zur Landkreiskarte
Ausführl.Beschreibg Kirchen
in der Gem. Bergkirchen
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Pfarrkirche Heiliges Kreuz in KREUZHOLZHAUSEN
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Möglicherweise
stand hier in Kreuzholzhausen schon vor über 1240 Jahren eine Kirche.
Mit Schenkungsurkunde vom 28.April 770 wird die Kirche St.Michael in Holzhusir
(Holzhausen) dem Bistum Freising übergeben.
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Inneneinrichtung Der jetzige Hochaltar wurde um 1740 von den Dachauer Künstlern Nikolaus Prugger (Kunstschreiner), Bartholomäus Schuhpaur (Bildhauer) und Franz Mayr (Maler) errichtet. Das Altarblatt zeigt die Auffindung des heiligen Kreuzes durch die Mutter von Kaiser Konstantin, die hl. Helena. |
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Besonders prächtig ist auch die an der
Nordwand angebrachte Rokokokanzel.
An den Innen- und Außenwänden der Kirche findet man viele Epitaphe aus
der Zeit von 1551-1959 für frühere Kreuzholzhausener Pfarrherren.
An die Nordseite des Kirchenschiffs ist
eine Bruderschaftskapelle (1663) angebaut. Dort stand früher der
Altar der berühmten und im 17.Jh bedeutenden Kreuzbruderschaft. Heute
ist der barocke Taufstein mit einer schönen Täufergruppe der Blickfang.
Besondere künstlerische
Bedeutung haben die Ölgemälde an den Wänden und an der
Emporenbrüstung der Kirche.
- im Altarraum Aufnahme Mariens in den Himmel (1. Hälfte 17. Jh.) u. - Höllensturz
der abtrünnigen Engel (18.Jh)
- im Kirchenschiff prägen 5 Darstellungen aus der Leidensgeschichte das
Erscheinungsbild . Sie wurden von verschiedenen
Adeligen aus der Umgebung der Wallfahrtskirche gestiftet und von Johann
Georg Pfeil im Jahr 1723 gemalt. Die abgebildeten Personen sind
sehr dynamisch und mit viel Sinn für Dramatik dargestellt.
- Die Bilder an der Emporenbrüstung von Joseph Krenauer zeigen in den fünf quadratischen
Bildern Passionsszenen.
Künstlerisch und kulturgeschichtlich bedeutend sind die beiden
Bilder mit der Schilderung der himmlischen Guttaten,
deren die Mitglieder der Bruderschaften teilhaftig werden konnten
und eine Darstellung der Sieben Zufluchten.
Die Figurenausstattung,
die hinter den Gemälden etwas zurücksteht, zeigt folgende Heilige:
- St.Barbara (mit Schwert und Kelch) und St.Katharina (mit Schwert
und Märtyrerpalmzweig) am Hochaltar (18.Jh)
- St. Maria und St.Johannes, die früheren Assistenzfiguren
unter dem Gnadenkreuz ( 1770)
- St. Wolfgang mit einem Kirchenmodell in der Hand (1710)
- St. Franziskus von Assisi mit Kruzifix und St. Antonius mit
dem Jesuskind auf dem Arm (19.Jh)
Die Orgel (8 Register, 2 Koppeln) im dreiteiligen neubarocken Prospekt
wurde 1904 von der Münchner Orgelbauerfirma Willibald Siemann erstellt.
Ausführliche
Beschreibung
mit
ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Jede Häuseransiedlung, die sich am "Holze", d. h. am Wald befand, wurde lange Zeit nur "Holzhausen" genannt und kann deshalb von vielen anderen Ansiedlungen gleichen Namens ortsgeschichtlich kaum unterschieden werden. Doch es ist anzunehmen, dass sich auch der Name dieser Ortschaft unter den in den Urkunden des 8. oder 9.Jh genannten Holzhausen befindet.
Schon im Jahr 770 wird eine Kirche in Holzhausen erstmals genannt (Urkunde Nr.38 der Freisinger Traditionen). Am 28.April 770 hat jedenfalls ein gewisser Peigri in Holzhusir seinen Besitz nebst Kirche zu Holzhausen dem Bistum Freising übergeben. Die Kirche St.Michael in "Holzhausen" gehört zu den am frühesten erwähnten Kirchen des Dachauer Landes. Man weiß aber nicht, ob sie im Ort Westerholzhausen oder Kreuzholzhausen stand (siehe auch Originaltext der Urkunde... ).
Konradinische
Matrikel 1315
Die Pfarrei Holtzhausen wird schriftlich 1315 in der Konradinischen
Matrikel erstmals erwähnt (als "Holtzhausen habet duas
filias Puchslag & Perg") und 1329 als Kirchenort mit dem Patrozinium
Heiligkreuz ("ecclesia s. crucis in Holczhawsen'') bezeichnet. Die in der
Matrikel genannte Kirche soll 1288 gebaut worden sein.
Das Besondere des "Holzhausen" in der Gemeinde Bergkirchen wurde mit dem Patrozinium
der Kirche ausgedrückt und findet sich im heutigen Ortsnamen wieder.
Wegen der Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg sind Urkunden aus der Zeit vor 1650 kaum vorhanden. Einige Namen ehemaliger Pfarrer sind aber noch bekannt; so ein "Her Hans Fueß" im Jahr 1460, ein Her Lienhart im Jahr 1477, ein H.Leonhart pfr.zu Holtzhausen im Jahr 1509 und Georg Christoph im Jahr 1650. Namen späterer Pfarrherrn finden sich auf einigen Epitaphien.
Sunderndorfer'sche Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 ist die Kirche "S.Crucis in Holtzhausen"
mit den drei Filialen "S.Castuli in Buschlach", "S.Vdalrici (Ullrich)
in Fuessperg" und "S.Spiritus in Sickertzhofen" enthalten. Die
Pfarrei hatte damals 175 Communicantes (Gläubige nach der Erstkommunion).
