zur Landkreiskarte Dachau            ausführl.Beschreibung         Kirchen i.d. Gem.Fahrenzhausen

Filialkirche St. Vitus in FAHRENZHAUSEN


   

Adresse : 85777 Fahrenzhausen, Dorfstraße 2
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Fahrenzhausen liegt im Landkreis Freising. Bis 1972 gehörte es zum Landkreis Dachau.

Die Filialkirche St.Vitus in Fahrenzhausen (Pfarrei Jarzt) wurde erstmals in der Konradinischen Matrikel von 1315 als "Warnoltshausen" erwähnt. Fahrenzhausen hatte schon damals einen Friedhof.

Die heutige Kirche wurde in gotischer Zeit errichtet. Aus dieser Zeit stammt noch der Altarraum mit seinem Gewölbe. Das Langhaus wurde um 1600 und um 1726 umgestaltet. Dabei hat man auch die heute gelb umrandeten Fenster des Altarraums vergrößert.

Am Ende des 17.Jh wurde die Kirche im Inneren im Stil des Barocks, zu Beginn des 18.Jh im Stil des Rokoko neu ausgestattet.

Die Kirche war früher, noch 1524, dem hl.Martin geweiht. Spätestens seit 1560 hat sie den hl.Vitus als Patron. Doch auch später wurde der Martinstag besonders begangen; die Kirchen-rechnungen enthalten Sammlungen nicht nur am Vitusfest (15.6.) sondern auch am St. Martinstag (11.11.)


Jorhan-Engel

Besonders schön ist der Turm an der Westseite der Kirche. Über seinem unteren, schmucklosen Teil erhebt sich ein achteckiger Aufsatz, der durch gelb gestrichene Lisenen, ovale Schallfenster und Felderungen gegliedert und von einer formvollendeten Zwiebel gekrönt ist.


Inneneinrichtung

Der Altarraum ist von einem einfachen gotischen Gewölbe überzogen, das Kirchenschiff mit einer Flachdecke mit Holzvertäfelung versehen. Dort hat der Maler Carl Kraft im Jahr 1888 das Martyrium des Kirchenpatrons dargestellt. Weitere Darstellungen von Vitus sind als Gemälde im Aufsatz des Hochaltars und als Figur an der Rückwand des Kirchenschiffs zu sehen.

Zur Beschreibung des  linken Seitenaltars-St.SebastianZur Beschreibung des  rechten Seitenaltars - Hl.FamilieZur Beschreibung des  Choraltars - St.MariaZur Beschreibung des VolksaltarsZur Beschreibung von Figuren im Altarraum
per Mouseklick zu den Beschreibungen


Ein von Jorhan geschaffene Madonna ist die zentrale Figur des Hochaltars, begleitet von St.Josef (mit dem Kind auf dem Arm) und St.Christophorus (mit Stock und Jesuskind auf der Schulter).

Die Seitenaltäre sind im Stil des Barocks (v.Paul Hörndl), der Hochaltar im Stil des Rokoko (von Christian Jorhan) gearbeitet.
Am linken Seitenaltar sind St.Sebastian (Figur am Marterbaum mit Brustreliquiar) und St.Rochus (in Pilgerkleidung mit Beinwunde), am rechten Seitenaltar auf dem Altarblatt St.Anna und die hl.Familie, St.Leonhard (im Auszugsbild) und St.Barbara (als Figur mit Kelch und Turm) zu sehen.


Besonders interessant ist die Bemalung der Emporenbrüstung mit Pflanzenranken und Ziegelmuster, die aus dem Jahr 1587 stammt.

An den Wänden der Kirche stehen mehrere Heiligenfiguren:
- St. Ulrich von Augsburg (mit Bibel und Fisch)
-
Muttergottesfigur vor einem Strahlenkranz mit Jesus auf dem linken Arm.
- St. Wolfgang mit Kirchenmodell
- St.
Ignatius von Loyola hält mit der linken Hand dem Betrachter die Bibel entgegen
- St.
Vitus mit gefalteten Händen im Ölsiedekessel sitzend
- St. Franz Xaver
-
Herz-Jesu-Figur aus dem 19.Jh in barockem Stil

Die Kirche wurde in den 1970er Jahren letztmals renoviert.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen


Geschichte Matrikel 1315 Matrikel 1524 Visitation 1560 Umbau um 1600 Umbau um 1726
Matrikel 1738 Beschreibg 1874 Beschreibg 1895 Bittgänge Pferderennen
Patronat        
Ausstattung: Altarraum Baubeschreibung Beichtstuhl Choraltar Deckenfresken-2
  Empore Epitaphe Figuren im Chor Figuren im Schiff Kanzelkreuz
  Kirchenschiff Kreuzweg Mater dolorosa Orgel Opferstock
  Sakristei Seitenaltäre Tabernakel Turm Vorhaus
Zelebrationsaltar

Fahrenzhausen liegt im Landkreis Freising. Bis 1972 gehörte es zum Landkreis Dachau und war ein wichtiger Eckpunkt des Dachauer Landes. Als 1818 in Bayern aus den 1808 eingeführten Steuerdistrikten die politischen Gemeinden gegründet wurden, entstand Fahrenzhausen aus einem Teil des Steuerdistrikts Amperpettenbach, zu dem es vorher gehört hatte; dazu kam Viehbach aus dem Steuerbezirk Biberbach. Die neuen Gemeinden mussten mindestens 20 Familien aufweisen können. 35)

Frühgeschichte
Die Gegend um Fahrenzhausen war schon zu römischer Zeit besiedelt. Damals existierte hier ein Gutshof (villa rustica) mit großem Brandgräberfeld. Diese Gutshöfe waren von den Römern entlang der Fern- und Nebenstraßen angelegt worden, um die Verpflegung der Truppen zu sichern. Bewirtschaftet wurden sie von früheren römischen Soldaten, die nach 25jähriger Dienstzeit aus der Armee ausschieden und mit diesen Bauernhöfen versorgt wurden. Etwas südlich vom Gutshof bei Fahrenzhausen verlief eine wichtige Römerstraße, die von Moos a.d. Donau (bei Deggendorf) über Freising kommend hier die Amper überquerte und weiter über Oberndorf, Westerndorf, Biberbach, Indersdorf, Weil, Altomünster und Irchenbrunn nach Augsburg führte. Die Straße wurde unter den Kaisern Augustus (31.v.C bis 14 n.C) und Tiberius (14-37), also zu Lebzeiten Jesu gebaut. In Oberndorf wurden neben Resten militärischer Anlangen auch Münzen des Kaisers Antoninus Pius (128-161) gefunden.

Wahrscheinlich wohnten in und um Fahrenzhausen aber schon viel früher Menschen. Jedenfalls berichtet Kreisheimatpfleger Erwin Neumair von Siedlungsplätzen bei Fahrenzhausen und Appercha, in denen bronzezeitliche Siedlungen (1800-1250 v. Chr.) errichtet waren.

Erste schriftliche Erwähnung der Ortschaft
Die Ortschaft Fahrenzhausen wurde erstmals 1020 in einer Urkunde als Varnolveshusa erwähnt. Damals herrschte in Bayern der Graf von Luxemburg als Herzog Heinrich V. Bis zur Regentschaft der Wittelsbacher dauerte es noch 160 Jahre.
1372/74 war Fahrenzhausen ein Schrannenort, an dem Gericht gehalten wurde: Ott der Marschalk von Nannofen, "Richter zu Varnoltzhausen" fertigte dort einen Gerichtsbrief über den Verkauf eines Gutes zu Viehbach aus.


Geschichte der Kirche

Konradinische Matrikel 1315 01).
Die Filialkirche St.Vitus in Fahrenzhausen (Pfarrei Jarzt) wurde erstmals in der Konradinischen Matrikel
von 1315 als Warnoltzhausen schriftlich erwähnt. Dort heißt es unter dem Dekanat Bergkirchen: "Jortz habet IIII filias: Warnoltzhausen, Westerndorf, Perchach et Lauterbach cum sepulturis". Fahrenzhausen hatte somit schon damals einen Friedhof.

Sunderndorfer'sche Matrikel 1524 01)
In der
Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 sind erstmals alle Kirchenpatrone der Diözese Freising aufführt. Dort heißt es bei der Pfarrei Jartz ("Gartz.. habet quatour filiales ecclesias, videlicet s.Petri in Westerndorff, s.Martini in Varnzhausen, s.Joannes Baptistae in Hochperchach cum sepulturis, et s.Stephani in Lautterbach sine sepultura, ac unam capellam s.Georgii in Belcka").
Damals war also noch St.Martin der Kirchenpatron.

Die heutige Kirche wurde in gotischer Zeit errichtet. Der Altarraum mit seinem Gewölbe stammt noch unverfälscht aus dieser Zeit. Ein quadratisches Ziegelsteinfundament, das man bei Renovierungsarbeiten entdeckt hatte, zeigt, dass schon die (wohl romanische) Vorgängerkirche aus Stein gebaut war. Das Fundament wird vom heutige Altarraum genau umschlossen.

Visitationsbericht von 1560 15).
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien, angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Im Bericht über die Pfarrei Jarzt ist auch Fahrenzhausen kurz erwähnt. Die Filialkirche St.Vitus in Farntzhausen habe "alle pfärrliche Recht. Das Einkommen betrage 10 Gulden, von zwei Jahrtäg 5 Pfund 24 d sowie an Wachs 5 ß. Haben umb 40 Gulden stiel (=Stühle) machen lassen.". Die Einnahmen wurden vom Gericht zu Dachau verwaltet. "Gottesdienst wird fleißig verrichtet" heißt es, und weiter: "In der Kirche gibt es 2 Kelche mit Corporale, 3 bzw. 4 Messgewänder, 2 gute Messbücher, ein Liturgiebuch, ein Gesangsbuch und sonst alle Kirchenzier". Das Sakramentshäuschen war "wohl beschlossen und beleucht". Der als fleißig bezeichnete Mesner wohnte in einem eigenen Mesnerhaus. Der Bericht endet mit den Sätzen: "Hat nit vil gmäl (=Gemälde) in der Kirchen. Sonst kain mangel".

Umbau um 1600


Auszug aus einer Karte
von Philipp Finkh -1655
Das Langhaus wurde wohl später umgestaltet. Es könnte um das Jahr 1587 gewesen sein. Diese Jahreszahl ist auf der Emporenbrüstung zu lesen. Aus den Kirchenrechnungen geht hervor, dass jedenfalls auch im Jahr 1630, zwei Jahre, bevor der Krieg nach Bayern kam, Umbaumaßnahmen durchgeführt wurden.
Wahrscheinlich hatte man sowohl 1587 als auch 1630 die Handwerker in der Kirche. Bei Reparaturen im 20.Jh wurde festgestellt, dass damals die Mauern erhöht und die Fenster vergrößert wurden. Vielleicht wurden damals auch die Wände der Kirche bemalt. Jedenfalls hat man bei der Renovierung 1975 eine -leider stark beschädigte- Seccomalerei an der Nordwand gefunden, die auf die Zeit um 1600 datiert wurde. Im Jahr 1630 hat der Dachauer Bildhauer Constantin Pader Reparaturen am damaligen Choraltar ("Kreuz und Hl.Geist") ausgeführt; das steht jedenfalls in der Kirchenrechnung dieses Jahres.
Zwei große Fenster wurden ausgebrochen und Verputzarbeiten erledigt (von Maurer Melchior Gümbl aus Kranzberg 29)) sowie Fensterstöcke aus Eichenholz eingesetzt (von Kistler Georg Stuber aus Dachau 112).
Um 40 Kreuzer hat man 80 Eier gekauft, um sie in den Putz zu mischen ("damits desto bestendiger seye").

Zu Beschädigungen der Kirche im 30jährigen Krieg gibt es keine Hinweise. So sind die ersten Reparaturarbeiten nach dem Krieg auch erst aus dem Jahr 1670 bekannt. Der Maurermeister Sebastian Zwinger aus Dachau machte damals einen Überschlag (=Kostenvoranschlag) zur Turmreparatur und zur Friedhofsmauer 29).

Pferderennen am Sebastianstag
Die noch erhaltenen Kirchenrechnungen aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg enthalten Posten, die auf "Rennet am Sebastianstag" hinweisen. Es geht hier um ein Pferderennen, das jeweils am Festtag des hl.Sebastian (20.Januar) abgehalten wurde. Diese Rennen werden wohl keine originär kirchliche Veranstaltungen gewesen, sondern nur anlässlich des früher groß gefeierten Tags des hl.Sebastian veranstaltet worden sein. Aber die Tatsache, dass die Einnahmen und Ausgaben in den Kirchenrechnungen auftauchen, legt doch eine enge Verbindung mit dem kirchlichen Bereich nahe. Die Reiter hatten als eine Art Teilnahmegebühr Getreide zu spenden, das sie vor den Altar schütteten; dafür wurden Ross und Reiter gesegnet. Die Kirche verkauft das Getreide und nahm dadurch Geld ein. Der Sieger des Rennens erhielt ein großes rotes Tuch (s.o. 1654: "rott Tuech") als Siegerpreis, das damals neben dem ideellen auch einen hohen wirtschaftlichen Wert hatte; der rote Farbstoff war teuer. Die Nächstplatzierten dürften Schweine (sog.Rennsäue) oder Gänse als weitere Preise erhalten haben .
Wenn Sie mehr über die Pferderennen in Fahrenzhausen erfahren möchten, klicken Sie hier...

1718 hat der Maurermeister Georg Schmid aus "dem Weißlen" (=Weißling) einen Überschlag (=Kostenvoranschlag) zur Reparatur der Friedhofsmauer erstellt und dafür 6 Gulden berechnet.

Umbau 1726
Im Jahr 1726 hat man größere Umbaumaßnahmen in der Fahrenzhausener Kirche durchgeführt, die der Kirche in etwa das heutige Aussehen gaben.
-  Baumeister war der Dachauer Schlossmaurermeister Gregor Glonner (ca.1680-1745), der auch den Bau der Kirche in
   Rudelzhofen bei Schönbrunn, in Oberbachern und Großberghofen geleitet hat. Größere Fenster wurden ausgebrochen (Glaser)
   und mit "Gättern" (= eisernen Fenstergittern) versehen, "da in letzter Zeit mehrmals in die Kirche eingebrochen worden war".
   Teile des Mauerwerks und das "marmorstainerne" Kirchenpflaster wurden erneuert, das Kirchendach repariert und ein
   Mauerdurchbruch für die neue StuckKanzel (von Augustin Pältl aus Bergkirchen) geschaffen 38)
-  Glaserarbeiten: Die zehn Fenster wurden von Georg Älbl aus Dachau (1675-1752) für den hohen Betrag von 79 Gulden verglast.
   Die Gläser bestanden aus 1562 Scheiben; davon konnten 723 alte Scheiben wiederverwendet werden. So steht es in
   der Kirchenrechnung
14) .
Völlig neu gebaut wurden:
- die Sakristei (Sakristeischrank von Kistler Kaspar Leithner aus Vierkirchen, Sakristeidach von Jakob Oegl/Wegl aus Fahrenzhs),
- das Portalvorhaus und
- das Beinhaus (von Zimmerer Jacoben Vogl aus Fahrenzhausen).
Auch die Friedhofsmauer hat man ausgebessert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 497 Gulden.

Möglicherweise wurde damals auch schon das Innere der Kirche -zumindest teilweise- im Stil des Rokoko ausgestattet. Dafür könnte das Wappen des Fürstbischofs Franz Eckher am Choraltar sprechen; dieser Bischof regierte von 1695-1727. Kunstexperten datieren aber den Altar auf die Zeit um 1760.


Schmidt'sche Matrikel 1738/40 01)
In den Jahren 1738 bis 1740 hatte der Kanonikus Schmidt aus Freising alle Pfarreien des Bistums besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Danach war die Kirche in Fahrenzhausen einer der schöneren Bauten unter den ländlichen Gotteshäusern. Sie hatte drei Altäre: Der Hochaltar war dem hl.Vitus geweiht; in ihm wurden die hl.Öle aufbewahrt. Die beiden Seitenaltäre hatten die hl.Anna und den hl.Sebastian zum Patron. Gottesdienste fanden hier in Fahrenzhausen jeden dritten Sonntag sowie an vielen Festtagen statt. Ausgenommen waren nur die Marienfeste und Apostelfeste, an denen die Messen in Jarzt gehalten wurden. Das Kirchweihfest fiel auf St.Martini (11. Nov.). Auf dem Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Jarzter Pfarrer und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen dises Gottshauses mechte sich diser Zeit gegen 3000 fl. (=Gulden) belauffen". Das war für eine Kirche dieser Größe sehr viel Geld.


