zur Landkreiskarte        Ausführl.Beschreibg       Kirchen in der Gem. Bergkirchen

Pfarrkirche Heiliges Kreuz in KREUZHOLZHAUSEN

KelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischzur Kirchentür
Für Navi-Nutzer : 85232 Bergkirchen, Am Kirchberg
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Möglicherweise stand hier in Kreuzholzhausen schon vor über 1240 Jahren eine Kirche. Mit Schenkungsurkunde vom 28.April 770 wird die Kirche St.Michael in Holzhusir (Holzhausen) dem Bistum Freising übergeben.
Man weiß leider nicht, ob es sich dabei um Kreuzholzhausen oder Westerholzhausen handelt.
Die Pfarrei Kreuzholzhausen jedenfalls wurde erstmals 1315 in der  Konradinischen Matrikel noch unter der Bezeichnung "Holtzhausen" genannt. Die in dieser Matrikel erwähnte Kirche soll 1288 gebaut worden sein.
Die heutige Kirche ist im Kern spätgotisch. Sie wurde um 1665, wenige Jahre nach dem 30jährigen Krieg, in dem Kreuzholzhausen schwer gelitten hat, weitgehend neu gebaut.

Heilige Famile auf der Südseite

1723, als die Wallfahrt in ihrer Hochblüte stand, musste sie wegen des starken Andrangs erweitert werden. Dabei wurde sie auch barock umgestaltet.
Die Kirche ist dem Heiligen Kreuz geweiht. Die besondere Beziehung zum Kreuz ist auch dem Ortsnamen zu entnehmen.
Sie zählt zu den schönsten Barockkirchen im Dachauer Land.
Bis in die ersten Jahre des 30jährigen Krieges hinein verehrte man in Kreuzholzhausen eine wertvolle Partikel des Kreuzes von Golgota, das St. Helena im 4. Jh. aufgefunden haben soll. Leider ging diese Reliquie beim ersten Schwedeneinfall 1632 verloren.
Der gotische Sattelturm wurde im Jahr 1665 erhöht.
Die mehrstöckige Sakristei mit dem Schweifgiebel ist auf der Südseite angebaut. Zusammen mit der Bruderschaftskapelle auf der Nordseite erhält auch der Grundriss der Kirche die Form eines Kreuzes.
Kreuzholzhausen war über zwei Jahrhunderte Ziel einer bedeutenden Wallfahrt und dadurch weit über das Dachauer Land hinaus im ganzen Süddeutschen Raum bekannt.


Inneneinrichtung

Die Innenausstattung ist -wie in kaum einer anderen Kirche - auf das Kreuz-Patrozinium ausgerichtet.

Wallfahrtsziel war die Nachbildung des berühmten wundertätigen Kreuzes von Forstenried, das heute den rechten Seitenaltar schmückt. Der Gekreuzigte soll 1642 Tränen vergossen haben.

Die Deckengemälde von Johann Georg Pfeil zeigen im Kirchenschiff Bilder von Kaiser Konstantin und seinen entscheidenden Begegnungen mit dem Kreuz: Die erste und die zweite Vision sowie die Schlacht an der Milvischen Brücke (in diesem Zeichen sollst du siegen). Die Kreuzigung Jesu ist das beherrschende Thema auch auf vielen großen Gemälden im Kircheninneren (ebenfalls J.G.Pfeil) und an der Brüstung der Doppelempore (Maler Joseph Krenauer).

Der jetzige Hochaltar wurde um 1740 von den Dachauer Künstlern Nikolaus Prugger (Kunstschreiner), Bartholomäus Schuhpaur (Bildhauer) und Franz Mayr (Maler) errichtet. Das Altarblatt zeigt die Auffindung des heiligen Kreuzes durch die Mutter von Kaiser Konstantin, die hl. Helena.

Wangen der KirchenstühleKreuzwegbilderKanzel Deckengemälde im Chor: Aufnahme Mariens in den HimmelEvangelist MatthäusEvangelist JohannesSchlacht an der Milvischen BrückeGrabstein von 1635Epitaph aus 1699HochaltarbildKatharinaSt.BarbaraKreuzwegbilderMarienaltarRechter SeitenaltarSt. MIchaelAltaraufsatz DreifaltigkeitVolksaltarAufsatz des HochaltarsGeißelung ChristiJesus wird ans Kreuz geschlagenAufrichtung des KreuzesWangen der KirchenstühleChorbogenfresko Vergrößerung von 23 Details (Altäre, Kanzel, Fresken, Bilder, Bänke, Epitaphe)
per Mouseklick

Besonders prächtig ist auch die an der Nordwand angebrachte Rokokokanzel.
An den Innen- und Außenwänden der Kirche findet man viele Epitaphe aus der Zeit von 1551-1959 für frühere Kreuzholzhausener Pfarrherren.
An die Nordseite des Kirchenschiffs ist eine Bruderschaftskapelle (1663) angebaut. Dort stand früher der Altar der berühmten und im 17.Jh bedeutenden Kreuzbruderschaft. Heute ist der barocke Taufstein mit einer schönen Täufergruppe der Blickfang.


Besondere künstlerische Bedeutung haben die Ölgemälde an den Wänden und an der Emporenbrüstung der Kirche.
- im Altarraum Aufnahme Mariens in den Himmel (1. Hälfte 17. Jh.) u. - Höllensturz der abtrünnigen Engel (18.Jh)
- im Kirchenschiff prägen 5 Darstellungen aus der Leidensgeschichte das Erscheinungsbild . Sie wurden von verschiedenen
  Adeligen aus der Umgebung der Wallfahrtskirche gestiftet und von Johann Georg Pfeil im Jahr 1723 gemalt. Die abgebildeten   Personen sind sehr dynamisch und mit viel Sinn für Dramatik dargestellt.
- Die Bilder an der Emporenbrüstung von Joseph Krenauer zeigen in den fünf quadratischen Bildern Passionsszenen.
  Künstlerisch und kulturgeschichtlich bedeutend sind die beiden Bilder mit der Schilderung der himmlischen Guttaten,
  deren die Mitglieder der Bruderschaften teilhaftig werden konnten und eine Darstellung der Sieben Zufluchten.


Die Figurenausstattung, die hinter den Gemälden etwas zurücksteht, zeigt folgende Heilige:
- St.Barbara (mit Schwert und Kelch) und St.Katharina (mit Schwert und Märtyrerpalmzweig) am Hochaltar (18.Jh)
- St. Maria und St.Johannes, die früheren Assistenzfiguren unter dem Gnadenkreuz ( 1770)
- St. Wolfgang mit einem Kirchenmodell in der Hand (1710)
- St. Franziskus von Assisi mit Kruzifix und St. Antonius mit dem Jesuskind auf dem Arm (19.Jh)


Die Orgel (8 Register, 2 Koppeln) im dreiteiligen neubarocken Prospekt wurde 1904 von der Münchner Orgelbauerfirma Willibald Siemann erstellt.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Geschichte:  Matrikel 1315  Matrikel 1524  30jähriger Krieg  Umbau 1662
 Ausbau 1690-1723  Matrikel 1740   Beschreibung 1874  Bittgänge
 Wallfahrt  Kreuzbruderschaft  Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben
 Ausstattung:  Altarraum
 Deckenfresken-Schiff  Emporenbilder  Epitaphe  Figuren im Chor
 Figuren im Schiff  Hochaltar
 Kreuzweg
 Kreuzbruderschaft  Opferstock  Ölbilder im Altarraum  Ölbilder im Schiff
 Taufstein  Vortragekreuze  Zelebrationsaltar  

Jede Häuseransiedlung, die sich am "Holze", d. h. am Wald befand, wurde lange Zeit nur "Holzhausen" genannt und kann deshalb von vielen anderen Ansiedlungen gleichen Namens ortsgeschichtlich kaum unterschieden werden. Doch es ist anzunehmen, dass sich auch der Name dieser Ortschaft unter den in den Urkunden des 8. oder 9.Jh genannten Holzhausen befindet.

Geschichte der Kirche

Schon im Jahr 770 wird eine Kirche in Holzhausen erstmals genannt (Urkunde Nr.38 der Freisinger Traditionen). Am 28.April 770 hat jedenfalls ein gewisser Peigri in Holzhusir seinen Besitz nebst Kirche zu Holzhausen dem Bistum Freising übergeben. Die Kirche St.Michael in "Holzhausen" gehört zu den am frühesten erwähnten Kirchen des Dachauer Landes. Man weiß aber nicht, ob sie im Ort Westerholzhausen oder Kreuzholzhausen stand (siehe auch Originaltext der Urkunde... ).