Dreißigjähriger Krieg
Wann die heutige Kirche errichtet worden ist, geht aus den mir vorliegenden
Unterlagen nicht eindeutig hervor. Wahrscheinlich stammt sie aus der Zeit um
1600. Im 30jährigen Krieg hat Kreuzholzhausen und mit ihm auch die
Kirche stark gelitten. Pfarrer Christoph fand nach seinem Amtsantritt 1634 nur
noch an die 50 Einwohner vor, obwohl man vor dem Einfall der Schweden 400 bis
500 Seelen zählte. Viele wurden von den Schweden ermordet bzw. starben
an der Pest (Pestsäule im Ort). Ende des 19. Jh. wurde die Zahl der Seelen
mit 197 angegeben, heute sind es ca. 250 Katholiken.
Im Jahr 1640, also mitten im Krieg, hat man die nötigsten Reparaturen
an der Kirche vorgenommen. In der Kirchenrechnung ist zu lesen, dass "die
Notturfft" erforderte, das Kirchendach, die Friedhofmauer, das Vorhaus,
die Stiegen und das Haus der unschuldigen Kinder zu erneuern ("auch der
unschuldigen Kindtlein heißl außZebessern").
Umbau 1662/65
Schon im Jahr 1650 wird die Notwendigkeit beschrieben, das Gotteshaus und insbesondere
die Sakristei zu erweitern. Nach Pfarrer Jacob Mois wurden die Kirche aber erst
1662 repariert und dabei das Langhaus um 29 Schuh (8,45 m) auf das heutige
Maß verlängert. Ein bereits vorhandener Kapellenanbau "gegen
den Friedhof hinaus mußte wieder abgebrochen werden, da er von der Hauptmauer
abriß". Dafür wurde die heutige Bruderschaftskapelle hinter
der Kanzel errichtet.
Belegt ist, dass im Jahr 1665 der Sattelturm erhöht wurde
(Maurermeister Wolf Underberger aus Kollbach und Zimmerer Lorenz Schnitzenbäumer
aus Schnitzenbaum bei Miesbach). Damals wurden auch drei von Bernhard Ernst
in München gegossene Glocken angeschafft (durch Umgießen der
älteren Glocken). Dass solche Baumaßnahmen so kurz nach der menschlichen
und wirtschaftlichen Katastrophe des Krieges möglich waren, hat mit der
Wallfahrt zum heiligen Kreuz zu tun.
Kreuzbruderschaft
Der Ort wurde zu einem richtigen Wallfahrtsort. Deshalb versuchte der damalige
Pfarrer Georg Christoph über den damaligen Fürstbischof Vitus Adam
von Freising die Erlaubnis in Rom dafür zu bekommen, eine Kreuzbruderschaft
zu errichten. Papst Urban VIII. gewährte dies in einem Breve vom 21.(23.)
7.1644, ebenso Papst Innozenz X. am 11.5.1647. Sie bekam den Namen "Bruderschaft
des Heiligen Kreuzes für einen guten Tod". Philipp Holzhauser stattete
die Bruderschaft mit einem Grundkapital von 400 Gulden, aus dessen Verzinsung
zwölf Monatsgottesdienste für das Seelenheil der verstorbenen Kreuzbrüder
und -schwestern finanziert werden konnten. Eine weitere Stiftung für 12
Monatsgottesdienste in Höhe von 300 Gulden machte Pfarrer Christoph; bei
diesen Messen wurde am Schluss den Gläubigen eine Kreuzpartikel zum Küssen
gereicht. Diese "groß und wohlansehnlich" Kreuzpartikel kam
1644 aus Schönbrunn; dort wurde 1725 ebenfalls eine Hl.Kreuz-Kirche gebaut.
Die Kreuzpartikel wurde im Tabernakel des Hochaltars von Kreuzholzhausen aufbewahrt.
Der Pellheimer Richter Paul Amann stockte 1682 das Kapital um weitere 200 Gulden
auf. Ein großer Förderer war der kurfürstliche Hofbeamte Ambrosius
Wagner aus München, der der Bruderschaft in den Jahren 1683 und 1688 insgesamt
2.750 Gulden zukommen ließ. Dechant Matthäus Schwarz errichtete 1748
eine eigene Bruderschafts-Caplanei (Manualbeneficium). Da aber kein Caplan für
diese Stelle gefunden werden konnte, musste der Coadjutor (der Pfarrer selbst)
die Obliegenheiten erfüllen.
Innerhalb dieser Bruderschaft existierte die schon 1642 gegründete "ewige
Rosenkranzbruderschaft
vor die sterbende Persohnen oder Stundt bruederschafft" (Stundenbruderschaft).
Sie hat ihre Messen auf dem linken, der Muttergottes geweihten Seitenaltar lesen
lassen. Auch diese Bruderschaft wurde von Amann finanziell "ordentlich
fundiert", wie es heißt.
1656 zählte die Kreuzbruderschaft 2108 Mitglieder, darunter 1399
aus 130 Ortschaften des heutigen Landkreises Dachau.
Auch der Freisinger Fürstbischof Veit Adam vom Gepekh war von Anfang an
Mitglied. Viele folgten seinem Beispiel. Nahezu der gesamte Weltklerus des Dachauer
Landes, die Mönche aus den Klöstern Indersdorf und Altomünster,
Adelige, Bürger und Bauern aus ganz Süddeutschland, ja bis aus Böhmen,
Elsaß und Burgund ließ sich in die Bruderschaften aufnehmen.
Die Pfarrei Kreuzholzhausen und die Bruderschaften erhielten zahlreiche Spenden
und Stiftungen und so konnte Anfang des 18.Jh die Kirche ausgebaut werden.
Matrikel 1740
Die Schmidt'sche
Matrikel, die der Kanonikus Schmidt in den Jahren 1738 bis
1740 verfasst hat, enthält auch eine kleine Beschreibung der Pfarrei "s.Crucis
in Holzhausen, vulgo Creutz-Holzhausen". Das Recht, den Pfarrer zu bestellen,
wechselt monatlich zwischen dem Bistum Freising und dem bayerischen Kurfürsten
in München (=Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof einen neuen Pfarrer
bestellen, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten-ungeraden
Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog). Der Pfarrer im
Jahr 1740 war seit 24 Jahren, seit 1716, Dekan Matthäus Schwarz, der zugleich
auch das Amt des Dekans im Dekanat Dachau ausübte.Der Pfarrhof zeigte mitsamt
den landwirtschaftlichen Gebäuden "keine großen Schäden".
