zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibung
Kirchen i.d. Gem. Schwabhausen
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Pfarrkirche St. Michael in SCHWABHAUSEN
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Die Pfarrkirche St.Michael
ist in einigen Teilen sehr alt, in anderen Teilen aber noch sehr jung.
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Innenausstattung
Der Altarraum besitzt die Ausmaße des Turm-Grundrisses und ist deshalb naturgemäß stark eingezogen. Die Decke besteht aus einem Kreuzgewölbe.
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Am Choraltar steht die Skulptur des hl.Michael mit Flammenschwert im Kampf gegen den Teufel in Drachenform.Assistenzfiguren sind Johannes der Täufer (links, mit Lamm) und der hl.Rochus (in Pilgerkleidung). Seit November 2009 besitzt Schwabhausen einen neuen Zelebrationsaltar und ein neues Taufbecken. Das Deckengemälde im Kirchenschiff (Maler Wilhelm Rudolf Grau, 1945) zeigt den Papstbesuch in Schwabhausen im Jahr 1782. Über dem Chorbogen sind die bischöflichen Wappen von Kardinal Faulhaber und Reinh.Marx zu sehen. Seitenaltäre: Wie auf dem linken Seitenaltar sind auch hier Reliquienschreine mit Klosterarbeiten aus dem 18.Jh. zu sehen. |
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An den Seitenwänden des Kirchenschiffs
stehen viele Heiligenfiguren aus dem 18. und 20. Jh.:
- St.Leonhard, im Abtsgewand, mit Viehketten in der Hand
- St.Dominikus im Habit des Dominikanerordens, mit Palmzweig in
der Hand
- St.Georg mit Lanze den Drachen
- St.Christophorus mit Jesuskind auf der Schulter und einem großen Stock
in der Hand
Zur Pfarrei St.Michael Schwabhausen gehören die Filialkirchen St.Laurentius
Rumeltshausen und St.Kastulus Puchschlagen, die aus historischen Gründen
beide eigene Kirchenverwaltungen mit Kirchenpflegern besitzen. Die Pfarrei zählt
derzeit rd. 1850 Gläubige.
Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Der Ort Schwabhausen dürfte schon im 8.Jh entstanden sein; vielleicht im Zusammenhang mit der Ansiedlung von Schwaben durch Karl den Großen nach der Absetzung von Tassilo III. Damals lag Schwabhausen an der Römerstraße nach Augsburg. Der Ort wurde 1135 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Indersdorf als Swaphusen erstmals schriftlich genannt.
Geschichte der Pfarrei und der Kirche
Matrikel von 1315
Die erste Erwähnung der Pfarrei Schwabhausen
(mit einem Friedhof) findet sich in der Konradinischen
Matrikel von 1315. Sie gehörte damals zum Dekanat Günzelhofen/Egenhofen.
Der spätromanische Satteldachturm mit Staffelfries über dem Chorraum
hatte im Jahr 1315 wohl schon bestanden. Denn die Kirche von Schwabhausen
ist eine Chorturmkirche, d.h., der Altarraum ist im Untergeschoss des Turmes
untergebracht. Diese Bauweise war in der Romanik (bis 1300) weit verbreitet;
die Bauten dienten wohl auch als Rückzugsräume im Falle eines feindlichen
Angriffs (Wehrkirche).
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Ob das Kirchenschiff in Schwabhausen, wie bei den anderen Kirchen der Umgebung, in gotischer Zeit neu gebaut worden ist, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich. Viele Jahre war Schwabhausen dem Kloster Indersdorf inkorporiert, wie Papst Pius II. dies in einer Urkunde vom 20.12.1459 bestätigte. Inkorporation bedeutete, dass das Kloster die Seelsorge der Pfarrei ausübte und die nicht unerhebliche Baulast trug, dafür aber alle Pfarreinnahmen erhielt. Noch um 1500 wurde die Pfarrei von den Indersdorfer Chorherren betreut. Das schreibt zumindest der Indersdorfer Chorherr Georgius Penzl 1745 in seiner Chronik des Klosters Indersdorf; um 1520 sei dann die Schwabhausen gegen Ainhofen eingetauscht worden. Patronatsherr wurde das Freisinger Domkapitel. Das Pfarrwidum verblieb aber beim Kloster Indersdorf. |
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Matrikel von
1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524
wird Schwabhausen als eigene Pfarrei beschrieben.
Damals hatte sie 70 Communicantes, also Gläubige ohne Kinder (zum Vergleich
die Nachbarpfarreien: Rumeltshausen 44, Oberroth 100, Arnbach 145). Das Einkommen
des Pfarrers war niedrig. Es betrug insgesamt 52 Gulden, wovon der größte
Teil aus Messtipendien und Gebühren für andere seelsorgerische Leistungen
(z.B. Beerdigungen, Taufen) stammte. Der Pfarrbauernhof gehörte ja dem
Kloster Indersdorf. Von den Einnahmen musste er 16 Gulden Absenzgeld zahlen.
Das Pfarrhaus und die dazugehörenden Wirtschaftsgebäude zeigten 1524
-dies wird eigens erwähnt- keine Schäden.
Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz
von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation,
eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte
durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene
religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung
des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof
einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen.
Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen
noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben
interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang
und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse. Im Bericht über Schwabhausen
heißt es, Pfarrer sei Wolfgang Eckhart sei als Sohn des früheren
Pfarrers in Schwabhausen geboren und nach 15jähriger Tätigkeit in
Mammendorf an seinen Heimatort versetzt worden.
Die Befragung über das theologische Wissen und die seelsorgerische Praxis
ergab keine negativen Auffälligkeiten. Doch sei den Prüfern zu Ohren
gekommen, dass der Pfarrer an Abstinenztagen Fleisch esse ["er eß
an verbotten Tägen Fleisch"]. Pfarrer
Eckhart hatte mit seiner Haushälterin fünf Kinder. Im Übrigen
pflegte er aber einen ehrbaren, unverdächtigen Lebenswandel. Über
die Pfarrei ist zu lesen, sie habe 200 Communicanten, alle katholisch
und dem Glauben treu ergeben. Die Kirche mit drei wohlgezierten ["wol
getziert"] Altären besitze ein gut verschlossenes Sakramentshaus,
einen Taufstein sowie schöne und weniger schöne ["guet und beß"]
Messgewänder.
Wenn Sie den ganzen Text des Visitationsberichts lesen möchten, klicken
sie hier...
Neuer Taufstein 1630
Im Jahr 1630 hatte man in Schwabhausen für 30 Gulden einen neuen Taufstein
machen lassen, der großenteils von Spendern finanziert wurde. Die Kirchenrechnung
enthält hierzu den Eintrag: "Ainen Taufstain von Märbel (Marmor),
darzue fraw Urßula Heiglin von Dachaw, Maria Gaillerin von Odlzhausen,
Catharina Sedlmayrin von Ottmarschaff und ein gemain Zu Schwabhaußen yedes
5 Gulden verhaissen". Die Kirche hatte nur noch 10 Gulden zu tragen.
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Altarweihe 1707
Der 24. Juli 1707 war ein großer Feiertag für die Pfarrei Schwabhausen.
An diesem Tag war der Fürstbischof Johann Franz von Eckher zu Gast. Er
weihte die drei Altäre in der Kirche und spendete 40 Kindern das Sakrament
der Firmung. Das Weihedatum bedeutet aber nicht zwingend, dass die Altäre
erst kurz vorher neu beschafft oder renoviert worden wären. Es könnte
auch sein, dass 60 Jahre vorher - im 30jährigen Krieg - die Altäre
von Soldaten entweiht und kurz nach dem Krieg von den Schwabhausern wieder hergestellt
worden sind. Da war eine Weihe nicht mehr möglich. Ab 1652 saßen
nämlich nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht
Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger Bischofsthron,
die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben
konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. Nach
40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung,
für den nach so langer Zeit ohne Kirchenweihen und ohne Firmungen viel
zu tun war. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche
aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines
Bistums. Die Weihe der Altäre am 24.7.
in Schwabhausen
war Teil einer intensiven Weihewoche, die den Bischof innerhalb der 7 Tage vom
19.bis 25.7. in die Kirchen von Altomünster, Oberzeitlbach,Kleinberghofen,
Westerholzhausen, Niederroth, Weyhern, Oberroth, Armetshofen, Schwabhausen Edenholzhausen
und Welshofen führte. Am Abend des 24.Juli, nach der Altarweihe und der
Firmung in Schwabhausen, weihte Bischof Eckher noch einen Altar in Edenholzhausen.
Matrikel
von 1738
1738 wurde wieder ein Priester (Josef Hirner) installiert. Das berichtet die
Schmidt'sche
Matrikel von 1738/40. Die Zahl der Communicantes betrug, wohl
wegen der Verluste durch den 30jährigen Krieg nur noch 120. Die Einnahmen
und Ausgaben der Kirche verwalteten der Pfarrer und Landpfleger von Dachau.
Das Pfarrhaus sei, so Schmidt, noch aus Holz gebaut. Es sei nicht mehr geeignet
und bedürfe dringend einer Renovierung. Der Bericht schließt mit
dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Pfarr-Gottshauses
hat sich letzthin auf 622 fl. (=Gulden) und 11 kr (=Kreuzer) erstrekhet"
(zum Vergleich: Oberroth 1270 Gulden, Rumeltshausen 700 Gulden). Die drei "ansehnliche"
Altäre, waren wie heute, St.Michael, der Jungfrau Maria und dem hl.Stephanus
geweiht. Der Sebastiansaltar war also Marienaltar geworden. Kanonikus Schmidt
schreibt, es sei auch ein Taufstein mit den heiligen Ölen vorhanden. Das
Kirchweihfest und das Patrozinium würden zusammen am 29.Sept. gefeiert.