Neuer Mesner und Kantor 1869
04).
Im Januar des Jahre 1869 suchte man in Fahrenzhausen eine gebildete Person, die in Personalunion die Aufgaben des Lehrers, Mesners, Organisten und Kantors wahrnehmen sollte. Im Königlich-Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Oberbayern des Jahres 1869 wurde die zu besetzende Stelle wie folgt ausgeschrieben:
Die Erledigung des Schuldienstes zu Fahrenzhausen betr.
Im Namen seiner Majestät des Königs von Bayern
Der Schul-, Meßner-, Kantor- und Organistendienstes zu Fahrenzhausen (Filiale von Jarzt), königl.Bezirksamt Dachau, ist in Erledigung gekommen.
Die Schule zählt 90 Werktags- und 38 Feiertags-Schüler und wird von dem Schullehrer allein versehen.
Die fassionsmäßigen Einkünfte betragen:

a) aus dem Schuldienste, einschlüssig des Anschlages der Dienstwohnung:
b) aus dem Meßnerdienste
c) aus dem Kantor- und Organistendienste         
Summa:
Die Lasten bestehen in
wonach sich ein Reinertrag ergibt von

290 fl. 11 kr.
  72 fl.   3 kr     
  72 fl. 55 kr
435 fl.   9 kr
  10 fl. 24 kr
424 fl. 45 kr

Für die Gemeindeschreiberei in 2 Gemeinden bezieht der Schullehrer alljährlich 68 fl. und für die Stellung von 7 Kirchenrechnungen alljärhlich 21 fl.
An Grundstücken sind demselben zur Nutznießung überlassen:
- Tagwerk  24 Dez.Garten mit        3,36 B.Z.
10 Tgw.     95 Dez.Ackerland mit 69,35 B.Z.
  6 Tgw.     93 Dez. Wiesen mit     61,39 B.Z.
- Tagwerk  20 Dez. Krautbeet mit   1,94 B.Z.
zusammen: 18 Tagwerk 32 Dezimale mit 136, 04 B.Z.      

Bewerbungen sind bis längstens 20.Januar 1869 bei der kgl. Distriktsschulinspektion Dachau I in Dachau einzureichen.
München den 4.Januar 1869, Königliche Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern
Frhr. v. Zu-Rhein, Präsident   


Die Stelle wurde übrigens später dem Schullehrer Franz Xaver Vitzthum zu Gamelsdorf , königl. Bezirksamt Freising, verliehen:
  "Durch Regierungsentschließung vom 1.Febr. d.J., wurde der Schul- und Kirchendienst zu Fahrenzhausen, k. Bezirksamts
   Dachau, dem Schullehrer franz Xaver Vitzthum zu Gamelsdorf, k.Bezirksamt Freising verliehen.
(Königlich-bayerisches Kreis-Amtsblatt von Oberbayern vom 12.2 1869 S.344)


Beschreibung 1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche von Fahrenzhausen enthalten. Damals gehörten 160 Seelen zu dieser Kirche. Sie wohnten in 28 Häusern. Mayer schreibt: Die Kirche von Fahrenzhausen sei die Filialkirche des Pfarrers, werde also nicht vom Cooperator, sondern vom Pfarrer selbst betreut. Der Stil des einschiffigen Baues sei modern, die Geräumigkeit genügend. Kuppel-Thurm mit 2 Glocken. Drei Altäre. Orgel mit 5 Registern. Gottesdienst: jeden dritten Sonntag abwechselnd mit der Pfarrkirche, vom Pfarrer zu halten, ferner an den Festen der Heiligen Sebastian (Sonntag darnach), Joseph, Benno und Johannes Bapt. An den 5 Fastensonntagen u.am Gründonnerstage Predigten mit Oelbergs-Andachten. Stiftungen: 5 Jahrtage und 6 Jahrmessen. Mesner und Cantor ist der Lehrer. Das Kirchenvermögen betrug 1870 rd. 4800 Gulden; Baufond: 305 Gulden. In der Schule von Fahrenzhausen unterrichtete damals ein Lehrer 99 Werktagsschüler und 37 Feiertagssschüler. Seit 1803 waren Jugendliche von 12 bis 18 Jahren zum Besuch der Feiertagsschulen mit Schwerpunkt Religion (Christenlehre) angehalten.


Beschreibung 1895 36)

Die Kirche von Fahrenzhausen ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde.
  - Altäre von ca. 1670.
- Beim Eingang in den Chor am Boden der Grabstein eines 1508 f Priesters, worauf ein Kelch. L. 185, br. 49 cm.
In der Sakristei:
- Kelch, Silber, mit grossen Blumen verziert, laut Marke vom Augsburger Goldschmied Johann Baptist Ernst v. 1697.
- Kelch, am Fuss Weinlaub und Aehren gravirt, sowie die Leidenswerkzeuge in Silber aufgelegt, an der Kuppa
   durchbrochenes Band- und Rankenwerk. Gute Arbeit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.


Patronat
Die Kirche war früher dem hl.Martin geweiht (deshalb Kirch-weih an St.Martini). Dies berichtet die älteste Urkunde, die über die Patronate in der Diözese Auskunft gibt, die Sunderndorfer'sche Matrikel aus dem Jahr 1524. Die nächste Erwähnung Fahrenzhausens in den Visitationsprotokollen von 1560 nennt aber schon St.Vitus als Patron. Dazwischen hat das Patronat gewechselt.
Die Verehrung des hl.Vitus, des Patrons des sächsischen Königshauses, war vor 1000 Jahren vor allem im Norden Deutschlands weit verbreitet. Als im späten Mittelalter der Kult um die 14 Nothelfer entstand, erhielt die Verehrung von St.Vitus, der ja zu dieser erlauchten Heiligenschar gehört, auch im Süden Impulse 23)
. Im Dachauer Land, zu dem Fahrenz-hausen gehörte, war er mit dem Patronat bei den Kirchen in Obermarbach und Günding gut etabliert. In Arnzell bei In-dersdorf gab es sogar eine Vituswallfahrt.


Fahrenzhausen 1920
Der Martinstag stand in Fahrenzhausen auch nach dem Patronatswechsel noch hoch in Ehren; die Kirchenrechnun-gen enthalten jedenfalls die Ergebnisse der Sonder-Samm-lungen am Sebastiani-, Vitus- und am Martinstag, die vom Ergebnis her in etwa gleichauf lagen.

Renovierungen sind aus den Jahren 1879, 1947 und 1975 bekannt.

Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei bzw. den Filialkirchenbezirk.
1852: Gemeinde mit 56 Familien und 274 Einwohnern
02)
1867: Gemeinde mit 268 Einwohnern, 107 Gebäuden
         Ortschaft mit 143 Einwohnern in 52 Gebäuden (dazu Viehbach 143/55)
1874: Filialkirche mit 160 Gläubigen in 28 Häusern.

1933: Gemeinde mit 471 Einwohnern
1939: Gemeinde mit 485 Einwohnern

 

Bittgänge
Die Fahrenzhausener haben jährliche Kreuzgänge nach München, Johanneck und Neufahn unternommen. Dies erfahren wir aus den Kirchenrechnungen, weil die Kreuzträger eine Brotzeit erhalten haben (Originaltext 1650: "Alß mann mit dem Creiz nach Minchen, Egg und Neufahrn gangen, hat mann den Creiztragern auf 3 unterschidliche mahl Zöhrung geben".) Später ist man auch zum Kloster Taxa gewallfahrtet. Die Sänger erhielten ein kleines Zehrgeld.

Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben der Pfarrei Jarzt berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Hier in Fahrenzhausen fand Anfang April 1920 in der Kirche eine Begrüßungsfeier für die Kriegsheimkehrer aus dem 1.Weltkrieg statt. Wenn Sie am Bericht des Amperboten interessiert sind, klicken Sie hier...