Die Pfarrei war in den letzten zwei Jahrhunderten von 175 auf 300 Gläubige
angewachsen. Die Kirche hatte drei Filialen: "in Puechschlagen, Fuessberg
et Sigertshoffen".(Fußberg liegt bei Überacker im Landkreis
FFB). Die Kirche in Creutzholzhausen beschreibt Schmidt als schönen
Bau. Kein Wunder, denn die Kirche war erst 15 Jahre vorher völlig ausgestattet
worden. Sie hatte vier Altäre: Der Hochaltar hatte die hl.Helena zur Patronin;
in ihm eine Kreuzreliquie. Neben dem Hochaltar fällt das Epitaph des berühmten
Leonhard Ostermayr ins Auge, Pfarrer von Kreuzholzhausen und Dekan, der am 29.April
1551 gestorben ist. Einer der Seitenaltäre war dem hl.Kreuz geweiht. Hier
feierte seit 100 Jahren die Kreuzbruderschaft ihre Gottesdienste. Der andere
Seitenaltar war der Jungfrau Maria gewidmet. Hier feierte die Rosenkranzbruderschaft.
Der 4.Altar stand in der Kapelle und hatte den Apostel Judas Thaddäus zum
Patron. Die Sonntagsgottesdienste wurden immer zweimal in Kreuzholzhausen und
einmal in Puchschlagen gefeiert. Die vielen Festtage wurden in Kreuzholzhausen
begangen. Das Kirchweihfest fand am Sonntag nach dem Fest des hl.Gallus (16.Oktober)
statt. Schmidt betont, dass in der Kirche ein Taufbecken und die heiligen Öle
sowie schöne Messgewänder vorhanden seien. Im Friedhof stand ein Beinhaus
und im Turm hingen drei geweihte Glocken von ausgezeichnetem Zusammenklang.
Die Einkünfte der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Landrichter aus
Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache:
"Das völlige Vermögen dises Pfarr-Gottshauses mechte sich diser Zeit
gegen 1000 fl. (=Gulden) belauffen".
Beschreibung
1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über Kreuzholzhausen schreibt er, die Pfarrei habe 397 Seelen in
61 Häusern. Dabei wohnten nur 127 Gläubige (in 22 Häusern) im
Ort Kreuzholzhausen selbst; die übrigen in Fußberg 54 (5), in Puchschlagen
160 (28), in Rothof 8 (1) und in Sickertshofen (Siegertshof) 30 (3). Die in
früheren Aufzeichnungen bis 1832 noch genannte Einöde Taudernasch
(3 Seelen in 1 Haus) existierte 1870 nicht mehr. Das Dorf liege an der Vicinalstraße
von Bergkirchen nach Einspach, heißt es. Wie auch andere Pfarreien in
Bayern war auch Mitterndorf am 26. Juli 1830 von einer Monatspfarrei in eine
Wechselpfarrei umgewandelt worden. Das
Präsentationsrecht wechselte nun nach jedem Erledigungsfall zwischen dem Bischof
in Freising und dem Kurfürsten in München.
| Der Pfarrer wohnte in einem alten, aber gut gebauten Pfarrhaus. Früher gab es noch einen Coadjutor; doch im Jahr 1870 hatte der Pfarrer "wegen Priestermangels" die Seelsorge allein zu verrichten. Das Widdum, der Pfarrbauernhof, umfasste stolze 146 Tagwerk (49 ha) Grundfläche der Bonität 9. Über die Pfarrkirche schreibt Anton Mayer wörtlich: "Erbauungsjahr unbekannt. Renovirt 1846. Stil des 17.-18.Jahrhunderts. Geräumigkeit vollkommen genügend. Baupflicht: An der Kirche die Kirche, am Cemeterium (=Friedhof) die Gemeinde. Sattelthurm mit 3 unbedeutenden Glocken. Patrozinium Hl.Kreuzerfindung. 4 Altäre. Orgelmit 6 Registern. Gottesdienste: Regelmäßig je 2 Sonntage nacheinander, und an allen Festtagen, dann an den Quatembep.-sonntagen, am Fronleichnam-Sonntage, am Sonntage vor Kreuzerhöhung u.am Allerseelensonntage. Stiftungen: 4 Jahrtage, 2 Jahrmessen und 8 Quatembermessen (Quatembertage sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag, Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag) . Außerdem verpflichtet das Schwarz'sche Benefizium zu 104 Wochenmessen. Cemeterium mit einer sehr kleinen Capelle. Die Kirchenrechnung für 1868 ergab bei 2428 Einnahmen und 553 Lasten einen Reinertrag von 1875 Gulden. Vermögen der Pfarrkirche: 5.400 Gulden. |
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Die letzte Renovierung der Kirche wurde 1988 durchgeführt.
Berichte
aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120
Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich
nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden
Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Glockenweihen, Priesterjubiläen,
Orgelweihen oder sogar Kriminalfälle beschrieben, wie hier auf der Seite
für Kreuzholzhausen. Auch vom Pfarrer als Kirchturmuhren-Entwickler ist
die Rede.
Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken
Sie hier...
Die
große Kirche liegt am nordwestlichen Rand des Dorfes, auf einem Hügel,
inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der wohl noch spätgotische, zweijochige Chor ist gegenüber
dem Kirchenschiff kaum eingezogen.
Er schließt
in drei Achteckseiten.
Das Langhaus, das Kirchenschiff, besitzt fünf Achsen;
seine Größe ist nur durch die Wallfahrt zu erklären. Die Fenster
sind barock verändert und oben und unten gerundet.
Außen
an der Südwand hängt in einer kreuzförmigen Nische ein sehr großes
Kruzifix. Es ist eine
Nachbildung des berühmten wundertätigen Kreuzes von Forstenried, wie es
auch im Inneren zu sehen ist. Das Kruzifix zeigt die lebensgroße
Gestalt des Erlösers als "Christkönig". Das Haar fällt
in zwei geflochtenen Strähnen auf die Schultern. Das vor dem linken
Bein leicht geraffte Lendentuch hält ein breiter Gürtel zusammen.
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Der fünfgeschossige Turm steht
an der Nordseite der Kirche. Er ist mit Friesen geschmückt und trägt
ein Satteldach mit sechs Giebelansätzen. In der Glockenstube hinter
den doppelten Schallöffnungen hängen drei Glocken. Zwei wurden
1665 von Bernhard Ernst in München gegossen, dritte 1955 in Erding
bei Karl Czudnochowsky. Westlich an den Turm angebaut und mit dem nordöstlichen Langhaus verbunden ist die barocke Bruderschaftskapelle aus dem 18. Jh. Das Vorhaus über dem Eingang an der Südwestseite wurde 1930 erbaut. |
Der eingezogene, dreiseitig geschlossene Altarraum ist um eine Stufe höher als das Kirchenschiff. Er besitzt ein Tonnengewölbe mit halb herabreichenden Pilastern und Stichkappen über den Fenstern. Der Altarraum ist 6,40 m hoch.
Der heutige Hochaltar/Choraltar wurde um 1740 vom Dachauer Kistler Nikolaus Prugger (1684-1749), dem Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750) und dem Maler Franz Mayr (1707 -1752) errichtet. Vier schräggestellte Säulen und zwei Pilaster tragen das vorkragende Gebälk. Prägend ist aber der geschweifte, baldachinartige Altaraufsatz. Das Antependium ist mit Holz verkleidet und rosa-blau marmoriert. Die Ornamentsleisten sind vergoldet. Die drei Dachauer Künstler haben nicht nur bei der Erstellung des Choraltars in Puchschlagen sondern auch in den Kirchen von Etzenhauen und Kreuzholzhausen zusammengearbeitet, wo sie ebenfalls die Hochaltäre gestalteten.|
Auf dem Altarblatt
sind die Auffindung des heiligen Kreuzes durch St.Helena und die Kreuzesprobe
dargestellt. Das Bild wurde mit Ölfarbe auf Leinwand-untergrund (andere
Quelle: Holzuntergrund) im 18.Jh (andere Quelle: 17.Jh) gemalt.
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Nach der Legende hatte die hl.Helena im Jahr 320 nach dem Kreuz Christi suchen lassen. Die Ausgräber fanden 3 Kreuze.Das Kreuz Christi wurde dadurch identifiziert, dass ein Toter, den man nacheinander auf alle drei Kreuze gelegt hatte, an diesem Kreuz wieder zum Leben erweckt wurde. Das Hochaltarbild von Franz Mayr zeigt im Vordergrund diese Szene. Im Hintergrund des Bildes wird eine zweite Kreuzlegende dargestellt: Kaiser Heraklius trägt das vom Perserkönig Chosroas entführte Kreuz im Jahr 627 im Triumph zurück nach Jerusalem. |
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Das Altarblatt wird flankiert von den Figuren der Heiligen Barbara und Katharina, die beide zu den 14 Nothelfern zählen. Die Heiligen tragen Kronen auf dem Kopf und führen jeweils ein Schwert in der Hand. Barbara hält dazu noch einen Kelch, Katharina einen Palmzweig als Zeichen für das Martyrium in der Hand. Die Figuren wurden im 18.Jh. geschnitzt. |
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| Hinweis:
Die hl. Barbara mit Krone auf
dem Haupt und in ein edles Gewand gekleidet, hält ein Schwert und einen
Kelch in den Händen. Die Heilige ist eine legendäre Person. Das
bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen
Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise
in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als
der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ
er sie martern und enthauptete die Tochter selbst (deshalb das Schwert in
der Hand). Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass
alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden
mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem
Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion
als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns
erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm). Die hl.Katharina soll der Legende nach eine Königstochter aus Zypern gewesen sein. Im Jahr 306 wurde sie wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet.Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen. |
| Im Aufsatz des Hochaltars wimmelt es von Engeln . 21 Putten umschweben eine Kartusche mit dem Text: "Heiliges Kreuz sei gegrüßt". Ganz oben schwebt eine Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz. Der Aufsatz soll aus Teilen des früheren Bruderschaftsaltars zusammengestellt worden sein. |
| Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach). |
Der
alte Altar aus der Zeit vor 1740, der 1690 von dem schon als Bruderschaftsförderer
genannten kurfürstlichen Hofbeamten Ambrosius Wagner gestiftet worden war,
wurde übrigens in die Filialkirche St. Kastulus zu Puchschlagen übertragen,
wo ein Gewölbeeinsturz den dortigen Altar schwer beschädigt hatte.
Figuren an den Wänden des Altarraums
| An den Chorwänden
stehen auf gemauerten Konsolen Holzskulpturen (um 1770) vom Apostel Johannes
(links) und von der Muttergottes. Beide Figuren waren früher unter dem Wallfahrtskreuz am rechten Seitenaltar gestanden. |
An der Südseite sitzt auf einer Konsole St.Wolfgang im vollen Bischofsornat und hält in der linken Hand ein Kirchenmodell (1710). |
| Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst als Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. Die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. |
| Das 4,00 x 2,60 m große Deckenfresko im einfachen Stuckprofilrahmen mit dem Thema Aufnahme Mariens in den Himmel wurde von Johann Georg Pfeil aus Lauterbach (1699-1728) im Jahr 1722 gemalt (sign). Im oberen Teil steht Christus mit einem großen Kreuz im Arm auf Wolken. Er reicht seiner neben ihm knienden Mutter die Hand. In der unteren Bildhälfte ist der leere Sarkophag von Maria zu sehen, um den sich 11 Apostel scharen. Im und um den Sarg herum liegen viele Rosen. Das Gemälde war 1874 bei der Renovierung des Altarraums übertüncht worden. Seit 1971 ist es wieder freigelegt. Leider ist es nicht mehr gut erhalten. Die Farbe sind bis zur untersten Schicht abgerieben. |
| Auch ein Ölbild
an der linken Chorseite hat die Aufnahme
Mariens in den Himmel zum Thema. In der oberen Bildhälfte steht Maria -mit einem kostbaren Kleid und einem Mantel bekleidet- auf Wolken. Drei Engel schmiegen sich an sie. Zwei weitere Engel halten über ihr die Krone des Himmels bereit. Zu beiden Seiten Mariens musiziert eine große Engelschar mit Flöte, Violine, Laute, Cello und Harfe. In der unteren Bildhälfte ist -noch deutlicher als im Deckenfresko- der leere Sarkophag von Maria zu sehen, um den sich hier 12 Apostel scharen. |
| An der rechten Wand im Altarraum wird in einem weiteren Ölbild der Höllensturz der abtrünnigen Engel dargestellt, ein Thema, das uns im Auszug des rechten Seitenaltars wieder begegnen wird. St. Michael stürzt Luzifer mit einem Kreuzstab in den Abgrund (Öl auf Leinwand, 18.Jh, Maße: 127 x 73 cm). |
| Der jetzige Zelebrationsaltar (Volksaltar) stand ursprünglich in der an der Nordseite angebauten Bruderschaftskapelle. | Er wurde um 1970 aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils, und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier. |
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten ( Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
| Durch den Höhenunterschied zwischen Chorbogen und Altarraum ergibt sich ein Wandstück, an dem in einem Fresko vier Putten dargestellt sind, die einen Vorhang zurück ziehen und ein Kreuz im Strahlenkranz enthüllen. |
Das Kirchenschiff wird durch 4 Fenster
im Süden und 3 Fenster im Norden erhellt. Die Fenster haben die barocke
Ovalform. Die Decke besteht aus einem Tonnengewölbe.