Im Friedhof stehe ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.
Pest 1772
Im Januar 1772 brachte ein Handwerksbursche die Pest nach Schwabhausen. Es dürfte
die letzte Pestepidemie im Dachauer Land gewesen sein. Viele Menschen starben,
darunter auch der damalige Pfarrer Johann Georg Jacob, der aus der Posthalterfamilie
stammte, sowie sein Nachfolger Anton Westermaier als letzter Pesttoter. Einen
Zeitungsbericht, der sich mit dieser Epidemie befasst, können Sie hier
lesen...
1779 beklagte
sich der neue Pfarrer Georg Schenk bei seinem Dienstantritt darüber, dass
das Gotteshaus in allerschlechtestem Zustand sei. Er sammelte bei den Pfarrangehörigen
für neue Messgewänder und andere kirchliche Gerätschaften und
versprach den Spendern, er werde für sie alle Sonntage ein öffentliches
Vaterunser beten lassen und seine Nachfolger bitten, dieses Gedächtnis
fortzusetzen.
Papstbesuch 1782
Schwabhausen hatte 1782 hohen Besuch. Hier
stieg hier Papst Pius Vl. auf seiner Reise von Wien nach Frankfurt um, denn
die Ortschaft war eine bedeutende Poststation auf der Straße von Dachau nach
Augsburg. In Schwabhausen verabschiedete er sich vom Kurfürsten Karl Theodor,
der ihn von München bis hierher begleitet hatte und vom Freisinger Bischof.
Mit dem Besuch
| in Österreich und Deutschland versuchte der Papst vergeblich, die von staatlicher Seite drohenden Kirchenreformen abzuwenden und aufklärerisches Gedankengut zurückzudrängen. Wenig später folgt in der Säkularisation die vollständige Enteignung allen kirchlichen Besitzes. Ein zeitgenössischer Berichterstatter schreibt über die Ankunft des Papstes: "...kein Fuhrwerk war heute unterwegs, das Lasten geführt hätte, kein Pflug, der gen Acker gegangen wäre, kein Dienstbote arbeitete, kein Webstuhl klapperte. Gottesfriede lag über den Gauen und es sammelten sich die von allen Seiten strömenden Menschen wie Heerscharen... Die Glocken huben an zu läuten. Die Menschen, welche die Straße säumten (man spricht von 15.000), beugten ihr Knie, sobald der Hl.Vater aus dem Fenster seiner Kutsche schaute und die segnende Hand über das gläubige Volk ausstreckte". | ||
| Die Adeligen der umliegenden Schlösser wurden ebenso wie die anwesenden Geistlichen zum Handkuss zugelassen. Papst Pius VI. starb übrigens 1799 im Alter von 82 Jahren als Gefangener Napoleons in Frankreich. An den hohen Besuch erinnern in Schwabhausen eine Gedenktafel am Wirtshaus und das Deckengemälde in der Kirche. |
1783, ein Jahr nach dem Papstbesuch, musste
die Kirche renoviert werden. Vor allem die Altäre waren baufällig.
Der Schwabhausener Pfarrer Georg Schenk berichtete dem kurfürstlichen Geistlichen
Rat, einem Vorgänger des heutigen Kultusministeriums, man müsse befürchten,
dass jemand durch herabfallende Stücke beschädigt oder gar erschlagen
werde. Schon zweimal sei eine Figur herabgefallen und einmal der Mesner, ein
anderes Mal eine andere Person habe sich nur durch einen Sprung zur Seite retten
können. Der Bildhauer Paul Arnoldt erstellte die Altäre, Mathias Fornfischer
aus Tandern fasste (=bemalte) sie. Die Gemälde dazu lieferte der Münchner
Maler Johann Haas. Figuren von Paul Arnoldt stehen auch in den Kirchen von Pipinsried,
Altomünster, Niederrothund Bergkirchen.
10 Jahre später, 1793, lieferte der Kistler Schöpel von Weilbach neue
Kirchenstühle.
1788 gab es Streit um die Gottesdienstzeiten.
Der selbstbewusste Pfarrer Georg Schenk verlegte den Beginn des Sonntagsgottesdienstes
von acht Uhr auf halb sieben Uhr. Dagegen wetterte vor allem der Wirt, weil
er Geschäftseinbußen befürchtete. "Meine Poststation ist
bekanntermaßen eine der meistbesuchten in Bayern, die Lage an der Straße
nach Augsburg, Donauwörth und München macht sie dazu" schrieb
er an den Kurfürsten. Fast täglich kämen er und seine Ehehalten
(=Dienstboten) erst spät nach Mitternacht, an den Abenden vor einem
Sonn- oder Feiertag sogar erst gegen zwei oder drei Uhr zur Ruhe. Bei so frühem
Gottesdienstbeginn käme der Schlaf zu kurz. "Würklich, gnädigster
Herr Herr" schreibt er weiter, "sind aus dieser Ursache schon einige
meiner Leute nicht in die Kirche gekommen, denn Mensch bleibt Mensch, und ich
kann dem Ehehalten, der den ganzen Samstag gerannt und geloffen ist, mit Billigkeit
unmöglich zumuthen, dass er um 6 Uhr schon wieder heraus und die Kürche
eilen soll". Und da die beim Posthalter Beschäftigten ein Drittel
aller Gläubigen ausmachten, hatte der Protest schon einiges Gewicht. Der
Wirt mutmaßte, dass der Pfarrer die neue Gottesdienstordnung nur eingeführt
hatte, um ihm zu schaden. Neben dem Kurfürsten wurde auch der Bischof mit
dem Fall befasst und der entschied sich für den Wirt: Der Gottesdienst
begann wieder um acht Uhr.
Pfarr-Zusammenlegung 1814
In einigen Publikationen wird die Auffassung vertreten,
im Jahr 1814 habe der Pfarrsitz zwischen Rumeltshausen und Schwabhausen gewechselt,
d.h., Schwabhausen sei vorher Filiale von Rumeltshausen gewesen. Dies war aber
nicht der Fall.
Ab 1814 wurde die Pfarrei Rumeltshausen aufgelöst und in die bestehende
Pfarrei Schwabhausen eingegliedert. Damals
kamen zu den 167 Gläubigen in Schwabhausen 72 Gläubige aus Rumeltshausen
dazu; die Pfarrei gehörte aber immer noch zu den kleineren. In
J.R.Buchinger historischen Nachrichten über das Landgericht Dachau wird
berichtet: "Rumelzhausen besteht jetzt nicht mehr als eine eigene Pfarrey,
sondern wurde am 19.October 1814 für immer mit der Pfarrey Schwabhausen
vereiniget, die deßwegen einen Hülfspriester zu halten hat".
Sämtliche Erträgnisse von Rumeltshausen sollen teils zur Haltung eines
Hilfspriesters und teils zur Verbesserung der ebenfalls unzureichend dotierten
Pfarrei Schwabhausen verwendet werden.
Die Vereinigung der beiden Pfarreien hatte nicht nur Freunde. Die Gemeinde Rumeltshausen
widersetzte sich mit der Begründung, dass die Gläubigen wegen der
vom Rothbach drohenden Wassergefahr unter
keinen Umständen nach Schwabhausen kommen könnten. Die Kirche in Schwabhausen
sei zu klein; außerdem sei der Pfarrhof in Rumeltshausen erst vor 12 Jahren
gebaut worden. Doch der eigentliche Grund
für die Zusammenlegung waren wohl die geringen Einkünfte beider Pfarreien.
Mayer/Westermayer schrieben 1880: "weil das Widdum, der Pfarrbauernhof,
(in Rumeltshausen) an Gebäuden und Feldbau gänzlich vernachlässigt
war und öde lag und weil die Pfarrei Schwabhausen dringend einer Aufbesserung
bedurfte". Dem letzten Pfarrer von
Rumeltshausen wurden mangelhafte Fähigkeiten bei der Bewirtschaftung der
Pfarrgründe vorgeworfen, was ebenfalls die Entscheidung erleichterte.
Erster neuer Pfarrer der vergrößerten Pfarrei wurde ein Bewerber
aus der Diözese Augsburg. Für Anton Hosemann war es eine wirtschaftliche
Verbesserung, denn seine bisherige Pfarrei in Ebenried, sei, so schrieb er in
seine Bewerbung, die ärmste Pfarrei im Königreiche. "Bitte um
baldige Erlösung" flehte er und wurde auch deshalb erhört, weil
er zugleich zusicherte, die Pfarrei ohne Hilfspriester zu führen.
Möglicherweise waren aber auch persönliche Gründe für den
Amtswechsel maßgeben. Denn die Diözese Augsburg übermittelte
ein Warnschreiben mit dem Inhalt, dass man gegen Pfarrer Hosemann ein Disziplinarverfahren
wegen einer vermuteten sexuellen Beziehung zu seiner Dienstmagd Katharina Neuer
eingeleitet habe.
