zur Landkreiskarte ausführliche
Beschreibg. Kirchen
in der Gem.Vierkirchen
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Pfarrkirche St. Jakobus in VIERKIRCHEN
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Vierkirchen wird als Frohtkircha (Fichtkirchen) erstmals im Jahr 1119 bereits mit Kirche genannt. Die Pfarrkirche St.Jakob
der Pfarrei Vierkirchen ist im Wesentlichen ein Bau der Jahre 1763/65,
nachdem die alte gotische Kirche 1759 wegen Baufälligkeit eingestürzt
war. Nur wenige Mauerreste des Turms konnten übernommen werden. Der im Grundriss quadratische Turm mit achtseitigem Aufbau auf der Südseite hat eine Zwiebel mit Laterne und Pyramidenspitze
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An der Außenseite ein Kreuzigungsrelief mit Maria und Johanne sowie 2 weiteren Heiligen (um 1700 ) sowie viele Grabplatten aus der Zeit zwischen 1588 und 1779.
Die
Kirche gehört zu den größten Hallenkirchen im Landkreis Dachau.
Im Inneren ist sie 12,5 Meter hoch.
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Innenausstattung Auch die Innenausstattung ist überwiegend barock. Auf dem prächtigen Hochaltar ist der Patron der Kirche, der hl. Jakobus dargestellt. Die Seitenaltäre sind der Muttergottes und dem hl.Sebastian geweiht. Hauptkunstwerke der Kirche sind aber die Deckengemälde von J.Georg Dieffenbrunner und die Kreuzigungsgruppe von Ignaz Günther. Die Deckengemälde zeigen in vier Bildern (1 Bild im Chor, 3 Bilder im Langhaus) Szenen aus dem Leben des hl.Jakobus. In den Gewölbezwickeln im Chor und Langhaus sind die zwölf Apostel, Jesus, Maria und Paulus dargestellt. Die Kreuzigungsgruppe (Kruzifix und Mater dolorosa) stammt von dem bekannten Künstler Ignaz Günther. Insbesondere die lebensgroße Muttergottes, die unter dem Kreuz steht, wird als ein herausragendes Kunstwerk beschrieben. Die Figuren dürften für die Münchner Frauenkirche geschnitzt worden sein; nach Vierkirchen kamen sie erst 1874. Wenn Sie eine Kirchenführung vereinbaren möchten, klicken Sie hier.... |
![]() Vergrößerung von 12 Details (Altäre, Decke, Kanzel, Oratorium ) per Mouseklick |
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Die Ortschaft Vierkirchen
wurde schon im 8.Jh urkundlich erwähnt. Nach der Pfarreibeschreibung von
Mathias Steinberger aus dem Jahr 1879 soll der Gaugraf Luitpold von Scheyern
in der Zeit zwischen 788 und 837 hier einen Gerichtstag
("publica placita") abgehalten
haben.
Auch Urkunden vom 15.April 820, die in Vierkirchen ausgestellt worden sind (actum
est in villa qui dicitur Feohtkirha) weisen auf die Bedeutung Vierkirchens hin.
Eine Kirche wird schriftlich erstmals im Jahr 828 in einer Urkunde (Nr. 574a der Freisinger Traditionen) genannt. Danach übergab der Priester Ekkihart Besitz zu Reod (Ried) der Kirche von Feohtkyricha (Vierkirchen). Die Kirche war St.Salvator,dem hl. Erlöser, geweiht. Die Urkunde wurde am 14.Dezember 828 ausgestellt; 43 namentlich erwähnte (37 mehr als nach dem Lex Baiuvariorum nötig) haben dieser Urkundenausstellung beigewohnt. Die Zeugen waren nach einem typisch baierischen Brauch an den Ohrläppchen gezogen worden (testes per aures tracti), damit sie sich später besser an das Rechtsgeschäft erinnern konnten. Meist glich ein kleines Geschenk die Unannehmlichkeit mit den roten Ohren aus.
Aber ein Gotteshaus wird wohl schon
vorher bestanden haben. Schließlich besuchte Bischof Hitto von Freising
den Ort am 15.April 820 und am 10.Dezember 829. Dass die Pfarrei
Vierkirchen um 779 unter Bischof Aribo (764-784) errichtet worden ist (das Datum
war Grundlage für die 1000-Jahr-Feier 1779 und die 1100-Jahr-Feier 1879),
dürfte zwar unwahrscheinlich sein. Der ehem.Kreisheimatpfleger Angerpointner
vertrat die Meinung, die alte, dem Freisinger Bischof zugehörige Erlöserkirche
in Vierkirchen sei schon im 9.Jh. Pfarrsitz geworden. Für das hohe Alter
der Pfarrei spreche auch der außerordentlich große Bereich des früheren
Pfarrsprengels: 10 Kirchen, davon 6 mit Friedhöfen.
Auch im Jahr 1119 wurde die Kirche von Vierkirchen unter der Bezeichnung
Frohtkircha (Fichtkirchen) urkundlich erwähnt.
Vierkirchen kann die Namen seiner Pfarrherren bis zum Jahr 1279 lückenlos zurückverfolgen. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..
Konradinische Matrikel 1315
In der Konradinischen
Matrikel von 1315 wird die Pfarrei Vierkirchen (damals Viechchirchen)
mit den Filialkirchen "Chamerberch, Viehpach, Piperbach, Rudoltzhouen,
Rübentzhouen (=Riedenzhofen) cum sepulturis (=mit Friedhof)
sowie
Rotenbach (=Rettenbach), Uetenshouen (=Jedenhofen), Albotzhouen (=Albertshof)
et Giebingen sine sepulturis (=ohne Friedhof) beschrieben.
Sunderndorfer'sche
Matrikel 1524
| Nach der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 war Vierkirchen die größte Pfarrei im Gebiet des jetzigen Landkreises Dachau mit 800 Communicantes; mehr als Indersdorf mit Kloster (700), mehr als Einsbach (600), Altomünster (500), Dachau (450) oder Weichs (450). Die Pfarrei war dem Domkapitel von Freising einverleibt. Das Domkapitel, der engste Mitarbeiterstab des Bischofs, war eine eigenständige juristische Person, die unabhängig vom Bischof selbst kirchlichen Besitz und Rechte haben konnte. Es gab in Vierkirchen also keinen offiziellen Pfarrherrn, wie in anderen Pfarreien, sondern Vikare, die stellvertretend für das Domkapitel die Seelsorge verrichteten und dafür einen Lohn erhielten. Neben dem Vikar Sigmund Wairmair waren 1524 wegen der Pfarreigröße noch zwei Kapläne tätig, denen freies Wohnen und Essen sowie 5 Pfund Silberpfennig pro Jahr zustanden. Die Kirche hatte damals fünf Filialkirchen mit Friedhöfen ["s.Joannis Baptistae in Camerberg, s.Laurentii in Viechpach, s.Martini in Biberpach, ss.Petri et Pauli in Ruedeltzhouen, s.Lamperti in Riedenzhouen cum sepulturis) und fünf Kapellen ohne Friedhof ["s.Leonardi in Basenbach, s.Nicolai in Jetenhouen, s.Nicolai in Rötenpach, B.Virginis in Giebing et s.Georgii in arce (im Schloss) Camerberg"]. Das Pfarrhaus und die Wirtschaftsgebäude zeigten keine baulichen Mängel. Für den Kaplan in Giebing gab es ein eigenes Haus. |
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Gotischer Kirchenbau Im Jahr 1700 hatte man für 128 Gulden noch ein größere Reparatur durchgeführt: Der Kirchturm wurde "herabgepuzt" und neu eingedeckt und die Friedhofsmauer ausgebessert; zudem hat man eine neue Sonnenuhr in "Gelb unnd plauer Farb" anbringen lassen. |
Altarweihe 1710
In der Kirchenrechnung von 1710 ist auch die Weihe von drei Altären mit
Marmortischen durch Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck
(1695-1727) erwähnt.
Die Kosten für diese Altarweihen beliefen sich auf über 22 Gulden,
ein sehr hoher Betrag. Er setzte sich aus dem gebräuchlichen Honorar ("gebreichige
honoraria") von 7 Gulden je Altar sowie aus den Kosten für das Essen
zusammen. Dazu kamen noch die "Marmalstainenen Altar Stain" und die
Kosten für das Einmauern der Altarsteine, die die Reliquien enthalten.
Der kunstsinnige Bischof Eckher regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus;
er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums.
In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter Jarzt,
Pellheim, Palsweis, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen
und Kollbach) und ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (23 pro Jahr) geweiht.
