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Lourdeskapelle in KREUZHOLZHAUSEN

Auf dem Giebel der Kapelle sitzt ein kleiner Dachreiter als Glockentürmchen. Zwei seitliche Rundfenster erhellen das Innere.


Beschreibung

Die Kapelle liegt im Schatten hoher Bäume am Ostrand von Kreuzholzhausen. Sie wurde 1888 vom Kreuzholzhausener Pfarrer Feller über einer Quelle erbaut.

Die in den Nachkriegs-jahren stark vernachlässigte und zeitweilig als Abstellraum benutzte Kapelle wurde inzwischen mehrmals instand gesetzt.
Von der Renovierung 1950 hat sich noch ein Zeitungs-bericht erhalten. Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...

Sie enthält im Inneren eine gemauerte Grotte mit einer Statue der Unbefleckten Empfängnis von Lourdes, behängt mit mehreren Rosenkränzen.

Darunter ist ein Altar aufgebaut.

Auf einen Balken über der Grotte sind die Worte "Hl.Maria, Königin des Friedens, bitte für uns" zu lesen.

Vom 11. Februar 1858 an erschien dem Mädchen Bernadette Soubirous an der Grotte von Massabielle beim Fluss Gave du Pau wiederholt die heilige Maria. Während einer dieser Visionen entsprang in der Grotte eine Quelle, deren Wasser als heilkräftig gilt. Die offiziellen Vertreter der Kirche sahen diese Erscheinungen zunächst mit Argwohn an. Erst nach einiger Zeit glaubten auch Pfarrer und Bischof dem Hirtenmädchen. Als der Pfarrer Bernadette aufforderte, die Erscheinung nach ihrem Namen zu fragen, und Bernadette ihm den Namen "unbefleckte Empfängnis" - ein theologischer Terminus, den Bernadette nach ihrer Meinung nicht wissen konnte - überbrachte, war er von der Authentizität der Erscheinung überzeugt. In den Jahren und Jahrzehnten nach der Erscheinung wurden in ganz Europa sog. Lourdesgrotten errichtet. Am 13. November 1907 führte Papst Pius X. (1903-1914) ein Fest zur Erinnerung an die erste Erscheinung der Gottesmutter Maria in Lourdes am 11. Februar 1858 ein.
Die Quelle der Lourdesgrotte in Kreuzholzhausen war vor vielen Jahren schon versiegt. Inzwischen aber läuft unterhalb der Grotte wieder ein Brünnlein aus einem Rohr. Ob es sich wieder um die alte Quelle handelt, ist mir nicht bekannt.

Um die Muttergottesstatue herum hängen zahlreiche Opferkerzen, Rosenkränze, gedruckte Danksagungstäfelchen und Marienbilder an den Wänden. Sie stammen meist aus neuester Zeit.

 
 

Früher war um die Kapelle herum ein großes Wallfahrerhaus (St.-Josef-Hort und Marienheim) gebaut, das aber inzwischen wegen des feuchten Bodens wieder abgebrochen wurde.

Hans Schertl


Quellen:
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
5 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

3.7.2003

1.7.2009

Walllfahrtskapelle in Kreuzholzhausen
Dachauer Nachrichten vom 20.08.1950

Die alte Wallfahrtskapelle in Kreuzholzhausen, die sogenannte Lourdeskapelle, das einzige aus der Blütezeit des Wallfahrtsplatzes vor der Jahrhundertwende noch stehende Bauwerk, war schon lange baufällig und wurde nach einer neuerlichen Beschädigung durch Holzschlag vollständig abgerissen. Um die ehemals berühmte Wallfahrtsgrotte errichten nunmehr in freiwilliger Hilfsleistung und Bauarbeit die Ortseinwohner eine neue Kapelle. Das Richtfest ist bereits begangen worden und noch im Herbst wird die feierliche Einweihung dieser Kapelle.

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen