zur
Landkreiskarte
ausführl.Beschreibung
Kirchen
in der Gem.Erdweg
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Filialkirche St. Gabinus in UNTERWEIKERTSHOFEN
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Der jetzige Bau stammt im vorderen Teil aus dem Jahr 1608, in dem Philipp Adelzhauser, Domherr zu Eichstätt und Mitglied der in Unterweikertshofen residierenden Familie der Adelzhauser eine neue Kirche errichten ließ. Im Jahr 1709 wurde der achteckige Mittelbau (Oktogon) angebaut. 1910 erfolgte eine Erweiterung des Langhauses um ein Joch.
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Der frühere Spitzhelm des Turms wurde beim Umbau 1910 durch eine Zwiebelhaube mit aufgesetzter Laterne ersetzt. In ihm hängen derzeit vier Glocken.
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Die Kirche gehört zu den architektonisch und kunstgeschichtlich bemerkenswerten Landkirchen im Landkreis Dachau. Dies gilt besonders für den achteckigen Zwischenbau, der stark an die später errichteten Kirchen Johann Michael Fischers in Bergkirchen, Altomünster und Sigmertshausen erinnert. Der Plan stammt vom genialen Maurermeister Hans Maurer aus Hirtlbach, der den Bau auch durchgeführt hat. Die Kirche profitierte sehr stark von jeweiligen Hofmarksherren im Schloss Unterweikertshofen. Die Ausstattung der Kirche stammt im Wesentlichen aus der Zeit um das Jahr 1700. Der Stuck wurde von Benedikt Heiß gestaltet, der auch in Indersdorf (Marktkirche), Sulzemoos, Weichs und Asbach gearbeitet hat. Die Deckengemälde widmen sich der Muttergottes. Sie wurden vom Brucker Maler Joseph Krenauer gemalt und stellen in den Hauptgemälden die Krönung Mariens, das Pfingstwunder und Maria als Fürbitterin dar. Eine Vielzahl kleinerer Gemälde in Rundmedaillons ergänzen Deckenfresken. |
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Der Patron der Kirche, St.Gabinus ist im Altarblatt
dargestellt.
Die Auswahl der übrigen Heiligendarstellungen in der Kirche entspricht
dem bäuerlichen Umfeld. So z. B. die 14 Nothelfer im Seitenaltar, St.Georg,
St.Martin, die Wetterheiligen Johannes und Paulus, der Bistumsheilige Korbinian
und der Patron Münchens und Bayerns St.Benno, die Eltern von Maria St.Anna
und St.Joachim, an der Kanzel die vier Evangelisten und an der Decke in Rundbildern
die vier lateinischen Kirchenväter Augustinus, Hieronymus, Ambrosius und
Papst Gregor.
Eine Besonderheit ist allenfalls der hl. Nonnosus, der an der Kanzelrückwand
mit einem Durchschlupfgrab abgebildet ist.
Ausführliche
Beschreibung der Kirche
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Ortschaft
Unterweikertshofen liegt an der Glonn zwischen Sittenbach und Erdweg.
![]() Weickershof auf der Apiankarte um 1568 |
Im Jahr 1568 veröffentlichte der Kartograph
Philipp Apian 24 Landtafeln, die zusammen eine Landkarte (im Maßstab
1:144.000) des noch mittelalterlichen Bayern bildeten. Die Genauigkeit
der Landkarten ist hoch; sie wurde erst im 19. Jh übertroffen. Noch Napoleon
benutzte sie für den Einmarsch in Bayern. |
Pfarrei
Unterweikertshofen
gehörte über Jahrhunderte zur Pfarrei Sittenbach. Seit 1.8.1936 ist
sie Filiale der Pfarrei Welshofen mit der sie am 1.2.1970 zum Pfarrverband Erdweg
kam. Zu diesem Pfarrverband haben sich die Pfarreien Welshofen, Kleinberghofen,
Arnbach, Hirtlbach und Walkertshofen mit Expositur Großberghofen zusammengeschlossen.
Es ist der älteste Pfarrverband in der Erzdiözese München und
Freising.
Ältere
Matrikel
Wann die erste Kirche
gebaut wurde, kann nicht mehr festgestellt werden. Als im Jahre 1315 Herzog
Rudolf die Burg von Unterweikertshofen mit allem Zubehör dem Ritter Eisenhofer
zu rechtem Lehen verleiht, wird eine Kirche nicht erwähnt. Die Konradinische
Matrikel von 1315 beschreibt
die Pfarrei Sittenbach nur sehr unzulänglich mit "habet IIII filias".
Die Namen der vier Filialkirchen werden nicht erwähnt. Wenn man aber berücksichtigt,
dass auch die Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 von "quatour filiales" spricht
und als eine der vier Filialen "Weickertzhofen" nennt, ist es wahrscheinlich,
dass auch schon 1315 in Unterweikertshofen eine Kirche gestanden hat.
Historisch gesichert ist, dass am 4. Nov. des Jahres 1473 (andere Quelle: 1478) ein lang schwebender Streit zwischen dem Pfarrherrn Georg Hueber zu Sittenbach und den Vertretern der Filialkirchen dahin entschieden wurde, "dass derselbst schuldigst sei, durch sich selbs oder ainen gesellen das göttlich offen Ambt ainen Suntag in der Zukürchen (=Filialkirche) zu Grossenperkhofen und den andern zu Weigertzhofen zu halten".