Konradinische Matrikel 1315
Die Pfarrei Holtzhausen wird schriftlich 1315 in der  Konradinischen Matrikel erstmals erwähnt (als "Holtzhausen habet duas filias Puchslag & Perg") und 1329 als Kirchenort mit dem Patrozinium Heiligkreuz ("ecclesia s. crucis in Holczhawsen'') bezeichnet. Die in der Matrikel genannte Kirche soll 1288 gebaut worden sein.
Das Besondere des "Holzhausen" in der Gemeinde Bergkirchen wurde mit dem Patrozinium der Kirche ausgedrückt und findet sich im heutigen Ortsnamen wieder.

Wegen der Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg sind Urkunden aus der Zeit vor 1650 kaum vorhanden. Einige Namen ehemaliger Pfarrer sind aber noch bekannt; so ein "Her Hans Fueß" im Jahr 1460, ein Her Lienhart im Jahr 1477, ein H.Leonhart pfr.zu Holtzhausen im Jahr 1509 und Georg Christoph im Jahr 1650. Namen späterer Pfarrherrn finden sich auf einigen Epitaphien.


Sunderndorfer'sche Matrikel 1524
In der
Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 ist die Kirche "S.Crucis in Holtzhausen" mit den drei Filialen "S.Castuli in Buschlach", "S.Vdalrici (Ullrich) in Fuessperg" und "S.Spiritus in Sickertzhofen" enthalten. Die Pfarrei hatte damals 175 Communicantes (Gläubige nach der Erstkommunion).

Dreißigjähriger Krieg
Wann die heutige Kirche errichtet worden ist, geht aus den mir vorliegenden Unterlagen nicht eindeutig hervor. Wahrscheinlich stammt sie aus der Zeit um 1600. Im 30jährigen Krieg hat Kreuzholzhausen und mit ihm auch die Kirche stark gelitten. Pfarrer Christoph fand nach seinem Amtsantritt 1634 nur noch an die 50 Einwohner vor, obwohl man vor dem Einfall der Schweden 400 bis 500 Seelen zählte. Viele wurden von den Schweden ermordet bzw. starben an der Pest (Pestsäule im Ort). Ende des 19. Jh. wurde die Zahl der Seelen mit 197 angegeben, heute sind es ca. 250 Katholiken.
Im Jahr 1640, also mitten im Krieg, hat man die nötigsten Reparaturen an der Kirche vorgenommen. In der Kirchenrechnung ist zu lesen, dass "die Notturfft" erforderte, das Kirchendach, die Friedhofmauer, das Vorhaus, die Stiegen und das Haus der unschuldigen Kinder zu erneuern ("auch der unschuldigen Kindtlein heißl außZebessern").

Umbau 1662/65
Schon im Jahr 1650 wird die Notwendigkeit beschrieben, das Gotteshaus und insbesondere die Sakristei zu erweitern. Nach Pfarrer Jacob Mois wurden die Kirche aber erst 1662 repariert und dabei das Langhaus um 29 Schuh (8,45 m) auf das heutige Maß verlängert. Ein bereits vorhandener Kapellenanbau "gegen den Friedhof hinaus mußte wieder abgebrochen werden, da er von der Hauptmauer abriß". Dafür wurde die heutige Bruderschaftskapelle hinter der Kanzel errichtet.
Belegt ist, dass im Jahr 1665 der Sattelturm erhöht wurde (Maurermeister Wolf Underberger aus Kollbach und Zimmerer Lorenz Schnitzenbäumer aus Schnitzenbaum bei Miesbach). Damals wurden auch drei von Bernhard Ernst in München gegossene Glocken angeschafft (durch Umgießen der älteren Glocken). Dass solche Baumaßnahmen so kurz nach der menschlichen und wirtschaftlichen Katastrophe des Krieges möglich waren, hat mit der Wallfahrt zum heiligen Kreuz zu tun.

Wallfahrt

Die ersten Kreuzgänge sind aus den Jahren 1627 und 1635 durch Ratsprotokolle und Kammerrechnungen aus Dachau belegt. Zur Wallfahrtsstätte wurde Kreuzholzhausen aber erst, nachdem 1642 der kurfürstliche Brauvorsteher und Rechungskommissär Philipp Holzhauser aus München der Kirche zu Holzhausen eine freie Nachbildung des Forstenrieder Kreuzes gestiftet hatte. Das originale Forstenrieder Kreuz, das aus der Burgkapelle Andechs stammte, galt als wundertätig und war schon länger ein Wallfahrtsziel. Die von Philipp Holzhauser gestiftete Kopie wurde 1642 in feierlicher Prozession von München nach (Kreuz)Holzhausen gebracht und soll schon bald nach ihrer Ankunft durch das Vergießen von Schweißtropfen seine Wunderkraft zu erkennen gegeben haben. Das verlieh der Wallfahrt einen spontanen Aufschwung.
Aber auch die Kreuzholzhausener gingen wallfahrten. Sie zogen alljährlich "mit dem Creuz" nach Forstenried und "nacher München". Wahrscheinlich zum hl.Benno, der damals in der Frauenkirche verehrt wurde. Wir wissen das, weil die Fahnenträger und Sänger ein kleines Zehrgeld erhalten haben, das in der Kirchenrechnung verzeichnet ist.

Die Verehrung des hl.Benno in Bayern entstand erst im 16.Jh im Zusammenhang mit der Reformation. St.Benno, der von 1066 bis 1106 in Meißen als Bischof gewirkt hatte, wurde am 16.Juni 1524 zur Ehre der Altäre gehoben. Luther verurteilte diese Heiligsprechung in seiner Schrift "Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden" aufs Schäfste. Als Sachsen 1539 protestantisch wurde, hat man das Grabmal Bennos geöffnet und seine angeblichen Gebeine in die Elbe geworfen. Allerdings behauptete der letzte Bischof von Meißen, der später übrigens selbst die evangelischen Konfession annahm, schon vorher die Gebeine aus dem Sarg entfernt und die Sekundärreliquien, das Messgewand, Mitra und Bischofsstab in Sicherheit gebracht. Sie wurden 1576 (wohl gegen einen ansehnlichen Betrag) zusammen mit einem Wunder-Verzeichnis dem bayerischen Herzog Albrecht V. überlassen. 1580 hat man die Gebeine in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt, wo sie nun das Ziel vieler Wallfahrer aus dem bayerischen Land waren. Maßgeblich dafür waren sicher seine Patronate für München und Altbaiern sowie seine Funktion als Wetterheiliger.

Kreuzbruderschaft
Der Ort wurde zu einem richtigen Wallfahrtsort. Deshalb versuchte der damalige Pfarrer Georg Christoph über den damaligen Fürstbischof Vitus Adam von Freising die Erlaubnis in Rom dafür zu bekommen, eine Kreuzbruderschaft zu errichten. Papst Urban VIII. gewährte dies in einem Breve vom 21.(23.) 7.1644, ebenso Papst Innozenz X. am 11.5.1647. Sie bekam den Namen "Bruderschaft des Heiligen Kreuzes für einen guten Tod". Philipp Holzhauser stattete die Bruderschaft mit einem Grundkapital von 400 Gulden, aus dessen Verzinsung zwölf Monatsgottesdienste für das Seelenheil der verstorbenen Kreuzbrüder und -schwestern finanziert werden konnten. Eine weitere Stiftung für 12 Monatsgottesdienste in Höhe von 300 Gulden machte Pfarrer Christoph; bei diesen Messen wurde am Schluss den Gläubigen eine Kreuzpartikel zum Küssen gereicht. Diese "groß und wohlansehnlich" Kreuzpartikel kam 1644 aus Schönbrunn; dort wurde 1725 ebenfalls eine Hl.Kreuz-Kirche gebaut. Die Kreuzpartikel wurde im Tabernakel des Hochaltars von Kreuzholzhausen aufbewahrt. Der Pellheimer Richter Paul Amann stockte 1682 das Kapital um weitere 200 Gulden auf. Ein großer Förderer war der kurfürstliche Hofbeamte Ambrosius Wagner aus München, der der Bruderschaft in den Jahren 1683 und 1688 insgesamt 2.750 Gulden zukommen ließ. Dechant Matthäus Schwarz errichtete 1748 eine eigene Bruderschafts-Caplanei (Manualbeneficium). Da aber kein Caplan für diese Stelle gefunden werden konnte, musste der Coadjutor (der Pfarrer selbst) die Obliegenheiten erfüllen.
Innerhalb dieser Bruderschaft existierte die schon 1642 gegründete "ewige Rosenkranzbruderschaft vor die sterbende Persohnen oder Stundt bruederschafft" (Stundenbruderschaft). Sie hat ihre Messen auf dem linken, der Muttergottes geweihten Seitenaltar lesen lassen. Auch diese Bruderschaft wurde von Amann finanziell "ordentlich fundiert", wie es heißt.
1656 zählte die Kreuzbruderschaft 2108 Mitglieder, darunter 1399 aus 130 Ortschaften des heutigen Landkreises Dachau.
Auch der Freisinger Fürstbischof Veit Adam vom Gepekh war von Anfang an Mitglied. Viele folgten seinem Beispiel. Nahezu der gesamte Weltklerus des Dachauer Landes, die Mönche aus den Klöstern Indersdorf und Altomünster, Adelige, Bürger und Bauern aus ganz Süddeutschland, ja bis aus Böhmen, Elsaß und Burgund ließ sich in die Bruderschaften aufnehmen.
Die Pfarrei Kreuzholzhausen und die Bruderschaften erhielten zahlreiche Spenden und Stiftungen und so konnte Anfang des 18.Jh die Kirche ausgebaut werden.


