zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibung
Kirchen
in der Gemeinde Hebertshausen
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Der Ort Prittlbach wurde um im 9.Jh.
erstmals urkundlich erwähnt. Das heutige Kirchengebäude wurde in gotischer Zeit (vor 1524) gebaut und im Jahr 1775 unter Belassung des gotischen Chors und des Turms barock umgestaltet. 1890 schließlich wurde das Langhaus um einige Meter verlängert. Die Verlängerung ist um 42 cm breiter als das bisherige Kirchenschiff. Der 30 Meter hohe Turm auf der Chornordseite hatte schon 1695 seine Spitze erhalten. Er schließt nach oben in acht Giebeln und ist mit Schindeln gedeckt. An der Spitze sitzt ein goldener Knauf mit Wetterfahne. Im Turm hängen vier Glocken; eine wurde 1664 von Bernhard Ernst, München gegossen.
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Inneneinrichtung
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Der gotische Altarraum ist
mit einem Kreuzrippengewölbe überdeckt. Die Rippen laufen in zwei Schlusssteinen
zusammen. |
Vergrößerung von 12 Details
(Altäre, Figuren, Decke) per Mouseklick
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Figurenausstattung:
- St. Josef als junger Mann mit dem Jesuskind auf dem Arm - 20.Jh -
- St. Konrad im Franziskanerkutte, in der Hand ein Kruzifix, zu dem er
betet. Schnitzer Fr. Weiser, München 1937
- St. Wilhelm im mittelalterlichen
Mönchsgewand mit der Bibel in der Hand -17. Jh.-
- St. Kastulus in Ritterrüstung mit Märtyrerpalmzweig
-17. Jh.-
An der Emporenbrüstung sind in Holzbildern die zwölf Apostel mit Jesus in der Mitte dargestellt.
Die heute noch erhaltene Orgel im neuromanischen Stil wurde 1892 von Franz Borgias März in die Kirche eingebaut.
Gottesdienstzeiten erfahren Sie hier...
Der Ort
Prittlbach wurde um 876/83 erstmals urkundlich erwähnt.
Nach der Urkunde Nr. 209 in der Sammlung Freisinger Traditionen schenkte der
Kleriker Peradeo de Pritilinpah (Prittlbach) seinen Besitz in Pritilinpach dem
Bistum in Freising. Die Urkunde ist nicht datiert. Bitterauf/Wallner grenzen
sie auf die Zeit von 804-807 ein, Westermayer auf das Jahr 818. Die Berufsbezeichnung
des Schenkers "Kleriker von Prittlbach" könnte indirekt auf das
Vorhandensein einer Kirche hinweisen. Jedenfalls war Prittlbach in dieser Zeit
ein wichtiger Ort (Gerichtsort ?), weil hier zehn Schenkungsurkunden ausgestellt
worden sind. So wurde z.B. die Urkunde Nr. 390 aus der Sammlung Freisinger Traditionen
vom 15.Januar 818 mit den Worten unterzeichnet: "Actum est hoc in loco
nominato ad Pritilinpach... ego Pirhtilo scripsi" (ausgefertigt hier
im Ort mit dem Namen Pritilinpach... ich Pirhtilo habe es geschrieben).
Mit dieser Urkunde hat ein Lehensherr des Bistums, Coteperht, sein Lehen in
Otmareswanc (Ottmarshart) an den Bischof zurückgegeben.
Auch in einer Urkunde aus der Zeit von 876/83 ist Prittlbach erwähnt.
Dort wird von einem Tausch zwischen Bischof Arnold (875-883) und dem Edlen Hantuni
berichtet. Der Bischof erhielt 12 1/2 Morgen Land in Aruzapah (Arzbach) und
Prittlbach und gab 5 1/2 Morgen anderes Land in Pritilinpah (Prittlbach).
Prittlbach war wohl für die Freisinger Bischöfe ein wichtiger Ort.
Neun Schenkungs-und Tauschurkunden vor der Jahrtausendwende befassen sich mit
Gütern in Prittlbach.
Geschichte der Kirche
Konradinische Matrikel 1315
Ausdrücklich genannt ist eine Kirche in Prittlbach aber erst in
der Konradinischen
Matrikel von 1315. Dort wird sie als Filialkirche "Pritelbach"
der Pfarrei Dachau bezeichnet. Zu dieser Pfarrei gehört sie immer noch.