Neubau 1608| Im Jahre 1608 wurde
die jetzige Kirche in Unterweikertshofen erbaut. Bauherr war Philipp Adelzhauser, Domherr zu Eichstätt und Mitglied der in Unterweikertshofen von 1441 bis 1625 residierenden Familie der Adelzhauser. Dies habe -wie die Historiker Mayr/Westermayr um 1880 schrieben- auf einer schon damals nicht mehr vorhandenen Pergamenttafel gestanden ("Dises gegenwärtige gottshaus hat der Hochw.Hochedel gebohrne herr herr Johann Philipp von und zu Adelzhausen auf Weikertshoven Thumdechant zu Aichstätt und Thumherr zu Augspurg So im 1608 Jahr Von Neuem Erbaut und Erweihtert"). Das Bild rechts zeigt die1608 erbaute Kirche im Jahr 1701 neben dem dominierenden Schloss. Sie besaß ein rechteckiges Langhaus mit seitlich angebautem, im unteren Teil quadratischen, in der oberen Hälfte ins Achteck übergehenden Kirchturm mit Zwiebelhaube. |
Auszug aus einer Landkarte vom Jahr 1663 |
Wallfahrt
Ab 1707 entstand in Unterweikertshofen für ein halbes Jahrhundert
eine kleine Wallfahrt. Gnadenbild war eine 15
cm große, tongebrannte Figur der Muttergottes mit dem Jesuskind, die der
Bauer Balthasar Schrott 1703/04 von Langengern in der Höhlung einer Buche
gefunden und eine kleine Kapelle dafür errichtet hatte. Es war wohl eine
der im 17. und 18.Jh weit verbreiteten Gnadenbildkopien. Die Kunde von Schrotts
Heilung eines langwierigen Bruchleidens durch die Anrufung der "Muttergottes
in der Buche" löste spontan einen gewaltigen Zulauf von Hilfesuchenden,
Kranken und Bresthaften aus. Schon nach kurzer Zeit wurde von Gebetserhörungen
berichtet. Die Wallfahrer brachten so reichliche Opfergaben, dass man sich in
Langengern zum Bau einer Wallfahrtskirche entschloss und schon Baumaterial kaufte.
Dies beunruhigte die Mönche im nahen Kloster Taxa, die durch die neu aufkommende
Kultstätte finanzielle Einbußen für Ihre eigene Wallfahrt Maria
Stern befürcheten. Sie baten den Fürstbischof in Freising "dises
genzlich abzuthuen, damit ihr armes Clesterl andurch nit geschwecht wurde".
![]() Ansicht um 1700-Kirche rechts |
Der Bischof verbot zwar die Wallfahrt zur "Muttergottes in der Buche" nicht; doch er entschied, dass die Gnadenfigur in die Pfarrkirche von Sittenbach gebracht werden müsse. Dagegen erhob die Gräfin Maria Francisca Khuen von Belasi Einspruch, weil sie das wundertätige Bildnis in ihrer Hofmark, die Unterweikertshofen und Langengern umfasste, behalten wollte. So kam die Muttergottesfigur nach Unterweikertshofen. Durch die Wallfahrt verdoppelte sich die Zahl der Messen in der Gabinuskirche; die Opferstockgefälle (= Einnahmen) stiegen von 5 auf über 110 Gulden jährlich, was dem Kirchenneubau zugute kam. Aber 1/3 der Einnahmen mussten nach Sittenbach abgeliefert werden. Der Wallfahrtsbetrieb dauerte rund 50 Jahre. Um 1760 hatte der Zulauf der Gläubigen -einem Bericht des Sittenbacher Pfarrers Rottmanner zufolge- stark |
Altarweihe
1707
Am 7. Oktober 1707 kam der
Fürstbischof Johann Franz von Eckher nach Unterweikertshofen und weihte
drei Altäre in der Kirche. Am selben Tag hatte er Altäre in Sittenbach
benediziert und dort die Firmung gespendet. Das Weihedatum bedeutet aber nicht
zwingend, dass der Altar erst kurz vorher neu beschafft oder renoviert worden
wären. Es könnte auch sein, dass 60 Jahre vorher - im 30jährigen
Krieg - der Altar von Soldaten entweiht und in den Jahren danach von den Unterweikertshofenern
wieder hergestellt worden ist. Eine Altarweihe war damals nicht möglich.
Denn ab 1652 saßen nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen
(Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger
Bischofsthron, die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht
ausüben konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe.
Nach 40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung,
für den nach so langer Zeit ohne Kirchen- und Altarweihen und ohne Firmungen
viel zu tun war. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche
aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines
Bistums. In den drei Tagen vom 7.bis 9.Okt. 1707 weihte er neben den Altären
in Sittenbach und Unterweikertshofen weitere Altäre in St.Johann/Sixtnitgern,
Roßbach und Orthofen und spendete jeden Tag die Firmung.
Erweiterung
1709
Hundert Jahre nach der Errichtung war die
Kirche baufällig. Der zuständige Pfarrer von Sittenbach, Bartholomäus
Jehle, schrieb am 6.4.1709 den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Ecker
von Kapfing und Lichteneck wegen der Instandsetzung an und legte gleich einen
Kostenvoranschlag des Maurermeisters Hans Maurer aus Hirtlbach in Höhe
von 443 Gulden bei. Der Fürstbischof machte gerade Sommerferien in Schloss
Hof bei Eisenhofen, dessen Hofmarksherr er war, und genehmigte den Bau, wie
es heißt, mit einem kurzen "fiat, ut petitur" (= es werde so
gemacht, wie es beantragt wurde). Dies wurde auch getan. Unter der Bauleitung
von Maurer trug man den baufälligen Westteil der Kirche ab und fügte
dafür das Oktogon (= Raum mit achteckigem Grundriss) an. Die Hälfte
der Kosten trug die Hofmarksherrin Maria Franziska Monika Gräfin Preysing,
verh. Khuen v. Belasy.
Schmidtsche Matrikel 1738/40
30 Jahre nach dem Neubau hat Kanonikus Schmidt aus Freising die Kirche in der
nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel von 1738/40
kurz beschrieben. Er rühmt die Schönheit des Gotteshauses (valde pulchra).
Auch damals standen im Inneren drei Altäre mit den gleichen Patronen wie
heute. Der Hochaltar war dem Märtyrer Gabinus geweiht, die Seitenaltäre
dem hl.Sebastian und den 14 Nothelfern. In der Sakristei waren schöne Messgewänder
aufbewahrt. Kirchweih wurde am Sonntag vor Matthäi (21.9.) gefeiert; das
Patrozinium am 19.Februar. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Im Friedhof
stand ein Beinhaus. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Sittenbach
und der Hofmarksherrr von Weikertshofen, damals Herr Graf von Khuen. Der Bericht
schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: " Das Vermögen
dises Gottshauses wirdet diser Zeit sich nit viel yber 300 fl. (Gulden) erstreckhen".
Das war zwar kein großer Betrag, doch ein solcher war angesichts des guten
Bauzustands der Kirche auch nicht nötig.
Den im Jahre 1840 durch Blitzschlag zerstörten Turm baute man sofort wieder auf. Dabei wurde er mit einem Spitzhelm versehen.