Dies hatte seinen Grund auch darin, dass mit Franz nach 40 Jahren wieder ein
echter Bischof auf dem Freisinger Thron saß. Seine Vorgänger waren
zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph
Clemens von Bayern). Sie konnten das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben
und Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. So war für
den Bischof nach 40 Jahren ohne Kirchenweihen und ohne Firmung viel zu tun.
Die Altarweihen 1710 sind also kein stichhaltiger Hinweis darauf, dass unmittelbar
vorher die Altäre eingebaut worden wären. Sie könnten auch unmittelbar
nach dem 30jährigen Krieg beschafft worden sein oder auch noch aus der
Zeit vor dem 30jährigen Krieg stammen. Altäre, die von der Soldateska
entweiht worden sind, hat man später wieder geweiht.
![]() Die alte Kirche im Jahr 1721 |
Die Außenmaße des
gotischen Gotteshauses, wie es Anton
Glonner in den Jahren um 1753/54 beschrieben hat, betrugen 1753: 82
zu 33 Schuh ( = rund 26,30 zu 9,60 m), der Chor war gewölbt, schloss
mit 5 Seiten eines Achtecks, die außen mit Strebepfeilern
verstärkt waren. Der Turm trug ein Satteldach. Allerdings haben sich damals drei der fünf Seiten bereits "auseinand geben, so auch auf beiden Seiten gegen die Tür". Die Kirchenmauer war hohl und mit Bauschutt angefüllt; bis zur Höhe der Fenster war alles verfault und grün. Anton Glonner lieferte zusammen mit Gutachten auch einen Plan für einen Neubau. 1759 stürzte die gotische Kirche dann tatsächlich ein. |
Schmidt'sche Matrikel 1738
In der Zeit von 1738/1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien
der Diözese und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'schen
Matrikel. Über die Pfarrei "s.Jacobi Apostoli in
Vierkirchen" berichtete er: Die Pfarrei sei aufgrund eines Erlasses von
Papst Pius II. im Jahr 1454 in die Freisinger Domkirche inkorporiert, von der
deshalb auch der Vikar für Vierkirchen bestimmt werde. Der aktuelle Vikar
im Jahr 1738 heiße Wolfgang Rohrbach und sei seit 1719 installiert. (Da
dieser Priester 1739 starb, muss Schmidt kurz vorher in Vierkirchen gewesen
sein). Das Pfarrhaus und die Wirtschaftsgebäude waren in gutem baulichen
Zustand. Die Zahl der Gläubigen hatte sich trotz der Gräuel des Dreißigjährigen
Krieges mit 1360 Communicantes fast verdoppelt. Vierkirchen war noch immer die
größte Pfarrei im Gebiet des jetzigen Landkreises Dachau (vor Indersdorf
und Dachau). Das lag aber auch an der Zahl der Filialen, die damals neun betrug
["Jedenhoffen, Rettenbach, Giebing, Cammerberg, Pasenbach, Viehbach, Riedenzhofen,
Ruedelzhoffen, Biberbach"]. Dazu kamen noch die beiden Schlosskapellen
in Pasenbach und Cammerberg. In der Kirche standen -wie heute- drei Altäre.
Der Hochaltar war dem Kirchenpatron St.Jakobus, die Seitenaltäre der Muttergottes
und dem hl.Sebastian geweiht. Gottesdienste fanden an allen Sonn- und Festtagen,
außer an den Kirchweihfesten von Pasenbach, Jedenhofen und Rettenbach
und am Nikolaustag statt. Das Kirchweihfest fällt auf den Sonntag nach
dem Bartholomäustag (24.Aug). Im Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen
zwei Glocken. Die Einnahmen wurden vom Vikar und vom Dachauer Landpfleger verwaltet.
Der Bericht schließt mit dem Satz: "Das völlige Vermögen
dises Pfarr-Gottshauses wirdet diser Zeit gegen 1500 fl.(=Gulden) betragen".
Kirchenneubau im Jahr 1763
![]() so sah der Plan... |
Glonners Grundriss (siehe
Bild links) wurde ziemlich beibehalten. Der Aufriss wurde aber schlanker
als auf dem Plan gestaltet und über den Kirchenfenstern wurden noch
Dreipassöffnungen angeordnet (siehe Bild rechts). Die auf Glonners
Plan sichtbare Turmzwiebel wurde verwirklicht und erst gut 100 Jahre später,
bei der Kirchenerneuerung 1876 durch die heutige Pyramidenspitze ersetzt.
Ob die Planverbesserung durch Glonner selbst vorgenommen wurde, ließ sich
bisher nicht feststellen. Jedenfalls erhielt Glonner 1775 und 1777 noch
insgesamt rd. 360 Gulden, nachdem in den vorhergegangenen Jahren das Kirchendach
durch Sturm beschädigt worden war. Die Gesamtkosten für den
Kirchenneubau beliefen sich auf über 8.158 Gulden.
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![]() ... so die Ausführung aus |
Während des Baues diente eine um 1700 erbaute Feldkapelle als Notkirche für die damals 267 Seelen; die Kapelle lag rund 200 Schritte von der Kirche entfernt in Richtung Pasenbach, negst dem Weg, alwo vor alters drey Creuz gewesen". Dazu war sie auf ein Fassungsvermögen von fast 100 Personen erweitert und mit einem Altar anstelle des lebensgroßen Vesperbildes (Maria mit Jesu Leichnam auf dem Schoß - Pietà ), ausgestattet worden. Diese Notkirche wurde 1784 mit ziemlichen Kosten restauriert, bevor man sie im 19. Jh abgebrochen hat.
Bruderschaft
1747 führte Pfarrer Gröbmaier die "Bruderschaft zu Trost und
Hilfe der Armen Seelen im Fegefeuer" in Vierkirchen ein. Für diese
Bruderschaft las er monatlich kostenlos ein heiliges Requiem und zwei Beimessen.
Die Bruderschaft wurde auf Kosten der Pfarrei mit einem Acker im Wert von 160
Gulden ausgestattet. Der bisherige Eigentümer des Ackers, der Hartlgütler
Michael Häring aus Ebersbach durfte den Acker gegen eine Pacht von 6 Gulden
weiter bewirtschaften. Das Vermögen der Bruderschaft wuchs auch durch Schenkungen
von Gläubigen: Maria Wallner, Wirtswitwe von Vierkirchen stiftete 200 Gulden,
Georg Diebold, Gütler aus Pasenbach 15 Gulden, Rosina Golgenhofer, Gütlerin
aus Esterhofen 5 Gulden. Mit diesem Geld wurde das sog. Badergütl erworben,
das zur Unterbringung eines Schul-Maisters gedacht war. Damit waren die wirtschaftlichen
Grundlagen für die Armenseelen-Bruderschaft geschaffen, die am 2.Juli 1753
feierlich errichtet wurde.
Die Zeit von 1741 bis 1780 scheint für die Bevölkerung der Pfarrei
nicht gut gewesen zu sein. Josef Scheidl schreibt, dass es in diesen 54 Jahren
"mehr Särge als Wiegen gegeben" habe: 195 Sterbefälle mehr
als Geburten. Dabei stieg in den meisten anderen Pfarreien die Bevölkerung
im gleichen Zeitraum an.
Beschreibung
1792
Kurz vor 1792 besuchte der Schriftsteller und Historiker Lorenz Westenrieder
auf seinen Reisen durch das Landgericht Dachau auch den Ort Vierkirchen und
war von der Schönheit der neuen Kirche begeistert. In seinem 1792 erschienen
Buch über den Landgerichtsbezirk schreibt er:
| "hier habe ich mehr gefunden, als ich erwartet hatte, eine eben so ungewöhnlich, als zugleich einfach verschönerte ziemlich große Kirche, welche überaus schön gehalten wird. Christian Wink zierte sie mit seinem Pinsel; von ihm sind das Chorblatt, der heil.Jakob, und die vier Kirchenlehrer in Lebensgröße. Die Seitenblätter hat Deyrer der ältere, Mahler von Freising, verfertigt; die obere Decke des Kirchenschiffes ist vom Georg Dieffenbrunner. Noch ist ein Kreutzweg von Mathias Schwarz, Mahler von Pfaffenhofen vorhanden. Diese Gemählde, aus welchen die Kirchenzierden bestehen, sind schön, einige vortrefflich; und sie selbst sowohl, als der schickliche Ort, an dem m sie angebracht sind, thun eine unvergleichliche Wirkung. Der ganze Anblick erfreut und erhebet das Herz. Eine lateinische Aufschrift an der Seite des Chores nennt Ihnen die Männer, welche sich das Verdienst der neuen Erhebung und glücklichen Verzierung dieses Gotteshauses erworben haben. Es war die vorige Kirche, bereits tausend Jahre alt, hinfällig geworden, als Doktor Johann Georg Gröbmair bischöflich Freisingisch geistlicher Rath und Pfarrer des Ortes mit großen Kosten dieselbe vom Grunde neu erbaute, im Jahr 1763. Sein Nachfolger in der Pfarre Johann Baptist Graf von Edling ließ die Altäre, Gemählde, Vergoldung und die übrige Verzierung herstellen und dem Ganzen die gegenwärtige Verschönerung geben im Jahre 1789". |
Napoleonische
Kriege um 1800
In den napoleonischen Kriegen hat auch die Pfarrei Vierkirchen gelitten. 1798
pressten österreichische Grenzhusaren die Bevölkerung durch harte
Quartierbelastung. 1802 vernichtete ein Brand 17 Häuser in Vierkirchen.
Pfarrer Weilhammer musste die große silberne Monstranz im Wert von 3.000
Gulden zum Einschmelzen abgeliefern. Doch sie konnte später gegen Ableistung
von Hand- und Spanndiensten der Vierkirchner Bauern wieder zurückgeholt
werden. Die Bauern hatten beim Abbruch der drei Flügel des Dachauer Schlosses
mitgeholfen und 60.000 Ziegelsteine transportiert. Diese große Monstranz
wurde im Jahr 1834 beim Pfarrhofbrand entwendet und ist leider nicht mehr aufgetaucht.
Im Zuge der Säkularisation 1803 hat man die 1736 erbaute Kapelle
zur Schmerzhaften Muttergottes westlich von Vierkirchen, die viel besucht worden
war, abgebrochen. Das Gnadenbild der Kapelle ist heute in der Kapelle von Bachenhausen
untergebracht.
Teilung der Pfarrei 1804
Am 5.Dezember 1804 wurde die Pfarrei Giebing mit den Filialkirchen Kammerberg
und Viehbach selbstständig. Zur neuen Pfarrei gehörten damals auch
die Orte ohne Kirche "Lauterbach, Gramling, Pachenhausen und Milbertshofen".
Die verbleibende Pfarrei Vierkirchen erstreckte sich (nach einem Anhang zur
Schmidt'schen Matrikel) auf die Ortschaften "Ebersbach (nur südlich
der Kirche wohnende Gläubige), Engelbrechtsmühl, Zielhofen, Albertshofen,
Jedenhofen, Pasenbach, Esterhofen, Breitenwies, Daxberg, Rettenbach, Ober-Wiedenhof,
Ramersbach, Unterwiedenhof, Mitterwiedenhof, Biberbach, Hoergerbach, Rudelzhofen
und Riedenzhofen".
Im Jahre 1864 führten Redemptoristenpatres eine Volksmission in Vierkirchen durch.
Umbau 1872-1875
1872 bis 1875 wurde die Kirche restauriert und teilweise umgestaltet. Der
Bau war schon 1866, als Pfarrer Steinberger die Pfarrei übernahm, fast
einsturzgefährdet. In den vergangenen 100 Jahren seit dem Neubau scheinen
nicht viele Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden zu sein. Jedenfalls
hat Steinberger den vorgefundenen Zustand in seiner Chronik drastisch geschildert.
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Zunächst musst das Mauerwerk und das Gewölbe durch Metallstreben vor
dem Einsturz bewahrt und durch eine neue Bedachung vor eindringendem Wasser
geschützt werden. Dann wurden im Kircheninneren die Wände getüncht.
"Maler Wolfgang Thaler von Geisenhausen verwischte vorerst die vom Maler
Georg Tiefenbrunner aus Augsburg im blühendsten Zopfstyle angebrachten
Schnörkel und gab der ganzen Kirche einen grauen Steinton mit entsprechend
einfachen Verzierungen" schreibt Steinberger. Die großen Fresken
blieben aber erhalten. Außerdem stattete die Pfarrei die Kirche mit neuen
Ölgemälden aus der Hand des Kunstmalers Julius Frank in München,
mit acht neuen Figuren vom Bildhauer Johann Vordermaier /Mch und einem neuen
Kreuzweg aus. Der Turm erhielt eine neue Kuppel vom Zimmermeister Anton Mayer
aus Dachau. Sie war "10 Schuh"
(3,20 m) höher als die alte. Das Turmkreuz vergoldete der Maler Anton Huber
aus Dachau. "Die Renovierung von 1872-75 kostete mehr als der Neubau vom
Jahr 1763" schreibt Steinberger.
Beschreibung 1874/80
Kirche und Pfarrei Vierkirchen sind auch in der "Statistischen Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-80 enthalten.
Geographie: Die Pfarrei hatte damals 1107 Seelen in 209 Häusern.
Davon wohnten im Ort Vierkirchen: 181 Seelen (in 48 Häusern), Widenhof
30 (3), Daxberg 10(1), Engelbrechtsmühle 13 (1), Esterhofen (32 (5), Jedenhofen
65 (10), Ramelsbach 17 (3), Rettenbach 102 (20), Biberbach 189 (33), Hörgenbach
23 (2), Rudelzhofen 47 (5), Pasenbach 211 (43), Riedenzhofen 110 (20) und Ebersbach
70 (12) = halbe Ortschaft. Besonders erwähnt wird, dass in der Pfarrei
auch ein Protestant wohnte, es war der Bahnwärter. In Vierkirchen gab es
1874 eine Schule mit einem Lehrer und 118 Werktags- und 46 Feiertagsschülern.
Die Pfarrei hatte eine Länge von 2 1/4 Gehstunden und eine Breite von 1
1/2 Gehstunden.
Pfarrei: Am Freitag nach Fronleichnam wallfahrtete die Pfarrgemeinde
unter Begleitung des Cooperators nach Ainhofen und bat um Abwendung von Hagelschlag.
Die Kirchenrechnung wies bei Einnahmen von 2458 Gulden und Ausgaben von 553
Gulden einen Reinertrag von 1904 Gulden aus. Der Schuldenstand betrug 6.400
Gulden.
1874 existierte auch noch die "Bruderschaft und Seelenbund zu Hilf
und Trost der armen Seelen unter dem Schutze der hl.Mutter Gottes Maria",
die oberhirtlich am 14.Mai 1753 bestätigt worden war. Allerdings sei die
Bruderschaft "stark heruntergekommen und die Zahl der Mitglieder auf eine
ganz unbedeutende zusammengeschmolzen". Titularfest wurde am alten Kirchweihtag,
am Sonntag nach Peter und Paul, gefeiert.
Das Widum (der Bauernhof des Pfarrers) hatte eine Größe
von 136 Tagwerk (=45 ha). Das 1836 nach einem Brand neu erbaute Pfarrhaus
wird als "schön und geräumig" beschrieben. Darin wohnte
neben dem Pfarrer auch der Cooperator für die Kirchen in Biberbach und
Rudelzhofen. Der Benefiziat in Pasenbach hatte ein eigenes Haus. Er wurde aus
dem von Bernhard und Balthasar von Barth zu Harmating und Pasenbach am 1.Juli
1624 gestifteten Benefizium bezahlt.
Die Pfarrkirche wird als geräumig und hell beschrieben. Sie sei
zwar im Zopfstil erbaut, aber dennoch gefällig. Im Turm hingen 1874 drei
Glocken. Stiftungen: 21 Jahrtage, 41 Jahrmessen.
Zweiter
Weltkrieg 1945
Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Ereignisse bei der Ankunft der amerikanischen
Soldaten werden in dem Bericht von Wolfgang Lanzinger über die Pfarrei
Vierkirchen im letzten Jahrhundert beschrieben.
Wenn Sie den Bericht lesen möchten, klicken
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Bittgänge
Aus den Kirchenrechnungen ist bekannt, dass die Vierkirchener alljährlich
Kreuzgänge zum Kloster Taxa unternommen haben. Die Fahnenträger und
Sänger ("Fahnentrager unnd Vorsinger ins Täxa") erhielten
ein kleines Zehrgeld, das in der Kirchenrechnung von Vierkirchen verbucht wurde.
Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem
Pfarrleben berichtet. Diese oftmals in blumiger Sprache verfassten Berichte
beschäftigen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln
aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Primizen,
Jubiläen oder Abschiedsfeiern von Pfarrern oder Fahnenweihen beschrieben;
hier in Vierkirchen kommen noch die Artikel über die Feierlichkeiten zur
1100 Jahr-Feier 1879 hinzu. Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken
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Die Kirche St.Jakobus in Vierkirchen hat wie die meisten Kirchen in unserer Gegend einen rechteckigen Grundriss. Sie gehört architektonisch zu den Nachfahren der römischen Basilika, eines säkularen Gebäudes, in dem ein hoher Amtsträger Petitionen entgegennahm, Erlaubnisse erteilte oder zu Gericht saß. Die frühen Christen mussten sich nach ihrer Legalisierung im 4.Jh entscheiden, welche Form ihre Gotteshäuser haben sollten; der römische Tempel war für den christlichen Liturgie ungeeignet. Während die Christen im Osten die Rundgebäude bevorzugten, wählten sie in Rom und Italien das vorhandene und gewohnte Versammlungsgebäude, die rechteckige Basilika mit einer überwölbten Ausbuchtung ganz vorne, unter der der Versammlungsleiter saß. Architektur und Ritus beeinflussen sich gegenseitig. Die römische Messliturgie ist -so Jesuitenpater Eckhart Bieger- wohl auch unter dem Einfluss der Architektur eine Prozessionsliturgie geworden. Einzug, Evangelienprozession, Vorbringen der Gaben, Kommunionempfang und Auszug sind noch heute erhalten. Vor 1564 gab es zusätzlich Reliquienprozessionen zu den Seitenaltären. Alle diese Prozessionen heben die wichtigen Teile des Gottesdienstes heraus. Für eine solche Prozessionsliturgie ist nach Bieger das langgestreckte Rechteck mit seinen langen Wegen besser geeignet als eine runde kompakte Kirche mit einem Altar in der Mitte.
Der geräumige fünfachsige Saalbau hat einen wenig eingezogenen, halbrund geschlossenen Chor. Die Gliederung innen und außen erfolgt durch flache Pilaster. Den Deckenabschluss bildet ein durchgehendes Tonnengewölbe mit Stichkappen. Auf der Nord- und der Südseite des Langhauses befinden sich jeweils abwechselnd ein Fenster und eine Wandnische.
Der im Grundriss quadratische Turm
auf der Südseite (36 m) wurde auf den Grundmauern des alten Turmes errichtet.
Er hat einen hohen Vierecksockel und -etwas zurückgesetzt- einen achtseitigen
Aufbau mit schwach vorgelegten Pilastern an abgeschrägten Ecken. Die
auf Glonners Plan sichtbare Turmzwiebel wurde bei der Kirchenerneuerung 1876
durch eine breitere mit Pyramidenspitze ersetzt. Die
neue Kuppel vom Zimmermeister Anton Mayer aus Dachau war "10 Schuh"
(3,20 m) höher als die alte. Das Turmkreuz vergoldete der Maler Anton Huber
aus Dachau.
Unter der Uhr ein barockes Schallfenster. Auf dem Kirchturm nisten Turmfalken.
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
In der Glockenstube hängen
vier Glocken; die beiden ältesten wurden 1554 und 1731 gegossen.
Die übrigen Glocken stammen aus dem Jahr 1952. Sie wurden von der Gemeinde
Vierkirchen finanziert - durch eine Sonderumlage in Höhe von 50 Prozent der
Grundsteuer.
Die Glocken von Vierkirchen hat Frau Barbara Deger ausführlich beschrieben.
Interesse ?....
| Hinweise: Die Geschichte des roten Hahns reicht bis ins Mittelalter zurück: In jener Zeit, als es in den Häusern offene Feuerstellen, teilweise ohne Rauchabzug, gab, installierten die Bewohner auf das Dach die Tonfigur eines roten Hahn und erhofften sich davon Schutz vor Blitzeinschlägen. Der Wetterhahn auf den Kirchtürmen hatte ursprünglich wohl dieselbe Bedeutung. Es wird aber auch die Auffassung vertreten, der Turmhahn stelle den Mahner und Rufer dar, der vor Anbruch des Tages die säumigen Christen rechtzeitig zum Gebet ruft. |
| An der Außenwand der Kirche ist ein 70x90 cm großes Kreuzigungsrelief aus gotischer Zeit angebracht, das 1700 der Freisinger Joseph Seehauser renovierte. Es zeigt Maria, Johannes, Joseph von Arimathäa sowie um eine weitere Person, bei der es sich um Maria Magdalena (so Anton Mayer 1874) oder um den römischen Soldaten Longinus, der Jesus die Seite durchbohrt hat handeln könnte. Das Relief besteht aus Stein und ist übermalt. |
Innenausstattung
In der Pfarrkirche St. Jakob des Älteren treffen sich -so heißt es- Weltkunst und heimische Kunst, vertreten einerseits durch Ignaz Günther (1725-1775), den weltberühmten Bildhauer mit seiner Mater dolorosa, und durch den Augsburger Johann Georg Dieffenbrunner ( 1718-1786) den seinerzeit meistbeschäftigten Freskenmaler im Dachauer Land (siehe auch Kirchen in Eisenhofen, Kleinberghofen, Inhausen, Westerholzhausen, Sittenbach) andererseits durch den Dachauer Schlossmaurermeister Anton Glonner (1723 bis ca. 1796/98), dessen Taufpate der Hofbaumeister Joseph Effner (1687-1745) war.
Der um drei Stufen erhöhte Altarraum wird von zwei Fenstern erhellt. Er ist 12 Meter hoch, und besitzt zwei Joche.
Der vier Meter breite und fast raumhohe Hochaltar stammt nach Auffassung von Kunstkennern-wie auch die Seitenaltäre- aus der Vorgängerkirche. Er wurde im Jahr 1710 geweiht und 1740 renoviert. Bei dieser Renovierung bemalte der Dachauer Künstler Franz Mayr den Altar mit Blumen. Pfarrer Steinberger schreibt jedoch in seiner Chronik, im Jahr 1767 habe Pfarrer Gröbmayr , der Erbauer der neuen Kirche, einen Hochaltar, zwei Seitenaltäre und eine neue Kanzel machen lassen, die dann erst 20 Jahre später, unter seinem Nachfolger Pfarrer von Edling auf dessen Kosten gefasst, d.h. bemalt wurden.| Mittelpunkt des Altars, der im 19.Jh und im 20.Jh noch einmal verändert wurde, ist die 1,20 m hohe filigrane Statue des Kirchenpatrons. Sie steht, umrahmt von einem Strahlenkranz, unübersehbar in einer eigenen Nische. Der Baldachin darüber wurde von Bildhauer Christian Silvester 1750 geschaffen. | Ein Baldachin symbolisiert schon seit dem Altertum Würde und Heiligkeit der darunter stehenden Gestalt. Die Statue stammt aus dem Beginn des 16.Jh. und wurde im 19.Jh überarbeitet. St.Jakob wird als bärtiger Pilger und Wanderer dargestellt. In der rechten Hand der Wanderstab, in der linken Hand die Muschel. Über Nische eine Inschriftenkartusche mit den Worten: Hl.Jakobus bitte für uns. |
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Hinweise:
Jakobus der Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und
der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Er zählte neben seinem Bruder
und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu
und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung
nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem
das Evangelium, bis er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa zu Ostern
des Jahres 43 geköpft wurde; Jakobus war somit der erste Märtyrer unter
der Aposteln (Ap 12, 1 - 2). Der
Legende nach setzten Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer
herumtrieb und in Galizien, im NordwestenSpaniens strandete.Dort wurde
er begraben. 800 Jahre später, zur beginnenden Reconquista (Rückeroberung
des maurischen Spaniens durch die Christen) entdeckte König Alonso
II das Grab wieder und baute eine Kirche darüber. Bald begann die
Wallfahrt und Santiago de Compostela
wurde eines der größten Wallfahrtszentren
des Abendlandes. Durch ganz Europa führten feste Wallfahrtswege dorthin;
bis ins 15. Jahrhundert zog der Ort mehr Pilger an als Rom oder Jerusalem.
St.Jakob erhielt seine Attribute (Pilgerkleidung und Muschel) erst im
13.Jh. Die Pilger erhielten am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel
geziert war. Zuvor war Jakobus meist mit einer Schriftrolle abgebildet.
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| Assistenzfiguren
sind die mit einem Heiligenschein (Nimbus)
in Form eines Strahlenkranzes umgebenen Statuen der Heiligen Petrus
(mit Buch und Schlüssel) und Paulus (mit
Buch und Schwert). Die lebensgroßen Figuren wurden 1964 vom Bildhauer Georg Sellmeier (1922-2000) aus Zolling nach barocken Vorbildern geschnitzt. Der Bildhauer hatte übrigens an diesen Figuren so großen Gefallen gefunden, dass er sie in sein ständiges Programm aufgenommen und als kleine Kopien in größerer Anzahl verkauft hat. |
| Hinweise: Die Bücher bezeichnen die dargestellten Heiligen als Verkünder des Evangeliums. Der sog.Himmelsschlüssel, den der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, hat den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen. Das Schwert in der Hand von St.Paulus weist auf eine Legende, nach der dieser Heilige enthauptet worden sein soll. Dies ist nach neueren theolog. Forschungen aber eher unwahrscheinlich. |
Der Tabernakel ist aus Holz in marmorierter Fassung erstellt. Er stammt -wie die Assistenzfiguren- erst aus der 2.Hälfte des 20.Jh. Mit zwei seitliche Säulchen, einen Segmentbogengiebel und Akanthusdekoration und Anbetungsengeln ist er im barocken Stil gearbeitet.
In der Predella,
zu beiden Seiten des Tabernakels sind Reliquienkästen eingesetzt.
Sie enthalten Knochenreliquien, die in Klosterarbeit mit Goldlahn gefasst sind.
Die Cedulae, die Pergamentstreifen, auf denen die Namen der Heiligen verzeichnet
sind, enthalten folgende Inschrift: S.Fortunatae M., S.Benigni M., S.Aureli
M., S.Constantin M.). Das "M." bedeutet Martyrer. Bei den Reliquien
handelt es sich um Knochenfunde aus den Katakomben, die von nicht idendifizierten
Christen stammten und die auf die neuen Namen getauft wurden. Mehr über
Katakombenheilige
erfahren Sie hier.....
Im Altaraufsatz
steht zwischen Engeln und Flammenvasen in einer Nische die Figur des hl.Nepomuk
im Strahlenkranz aus der Zeit um 1770. Er ist mit Birett, Mozetta und Rochett
bekleidet. Die Mozetta, das mit einer Knopfreihe vorn geschlossene Schultertuch
ist dem höheren Klerus vorbehalten. Das Wort kommt vom italienischen "abgeschnitten".
Rochett (it.Rock) bezeichnet ein mit Stickereien verziertes weißes Hemd,
das über dem schwarzen Talar getragen wird. Das Haupt des Heiligen ist von
einem Ring mit 5 Sternen umgeben. In der Hand hält er ein Kruzifix.
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| war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen geoffenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. Johannes wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen und war deshalb während der Barock- und Rokokozeit als damals moderner Heiliger häufig abgebildet worden. |
Die zwei Engel am Auszugsbild stammen aus der Entstehungszeit des Altares. Die beiden Leuchterengel entstanden dagegen erst 60 Jahre später, um 1770.
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An der Chorwand ist ein
Oratorium angebracht. Das Oratoriengitter
entstand um 1789. Die Inschrift an der Wand unter dem Fenster würdigt
die Leistung von Pfarrer Gröbmaier im Zusammenhang mit der Vollendung
des Kirchenbaus in diesem Jahr.
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Doch
der Auftraggeber der Inschrift und Nachfolger von Gröbmaier im Amt
des Vierkirchner Pfarrers, Graf Edling von Görtz, ließ darin
auch seine Verdienste um die Ausschmückung der Kirche herausstellen. |
| Im Chorbogen sind an der Innenseite zwei Nischen eingelassen, in denen die heiligen Öle gelagert sind/wurden. Sie sind durch schön bemalte Türen verschlossen, die jeweils den Zweck des dahinter aufbewahrten Öles aufzeigen. Rechts das Öl für das Sakrament der "Krankensalbung", links das Chrisam für die Taufe. Die Bilder (Öl auf Holz) wurden wohl kurz nach dem Kirchenbau, Ende des 18.Jh gemalt. |
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Im Altarraum
sind auch noch Teile des alten Chorgestühls
mit Schnitzereien an den Eichenwangen und an der Frontseite zu sehen.
Die Sitze sind aus Weichholz mit
teilweise aufgesetzter Rokoko-Ornamentik. Sie Sitze könnten noch
älter sein als die Wangen. |
In der Nähe
des Chorbogens ist auch das schön restaurierte Vortragekreuz
aus dem 18.Jh. auf einer metallverkleideten Stange angebracht. Es
besteht aus Messing, ist aber vergoldet und versilbert. Der Corpus ist gegossen.
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| Die von Johann Georg Dieffenbrunner in den Jahren 1764/65 geschaffenen Deckengemälde (7,70 m x 6,20 m) zeigen in vier Bildern Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons, St. Jakob d.Älteren. Im Chor ist die Berufung des hl. Jakobus "Komm und folge mir nach" (Mt.4,18-22) dargestellt. | Christus und die Apostel stehen am Ufer des Sees Genezareth, umgeben von panoramaartig hochgezogenen Felsen mit Bäumen.Links stehen Christus und hinter ihm die Apostel Petrus und Andreas. Vor Christus kniet Jakobus mit ausgebreiteten Armen. Rechts sieht man Fischer ein Schiff an Land ziehen. Einer der Fischer ist der Bruder des Jakobus, Johannes, am Mast steht der Vater des Jakobus, Zebedäus. |
| An den Gewölbezwickeln des Altarraums und des Langhauses befinden sich gemalte Rocaillekartuschen, in denen Christus, Maria, Paulus und elf weitere Apostel dargestellt sind (es fehlt Matthias). Im Altarraum sind die Bilder von Andreas mit dem Andreaskreuz, Petrus mit den Himmelsschlüsseln, Jesus mit dem Kreuz, Maria, Paulus mit Schwert und Jakobus des Älteren, des Kirchenpatrons, mit dem Pilgerstab zu sehen (von links nach rechts). Die Bilder waren von 1872 bis 1903 übertüncht. |
Der Zelebrationsaltar aus der Zeit um 1970 ist farblich den übrigen Altären angepasst. An seiner Frontseite, dem Antependium, ist zwischen rotmarmorierten Lisenen eine Felderung mit Kreuz und Strahlenkranz angebracht.
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Der Altar wurde aufgestellt im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.
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Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so. |
| zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen.Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jh. weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
Die
Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass
die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das
die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals
rettet.
Das 12,50 m hohe Langhaus ist ein Saal
zu fünf Achsen
(Joche) mit Pilastergliederung
und kräftig ausgebildetem Gebälk.
Deckengemälde
im Kirchenschiff
Auch die Deckengemälde
im Kirchenschiff stammen von Johann
Georg Dieffenbrunner.
Sie wurden 1764/65 geschaffen. Jedenfalls bestätigt der Künstler in
einer eigenhändig geschriebenen Empfangsbescheinigung vom 21.2.1765, dass
er "wegen in Fresco aus Mahlung dess pfarr Gotts Hauss S. Jacobi zu
Vürkürchen nebst Kost, Trunckh und Quatier auch 550 Gulden bares Geld"
erhalten hat.
Die drei Deckengemälde im Kirchenschiff zeigen -wie das Gemälde im
Chor- Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons. Sie sind von gemalten Rahmen
und einer reichen Gewölbedekoration mit ornamentalen Malerei umgeben, die
bei der ersten Restaurierung 1872 übertüncht, später wieder freigelegt
und erst 1960 restauriert wurde. An den Gewölbezwickeln befinden sich gemalte
Rocaillekartuschen,
in denen acht der zwölf Apostel dargestellt sind. Linke Seite von hinten:
Thomas mit Winkelmaß, Matthäus mit einer Hellebarde,
Bartholomäus mit Messer, Johannes mit Kelch.
Rechts von hinten: Simon mit Säge, Judas
Thaddäus mit Keule, Jakobus der Jüngere mit Walkerstange
und Buch, Philippus mit dem Kreuz
1. Gemälde
| Im Anschluss an den Chorbogen wird die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor mit Jakobus, Petrus und Johannes (Mk. 9, 2-8) in einem 2,90 x 5,60 m großen Bild dargestellt. Links ist Jakobus in Rückenansicht unter einer Palme, in der Mitte Petrus kniend mit weit ausgespannten Armen zu sehen. Johannes auf der rechten Seite hat sich wie geblendet abgewandt. Im hellen Hintergrund erscheint Christus am Himmel, begleitet von |
2. Gemälde
| Auf einer Wiese vor den Toren einer Stadt kniet Jakobus mit gefalteten Händen, den Blick zum Himmel gerichtet. Die Schultern sind entblößt. An ihn ist Josias gekettet, den Jakobus kurz vor seiner Hinrichtung bekehrt hatte und mit ihm gefangen wurde. Hinter Jakobus steht der Henker und zieht sein Schwert aus der Scheide. Viele Zuschauer umgeben die Hauptpersonen. Trauernde Frauen, Krieger und Götzenpriester sind auf der Wiese und auf Stufen im Vordergrund des Bildes versammelt. Über der Martyriumsszene öffnet sich er Wolkenhimmel kreisrund und gibt den Blick auf Engel und Putten frei, die einen Lorbeerkranz und zwei Palmzweige für Jakobus bereit halten. |
| Hinweis: Der Kranz war das Ehrenzeichen des siegreichen Athleten, z.B. bei den Olympischen Spielen der Antike in Form eines Gewindes aus Laub, Blumen u.ä. Das Christusmonogramm war in der frühen Kirche öfters von einem Kranz umgeben und bezeichnete so Christus als den Sieger über den Tod (daher häufig auf Sarkophagen) oder - da die siegreichen römischen Kaiser den Lorbeerkranz trugen - als Kyrios, den Herrn der Welt. Als Siegeszeichen gebührte der Kranz auch den Märtyrern. |
3. Gemälde
| Das dritte Deckengemälde im Langhaus Salome vor Christus oberhalb der zweiten Empore wird größtenteils durch die Orgel verdeckt. Über dem linken Orgelprospekt ist der Kopf von Salome, der Mutter der Apostel Jakobus und Johannes zu sehen. Sie kniet vor Jesus und bittet ihn, er möge ihren beiden Söhnen Jakobus und |
Die etwa 1,90 Meter breiten und 4 Meter hohen Seitenaltäre wurden -wie der Hochaltar- wurden um 1710 erstellt; sie stammen somit noch von der 1759 eingefallenen Vorgängerkirche. Da sie im 19. und 20. Jh verändert wurden, entsprechen sie nicht mehr dem Originalzustand. Beide haben an der Predella geschwungene Akanthusranken. Oben sind sie von geflammten Strahlenkränzen geschmückt: Die von Johann Baptist Deyrer 1787 (nach anderer Quelle von Dieffenbrunner) gemalten Seitenaltarbilder waren eine Zeit lang (ab 1890) in der Kirche von Rudelzhofen ausgelagert. Die früheren, nicht mehr erhaltenen Altargemälde stammten von Christian Wink.
Linker Seitenaltar| Den linken Seitenaltar
schmückt ein Ölgemälde von 1787 mit der Darstellung der Begegnung von Maria
und ihrer schwangeren Base Elisabeth (Mariä
Heimsuchung). Die beiden Frauen begrüßen sich im Vordergrund.
Maria mit offenem Haar in das traditionelle rot-blaue Gewand gekleidet,
an dem ein Pilgerhut hängt. Elisabeth mit dem Kopftuch, das sie als
verheiratete Frau ausweist. Im Hintergrund stehen Josef, der Begleiter Mariens
und Zarachias, der Mann von Elisabeth und Vater von Johannes dem Täufer.
Im Flammenkranz über dem Altarbild ist das Marienmonogramm enthalten. |
| Hinweis: Maria hatte bei der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel erfahren, dass auch ihre betagte Kusine Elisabeth guter Hoffnung war. Sie machte sich daraufhin auf den Weg, um Elisabeth zu besuchen (Lied: Als Maria übers Gebirge ging). Bei der Begrüßung durch ihre Kusine wurde Elisabeth offenbar, dass sie der Mutter des Gottessohnes begegnete, denn es heißt in der Bibel bei Lukas: Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib und Elisabeth wurde erfüllt vom Heiligen Geist. Sie erhob laut ihre Stimme und rief: "Gebenedeit bist du unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!" Maria antwortete darauf mit dem Magnifikat, das mit den Worten beginnt: Magnificat anima mea Dominum (= Hoch preiset meine Seele den Herrn ..) |
| Die
Schäferschaufel Joachims führt zum apokryphen
Jakobusevangelium, nach dem ihm ein Engel erschien, während er auf
dem Feld die Herden hütete. Die Opfertäubchen im Körbchen
erinnern an folgende Legende: Joachim und Anna hatten lange keine Kinder.
Dies galt im alten Israel als Makel und als Strafe Gottes. Deshalb wurde
Joachim, als er im Tempel von Jerusalem das übliche Opfer, 2 Täubchen
darbringen wollte, vom Priester zurückgewiesen. Anna hat nach den Apokryphen erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe ihre Tochter Maria geboren. Deshalb wird sie in der Kunst immer als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch abgebildet. Das Buch in ihren Händen geht auf Legenden und Darstellungen zurück, in denen sie ihre Tochter Maria das Lesen lehrt. Das Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und wendet das Wort auf Maria an. |
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| In der Predella ein kleines etwas süßliches Gemälde des hl.Konrad von Parzham mit Kreuz und Klosterschlüsseln. Das Ölbild wurde um 1950 gemalt. Konrad von Parzham (1818-1894) wirkte 41 Jahre lang im Kloster Altötting als Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. 1934 von Papst Pius XI. heilig gesprochen. Damals wurden in unseren Kirche viele Figuren dieses Volksheiligen aufgestellt. |
| Der Flammenkranz im Aufsatz des Seitenaltars umgibt eine Kartusche, in der auf rotem Untergrund die Buchstaben des Namens der Gottesmutter Maria stehen. | Die Buchstaben M, R, I und A sind ineinander geschrieben. |
| In der Weihnachtszeit steht
seit einigen Jahren vor dem Altar eine Krippe
mit dem Kind. Links und rechts kniende Engelsfiguren, die früher
den Hochaltar geziert haben. Wenn Sie sich Krippen in den Kirchen des Landkreises anschauen möchten, klicken Sie hier.... |
Rechter Seitenaltar
| Mittelpunkt des rechten Seitenaltars ist ein rundbogiges Ölbild (auf Leinwanduntergrund) das das Martyrium des hl. Sebastian zeigt. Es ist vom Maler Johann Baptist Deyrer signiert (ID 1787). Sebastian hängt -von Pfeilen durchbohrt, aber noch lebend, am Marterbaum. | Um ihn herum drei Frauen. Eine löst die Pfeile aus dem Körper, die andere entsorgt sie und die dritte versorgt seine Wunden. Unter diesen Frauen ist auch die hl.Irene, die Witwe des Märtyrers Kastulus, die ihn der Legende nach später gesund pflegte. Über Sebastian schwebt ein Engel auf Gewölk mit den Märtyrer-Attributen Lorbeerkranz und Palmzweig in der Hand. Sebastian scheint ihm mit der Handbewegung bedeuten zu wollen, dass es für diese Auszeichnung noch zu früh ist. |
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Das Altarbild wird umrahmt
von den Figuren des hl.Florian
(rechts) |
| Hinweise:
Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen
Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines
Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege
von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut
zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung
hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian
wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften
verehrt. Vitus,einer der 14 Nothelfer, wurde schon als Kind von seinem heidnischen Vater wegen seines christlichen Glaubens vor Gericht gestellt und in vielfältiger Weise gefoltert. Unter anderem wurde er in einen Kessel siedendes Öls getaucht. Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben. Die Florianfigur in Vierkirchen hat sehr weiche Gesichtszüge. |
| Der Flammenkranz über dem Altarbild umgibt eine von Gewölk umrandete Kartusche, in der auf rotem Untergrund Symbolen für Pfeil, Krone und Palmzweig zu sehen sind. Die Attribute beziehen sich auf das Martyrium des Altarpatrons St. Sebastian. | Der Tabernakel aus marmoriertem Holz, mit einem Segmentbogengiebel, ist um 1900/10 entstanden. |
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Das Hauptkunstwerk der Kirche ist die Kreuzigungsgruppe an der Südseite der Kirche mit einem Kruzifix und der darunter stehenden Schmerzensmutter Maria, die um 1874 nach Vierkirchen kamen. Beide Skulpturen dürften von dem bekannten Künstler Ignaz Günther (1725-1775) stammen. Sie wurden aber unabhängig von einander zu verschiedenen Zeiten geschnitzt und waren - diese zeigt der unterschiedliche Stil - nicht für eine gemeinsame Kreuzigungsgruppe konzipiert. Über die Figuren und den Weg, den diese bis Vierkirchen genommen haben, hat Elke Lamprecht in einem Artikel der Heimatzeitschrift von Vierkirchen, "Haus, Hof und Heimat 2007" ausführlich berichtet. Wenn Sie den Artikel lesen möchten, klicken Sie hier... |
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| Die Barockkanzel entstand um das Jahr 1710 und wurde im 19. und 20Jh. ergänzt und verändert. Sie ist rot und grau marmoriert und mit vergoldetem Schnitzdekor verziert. Der schöne Schalldeckel wird von einer Darstellung der Mosestafeln mit den 10 Geboten gekrönt; auf seiner Unterseite ist eine Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz angebracht. Zwischen Deckel und Kanzelkorb ist die bloße Wand zu sehen; eine Rückwand fehlt. Der Kanzelkorb gründet auf einer trichterförmigen Konsole. Zwischen Eckpilastern stehen in kleinen Nischen Figuren der vier Evangelisten Matthäus (mit Engel), Markus (mit Löwe), Lukas (mit Stier) und Johannes unter Muschelbekrönungen; sie kamen 1750 dazu. |
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Hinweise:
Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem
Ambo aus
gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im
Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von
hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten
größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen
Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. Die vier Evangelisten-Symbole geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200). Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: - Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. - Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont. - Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet. - Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". |
| In
die Außenwände integriert sind die beiden gegenüber stehenden
barocken Beichtstühle,
die - wie die Altäre- um 1710/1715 (andere Quelle: 1750/60) entstanden
sind. Das Holz ist rot und grau marmoriert und mit vergoldetem Schnitzdekor
und Ziervasen geschmückt. Durch
die Erhöhung des Mittelteils, in dem der Beichtvater seinen Platz hat,
erhält der obere Abschluss die Form eines Dreiecks. Über dem Mittelteil
sind Halbfiguren der Heiligen Petrus und Magdalena (mit bekümmerter
Miene und einem Totenkopf in der Hand) angebracht. Ihre Namen sind in Schriftkartuschen
zu lesen. Ein dritter Beichtstuhl steht -braun überstrichen- hinter dem Hochaltar. Auf ihm die Halbfigur einer weiblichen Heiligen (Maria Ägyptiaca). |
| Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück. |
| Maria Magdalena ist aus der Bibel bekannt. Magdalena sorgte für Jesu Lebensunterhalt (Luk.8,3). Sie war auch bei der Kreuzigung Jesu dabei; ihr erschien Jesus nach seiner Auferstehung (Joh 20,15-17). Ob es sich bei Magdalena auch um die namenlose Sünderin handelt, die Jesus die Füße salbte (Luk 7, 37 - 38), wie die Legenden behaupten, ist ungewiss; ihre Darstellung auf dem Beichtstuhl in Vierkirchen geht aber auf diese Episode zurück. |
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| Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten. |
| Unter den Kreuzwegbildern
sind die von Georg Spitzer aus Dachau im Jahr 1700 geschmiedeten und von
Joseph Seehauser aus Freising vergoldeten Apostelleuchter
mit gemalten Apostelkreuzen als Hintergrund angebracht. Hierzu vermerkt
die Kirchenrechnung von 1700: "Georg Spizer Burger unnd Schlosser in
Dachau hat 12 neue Appostlleichter sambt dennen darzue gehörigen pugglen
Gemacht unnd das Eisn selbst hergegeben. Joseph Seehauser Mahler in Freising
hat solche Leichter metallisirt mit Golt Fürniß yberfahren".