Baubeschreibung

Die Kirche besteht im Langhaus und im Altarraum aus jeweils zwei Achsen. Der etwas eingezogene Chorraum mit seinen abgetreppten Stützpfeilern an der Außenwand schließt mit drei Seiten eines Achtecks. Die Ecken und Fensterumrandungen sind gelb hervorgehoben. Die Sakristei mit darüber liegendem Speicher ist an der Südseite angebaut. Sie wird von einem Schleppdach überdeckt, das vom Dach des Altarraum heruntergezogen ist.


Kirchturm

Der Turm an der Westseite der Kirche hat in seinem unteren, schmucklosen Teil eine quadratischen Grundriss. Der dreistöckige Aufsatz ist achteckig. Er ist durch gelb gestrichene Lisenen, ovale Schallfenster und Felderungen gegliedert. Die Turmuhr ist an der dem Ort zugewandten Ostseite angebracht. Gekrönt wird der Turm durch eine formvollendete Zwiebelhaube mit Kupferdeckung. Aufgrund der Harmonie zwischen dem Turmaufsatz und der Zwiebel ist der obere Teil des Fahrenzhauser Kirchturms zu den schönsten Kirchtürmen in weitem Umkreis zu zählen.

Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln im alten Baiern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen".

Im Turm hängen drei Glocken,die alle im Jahr 1951 von Karl Chudnochowsky aus Erding gegossen wurden. Sie haben die Aufschriften:
"Heiliger Josef bitte für uns", "Du Koenigin in den Himmel aufgenommen" und -bei der Vitusglocke- "Schutzpatron bitte für uns". Außerdem sind die Reliefs von St.Josef, St.Maria und St.Vitus zu sehen.


Vorhaus


Vorhaus mit St.Sebastian
Das Vorhaus, das den Eingang vor Witterungseinflüssen schützt, ist nach Süden und Osten offen. Am Giebel ist eine Sonnenuhr aufgemalt. An der Westseite sind in einer vergitterten Nische die Kriegergedenktafeln, eine Statue des hl. Sebastian und zwei kleine Rocaillekartuschen als Leuchter zu sehen. Die Eingangstüre stammt aus der 2.Hälfte des 19.Jh und trägt -dem Zeitgeschmack entsprechend- neugotische Verzierungen.

Portal


Epitaphe

In die östliche Außenwand sind zwei kleinere Epitaphe aus Kalkstein eingemauert, die an frühere Lehrer erinnern.

Text: Hier ruhet der ehrengeachtete Herr Fr.Xaver Vitzthum, Schullehrer in Fahrenzhausen.
Geb.den 6.Okt. 1827, gest.den 17.Okt.1877. Ihm folgte seine Gattin Frau Therese Vitzthum, gest.den 13.Nov.1882 zu München


Epitaph 1882


Epitaph 1789

Text: Hier ruhet der Ehrwürdige Fr.Romedius Kierschner Secretari der Freysingisch eremitischen Congregation. Erster und bestverdienter Schullehrer im 39.Jahr zu Vahrenzhausen, der den 18.Sept. ao.1789 im 68 Jahr seines Alters in Gott seelig verschieden ist. Gott sey ihm gnädig. Amen"
  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.

Früher war ein weiteres Epitaph "beim Eingang in den Chor am Boden" angebracht. Nach dem
Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von 1895 handelte es sich um einen 185 cm langen uind 49 cm breiten Grabstein eines 1508 verstorbenen Priesters, auf dem ein Kelch zu sehen war 36). Wo er sich heute befindet, ist mir nicht bekannt.

Innenausstattung

Innenmaße des Kirchenbaus:
—  Länge des Kirche 17,54 m (davon Kirchensschiff: 10,18 m; Altarraum: 7,36 m)
—  Breite der Kirche: Kirchenschiff: 7,67 m; Altarraum: 5,81 m
—  Höhe: Kirchenschiff: 5,84 m; Altarraum: 5,66 m

Altarraum

Der zweijochige Altarraum ist gegenüber dem Kirchenschiff um eine Stufe erhöht. Er erhält durch vier Fenster seine Helligkeit. Der Altarraum ist von einem gotischen Gewölbe (ohne Rippen) überzogen. Die Decke ist nicht bemalt.


Hochaltar /Choraltar

Der reich verzierte Rokokoaltar wurde um 1760 anstelle eines früheren Vitusaltars eingebaut.
Der Altaraufbau wird dem Dorfener Kistler Fackler,
die Figurenausstattung dem Landshuter Christian Jorhan d.Ä. (1727-1804) zugeschrieben, Niederbayerns großem Rokokobildhauer. 11) 34)
..mehr zu Christian Jorhan: hier klicken...


Choraltar v. Jorhan
Über der Mittelnische ist das Wappen des Freisinger Fürstbischofs Joh.Franz Eckher von Kapfing angebracht (drei Rauten in Silber). Üblicherweise erinnern solche Wappen an den Stifter oder an den aktuellen Bischof. Franz v.Eckher ist aber schon 1727 gestorben. Der Überlieferung nach ist der Altar schon zu Lebzeiten des Bischofs für den Freisinger Dom erstellt worden; rd. 30 Jahre später wurde er nach Fahrenzhausen abgegeben.


Im Altaraufsatz wird der Patron der Kirche, der hl.Vitus gezeigt. Er lehnt, als junger Mann, nur mit einem Lendentuch und einem roten Überwurf bekleidet, an einem großen Kupferkessel. In seiner Hand hält er einen Märtyrerpalmzweig. Vitus wurde wegen seines christlichen Glaubens in siedendes Öl getaucht.


St.Vitus
Auf beiden Seiten des Altaraufsatzes stehen prächtige Ziervasen. Der Palmzweig in der Hand von Vitus stellt den Sieg des Märtyrer über Welt und Fleisch dar. Er nimmt Bezug auf die Offenbarung des Johannes (Apo 7,9), in der es heißt: "Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen ... Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen".
In der Mittelnische des Altars steht eine ausgezeichnete Figur der Maria Immaculata aus Holz auf einem Sockel. Die Leichtigkeit der Figur gibt die Freude Mariens an den Betrachter weiter. Die Jungfrau scheint auf der golden gefassten Weltkugel zu schweben.


Immaculata

Maria ist in ein rot-gold-silbernes Gewand mit elegantem Faltenwurf gekleidet. Ihr Fuß ruht auf einer Mondsichel, unter der sich die Schlange aus dem Paradies mit vergoldetem Apfel im Maul windet. Maria ist die neue Eva. Durch die alte Eva kam die Sünde in die Welt, durch die neue Eva die Erlösung. Die Mondsichel erinnert an Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen".

Die Marienfigur ist herausnehmbar. In früheren Jahren (bis zum II.Vatikanischen Konzil - etwa 1965) hat man in der Fastenzeit an dieser Stelle eine Ölbergdarstellung eingesetzt. Zwar verdeckte während dieser Zeit ein violettes Fastentuch den Altar, doch das wurde an den Nachtmittagen der sechs Fastensonntage zur Seite geschoben. Die Ölbergdarstellung diente dann als Hintergrund für die halbstündigen Fastenpredigten mit anschließenden Ölbergandachten. Die Figuren von Jesus und den Aposteln waren beweglich.
Jesus im roten Mantel beugte sich nach vorne; über eine knarzende Rolle wurde ein Holzengel zu ihm herabgelassen, der ihm einen Kelch reichte. "Wachet und betet" verkündete der Pfarrer. Am Karfreitag und Karsamstag trat in Fahrenzhausen an die Stelle der Ölbergszene eine Jonas-Darstellung. So wie Jonas drei Tage im Wal verbrachte und ihm unverletzt entstieg, so lag Jesus drei Tage im Grab und erstand vom Tod. Die Kinder unter den Kirchenbesuchern waren Erzählungen zufolge vor allem von den Wellen beeindruckt, die der Mesner hinter dem Altar per Hand in Bewegung brachte.
'
Leuchterengel
Die Marienfigur wird umrahmt von Blütengirlanden und zwei asymmetrisch angeordneten Leuchterengeln. Es sind die typischen fröhlichen Jorhan-Engel, die -so das Kunstreferat des Bistums- "die Glaubensfreude zum Ausdruck bringen".
Oberhalb und unterhalb der Figur sind
Rocaillen angebracht, die oben baldachinartig erweitert und mit dem Wappen (drei Rauten) des Freisinger Fürstbischofs Johann Franz Eckher von Kapfing (1695-1727) versehen sind.

