toten versagen. Wir geben dafür einen treuen und unerschrockenen Mitarbeiter an meinem Liebeswerk das Wort und empfehlen jedem unserer Leser aus diesem Teilbericht den Sohluss auf das Ganze nicht zu eng zu ziehen. Dann wird das richtige Bild der Liebe des Toten ungefähr erreicht.
Am 14.Oktober ist Herr Universitätsprofessor Dr. Gö t t 1 e r, Geheimrat und geistlicher Rat an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls aus seinem arbeits-und erfolgreichen Leben und Wirken in die Ewigkeit abgerufen worden.
Mit ihm ist nicht nur ein namhafter Gelehrter in Pädagogik und Katechetik und Dogmatik durch einen jähen und unerwarteten Tod uns entrissen worden, sondern auch ein ungewöhnlich tatkräftiger und opferfreudiger Vertreter der Kath.Caritas und der christkatholischen Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Sein ganzes Lebens und der Grundzug seines Wesens war absolute Selbstlosigkeit und Zurückstellung der eigenen Bedürfnisse hinter die Nöten der hilfsbedürftigen Mitmenschen.

Ein entsprechendes Beispiel dieser.seiner vorbildlichen Gesinnung bildedet das Kinderheim Nazareth in seiner Heimat D a c h a u. Als Anfangs 1917 die im Jahre 1915/16 neu errichtete Pulver-und Munitionsfabrik allmählich mit rund 6000 Arbeitern in vollen Betrieb kam, erhöhte sich die Einwohnerzahl Dachaus in kurzer Bälde auf das Doppelte, und damit auch die Zahl der Kinder. Die Väter dieser Knder waren Im Felde, die Mütter waren in der Fabrik beschäf'tigt, die Kinder infolgedessen sich selbst überlassen. In klarer Erkenntnis dieser außerordentlich grossen Personen-und Erziehungsnot setzte sich Herr Professor Dr.Göttler mit dem damaligen Direktor der Pulver-und Munitionsfabrik ins Benehmen, mit dem Ziele der, Errichtung einer Kleinkinderbewahranstalt. Staat und Verwaltung versagten sich einem solchen Unternehmen; sie schoben sich gegenseitig die Sorge für die unbeaufsichtigten Kinder zu. Es wurde deshalb in raschem Entschluss ein Verein gegründet, - der Verein Kinderschutz Dachau e.V.-, welcher mit Hilfe namhafter, finanzieller Spenden - einiger hilfsbereiter Stifter die Sache in die Wege leitete. Der eigentliche Gründer des Vereins war Professor Dr. Göttler. Zunächst wurde ein kleines Häuschen angekauft für die Zwecke einen Kinderheimes behelfmässig umgebaut, eingerichtet und in August 1918 als Kleinkinderbewahranstalt unter der Leitung einer Schwester vom Orden der armen Schulschwestern in Betrieb genommen. Der Andrang zu diesem Kinderheim war von Anfang an stark und wurde ständig stärker,zur höchsten Freude Herrn Professors Dr.Göttler fand das Kinderheim allgemeine Anerkennung auch bei und nach der Revolution 1918.
Dann kamen die schlimmen Jahre der Inflation, sie frassen das Stiftungsvermögen dee Vereins bis auf eine geringfügige Wohlfahrtsrente vollkommen auf. Das Häuschen des Vereins ging nach u. .nach dem baulichen Verfall entgegen und konnte auch räumlich dem ständig wachsenden Andrang von Kindern nicht mehr genügen. Da war es in der Hauptsache wieder die bewährte, opferfreudige Bereitschaft des Prof. Dr. Göttler, welche es ermöglichte, dass der Verein Kinderschutz in den Jahren 1927 / 1928 das neue, allen Zeitgemässen Ansprüchen entsprechende Kinderheim Nazareth - allerdings unter Uebernahme beträchtlicher Hypothekenschuld - erbauen konnte. Er ist also der eigentliche Schöpfer des neuen Kinderheims, in welchem z.Zt. 220-230 Kleinkinder betreut und verpflegt werden; ohne jeden Zweifel eine ausserordentliche Leistung des armen Vereines in socialecaritativem Sinne.
Prof. Dr.Göttler hat das Kinderheim Nazareth selbst als sein liebstes Lebenwerk bezeichnet; hiefür hätte er alles hergegeben. Er war einer der eweigen Tragsäulen des Vereins Kinderschutz Dachau u. des Kinderheims Nazareth. Sein plötzliches Hinscheiden bedeutete für beide einen kaum ersetzlichen Verlust; seinen stets bereiten Opferwillen wird ein einzelner wohl nicht ersetzen können. Das Dachauer Lebenswerk des Herrn Prof. Dr. Göttler soll und darf nicht untergehen. Es ist noch niemand daran gestorben, dass er ein gutes Werk getan, oder zu einem solchen beigetragen hat.