Einfache Stuckarbeiten umrahmen die Deckengemälde
Auch die Deckenfresken im Langhaus wurden 1721-1723 vom 22 bis 24 jährigen Johann Georg Pfeil gemalt. (Signatur über der Orgel: "Johann Georg/Bfeill Bictor/ Anno 1722"). Sie bestehen aus drei größeren Bildern, die thematisch mit Kaiser Konstantin und der Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahr 312 zu tun haben sowie aus vier kleineren ovalen Gemälden mit einer Darstellung der Evangelisten. Die Fresken wurden 1949 vom Maler A.Frank renoviert.
Das Fresko über der Empore und der Orgel zeigt die erste Vision des Kaisers Konstantin.| In einer weiten Landschaft vor dem Hintergrund von Kirchen und Palästen steht links Kaiser Konstantin in Rüstung mit Feldherrnstab in der Hand. Bei ihm sind drei Hauptleute in römischer Kriegerbekleidung. Sie weisen mit entsetzter Miene und Gesten der Erregung zum Himmel, wo ein riesiges Kreuz im Strahlenkranz erscheint. Nach der Legende hatte Kaiser Konstantin vor der entscheidenden Schlacht an der Milvischen Brücke zwei |
| Das mittlere Bild handelt von der zweiten Vision des Kaisers Konstantin. In der Bildmitte steht ein großes Rundzelt. Die seitlichen Zeltwände sind zurückgeschlagen. Im Innern sieht man den schlafenden Kaiser. Auf einem Tisch neben ihm liegt seine Krone. Zwei Soldaten in prächtiger Rüstung halten Wache. Im gesamten Gelände sind viele weitere Zelte aufgebaut. Am Horizont sind links und rechts zwei Städte auf Erhebungen zu sehen. Der Kirchturm der linken Stadt gleicht dem der Dachauer Jakobskirche. Über dem Zelt erscheint auf Wolken Christus mit dem Kreuz im Arm. Von ihm gehen Strahlen zum Heerlager hernieder. Aus dem Mund Jesu kommen die |
| Im vordersten Fresko in der Nähe des Chorbogens ist die Schlacht an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 zu sehen. Vor dem Hintergrund der stark befestigten Stadt Rom mit vielen Kirchen und Zwiebeltürmen tobt auf dem Feld die Schlacht. Kaiser Konstantin, in Rüstung und mit Kaiserkrone auf dem Haupt, reitet mit gezogenem Schwert dem fliehenden Kontrahenten Maxentius nach, der mit Krone und Turban dargestellt ist. |
Um das mittlere Fresko herum sind in vier ovalen Bildern die Evangelisten, umkränzt von einem Heiligenschein (Nimbus) in Form eines diffusen Lichtscheins dargestellt.
| Vorne links : Johannes mit Buch, Schreibfeder und seinem Attribut, dem Adler. Den Vogel verstand man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums. | Vorne rechts: Matthäus mit einem Menschen. Der Mensch weist auf den Stammbaum Jesu und auf seine Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin, | |||
| Hinten links: Markus mit Löwen. Der Löwe wird als Hinweis auf den Anfang des Markusevangeliums verstanden, das von der Predigt des Johannes in der Wüste berichtet. | Hinten rechts: Lukas mit Stier (siehe Bild rechts). Das Opfertier galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt. |
| An die Nordseite der Pfarrkirche ist seit 1663 eine Bruderschaftskapelle angebaut. Sie diente den Andachten der 1642 gegründeten Rosenkranzbruderschaft und der 1644 errichteten Kreuzbruderschaft. Hier stand früher auch ein Bruderschaftsaltar, der dem hl.Apostel Judas Thaddäus geweiht war. Der Zugang liegt zwischen dem linken Seitenaltar und der Kanzel. |
| An der Wand hängt ein großes barockes Kruzifix. Der Korpus ist mit vielen Wunden übersät. | Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt, wie dies an den Nachbildungen des Forstenrieder Kreuzes in der Kreuzholzhausener Kirche sehr schön zu sehen ist. |
| Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
| In der Kapelle steht heute das gemauerte Taufbecken aus der 2.Hälfte des 18.Jh. Auf dem rot-weiß marmorierten Holzdeckel steht eine Täufergruppe: Johannes im blau-goldenen Gewand tauft mit der Schale den vor ihm knienden Jesus. Der ist mit einem rot-goldenen Gewand bekleidet. Hinter den beiden Figuren steht dekorativ eine Palme. In der Bruderschaftskapelle befindet sich auch der Zugang zur Kanzel. |
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Jahr
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Standort
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Beschreibung/Text
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1551
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Langhaus West
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Leonhard
Ostermair, 29.4.1551, Dekan
und Pfarrer Priester mit Kelch in Ädikula Kalksandstein (185 x 91, unten Sockel mit wohl Steinmetznamen : NUS SNIDER / STAIN..) |
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1630
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Langhaus
Süd |
Georg
Christophorus, Pfarrer 1630
(49 x 31,5 cm). Der Text auf dem Grabstein
lautet:
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1635
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Chor Südost
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Grabstein für
Pfarrer Balthasar Brändl
aus dem Jahr 1635. Auf dem Relief kniet ein Mann vor einem Kreuz.