Leuchterengel

Die Nische wird seitlich von zwei Pilastern begrenzt. Daneben stehen auf Sockelplatten, die beiden Assistenzfiguren.
Links befindet sich die Figur des hl.Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm. Josef war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde.
    
St.Josef u. St.Christophorus
Rechts stützt sich Christophorus auf einen Baumstamm und schaut auf zum Jesuskind, das auf seiner Schulter sitzt. Christophorus soll unter seinem früheren Namen Offerus den mächtigsten Herrn der Erde gesucht und am Ende seiner Suche ein Kind über einen Fluss getragen haben, das immer schwerer wurde, sodass er zu ertrinken drohte. Das Kind war Jesus. In der Vorstellung früherer Jahrhunderte war Christophorus vor allem für die Bewahrung vor einem jähen Tod zuständig.
  Die Volksfrömmigkeit besagte, wer ein Bild von St.Christophorus erblickt, werde an diesem Tag nicht unversehen (=ohne Empfang der Sterbesakramente) sterben. Gedenktag: 25. Juli
Die Figuren, vielleicht auch der ganze Altar wurden wohl 1864 renoviert oder umgestaltet. Darauf weist die Beschriftung auf der Rückseite der im Übrigen ausgehöhlten Josefsfigur "1864 PAC" hin.

Figuren-Rückseite
Der auf dem Altartisch frei stehende hölzerne Tabernakel stammt aus der Zeit um 1760; er hat geschwungene Seitenteile und ist mit Rocaillen geschmückt und vergoldet.

Tabernakel
In der rundbogigen Türnische steht das Altarkreuz im Rokokostil. Der Corpus aus Holz mit Inkarnat- und Goldfassung stammt aus dem 19.Jh.
 
Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.

Vom Vorgängeraltar aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg ist bekannt, dass der bekannte Münchner/Dachauer Bildhauer Konstantin Pader im Jahr 1630 für den geringen Betrag von 4 Gulden ein Kruzifix und "den Heiligen Geist" geschnitzt hat.

 

Figuren an den Wänden des Altarraums

An den Wänden des Altarraums stehen die Figuren von zwei Bischöfen in vollem Ornat.


St.Ulrich
mit Fisch

Der sich weit nach links beugende Bischof an der linken Wand ist der hl. Ulrich von Augsburg. Er hält in seiner Hand die Bibel. Auf dem Buch liegt sein Attribut, ein Fisch. Die Figur wurde Mitte des 18.Jh geschnitzt.
Hinweis:
Ulrich (890-973) war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über die räuberischen Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des feindlich gesinnten Herzogs einen Brief brachte. Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des Bratens, ein Gänsebein. Der Bote glaubte, Ulrich habe am Freitag Fleisch gegessen und brachte seinen Botenlohn sofort zum Herzog. Als der das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt.

Dem Bischof auf der rechten Seite ist kein Attribut zugeordnet. Er hält nur die Bibel in der Hand. Bei genauem Hinsehen ist jedoch zu erkennen, dass die Haltung der Hand unnatürlich ist. So, als wenn er mit dem Handrücken einen Gegenstand stützen müsste. Und genau dies scheint früher auch der Falle gewesen zu sein. Der frühere Mesner Hans Radlmair konnte sich noch erinnern, dass der Bischof ein Kirchenmodell bei sich führte. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass es sich um eine Figur des hl. Wolfgang handelt, zu dessen Attributen das Kirchenmodell gehört. Die Figur ist sehr alt; sie stammt aus der Zeit um 1670.


St.Wolfgang mit Kirchenmodell
  Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg.
Die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. Er versuchte insbesondere, die Bildung und das geistliche Lebens des Klerus und der Orden zu fördern. Zahlreiche Orte wurden nach Wolfgang benannt. Das Bild von Wolfgang wurde zum Schutz des Viehs an Stalltüren angebracht. Im 16. Jahrhundert trug der Gulden in Regensburg sein Bild.


Sakristei



Sakristeitüre

Hinweis: In der Sakristei werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften aufbewahrt. In der Sakristei ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig,geweiht".

Auf der rechten Seite führt der Weg durch eine schwere, mit Metallplatten beschlagene
Türe
(2.Hälfte des 19.Jh) in die Sakristei.
Neben der Türe ist die Chorglocke (wohl Ende 19.Jh) angebracht, mit der die Ministranten den Beginn des Gottesdienstes anzeigen. Sie ist mit der Bezeichnung "24" beschriftet.



Chorglocke



Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar stammt aus dem Jahr 2005 und wurde passend zur barocken Einrichtung gestaltet. Er ersetzt seinen Vorgänger, einen einfachen Tisch, der seit der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils an dieser Stelle stand.

Zelebrationsaltar
Der Altar wurde vom Dachauer Künstler Christian Huber gefasst.
Der Typus des Zelebrationsaltars führt zurück zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.


A
mbo


Ambo

Zum Altar passend gestaltet ist der mit einer Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz verziert Ambo. Auch diese Bemalung stammt von Christian Huber.
Hinweis: Der Ambo (griech.ambon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist der Ambo wieder fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen.
"Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.

 

Kirchenschiff / Langhaus

Decke im Kirchenschiff

Das Kirchenschiff ist flach gedeckt. Die Decke ist mit einer Holzvertäfelung aus der Renaissancezeit versehen. Diese war lange Zeit weiß getüncht, um mehr Helligkeit in die Kirche zu bekommen.
In der Mitte der Decke befindet sich ein rechteckiges Gemälde mit vier spitzbogigen Ausbuchtungen. Es wurde von Carl Kraft im Jahr 1888 gemalt (sign.) und stellt das Martyrium des hl.Vitus, des Patrons der Kirche, dar. Der Heilige steht vor seinem Richter, der in vollem Ornat würdevoll auf dem Richterstuhl sitzt. Er verlangt von dem Knaben einen Widerruf seines Glaubens an Christus und droht ihm mit dem rechts unten siedenden Ölkessel. doch Vitus weist mit seiner linken Hand hinauf zum Himmel.

Deckengemälde
Martyrium v. St.Vitus
Dort steht hinter Wolken ein Engel, der den Märtyrerpalmzweig schon bereit hält. Im Hinter-grund ein Bediensteter mit den Symbole der römischen Justiz, Rutenbündel und Beil.
Ein älteres Paar steht händeringend hinter Vitus.
Der grauhaarige Mann wird von einem Soldaten vom Eingreifen zurückgehalten. Es handelt sich um den Erzieher und die Amme von Vitus, St.Modestus und St.Crescentia, die nach dem um 1270 verfassten Legendenbuch Legenda Aurea mit Vitus gemartert wurden.

 

Seitenaltäre


Linker
Seitenaltar
Die Seitenaltäre sind zweisäulige Rokokoretabel. Die Säulen sind weinumrankt. Sie wirken auf den ersten Bild symmetrisch, stilistisch und farblich einheitlich. Doch bei näherem Hinsehen bemerkt man, dass sich auch nicht ein Detail (Aufsatz, Ornamentrahmen, Säulen, Predella) gleicht. Schon daran ist zu erkennen, dass die Altäre zu unterschiedlichen Zeitpunkten (1660 und 1669) errichtet wurden. Künstler waren der Freisinger Bildhauer Paul Hiernle (auch Hirndl, Hörndl oder Hörnle genannt), Kistler Hans Laubmer und Fassmaler Johann Schreiber, dem Freisinger Hofmaler, der auch in Biberbach (1661), Kleinberghofen (1663), Mittermarbach (1665), Mühldorf (1658) und im Freisinger Dom (1622) tätig war 17).
Paul Hiernle wohnte in Freising (Bürgeraufnahme am 23.4.1641) war auch in Inhausen (Seitenaltäre 1660), Zolling (1661) und in Hohenkammer (Hochaltar 1664/65) tätig
37) .