Beschreibung 1817
Im Jahr 1817, drei Jahre nach der Vereinigung der Pfarreien Schwabhausen und
Rumeltshausen, hat Pfarrer Hosemann seine neue Pfarrei beschrieben. Der 2005
erschienenen Chronik von Schwabhausen
ist zu entnehmen, dass der Umfang der Pfarrei 1 1/2 Gehstunden betrug. Den vorher
erwähnten Einwand der Rumeltshauser, der Rothbach verhindere den Kirchgang
nach Schwabhausen, ließ Pfarrer Hosemann nicht gelten: "Im Süden
aber bildet der Bach (Roth genannt) zu beyden Seiten des Gestades wegen seiner
vielen Krümmungen und gehemmten Abflüsse viele sumpfige Wiesen, deren
Ausdünstung einen nachteiligen Einfluß für die Gesundheit haben
soll. Doch wird die Communikation mit Rumeltshausen niemals unterbrochen, denn
über die Hälfte des Weges geht man auf der Landstraße von Augsburg
nach München fort und von der Landstraße weg führt ein auch
zur Regenzeit gut zu passierender Fußweg nach Rumeltshausen; überdies
beträgt die Entfernung nur eine gute halbe Stunde". Das Schwabhausener
Pfarrhaus sei "von Steinen gut gebaut und mit einem großen Garten
umgeben".
Der Pfarrbauernhof war 112 Tagwerk (37 ha) groß. Er trug mit 1414 fl (=Gulden)
zu den Einkünften des Pfarrers bei (17 Jahre später waren es nur noch
891 fl). Dazu kamen 1000 fl aus den Zehenten, 15 fl aus Jahrtagsstiftungen,
45 fl an Stolgebühren (Taufen, Beerdigungen) und 16 fl für das sog.
Kirchweihbrot. Bei Ausgaben von 1.937 fl betrug das Reineinkommmen 555 fl.
Die Kirche beschreibt er als alt, nicht groß, etwas dunkel und derb. Die
Sonntagsgottesdienste werden zweimal in Schwabhausen, einmal in Rumeltshausen
gehalten. Während der Woche fänden in Schwabhausen zwei Gottesdienste
statt.
Erweiterung der Kirche 1831
Im Jahr 1831 hat man das nach der Vereinigung mit Rumeltshausen zu kleine Kirchenschiff
abgetragen und durch einen etwas längeren und breiteren Neubau (12 x 8
Metern außen) mit steilerem Dach ersetzt. Die
Innenmaße: Länge: 16 m, Breite: 7,30 m, Höhe Chor: 4,40 m, Höhe
Schiff bis zum Dachgiebel: 5,90 m, Höhe Turm: 19,20 m.
Beschreibung 1880
Kirche und Pfarrei Schwabhausen sind auch in der "Statistischen Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-80 enthalten,
die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und später Pf. Georg Westermayer
als Buch veröffentlicht haben:
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Geographie: "Die Pfarrei hat 300 Seelen in 49 Häusern. Davon wohnen 187 Gläubige (in 32 Häusern) in der Ortschaft Oberroth selbst, die Übrigen in Rumeltshausen 89 (12) und in Stetten 24 (5). Der Umfang der Pfarrei beträgt 5 km. Die Wege sind gut." Pfarrei: "Präsentationsrecht liegt beim Domkapitel. Die Kirchenrechnung weist bei 3300 Mark Einnahmen und 175 Mark Lasten einen jährlichen Reinertrag von 3125 Mark aus. Das Widum (=der Pfarrbauernhof) umfasst Grundstücke von 100 Tagwerk (= 34 ha) Fläche der Bonität 12. Das Pfarrhaus -Erbauungsjahr unbekannt- ist geräumig, passend und auf der Nordseite etwas feucht. Das Ökonomiegebäude wurde 1852 neu erbaut. Die Matrikelbücher beginnen 1653. Im 1865 gekauften Schulhaus (einem früheren Privathaus) unterrichtet ein Lehrer 70 Werktags- und 38 Feiertagsschüler". |
1884/85 hat man die Sakristei vergrößert.
Dies war dringend nötig, denn der alte Bau hatt nur eine Höhe von
1,90 m und die Breite sei so beschränkt gewesen, heißt es, "dass
sich kaum ein Herr recht bewegen konnte". Man setzte auch noch ein Stockwerk
darauf, das als Oratorium diente. Die Gebrüder Kraft bemalten die Decke
des Langhauses mit einer Darstellung der Himmelfahrt Mariens. Auch für
eine neue Orgel von der Fa. Max März & Sohn reichte das Geld.
Volksmission 1896
1896 fand unter Pfarrer Rahm (wie schon 1882 zur 100-Jahrfeier des Papstbesuchs)
eine Volksmission statt. Missionsprediger waren Kapuzinerpatres. Wegen des beschränkten
Platzangebots in der Kirche wurden neben den Prozessionen auch die Gottesdienste
und Predigten im Freien abgehalten. Dazu war eine Genehmigung des Bezirksamtes
Dachau notwendig. Die Behörde ließ sich aber mit dem Bescheid viel
Zeit und zögerte die Entscheidung durch wiederholte Rückfragen hinaus.
Diese Schikane sorgte bayernweites Aufsehen und erreichte auch die Abgeordnetenkammer
in München. Schließlich rügte auch das Innenministerium das
Vorgehen des Bezirksamts. Der Gemeinderat erließ für die Zeit der
Mission (vom 25.-31.5.) ein Verbot für das Hausieren, damit alle zur Kirchen
gehen konnten und nicht aus Sicherheitsgründen immer eine Person im Hause
bleiben musste. Am Ende der vom 25.-31.5. durchgeführten Mission wurden
Erinnerungsbildchen verteilt. Sie enthielten neben dem Motto der Mission: "Rette
Deine Seele - nur eins ist nothwendig: keine Todsünde mehr" auch verschiedene
Sprüche und Ratschläge. Die Hervorhebung einzelner Buchstaben (die
zugleich römische Zahlensymbole sind) ergab für jeden Spruch ein Chronogramm
mit dem Ergebnis "1896".
Weitere Volksmissionen fanden übrigens in den Jahren 1900, 1919, 1931,
1949 und 1966 statt. Pfarrer Rahm hatte dazu eine Stiftung eingesetzt, aus deren
Zinsen die Kosten der Mission getragen werden sollten.
Die Intensität der religiösen Veranstaltungen zeigt ein Tagesablauf
bei der Mission am 6.11.1919:
6:00, 6:30, 8:00 Uhr hl.Messen, 13:30 Uhr Standeslehre, 15:30 Uhr Rosenkranz,
16:00 Uhr Predigt mit Bußgebet.
Pfarrei
Im Jahr 1922 wurden die rechts des Rothbaches und südlich der Hauptstraße
gelegenen Häuser, die bis zu diesem Zeitpunkt zu Sickertshofen und damit
zur Pfarrei Kreuzholzhausen gehörten, nach Schwabhausen umgepfarrt. Damit
gehörte das ganze Siedlungsgebiet des Ortes zur Pfarrei. Vier Jahre später
kam auch die Einöde Rothhof dazu. Als bisher letzte Änderung der Pfarreigrenzen
wurde 1977 der Ort Puchschlagen von Kreuzholzhausen nach Schwabhausen
umgepfarrt.
Neubau
1934
Im Jahr 1934 (Beginn 28.Mai)
hat man das dreiachsige Kirchenschiff abgebrochen und innerhalb eines halben
Jahres (mit 52 Arbeitern) völlig neu aufgebaut. Den Entwurf lieferte Architekt
Richard Steidle, München, die Bauausführung übernahm die Fa.
Baumgartner. Beim Bau fand man eine römische Weiheschale, was auf die frühe
Besiedlung an der Römerstraße hinweist. Das Kirchenschiff ist nun
21 m lang (vorher 12 m) und 11,50 m breit (vorher 8 m). Dazu kommt noch der
unter dem Turm liegende Altarraum mit rd. 4 m. Zur Finanzierung der Baumaßnahme
wurde eine Kirchenumlage beschlossen, die der Pfarrer persönlich bei den
Gläubigen abholte. Am 15. November 1934 weihte Kardinal Michael von Faulhaber
die Kirche ein. Über die Konsekration der Kirche ist im Amperboten ein
Bericht
erschienen. Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...
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Pläne für den Neubau hatte es schon vor dem Ersten Weltkrieg gegeben. Im Visitationsbericht von 1912 war vermerkt, dass für die Kinder fast keine Plätze vorhanden waren. Auch die Aufstellung des Taufsteins war aus Platzmangel nicht möglich. Sogar schon unter Pfarrer Rahm (1875-1901) war eine Vergrößerung geplant, die der Pfarrer sogar selbst bezahlen wollte. Doch dies scheiterte, weil ein Grabbesitzer die Ruhestätte seiner Frau nicht verlegen lassen wollte. 1921 wollte Pfarrer Höckmair die damals noch zur Pfarrei Kreuzholzhausen gehörende Kapelle in Sickertshofen abtragen lassen und die Steine als Baumaterial für die Erweiterung der Pfarrkirche verwenden. Der damalige Besitzer der Kapelle, ein Mennonit, hatte sein Einverständnis schon erklärt. Das Ordinariat in München lehnte den Antrag glücklicherweise ab. |
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Restaurierungen:
1848-50 hatte man das Innere restauriert; alle Altäre wurden neu
gefasst, Seitenaltäre und Kanzelkorpus erhielten neue
Gemälde von Anton Huber, die
Empore wurde vergrößert.
1922 Außenrenovierung (Pfarrer Höckmayr erklärte danach,
es wäre zu wünschen,dass das Äußere der Kirche dem Inneren
der
Pfarrangehörigen entspräche).
1963 wurden Kirche und Turm außen restauriert;
1967 gestaltete man im Zuge der Innenrenovierung insbesondere den Altarraum
um (Altar nach hinten, Assistenzfiguren nach
außen, Kanzelkreuz an
den Chorbogen, Aufstellung des Volksaltars).
1981/82 war wieder eine Außenrenovierung an der Reihe; der Turm
erhielt dabei neue Ziffernblätter.
2004 entfernte man den Beichtstuhl und die hinteren Kirchenbänke,
um einen großzügigen Eingangsbereich zu schaffen
2009 hat man die Kirche innen und außen renoviert und gründlich
umgestaltet. Dabei wurden auch einige Veränderungen durch
frühere Renovierungsmaßnahmen
zurückgenommen und ein neuer Zelebrationsaltar sowie ein neuer Ambo eingebaut.
Die Neugestaltung des Altarraums,
wurde im Juni 2010 von der Bayerischen Architektenkammer als herausragendes
Beispiel
gelungenen Bauens geehrt.
Bittgänge
Aus den Kirchenrechnungen ist bekannt, dass die Schwabhausener alljährlich
Kreuzgänge nach Inchenhofen (zum hl.Leonhard) und nach München (wohl
zum hl.Benno, der in der Frauenkirche verehrt wurde) unternommen haben. Die
Fahnenträger und Sänger ("Fahnnentrager, Singer und andern, so
daß Fahnnentrichel getragen") sowie der mitwallfahrende Pfarrer erhielten
ein kleines Zehrgeld, das in der Kirchenrechnung von Rumeltshausen verbucht
wurde.
Die Verehrung des hl.Benno in Bayern entstand erst im 16.Jh im Zusammenhang
mit der Reformation. St.Benno, der von 1066 bis 1106 in Meißen als Bischof
gewirkt hatte, wurde am 16.Juni 1524 zur Ehre der Altäre gehoben. Luther
verurteilte diese Heiligsprechung in seiner Schrift "Wider den neuen Abgott
und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden" aufs Schäfste.
Als Sachsen 1539 protestantisch wurde, hat man das Grabmal Bennos geöffnet
und seine angeblichen Gebeine in die Elbe geworfen. Allerdings behauptete der
letzte Bischof von Meißen, der später übrigens selbst die evangelischen
Konfession annahm, schon vorher die Gebeine aus dem Sarg entfernt und die Sekundärreliquien,
das Messgewand, Mitra und Bischofsstab in Sicherheit gebracht. Sie wurden 1576
(wohl gegen einen ansehnlichen Betrag) zusammen mit einem Wunder-Verzeichnis
dem bayerischen Herzog Albrecht V. überlassen. 1580 hat man die Gebeine
in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt, wo sie nun das Ziel vieler
Wallfahrer aus dem bayerischen Land waren. Maßgeblich dafür waren sicher
seine Patronate für München und Altbaiern sowie seine Funktion als
Wetterheiliger.
Zeitungsberichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120
Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich
nicht unmittelbar mit den Kirchengebäuden, vermitteln aber einen ergänzenden
Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Glockenweihen,
einer Kirchenkonsekration
und Priesterjubiläen
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Die Kirche liegt auf einer kleinen Anhöhe
im Dorf. Sie ist von einem 1934 neu ummauerten Friedhof umgeben.
Der 4 Meter lange und breite Chor liegt im Untergeschoss des Turmes (Chorturmkirche)
Das rd. 80 Jahre alte vierachsige
Kirchenschiff mit einer Länge von 21 Metern und einer Breite von
11,5 Metern wird durch drei südliche, zwei nördliche Rundbogenfenster (von Syrius
Eberle, Dachau) aus hellgetöntem Antikglas in Rechteckverbleiung erhellt. An
der Westseite weitere vier Fenster.
In die südliche Außenseite des
Kirchenschiffs sind Epitaphe für Pfarrer aus Schwabhausen eingelassen
(von West nach Ost)
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1842
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1938
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1681
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1772
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17.Jh.
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1728
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1779
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1800
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| Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
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17.Jh.
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für Pfarrer Michael Bauman,
17. Jh., Rotmarmor (Maße: 63 x 42 cm) |
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1681
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für
Pfarrvikar Calvarus Bindtnagl,
28. 12. 1681, gebrannter Ton (Maße: 42,5 x 32,5 cm) Text: "Anno 1681 den 28 Decembris ist Casparus Pindtnagl Pfarrvicarius zu Shwabhausen in Gott seelig vershide dem Gott genedig sein wolle. Amen." |
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1728
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für
Pfarrer Mardin Gezel (Martin
Goetschl) 1728, Kalksandstein (Maße: 80 x 53 cm) Text: "Alhier ligt begraben Mardin Gezel gewener Pfarrer in Schwabhausn Gott geb inen die ewig Ruhe. MDCCXXVIII". Goetschl starb übrigens am 5.Februar 1727 (!). |
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1772
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für
Pfarrer Johann Georg Jacob,
12. 3. 1772, Kalksandstein (Maße: 80 x 59 cm) Text: "Hic Dormit JACOB et SCALAMCOELI Vigili intuetur OCULO Tu Viator. Pio eius Capiti Suppoue Lapidem Adiutorii. Et Laboribus celso Requiem. Precare Sempiternam. Ita effcagitat Adm.Rev.AC Exim. D.JOAN. GEORG IACOB Vigil. Eccliae huius Par.quem Zelus Domus Dni Comedit 12.Mart.1772" Pfarrer Jacob war das älteste von elf Kindern des Schwabhausener Posthalters Franz Jacob. Nach nicht einmal zweijähriger Dienstzeit in seinem Heimatort ist er der Pest zum Opfer gefallen. Auch sein Nachfolger Anton Westermaier starb noch im selben Jahr an dieser Seuche. Einen Bericht über diese Pestepedimie können Sie hier lesen.. |
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1779
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Pfarrer Lorenz Kugler, 13. 7.
1779, Kalksandstein (Maße: 55 x 40 cm) Text: Hier ruhet der hochwürdige in Gott geistliche und hochgelehrte Herr Lorenz Kugler, gewester Pfarrer zu Schwabhausen. Ist verstorben den 13. July im Jahr 1779, seines Alters im 69ten und in der Pfarr in dem 7ten Jahr. Requiescat in Pace. " |
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1800
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für
Pfarrer Johann Georg Joseph Schenk,
31. 10. 1800, 22 Jahre Pfarrer, Kalksandstein (Maße: 48 x 48 cm) Text: "Hier ruhet der Hochwierdig Hochgelehrte Herr Johann Georg Joseph Schenk, 22 Jahre la(n)g gewesener Pfarrer in Schwabhausen, ist hier begraben anno 1800 den 31.Oktober, seines Alters 66 Jahre. Gott gebe Ihm die ewige Ruhe". |
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1842
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für
Pfarrer Anton Hosemann, 16.
10. l842, Kalksandstein (Maße: 68 x cm) Text: Hier ruhet der Hochewürdige Herr Anton Hosemann, königl.Pfarrer und Capitels-Kämmerer, gest. am 16.Oktober 1842 im 6?. Lebensjahre und im26.Jahre seines Pfarramtes zu Schwabhausen. Friede seiner Asche ! |
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1938
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für
Pfarrer Andreas Lammersberger,
11. 8. 1938, neues Priestergrab mit schmiedeeisernem Kreuz (69 x 50 cm). Text: "Hier ruht in Gott Hochw.Herr Pfarrer Andre.Lampersberger, geboren 11.Dezbr.1879 z.Priester geweiht 29.6.1907. Anno 1934 erbaute Er diese Kirche und starb am 11.Aug.1938. Requiescat in Pace" |
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Geprägt wird das Aussehen der Kirche aber durch den mächtigen, wohl über 700 Jahre alten Turm mit Satteldach. Er besitzt drei Geschosse, die durch Rechteckblenden und ein Rundbogenfries mit Deutschem Band gegliedert sind. Romanisch sind auch noch die beiden kleinen Rundbogenfenster im zweiten Obergeschoss über dem Fries. Hinter den doppelten, rundbogigen Schallfenstern, die durch eine einfache Vierkantsäule getrennt sind, hängen drei Glocken. Eine stammt aus dem Jahr 1878 (gegossen bei Ulrich Kortler in München, gestiftet vom Posthalter Joseph Rottenfußer), zwei aus dem Jahr 1921 (Ulrich & Weule, Apolda/Thüringen). Die beiden Glocken von 1921 sind dem hl.Michael und dem hl. Josef geweiht und haben ein Gewicht von 27 bzw. 13 Zentnern. |
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Im Jahr 1917 hatte Schwabhausener Kirche
zwei ihrer drei Glocken zum Einschmelzen abliefern müssen. Nach dem
Krieg wollte die Pfarrei ihr Geläute wieder komplettieren. Da die
Bronzeglocken damals aber sehr teuer waren, hat man -gegen den anfänglichen
Widerstand des Ordinariats - Glocken aus Stahl bestellt. Stahlglocken
sind fast unverwüstlich, haben aber einen harten Klang. Andererseits
haben Stahlglocken den 2.Weltkrieg überstanden, weil sie nicht zum
Einschmelzen abgeliefert werden mussten. |
| Die Sakristeitüre
zum Altarraum stammt wohl noch aus dieser Zeit, also aus dem 18. Jh. Sie
ist mit alten Beschlägen und Schloss versehen. Die Türe ist blau lackiert.