1871 wurde die Kirche einer gründlichen Restaurierung unterzogen.
| Beschreibung 1884 In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus dem Jahr 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Sittenbach auch die Kirche St.Gabinus in Unterweikertshofen enthalten. Im Dorf selbst wohnten 276 Seelen (in 53 Häusern). Zur Filialkirche Unterweikertshofen gehörten zu dieser Zeit die Ortschaften Unterweikertshofen mit 276 Einwohnern und 53 Häusern, Guggenberg mit 33 Einwohnern und 6 Häusern und Langengern mit 79 Einwohnern und 17 Häusern. Über die Kirche schreibt er: "Hart an der Glonn und der Districtstraße von Eisenhofen nach Welshofen gelegen. Erbauungsjahr 1608. Restaurirt 1871. Renaissancestyl. Geräumigkeit: zu beschränkt. Spitzthurm mit 2 Glocken: a) Gegossen von Ignatz Beck in Augsburg 1842. b) 'Gegossen von Franz Gossner in München 1865. Patrocinium 19.Febr. 3 Altäre, Orgel mit 7 Registern. Cemeterium (=Friedhof) bei der Kirche. Gottesdienst durch den Cooperator an den Sonntagen im Wechsel zwischen Unterweikertshofen (2x) und Orthofen (1x). Stiftungen 16 Jahrtage, 33 Jahrmessen.Meßner und Cantor: der Lehrer von Unterweikertshofen. Vermögen: 16.200 Mark. |
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Verlängerung 1910
Im Jahr 1910 hat man die Kirche um ein Joch nach Westen verlängert (Westl.Anbau).
Zudem erhielt der Kirchturm durch eine laternenbekrönte Zwiebelhaube seine
heutige Gestalt.
Renovierungen
Eine Restaurierung ist aus dem Jahr 1837 unter Kooperator Thalhammer (3 Altäre,
alle Statuen, Ausmalung des Inneren)
Die letzte Renovierung fand in den Jahren 1977/78 statt.
Zeitungsberichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120
Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich
nicht unmittelbar mit den Kirchengebäuden, vermitteln aber einen ergänzenden
Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Abschiedsfeierlichkeiten,
Jubiläenund Installationsfeiern von Pfarrern usw.
Wenn Sie sie lesen möchten, klicken sie hier...
| Sie
besitzt ein durchgehendes Giebeldach; das Oktogon dazu noch ein das Hauptdach
überragendes Spitzdach. |
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Der Altarraum ist
zweijochig und schließt in drei Seiten eines Achtecks. Die Eingänge liegen seitlich im westlichen Anbau. |
| Die Sakristei
befindet sich an der Ostseite des Turms. Im Norden des Altarraums ist ein Oratorium für die Hofmarksherren mit eigenem Außenzugang angebaut. |
Die Kirche in Unterweikertshofen ist die erste Kirche im Ampergebiet mit einem Oktogon. Sie ist kunstgeschichtlich auch deshalb bedeutend, weil diese Grundrissform später bei vielen Kirchenbauten Altbayerns Anwendung fand. Insbesondere der kurfürstliche Hofbaumeister Johann Michael Fischer hat diese Form zwei Jahrzehnte später zur großartigen Vollendung gebracht, wie wir in unserem Landkreis an den Kirchenbauten in Bergkirchen (1734), Sigmertshausen (1755) und Altomünster (1770), sehen können.
Der an die Südseite des Altarraums angebaute Turm besitzt eine hohe mit Holzschindeln gedeckte Zwiebelhaube über achteckigem Grundriss. In der Glockenstube hängen vier Glocken. Die vierte Glocke kam erst am 13.7. 2008 hinzu. An diesem Tag weihte Kaplan Reichel im Beisein des ehem.Kaplans Hans-Jörg Lechner und des früh.Pfarrers Josef Schinagl die 350 kg schwere, dem Kirchenpatron Gabinus gewidmete Glocke. Sogar Papst Benedikt XVI. übermittelte Segenswünsche: "Der vertraute Klang der Glocken, der zu Gebetszeiten zum Gottesdienst ruft, ist eine gemeinsame Tradition vieler christlicher Gemeinden auf der ganzen Welt. Glocken lassen aufmerken, sie kündigen an, sie ordnen die Zeit."Die Zugänge
zur Kirche sind im westlichen Anbau jeweils auf der Nord- und der Südseite
zu finden.
Die doppelflügeligen Türen aus der Zeit um 1910 sind durch Felderungen
gegliedert.
Innenausstattung
Die Ausstattung der Kirche stammt im Wesentlichen aus der Zeit um das Jahr 1700. Der Altarraum ist quadratisch mit halbkreisförmigem Anbau. Er hat ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Der Stuck wird dem Dachauer Benedikt Heiß zugewiesen, der auch die Kirche von Weichs ausgestattet hat und der im Wessobrunner Stil arbeitete. Er hat an der Decke Akanthusblätter mit Cheruben und Putten sowie eine große Muschel gestaltet. Der Stuck ist von beiger Farbe und mit vergoldeten Rändern versehen.
An der Chordecke (vom Brucker Maler Joseph Krenauer - gest.1738) sind zwei Gemälde in Rundmedaillons zu sehen (um 1710):|
Eines zeigt die Krönung
Mariens im Himmel. Maria in gelbem und blauem Gewand thront auf
Wolken; ihr Haupt ist mit einem Kranz von 12 Sternen umgeben. Gottvater
und Jesus, die beide ein Szepter tragen, halten gemeinsam eine Krone über
ihr Haupt. Darüber schwebt die Taube des Hl.Geistes.