1740 waren die Altäre Sebastian und Anna geweiht, heute Sebastian und der heiligen Großfamilie, in der aber St.Anna eine tragende Rolle spielt.

Rechter
Seitenaltar

Die Stipes, die gemauerten Altartische, sind nur unwesentlich tiefer als die auf ihnen stehenden Retabel.

Linker Seitenaltar

Der von zwei vergoldeten Säulen und von zwei Engeln umgebene Altaraufsatz enthält eine große versilberte Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz. Den oberen Abschluss bildet eine hölzerne Strahlenmonstranz mit dem Jesusmonogramm IHS.

Heilig-Geist-Taube
Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach kam "der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab, wie eine Taube" (Lk, 3,22). Beim Konzil von Konstantinopel (536 n. Chr.) wurde die Taube von der katholischen Kirche als Abbild des Heiligen Geistes offiziell anerkannt.
Der linke Seitenaltar ist der ältere von beiden. In seiner von einem Kleeblattbogen überwölbten Mittelnische steht eine Figur des hl. Sebastian (1650/1660), von Pfeilen durchbohrt am Marterbaum.

Brustreliquiar
In die Heiligenfigur ist ein großes Brustreliquiar eingearbeitet. Die Künstler sind nicht namentlich bekannt. Aber die Kirchenrechnung spricht davon, dass der Bildhauer 5 Gulden und der Maler 3 Gulden erhielt.


St.Sebastian

Hinweis: Sebastian war im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde.Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruder-schaften verehrt.
Auf der Volutenkonsole steht die Figur des hl.Rochus. Er ist in ein Pilgergewand, mit Jakobushut, Pilgerstab und Umhängebeutel. gekleidet. Sein Mantel ist etwas hochgezogen und gibt den Blick frei auf die blutende Beinwunde.

Hinweis: Rochus (1295-1327) trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank (Pestbeule am Oberschenkel) und zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert. Rochus wird in einigen Gegenden zu den 14 Nothelfern (zuständig für Beinleiden) gerechnet.


St.Rochus
Der aus Holz gefertigte und bemalte Rokokoschrein mit Glastüre enthält eine vergoldete Kreuzpartikelmonstranz aus Messing und Kupfer mit reichem Steinbesatz. In der Mitte ist in einem ovalen Sichtfenster die Kreuzpartikel recht deutlich zu erkennen.
   
Kreuzreliquien
Die Monstranz hat einen vasenförmigen Nodus und Kreuzenden in Rocailleform.
Kreuzreliquien
waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 326 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach
  Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben.Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten.


Rechter Seitenaltar


Der rechte Seitenaltar ist der Bilderaltar. Er enthält im Gegensatz zum linken Seitenaltar in der Mittelnische und im Aufsatz Gemälde.
Im Altaraufsatz ist ein leider sehr nachgedunkeltes Bild des hl.Leonhard zu sehen. Der Heilige im Mönchsgewand hält in seinen Händen Abtsstab und Viehketten.

St.Sebastian

Eingefasst wird das Gemälde von gedrehten Säulchen und Engelsfiguren auf den Sprenggiebeln. Den oberen Abschluss bildet auch hier über einem geflügelten Puttenkopf eine hölzerne Strahlenmonstranz mit dem Jesusmonogramm IHS.

 
Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete.
In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Festtag: 6.November


Das rundbogige Altarblatt zeigt die Heilige Großfamilie mit Jesus, Maria, Josef, Anna und wohl Joachim.
Maria stützt das auf ihrem Schoß stehende Kind, während die Großmutter Anna dem Kind aus einem Obstkorb Früchte reicht. Ziehvater Josef steht (mit einer Lilie) links, Großvater Joachim rechts hinter der Szene.

J
Heilige Familie

Das 145 cm hohe Ölgemälde entstand am Ende des 17.Jh. Der Maler ist nicht bekannt. Über dem Gemälde eine Schriftkartusche mit dem Text: "St.Maria". Weiße Lilien gelten seit dem Mittelalter als Symbol für Reinheit und Keuschheit. St.Mechthild von Magdeburg betete im 13.Jh: "empfange Herr, deine Bräute und begegne ihnen mit den Lilien der lauteren Keuschheit alle ihre Tage"
Die Kartusche hat -wie fast alle Kartuschen in Kirchen- eine unregelmäßig Form; sie hat sich aus einer Schnur entwickelt, die ursprünglich um Inschriften, Wappen
  und Namen geschlungen wurde. Deshalb sind die meisten Einrahmungen von Kartuschen nicht rechteckig, sondern kurvig.


St.Barbara

Assistenzfigur am rechten Seitenaltar ist die hl.Barbara auf der Volutenkonsole. Sie wurde 1669 geschnitzt. Die Heilige hält in der Hand einen Kelch; zu ihren Füßen steht ein Turm mit 3 Fenstern. Auf ihrem Kopf fehlt die sonst bei Barbaradarstellungen übliche Krone.

Hinweis: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Vor dem Tod bat Barbara Gott, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden.Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin.



Auf dem Altartisch steht ein prächtiger Schrein aus der Zeit um 1700 mit Goldverzierungen. In seinem Sockel befindet sich eine geschweifte Öffnung; dabei könnte es sich um ein heute nicht mehr genutztes Reliquienfenster handeln.
Das rundbogige Gehäuse hat seitlich gedrehte Säulen und reichen
Akanthusabschluss nach oben.

Geißelheiland
Im Schrein steht eine Figur des Geißelheilands nach dem Motiv der Wallfahrtskirche auf der Wies (Mitte 18.Jh). Der gegeißelte Jesus ist mit den Armen an eine Säule gekettet.

Weihnachtskrippe

Krippe
An Weihnachten steht auf dem rechten Seitenaltar eine Weihnachtskrippe aus geschnitzten, nicht gefassten Figuren. Sie wurde von den Familien Kißlinger und Heindel gestiftet.
Wenn Sie mehr Krippen aus den Kirchen des Dachauer Landes sehen möchten, klicken Sie hier...
Zur Beschreibung der KreuzwegbilderZur Beschreibung der Figuren im KirchenschiffDeckengemälde Vitus vor GerichtZur Beschreibung der EmporenbrüstungKruzifixZur Beschreibung der KreuzwegbilderMater dolorosaOrgelZur Beschreibung der Figuren im KirchenschiffST.BarbaraSt.Rochus
per Mouseklick zu den Beschreibungen
Kreuzigungsgruppe

An der Nordwand ist ein großes Kruzifix befestigt, wie man es so gut wie in jeder katholischen Kirche findet. Es wird Kanzelkreuz genannt, weil es in der Regel gegenüber der Kanzel an der Wand befestigt ist. Das Kruzifix wurde 1860 geschnitzt; damals hatte die Kirche wohl noch


Kanzelkreuz

eine Kanzel. Die Figur des leidenden Christus ist in einem sehr gutem Inkarnat (jede Körperpartie hat ihre eigene Farbe) gefasst. Das Kreuz ist trotz des späten Entstehungsdatums als typisch barockes Kruzifix gestaltet, mit einem aus vielen Wunden blutenden Corpus, bedeckt mit einem an der Seite gerafften, vergoldeten Lendentuch.

Unter dem Kruzifix steht eine im Verhältnis zum Corpus Jesu zu kleine Mater dolorosa (2.Hälfte des 18.Jh), die mit ihrem Sohn leidende Mutter Maria. Sie hat ihre Arme in Trauerhaltung über der Brust verschränkt.


Mater dolorosa
Bekleidet ist sie mit Gewändern in den
traditionellen Marienfarben Rot, Blau und Gold. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli). Gold Symbolisiert das Ewige, die himmlische Herkunft, den himmlischen Glanz und höchste Herrlichkeit.

Weitere Figuren an den Wänden des Kirchenschiffs


Muttergottes
An der Nordseite ist auf einem Postament eine Muttergottesfigur vor einem Kranz verschiedenartiger Strahlen angebracht. Die gekrönte Maria trägt ihren Sohn auf dem linken Arm. In ihrer Rechten hält sie ein Zepter. Ihr Fuß ruht auf der Mondsichel. Das Kind hat den rechten Arm um den Hals seiner Mutter geschlungen. In der linken Hand hält es einen Reichsapfel zur Vervollständigung der königlichen Insignien: Maria als Königin.
Die Figur hing bis 1975 unter dem Chorbogen von der Decke. Dann stand sie bis vor wenigen Jahren im Pfarrhaus.