|
| Hinweis: Die Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. |
Der Kirchenraum wird von prächtigen Kristallleuchtern erhellt.
Epitaphe gibt es in unseren Kirchen
erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in
Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht
aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen
Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph
ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
Auch in Vierkirchen gibt es mehrere Epitaphe im Langhaus und an der
Südseite des Kirchturmes. Sie stammen aus der Zeit zwischen 1588 und
1779. Das prächtigste Epitaph ist
das des Johannes Gregorius Gröbmayr.
Es wird von einem Totenschädel und zwei Putten gekrönt. Als Vanitasmotive
sind rechts oben die Sense, links oben eine abgebrochene Kerze zu sehen. Der
rechte Putto hält den Bauplan der Kirche in den Händen. Gröbmayr
war von 1739-1779 Pfarrer von Vierkirchen. In dieser Zeit wurde die Kirche
erbaut.
|
Der Text lautet: |
Übersetzung (von Dr.Kick): |
| Epitaph
für Pfarrer Daniel Sartorius gestorben 6.Juli 1713 Grauer Marmor Maße: 119 x 71 cm |
Epitaph für Franziskus Sartorius
|
Epitaph für Pfarrer Johannes
Mentzinger gestorben 4. Januar 1605. aus Rotmarmor |
Eingangsbereich
| In der Nähe des auf der
Südseite gelegenen Eingangs (mit einem kupfernen Weihwasserkessel
und Türen mit prächtigen alten Türschlössern)
ist an einer der Emporensäulen ein schöner alter Opferstock
-mit Eisen und Ziernägeln beschlagen-angebracht. Auch
er stammt wohl noch aus der Erbauungszeit der Kirche in der Mitte des 18.Jh.
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
| Die um 1740
von dem Dachauer Orgelbauer Quirin Weber geschaffene Orgel
im fünfteiligen Prospekt dürfte erst nach 1767 in die Kirche gekommen
sein. Sie wurde 20 Jahre später, 1787, vom Freisinger Künstler
Johann Deyrer gefasst. 1874 hatte sie 8 Register. Im Jahr 1959 wurde sie
von der Fa. Carl Schuster & Sohn, Mch um eine elektropneumatische Orgel
(Steiner) erweitert, die von einem neuen quergestellten Spieltisch auf der
Südseite gespielt wird. Die neue Orgel hat zwei Manuale und 17 Register.
Auch die alte Orgel (hier ein Bild des Spieltisches) mit der Schleifladentechnik (mechanische Registerführung) wurde 1991 für 130.000 DM wieder restauriert und ist spielbereit (z.B. Konzert v.Peter Kofler am 19.10.2003). Vergleichbare Orgeln soll es in Bayern nur noch acht geben. |
Disposition
der originalen Weber-Orgel von 1740 (nach Brenninger):
|
| Hinweise:Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
Die
auf sechs kannelierten Säulen ruhende Doppelempore birgt noch originales,
einfaches Gestühl aus der Erhauungszeit (18.Jh). Die Brüstung ist
mit freskierten, blauen Emblemen geschmückt. An ihnen hat nach Ansicht
der Verfasser des Buches Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland
-siehe Quellen- auch Pfarrer Gröbmayr, der Erbauer der Kirche, in der Auswahl
der Themen mitgewirkt. Die Bilder sind jeweils mit einem Text versehen, dessen
Aussage und Bedeutung sich oft nur unter Berücksichtigung des Lebens und
Wirkens von Pfarrer Gröbmayr erschließen:
Obere Empore:
Phönix (Wenn er verbrannt wird, wird er erneuert - Sinnbild für
eifrige und verschwiegene Seelenführung),
Pelikan
(Aus Liebe gibt er sein Blut - Sinnbild für den Einsatz für Untergebene
und Schwächere)
![]() |
Hirsch (Solange er führt,
bewahrt er die Seinen - Sinnbild für den Pfarrer, der seine Schäfchen
vor der Hölle bewahrt), Apfelbaum (Er bringt viele gute Früchte hervor - Bemühungen des Pfarrers um das Heil der Pfarrkinder führen zum Erfolg), Leuchtturm (Schau, der Leuchtturm, durch den Rettung kommt - Sinnbild für das Leiten der Pfarrei durch den Pfarrer), |
|
untere Empore:
![]() Den Honig versteckt sie, wenn sie sammelt. (das Wirken und die Vorzüge eines Landpfarrers bleiben der Welt verborgen) |
![]() Friede durch diesen lebendigen Ölzweig (wie dieser Vogel bringt der Pfarrer nicht Nahrung sondern Seelenfrieden) |
![]() Er ängstigt sich nicht, er grüßt die Sonne (der Adler ist Sinnbild für die Hingabe an Gott und somit auch Symbo für den Pfarrer ) |
![]() Blume der Liebe, Edelstein unter den Blumen -Sonnenblume = Sinnbild für die Liebe zu Gott |
![]() Wenn die Hoffnung nicht eitel ist, blüht das Korn das Bild der Getreidegarbe soll auf den Erfolg der geleisteten Seelsorge hinweisen |
| Bemerkenswert sind auch die
alten barocken Sakristeischränke
aus der Zeit um 1689, die sich mehr durch Zufall noch erhalten haben.