Weitere Ausbauten 1690-1723


Im Jahr 1690 wurde von dem schon als Förderer der Bruderschaften erwähnten kurfürstlichen Hofbeamten Ambrosius Wagner ein Choraltar gestiftet (um 1000 Gulden).

1723 wurde die Kirche erhöht, erhielt einen neuen Dachstuhl, ein neues Gewölbe mit neuer Ausmalung (vorher Deckentäfelung), zwei neue Seitenaltäre, neun ovale Fenster sowie ein neues Pflaster. Der Altarraum und der Choraltar wurden renoviert, der Kirchturm um 6 Meter angehoben. Zu den nicht unerheblichen Kosten von 1.479 Gulden leistete die Heiligkreuzbruderschaft einen freiwilligen Beitrag von 500 Gulden.

1740 wurde ein neuer Choraltar in Auftrag gegeben; der bisherige wurde in die Filialkirche von Puchschlagen abgegeben.

Matrikel 1740
Die Schmidt'sche Matrikel, die der Kanonikus Schmidt in den Jahren 1738 bis 1740 verfasst hat, enthält auch eine kleine Beschreibung der Pfarrei "s.Crucis in Holzhausen, vulgo Creutz-Holzhausen". Das Recht, den Pfarrer zu bestellen, wechselt monatlich zwischen dem Bistum Freising und dem bayerischen Kurfürsten in München (=Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof einen neuen Pfarrer bestellen, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten-ungeraden Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog). Der Pfarrer im Jahr 1740 war seit 24 Jahren, seit 1716, Dekan Matthäus Schwarz, der zugleich auch das Amt des Dekans im Dekanat Dachau ausübte.Der Pfarrhof zeigte mitsamt den landwirtschaftlichen Gebäuden "keine großen Schäden". Die Pfarrei war in den letzten zwei Jahrhunderten von 175 auf 300 Gläubige angewachsen. Die Kirche hatte drei Filialen: "in Puechschlagen, Fuessberg et Sigertshoffen".(Fußberg liegt bei Überacker im Landkreis FFB). Die Kirche in Creutzholzhausen beschreibt Schmidt als schönen Bau. Kein Wunder, denn die Kirche war erst 15 Jahre vorher völlig ausgestattet worden. Sie hatte vier Altäre: Der Hochaltar hatte die hl.Helena zur Patronin; in ihm eine Kreuzreliquie. Neben dem Hochaltar fällt das Epitaph des berühmten Leonhard Ostermayr ins Auge, Pfarrer von Kreuzholzhausen und Dekan, der am 29.April 1551 gestorben ist. Einer der Seitenaltäre war dem hl.Kreuz geweiht. Hier feierte seit 100 Jahren die Kreuzbruderschaft ihre Gottesdienste. Der andere Seitenaltar war der Jungfrau Maria gewidmet. Hier feierte die Rosenkranzbruderschaft. Der 4.Altar stand in der Kapelle und hatte den Apostel Judas Thaddäus zum Patron. Die Sonntagsgottesdienste wurden immer zweimal in Kreuzholzhausen und einmal in Puchschlagen gefeiert. Die vielen Festtage wurden in Kreuzholzhausen begangen. Das Kirchweihfest fand am Sonntag nach dem Fest des hl.Gallus (16.Oktober) statt. Schmidt betont, dass in der Kirche ein Taufbecken und die heiligen Öle sowie schöne Messgewänder vorhanden seien. Im Friedhof stand ein Beinhaus und im Turm hingen drei geweihte Glocken von ausgezeichnetem Zusammenklang. Die Einkünfte der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Landrichter aus Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen dises Pfarr-Gottshauses mechte sich diser Zeit gegen 1000 fl. (=Gulden) belauffen".

Beschreibung 1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht. Über Kreuzholzhausen schreibt er, die Pfarrei habe 397 Seelen in 61 Häusern. Dabei wohnten nur 127 Gläubige (in 22 Häusern) im Ort Kreuzholzhausen selbst; die übrigen in Fußberg 54 (5), in Puchschlagen 160 (28), in Rothof 8 (1) und in Sickertshofen (Siegertshof) 30 (3). Die in früheren Aufzeichnungen bis 1832 noch genannte Einöde Taudernasch (3 Seelen in 1 Haus) existierte 1870 nicht mehr. Das Dorf liege an der Vicinalstraße von Bergkirchen nach Einspach, heißt es. Wie auch andere Pfarreien in Bayern war auch Mitterndorf am 26. Juli 1830 von einer Monatspfarrei in eine Wechselpfarrei umgewandelt worden. Das Präsentationsrecht wechselte nun nach jedem Erledigungsfall zwischen dem Bischof in Freising und dem Kurfürsten in München.

Der Pfarrer wohnte in einem alten, aber gut gebauten Pfarrhaus. Früher gab es noch einen Coadjutor; doch im Jahr 1870 hatte der Pfarrer "wegen Priestermangels" die Seelsorge allein zu verrichten. Das Widdum, der Pfarrbauernhof, umfasste stolze 146 Tagwerk (49 ha) Grundfläche der Bonität 9. Über die Pfarrkirche schreibt Anton Mayer wörtlich: "Erbauungsjahr unbekannt. Renovirt 1846. Stil des 17.-18.Jahrhunderts. Geräumigkeit vollkommen genügend. Baupflicht: An der Kirche die Kirche, am Cemeterium (=Friedhof) die Gemeinde. Sattelthurm mit 3 unbedeutenden Glocken. Patrozinium Hl.Kreuzerfindung. 4 Altäre. Orgelmit 6 Registern. Gottesdienste: Regelmäßig je 2 Sonntage nacheinander, und an allen Festtagen, dann an den Quatembep.-sonntagen, am Fronleichnam-Sonntage, am Sonntage vor Kreuzerhöhung u.am Allerseelensonntage. Stiftungen: 4 Jahrtage, 2 Jahrmessen und 8 Quatembermessen (Quatembertage sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag, Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag) . Außerdem verpflichtet das Schwarz'sche Benefizium zu 104 Wochenmessen. Cemeterium mit einer sehr kleinen Capelle. Die Kirchenrechnung für 1868 ergab bei 2428 Einnahmen und 553 Lasten einen Reinertrag von 1875 Gulden. Vermögen der Pfarrkirche: 5.400 Gulden.

Die letzte Renovierung der Kirche wurde 1988 durchgeführt.

Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Glockenweihen, Priesterjubiläen, Orgelweihen oder sogar Kriminalfälle beschrieben, wie hier auf der Seite für Kreuzholzhausen. Auch vom Pfarrer als Kirchturmuhren-Entwickler ist die Rede.
Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken Sie hier...


Baubeschreibung

Die große Kirche liegt am nordwestlichen Rand des Dorfes, auf einem Hügel, inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der wohl noch spätgotische, zweijochige Chor ist gegenüber dem Kirchenschiff kaum
eingezogen. Er schließt in drei Achteckseiten.
Das Langhaus, das Kirchenschiff, besitzt fünf Achsen
; seine Größe ist nur durch die Wallfahrt zu erklären. Die Fenster sind barock verändert und oben und unten gerundet.
Außen an der Südwand hängt in einer kreuzförmigen Nische ein sehr großes Kruzifix. Es ist eine Nachbildung des berühmten wundertätigen Kreuzes von Forstenried, wie es auch im Inneren zu sehen ist. Das Kruzifix zeigt die lebensgroße Gestalt des Erlösers als "Christkönig". Das Haar fällt in zwei geflochtenen Strähnen auf die Schultern. Das vor dem linken Bein leicht geraffte Lendentuch hält ein breiter Gürtel zusammen.
 