Sunderndorfer'sche Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 ist das Kastuluspatronat unter der Bezeichnung
"s.Castuli in Brucklpach" erstmals schriftlich erwähnt.
Die heutige Kirche wurde in gotischer Zeit (vor 1524) gebaut. Der mit
Schindeln gedeckte, 30 Meter hohe Turm auf der Chornordseite erhielt
seine Spitze 1695 (Benedikt Göttschl aus Dachau und Zimmerer Kaspar
Stadlberger).
Dreißigjähriger Krieg
Im 30jährigen Krieg litt auch Prittlbach schwer.
Die ersten Kriegsjahre hatte die Kirche noch gut überstanden, wie wir aus
dem Bericht des Dachauer Pfarrers vom 12.4.1641 an den Bischof in Freising wissen.
Die Kirche sei an Gebäuden, Dachung und Altären wohl versehen heißt
es. Sogar die Einnahmen waren noch vorhanden, weil die Höfe der Zehentpflichtigen
entweder der Brandschatzung entkommen oder schon wieder aufgebaut waren ("dero
Hindtersäss theils unabgebrennt verbliben, die ybrigen biß auf ainen
wider aufgebauth").
Doch gegen Ende des Krieges wurde die Ortschaft doch noch geplündert. Zwei
Drittel aller Anwesen (14 von 21) lagen am Ende des Krieges 1649 in Schutt und
Asche. Auch die Kirche war in Mitleidenschaft gezogen worden. In der Kirchenrechnung
von 1650 hat man die nötigsten Reparaturen aufgezählt: "Weillen
die Khürchen durch die Kriegs Völkher ganz ausgebrochen worden, Also
ist selbige in Altär, Stiel, Canzl, Tachung und anderm zupauen und zu reparieren
vonnethen". Für schon vorher entstandene Schäden am Kirchendach
im Jahr 1640 waren jedenfalls nicht die Soldaten die Verursacher. Ein Sturm
hatte das Dach beschädigt und man hat lt. Kirchenrechnung "500 grosse
prennte und Grien glassierte platten erkhaufft" um die Schäden zu
beseitigen. Eine weitere Dachreparatur mit völliger Neueindeckung ist aus
dem Jahr 1695 überliefert.
Schmidt'sche Matrikel 1738
In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien
der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel beschrieben.
Bei der Pfarrei St.Jakob in Dachau wird auch die Filialkirche "s.Castuli
martyris in Prittelbach" erwähnt.
Schmidt bewertet den Kirchenbau als unter den Landkirchen üblich; d.h.,
die Kirche hatte weder eine besonders schöne, noch hässliche Form.
Im Inneren sind drei Altäre vorhanden: Der Hochaltar ist dem Patron St.Kastulus
geweiht; auf ihm werden das Allerheiligste (im Tabernakel) und die Heiligen
Öle aufbewahrt. Die Seitenaltäre waren der Himmelfahrt Mariens und
St.Magdalena gewidmet. Gottesdienste wurden an einzelnen Sonn- und Festtagen
durch den Dachauer Cooperator (=Kaplan) gefeiert. Das Kirchweihfest fiel
auf den Sonntag vor dem Fest Johannes d.Täufers (24.Juni). Im Friedhof
stand ein Beinhaus. In der Sakristei wurden Messgewänder in ausreichendem
Umfang aufbewahrt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.
Neubau 1775
Im Jahr 1775 wurde die Kirche unter Belassung des gotischen Chors und des Turms
barock umgestaltet (Einzug einer Flachdecke).
Beschreibung 1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über Prittlbach ist zu lesen, dass die Kirche 1775 erbaut worden sei. Sie
habe keinen besonderen Baustil. Die Geräumigkeit sei nicht hinreichend
für eine Hauptfiliale des Cooperators. Im Spitzturm hingen 3 Glocken, die
anscheinend aus dem 15.Jh stammten, "weil sie offenbar sehr oft schon umgehängt
worden. Jahrzahl und Inschrift fehlten". Im Inneren seien drei Altäre
zu finden. Eine Orgel fehle. Gottesdienste fänden alle Sonn- und Feiertage
durch den Cooperator statt. Stiftungen: 8 Jahrämter und 4 Jahrmessen. Bittgänge:
am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt nach Sigmertshausen, auf Ansuchen in Begleitung
eines Priesters. Der Mesner sei ein Gütler. Das Vermögen betrug im
Jahr 1870 rd. 4850 Gulden.