Aus seinem Mund kommen die Worte: "Jesus miserere nobis" (Jesus
erbarme dich unser). Am Sockel des Kreuzes liegt ein Totenschädel.
Im Hintergrund Jerusalem. Rechts
davon ein Bauer mit einer dreizinkigen Heugabel. Diese Figur taucht auch
auf dem Wappen auf, das neben dem Kreuzsockel lehnt. Der Text auf dem Grabstein
lautet:
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1649
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Bruderschafts-
kapelle |
19.5.1649 Rotmarmor, unten Wappen (85, 5 x 42 cm, teilweise abgetreten) |
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1657
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Chorbogen-
laibung Süd |
Georg Christophorus,
6.4.1657, Pfarrer, "Hic curcis erexit. . . " Heller Marmor, unten Kelch (75 x 43 cm) |
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1692
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Chor Nord
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Ambrosius
Wagner, 20.9.1692, kurfürstlicher Rechnungskommisar Rotmarmor unten Wappen (119 x 65,5 cm)
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1699
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Chor Nord
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Jakob
Ködlmayr, 8.7.1699, Pfarrer, Geistlicher kniet vor Kruzifix links im Hintergrund Kirche von Kreuzholzhausen Rotmarmor (120 x 71 cm). |
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1747
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Langhaus Nord unter Kanzel
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Mathäus
Schwarz, gest. 26.10.1747 im
66.Lebensjahr, Kanoniker Altötting, 11 Jahre Kammerer Kapitel Dachau, 18 Jahre Dekan und 32 Jahre Pfarrer.Während dieser Zeit wurde das heutige Gotteshaus gebaut. Kalksandstein, unten Kelch (71 x 51 cm)
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außen
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1821
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Philipp
Stephan, 2.7.1821, 25 Jahre Pfarrer Kalksandstein (70,5 x 51,5 cm) |
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1571
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Mathäus
Peck, 1571, Pfarrer |
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17. Jh
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Langhaus Nord
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Sachorina
Seidbold, 17. Jh.
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1819
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Johann
Georg Hoffner, 23.4.1819, Pfarrer, Kalksandstein, oben Kelch mit Hostie (76 x 53 cm)
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1888
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Pfarrer Josef
Felber (1871- 93) und Pfarrer Anton
Haas (1888) Weißmarmor (107,5 x 49,5 cm) |
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1959
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Priestergrab Andreas Furtner 26.11.1885-1959 |
Die Seitenaltäre aus der Zeit um 1710 sind im typischen Rokokostil reich verziert. Die Retabel werden durch gewendelte Säulen gestützt. Die Tabernakel sind mit Rocailleornamenten verziert. Die Altaraufsätze sind mit vergoldeten Rahmen und Leisten sowie Putten, Ziervasen und brennenden Herzen im Strahlenkranz geschmückt. Seit der letzten Renovierung sind die Altäre schräg in die Ecken gestellt.
Linker Seitenaltar| Der linke Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht. Ihre gekrönte Statue mit dem segnenden Kind auf dem Schoß steht unter dem Baldachin in der Nische, die mit Goldbrokatvorhängen ausgestattet ist. Der Baldachin symbolisiert schon seit dem Altertum Würde und Heiligkeit der darunter stehenden Gestalt. Früher standen hier auf dem Altar die Figuren der Hl.Familie, die jetzt in den Giebelnischen an der Sakristeiaußenwand untergebracht sind. | ||
| Der Altaraufsatz mit geschweiftem Giebel enthält ein ovales Bild mit der Darstellung der Hl.Dreifaltigkeit in goldenem, aus Zopfmustern bestehenden Rahmen (Bild rechts). Darunter ein mit Rosen verziertes flammendes Herz, das das Herz Mariens darstellen soll. Es korrespondiert mit dem ähnlich gestalteten Herzen Jesu am rechten Altar. |
| Das Kruzifix im rechten Seitenaltar ist eine Nachbildung des (romanischen) Forstenrieder Kreuzes und wurde um 1642 von Philipp Holzhauser aus München gestiftet. Zu ihm führte auch die bald darauf einsetzende Wallfahrt, nachdem gesagt worden war, die Heilandsfigur am Kreuz habe Schweiß und Tränen vergossen. Der Korpus trägt statt einer Dornenkrone eine Königskrone. Ganz in der Tradition der Romanik hängt Christus in hoheitsvoller Haltung und mit geöffneten Augen am Kreuz. Die Muskulatur des Oberkörpers und das von einem Gürtel zusammengehaltene Lendentuch sind zeichnerisch aus dem Holz herausgearbeitet. |
| Hinweis: In der Kunst der Romanik und der Neuromanik ist die Dornenkrone durch die Königskrone ersetzt (z.B. Bergkirchen, Deutenhausen). Damit soll auf die Überwindung der Sünde (= Dornen) durch Christus hingewiesen werden. |
| Im Altaraufsatz ein ovales Bild mit dem (sehr weiblich wirkendem) Erzengel Michael, der den Luzifer stürzt. | Am unteren Rand des Rahmens ist eine Herz-Jesu-Plastik angebracht (Herz in Vasenform, aus dem Flammen lodern, von einer Dornenkrone umwunden). |
Große Ölbilder im Kirchenschiff
Eine Besonderheit der Kirche in
Kreuzholzhausen sind die großen Ölbilder mit Darstellungen aus
der Leidensgeschichte, die an den Seitenwänden hängen und das
Erscheinungsbild des Kirchenraums stark prägen. Auch sie wurden von Johann
Georg Pfeil im Jahr 1723 gemalt (Signatur "Johann Georg: / Bfeill Bictor"
am Bild Kreuzaufrichtung). Die Bilder wurden von verschiedenen Adeligen aus
der Umgebung der Wallfahrtskirche gestiftet. Ihre Wappen sind auf den Bildern
zu sehen. In Kreuzholzhausen hängen 5 Bilder; ein weiteres Bild aus dieser
Serie soll sich heute in Hebertshausen befinden (in den dortigen Kirchen ist
es aber nicht zu sehen).