Unter dem Kreuz befindet sich eine Karnernische.
An der Südwand ist eine kleine Sonnenuhr auf einer Kalksteinplatte (19.Jh) angebracht.
Wenn Sie weitere Sonnenuhren an den Kirchen des Dachauer Landes sehen möchten, die ich auf einer Sonderseite zusammengestellt habe, klicken Sie hier...

 

Der doppelgeschossige Sakristeianbau an der Südseite zwischen Chor und Schiff wirkt fast wie ein Querschiff und ist mit seinem geschwungenen dreigliedrigen Barockgiebel der Blickfang im Ortsbild. In drei überdachten Nischen an diesem Giebel sind die Figuren der Heiligen Familie, von links: Maria, Jesus und Josef zu sehen, die vor der Renovierung, zumindest eine Zeit lang, auf dem linken Seitenaltar gestanden hatten.

Der fünfgeschossige Turm steht an der Nordseite der Kirche. Er ist mit Friesen geschmückt und trägt ein Satteldach mit sechs Giebelansätzen. In der Glockenstube hinter den doppelten Schallöffnungen hängen drei Glocken. Zwei wurden 1665 von Bernhard Ernst in München gegossen, dritte 1955 in Erding bei Karl Czudnochowsky.
Eine Übersicht über die ältesten Glocken im Landkreis Dachau finden Sie hier...

Westlich an den Turm angebaut und mit dem nordöstlichen Langhaus verbunden ist die barocke Bruderschaftskapelle aus dem 18. Jh. Das Vorhaus über dem Eingang an der Südwestseite wurde 1930 erbaut.



Innenausstattung

Altarraum

Der eingezogene, dreiseitig geschlossene Altarraum ist um eine Stufe höher als das Kirchenschiff. Er besitzt ein Tonnengewölbe mit halb herabreichenden Pilastern und Stichkappen über den Fenstern. Der Altarraum ist 6,40 m hoch.


Choraltar / Hochaltar

Der heutige Hochaltar/Choraltar wurde um 1740 vom Dachauer Kistler Nikolaus Prugger (1684-1749), dem Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750) und dem Maler Franz Mayr (1707 -1752) errichtet. Vier schräggestellte Säulen und zwei Pilaster tragen das vorkragende Gebälk. Prägend ist aber der geschweifte, baldachinartige Altaraufsatz. Das Antependium ist mit Holz verkleidet und rosa-blau marmoriert. Die Ornamentsleisten sind vergoldet. Die drei Dachauer Künstler haben nicht nur bei der Erstellung des Choraltars in Puchschlagen sondern auch in den Kirchen von Etzenhauen und Kreuzholzhausen zusammengearbeitet, wo sie ebenfalls die Hochaltäre gestalteten.

Auf dem Altarblatt sind die Auffindung des heiligen Kreuzes durch St.Helena und die Kreuzesprobe dargestellt. Das Bild wurde mit Ölfarbe auf Leinwand-untergrund (andere Quelle: Holzuntergrund) im 18.Jh (andere Quelle: 17.Jh) gemalt.


Nach der Legende hatte die hl.Helena im Jahr 320 nach dem Kreuz Christi suchen lassen. Die Ausgräber fanden 3 Kreuze.Das Kreuz Christi wurde dadurch identifiziert, dass ein Toter, den man nacheinander auf alle drei Kreuze gelegt hatte, an diesem Kreuz wieder zum Leben erweckt wurde. Das Hochaltarbild von Franz Mayr zeigt im Vordergrund diese Szene. Im Hintergrund des Bildes wird eine zweite Kreuzlegende dargestellt: Kaiser Heraklius trägt das vom Perserkönig Chosroas entführte Kreuz im Jahr 627 im Triumph zurück nach Jerusalem.

Das Altarblatt wird flankiert von den Figuren der Heiligen Barbara und Katharina, die beide zu den 14 Nothelfern zählen. Die Heiligen tragen Kronen auf dem Kopf und führen jeweils ein Schwert in der Hand. Barbara hält dazu noch einen Kelch, Katharina einen Palmzweig als Zeichen für das Martyrium in der Hand. Die Figuren wurden im 18.Jh. geschnitzt.
  
  Hinweis: Die hl. Barbara mit Krone auf dem Haupt und in ein edles Gewand gekleidet, hält ein Schwert und einen Kelch in den Händen. Die Heilige ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst (deshalb das Schwert in der Hand). Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm).
Die hl.Katharina soll der Legende nach eine Königstochter aus Zypern gewesen sein. Im Jahr 306 wurde sie wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet.Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen.
Im Aufsatz des Hochaltars wimmelt es von Engeln . 21 Putten umschweben eine Kartusche mit dem Text: "Heiliges Kreuz sei gegrüßt". Ganz oben schwebt eine Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz. Der Aufsatz soll aus Teilen des früheren Bruderschaftsaltars zusammengestellt worden sein.
 
  Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach).

Der Tabernakel aus der Rokokozeit ist aus Holz gearbeitet und vergoldet. In der konkaven Nische steht ein frühklassizistisches Tabernakelkreuz aus der Zeit um 1790. Es hat einen Holzkern und ist mit getriebenem und versilbertem Messingblech verkleidet.

Der alte Altar aus der Zeit vor 1740, der 1690 von dem schon als Bruderschaftsförderer genannten kurfürstlichen Hofbeamten Ambrosius Wagner gestiftet worden war, wurde übrigens in die Filialkirche St. Kastulus zu Puchschlagen übertragen, wo ein Gewölbeeinsturz den dortigen Altar schwer beschädigt hatte.

Figuren an den Wänden des Altarraums

 
An den Chorwänden stehen auf gemauerten Konsolen Holzskulpturen (um 1770) vom Apostel Johannes (links)
und von der Muttergottes. Beide Figuren waren früher unter dem Wallfahrtskreuz am rechten Seitenaltar gestanden.
   
An der Südseite sitzt auf einer Konsole St.Wolfgang im vollen Bischofsornat und hält in der linken Hand ein Kirchenmodell (1710).
  Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst als Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. Die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten.



Deckenfresko im Altarraum

Das 4,00 x 2,60 m große Deckenfresko im einfachen Stuckprofilrahmen mit dem Thema Aufnahme Mariens in den Himmel wurde von Johann Georg Pfeil aus Lauterbach (1699-1728) im Jahr 1722 gemalt (sign). Im oberen Teil steht Christus mit einem großen Kreuz im Arm auf Wolken. Er reicht seiner neben ihm knienden Mutter die Hand. In der unteren Bildhälfte ist der leere Sarkophag von Maria zu sehen, um den sich 11 Apostel scharen. Im und um den Sarg herum liegen viele Rosen. Das Gemälde war 1874 bei der Renovierung des Altarraums übertüncht worden. Seit 1971 ist es wieder freigelegt. Leider ist es nicht mehr gut erhalten. Die Farbe sind bis zur untersten Schicht abgerieben.

Weitere Bilder im Altarraum

Auch ein Ölbild an der linken Chorseite hat die Aufnahme Mariens in den Himmel zum Thema.
In der oberen Bildhälfte steht Maria -mit einem kostbaren Kleid und einem Mantel bekleidet- auf Wolken. Drei Engel schmiegen sich an sie. Zwei weitere Engel halten über ihr die Krone des Himmels bereit. Zu beiden Seiten Mariens musiziert eine große Engelschar mit Flöte, Violine, Laute, Cello und Harfe. In der unteren Bildhälfte ist -noch deutlicher als im Deckenfresko- der leere Sarkophag von Maria zu sehen, um den sich hier 12 Apostel scharen.
Einige blicken ratlos in den Sarkophag, die übrigen haben die Hände gefaltet und wenden sich der aufgefahrenen Gottesmutter zu.
(1. Hälfte 17. Jh., Öl auf Holz, Maße: 175 x 167 cm in rundbogigem Rahmen).
  
An der rechten Wand im Altarraum wird in einem weiteren Ölbild der Höllensturz der abtrünnigen Engel dargestellt, ein Thema, das uns im Auszug des rechten Seitenaltars wieder begegnen wird. St. Michael stürzt Luzifer mit einem Kreuzstab in den Abgrund (Öl auf Leinwand, 18.Jh, Maße: 127 x 73 cm).

Zelebrationsaltar

Der jetzige Zelebrationsaltar (Volksaltar) stand ursprünglich in der an der Nordseite angebauten Bruderschaftskapelle.
Er wurde um 1970 aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils, und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.
  Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten ( Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.

Durch den Höhenunterschied zwischen Chorbogen und Altarraum ergibt sich ein Wandstück, an dem in einem Fresko vier Putten dargestellt sind, die einen Vorhang zurück ziehen und ein Kreuz im Strahlenkranz enthüllen.