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| Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. |
| Text | Bild im Emblem |
| nata in valle lacrimarum - geboren im Tal der Tränen |
Das Bild zeigt links einen Felsen, auf dem ein Strauch wächst; rechts das Meer oder eine Seenlandschaft. Die früher wohl vorhandene geschlossene Muschel fehlt. |
| ornata maris stella - geschmückt mit dem Stern des Meeres |
Eine Rose, die von Sonnenstrahlen erfasst wird, liegt auf einem schmalen Landstreifen, der links von einem Felsen und rechts vom Meer eingegrenzt ist. Auch hier fehlt die Muschel; sie wurde bei einer früheren Restaurierung zur Rose umgestaltet. |
| coronata virtutum - floribus
gekrönt mit den Blüten der Tugenden |
In einer Gartenanlage (Symbol der Tugenden Mariens) mit einem Springbrunnen in der Mitte (Symbol der Wohltätigkeit) sitzt links vorne ein Engel, der einen Blumenkranz über eine Muschel mit einer Perle (Symbol für die Jungfräulichkeit Mariens) hält. Der Brunnen symbolisiert wegen des bei der Taufe verwendeten Wassers die Aufnahme in die Kirche. Er ist aber auch Symbol für die Erkenntnis, weil im Hebräischen das Wort "Brunnen" und das Wort "Auge" mit der selben Lautfolge bezeichnet werden. |
| coronata caeli empyreo - gekrönt mit der Herrschaft des Himmels |
Über einer Landschaft, die rechts von einem Felsen begrenzt ist, schwebt eine geflügelte Muschel mit einer Perle, über die ein Engel einen gewundenen Blumenkranz hält. |
Das andere (weiter westlich angebrachte) Rundmedaillon im Altarraum mit zwei ein Seil haltenden Engeln passt nicht ganz zu den anderen Malereien. Es war sicher als Hintergrundmalerei für die Ewiglichtlampe gedacht, deren Schnur scheinbar die von den Engeln gehaltene gemalte Schnur weiterführt.
Der Anfang des 18. Jh. erbaute und 100 Jahre später veränderte Hochaltar ist ein raumhohes barockes Retabel mit marmorierten Säulen auf Sockeln und seitlichen Durchgängen. Auf dem Gebälk sitzen zwei Englein zwischen seitlichen Voluten.| Das um das Jahr
1800 entstandene Altargemälde
(180 x 116 cm) mit stark eingezogener Rundung oben zeigt die auf Wolken
schwebende Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind. Zu ihren Füßen
zwei Märtyrer mit Palmzweigen in den Händen.
Die über 20 m hohe Palme mit dem elastischen, allen Stürmen standhaltenden
Stamm galt seit alters her als Sinnbild für Sieg und Standhaftigkeit
sowie als Zeichen der sieghaften Vollendung
und des Triumphs. Dies hat man für die christlichen Märtyrer übernommen.
Zudem berichtet Johannes in der Geheimen Offenbarung: "... sie standen in
weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in
den Händen" (Offb 7,9). Darunter sitzen zwei Heilige, die zur Muttergottes aufschauen: links, im weißen Gewand, der hl. Gabinus. Er ist der Kirchenpatron (Fest am 19. Februar). Rechts der Patron der damaligen Pfarrkirche Sittenbach, der hl. Laurentius mit Evangelienbuch und Feuerrost. |
| Hinweis: Laurentius war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Leidenden und Armen austeilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze;als Laurentius sie nicht an ihn herausgab, ließ er ihn mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Deshalb wird Laurentius mit dem Rost abgebildet. |
| Zwei seitliche Wandbögen (Durchgänge) verbinden den Altar mit der Wand. Darauf stehen die fast lebensgroßen Figuren der Großeltern von Jesus, des hl. Joachim (links mit Schäferschaufel) und der hl.Anna mit dem Kopftuch der verheirateten Frau. Die Figuren wurden Ende des 18.Jh. geschnitzt und in neuerer Zeit silber und gold gefasst (bemalt). | |
Die Bibel nennt Anna und Joachim nicht. Nach dem Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh waren sie die Eltern Marias. Im 5. und 6. Jahrhundert wurden ihre Namen in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna. |
| Hinweis: Anna
soll ähnlich wie Hanna (1. Samuel 1-2) erst nach zwanzigjähriger
kinderloser Ehe ihr Kind Maria geboren haben. Deshalb wird sie in der Kunst
als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch dargestellt. Die Schäferschaufel Joachims führt zum apokryphen Jakobusevangelium, nach dem ihm ein Engel erschien, während er auf dem Feld die Herden hütete. Die Opfertäubchen im Körbchen erinnern an folgende Legende: Joachim und Anna hatten lange keine Kinder. Dies galt im alten Israel als Makel und als Strafe Gottes. Deshalb wurde Joachim, als er im Tempel von Jerusalem das übliche Opfer, zwei Täubchen, darbringen wollte, vom Priester zurückgewiesen. |
| Im Mittelpunkt der Predella steht ein Tabernakel, der ursprünglich nicht an diesem Platz stand und aus dem in der Säkularisation 1802 aufgelösten Kloster Taxa stammt. Möglicherweise kam der gesamte Altar aus Taxa, weil er für die kleine Unterweikertshofener Kirche zu groß dimensioniert erscheint und zurechtgeschnitten wurde. Der Tabernakel besteht aus Holz und ist mit getriebenen, versilberten Messing ummantelt. Getrieben bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde. Er besitzt eine konvexe Mitte mit einer Türe und ist von Volutenpilastern gerahmt. Die Türe ist mit Reben- und Ährenreliefs geschmückt, die ein flaches Altarkreuz mit drei Schmucksteinen umgeben. Der Corpus am Kreuz besteht aus Elfenbein. An den Seitenteilen des Tabernakels sind Blüten, Vasen, Girlanden und Ketten zu sehen. |
| Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
An der Nordseite des Altarraums ein einfach gehaltenes Oratorium, die Herrschaftsempore der gräflichen Familie von Hundt mit prächtigem Wappen inmitten der Stuckverzierung. Das Oratorium wurde im Jahr 1799 hinzugefügt. Das Oratorium ist eine Loge mit Blick zum Altar, die es den Herrschaften erlaubte, unbeobachtet vom Volk der Messe beizuwohnen. |
| Der Zelebrationsaltar ist in Stil, Farben und Material der Kircheneinrichtung angeglichen. Er wurde im Februar 1988 aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils, und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier. | Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. |
| Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich.Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
Die Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals rettet.
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Das Langhaus besteht aus folgenden drei
Teilen: |
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Über alle Bauteile erstreckt sich eine Flachdecke.Sie ist reich verziert mit Stuckdekoration (Putten und Akanthusranken) im Stile des beginnenden 18. Jahrhunderts. Stuck ist auch an den Wänden zu finden, in den Nischen mit Muschelkalotten, in der Akanthuskartusche und bei den Apostelleuchtern. |
| Hinweis: Seinen Ursprung hat
der Kreuzweg übrigens im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten
nach Jerusalem den Leidensweg Jesu nachzugehen. Wenn Sie mehr über
die Geschichte des Kreuzwegs und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises
erfahren wollen, klicken Sie hier...