Verlängerung 1890
Im Jahr 1890 wurden die Sakristei erbaut und das schon 15 Jahre vorher als in
der Geräumigkeit unzureichend bezeichnete Kirchenschiff verlängert.
Der Eingang wurde in den neu angebauten Teil verlegt.
Beschreibung 1893
Die Prittlbacher Kirche ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale
des Königreiches Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold
Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen-
und Schulangelegenheiten erstellt haben. Die damalige Beschreibung trifft auch
heute noch zu. Im Bericht heißt es:
| Architektur: "Gothische
Anlage aus dem 16.Jh. 1775 umgestaltet. Einschiffig, mit eingezogenem Chor.
Letzterer umfasst ein Langjoch und Schluss in fünf Seiten eines Achtecks.
Thurm an der Nordseite des Chores, in seinem Untergeschoss die Sakristei.
Langhaus flachgedeckt. Der Chor hat ein sehr schlecht gebildetes sternförmiges
Netzgewölbe mit äusserlich angehefteten Rippen. Die Vielzahl der
Rippenbögen im Netzgewölbe ist nicht - wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe-
allein durch die Statik bedingt, sondern dient auch der Zierde. Ausstattung: Das Innere sehr gering. Hübscher Thurm. Zwei Geschosse von quadratischem Grundriss, darüber zwei achteckige Achtspitzgiebel und Spitzdach. Am Chor dreieckige Strebepfeiler. Ausstattung aus dem Ende des 17.Jh." |
Die letzte Renovierung wurde in der Zeit von 1976 bis 1979 durchgeführt.
Bittgänge
Die Prittlbacher wallfahrteten alljährlich u.a. auch nach Neufahrn und
nach München zum hl.Benno, der in dere Frauenkirche verehrt wurde. Das
wissen wir, weil den Fahnenträgern und Sängern ein Zehrgeld in Höhe
von 12 bis 30 Kreuzern gegeben und die Ausgaben in der Kirchenrechnung verbucht
wurden.
Die Verehrung des hl.Benno in Bayern entstand erst im 16.Jh im Zusammenhang
mit der Reformation. St.Benno, der von 1066 bis 1106 in Meißen als Bischof
gewirkt hatte, wurde am 16.Juni 1524 zur Ehre der Altäre gehoben. Luther
verurteilte diese Heiligsprechung in seiner Schrift "Wider den neuen Abgott
und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden" aufs Schäfste.
Als Sachsen 1539 protestantisch wurde, hat man das Grabmal Bennos geöffnet
und seine angeblichen Gebeine in die Elbe geworfen. Allerdings behauptete der
letzte Bischof von Meißen, der später übrigens selbst die evangelischen
Konfession annahm, schon vorher die Gebeine aus dem Sarg entfernt und die Sekundärreliquien,
das Messgewand, Mitra und Bischofsstab in Sicherheit gebracht. Sie wurden 1576
(wohl gegen einen ansehnlichen Betrag) zusammen mit einem Wunder-Verzeichnis
dem bayerischen Herzog Albrecht V. überlassen. 1580 hat man die Gebeine
in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt, wo sie nun das Ziel vieler
Wallfahrer aus dem bayerischen Land waren. Maßgeblich dafür waren sicher
seine Patronate für München und Altbaiern sowie seine Funktion als
Wetterheiliger.
Die Kirche liegt südwestlich des Dorfes
an einem Hang. Sie wird von einem Friedhof umgeben. Es handelt sich um eine
Saalkirche, deren Decke ohne tragende Zwischensäulen den gesamten Raum überwölbt.
Der einachsige
Chor schließt
in drei Achteckseiten. Er wird außen durch Strebepfeiler
gestützt.
Das Kirchenschiff erstreckt sich über vier Achsen. Das Mauerwerk
ist mit Entlüftungsschächten durchsetzt. 1890 wurde das Langhaus um
einige Meter verlängert. Die Verlängerung ist um 42 cm auf jeder Seite
breiter als der bisherige Teil.
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An
die Außenwand des Kirchenschiffs ist eine schöne Sonnenuhr
aufgemalt. Daneben hängt ein Missionskreuz aus dem 19.Jh. Der Corpus ist aus Holz geschnitzt. |
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Der Turm besitzt in seinem unteren
Teil einen quadratischen Grundriss; im oberen Teil ist er achteckig. Er
schließt nach oben in acht Giebeln und in einem Spitzhelm aus Schindeln.