 

Kirchenschiff / Langhaus

Das Kirchenschiff wird durch 4 Fenster im Süden und 3 Fenster im Norden erhellt. Die Fenster haben die barocke Ovalform. Die Decke besteht aus einem Tonnengewölbe. Einfache Stuckarbeiten umrahmen die Deckengemälde

Deckenfresken im Langhaus

Auch die Deckenfresken im Langhaus wurden 1721-1723 vom 22 bis 24 jährigen Johann Georg Pfeil gemalt. (Signatur über der Orgel: "Johann Georg/Bfeill Bictor/ Anno 1722"). Sie bestehen aus drei größeren Bildern, die thematisch mit Kaiser Konstantin und der Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahr 312 zu tun haben sowie aus vier kleineren ovalen Gemälden mit einer Darstellung der Evangelisten. Die Fresken wurden 1949 vom Maler A.Frank renoviert.

Das Fresko über der Empore und der Orgel zeigt die erste Vision des Kaisers Konstantin.
In einer weiten Landschaft vor dem Hintergrund von Kirchen und Palästen steht links Kaiser Konstantin in Rüstung mit Feldherrnstab in der Hand. Bei ihm sind drei Hauptleute in römischer Kriegerbekleidung. Sie weisen mit entsetzter Miene und Gesten der Erregung zum Himmel, wo ein riesiges Kreuz im Strahlenkranz erscheint. Nach der Legende hatte Kaiser Konstantin vor der entscheidenden Schlacht an der Milvischen Brücke zwei
Kreuzvisionen. Hier ist soll erste dargestellt werden, auch wenn die Legende selbst von einem schlafenden Kaiser berichtet, dem im Traum ein Kreuz erschien.

Das mittlere Bild handelt von der zweiten Vision des Kaisers Konstantin. In der Bildmitte steht ein großes Rundzelt. Die seitlichen Zeltwände sind zurückgeschlagen. Im Innern sieht man den schlafenden Kaiser. Auf einem Tisch neben ihm liegt seine Krone. Zwei Soldaten in prächtiger Rüstung halten Wache. Im gesamten Gelände sind viele weitere Zelte aufgebaut. Am Horizont sind links und rechts zwei Städte auf Erhebungen zu sehen. Der Kirchturm der linken Stadt gleicht dem der Dachauer Jakobskirche. Über dem Zelt erscheint auf Wolken Christus mit dem Kreuz im Arm. Von ihm gehen Strahlen zum Heerlager hernieder. Aus dem Mund Jesu kommen die
Worte "In hoc Signo vinces" (In diesem Zeichen wirst du siegen). Nach der Legende soll dem Konstantin in der zweiten Nacht Christus selbst erschienen sein, und ihm angeraten haben, das Zeichen, das er in seinem ersten Traum gesehen hatte, zum Feldzeichen in der kommenden Schlacht zu machen. Dann werde er siegen.


Im vordersten Fresko in der Nähe des Chorbogens ist die Schlacht an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 zu sehen. Vor dem Hintergrund der stark befestigten Stadt Rom mit vielen Kirchen und Zwiebeltürmen tobt auf dem Feld die Schlacht. Kaiser Konstantin, in Rüstung und mit Kaiserkrone auf dem Haupt, reitet mit gezogenem Schwert dem fliehenden Kontrahenten Maxentius nach, der mit Krone und Turban dargestellt ist.
Vor Konstantin reitet ein Krieger und hält die Fahne mit dem Kreuzzeichen in der Hand. Links im Bild fließt der Tiber. Im Fluss sieht man die zur Hälfte eingestürzte Milvische Brücke, über die die Feinde in den Fluss hineingedrängt werden. Zahlreiche Ertrinkende und Tote treiben im Wasser. Nach der Legende soll Kaiser Konstantin Christus gebeten haben, sein Land möge nicht mit feindlichem Blut befleckt werden. Als der Gegenkaiser Maxentius vor der Schlacht über eine Kahnbrücke den Tiber überschreiten wollte, brach die Brücke und viele Krieger ertranken. Nach der Schlacht wurde das Christentum im römischen Reich als Staatsreligion eingeführt.

Um das mittlere Fresko herum sind in vier ovalen Bildern die Evangelisten, umkränzt von einem Heiligenschein (Nimbus) in Form eines diffusen Lichtscheins dargestellt.

Vorne links : Johannes mit Buch, Schreibfeder und seinem Attribut, dem Adler. Den Vogel verstand man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums.
 
Vorne rechts: Matthäus mit einem Menschen. Der Mensch weist auf den Stammbaum Jesu und auf seine Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin, 
Hinten links: Markus mit Löwen. Der Löwe wird als Hinweis auf den Anfang des Markusevangeliums verstanden, das von der Predigt des Johannes in der Wüste berichtet.
 
Hinten rechts: Lukas mit Stier (siehe Bild rechts). Das Opfertier galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt.
Die vier Evangelistensymbole Engel, Löwe, Stier und Adler haben ihren Ursprung in den Cherubim, den himmlischen Altar- und Thronwächtern. Sie werden in den Gottesvisionen Hesekiels (AT) und in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst wurden sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelaltar.

 


Bruderschaftskapelle

An die Nordseite der Pfarrkirche ist seit 1663 eine Bruderschaftskapelle angebaut. Sie diente den Andachten der 1642 gegründeten Rosenkranzbruderschaft und der 1644 errichteten Kreuzbruderschaft. Hier stand früher auch ein Bruderschaftsaltar, der dem hl.Apostel Judas Thaddäus geweiht war. Der Zugang liegt zwischen dem linken Seitenaltar und der Kanzel.
An der Wand hängt ein großes barockes Kruzifix. Der Korpus ist mit vielen Wunden übersät.
Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt, wie dies an den Nachbildungen des Forstenrieder Kreuzes in der Kreuzholzhausener Kirche sehr schön zu sehen ist.
  Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.
In der Kapelle steht heute das gemauerte Taufbecken aus der 2.Hälfte des 18.Jh. Auf dem rot-weiß marmorierten Holzdeckel steht eine Täufergruppe: Johannes im blau-goldenen Gewand tauft mit der Schale den vor ihm knienden Jesus. Der ist mit einem rot-goldenen Gewand bekleidet. Hinter den beiden Figuren steht dekorativ eine Palme. In der Bruderschaftskapelle befindet sich auch der Zugang zur Kanzel.



Epitaphe (Grabplatten)