Die Apostelleuchter aus vergoldeten Schmiedeeisenranken mit Stuckplaketten in Form von Akanthusranken sind an der Wand angebracht. Die Apostelleuchter und -kreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. |
Vorderschiff
(von den Seitenaltären bis zur Kanzel)
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| Das Fresko an der Decke des Vorderschiffs stellt die Aussendung des Hl.Geistes an Pfingsten dar. In der Mitte, auf dem Deckel der Heilig-Geist-Öffnung, ist die Heilig-Geist-Taube inmitten von Putten dargestellt. Im äußeren Bildfeld sind die zwölf Apostel dargestellt. Aus einer hellen Lichtglorie am oberen Bildrand fallen zwölf Feuerzungen auf die Jünger Jesu. |
| Das südliche Rundmedaillon zeigt, wie Jakob sich den Erstgeburts-Segen von Isaak erschleicht (Buch Genesis, Kap. 27). Isaak wollte diesen Segen eigentlich Esau spenden. Jakob war es jedoch mit Hilfe seiner Mutter Rebekka gelungen, Isaak zu täuschen. Die Inschrift: "In qua est vita salustet resurectio nostra" frei übersetzt: "Darin ist unser Leben, unser Heil und unsere Auferstehung". Die Inschrift, die im Zusammenhang mit dem Rundmedaillon leicht missverstanden werden könnte, will sagen, dass trotz Täuschung, Lüge und Sündhaftigkeit Gott daran liegt, dass sich sein Heilswille im Interesse des Lebens der Menschen durchsetzt. |
| Das nördliche Rundmedaillon zeigt als Fortsetzung Jakobs Traum von der Himmelsleiter (Buch Genesis, Kap 28, Verse 10 - 22). Jakob, der aus Furcht vor seinem Bruder Esau zu seinem Onkel Laban flieht, macht Rast am Jabbokfluss. Da träumte er von einer Leiter, die auf die Erde gestellt war und dessen Spitze den Himmel berührte. Auf der Leiter stiegen Engel auf und nieder und Jahwe (in hebräischer Schrift angedeutet) versprich Jakob dieses Land. Die Inschrift lautet: "Ascendit precatio et descendit Dei miseratio" - das Flehen steigt empor, herab steigt Gottes Erbarmen. |
Am Choreingang stehen die beiden wegen der besseren Sicht auf den Hochaltar schräg gestellten Seitenaltäre. Sie haben bereits Anzeichen der Kunstepoche des Klassizismus und dürften um 1803 errichtet oder verändert worden sein. Die Retabel ist grau und rosa marmoriert und vergoldet. Die Stipes, der Altartisch ist sarkophaförmig verkleidet. Jeweils zwei Säulen stützen das verkröpfte Gesims mit Eier-und Blattstabornamenten. In den Auszügen sind ovale Bilder mit Blattrahmen zu sehen, eingerahmt von Engelsköpfchen und Ziervasen.
Linker Seitenaltar (Sebastiansaltar)|
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Auf dem Auszugsbild wird der Kampf des hl. Georg mit dem Drachen gezeigt (ebenfalls 18.Jh). |
| Auf
dem Altartisch steht derzeit die silber und golden gefasste Figur einer
Maria Immaculata (20.Jh)
mit einem Kranz von 12 Sternen um das Haupt. Vor dem Altar sind Kerzenständer aufgestellt, auf dem die von den Gläubigen gestifteten Kerzen abbrennen können. |
Die zwölf Sterne erinnern an die Apokalyptische Frau, die Johannes in der Geheimen Offenbarung beschrieben hat. Sie war in der Vision vom Strahlenkranz der Sonne umgeben, über ihrem Haupte standen zwölf Sterne als Symbol für die zwölf Stämme Israels. Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeit als Symbol für die Kirche angesehen und erst später mit Maria identifiziert. |
Rechter Seitenaltar (Nothelferaltar)
| Der rechte Seitenaltar
ist ein Nothelfer-Altar (um 1700). Die Verehrung der 14 Nothelfer (heilige Zahl 7 mal 2) ging in der 1. Hälfte des 14. Jh von Regensburg aus und erfuhr besonders im 15. Jh allgemeine Verbreitung. Auf dem Altarbild sind folgende Heilige mit ihren Attributen zu erkennen: |
linke Bildhälfte des
Altargemäldes: |
|
rechte Bildhälfte
Achatius (Kreuz) Pantaleon (Hände auf Kopf genagelt) Dionysius (abgeschlagenes Haupt) Erasmus (Winde) Barbara (Kelch) Katharina (Rad) Ägidius (Benediktinermönch) Georg (Ritterfahne) |
| : Hinweis: Die Vierzehn Nothelfer sind 14 Heilige, meist Märtyrer aus dem 2. bis 4. Jh., die bei unterschiedlichen Problemen um Hilfe angerufen wurden. Ihre Verehrung geht in Deutschland zurück bis ins 14.Jh. Eine große Verbreitung fand der Kult nach den Visionen eines Schäfers bei Klosterlangheim in den Jahren 1445/1446. Ihm erschienen auf freiem Feld vierzehn Kinder in rot-weißen Gewändern, die sich als 14 Nothelfer vorstellten und den Bau einer Kapelle anmahnten. An dieser Stelle entstand die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Nur drei Nothelfer sind weiblichen Geschlechts. "Barbara mit dem Turm, Margareta mit dem Wurm und Katharina mit dem Radl, das sind die 3 hl.Madl", heißt es im Volksmund. Die Wurzeln der drei Madl reichen zurück in die keltische Zeit, als noch die "Drei Bethen" Wilbeth, Ambeth und Borbeth verehrt wurden. Sie wurden mit ähnlichen Attributen dargestellt. In christlicher Zeit traten die drei hl.Madln an die Stelle der drei Bethen. Die Zusammensetzung der 11 männlichen Heiligen kann je nach Region auch verschieden sein. In Bayern gehören manchmal auch St.Leonhard, Rochus und Sebastian dazu; dies ist hier in Unterweikertshofen aber nicht der Fall. |
| Der versilberte und vergoldete tabernakelähnliche Schrein auf dem rechten Seitenaltar (um 1800) ist im klassizistischen Stil gearbeitet (mit Fruchtschnüren und edelsteinbesetzer Krone). Über seine Herkunft ist nichts bekannt. In der rundbogigen Nische steht eine Marienfigur (Lourdesmadonna). Früher soll hier das oben erwähnte hoch verehrtes Marien-Gnadenbild aus dem Beginn des 18.Jh gestanden haben, zu dem in größerer Zahl Wallfahrer kamen. Heute ist die Muttergottesfigur, die sich um 1940 noch in der Kirche befand, verschollen. | |||
In der Osterzeit
steht auf dem Tabernakel die neugotische Figur des Auferstandenen,
mit der Siegesfahne in der Hand (Ende 19.Jh). Die Fahne gilt seit dem 10./11.
Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie
sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen
Raums gehört die Fahne zur Ostersymbolik.
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Das Auszugsbild auf dem rechten
Seitenaltar zeigt den hl. Martin als Ritter bei der Mantelteilung.
| An der Südwand ist die weiß verputzte und mit Stuck verzierte Kanzel aus der Zeit um 1709 angebracht. Vier Putten in der Funktion von Hermen stützen den schweren bauchigen Kanzelkorb. An seiner Außenseite sind Holzfiguren der vier Evangelisten mit ihren jeweiligen Symbolen (Matthäus mit Engel, Lukas mit Stier, Markus mit Löwe und Johannes mit Adler) abgebildet (drei der Figuren wurden 1978 von Anton Westermeir erneuert). Zwischen den Evangelistenfiguren Frucht- und Blumenschnüre, die oben von einem Puttenkopf abgeschlossen werden. Den mehrschichtigen Schalldeckel ziert an seiner Unterseite eine versilberte Heilig-Geisttaube. |
| Hinweis: Die vier Evangelisten-Symbole
geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier
und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten
sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier),
Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache
hielten. Im Alten Testament werden sie
in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung
des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes
Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem
thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst
seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus
und Hippolyt um das Jahr 200). Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: - Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. - Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont. - Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet. - Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". |
| An die Kanzelrückwand ist ein Rundmedaillon (63 cm) mit einem Bild des hl. Nonnosus gemalt. Es zeigt den heiligen Mönch mit Krummstab in der Linken und einem Ölzweig in der Rechten an einen sarkophagähnlichen Bau mit einer brennenden Öllampe gelehnt. Unter dem Sarkophag schlüpft durch eine kleine abgerundete Öffnung ein alter Mann heraus; dies ist ein Hinweis auf den bis ins 20.Jh verbreiteten Brauch, bei bestimmten Leiden und Anliegen unter dem Reliquienaltar durchzukriechen. Im Hintergrund des Bildes heben zwei Engel in einer Landschaft einen großen Felsen in die Lüfte. Über dem Haupt des Nonnosus sieht man das Auge Gottes im Dreieck. |
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Hinweis: Der
im Jahr 604 gestorbene hl. Nonnosus war Abt des Benediktinerklosters
San Silvestro am Soracte in Italien. Er war berühmt für sein
unerschütterliches Gottvertrauen. Auf sein Gebet hin sollen Engel
einen Felsen weggetragen haben, der die Mönche daran hinderte, einen
Klostergarten anzulegen. (Engel im Hintergrund des Bildes) Durch ein Ölwunder
vermehrte Nonnosus die spärliche Olivenernte im Klostergarten (Öllampe
auf dem Sarkophag, Ölzweig in der Hand des Nonnosus). Der Mann, der
aus der Öffnung des Sarkophags hervor kriecht, erinnert an den alten
Brauch des "Durchschlüpfens" am Grab des Heiligen Nonnosus
in der Freisinger Domkrypta, das Genesung von körperlichen Gebrechen
verspricht. Die Abbildung des hl.Nonnosus in Unterweikertshofen dürfte
darauf zurückzuführen sein, dass 1708, ein Jahr vor der Erbauung
der Kirche, die Gebeine des Heiligen in der Freisinger Domkirche wieder
aufgefunden und 1710 in der Domkrypta zur öffentlichen Verehrung
ausgesetzt worden sind. |
| Gegenüber der Kanzel hängt das sog. Kanzelkreuz aus dem Ende des 19.Jh. Darunter steht die Figur einer schmerzhaften Muttergottes, einer Mater dolorosa, im blau-roten Gewand. Auf dem Sockel mit Engelskopf ist ein Spruchband mit den Worten "Hl.Maria bitt für uns". |
Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. |
In die Wände der Kirche sind mehrere Epitaphe (Grabplatten) für die früheren Hofmarksherren eingelassen.
| Die Hofmarksherren waren: | ab 1655: Grafen von Preysing | ab 1706: Grafen Khuen von Belasy |
| ab 1751: Freiherren Mändl auf Deutenhofen | ab 1783: Freiherren von Tänzl | |
| ab 1799: Grafen von Hundt |
| Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
| Text: "Hier ligt begraben der hochgeborne Herr und Graf Johann Franz Graf von Preising, Graf der Grafschafftorth am Traunsee Freyher of Altenpreising, Herr zum Mos:heilsling ..... Herr zu Weickertshouen und Adlzhausen, der Churfürsten in Bayrn Cammerer und kath: so gestorben den 22.May Anno 1674 sambt dero Gemachlin Maria Eleonora aingebornne Gräfin Fuggerin zu Kirchberg und Weissenhorn, Gott der Almechtig verleiche ain fröliche Auferstehung gestarb am Sambstag den 16.Marty 1697. |
| Text: "Hier ligt begraben die hoh gebohre Frau Frau Maria Concordia Frey:Frau von Hegneberg genannt Dux gebohrne ReichsGräfin von Preysing uf Weichertshofen und Adlshausen hochseel: so in Gott verschiden den 15. July 1740 Reqiescat in Pace" |
| Text: Stehe ein wönig still,
mein Lieber Christ und nim zu Hertzen Das Allhier ruehet der Hochgebohrne Herr Johan Beno Preysgott, des heiligen Römischen Reichs Graff Khuen und Belasy und Gandegg auf Liechtenberg, Freiherr von Neyen Lembach, seiner Churfürstlichen Drl. zu Cölln Cammerer. Auf Weickertshofen war gebohren den 16.Juny Anno Domini 1712, gestorben den 16.Jully anno 1762. Aetat is suae 50 Jahr" |
| Hoc Monumentum Posuit Illssmo .. D.D. Maximiliano Ioanni Preysgott de Khuen S.R. I. Comiti de Belasy et Gandtegg L.Baroni de Neottembach. D. in Camer, Pridau et Hechenrain S.E. B.Camerario Patri suo mortuo Anno 1751. Die 31. Menf. May Ac ipsius Uxori Illssmae. D.D. Mariae de Preising Donnae in Weikhertshoven et Adlzhausen. Matri suae mortuae Anno 1741, die 17. Menf. oct. Illssma. D.D. Maria Anna Walburga Baronissat de Mändl, nata Comitissa de Khuen D. in Weikhertshoven. Maestissima Filia Anno 176? die 10.Mens. Iuny. Requies. in pace |
| Text: Hier ligt begraben der Hochwohlbebohrne Herr Herr Johann Franz Nonnos Mändl Reichs Frey- und Panier-Herr von und zu Deittenhofen und auf Huebenstein, Churfürstl. Drtl. in Bayern Cammerer und Hofrath, gestorben den 12.Febr. 1783 im 62.Jahr seines Alters. Und dessen Gemahlin, die Hochgebohrne Frau Maria Anna Freyfrau von Mändl, gebohrne Reichsgräfin Khuen von Belasy auf Weickertshoven, gestorben den 16.Dec..... |
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Text: |
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für
den Taglöhner Peter Michl (32x32 cm) |
für Christian Schnaiter, der 50 Jahre Schäffler in der gräflichen Brauerei war (80 x 49 cm) |
für
den Schullehrer Franz Xaver Wohlmeyr
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für
den Chirurgen Josef Berndl und für seine Frau und seine Tochter (65 x 42 cm) |
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Die
Kirchenbänke (links und rechts je 15 Reihen) stammen aus dem Jahr
1978.