Darauf ein Bild mit dem brennenden Dornbusch und dem Text: " Der Boden,
auf dem du stehst, ist heiliger Boden" (Exodus 3,2.) Das beherrschende Möbelstück in der Sakristei ist der blaugrau lackierte Schrank mit Kreuz und Kerzen, in dessen Schubladen Gewänder und hinter dessen Türen der Messwein aufbewahrt werden. An der Wand neben dem Schrank ein Gemälde, das einen Fisch mit Brotkorb zeigt. Daneben die Buchstaben Alpha und Omega, darüber das Christusmonogramm. |
| Ein weiteres Wandgemälde in der Sakristei zeigt die eherne Schlange auf dem Panier, wie sie im 4.Buch Mose (21,9) beim Zug der Israeliten durch die Wüste geschildert wird. | Daneben steht ein Text aus dem Johannesevangelium: "Gleichwie Moses die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß auch der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, ,der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe (Joh,3,14) |
| In
der Sakristei wird in einem Bilderrahmen auch das Dokument
zur Weihe der Kirche nach dem großen Umbau 1934 durch Kardinal Faulhaber.
Der Text lautet: "Anno Domini MCMXXXIV die 14 mens Novembris quae fecit S.Josaphat in Schwabhausen. Ego, Archiepiscopus Monacensis et Frisigensis consecrari ecclesiam hanc et altare majus in ea in honorem Sancti Michaelis Archangeli et Reliquias Sanctorum Martyrum Boni, Severini, Clementiae in eo inclusi, et singulis Christi fidelibus hodie unum annum et in die anniversario consecrationis hujusmodi ipsam risitandibus biscentum dies de vera indulgentia in forma Ecclesiae consueta concessi. Michael Card.Faulhaber". |
Innenausstattung
Die barocken Altäre sind Säulenretabel aus blaugrau marmoriertem Holz, geschmückt mit Ornamentleisten und einem vergoldeten Kreuz. Die Rokokotabernakel sind mit Putten verziert.
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Der
Choraltar ist ein barockes
Ädikularetabel
(= mit Nische). Auf ihm wurde am 23.Mai 1742 -mitten im Österreichischen
Erbfolgekrieg- die erste Messe gelesen und der Tag mit einer Feldprozession
gefeiert. Vier kannelierte Säulen tragen ein verkröpftes
Gebälk, auf dem Vasen neben einem geschweiftem Auszug stehen. Das Antependium
ist mit Holz
verkleidet und blaugrau marmoriert sowie mit vergoldeten Ornamentleisten
und einem vergoldeten Kreuz verziert. Im Zuge der Aufstellung des Zelebrationsaltars
(Volksaltars) war er 1967 näher an die Rückwand des Altarraums
gerückt worden, um Platz für Priester und Ministranten im engen
Altarraum zu schaffen. Bei der Renovierung 2009 wurden die beiden Assistenzfiguren,
die bis dahin an der Wand, getrennt vom Altar, auf Podesten standen, an
den Altar herangeführt. Ihre Sockel sind nun mit dem Altar verbunden.
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| Hinweis: Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als glücksbringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperungen des Bösen und als Teufel bezeichnet. In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. | In der religiösen Kunst wird er häufig zusammen mit dem hl.Michael, dem hl. Georg und der hl.Margarete abgebildet.Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere geben würde. |
| Als Assistenzfiguren
stehen Johannes der Täufer
(links) und der hl.Rochus (?)
auf Konsolen an den Aussenseiten des Altars. Sie stammen aus dem 18.Jh. Johannes ist in "härenem Gewand", mit Kreuzstab, Bibel und darauf liegendem Lamm abgebildet. Die rechte Figur stellt nach der Aufschrift auf dem früheren Sockel den hl.Rochus dar. Ihr Aussehen mit Pilgerkleidung, Umhang, Wanderstock und Muschelverzierung am Hut könnte aber auch auf den hl.Jakobus den Älteren hindeuten. Zudem fehlt der Figur die offene Beinwunde, die das typische Attribut von St.Rochus ist. |
| Hinweise: Johannes der Täufer
(ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus.
Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes und ihrer
Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes,
das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias
angekündigt (Johannes 1,29). St. Rochus (1295-1327) trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank, zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert. Er wird in Pilgerkleidung mit Beinwunde und manchmal mit Hund dargestellt. |
Im Jahr 1967, als der erste Zelebrationsaltar aufgestellt wurde, hat man den Choraltar um zwei Stufen tiefer gesetzt und an die Wand des Altarraums gerückt. Die seitlichen Durchgänge, die bis zur Außenwand reichten, wurden zu Konsolen umgearbeitet, auf denen nun die Assistenzfiguren stehen.
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Der Tabernakel im Rokokostil mit einer Höhe von 58 cm steht auf einem Podest. An der Türe ein Englein mit Kreuz auf Gewölk. Auf dem Tabernakel steht ein schönes spätklassizistisches Kruzifix (um 1830). Es besteht aus einem Holzkern, der mit einem getriebenen und versilberten Messingblech umgeben ist. Der Korpus ist gegossen. |
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Im geschweiften Auszug befindet sich ein Gemälde von Gottvater. Er hat seine Arme segnend ausgebreitet. Von seinen Händen führen Gnadenstrahlen zum unteren Bildrand Richtung Gläubige. |
Gottvater wird V-förmig
umrahmt von Wolkenbändern. Das Bild wurde dem Altar erst nachträglich, im 19.Jh. hinzugefügt. Es ist im Nazarenerstil gehalten. |
Seit 2009 hat Schwabhausen einen neuen Zelebrationsaltar.
Er wurde von den Künstlern Lippert und Neumann aus Kaufbeuren gestaltet
und am 22.November 2009 zum Abschluss der Renovierung von Erbischof Marx in
einer feierlichen Zeremonie geweiht.Mehr über die Einweihung können
Sie hier
lesen...
Dr.Gonzalo schreibt in der Festschrift zur Altarweihe zum neuen Altar: "Symbolträchtig,
nicht mit Symbolen beladen, in würdiger Bescheidenheit, wird ein Kubikmeter
persischer Travertin in drei Teile zerlegt, welche, in knappem Abstand zueinander
gehalten, bedeutungsvolle Bilder hervorzurufen vermögen. Etwa das schützende
Schwert des hl.Michaels oder die zur liebevollen Umklammerung gestreckten Arme."
Im Altar befinden sich Reliquien der Katakombenheiligen
Clementia, Bonus und Severinus,
die schon im Vorgängeraltar "bestattet", d.h. eingemauert waren.
Der neue Volksaltar ist schon der zweite in Schwabhausen. Sein Vorgänger
war 1967 aufgestellt und von Julius Kardinal Döpfner eingeweiht worden. Er war
gemauert, verputzt (Rauputz) und weiß gestrichen.
| Der neue Zelebrationsaltar
besteht aus rotem persischen Travertin. Er ist in drei Teile (zwei Blöcke
und eine Platte darüber) gegliedert, deren Zwischenräume die Form
eines Tau-Kreuzes ergeben. Die Eucharistiefeier ist eine Gedächtnisfeier sowohl des Abendmahls und als auch des Opfertodes Jesu Christi; "Der Altar ist ein Tisch des Mahles und des Opfers", wie Kurat Albert Hack in der Festschrift zur Altarweihe schreibt. Zeichen des Mahles ist der Tisch; Zeichen des Opfers ist der dem alten Opferstein nachempfundene Steinblock. Das II. Vatikanische Konzil hatte die Stellung des Mahles innerhalb der Messe gestärkt. Dies führte dazu, dass in den 1970er Jahren die meisten Volksaltäre die Form eines Tisches hatten; denn Theologie beeinflusst immer auch architektonische Formen in Kirchen. In den letzten Jahren gewinnt die vorkonziliare Sichtweise der Eucharistie als Opferfeier wieder an Bedeutung. Dies hat auch seine Auswirkung in der Kunst: Die Tischform weicht wieder mehr der Blockform. Dies ist auch in Schwabhausen deutlich zu sehen. Der Altartisch ist kaum noch zu erahnen. |
| Hinweis: Die Errichtung des Zelebrationsaltars geht zurück auf die Liturgiereform, die durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils ausgelöst wurde. Der Zelebrationsaltar bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh. als das Christentum die führende Religion wurde, hat man das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und den Altar vom Kaiserkult übernommen. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jh. weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
| Unter
dem Chorbogen steht der neue Ambo,
der bei der Renovierung 2009 zusammen mit dem neuen Zelebrationsaltar und
dem neuen Taufstein in der Kirche aufgestellt wurde. Er besteht aus grauem
Basalt und nimmt - so der Architekt Gonzalo- farblichen Kontakt zu den ebenfalls
grau gehaltenen Sockeln der Seitenaltäre auf. Der Ambo wird auch als Tisch des Wortes bezeichnet. "So wie sich Gott am Altar in seinem Mahl schenkt, so schenkt sich Gott am Ambo in seinem Wort", schreibt Kurat Albert Hack in der Festschrift. Hinweis: Das Ambo (griech. ámbon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist das Ambo wieder fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen. Von hier aus werden Lesungen, Evangelium, Predigten und Kantorengesänge vorgetragen. |
Vom Chorbogen herab hängt die Ewig-Licht-Ampel aus dem Ende des 19.Jh. Sie ist in neuromanischem Stil gearbeitet und besteht aus versilbertem Messingblech.
| Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
| Das linke Wappen
ist das Bischofswappen von Kardinal Faulhaber unter dem die Kirche 1934
in großem Stil umgebaut wurde. Es zeigt neben dem Freisinger Mohren
einen Siebenarmigen Leuchter als Erinnerung an seine Tätigkeit als
Professor für Altes Testament und eine darüber schwebende, durch sieben
Strahlen mit den sieben Leuchterarmen verbundene Taube als Zeichen seiner
Bevollmächtigung durch den Heiligen Geist. Zum Leitspruch hatte er den Text
"Vox temporis vox Dei" (Die Stimme der Zeit ist die Stimme Gottes) gewählt.