von 1551

von 1571

  von 1630

von 1635

17.Jahrhd

  von 1692

von 1699

   1747

1819

1821

1888

Jahr
Standort
Beschreibung/Text
1551
Langhaus West
Leonhard Ostermair, 29.4.1551, Dekan und Pfarrer
Priester mit Kelch in Ädikula
Kalksandstein (185 x 91, unten Sockel mit wohl Steinmetznamen : NUS SNIDER / STAIN..)
1630
Langhaus
Süd
Georg Christophorus, Pfarrer 1630 (49 x 31,5 cm). Der Text auf dem Grabstein lautet:
  "Der Chreitzigung Christi zu Ehren Hat H.Georg Christoph Pfarrer Alhie So Dabei Begraben In dem Khoth Dise gedechtnus Stellen lassen.
AD 1630"
1635
Chor Südost
Grabstein für Pfarrer Balthasar Brändl aus dem Jahr 1635. Auf dem Relief kniet ein Mann vor einem Kreuz. Aus seinem Mund kommen die Worte: "Jesus miserere nobis" (Jesus erbarme dich unser). Am Sockel des Kreuzes liegt ein Totenschädel. Im Hintergrund Jerusalem. Rechts davon ein Bauer mit einer dreizinkigen Heugabel. Diese Figur taucht auch auf dem Wappen auf, das neben dem Kreuzsockel lehnt. Der Text auf dem Grabstein lautet:
  "Gott dem Allmechtigen und der Hochgelobten Himmelskönigin Maria wie auch dem heilligen Creitz zuschuldigst Ehr hat der Ehrwirdig geistlich und wohlge... Herr M. Balthassar Brändl gegenwärtigen Neuen Hochaltar auch ... zu ainen gedechtnuß dissen grabstein hiehr machen lassen Welcher AD 1635 In gott verschiden deme der Allmechtig gnedig und Barmherzig sein möge."
Möglicherweise hat sich Pfarrer Brändl den Stein schon vorher machen lassen, weil die Jahreszahl offensichtlich an einer freigelassenen Stelle eingraviert ist. Im Jahr 1635 waren zudem 90 % aller vorherigen Einwohner des Ortes durch den Schwedeneinfall umgekommen.
1649
Bruderschafts-
kapelle
19.5.1649
Rotmarmor, unten Wappen (85, 5 x 42 cm, teilweise abgetreten)
1657
Chorbogen-
laibung Süd
Georg Christophorus, 6.4.1657, Pfarrer, "Hic curcis erexit. . . "
Heller Marmor, unten Kelch (75 x 43 cm)
1692
Chor Nord
Ambrosius Wagner, 20.9.1692, kurfürstlicher Rechnungskommisar
Rotmarmor unten Wappen (119 x 65,5 cm)
  Text: Anno Domini 1692 Dez. selbst ist in Gott selig verstorben und allda begraben Herr Ambrosius Wagner gwester Churfürstlicher Rechnungscomisarius und prev. Verwalter zu Minchen wie auch der Alhiesigen Lob und Bruederschaft des heiligen Creizes......deme Gott ein frelich Auferstehung gnedig verleihen wolle. Amen".
1699
Chor Nord
Jakob Ködlmayr, 8.7.1699, Pfarrer, Geistlicher kniet vor Kruzifix
links im Hintergrund Kirche von Kreuzholzhausen
Rotmarmor (120 x 71 cm).
1747
Langhaus Nord unter Kanzel
Mathäus Schwarz, gest. 26.10.1747 im 66.Lebensjahr, Kanoniker Altötting,
11 Jahre Kammerer Kapitel Dachau, 18 Jahre Dekan und 32 Jahre Pfarrer.Während dieser Zeit wurde das heutige Gotteshaus gebaut. Kalksandstein, unten Kelch (71 x 51 cm)
  Text: Plurimum Reverendus Nobilis ac Clarissimus Dominus Matthaeus Schwarz A:A:L: et Phlice Magister, I:v:c., per annum Canonicus vet: oettingae, ven: Capituli Dachaviensis per 11: annos Camerarius, 18.Decanus, et 32.huius Loci Parochus. Beneficii noviter erecti fundator aetatis 66. die 26.oct. Anno 1747 piissime in Domino obiit hic ?? pustus jacet Requiescat in Pace. Sancta amen.
außen
1821
Philipp Stephan, 2.7.1821, 25 Jahre Pfarrer
Kalksandstein (70,5 x 51,5 cm)
1571

Mathäus Peck, 1571, Pfarrer
gebrannter Ton, unten Kelch (60 x 47 cm)
Text:
"Anno Domini 1571 starb der Geistl. Herr Matheus Peck gewester Pfarher... Got genad"

17. Jh
Langhaus Nord

Sachorina Seidbold, 17. Jh.
Rotmarmor (42 x 30 cm)
  Text: Hir ligt begraben die dugesame Junchfrau Sachorina Seidbold, der Gott genedigst ....

1819
Johann Georg Hoffner, 23.4.1819, Pfarrer,
Kalksandstein, oben Kelch mit Hostie (76 x 53 cm)
  Text: "Sta Viator et attentus audi Momentorum, quod hic dico tibi Memento Mori
memento mori et praecare pro me hoc rogat illud monet. Qui hic sepultus jacet
Georg Hoffner st. Theol. Lic. 10 Par. 43, sacerd. ann.72
Obiit annorum 95, Die 23 April 1819"
1888
Pfarrer Josef Felber (1871- 93) und Pfarrer Anton Haas (1888)
Weißmarmor (107,5 x 49,5 cm)
1959
Priestergrab Andreas Furtner 26.11.1885-1959



Seitenaltäre

Die Seitenaltäre aus der Zeit um 1710 sind im typischen Rokokostil reich verziert. Die Retabel werden durch gewendelte Säulen gestützt. Die Tabernakel sind mit Rocailleornamenten verziert. Die Altaraufsätze sind mit vergoldeten Rahmen und Leisten sowie Putten, Ziervasen und brennenden Herzen im Strahlenkranz geschmückt. Seit der letzten Renovierung sind die Altäre schräg in die Ecken gestellt.

Linker Seitenaltar
Der linke Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht. Ihre gekrönte Statue mit dem segnenden Kind auf dem Schoß steht unter dem Baldachin in der Nische, die mit Goldbrokatvorhängen ausgestattet ist. Der Baldachin symbolisiert schon seit dem Altertum Würde und Heiligkeit der darunter stehenden Gestalt. Früher standen hier auf dem Altar die Figuren der Hl.Familie, die jetzt in den Giebelnischen an der Sakristeiaußenwand untergebracht sind.
Der Altaraufsatz mit geschweiftem Giebel enthält ein ovales Bild mit der Darstellung der Hl.Dreifaltigkeit in goldenem, aus Zopfmustern bestehenden Rahmen (Bild rechts). Darunter ein mit Rosen verziertes flammendes Herz, das das Herz Mariens darstellen soll. Es korrespondiert mit dem ähnlich gestalteten Herzen Jesu am rechten Altar.


Rechter Seitenaltar
Das Kruzifix im rechten Seitenaltar ist eine Nachbildung des (romanischen) Forstenrieder Kreuzes und wurde um 1642 von Philipp Holzhauser aus München gestiftet. Zu ihm führte auch die bald darauf einsetzende Wallfahrt, nachdem gesagt worden war, die Heilandsfigur am Kreuz habe Schweiß und Tränen vergossen. Der Korpus trägt statt einer Dornenkrone eine Königskrone. Ganz in der Tradition der Romanik hängt Christus in hoheitsvoller Haltung und mit geöffneten Augen am Kreuz. Die Muskulatur des Oberkörpers und das von einem Gürtel zusammengehaltene Lendentuch sind zeichnerisch aus dem Holz herausgearbeitet.
Das Leiden Jesu klingt nur durch das gesenkte Haupt an. Die übereinander genagelten Füße weisen bereits in die Gotik. Vier Englein umschweben das Kruzifix. Der Kreuzesstamm und die Fassung (=Bemalung) des Corpus wurden inzwischen erneuert. Das originale Forstenrieder Kreuz stammt aus Andechs und entstand um das Jahr 1200.
  Hinweis: In der Kunst der Romanik und der Neuromanik ist die Dornenkrone durch die Königskrone ersetzt (z.B. Bergkirchen, Deutenhausen). Damit soll auf die Überwindung der Sünde (= Dornen) durch Christus hingewiesen werden.
Die Figuren von Maria und Johannes, die heute im Altarraum aufgestellt sind, gehörten ursprünglich zu diesem Kreuz. Diese Gruppe ist im rechten Bruderschaftsbild an der unteren Emporenbrüstung als Altar dargestellt.
Im Altaraufsatz ein ovales Bild mit dem (sehr weiblich wirkendem) Erzengel Michael, der den Luzifer stürzt.
Am unteren Rand des Rahmens ist eine Herz-Jesu-Plastik angebracht (Herz in Vasenform, aus dem Flammen lodern, von einer Dornenkrone umwunden).


Große Ölbilder im Kirchenschiff

Eine Besonderheit der Kirche in Kreuzholzhausen sind die großen Ölbilder mit Darstellungen aus der Leidensgeschichte, die an den Seitenwänden hängen und das Erscheinungsbild des Kirchenraums stark prägen. Auch sie wurden von Johann Georg Pfeil im Jahr 1723 gemalt (Signatur "Johann Georg: / Bfeill Bictor" am Bild Kreuzaufrichtung). Die Bilder wurden von verschiedenen Adeligen aus der Umgebung der Wallfahrtskirche gestiftet. Ihre Wappen sind auf den Bildern zu sehen. In Kreuzholzhausen hängen 5 Bilder; ein weiteres Bild aus dieser Serie soll sich heute in Hebertshausen befinden (in den dortigen Kirchen ist es aber nicht zu sehen).
Die abgebildeten Personen sind sehr dynamisch und mit viel Sinn für Dramatik dargestellt.

links neben der Kanzel:
die Geißelung Christi,
Stifter: DIXFVC&
     
im Altarraum rechts:
Jesus fällt unter dem Kreuz
Stifter: MFDEEVR / DZAPZE
rechts hinten:
Jesus wird ans Kreuz genagelt
.

Stifter:IFRILB de PPdd SPIMM
  im Altarraum links: Lanzenstoß
Stifter: MTFVFCCVH (Wappen Hundt)
rechts vorne:
Kreuz-Aufrichtung
,
Stifter: CPFVMZP
(Wappen AV=wohl Pellheim)


Kanzel

Besonders prächtig ist die an der Nordwand angebrachte Rokokokanzel, die von der Bruderschaftskapelle aus begangen werden kann. Am elegant geschwungenen Kanzelkorb sind zwischen vergoldetem Rocailleschmuck drei Bilder (Öl auf Holz) in verziertem Rahmen zu sehen:
Auf der Westseite St.Petrus mit auf dem Kopf stehendem Kreuz und den Himmelsschlüsseln.
Auf der Südseite (Mitte) ein Bild des Guten Hirten, auf der Ostseite St.Paulus mit dem Schwert.
Die Rückwand ist mit einem weiteren Bild des Guten Hirten geschmückt.