Zentralraum,
Oktogon (Achteck)
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Der Zentralraum reicht von der vierten Kirchenbank bis kurz vor die Empore.
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Das Deckengemälde im Zentralraum wurde von Joseph Krenauer 1710 erstellt, aber Mitte des 18.Jh von einem unbekannten Maler übermalt. Es wurde bei der letzten Restaurierung 1978 ebenso wie die 4 Rundmedaillons nur sehr schlecht wiederhergestellt, Das Fresko zeigt Maria als Fürbitterin. Die Gottesmutter mit dem Jesuskind, umkleidet mit der Sonne, dem
| Mond zu ihren Füßen
und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen (Offb, Kap 12, Vers
1) thront auf Wolken.Über Maria ein Schriftband mit dem Text: "Unter
Euern Schutz fliehen wir". Links unter Maria der heilige Gabinus, der
eine Dalmatik (=das mit kurzen Ärmeln und senkrechten Streifen versehene
liturgische Obergewand des Diakons) trägt; rechts der heilige Laurentius
in Diakonstracht mit einem Rost (der Patron der damaligen Pfarrkirche Sittenbach).
Zwischen den Heiligen das Wappen der Hofmarksherren |
| An der Süd- und Nordseite des Deckengemäldes sind unter einer Krone je zwei flammende Herzen in Kartuschen zu sehen. In kleinen Schriftbändern steht "Sursum Corda" = "erhebet die Herzen". | Von allen vier Seiten des Freskos blickt ein Engel in einer doppelten Muschel auf Maria hin. Im Zeit alter des Barock war die Muschel Sinnbild für die Empfängnis göttlicher Gnade. |
| Bild im Medaillon |
Text
|
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| Hinten links: der heilige Hieronymus sitzt in felsiger Einöde vor einem Bach, über den eine Brücke führt. Seine Attribute sind der Löwe, Schädel, Stein, Kreuz, Tintenfass, aufgeschlagenes Buch und eine Geißel. |
transeamus
usque Bethlehem -
lass uns nach Bethlehem eilen |
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|
quod
Dominus ostendi -
und das Gott vor Augen stellt |
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| Vorne links: Papst Gregor I. der Große, mit Tiara und Papstkreuz, sitzt schreibend an einem Tisch, über ihm fliegt eine Taube (sein Attribut). |
et
videamus hoc verbum -
sehen das Wort |
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|
quod factum est -
das Gestalt angenommen hat |
|
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Hauptschmuck
des Oktogons sind vier lebensgroße, sehr ausdrucksvolle Heiligenfiguren
in den Wandnischen. Sie wurden 1709 geschnitzt und besitzen eine Lüsterfassung.
Vorne links: der hl. Benno, der Patron der Stadt München, mit Buch, Schlüssel und Fisch
|
| Johannes und Paulus haben nichts mit den Aposteln zu tun. Sie waren Brüder, die hohe Beamtenstellungen am Hofe Kaiser Konstantins innehatten. Unter Kaiser Julian, dem Abtrünnigen, wurden sie wegen ihres christlichen Glaubens um das Jahr 361 in ihrem Haus auf dem Caeliusten enthauptet und dort begraben. Seit dem 6. Jahrhundert werden sie als Märtyrer verehrt, später galten sie auch als Gewitterheilige. Sie werden auch in Arzbach, Westerndorf und Glonn verehrt. |
An den Kirchenbänken sind zwei Vortragekreuze
befestigt:
- Das erste stammt aus dem frühen 19.Jh. Es ist in barockem Stil gearbeitet.
Das Kreuz auf dem Stab ist aus Holz;
der Corpus besitzt eine Gold- und Inkarnatfassung (fleischfarben).
- Auch das zweite Vortragekreuz wurde im 19.Jh hergestellt. Es ist barock gestaltet,
besteht aus Holz und ist bemalt.
| Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh. |
Westlicher Anbau
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Im Jahre 1910 wurde die Kirche in westlicher Richtung erweitert. Der Anbau wird durch die tiefe, auf zwei weiß lackierten Säulen ruhende Empore geprägt. |
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Zwei kürzere, rundbogige Fenster auf der Nord- und Südseite sowie ein Okulus (ovales Fenster) auf der Westseite lassen Licht in den Raum dringen. |
| Die tiefe Empore ruht auf zwei
jonischen Säulen. Auf ihr sind einfache Holzbänke (rechts 8,links
5) aufgestellt. An die konvex gestaltete Emporenbrüstung ist das Fresko
"Ruhe auf der Flucht"
gemalt. Maria, Josef und das Jesuskind lagern an einem durch Büsche
und Bäume geschützten Platz. Im Hintergrund wartet ein Esel. Links
lugen hinter einem Strauch zwei Putten hervor. Das Gemälde wurde bei der Errichtung der Empore, im Jahr 1910 geschaffen. |
| Im Fuß der südlichen
der beiden weißen Rundsäulen, die die Empore stützen, ist
der Opferstock untergebracht.