Damit stellte sich Faulhaber dem Anspruch, in der jeweiligen Zeit den Anruf
Gottes zu hören und entsprechend den Bedürfnissen der Zeit den Willen Gottes
zu erkennen. Dieses Wappen war schon 1934 am Chorbogen angebracht und später übermalt worden. |
Das rechte Wappen und das rechte Spruchband weisen auf den bei der Renovierung 2009 regierenden Erzbischof Reinhard Marx und dessen Bischofswahlspruch „Wo der Geist des Herrn wirkt, dort ist Freiheit" hin. Es ist ein Text aus dem 2. Korintherbrief (2 Kor 3,17). Erzbischof Marx schrieb dazu: „Mit diesem Wort wollte ich deutlich machen, dass Freiheit das wesentliche Thema unseres Glaubens ist. In der modernen Welt wurde dem Glaube ja unterstellt, dass er mit einem Freiheits-verlust einhergeht. Aber das Gegenteil ist der Fall. Freiheit ist die Voraussetzung für Verantwortung und Liebe. Das Wappen zeigt neben dem traditionellen Freisinger Mohren eine Variante des Symbols des Hl. Markus (Flügellöwe und aufgeschlagener Bibel), das auf die ursprüngliche Bedeutung des Namens Marx (aus 'Markus') hindeutet. |
Von 1967
bis 2009 war an dieser Stelle über dem Chorbogen das große Kruzifix
angebracht, das jetzt gegenüber der Kanzel an der Südwand des Kirchenschiffs
hängt.
Vor 1967 war an der Stelle des Kruzifixes
ein Gnadenstuhl-Fresko von Rudolf Grau zu sehen, das übertüncht wurde.
Langhaus / Kirchenschiff
| Das 1934 erbaute vierachsige Langhaus besitzt ein hohes Tonnengewölbe, das außergewöhnlich weit nach unten gezogen ist. Die Wölbung umfasst in vollem Umfang die obere Empore, die dadurch eine über einen Meter geringere Breite aufzuweisen hat. Das Material des Gewölbes besteht aus Stahlbeton, der über ein Rabitzgitter verputzt ist. Der Stuck in Form von Rahmenleisten für das große Mittelfeld der Langhausdecke und der große Muschelstuck über dem umlaufenden Gesims wurde 1934 vom Bildhauer Salamoun aufgebracht. |
| Das Deckengemälde
zeigt den Papstbesuch in Schwabhausen. Dort verabschiedete sich am 2.Mai
1782 Papst Pius VI. auf seiner Reise von Wien nach Frankfurt von dem bayerischen
Kurfürsten Karl Theodor, der ihn von München bis hierher begleitet hatte.
Der Papst wollte damals von den Fürsten die Rücknahme von Maßnahmen zur
Aufklärung erreichen. Er hatte keinen Erfolg. Mehr zum Papstbesuch auf der Internetseite der Gemeinde Schwabhausen... |
Das Bild wurde 1945 von Wilhelm Rudolf Grau gemalt. Der Maler war während des Kriegs wegen der Zerstörung seiner Wohnung nach Schwabhausen gezogen. Grau hatte hier in mehreren Privathäusern Fresken angebracht. Deshalb äußerten mehrere Leute den Wunsch, er möge auch die 11 Jahre vorher erbaute Pfarrkirche ausmalen. Das Landesamt für Denkmalpflege war vom Kirchengemälde nicht begeistert, doch der Pfarrer entgegnete: "Die Bilder sind wohl sehr farbenfroh ausgefallen, entsprechen aber gerade deswegen sehr dem gesunden urwüchsigen Sinn des Volkes. Sie verleihen der Kirche einen festlichen Charakter, der jedem wohltut, der sie zur Erbauung des Gemütes aufsucht". |
| Die schmalen Seitenaltäre wurden 1783 von Kistler Jakob Schrott, Bildhauer Paulus Arnoldt und dem Fassmaler Mathias Fornfischer aus Tandern geschaffen. Sie waren vom Schwabhausener Pfarrer in Auftrag gegeben worden, weil die alten Altäre so baufällig waren, dass man befürchten musste, es werde "jemand durch herabfallende Stück beschädiget oder gar erschlagen". Es sei schon zweimal geschehen, dass "eine Figur herabgefallen und sich einmal der Mesner, das andere mal andere Personen noch mit einem Sprung gerettet" haben. |
| Die Altäre haben einen hohen, barocken Aufbau. Zwei kannelierte Säulen tragen ein verkröpftesGebälk mit Vasenaufsätzen und geschweiftem Auszug. Die Antependien sind mit graumarmoriertem Holz verkleidet. | Die dreiteiligen Tabernakel im Rokokostil sind aus gelbmarmoriertem Holz mit Rokokoschnitzwerk gebaut. Der Mittelteil besitzt eine vorgezogene Konsole. Das Kreuz ist aus versilbertem Messingblech gefertigt. Zu beiden Seiten Reliquienkästchen. |
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Seitenaltar links Das
Altarblatt zeigt in einem Ölbild auf Leinwanduntergrund die
Steinigung des hl. Stephanus. |
Der Heilige kniet im Vordergrund des Bildes. Er hat seine Hände zum Gebet erhoben. Gekleidet ist Stephanus in eine rote Dalmatika mit dem aufgenähten Jesusmonogramm (IHS). Darüber sind eine Stola und der blaue Mantel zu sehen. Die beiden Henkersknechte heben Steine vom Boden auf und beginnen, sie auf den noch unversehrten Heilige zu werfen. Im Hintergrund eine mächtige Stadtmauer. Über der Szene ein Blick in den Himmel, wo die Hl.Dreifaltigkeit auf Wolken das Geschehen betrachtet. |
| Hinweis: Stephanus war einer der Diakone der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem, die neben der Glaubensverkündigung auch für die sozialen Belange der Gemeinde zuständig waren. Sie hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer Bedeutung nahe an die Apostel heranreichten. Durch eine seiner Predigten geriet Stephanus mit den Juden in Konflikt. Sie brachten ihn vor den Hohen Rat. Die in Apostelgeschichte 7,2-53 wiedergegebene, eindrucksvolle Rede belegt, dass Stephanus noch vor Paulus den universellen Anspruch des Christentums verkündete. Stephanus wurde als Lästerer verurteilt und von der aufgebrachten Menge gesteinigt. Stephanus sah den Himmel offen, kniete, seinen Widersachern vergebend, im Gebet nieder und starb. Stephanus' Steinigung war der Auftakt zu einer großen Christenverfolgung in Jerusalem. Gedenktag: 26.Dezember |
| In der Predella sind Reliquienbehälter in den Tabernakel aus dem 18.Jh eingearbeitet. Hinter Glas sind die Knochensplitter von Katakombenheiligen zu sehen, die mit Goldschnüren, Pailletten und Perlen geschmückt sind. Über den Reliquien sind Pergamentstreifen angebracht, die die Namen der Heiligen tragen, von denen die Reliquien stammen sollen. |
| Das Gemälde im Aufsatz
des linken Seitenaltars zeigt ein Bild des hl. Franz
Xaver in geschweiftem Rokokorahmen. Der Heilige tauft einen farbigen
Eingeborenen. Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. |
Am 3. Dezember 1552 starb der Heilige auf der Insel Sancian (Santschao) bei Kanton in China. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft". Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission. (Gedenktag:3.Dezember). |
Vor 1738 war St.Sebastian Patron des rechten Seitenaltars.
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Seitenaltar rechts Das Altarblatt aus dem Jahr 1849 zeigt
die Muttergottes mit Jesuskind.
Das 116 x 77 cm große Ölgemälde (auf Leinwand) ist mit
"IM. 1849" signiert. Andere Quellen schreiben auch dieses Bild dem Dachauer
Maler Anton Huber zu. |
Das
Bild zeigt die Muttergottes mit ihrem sehr lebendig wirkenden Jesuskind
auf dem Arm. Das Motiv ist dem Passauer Mariahilfbild entnommen, einem
Gnadenbild, dessen Original von Lucas Cranach d.Ä. im Jahr 1530 gemalt
worden ist. Die etwas verspielt-neckische Darstellung voll idyllischer
Intimität kommt der gefühlsbetonten Frömmigkeit des 19.Jh besonders entgegen.
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| Wie auf dem linken Seitenaltar sind auch hier in den seitlichen Nischen Reliquienschreine mit Klosterarbeiten (links mit Wachsarbeit als Mittelpunkt) rechts mit einer Annahand-Reliquie zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Nachbildung der im Jesuitenkolleg in Wien aufbewahrten, angeblichen mumifizierten rechten Hand der hl.Anna. Die rechte Hand deshalb, weil Anna damit das Jesuskind getragen haben soll. Die Annahand wurde im 18.Jh. im altbayerischen Raum des öfteren nachgebildet. Im Landkreis Dachau sind weitere Annahand-Reliquien in der Hofmarkkirche zu Schönbrunn und in der Kirche von Feldgeding aufbewahrt. |
| Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche beim König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. | Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes als Beichtvater der Königin dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen geoffenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. (Fest: 20.März) |
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| Gegenüber der Kanzel hängt
ein überlebensgroßes, ausdrucksvolles Kruzifix.
Dargestellt wird der leidende Christus am Kreuz. Die Wunden bluten stark.