Auf dem Schalldeckel sitzen inmitten von Rocailleverzierungen drei Putten. Der oberste Engel hält ein Kreuz im Arm.
An der Unterseite des Schalldeckels das Relief einer Heilig-Geist-Taube.
  Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.


Kreuzwegbilder
1736 setzten Franziskaner aus München den Kreuzweg in der Wallfahrtskirche Kreuzholzhausen ein. Für die vierzehn Stationsbilder erhielt der Maler Franz Mayr aus dem nahen Lauterbach 36 Gulden.
Mehr über Franz Mayr ....


Kirchenbänke

Die Kirchenbänke (16 Reihen links und 11 Reihen rechts des Mittelganges) haben Wangen, die mit barocken Schnitzereien verziert sind. Sie stammen auf der Südseite aus dem 18.Jh, auf der Nordseite aus dem 19.Jh. Dort sind an den Bänken auch noch gemalte Namensschildchen zu sehen. Auf der unteren Empore stehen sechs alte Bankreihen aus dem 18.Jh.
Wenn Sie sich für die Wangenmuster in den übrigen Kirchen des Landkreises Dachau interessieren, klicken Sie hier...


Die schmiedeeisernen Apostelleuchter stammen aus dem 19.Jh


Opferstock

An der letzten Bank steht ein wunderschöner Opferstock aus Holz mit Metallschließen auf einem mit Rocaillemustern verzierten Holzpflock. Der insgesamt 88 cm hohe Stock wurde wohl im 18.Jh erstellt.
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..

Über den Bänken hängen Messingleuchter mit Glühbirnen in Kerzenform.

KreuzwegbilderKreuzwegbilderWangen der KirchenbänkeSt.AntoniusDeckenfresko: 1.Vision des Kaisers KonstantinEvangelist LukasEvangelist MarkusEvangelist JohannesEvangelist MatthäusSchlacht an der Milvischen BrückeZweite Vision des Kaisers KonstantinVerspottung JesuGefangennahme JesuJesus wird ans Kreuz geschlagenPietaJesus vor HerodesBruderschaftsbildBruderschaftsbild: Hilfe in der SterbestundeEpitaph aus 1551St.FranziskusKanzelWangen der KirchenbänkeKreuzwegbilderVortragekreuzGeißelung JesuJesus wird ans Kreuz geschlagenOrgel
Vergrößerung von 23 Details (Deckengemälde, Emporenbilder,   Kreuzwegbilder, Epitaph, Kanzel, Ölbilder) per Mouseklick

Vortragekreuze
An den vorderen Bänken ist ein Vortragekreuz im Rokokostil auf rot-weiß gestrichener Stange befestigt.
Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will,der
verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh.

Figuren im Kirchenschiff

An den Seitenwänden im Kirchenschiff stehen im rückwärtigen Teil zwei neubarocke Figuren aus dem Ende des 19.Jh auf Konsolen. Sie sind die bekanntesten Heiligen des Franziskanerordens, die in braune Kutten gekleidet sind. Die Farbe Braun steht in der Tradition für Demut und Bescheidenheit.
Rechts St. Franziskus im braunen Ordensgewand mit einem Kreuz in der Hand. Der Heilige Franziskus entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege und Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer.

Franziskus wird häufig mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen.
Links der hl. Antonius mit Buch und Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.
  Hinweis: Der Heilige lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die Sekten der Katharer, Albigenser und Waldenser wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg: Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals
  erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Das Jesuskind auf seinem Arm ist Hinweis auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand.



Bilder an der Emporenbrüstung

Die Bilder an der Emporenbrüstung wurden 1729 vom Brucker Maler Joseph Krenauer (+1738) geschaffen. Sie zeigen in den fünf quadratischen Bildern Passionsszenen und in den beiden rechteckigen Bildern die himmlischen Guttaten, deren die Mitglieder der Bruderschaften teilhaftig werden konnten. Für die beiden rechteckigen Bilder (Schutzmantelmadonna und Hilfe in der Sterbestunde) erhielt Krenauer 12 Gulden.

Obere Emporenbrüstung
links:
Gefangennahme Jesu in Gethsemane
.
Soldaten fesseln Jesus und schleifen ihn davon. Im Hintergrund ein Soldat mit einer Fackel.
rechts: Jesus vor Herodes.
Untere Emporenbrüstung
 
 
Ecce Homo
Schutzmantelmadonna
Pietà
Hilfe in der Sterbestunde
Kreuzigung

Südseite außen: Verspottung Jesu. Zwei Soldaten ziehen die Rockschöße des Mantels Jesu auseinander und präsentieren den Gegeißelten der pöbelnden Menge.

Südseite innen: Auf dem südlichen Bruderschaftsbild sieht man links einen Priester während der Wandlung vor dem Hl. Kreuz-Altar. Darüber, in den Wolken und inmitten seiner Heerscharen, sendet Gottvater den Heiligen Geist zu Maria herab. Die Muttergottes kniet in der Bildmitte und breitet ihren Schutzmantel über die geistlichen (Papst) und weltlichen (Kaiser) Stände der Christenheit. Mit ihrer Linken zeigt sie auf Christus, der schräg über ihr auf einer Wolke kniet. Jesus hält das Kreuz im Arm und weist auf seine Seitenwunde. Daneben tragen Engel die Leidenswerkzeuge (Arma Christi). Rechts unten im Bild schmachten in der Glut des Fegefeuers die Armen Seelen, von denen eine eben erlöste in Gestalt eines Kindes zum Himmel schwebt.

 

Hinweise: Der Bildtypus der Schutzmantelmadonna ist bei uns seit dem 14.Jh verbreitet. Er wurde vor allem von den Zisterziensern und Dominikanern gefördert. Die Darstellung geht auf den Mantelschutz im alten Rom (lateinisch velamentum) zurück, den man Verfolgten gewähren konnte. Auch aus dem Mittelalter ist bekannt, dass insbesondere vornehme Frauen das Recht hatten, Flüchtlingen unter dem Mantel oder Schleier Schutz zu gewähren. Abgeleitet davon, entstand die Darstellung der Schutzmantelmadonna. In alten Schriften wird das Motiv der Schutzmantelmadonna mit dem lateinischen Terminus auch als Mater omnium, "Mutter aller", bezeichnet.
Der Name Fegefeuer geht auf das mittelhochdeutsche Wort fegen für reinigen zurück (mittellateinisch purgatorium). Nach Papst  Gregor d. Großen (540-604) ist es der Ort, an dem die  Seelen Verstorbener durch zeitlich begrenztes Feuer, Eis oder Wasser von ihren lässlichen Sünden gereinigt werden. Nach katholischen Glauben können Menschen durch Gebete und die Feier von Seelenmessen die Aufenthaltsdauer einer Seele  im Fegefeuer verkürzen. Die protestantischen Kirchen lehnen die Lehre vom Fegefeuer ab.
Der Historiker Robert Böck weist noch darauf hin, dass auf dem Bild auch die im 17. und 18.Jh in Altbayern und Schwaben vielfach verehrten "Sieben Zufluchten" versammelt sind. Das sind die Heiligste Dreifaltigkeit, der Erlöser mit Kreuz, die Eucharistie, die Muttergottes, die Engel, die Heiligen und die Armen Seelen im Fegefeuer.



Mitte: Pietà . Maria als Schmerzensmutter mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß
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Pietà -Darstellungen im Landkreis...
Hinweis: Die Darstellung der Muttergottes mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß entspricht keinem Bibelbericht. Nach dem Johannesevangelium stand Maria zwar unter dem Kreuz; ihre Anwesenheit bei der Kreuzabnahme ist aber nicht belegt. Deshalb standen die Pietàs in Italien lange unter dem Verdacht der Ketzerei und wurden auch von den Reformatoren in Deutschland abgelehnt. Den Namen Vesperbild erhielten sie, weil die Zeit, die im Stundengebet der Mönche und Nonnen der Trauer um den Tod Jesu gewidmet wird, der Sonnenuntergang ist, die Zeit der Vesper. Der Begriff "Pietà" (ital. Mitleid) weist nach Robert Böck auf die kindliche Liebe und das innige Mitgefühl hin, das die Gläubigen dieser Darstellung entgegenbrachten.