Auf der Spitze sitzt ein goldener Knauf mit einer Wetterfahne. Der Turm
ähnelt in seiner Form den Kirchtürmen in Mühldorf bei Petershausen
und in Inhausen. |
1965 hat man der Eingang auf die Westseite verlegt und ein Vorhaus angebaut.
Restaurierungen:
1685 erstellte Georg Rottiel aus Prittlbach einen Überschlag für einen
neuen Kirchendachstuhl.
Die letzten Renovierungen fanden in den 80er Jahren des 20.Jh statt.
Inneneinrichtung
Der eingezogene gotische Altarraum schließt mit drei Achteckseiten und ist mit einem Kreuzrippengewölbe überdeckt. Die - äußerlich angehefteten- Rippen laufen in zwei Schlusssteinen zusammen. Der Altarraum liegt eine Stufe höher als das Kirchenschiff. Die Erfindung des Kreuzrippengewölbes, das zum Kennzeichen des gotischen Kirchbaus wird, macht es möglich, die statischen Lasten zu reduzieren und so auch über verhältnismäßig dünne Wände mit größeren Fenstern in Verbindung mit entsprechenden Strebewerken in die Fundamente abzuleiten. Symbolisch kann das Gewölbe mit seinem Netzwerk auch die Strukturen des gewölbten Himmels abbilden.
| Hinweis: Die Schlusssteine der Gewölberippen sind im Scheitelpunkt eine Bogens oder im Knotenpunkt von Rippen eingefügt. Sie verkeilen das gebogene Mauerwerk und geben dem statischen Gefüge den entscheidenden Halt. Neben seiner bautechnischen Aufgaben hat der Schlussstein auch eine religiöse Bedeutung. Denn Paulus schreibt im Epheserbrief: "Ihr seid das Fundament der Apostel und Propheten gebaut. Der Schlussstein ist Jesus Christus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph 2,20-22). |
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In der prächtig umrahmten
Mittelnische mit Akanthusschnitzereien
sitzt eine schöne Madonna
(16.Jh). |
Assistenzfiguren auf dem Hochaltar sind die Heiligen Sebastian (von Pfeilen durchbohrt, am Marterbaum) und Stephanus (im kurzärmeligen Gewand des Diakons mit Buch und drei daraufliegenden Steinen). Beide Heiligenfiguren aus der Zeit um 1700 stehen auf Konsolen unter baldachinartigen Anschwüngen und halten große versilberte Märtyrerpalmzweige in der Hand.
| Hinweis:
Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.
ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers
Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er
erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers
Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit
Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet
worden sein. Der hl.Sebastian wird deshalb als Pestpatron und
-der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. St.Stephanus, Diakon und begnadeter Redner (Apo 7,2-53), war der erste Märtyrer, der wegen seines Glaubens vor den Toren Jerusalems gesteinigt wurde. Die Palme ist schon von alters her Zeichen der sieghaften Vollendung und des Triumphs. Dies hat man für die christlichen Märtyrer übernommen. Die immergrünen Palmzweige symbolisieren das ewige Leben und den Sieg des Glaubens über das Heidentum. Zudem berichtet Johannes in der Geheimen Offenbarung: "... sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen" (Offb 7,9). |
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| Auf
dem Altartisch steht der von vier kleinen gewendelten Säulen gestützte
Tabernakel. Der 87 x 80 cm große Holzschrein stammt aus der 1.Hälfte des 18.Jh. |
Die Tabernakeltüre aus Eisen ist mit Kelch und Hostie sowie drei Putten bemalt und von einem vergoldeten Rahmen mit Rosenmuster umgeben. |
| Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
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Im
Altaraufsatz ist ein Bild
des Kreuz tragenden Jesus zu sehen. Es wurde um 1700 gemalt
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Flankiert wird das Bild von Volutensprenggiebeln, auf denen zwei Anbetungsengel im Stil des 17.Jh sitzen. |
Hinter dem Choraltar steht ein zweiteiliger Beichtstuhl aus der Zeit
um 1900.
| An der linken Chorwand hängen Bilder der vier Evangelisten mit ihren Attributen: Matthäus mit einem Menschen oder Engel, Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler. Die Bilder sind 31 x 27 cm groß und wurden mit Ölfarbe auf Leinwanduntergrund um 1778 gemalt. Sie könnten von der ehemaligen Kanzel stammen. |
| Hinweis: Die vier Symbole geflügelter
Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen
zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier
Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier),
Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache
hielten. Im Alten Testament werden sie
in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung
des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes
Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem
thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst
seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus
und Hippolyt um das Jahr 200). Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: - Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. - Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont. - Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet. - Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". |
Noch aus der gotischen Zeit ist auch das spitzbogige Portal für die Türe zum Turm. Die Türe stammt mitsamt Beschlägen und Schloss noch aus dem 18.Jh.