Die Finger sind im Schmerz verkrampft. Das Kreuz wurde 1943 vom Wagnermeister Wolf aus Dachau aus dem Holz von Weiden geschnitzt, die am Kriegerdenkmal von Schwabhausen standen.Der Künstler erhielt seinen Lohn in Naturalien ausbezahlt. Von 1967 bis 2009 hing das Kruzifix direkt über dem Chorbogen. |
| Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Diese Kreuz ist „das Zeichen unserer Hoffnung, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, das über deinem Grab aufgerichtet sei“ wie der Pfarrer bei der kath. Beerdigung betet. |
Kreuzwegbilder
und Apostelleuchter
| An den Wänden hängen die
Kreuzweg-Stationsbilder aus
der 2.Hälfte des 18. Jh. Die Ölgemälde auf Leinwand haben
eine Größe von 60 x 48 cm ohne Aufsatz. Die Bilder sind in einem
schlechten Erhaltungszustand. Hinweis: Eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Formen von Kreuzwegbildern können Sie hier sehen.... |
Unter den Kreuzwegbildern
sind die Apostelleuchter
angebracht. Sie sind aus vergoldetem Schmiedeeisen und stammen aus der Zeit
um 1935. Die Apostelkreuze bestehen aus Stuck (siehe Bild rechts).
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| Das Laiengestühl wurde 1934 von der Firma Lachner aus Stetten gefertigt. Die 15 Reihen beidseits des Mittel- und Seitenganges haben noch die alten Rokokowangen aus dem Jahr 1793. Unter der Empore weitere zwei Reihen neuer Bänke, auf der Empore sechs bzw. sieben links und rechts des Mittelganges. Früher waren an den Bänken Emailschilder mit den Namen von Spendern angebracht, die dadurch ein Anrecht auf den Platz erwarben. Aus dem Jahr 1793 ist bekannt, dass der Kistler Schöpel von Weilbach neue Kirchenstühle lieferte. Dabei konnten sich Gläubige in den damals 20 neuen Bänken 80 Plätze für jeweils 1 Gulden und 15 Kreuzer reservieren. | ||
| Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten. |
Prozessionslaternen
| An den Kirchenbänken stehen
im vorderen Bereich reich verzierte Prozessionslaternen,
deren Stangen mit Blumenmuster bemalt sind (m 1900), im hinteren Bereich
mehrere Stangen: 1. Kreuzstange, 19. Jh., Holz braun lackiert (Aufsatz 60 cm) Korpus mit Goldbronze überstrichen. 2. Kreuzstange, 19. Jh., mit Totenkopf unter Kreuz und Korpus. Diese Stange wird bei Beerdigungen vorangetragen und ist Symbol für das Gebet, das der Pfarrer bei der kath. Beerdigung spricht: "Dieses Kreuz ist das Zeichen unserer Hoffnung, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, das über deinem Grab aufgerichtet sei". 3. Fahnenstange, schwarz, 19. Jh. Totenkopf unter Kreuz 4. Tragstange mit Muttergottesfigur, Mitte 20. Jh. |
Weitere
Heiligendarstellungen im Kirchenschiff
An den Seitenwänden des Kirchenschiffs
stehen vier Heiligenfiguren aus dem 18.Jh.:
- St.Leonhard, im
Abtsgewand, zeigt mit der Rechten demonstrativ Ketten (Patron der Gefangenen
und der Tiere - 18.Jh).
|
- St.Dominikus im Habit
des Dominikanerordens, mit Palmzweig in der Hand (18.Jh)
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- St.Georg,
der mit seiner Lanze den Drachen unter seinen Füßen (als Sinnbild
für das Böse) erlegt hat (18.Jh)
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- St.Christophorus,
mit Jesuskind auf der Schulter und einem großen Stock in der
Hand (Mitte 18. Jh). Die Figur steht -wie so oft in Kirchen- in der Nähe
des Portals. Die Volksfrömmigkeit besagt, wer ein Bild oder eine Figur
von St.Christophorus erblickt, wird an diesem Tag nicht von einem plötzlichen
Tod überrascht. Deshalb hat man seine Figur in der Nähe des Portals
aufgestellt, damit die Gläubigen ihn beim Verlassen der Kirche anschauen
konnten.
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Bis
2009 befanden sich noch weitere Figuren und Bilder aus dem 20.Jh im Kirchenschiff
die im Interesse eines klaren künstlerischen Konzepts aus der neu restaurierten
Kirche genommen wurden.
Wenn Sie sich über diese Figuren und Bilder informieren wollen, klicken
Sie hier...
| Am Eingang der Kirche steht
ein massiver alter Opferstock.
Es handelt sich um eine 58 cm hohe, schmiedeeiserne Arbeit des 18.Jh. mit
Doppelkreuz-Schlossriegeln auf einem
40 cm hohen Holzpflock. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
Ebenfalls im Eingangsbereich
der Kirche steht der neue Taufstein.
Er entspricht in Material und Form dem Zelebrationsaltar. Der Travertinblock
besteht aus zwei Teilen, über denen das Taufbecken aus Metall angebracht
ist. Auch er wurde 2009 von den Künstlern Lippert und Neumann aus Kaufbeuren
gestaltet.
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| In der Nähe des Taufsteins steht ein siebenarmiger Leuchter aus Schmiedeeisen. Er trägt zugleich die Halterung für Opferkerzen, die Gläubige entzünden können. | In den Ständer sind die Symbole für Glaube (Kreuz), Hoffnung (Anker) und Liebe (Herz) eingearbeitet. Die drei Tugenden erhalten das Attribut "göttlich", weil die christliche Lehre davon ausgeht, dass sie nicht von Menschen erbracht, sondern durch den Geist Gottes geschenkt werden. |
| Das Christuszeichen darüber wird umgeben von den Buchstaben Alpha und Omega (Anfang und Ende). Sie sind der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und stehen als Symbol für Gott und insbesondere für Christus als den Ersten und Letzten. |
| Auf der säulengestützten Doppelempore ist die Orgel eingebaut. Sie wurde am 8. Dezember 1946 von Albert Reiser aus Biberach mit zwei Manualen und 15 Registern errichtet; ein Großteil der Kosten wurde damals mit Naturalien bezahlt. Um 1960 wurde die Orgel durch die Gebr.Sandtner aus Steinheim unter Verwendung der alten Pfeifen umgebaut. | Im Jahr 1974 wurde die Orgel wieder renoviert; in diesem Zusammenhang hat man ein elektrisches Spielwerk (mit elektromagnetischer Kegellade) eingebaut. Vor einigen Jahren wurde die Orgel um ein Register (auf 16) und drei Koppeln (= Hilfen für das Spielen mit 2 Manualen) erweitert. |
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Manual:
Principal 8', Gamba 8', Salicional 8', Octav 4', Flöte 4',
Mixtur 2fach, |
| Einige hundert Meter von der Kirche entfernt steht auf einem Hügel das stattliche Pfarrhaus von Schwabhausen. Früher dienten die beiden oberen Stockwerke der früheren Pfarr-Ökonomie als Getreidespeicher. Im Jahr 2005 wurde der nur teilweise unterkellerte Pfarrhof für 900.000 Euro durchgreifend renoviert. | Dabei wurden die nur durch Holznägel zusammengehalten Balken in den Dachgeschossen erhalten. Seit der Renovierung 2005 sind im Erdgeschoss das Pfarrbüro mit Teeküche und im 1.Stockwerk die Wohnung des Pfarrers und die Wohnung der Pfarrhaushälterin untergebracht. |
Nach einer Liste des Landesamt für Denkmalpflege soll es in Schwabhausen Reste eines unterirdischen Gangs geben, der in Zusammenhang mit sog. Schrazllöchern steht. Mehr über Schrazllöcher...
Hans Schertl
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Quellen:
Dr.Martin v. Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1880
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Dachauer Nachrichten vom 10.1.1972 (Pestepidemie)
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Süddeutsche Zeitung, Beilage Landkreis Dachau, 20.4.1979 (Papstbesuch)
Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland
1982/3
Jakob
Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe 1707)
Max Gruber, Im Amperland tätige Schlosser und Spengler, Amperland 1985/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Putz/Niederle, Kirchen und Kapellen im Gemeindebereich Schwabhausen, 1988
Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, 1990
Franz Keiner, Dorf und Hofmark Odelzhausen 814-1914, 1992
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Bittgänge)
Peter Dorner, Indersdorfer Chronik-aus der Reihe Publikationen der Akademie
der Augustiner-Chorherren von Windesheim, 2003
Dr. Eckhard Bieger SJ, das Katholische Symbollexikon, 2004
Mayr/Breitenberger, Arnbach einst und heute, 2004
Hans Kornprobst, Die inkorporierten Pfarreien und Kirchen des Augustinerchorherrenstifts
Indersdorf, Amperland 2004/2
Schwabhausen, Chronik eines Dorfes - Von der Poststation zur Großgemeinde,
2005
Dachauer Nachrichten vom 28.7.2005, 1.9.2005, vom 25.8.2009 (Glocken 1921)
Maria Hildebrandt, Dachauer Weihnachtstaler 2009
Pfarrei Schwabhausen, Festschrift zur Altarweihe 22.November 2009
Dachauer SZ vom 10.6.2010 (Ehrung durch Architektenkammer)
Andreas Estner/Matth. Morgenroth, Heilige Gebeine, BR-2, 1.11.2011, 18:05 Uhr
71 Bilder: Hans Schertl
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7.11.2011
Figuren und Bilder, die bis
zur Renovierung 2009 im Kirchenschiff angebracht waren:
-
der Erzengel Michael, mit
Flammenschwert und der Seelen-Waage , setzt seinen Fuß auf den gestürzten
Engel Luzifer.