Nordseite innen: Das nördliche Bruderschaftsbild stellt die Hilfe in der Sterbestunde dar. In der Bildmitte ist ein Priester im weißen Chorrock zu sehen, der einem Sterbenden die Sakramente spendet. Hinter ihm holt der Tod als Sensenmann mit einem Pfeil in der Hand zum tödlichen Stich aus. Der Schutzengel und der Erzengel Michael schützen den Hinscheidenden vor den Teufeln, die ihn umringen und mit eisernen Haken aus dem
Sterbebett reißen wollen. Darüber schwebt, von vielen Engeln umgeben, die Muttergottes. In den Wolken sind Christus und Gottvater zu sehen. Links neben Christus hält ein Engel eine Schale mit Herzen, ein anderer Engel einen Rosenkranz. Als Vorlage für dieses Bild diente der von Michael Wening geschaffene, 1681 datierte Kupferstich, den Paul Amann, Richter zu Pellheim, anlässlich der Stiftung der Rosenkranzbruderschaft im folgenden Jahr in Auftrag gegeben hatte. Die Platte befindet sich jetzt im Bezirksmuseum Dachau. Auf der linken Seite vor dem Marienaltar kniet der Stifter Paul Amann. Über ihm thront die Hl. Dreifaltigkeit. Eine andere Quelle sieht in dieser Person den Priester Georg Christoph, unter dem 1642 die Bruderschaft eingeführt worden war. Der Sterbende in der Bildmitte soll der Pfarrer der damaligen Zeit, Jakob Ködlmayer sein.

Nordseite außen: Jesus wird ans Kreuz genagelt. Fünf Henkersknechte schlagen Jesus ans Kreuz. Auf dem Boden liegen Soldatenausrüstung (Schilde) und Handwerkszeug (Hammer, Nägel, Zange).
Hinweis zu den Nägeln:
Zum Kreuzestod Verurteilte wurden entweder mit Stricken oder Nägeln am Kreuz befestigt, so wie es die Bibel für Jesus beschreibt. Nägel verstärken , aber verkürzen auch das Leiden. Bei Ausgrabungen wurden Gebeine von Gekreuzigten gefunden, bei denen 2 Nägel vor den Handwurzeln und ein 17 cm langer Nagel durch die übereinandergelegten Fersen getrieben worden waren. Nach der Legende fand die Hl.Helena bei der Kreuzauffindung auch 3 Nägel, von denen noch einer in der Kirche S.Croce in Rom vorhanden ist. Er hatte eine Länge von 14 cm und besitzt einen mehreckigen breiten Kopf.


Orgel

  

Die Orgel (8 Register, 2 Koppeln) im dreiteiligen neubarocken Prospekt wurde 1904 von der Münchner Orgelbauerfirma Willibald Siemann erstellt. Sie soll im Aufbau der Orgel in Randelsried entsprechen.
Siemann-Orgeln stehen übrigens auch in Ainhofen, Arnbach, Sulzemoos, Giebing und -wie erwähnt- in Randelsried; die Firma zählte seinerzeit zu den ersten Adressen im bayerischen Orgelbau. Dazu existiert ein Zeitungsbericht vom 20.1.1904; wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...

 

Disposition der originalen Siemann-Orgel von 1904 (nach Brenninger - Stand 1975-):
I. Manual (C-f''''): Principal 8', Salicional 8', Gamba 8', Gedeckt 8', Octav 4', Mixtur 2 2/3
Pedal: (C-d'):      Subbaß 16', Violonbaß 8'
Koppeln:             Ok I, I-P

Die Vorgängerorgel war um 1735 aufgestellt worden. Sie hatte 6 Register. Von ihr ist bekannt, dass sie 1807 und 1860 (von Peter Moser aus Mammendorf) restauriert wurde. Sie kam 1904 in die Kirche Unterbachern.
Wenn Sie sich für Orgelgehäuse interessieren und vergleichen möchten, sollten Sie hier klicken...
  Hinweis: Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.

Portal

Das Eingangsportal wurde 1630, kurz vor dem Schwedeneinfall, von Melchior Winckhler aus Wessobrunn gestaltet. An der Eichentür sind neben dem Sicherheitsschloss noch die alten Türschlösser und schmiedeeisernen Beschläge erhalten.
Wenn Sie an solchen alten Türschlössern und -beschlägen Freude haben, können Sie die Sonderseite dazu hier... aufrufen.


Kreuzpartikel

Die Kirche in Kreuzholzhausen besitzt auch Kreuzpartikel. Die beiden Reliquiare sind aber anderweitig aufbewahrt und werden nur zu besonderen Anlässen in die Kirche gebracht.

Die kleinere Monstranz ist nur 37 cm groß, besteht aus vergoldetem Silber und wurde um 1720 erstellt. Sie besitzt einen ovalen Fuß. Am Schaft ein runder Nodus mit Akanthusverzierungen. Farbige Steine umgebenen die fünf rechteckigen Schaugläser, die in Kreuzesform aufgebaut sind. Im mittleren Feld, am Kreuzungspunkt des senkrechten und des waagrechten Kreuzesstamm, ist die Kreuzreliquie zu sehen. In den vier äußeren Feldern sind weitere Reliquien eingearbeitet. Die Cedulae, die Pergamentzettelchen, geben an, von welchen Heiligen die Reliquien stammen. Auf der Rückseite der Monstranz ist ein Gekreuzigter in Form des Gnadenbilds von Kreuzholzhausen eingraviert.

Die größere Monstranz misst 49 cm und stammt aus dem Jahr 1760. Auch sie besteht aus vergoldetem Silber. Der ovale Fuß der Monstranz ist gekurvt, der Nodus vasenförmig ausgebildet. Die Schaugefäße sind ähnlich angeordnet wie in der kleineren Monstranz, doch sie sind nicht rechteckig, sondern barock geschweift. Dahinter erzeugt ein großer Strahlenkranz die ovale Gesamtform des Reliquiars.
  Hinweis: Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 320 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten. Kreuzholzhausen war noch vor Schönbrunn die bedeutendste dieser Kreuz-Wallfahrten im Landkreis Dachau.


In Kreuzholzhausen gibt es auch eine Lourdesgrotte, in der sich ein "wundertätiges Brünnlein" befand. ..mehr dazu


Pfarrhof
Der repräsentative Pfarrhof von Kreuzholzhausen ist in baulich schlechtem Zustand und steht zur Zeit leer. Nach Zeitungsberichten soll er baldmöglichst trocken gelegt und renoviert werden.

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Hans Schertl

Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Amperbote vom 25.9.1878, 21.2.1883, 28.3.1883, 3.5.1885, 13.3.1892, 20.1.1904, 15.7.1926 (alte Zeitungsberichte)
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.38, 148, 149, 215, 917, 974)
Jakob Mois, Geschichtliche Notizen über einige Kirchen im Lkr Dachau, unveröffentlicht, um 1950
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Sigfrid Hofmann, Arbeitsgemeinschaften bei oberbay. Altarbauten des 17.u.18.Jh, in ZBLG 35, 1972 (SchuhpaurMayrPrugger)
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland 1982/3
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (30jähriger Krieg )
Dr. Lothar Altmann, Barocke Deckenmalerei im Landkreis Dachau, Amperland 1998/3
Maria Thanbichler in der Reihe "Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen"
Hr. Niedermeyer,Organist 2003
SZ vom 20.3.2004
Dachauer Nachrichten, 9.8.2004
Robert Böck, Dachauer Weihnachtstaler 2007 (Zufluchten)
72 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

21.5.2010

Ehrendes Zeugnis für Orgelbauer
Amperbote vom 20.01.1904

Im verflossenen Dezember hat Herr Orgelbauer, Willibald Siemann aus München, für die Kirche im nahen Kreuzholzhausen eine Orgel geliefert, welche die Kirchengemeinde sehr befriedigte. In einem Gutachten, welches Herr Pfarrer Wittmann von Mitterndorf der Firma Siemann hierüber ausstellte, heißt u. a. : " Im allgemeinen liefert dieses Werk zu den vielen, schon vorhandenen einen Beweis für die Gewissenhaftigkeit und Geschicklichkeit der soliden, strebsamen Firma W. Siemann, München, der auch von den bei der Orgelprobe anwesenden Musikfreunden volles Lob gespendet wurde." In diesem Gutachten wird auch bestätigt, dass die Firma Reparaturen sorgfältigst und billigst vornimmt. Herrn Siemann kann man zu diesem Zeugnis nur gratulieren.

(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)


Auszug aus den Freisinger Traditionen
Nr. 38 nach Bitterauf-Wallner