Die abgebildeten Personen sind sehr dynamisch und mit viel Sinn für Dramatik
dargestellt.
| links neben der Kanzel: die Geißelung Christi, Stifter: DIXFVC& |
im Altarraum rechts:
Jesus fällt unter dem Kreuz Stifter: MFDEEVR / DZAPZE |
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| rechts hinten: Jesus wird ans Kreuz genagelt. Stifter:IFRILB de PPdd SPIMM |
im Altarraum links:
Lanzenstoß Stifter: MTFVFCCVH (Wappen Hundt) |
rechts vorne: Kreuz-Aufrichtung, Stifter: CPFVMZP (Wappen AV=wohl Pellheim) |
Besonders prächtig
ist die an der Nordwand angebrachte Rokokokanzel,
die von der Bruderschaftskapelle aus begangen werden kann. Am elegant geschwungenen
Kanzelkorb sind zwischen vergoldetem Rocailleschmuck
drei Bilder (Öl auf Holz) in verziertem Rahmen zu sehen:
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Die Rückwand
ist mit einem weiteren Bild des Guten Hirten geschmückt. Auf dem Schalldeckel sitzen inmitten von Rocailleverzierungen drei Putten. Der oberste Engel hält ein Kreuz im Arm. An der Unterseite des Schalldeckels das Relief einer Heilig-Geist-Taube. |
| Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. |
| 1736
setzten Franziskaner aus München den Kreuzweg
in der Wallfahrtskirche Kreuzholzhausen ein. Für die vierzehn Stationsbilder
erhielt der Maler Franz Mayr aus dem nahen Lauterbach 36 Gulden. Mehr über Franz Mayr .... |
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Die
Kirchenbänke (16 Reihen
links und 11 Reihen rechts des Mittelganges) haben Wangen,
die mit barocken Schnitzereien verziert sind. Sie stammen auf der
Südseite aus dem 18.Jh, auf der Nordseite aus dem 19.Jh. Dort sind
an den Bänken auch noch gemalte Namensschildchen zu sehen. Auf der
unteren Empore stehen sechs alte Bankreihen aus dem 18.Jh. |
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An der letzten Bank steht ein wunderschöner Opferstock aus Holz mit Metallschließen auf einem mit Rocaillemustern verzierten Holzpflock. Der insgesamt 88 cm hohe Stock wurde wohl im 18.Jh erstellt. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
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An den Seitenwänden im Kirchenschiff stehen im rückwärtigen Teil zwei neubarocke Figuren aus dem Ende des 19.Jh auf Konsolen. Sie sind die bekanntesten Heiligen des Franziskanerordens, die in braune Kutten gekleidet sind. Die Farbe Braun steht in der Tradition für Demut und Bescheidenheit.
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| Hinweis: Der Heilige lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die Sekten der Katharer, Albigenser und Waldenser wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg: Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals |
| erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Das Jesuskind auf seinem Arm ist Hinweis auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. |
Die Bilder an der Emporenbrüstung wurden 1729 vom Brucker Maler Joseph Krenauer (+1738) geschaffen. Sie zeigen in den fünf quadratischen Bildern Passionsszenen und in den beiden rechteckigen Bildern die himmlischen Guttaten, deren die Mitglieder der Bruderschaften teilhaftig werden konnten. Für die beiden rechteckigen Bilder (Schutzmantelmadonna und Hilfe in der Sterbestunde) erhielt Krenauer 12 Gulden.
Obere Emporenbrüstung| links: Gefangennahme Jesu in Gethsemane. Soldaten fesseln Jesus und schleifen ihn davon. Im Hintergrund ein Soldat mit einer Fackel. |
rechts: Jesus
vor Herodes.
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Ecce
Homo
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Schutzmantelmadonna
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Pietà
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Hilfe in der Sterbestunde
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Kreuzigung
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Südseite außen:
Verspottung Jesu.
Zwei Soldaten ziehen die Rockschöße des Mantels Jesu auseinander
und präsentieren den Gegeißelten der pöbelnden Menge.
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Hinweise: Der Bildtypus der
Schutzmantelmadonna ist bei uns seit dem 14.Jh verbreitet. Er wurde vor
allem von den Zisterziensern und Dominikanern gefördert. Die Darstellung
geht auf den Mantelschutz im alten Rom (lateinisch velamentum) zurück, den
man Verfolgten gewähren konnte. Auch aus dem Mittelalter ist bekannt,
dass insbesondere vornehme Frauen das Recht hatten, Flüchtlingen unter
dem Mantel oder Schleier Schutz zu gewähren. Abgeleitet davon, entstand
die Darstellung der Schutzmantelmadonna. In alten Schriften wird das Motiv
der Schutzmantelmadonna mit dem lateinischen Terminus auch als Der Name Fegefeuer geht auf das mittelhochdeutsche Wort fegen für reinigen zurück (mittellateinisch purgatorium). Nach Papst Gregor d. Großen (540-604) ist es der Ort, an dem die Seelen Verstorbener durch zeitlich begrenztes Feuer, Eis oder Wasser von ihren lässlichen Sünden gereinigt werden. Nach katholischen Glauben können Menschen durch Gebete und die Feier von Seelenmessen die Aufenthaltsdauer einer Seele im Fegefeuer verkürzen. Die protestantischen Kirchen lehnen die Lehre vom Fegefeuer ab. |
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Mitte: Pietà .