Ignatius v.Loyola
An der Südseite stehen zwei sehr lebendig gestaltete Figuren aus der Mitte des 18.Jh.
Eine stellt den hl.Ignatius von Loyola dar. Er ist mit einer Kasel, einem Messgewand, bekleidet. Mit der linken Hand hält er dem Betrachter die Bibel entgegen. Am Arm hängt der Manipel, ein 10 cm breiter und ca. 60 cm langer doppelter Stoffstreifen mit einem Durchschlupf für den Arm. Mit dem Manipel umfasste der Priester früher die heiligen Geräte, die damals nicht mit bloßen Händen berührt werden durften.

Johannes v.Gott
Wen die in der Nähe des Eingangs angebrachte Figur verkörpern soll, ist umstritten. Genannt werden der Asienmissionar Franz Xaver und der Gründer des Ordens der Barmherzigen Brüder, Johannes von Gott. Man könnte die Lösung in der Kleidung sehen, denn die Figur ist mit einem Talar, dem Gewand der Priester bekleidet. Johannes von Gott war kein Priester, sondern Krankenpfleger, dennoch wird er in der Kunst häufig mit einem Talar dargestellt. Da auch in der Bevölkerung die Meinung vorherrscht, es handle sich um den Ordensgründer, wird es sich bei der Figur wohl um Johannes von Gott handeln, der von 1495 bis 1550 in Spanien lebte.


St.Vitus

 

Eine besonders schöne Darstellung des hl. Vitus ist an der Westseite neben der Emporentreppe zu finden. Sie stammt aus dem frühen 17.Jh und zeigt Vitus, mit gefalteten Händen im Ölsiedekessel sitzend. Unter dem Kessel lodern die Flammen.
Hinweis: Vitus wurde schon als Kind von seinem heidnischen Vater wegen seines christlichen Glaubens vor Gericht gestellt. Den Folterknechten verdorrten die Arme, aber Vitus heilte sie. Der Vater schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete, wurde er blind. Kaiser Diokletian wollte ihn mit schweren Eisenplatten erdrücken, in einem heißen Ölkessel sieden oder ihn den Löwen vorwerfen. Nichts gelang. Dann wurde er mit Haken zerfleischt. Vitus ist als einer der 14 Nothelfer Patron für 30 Krankheiten. Bekannt ist der nach ihm benannte Veitstanz, Chorea, eine Nervenkrankheit mit ungewollten, spastischen Bewegungen des gesamten Körpers, die sich willentlich nicht unterdrücken lassen und durch eine organische Schädigung im Zentralnervensystem bedingt sind. Vitus ist auch Schutzpatron gegen das Bettnässen, weil man in früheren Jahrhunderten den Ölkessel als großen Nachttopf deutete.

 

Kreuzwegbilder

Die Kreuzwegbilder stammen aus der 2.Hälfte des 18.Jh. Es sind bäuerliche Ölgemälde auf Leinwand in einfachem Rahmen mit kleinem Kreuz.
Der Künstler ist nicht bekannt.
Jesus ist auf allen Bildern mit einem hellblauen Gewand dargestellt. Über seinem Haupt trägt er einen dreistrahligen Heiligenschein.

Hinweis: Als Kreuzweg werden die aufeinander-folgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nach-zugehen. Im späten Mittelalter wurde die
Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Kreuzwegs und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen,
klicken Sie hier...

Empore

Die Empore ist eine freitragende Holzkonstruktion. Sie springt in der Mitte etwas vor. Die Emporenbrüstung ist in Felder eingeteilt, die -entsprechend der beginnenden Stilepoche der Renaissance- mit stilisierten Pflanzenranken und Ziegelmuster bemalt sind.

Erbauungsjahr 1587
Im Bild ist die Jahreszahl 1587 zu lesen. Die Bemalung war über viele Jahre bis 1975 weiß übertüncht. Bei der Renovierung in den Jahren 1925/30 hat man an der Südseite der Front zwei neue Bretter eingesetzt, die nicht bemalt sind.




Orgel

Die zweimanualige Orgel mit 10 Registern und 658 Pfeifen (davon 84 aus Holz) wurde 1994 von der Orgelbauerfirma Staller aus Grafing eingebaut. Über den Neubau der Orgel 1994 hat Pfarrer A.Mayer in der Festschrift berichtet; wenn Sie den Artikel lesen möchten, klicken Sie hier...


Orgelprospekt

Das Orgelgehäuse ist in massiver Fichte gearbeitet. Die farbliche Fassung stammt von Christian Huber aus Dachau.
Die Orgel besitzt folgende Disposition:
1.Manual: Gedeckt 8', Praestant 4', Principal 2', Mixtur 3fach 1 1/3

2.Manual: Rohrflöte 8', Koppelflöte 4', Sesquialter 2-2/3 und 1-3/5, Waldflöte 2', Tremulant
Pedal: Subbass 16 ', Gedecktbass 8'.


Registerzüge

Die heutige Orgel ersetzte eine Vorgängerin, die um 1930 von Leopold Nenninger und Albert Moser als einmanualiges Werk mit 5 Registern und
pneumatischer Kegellade aufgestellt worden war. Der Prospekt war ein Freipfeifenprospekt mit 18 Blindpfeifen, die aus Zink angefertigt waren. Die Orgel wurde auf einem Manual und dem Pedal mit 7 Registern gespielt; sie hatte eine ganz durchgebaute Superoktavkoppel und eine Manual-Pedalkoppel.
Im Jahr 1874 wurde die Orgel mit 5 Registern beschrieben.




Opferstock

In der Nähe des Eingangs steht der schöne, 110 cm hohe Opferstock . Es ist ein ausgehöhlter Holzstock mit Schmiedeeisen-Besatz. Der Opferstock ist mit mit Eisenbändern und massiven Vorhängeschlössern gesichert
Der gebogene Blechaufsatz soll verhindern, dass Geldstücke oder Geldscheine herausgefischt werden.



Beichtstuhl


Herz-Jesu-Figur
An der Westseite unter der Empore befindet sich ein offener, spitzbogiger Durchgang zum Turmgeschoss mit einem Kreuzgratgewölbe. Früher wurden von dort die Glocken geläutet. Heute sind hier links eine Herz-Jesu-Figur aus dem 19.Jh in neubarockem Stil und rechts ein früher wohl dreiteiliger, nunmehr zweiteiliger Beichtstuhl aus dem Jahr 1863 mit Verzierungen in den Stilformen des Historismus zu finden.

Beichtstuhl
  Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück.


A
usgelagerte Gegenstände

Nach dem Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von 1895 besitzt die Filialkirche zwei alte Kelche:
- Kelch, Silber, mit grossen Blumen verziert, laut Marke vom Augsburger Goldschmied Johann Baptist Ernst v. 1697.
- Kelch, am Fuss Weinlaub und Aehren gravirt, sowie die Leidenswerkzeuge in Silber aufgelegt, an der Kuppa
   durchbrochenes Band- und Rankenwerk. Gute Arbeit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
36)
Die Kelche sind nicht mehr im allgemeinen Gebrauch. Sie werden nur zu besonderen Gelegenheiten in die Kirch gebracht.