Der Einwurf ist in die auf dem Geldbehälter ruhende Säule integriert.
Diese Konstruktion gibt es im Dachauer Raum nur noch in Weichs. |
Übrigens: wenn Sie Opferstöcke
in anderen Kirchen des Landkreises sehen möchten, klicken Sie hier... |
An der Treppe zur
Empore steht der runde Taufstein
von 1978. Er ist ganz aus Granit (andere Quelle: Kunststein) gearbeitet.
Der Deckel aus dem gleichen Material ist mit einem Kreuz geschmückt
(143 cm).
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| man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Tauf-becken ist meist aus Stein. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. |
| Die einmanualige Orgel mit 8 Registern wurde um 1910 von August Behler, München aufgestellt. Sie ist in einem neubarocken Orgelgehäuse mit dreiteiligem, flachfeldrigem Prospekt untergebracht. Die Vorgängerorgel hatte 7 Register (1874). | Wenn Sie Interesse an Orgelprospekten haben, können Sie sich eine Zusammenstellung auf drei Seiten ansehen. Klicken Sie hier.... |
Der Beichtstuhl unter der Empore wurde im Jahr 1978 erstellt.
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An Weihnachten wird in der
Kirche eine Krippe aus dem
19.Jh. mit einem beweglichen, segnenden Jesuskind aufgebaut. Die Krippe
ist ein Geschenk der Grafenfamilie von Hundt. In den letzten Jahren wurden
weitere Figuren hinzugefügt, die der Bildhauer Anton Westermeir aus
Unterweikertshofen geschnitzt hat.
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Die Kirche besitzt
auch noch ein Fatschenkindl.
Es besteht aus Wachs und ist in reicher Klosterarbeit auf ein Kissen gefatscht.
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In den Sommermonaten April bis Oktober 2008 finden
an jedem zweiten Sonntag im Monat um 14 Uhr Kirchenführungen statt.
Hans Schertl
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Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die
älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer Anton/Westermayer Georg: Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising.
München 1874-1884
Handlexikon von Michael Buchberger, München 1907
Jakob Mois,Geschichtliche Notizen über einige Kirchen im Landkreis Dachau,
ca.1950, unveröffentlicht (1837 Restaur.)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Dr.Peter Dorner, Renaissancebild einer
Landschaft, Amperland 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
Faltblatt: Die Kirche St.Gabinus in Unterweikertshofen - wie sie nur wenige
kennen
Kleine Kirchengeschichte, herausgegeben von der Kirchenverwaltung Unterweikertshofen
unter Mithilfe des Kreisheimatpflegers, Alois Angerpointner, 1980
Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe
1707)
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Tobias Zauscher, Die Aufhebung des Augustinerklosters Taxa 1802, Amperland 2003/3
Dachauer Nachrichten vom 16.7.2008 (Glocke)
Robert Böck, Dachauer Weihnachtstaler 2008
53 Bilder: Hans Schertl
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27.2.2010
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Kirchenpatron
GABINUS
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel ist der hl. Gabinus bereits im Jahre 1524 als Kirchenpatron von Unterweikertshofen
(und Armetshofen) nachgewiesen. Die Verehrung dieses "seltenen Heiligen" in
der Erzdiözese München und Freising kann nur so erklärt werden,
dass fromme Rompilger Reliquien oder gar Gebeine dieses Märtyrers in unsere
Heimat mitgebracht haben, sie der Filialkirche Unterweikertshofen geschenkt
oder überlassen haben. Das Fest des hl. Gabinus wird am 19. Februar gefeiert
.
St.Gabinus gehörte der kaiserlichen Familie an. Er war der Neffe des Kaisers und Christenverfolgers Diocletian. Gabinus und sein Bruder waren Christen geworden; der Bruder Cajus sogar Papst. Sie blieben in der Verfolgung standhaft.
Priester
und Märtyrer, geboren zu Salona in Dalmatien, starb am 19.2.296, zur Zeit
der Herrschaft des Kaisers , den Martertod. Der Heilige war ein mutiger Bekenner
des christlichen Glaubens. Gerühmt wird seine Wohltätigkeit und die
enge Verbindung mit dem armen Volke, besonders in den immer wieder auftretenden
Notzeiten.
Gabinus an, denn Kaiser Diocletian war sein Onkel. Sein Bruder war Papst Cajus
(283 bis 296). Dieser hatte sich rechtzeitig in die Katakomben zurückgezogen
und entging so den Häschern des Kaisers. Die Tochter von Gabinus wurde
dagegen festgenommen und im Hause ihres Vaters enthauptet. Dieses Haus wurde
mit dem benachbarten Hause seines Bruders, des Papstes Cajus, später in
eine Kirche umgewandelt.
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Für jeden ein
gutes Wort
Kommorant Widmann von Unterweikertshofen hat 82. Geburtstag
Dachauer Nachrichten vom 02.04.1958
Unterweikertshofen
- Kommorant Josef Widmann von Unterweikertshofen begeht am 3. April sein 82.
Wiegenfest. Es ist für alle eine große Freude, dass er noch körperlich und geistig
so gesund ist. Täglich liest Pfarrer Widmann die heilige Messe, besucht die
Kranken und macht noch die nötigen Versehgänge. Für jeden, ob jung oder alt.
hat der Priester ein gütiges Wort, er ist sehr beliebt bei seinen Pfarrkindern.
Als großen Naturfreund trifft man den Jubilar oft in seinem Obstgarten oder
beim Spaziergang an der Glonn, wo ihm der Gesang der Vögel und das muntere Spiel
der Fische große Freude machen.
1936 kam Pfarrer J. Widmann von Ilmmünster nach Welshofen, betreute vierzehn
Jahre die Seelsorge der Pfarrei Welshofen und der Filiale Unterweikertshofen,
ebenso hielt er den Religionsunterricht an der hiesigen Schule. Nach Fertigstellung
eines Pfarrhauses von der Gemeinde Unterweikertshofen übersiedelte der Pfarrer
hierher, wo er mit seinem 80jährigen Bruder Johann und der treuen Haushälterin
Katharina Kurz seinen Lebensabend verbringt. Im Jahre 1953 konnte der Jubilar
das seltene Fest des goldenen Priesterjubiläums feiern.