Sie sind mit aufgesetzter Schnitzornamentik (Fruchtgehänge) und kassetierten
Füllungen verziert. Ein früherer Pfarrer wollte die Schränke
entfernen, doch fehlte wohl das Geld für eine neue Einrichtung. In der oberen Sakristei (hinter dem Oratorium) stehen weitere barocke Sakristeischränke. An der wohl noch gotischen Tür über der Treppe mit Kleeblattbogen ist ein barockes Kastenschloss zu bewundern. |
| Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Vierkirchen. |
| Die Kosten des Neuaufbaus trug zu 2/3 die Brandversicherung. Ob der Aufbau des neuen Pfarrhofs wieder nach den Plänen des Freisinger Hofbaumeisters Martin Hupfauer von 1686 erfolgte, ist eher unwahrscheinlich. | In der Chronik heißt es: Pfarrhaus und Ökonomie-gebäude, Stall und Stadel erhielten gegen früher eine andere Lage als auch eine größere Ausdehnung, da sie statt in der Richtung von Nord nach Süd nun von Westen nach Osten ausgeführt wurden. |
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"Am Mittwoch den 1. und Donnerstag den 2.April wird im Pfarrhof zu
Vierkirchen (Station Esterhofen) sämmtlicher Rücklaß des
verlebten hochw. Herrn Pfarrers Michael Breitenauer daselbst gegen sofortige
Baarzahlung versteigert und zwar am Mittwoch Vormittag halb 9 Uhr Oekonomiegeräten
und Wagen anfangend, ... kommen sodann die Pferde, Hornvieh, Heu und Grummet,
sowie das Getreide zum Auswurf. Donnerstag Vormittag halb 9 Uhr anfangend
kommen die im Wohngebäude befindlichen Möbel, Haus- und Küchengeräthe,
als: 5 vollständige Betten mit Bettläden, 9 Dienstbotenbetten, 2 Kleiderkästen, 4 Komodkästen davon 2 mit Aufsatz, 2 Nachtkästchen, 2 Sopha, 15 Sessel, 2 Lehnsessel, 1 Schreibtisch, 1 Auszugstisch, 1 runder Tisch, 1 Waschtisch, 1 großer Milchkasten,Spiegel, Bilder, Hänguhren, Tischbestecke, feines Glas und Porzellan, Haus- und Küchengeräte, 8 große Oleanderstöcke mit Kübeln, 6 Pferde, darunter 1 mit Fohlen, 1 zweijähriger Hengst, 1 Jährling, 14 Kühe, alle großträchtig, 3 trächtige Kalbinnen, 7 Stallkälber, 2 Stiere und 1 junger Stier, 2 Ochsen, ,3 Mutterschweine, 45 Hennen, 1 Hahn, 200 Ztr. Heu, 200 Ztr. Grummet, 500 Ztr. Stroh, 120 Ztr. Waizen, 150 Ztr. Korn, 60 Ztr. Haber, 20 Ztr. Gerste, 1 Dresch- und 1 Gsottmaschine, 1 englischer Heurechen, 6 Fuhrwägen, 1 Einspänner-Chaischen, 1 Bendlschlitten, 3 Pflüge, 4 Eggen, 1 Putzmühle, mehrere Pferdegeschirre und sonstige Stall- und Oekonomiegeräthe zum Auswurf. Steigerungsinhaber ladet freundlichst ein Testamentsexekutor Neumair, Pfarrer in Petershausen. Sedlmayr, Auktionator". |
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Tätigkeit:
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Baumeister
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1.Knecht
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Mitterknecht
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Drittler
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Bub
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1.Dirn |
2.Dirn
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Küchenmagd
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Haushälterin
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Jahreslohn
i.Mark:
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260
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230
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150
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130
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90
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180
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140
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120
|
120
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Der Vierkirchener
Heimatforscher Helmut Größ hat im November 2011 einen ausführlichen
Aufsatz über
die Geschichte des Pfarrhof Vierkirchen in der Zeitschrift Haus, Hof u.
Heimat geschrieben.
Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier...
Wenn Sie Bilder anderer Pfarrhöfe im
Landkreis sehen möchten, klicken Sie hier....
Jakobsweg
Seit 2007 liegt Vierkirchen auch an einem Jakobsweg.
Zwischen dem Regensburger und dem Münchner Jakobsweg wurde eine Verbindung
eingerichtet, die von Neustadt a.d.Donau über Pfaffenhofen/Ilm und Vierkirchen
nach Dachau führt. Dort mündet er in den Jakobsweg, der die Amper
aufwärts bis zum Ammersee führt.
Jakobswege (span. Camino de Santiago) werden alle Pilgerrouten genannt, die
von allen Gegenden Europas in Pamplona/Spanien zusammenlaufen . Von dort führt
ein einheitlicher Pilgerweg ins 800 km entfernte Santiago de Compostela zum
Grab des Apostels Jakobus d.Älteren. Der Jakobsweg hatte im Mittelalter
nach der Eroberung Jerusalems durch die Araber im 12.Jh großen Aufschwung
erfahren. Mehrere Jahrhunderte lang gehörte Santiago zu den bedeutendste
Wallfahrerzielen der Christenheit. Nachdem der Weg in neuerer Zeit fast in Vergessenheit
geraten war, erfreut er sich seit 30 Jahren wieder steigender Beliebtheit.
Hans Schertl
Quellen:
Lorenz v.Westenrieder, Statistische Beschreibung des churfürstl. Landgerichts
Dachau,1792
Joseph von Obernberg, Reisen durch das Königreich Baiern, 1816
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.435, 484,
574, 811, 862, 1105, 1110, 1146,
Nrn: 1147, 1226-Ramelsbach)
Josef Scheidl, Die Bevölkerungsentwicklung des Landgerichts Dachau im Laufe
früherer Jahrhunderte, 1925 (1741-80)
Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 11/12, 1958 (Gerichtstag
850)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen und Adelsgräber - Denkmalpflegerische
Aufgaben,1975, ZBLG 38, S.1142-1158 (UrkNr)
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Max Gruber, Die Pfarrkirche Vierkirchen und ihre Filialkirchen sowie die Pfarrkirche
Giebing, 1979
Alois Angerpointner, Die Geschichte der Pfarrei Vierkirchen bis 1880, Amperland
1979
Pfarrer Wolfgang Lanzinger, Aus der Chronik der Pfarrei Vierkirchen über
das letzte Jahrhundert, Amperland 1979
Max Gruber, Im Dachauer Land wirkende Bildhauer, Amperland 1982/1
Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland
1982/3
Max Gruber, Im Amperland tätige Schlosser und Spengler, Amperland 1985/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Max Gruber, Im Amperland tätige Kistler, Schreiner, Tischler und Schneidkistler,
Amperland 1986/3
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1990
Fritz Demmel, Die Burghauser Stadtmaurermeister Franz Anton und Joseph Glonner,
1990
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte
des Dachauer Landes, 1991
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Sonnenuhr 1700)
Barbara Deger, St.Jakobus, Patron der Pfarrkirche Vierkirchen, 2001
Dachauer Nachrichten vom 27.10.1951 (Glocken), 3.7.2001, 30.1.2002, 16.10.2003,
28./29.7.2007 (Camino)
Dachauer SZ vom 16.10.2003 u. v. 31.7.2007
Madonna-das Bild der Muttergottes, Dombergmuseum Freising, 2003
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Helmut Größ, Eine Tragödie im Pfarrhof, "Haus, Hof und Heimat" Nr.
3 /2006 (Pfr. Zwieselberger)
Zeitschrift "Haus, Hof und Heimat", Vierkirchen 2007 (Pfarrherrenliste)
Dr. Walter Kick, Ein Epitaphium wird entschlüsselt- Ein i-Tüpferl
zu viel! - Zeitschrift "Haus, Hof und Heimat", 2008
Helmut Größ, Empfangsbestätigung des Malers Dieffenbrunner vom
21.2.1765
Dr.Franz X.Glasschröder, Streit um die Pfarrei Vierkirchen vor dem Baseler Konzil,
Zeitschrift "Haus, Hof u.Heimat", 2011
Martin Sellmeier, Obersüßbach, 2011 (Georg Sellmeier)
Dr.Eckard
Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Bauform)
71 Bilder: Helmut Größ (5), Hubert Eberl (1), Hans Schertl
(65)
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Graf
Edling war von 1780-1791 Pfarrer in Vierkirchen. Einer seiner Nachfolger, Pfarrer
Steinberger, schrieb in der Chronik der Pfarrei (1879), Edling sei eines Tages
von Vierkirchen weggefahren und niemand wisse, wo er geblieben sei.
Die Vierkichner Heimatforscher konnten nachweisen, dass Edling Ende 1791
nach Wien gefahren ist, weil dort sein Bruder erkrankt war (Johann Nepomuk von
Edling +1793). Als Edling zwei Jahre später immer noch nicht in seine Pfarrei
Vierkirchen zurückgekehrt war, wurde er vom Fürstbischof entlassen. Edling
blieb vermutlich in Wien und reiste später über Prag (1798) und Hamburg
(1799) nach Lübeck, wo er 1800 seine Domherrenstelle antrat. Edling war nämlich
gleichzeitig Pfarrer in Vierkirchen, Domherr in Lübeck (ab 1779) und in Breslau
(kein Nachweis) sowie geistl. Rat in Freising. Er starb verarmt 1830 in Lübeck.
In Vierkirchen hinterließ er über 2000 Gulden Schulden und ein Ölgemälde, das
ihn als Chorherrn zeigt. Graf Edling ließ in Vierkirchen die Innenausstattung
der Kirche farbig fassen und das Fresko am Oratoriengitter anbringen, das ihn
groß herausstellt. Zudem sorgte er für die Reparatur und die Bemalung der
Emporen.
Ein ausführlicher Bericht über sein Leben ist in der Heimatzeitschrift
"Haus, Hof und Heimat", Heft 10 im Dez. 2010 erschienen.
30.11.2011