Die
Ewig-Licht-Ampel im neuromanischen Stil hängt an der Südseite
des Altarraums. Sie besteht aus Messing und ist versilbert. Sie wurde in der
2.Hälfte des 19.Jh erstellt.
| An der Chorbogenlaibung
sind Skulpturen aus dem 17. Jh. (andere Quelle: 18.Jh) angebracht: Links der hl. Wilhelm im mittelalterlichen Mönchsgewand mit der Bibel in der Hand und rechts der Patron der Kirche, St. Kastulus, in Ritterrüstung mit Märtyrerpalmzweig. |
| Hinweise:
Der Regensburger Wilhelm war um 1070 Abt in Kloster Hirsau, das Vorreiter
für eine Klosterreform wurde. Er verfasste die ersten naturwissenschaftlichen
Schriften in Bayern und war ein mittelalterliches Universalgenie. Der hl. Kastulus versteckte während der römischen Christenverfolgung im 3.Jh Glaubensgenossen. Dafür wurde er kopfunter an einen Galgen gehängt, mit Ruten geschlagen und schließlich lebend in einer Grube begraben. Seine Witwe rettete übrigens dem hl.Sebastian vorrübergehend das Leben, als sie den nach den Pfeilschüssen schwer verwundeten Heiligen gesund pflegt. |
Das Langhaus besitzt eine Flachdecke mit
umlaufenden Gesims
über einer Hohlkehle.
Sie ist nicht bemalt.
Gut zu sehen ist der um 1870 verlängerte Teil des Langhauses, denn die
Verlängerung ist um 42 cm auf jeder Seite breiter als der bisherige Teil.
| Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind. |
Linker Seitenaltar
| Im
leider sehr nachgedunkelten Altarblatt des linken Seitenaltars
(Ölgemälde auf Leinwanduntergrund)
ist die
hl. Magdalena dargestellt. Sie sitzt auf einer steinernen Bank,
hat ein Buch, die Bibel, aufgeschlagen und betrachtet zärtlich ein
Kruzifix, das sie in der Hand hält. Zu ihren Füßen ist ein
Totenschädel zu sehen. Er erinnert an die Buße, die die reuige
Sünderin Maria Magdalena nach dem Lukasevangelium (Luk 7, 37 - 38)
tat. Das Bild wurde um 1800 gemalt. |
| Hinweis: Maria Magdalena ist aus der Bibel als Maria aus dem Ort Magdala am See Genezareth bekannt. Sie wurde Jüngerin Jesu, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Luk. 8, 2). Magdalena sorgte für Jesu Lebensunterhalt (Luk.8,3). Sie war auch bei der Kreuzigung Jesu dabei; ihr erschien Jesus nach seiner Auferstehung (Joh 20,15-17). Ob es sich bei Magdalena auch um die namenlose Sünderin handelt, die Buße tat und Jesus die Füße salbte, ist geschichtlich ungewiss. In der Frühzeit des Christentums wurden unter den in der Bibel genannten Magdalenas verschiedene Frauen verstanden; Papst Gregor d. Große (um das Jahr 600) hat aber in seinen Auslegungen erklärt, es handle sich um eine Person. Seither wird dies allgemein anerkannt und in der Kunst durch die Attribute Kreuz und Totenschädel, den typischen Zeichen für Buße und Reue, mit ihr verbunden. |
| Im Altarauszug des linken Seitenaltars ist ein ovales Gemälde der hl.Barbara mit Schwert, Märtyrerpalme, Hostie und Turm zu sehen. | Dieses Bild wurde schon 1672 von Adam Bendl aus Mering gemalt. |
| Hinweis: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, währen d einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Verehrung der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Die Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Vor dem Tod hatte Barbara nämlich Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. |
Rechter Seitenaltar
| Der rechte Seitenaltar enthält ein Altarblatt (Öl auf Leinwand) mit der Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel, gemalt von Anton Huber, Dachau (16. Juli 1848). Arbeiten von Anton Huber sind in vielen Kirchen des Landkreises zu finden. Auf dem Bild stehen die zwölf Apostel vor dem Hintergrund einer bergigen Landschaft ratlos, ungläubig und überrascht um den geöffneten Steinsarkophag Mariens. Aus ihm hängt das geöffnete Leichentuch. Die Apostel sind nicht im Einzelnen zu unterscheiden; lediglich Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, der mit Maria unter dem Kreuz stand, wird -wie immer in der christlichen Kunst- ohne Bart dargestellt. Maria wird |
Im Auszug des rechten
Seitenaltars ist St.Leonhard
als Mönch mit dem Abtsstab und Ketten in den Händen dargestellt.