Maria als Schmerzensmutter mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß |
| Nordseite innen: Das nördliche Bruderschaftsbild stellt die Hilfe in der Sterbestunde dar. In der Bildmitte ist ein Priester im weißen Chorrock zu sehen, der einem Sterbenden die Sakramente spendet. Hinter ihm holt der Tod als Sensenmann mit einem Pfeil in der Hand zum tödlichen Stich aus. Der Schutzengel und der Erzengel Michael schützen den Hinscheidenden vor den Teufeln, die ihn umringen und mit eisernen Haken aus dem |
Nordseite außen: Jesus wird ans Kreuz genagelt. Fünf Henkersknechte schlagen Jesus ans Kreuz. Auf dem Boden liegen Soldatenausrüstung (Schilde) und Handwerkszeug (Hammer, Nägel, Zange).
| Hinweis
zu den Nägeln: Zum Kreuzestod Verurteilte wurden entweder mit Stricken oder Nägeln am Kreuz befestigt, so wie es die Bibel für Jesus beschreibt. Nägel verstärken , aber verkürzen auch das Leiden. Bei Ausgrabungen wurden Gebeine von Gekreuzigten gefunden, bei denen 2 Nägel vor den Handwurzeln und ein 17 cm langer Nagel durch die übereinandergelegten Fersen getrieben worden waren. Nach der Legende fand die Hl.Helena bei der Kreuzauffindung auch 3 Nägel, von denen noch einer in der Kirche S.Croce in Rom vorhanden ist. Er hatte eine Länge von 14 cm und besitzt einen mehreckigen breiten Kopf. |
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Die Orgel
(8 Register, 2 Koppeln) im dreiteiligen neubarocken Prospekt wurde 1904
von der Münchner Orgelbauerfirma Willibald Siemann erstellt. Sie
soll im Aufbau der Orgel in Randelsried entsprechen. |
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Disposition
der originalen Siemann-Orgel von 1904 (nach Brenninger - Stand 1975-):
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| Hinweis: Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| Das Eingangsportal wurde 1630,
kurz vor dem Schwedeneinfall, von Melchior Winckhler aus Wessobrunn gestaltet.
An der Eichentür sind neben dem Sicherheitsschloss noch die alten Türschlösser
und schmiedeeisernen Beschläge
erhalten. Wenn Sie an solchen alten Türschlössern und -beschlägen Freude haben, können Sie die Sonderseite dazu hier... aufrufen. |
Die Kirche in Kreuzholzhausen besitzt
auch Kreuzpartikel. Die beiden Reliquiare sind aber anderweitig aufbewahrt
und werden nur zu besonderen Anlässen in die Kirche gebracht.
Die kleinere Monstranz ist nur 37 cm groß, besteht aus vergoldetem
Silber und wurde um 1720 erstellt. Sie besitzt einen ovalen Fuß. Am Schaft ein
runder Nodus mit Akanthusverzierungen.
Farbige Steine umgebenen die fünf rechteckigen Schaugläser, die in
Kreuzesform aufgebaut sind. Im mittleren Feld, am Kreuzungspunkt des senkrechten
und des waagrechten Kreuzesstamm, ist die Kreuzreliquie zu sehen. In den vier
äußeren Feldern sind weitere Reliquien eingearbeitet. Die Cedulae,
die Pergamentzettelchen, geben an, von welchen Heiligen die Reliquien stammen.
Auf der Rückseite der Monstranz ist ein Gekreuzigter in Form des Gnadenbilds
von Kreuzholzhausen eingraviert.
Die größere Monstranz misst 49 cm und stammt aus dem Jahr
1760. Auch sie besteht aus vergoldetem Silber. Der ovale Fuß der Monstranz
ist gekurvt, der Nodus vasenförmig ausgebildet. Die Schaugefäße
sind ähnlich angeordnet wie in der kleineren Monstranz, doch sie sind nicht
rechteckig, sondern barock geschweift. Dahinter erzeugt ein großer Strahlenkranz
die ovale Gesamtform des Reliquiars.
| Hinweis: Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 320 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten. Kreuzholzhausen war noch vor Schönbrunn die bedeutendste dieser Kreuz-Wallfahrten im Landkreis Dachau. |
In Kreuzholzhausen gibt es auch eine Lourdesgrotte, in der sich ein "wundertätiges
Brünnlein" befand. ..mehr dazu
| Der repräsentative Pfarrhof
von Kreuzholzhausen ist in baulich schlechtem Zustand und steht zur Zeit
leer. Nach Zeitungsberichten soll er baldmöglichst trocken gelegt und
renoviert werden. Wenn Sie auch andere Pfarrhöfe im Landkreis sehen möchten, klicken Sie hier.... |
Hans Schertl
![]()
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums
Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Amperbote vom 25.9.1878, 21.2.1883, 28.3.1883, 3.5.1885, 13.3.1892, 20.1.1904,
15.7.1926 (alte Zeitungsberichte)
Theodor
Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.38, 148, 149, 215,
917, 974)
Jakob Mois, Geschichtliche Notizen über einige Kirchen im Lkr Dachau, unveröffentlicht,
um 1950
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Sigfrid
Hofmann, Arbeitsgemeinschaften bei oberbay. Altarbauten des 17.u.18.Jh, in ZBLG
35, 1972 (SchuhpaurMayrPrugger)
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland
1982/3
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes, 1991
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (30jähriger
Krieg )
Dr. Lothar Altmann, Barocke Deckenmalerei im Landkreis Dachau, Amperland 1998/3
Maria Thanbichler in der Reihe "Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen"
Hr. Niedermeyer,Organist 2003
SZ vom 20.3.2004
Dachauer Nachrichten, 9.8.2004
Robert Böck, Dachauer Weihnachtstaler 2007 (Zufluchten)
72 Bilder: Hans Schertl
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21.5.2010
Ehrendes
Zeugnis für Orgelbauer
Amperbote vom 20.01.1904
Im verflossenen Dezember hat Herr Orgelbauer, Willibald Siemann aus München, für die Kirche im nahen Kreuzholzhausen eine Orgel geliefert, welche die Kirchengemeinde sehr befriedigte. In einem Gutachten, welches Herr Pfarrer Wittmann von Mitterndorf der Firma Siemann hierüber ausstellte, heißt u. a. : " Im allgemeinen liefert dieses Werk zu den vielen, schon vorhandenen einen Beweis für die Gewissenhaftigkeit und Geschicklichkeit der soliden, strebsamen Firma W. Siemann, München, der auch von den bei der Orgelprobe anwesenden Musikfreunden volles Lob gespendet wurde." In diesem Gutachten wird auch bestätigt, dass die Firma Reparaturen sorgfältigst und billigst vornimmt. Herrn Siemann kann man zu diesem Zeugnis nur gratulieren.
(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)
Auszug
aus den Freisinger Traditionen
Nr. 38 nach Bitterauf-Wallner