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||||
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- Trauernde Muttergottes die den Oberkörper
ihres toten Sohnes Jesus anhebt und stützt (Pietá
oder
|
An der Rückwand
kniet in einer kleinen Nische eine Figur des
hl. Konrad von Parzham, der in Altötting 41 Jahre lang an der Klosterpforte
seinen Dienst tat (Figur von 1940). Deshalb sind darüber die von Engeln
getragenen Reliefs der Gnadenkapelle und des Gnadenbildes von Altötting
angebracht.
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Auf einer Konsole stand eine Figur
des hl. Antonius von Padua mit Jesuskind auf dem Arm.
Sie wurde Mitte 20. Jh. geschnitzt und gefasst.
| An der Nordwand hing ein Bild mit dem Thema Sieben Schmerzen Mariens. Es zeigt Maria, deren Körper von 7 Schwertern durchbohrt ist. Es stammt wohl aus dem 18. Jh. und wurde mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt. Der Rahmen ist neugotisch (64 x 53 cm). Das Bild enthält eine Signatur "L(?)M 1849" (vielleicht auch "IM" wie beim rechten Seitenaltarbild) die sich vermutlich auf Restaurierung beziehen dürfte. |
Vor 200 Jahren:
Der Schwarze Tod in Schwabhausen
Ein Handwerksbursch bringt die Pest - Bevölkerung in Angst und
Schrecken
Dachauer Nachrichten vom 11.1.1972
Schwabhausen
- In der Dämmerung des 14. Januar 1772, einem tristen Winterabend, schlurfte
mühsamen Schrittes ein alter, abgerissener Handwerksbursche durch den tiefen
Schnee in die wohlhabende Betriebsamkeit der fürstlich Thurn und Taxi`schen
Reichsposthalterei zu Schwabhausen. Mit müdem Griff öffnete er die Tür und trat
in den flackernden Lichtschein und warmen Dunst des Poststalles. Seine Bitte
um ein Nachtlager wurde vom Stallmeister gewahrt. Gleich darauf versank der
müde, ausgemergelte Körper in einer düsteren Ecke im Stroh. Kurz darnach beendete
ein prüfender Rundgang des Stallmeisters die Arbeit, und nachdem das Licht gelöscht
war, verließen Meister und Knechte ihren Arbeitsplatz und gingen zum Nachtmahl.
Spät, eine geraume Zeit nach Mitternacht, kam völlig durchfroren, auf dampfendem
Pferd, der Eilpostreiter von München, stieß die Stalltür auf und führte das
Ross an seinen Platz. Dabei gewahrte er die im Stroh liegende Gestalt des Bettlers.
Um zu sehen, wer es sei, nahm er das Licht vom Haken. Die stumpfen Augen eines
Toten starrten in das Licht. Ein schneller Griff des Postillions, um sich zu
vergewissern, jagte ihm einen Schauder über den Rücken, und er rannte aus dem
Stall, um den Stallmeister zu wecken.
So standen sie um den Toten, und als sie ihn auf Anweisung des Stallmeisters
in die Wagenhütte schaffen wollten, riss das morsche Gewand des Mannes, und
Hals und Rücken zeigten längliche, schwarze, aufgedunsene Beulen, die von Stockschlägen
herzurühren schienen. Hochwürden Herr Johann Georg Jacob, von seinem Nachtlager
herbeigerufen, sprach die Sterbegebete und wandte sich nach einigen Anordnungen
zum Gehen. Da machte ihn der Stallmeister auf die seltsamen Beulen auf Hals
und Rücken des Toten aufmerksam. Verständnislos schauten Stallmeister und Knechte
in das schreckensbleiche Angesicht des Hochwürdigen Herrn und hörten seine Worte:
,,Gott sei uns armen Sündern gnädig."
Johann Georg Jacob weckte persönlich den Reichsposthalter, Georg Peter Kamnitzer.
Ein Licht nach dem andern erhellte in dieser kalten Frühstunde die Posthalterei,
und nun erfuhren die Stallknechte den Grund des Erschreckens des Pfarrherrn:
In der elenden Gestalt des toten Bettlers war die Pest gekommen. Wenig später
knirschte und ächzte der Totenkarren mit seiner schaurigen, in Stroh gehüllten
Last durch die Nacht zum Gottesacker.
Eine Woche verging in grausamer Angst und Warten und Hoffen. Da fuhr der Blitz
hernieder, es war der 28. Januar. Mitten in der Tagesarbeit klagte der Stallmeister
des Poststalles, Peter Wörl über arges Fieber, Schwindelgefühl und quälendes
Würgen im Hals, taumelte wenig später über den Posthof, um seine Liegestatt
aufzusuchen. Der schnell herbeigerufene Pfarrherr - ein Arzt war nicht so schnell
zu erreichen - erteilte dem Todkranken die Generalabsolution und spendete die
Letzte Ölung. Und schon war der Stallmeister an der Pest verschieden. Das Entsetzen
lähmte alle Menschen in der Posthalterei, und mit Windeseile verbreitete sich
das Geschehnis. Weiter ging der Reigen des Todes: Am 6. Februar der Vater des
Stallmeisters, Sylvester Wörl, am 18. Februar Maria Bader aus Unterumbach, Schafferin
in der Posthalterei, am 19. Februar früh der Hausknecht Johann Vest von Mammendorf,
am selben Tage aus den Lebenden herausgerissen wurde Frau Maria Theresia Kemnitzer
im Alter von 38 Jahren, schnell noch vom Pfarrherrn versehen mit Generalabsolution
und Letzter Ölung, am 25. Februar Johann Neumayr, Knecht im Hause des Posthalters.
Eine kleine Atempause trat in der Posthalterei ein.
Bei weitem aber nicht für Pfarrer Johann Georg Jacob. So die Pest in der Posthalterei
verhielt, forderte sie nun in der Ortschaft Schwabhausen Opfer um Opfer. Die
Nachbarn, die Höfe, Kleinhäusler - fast an keiner Türe ging die Pest vorüber.
Beim Piechler, dem nächsten Nachbarn der Posthalterei, wurden an einem Tage
die Großeltern, die Eltern und zwei Kinder dem Gottesacker übergeben. Von einem
Haus zum anderen eilte Johann Georg Jacob, selbst gebürtiger Schwabhauser, Sohn
des Reichsposthalters Franz Jacob, spendete Generalabsolution und Letzte Ölung,
linderte die Leiden der Todkranken, half auf dem armseligen Totenkarren die
Toten zum Gottesacker fahren und dem erschöpften Mesner noch in die hartgefrorene
Erde Gräber brechen und schaufeln. Das Grauen und Entsetzen hielt die Menschen
in den Häusern gefangen. Einer mied den anderen, alles war wie ausgestorben,
dumpf und blechern hallte das Zügenglöcklein immer wieder über die Hauser hin.
Die Angst trieb die Postgespanne nach kaum genommenem Aufenthalt in der Posthalterei
in rasender Fahrt wieder auf die befohlenen Wegstrecken und die Postillone und
Eilpostreiter mit dem Grauen im Nacken auf ihre Stundenritte. Ruhelos wanderte
der Posthalter Peter Kemnitzer. treppauf, treppab in dem großen, leeren Posthalterhof
umher Begräbnis ohne Trauergäste.
Die fast verblasste Schrift auf den vergilbten Blättern der Pfarrmatrikel ist
ein Spiegelbild dieser Zeit. Johann Georg Jacob hatte eine schöne, ausgeglichene
Schrift. Mit Beginn der Pest wurde sie fahrig und abgerissen, ein Zeichen der
ruhelosen Arbeit, der Aufregung und des Entsetzens. Oft in später Stunde hat
er beim flackernden Schein die Matrikel aufgeschlagen und wieder eine Eintragung
mit zitternder Hand in das Sterberegister vorgenommen. Und wenn er bislang hinter
eine solche Eintragung setzte "sequente die in caemeterio sepultus est"
(wurde am folgenden Tage auf dem Gottesacker begraben), so steht nunmehr in
dieser grauenvollen Zeit: "caemeterio data est" (wurde dem Friedhof ubergeben).
Schnell, ohne Leichenbegängnis, Pfarrer und Mesner allein beerdigten die an
der Pest Verstorbenen.
Am 12. März 1772 ging auch Johann Georg Jacob, Pfarrherr zu Schwabhausen, den
Weg alles Irdischen. Mit voller Wucht traf die Seuche die Menschen in der Posthalterei:
Am 7. April Sylvester Werl, Postilion, 60 Jahre, am 8. April Matthias Glas,
Postillion, 50 Jahre, am 15. April Maria Sedlmayr, Magd, 28 Jahre, am 16. April
die Witwe Maria Hueber aus Moching, am 20. April Maria Niedermayr, Hausmagd,
Aloisia Jacob, das letzte Kind des verstorbenen Posthalterehepaars Philipp Jacob,
im Alter von fünf Jahren.
Die Seuche trat wieder auf die Ortschaft über, und den grauenvollen Totenkranz
beschloss am 31. Mai 1772 Anton Westermaier, der Nachfolger des Pfarrers Johann
Georg Jacob. Die Überlebenden dieser Not, voran Posthalter Kemnitzer, haben
ihrem Pfarrherrn Johann Georg Jacob eine Grabtafel errichtet und diese Worte
setzen lassen "Du, der Du hier vorbeigehst, setze seinem frommen Haupte
den dauernden Stein des Gedenkens und für seine Mühsale, denen er entronnen,
erbitte ihm die ewige Ruhe." Es ist nicht von ungefähr, dass noch heute am Fronleichnamsaltar
vor dem alten Posthaus das zweite Evangelium der Prozession verlesen wird und
der Priester danach den Allmächtigen bittet: "A peste, fame et bello libera
nos Domine" (vor Pest, Hunger und Krieg bewahre uns, oh Herr).