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Die
bemalten Kirchenfenster im barocken Rundbogenstil stammen von
J. P. Bockhorni, München 1892. Die gestifteten Glasfenster stellen folgende
Heilige dar: - St.Ulrich als Bischof mit Buch und Fisch (gestiftet von Anna Wittmann), - St.Aloisius mit Kruzifix (gestiftet von den Cooperatoren J.G.Winhart, P.Grassl u. M.Fürstberger), - St.Elisabeth von Thüringen mit Rosen in ihrer Schürze (gestiftet von Benno Westermeier) und - St.Theresia von Avila mit Buch und Feder (gest. v. Theresia Westermeier). |
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| Hinweise: Ulrich (890-973)
war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über die
räuberischen Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. Die
Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof
Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht
über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des Herzogs,
dem Ulrich Unrecht vorgehalten hatte, einen Brief brachte. Ulrich reichte
als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des Bratens, ein
Gänsebein. Der Bote brachte dies dem Herzog, um den Bischof nun seinerseits
des Unrechts überführen zu können, dass er am Freitag Fleisch
esse; als der Herzog das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte
es sich in einen Fisch verwandelt. Aloisius, Erbprinz derer von Gonzaga, gelobte schon im Alter von zwölf Jahren ewige Keuschheit, trat 1585 gegen den Willen des Vaters in den Jesuitenorden ein. Dort widmete er sich theologischen Studien und der Krankenpflege. In zahlreichen Briefen betrieb er auch Seelsorge an Jugendlichen. Luigi starb während einer Pestepidemie, nachdem er sich bei der Pflege von Kranken die tödliche Ansteckung holte. Die Volksfrömmigkeit verzeichnete das Bild dieses Heiligen zu einem keuschen Unschuldsengel, der sich nicht einmal getraut habe, seine Mutter anzuschauen und Frauen nur mit niedergeschlagenen Augen begegnet sei. Die hl. Elisabeth (1207-1231) ist eine historische Person. Sie stammte aus Ungarn und war Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen. Im Hungerjahr 1226 speiste sie die Armen vor den Toren der Wartburg. Als Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt wurden. Theresia (1515-1582) war Klosterfrau bei den Karmelitinnen und erlebte eine Reihe von Visionen. Sie setzte als Äbtissin gegen viele Anfeindungen eine Reformation des Ordens durch und gründete die "unbeschuhten Karmelitinnen" mit strenger Klosterzucht. Ihre Schriften bezeugen Teresa als Mystikerin von einer nie zuvor oder danach erreichten Tiefe des Erlebens. "Das große Buch von der Erbarmungen Gottes", "Der Weg zur Vollkommenheit", "Die Seelenburg", ihre Autobiografie und mehr als 400 erhaltene Briefe begründen das ihr zugemessene Prädikat der Kirchenlehrerin. |
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Das Schwert in Marias Brust erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,Vers 35) bei der Darstellung im Tempel: " Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen"
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| Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. |
| In
seitlichen Nischen stehen Figuren des hl.
Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm (das in der Hand die dem hl.Josef
zuzuordnende Lilie der Keuschheit hält) und des
hl. Konrad im Franziskanerkutte, in der Hand ein Kruzifix, zu dem
er betet. Die Figur wurde von Fr. Weiser, München 1937 geschnitzt. St.Josef wird nicht, wie früher üblich, als Greis, sondern als junger Mann dargestellt. |
| Hinweis: Konrad von Parzham (1818-1894) wirkte 41 Jahre lang im Kloster Altötting als Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. 1934 wurde Konrad von Papst Pius XI. heilig gesprochen. Damals wurden in unseren Kirche viele Figuren dieses Volksheiligen aufgestellt. |
An der Emporenbrüstung sind in Bildern (Öl auf Holz) die zwölf Apostel mit Jesus in der Mitte dargestellt (19.Jh.; andere Quelle: um 1778)
| Hinweis: Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias wurde nach dem Tod von Judas ausgelost (Ap1,15). Dem Paulus wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die Apostelwürde verliehen. |
| Die heute noch erhaltene
Orgel im
neuromanischen Stil wurde 1892
von Franz Borgias März in die Kirche eingebaut. Entstanden ist sie
jedoch viel früher, denn bei der letzten Renovierung 2006 hat man einen
Reparaturvermerk von 1864 gefunden. Vermutlich
war das Werk als Brüstungspositiv für eine andere Kirche gebaut und von
Maerz nach Prittlbach versetzt worden. Die jüngste Restauration des
Instruments wurde von der Fa. Linder im Jahr 2006 durchgeführt. Dabei
wurden die 1917 eingesetzten Prospektpfeifen aus Zink durch hochwertige
Zinnpfeifen in ursprünglicher Bauweise ersetzt. |
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Disposition
der Orgel vor der Renovierung von 2006 (nach Brenninger - Stand 1975-):
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In der Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising von Anton Mayer ist ein Hinweis auf ein Ziborium enthalten, das der Mitstifter des Metzger'schen Benefiziums, der Dr. Ferdinand Zeller, wirklicher geistlicher Rath und Dekan des Collegiatsstifts von St.Andrä in Freising, der Kirche zu Prittlbach gestiftet hat. Auf dem Kelch ist die Inschrift "Ferdinand Zeller, ex plebe hujus loci 1696" (aus dem einfachen Volk dieses Dorfes stammend) eingraviert.
Die Kirche ist im Sommer jeden Samstag zwischen 14.00 und 15.00 Uhr geöffnet.
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Hans Schertl
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Quellen:
Bericht des Pfarrers von Dachau über
Kriegsschäden an den Gotteshäusern vom 12.4. 1641
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums
Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. Nr. 209,
390, 650, 710, 849, 1019, 1067, 1069,
und Nrn.
1074, 1120, 1164)
Amperbote vom 23.3.1922
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
"Kleine Kunstführer" durch Kirchen, Schlösser und Sammlungen
im mitteleuropäischen Kulturraum:
Die Geschichte der Kirche von Prittlbach -St. Kastulus
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland
1982/3
Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen,
Amperland 1985
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Dr.Peter Dorner, Der Abtransport der Dachauer Glocken 1917, Amperland 1994/2
Robert
Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Sturmschaden)
Unser Dachauer Land, Heimatbeilage der Dachauer Nachrichten vom 27.2.1999
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Siedlungsgeschichte der Gemeindeteile von Hebertshausen, Internetseite der Gemeinde
Hebertshausen 2005
Thomas Peter, Organist, 2006
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011
(Rosen/Armenspeisg)
48 Bilder: Hans Schertl (46), Thomas Peter (1)
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7.6.2010
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Im heutigen Landkreis Dachau sind zwei Kirchen St. Kastulus geweiht: die Filialkirche Prittlbach sowie die Filial- und Wallfahrtskirche Puchschlagen (Pfarrei Schwabhausen).
Der hl, Kastulus, dessen Festtag am 26. März begangen wird, zählt zu den Märtyrern der römischen Christenverfolgung. Er war Speisemeister am Hof des Kaisers Diokletian. In seiner Wohnung neben dem Palast bot er verfolgten Glaubensgenossen ein sicheres Versteck und war eifrig für den Glauben tätig. Er wurde angezeigt und der Präfekt ließ ihn martern. Er wurde kopfunter an einen Galgen gehängt und mit Ruten geschlagen. Als er dennoch standhaft blieb, warf man ihn um das Jahr 286 lebend in eine Grube und schüttete sie mit Sand zu (deshalb auch Attribut Spaten).
Schon im 7. Jahrhundert wurde an der Stätte seines Martyriums eine Castulus-Kirche errichtet; Reliquien kamen nach Moosburg in Oberbayern und wurden 1604 nach Landshut übertragen.
St. Kastulus wird in den verschiedensten Nöten angerufen. Häufig erscheint er als Krankenheiler: Blinde erhalten nach seiner Anrufung ihr Augenlicht, ein Unsinniger, der St. Kastels Grab berührt, findet seinen Verstand wieder.