Magobeko, der schwarze Priester aus dem Kongo, hat Deutschland gern
Dachauer Nachrichten vom 23.01.1965

Ampermoching - Pfarrer Wilhelm nennt seinen priesterlichen Konfrater aus dem Kongo schlicht und einfach Josef. Die Gläubigen von Ampermoching sagen zu ihm Herr Pfarrer, Herr Kaplan, aber auch ebenfalls nur Josef, wie der Herr Pfarrer Wilhelm es tut. Auch viele Kinder, die ihn sehr verehren, begrüßen ihren schwarzen Beichtvater vielfach nur mit "Grüß Gott Josef!"
Der dunkelhäutige, drahtige, gut gekleidete 35jährige Staatsbürger der Kongorepublik, der seit einiger Zeit als Seelsorger in der Gemeinde Ampermoching tätig ist, heißt mit seinem Stammesnamen eigentlich "Magobeko". das heißt zu Deutsch "der Reife". Bei der Taufe bekam er dann den Namen Josef. Seine Familie stammt ursprünglich aus Tanganjika. Sein Vater, der von Beruf Schreiner und Landwirt ist, gehörte einstmals zu den Beratern des einheimischen Königs. Christen wurden seine Eltern durch evangelische Missionare.
Magobeko aber wurde bereits mit vier Jahren katholisch getauft, als er eine schwere Krankheit durchmachen musste, von der er aber wie durch ein Wunder wieder genas. Schon als Kind wollte der kleine Josef Magobeko es den katholischen Missionaren gleichtun und spielte zusammen mit anderen Kindern "Kirche". Der Wunsch, einmal katholischer Priester zu werden, wurde in dem Knaben immer stärker und verließ ihn nie. Zuerst besuchte Josef die Grundschule in Katanga, dann das Gymnasium, welches Benediktiner leiteten, um danach in das Priesterseminar der "Weißen Väter" in Tanganjika See einzutreten, wo er Philosophie und Theologie studierte. Mit 28 Jahren wurde der am 30. Juni 1930 geborene Magobeko in Katanga zum Priester geweiht. Das war im Jahre 1958. Sein Bischof schickte ihn gleich nach der Weihe auf die Universität von Leopoldville, um seine Studien zu vervollkommnen. Josef wurde dann nach Löwen in Belgien zum Studium geschickt, studierte auch in Paris - und jetzt in München. Sein Fachgebiet ist Psychologie.
Der junge schwarze Gelehrte im Priesterkleid möchte nämlich einmal Professor werden, falls ihn sein Bischof dazu bestimmen sollte, und dann zusammen mit seinem Bruder, der auch Priester ist, sich mit der Psychologie seiner Landsleute befassen und vergleichende Tests untersuchen, ob sie überall in der Welt auf dem Gebiet der Psychologie Allgemeingültigkeit haben. Zur Zeit macht Josef seine praktische Ausbildung in der Psychologie in München bei der Diplompsychologin Kunkel durch. Aber er möchte vor allem auch Völkerkunde noch eingehend studieren und philosophische Forschungen betreiben.
Nach Ampermoching kam Josef als Aushilfspriester, da Pfarrer Wilhelm sehr schwer erkrankte. So vertrat er ihn während seiner Abwesenheit. "Wissen Sie, als ich nach Ampermoching kam, da fiel es mir noch sehr schwer, in deutscher Sprache zu predigen, aber heute geht es schon", erzählte uns der junge Gelehrte. "Die Kinder hab ich besonders gern, aber ebenso auch alle anderen Menschen in Ampermoching. Mir gefällt es hier gut. Überhaupt gefallen mir die Deutschen und Deutschland sehr gut. Das sage ich nicht, weil ich jetzt einem deutschen Pressemann gegenübersitze, sondern das kommt ehrlich aus meinem Herzen". Wir erfahren noch, dass der Onkel von Josef Magobeko Gouverneur in Katanga ist und ebenfalls viel für die Deutschen übrig hat, mit denen er sehr gerne auch in wirtschaftlicher Hinsicht zusammenarbeiten möchte.
Im Pfarrhaus zu Ampermoching, das zur Zeit gerade im Umbau begriffen ist, bewohnt der schwarze Priester ein kleines Zimmer, aber er fühlt sich wohl. Pfarrer Wilhelm hat er sehr gern. Und Pfarrer Wilhelm spricht mit Hochachtung von "seinem Neger". Als wir uns noch in Ampermoching mit einigen Bürgern unterhielten, hörten wir überall nur Gutes über Josef. Der Kreisobmann des BBV, Eduard Bachinger, sagte: "Mei, der Josef, er gefallt uns halt gut und wir haben ihn alle gern".
Wenn man heute, am Weltmissionssonntag der katholischen Kirche, daran denkt, dass nun ein junger Mann aus einem Missionsgebiet im katholischen Bayern als Seelsorger gebraucht wird, so spürt man erst, wie sich auch in einer Weltkirche die Akzente etwas verschoben, weil nun die "Schwarzen" hierher kommen, um Gottes Wort zu predigen und den Gläubigen die Sakramente zu spenden.

40jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Wilhelm
Dachauer Nachrichten vom 03.07.1965

Ampermoching - Pfarrer Alfons Wilhelm, der am 1. November 1964 in den Ruhestand trat, aber weiterhin die Pfarrei seelsorglich betreut, weil bisher für ihn noch kein Nachfolger vom erzbischöflichen Ordinariat ernannt wurde, kann morgen, Sonntag, 4. Juli, sein 40jähriges Priesterjubiläum begehen. Pfarrer Wilhelm ist seit nunmehr 16 Jahren in Ampermoching tätig. Er hat sich um die Pfarrgemeinde große Verdienste erworben. So wurde die Pfarrkirche innen und außen in den vergangenen Jahren völlig renoviert und Glocken angeschafft. Alles geschah unter großen persönlichen Opfern des Pfarrherrn. Vor allem aber widmete er sich sehr der Jugendseelsorge, zumal er als Kaplan ein bekannter und sehr unternehmungslustiger Jugendseelsorger in München war. Auch der Umbau des Pfarrhauses, der noch im Gange ist, geschieht auf seine Initiative.
Der Pfarrer von Ampermoching ist als "Original" weit über die Grenzen seiner Parochie hinaus bekannt und geschätzt. Vor allem zeigte er stets auch größtes Interesse für die kommunalen Angelegenheiten der Gemeinde. Ganz Ampermoching will nun zusammen mit Pfarrer Wilhelm seinen Jubeltag begehen.
Die Fahnenabordnungen von Ampermoching, Unterweilbach und Sulzrain nehmen mit den Schulkindern, der Landjugend, den übrigen Vereinen und der Bevölkerung um 8.15 Uhr bei der Mariensäule Aufstellung, um ihren langjährigen Seelsorger in einem gemeinsamen festlichen Zug in das Gotteshaus zu geleiten, in dem dann um 8.30 Uhr ein levitiertes Amt stattfindet, bei dem Dekan Jäger und ein Pater von St. Anna in München assistieren werden. Der Kirchenchor singt die Orgelsolomesse für Soli und Chor, ferner das "Ave verum" (beides von Mozart) sowie ein großes "Halleluja".
Nach dem Festgottesdienst geht es, wieder in einem gemeinsamen Zug, mit dem Jubilar zur Gastwirtschaft "Zur Post" (Geisenhofer), wo Bürgermeister Gasteiger Pfarrer Wilhelm im Namen der Gemeinde Ampermoching ehren wird. Gegen 11.45 Uhr ist dann gemeinsames Mittagessen. Das offizielle Programm anlässlich der Ehrung für Pfarrer Wilhelm, dessen Gestaltung Hauptlehrer Szilard übernommen hat, beginnt um 13.30 Uhr. Mitwirkende sind eine Sing- und Musiziergruppe der Volksschule, die katholische Landjugend und der Kirchenchor. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein der Pfarrgemeinde mit dem Jubilar. Die "Dachauer Nachrichten" gratulieren Pfarrer Wilhelm von ganzem Herzen zu seinem 40jährigen Priester-Jubiläum und wünschen ihm Gottes Segen.