Quellen:
01)
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02)
Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
03) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867
04) Königlich-Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Oberbayern, 1869 (Mesnerausschreibung)
05) Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
06) Amperbote vom 10.04.1920 (Kriegsheimkehrer)
07) Dachauer Nachrichten vom 23.10.1950 (Renovierung 1947)
08) Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 11/12, 1958 (Schrannenort 1374-S12-)
09) August Alckens, Landkreis Freising, 1962 (WappenEckher,107)
10) Max Gruber, Die Dachauer Schloßmaurerfamilie Glonner, Amperbote 1966 (Gregor Glonner)
11)
Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland wirkende Bildhauer, Amperld. 1982/1, 1987 (Hiernle, Jorhan)
  Der Bildhauer Christian Jorhan (der Ältere) wurde am 6.10. 1727 als Sohn des Bildhauers Wenzeslaus Jorhan in Griesbach geboren. Nach einer Lehre beim Vater war er Schüler des berühmten Bildhauers Joh.Baptist Straub sowie von Joh. Josef Christian in Riedlingen, Joseph Anton Pfaffinger in Salzburg und Ignaz Verhelst in Augsburg. Am 6.10.1755, seinem 28.Geburtstag, heiratete er die Malerstochter Theresia Pauer und ließ sich in Landshut nieder. Christian hatte mehrere Kinder, von denen sein Sohn Christian (1758-1844) als Künstler des Klassizismus bekannt wurde (Jorhan der Jüngere). Beide waren vor allem in Niederbayern und im östlichen Oberbayern künstlerisch tätig. Im Dachauer Raum stammt der Hochaltar in Fahrenzhausen von ihm. Jorhan gilt als Niederbayerns bedeutendster Rokokobildhauer. Er wird heute einem Ignaz Günther gleichgestellt; er war -wie dieser- Geselle bei berühmten Hofbildhauer Joh.Bapt.Straub in München. Das Besondere der Kunst Jorhans besteht darin, daß seine Werke im Gestus wie im Ausdruck im wahrsten Sinne des Wortes volkstümlich sind. Der Künstler starb am 8.10.1804 im Alter von 77 Jahren.

12) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
13) Erwin Neumair, Freising, Portrait eines Landkreises -Vom Steinbeil bis zum 1.Dombau, 1983 (Bronzezeit)
14) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Glaser, Amperland 1984 (Glaser Älbl)
15) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
16) Gerhard Hanke, Volks- und heimatkundliche Findlinge aus dem Amperland, Amperl.1986-S.167 (Rennet)
17) Georg Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in Kirchen des Gerichtes Kranzberg, Amperland 1987/3
18) Max Gruber, Im Amperland tätige Architekten, Bau und Maurermeister, Amperland 1987/2
19) Festschrift zur Orgelweihe am 11.Dezember 1994
20) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Umbau 1726
21) Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
22) Hans Radlmair, 2005 (Choraltar)
23) Walter Pötzl, Patrozinien- Zeugnisse des Kultes, Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte Bd. 68, 2005
24) Max Gruber, Dachauer Kistler, Schreiner und Drechsler des 17. u. 18. Jh., Amperl 1975, S.40 (Stuber)
25) Max Gruber, Kistler, Schreiner u.Drechsler aus dem Amperland, Amperl 1975, S.91 (Leithner)
26) Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4 (Oegl/Wegl)
27) Vitus Hinterseher, 2005 (Ölbergdarstellung im Hochaltar)
28) Geistl.Rat Anton Mayer, Wege-Zeichen-Glauben, Chronik der Pfarrei Jarzt, 2007
29) Max Gruber, Für Dachau und Hinterland bis 1800 tätige Architekten, Bau u.Maurermeister, Amperl.1982 (Gümbl,Schmid)
30) Max Gruber, Konstantin Pader als Bildhauer, Amperland 1965/1 (1630)
31) Albert Graf, Fahrenzhausen, 2012 (Ölbergdarstellung im Hochaltar)
32) Klaus R.Witschel, Vor-u.frühgeschichtliche Siedlungsspuren im Umland von Röhrmoos, Röhrm.Heimatblätter 2013 (Gutshof)
33) Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik 33,39)
34) Wikipedia-Artikel von Christian Jorhan d.Ä., Zugriff Juli 2016
35) Historischer Atlas v.Bayern, Die Landgerichte Dachau u. Kranzberg Bd.I, Hefte 11/12, Landkreis Dachau, 1952 (1818)
36) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895 (Epitaph 1508, Monstranz)
37) Bildhauerfamilie Hörndle (Hiernle, Hirnle, Hürnle, Hörl)
  Die Bildhauerfamilie war in Landshut, aber auch in Prag ansässig. Das früheste bisher bekannte Mitglied war Paulus Hörndle (Bürgeraufnahme in Freising 1641, + 1684). Von ihm stammen u.a. Arbeiten am Hochaltar der Filialkirche in Leonhardsbuch (Pfarrei Allershausen) von 1658, die bildhauerischen Teile des Hochaltars der Pfarrkirche von Hohenkammer von 1664, der Hochaltar der Kirche in Mauern (1670 - nicht erhalten), die Seitenaltäre der Filialkirche Mariä Heimsuchung in Feldkirchen (Pfarrei Inkofen; Stadt Moosburg) aus dem Jahr 1660, mindestens ein Seitenaltar in der Filialkirche St. Georg in Aich von 1674 (Pfarrei Pfrombach, Pfarrverband Buch am Erlbach; Stadt Moosburg) sowie weitere Altararbeiten im Freisinger Dom, in Fahrenzhausen und Watzling.
Quelle: Sabine John, Dr.Stefan Nadler, Dokumentation zu Bau-, Ausstattungs- und Restaurierungsgeschichte, 2017
38) Max Gruber, Stuck im Dachauer Land, Amperland 1966/1 (Stuckkanzel)

67 Bilder: Albert Graf jun. (1), Hans Schertl (66)

10.2.2017


 

Begrüßungsfeier für Kriegsheimkehrer in Fahrenzhausen
Amperbote vom 10.04.1920

Eine herzliche Begrüßungsfeier veranstaltete der Veteranen- und Kriegerverein Jarzt den glücklich heimgekehrten sieben Kriegsgefangenen der Pfarrei:
- Fasler Ludwig und Kistler Josef aus Appercha
  (Fasler Wilhelm ist leider in rumänischer
   Gefangenschaft gestorben)
- Stich Georg und Wildgruber Egid aus
  Fahrenzhausen
- Göttler Josef aus Unterbruck+
- Brandmaier Mathias und Knorr Sebastian
  aus Westerndorf

Verstärkt durch die Freiwillige Feuerwehr marschierte der Verein in geschlossenem Zug ins freundlich grüßende Kirchlein zum feierlichen Dankgottesdienst. Ein Kreuz auf dem Kriegergrab galt dem treuen Gedenken der Gefallenen. Klingendes Spiel führte schließlich die Teilnehmer durchs geschmückte Dorf zur nahen Gaststätte, die für die Heimkehrer und ihre Angehörigen ein einfaches Mahl bereit hielt. Die Nachmittagsstunden brachten in buntem Wechsel entsprechende Musikeinlagen, eine markige Ansprache des Pfarrherrn, sowie recht beifällig aufgenommene zwei- und dreistimmige Lieder eines Kirchenchores.


etwas "überhöhte" Darstellung der Kirche
auf einer gezeichneten Ansichtskarte um 1900

Kriegskamerad Grünwald bot den Heimgekehrten den Willkommensgruß in den "nachfolgenden" Worten eines selbstverfassten sinnigen Gedichtes:

 

          Den Heimgekehrten

Im Frühling wars, im welschen Land,
dass ihr einst fielt in Feindeshand
als Sklaven ohnegleichen.
Und manchem Freund an eurer Seit`
der mitgekämpft im heißen Streit
ward euer Los zu eigen.

Komm mit - so klang des Feindes Wort
die Rüstung ab! Dann ging es fort
zu dunkler Zukunft Tagen.
Gar mancher hofft auf bessre Zeit,'
doch war euch stets ja nur bereit
ein täglich stilles Klagen.
Gar mancher dachte da zurück
an`s Elternhaus, an stilles Glück.
An Tränen, die dort fließen.

Der erste Brief, den ihr geschrieben,
o welche Freud` ward uns beschieden,
nicht ganz mehr wir euch missen.
Und so vergingen Jahre, harte, bange Stunden.
Und jeder Tag er schlug euch neue tiefe Wunden.
Wir flehten Tag für Tag zu Gott:
Schütz unsre Lieben dort im Feindesland.
Sie dulden ja für uns unser Vaterland.

Nun ist der Tag gekommen, wo euch die Freiheit grüßt.
Und unsern Dank ihr heute von uns nehmen müsst.
Jetzt lebet froh in eurer Eltern treuem Kreise,
freut eurer Heimat euch in alter Weise.
Vergeßt, was Unrecht ist an euch geschehen,
genießt das lange lang ersehnte Wiedersehn.

 
(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)

Weiter zu ...   Pferderennen am Sebastianstag    -    Orgelweihe 1994