Bericht von der Feier
Pfarrer Wilhelm ist Ehrenbürger
Ampermoching feiert seinen Seelsorger zum Priesterjubiläum
Dachauer Nachrichten vom 06.07.1965

Ampermoching - Pünktlich um 8.30 Uhr wurde am Sonntag Pfarrer Alfons Wilhelm anlässlich seines 40jährigen Priesterjubiläums von Dekan Jäger, P. Dr. Emmanuel Meyer O. F. M. (St. Anna München) und Kaplan Vital (Schönbrunn) von der Pfarrei zum Kirchgang abgeholt. Sie schlossen sich den an der Mariensäule Versammelten an. Voraus gingen die Schüler und Schülerinnen mit den Kirchenfahnen, es folgten die Fahnenabordnungen der kath. Landjugend, der Freiwilligen Feuerwehr Ampermoching, des Krieger- und Veteranenvereins Ampermoching und der Freiwilligen Feuerwehr von Unterweilbach sowie die Gläubigen. Die Pfarrangehörigen hatten die Kirche liebevoll ausgeschmückt. Ein Blumenteppich reichte vom Eingang bis zum Altar, wo die Fahnenabordnungen Aufstellung nahmen.
Während der Messe sang der Kirchenchor die Orgelsolomesse für Soli und Chor, desgleichen das "Ave verum", (beides von Mozart) und das große Halleluja. Die Predigt stellte Dekan Jäger (Dachau) unter den Leitgedanken "Ein Jubeltag, ein gesegneter Tag". Die Messe endete mit dem Tedeum.
Anschließend formierte sich der Festzug zum Festlokal "Zur Post". Hier sang der Kirchenchor "Gott grüße Dich" von Franz Mücke. Chorleiter war Hauptlehrer Szilard, der mit treffenden Worten das Leben und die hohen Verdienste, die sich der Jubilar um seine Gemeinde erwarb, schilderte. Er erwähnte besonders die Schaffung geordneter Schulverhältnisse in Ampermoching und bezeichnete den Jubilar als "Fackelträger der Liturgie" und "Organisator aller Arbeiten zur Unterhaltung und Verschönerung der Kirche und des Pfarrhauses". Die Rede klang aus mit dem Wunsch, dass Pfarrer Wilhelm noch viele Jahre in Ruhe erleben möge.

Nach dem Lied des Kirchenchors "Brüder reicht die Hand zum Bunde" (Mozart) sprach Bürgermeister Gasteiger dem Jubilar seinen und der Gemeinde Glückwunsch zum 40jährigen Priesterjubiläum mit gleichzeitigem Dank für die aufopfernde Tätigkeit aus. Er ernannte den Jubilar laut Gemeinderatsbeschluss zum Ehrenbürger von Ampermoching und überreichte ihm die Urkunde.
Nach Liedern des Kirchenchors hatten die Kinder das Wort. Abwechselnd trugen Mädchen Gedichte und Lieder unter Leitung von Hauptlehrer Szilard und Lehrer Schmid vor, zeitweilig begleitet vom Orff`schen Schulwerk. Nach der Mittagspause kam der Einakter "Der Lechnerhof" zur Aufführung, der mit viel Beifall aufgenommen wurde.
Dann kam der Humor immer mehr zu seinem Recht. Dekan Jäger, der Jubilar und Frl. Emma Spiegel wussten die Lachmuskeln zu reizen. Abschließend dankte der Jubilar den Ampermochingern mit bewegten Worten, besonders Herrn Hauptlehrer Szilard, für die Liebe und große Mühe, mit der er die Gestaltung dieses Tages besorgte. Mit dem Lied "Heut ist Feierabend" klang die gelungene Feier aus.