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ALTARRAUM
in der Klosterkirche ALTOMÜNSTER

Apostel Jakobus d.ÄltereSt. AltoSt. Johannes
Tabernakelaltar - Im Hintergrund die Altarbilder des Herrenchors


B
eschreibung

Der fast 60 m lange Kirchenraum in Altomünster beeindruckt wegen der interessante Raum-perspektiven, die sich durch die Anordnung der vier kunstvoll hintereinander gelagerten Innenräume ergeben: Dem Vorhaus und dem großen achteckigen Hauptraum folgt der sog. Beichtraum, der durch den darüber liegenden Frauenchor nur 7 m hoch ist.
Daran schließt sich der Altarraum für die Pfarr-gemeinde an, dessen Höhe wieder auf 14 m ansteigt. Dieser Altarraum wird durch eine weiße, neubarocke Holzwand zum Herrenchor abgeschlossen, die genau an der Stelle verläuft, an der sich in der romanischen Kirche von 1240 die Apsis befunden hat.
1617 wurde dann ein neuer Altarraum errichtet, der sich weiter nach Osten erstreckt und den heutigen Herrenchor mit Herrenchor Beichtraum Hauptraum
einschließt. Dieser Altarraum ist gegenüber dem sog. Beichtraum um eine Stufe erhöht. An beiden Seiten öffnen sich nördlich und südlich nochmals zwei Emporen.

Der Historiker Harto Ernst schrieb 1972 in seinem Aufsatz "Zur Himmelsvorstellung im späten Barock besonders bei Johann Michael Fischer":
  "Gleich einem Fernrohr leitet der niedere, dunkle Laienbrüderchor das Auge hin zum Langchor, wo, weit mehr als mannshoch über einem Apsisrund, drei Altäre wie Ausstellungsstücke in den Raum komponiert sind. Dies Bild ist musealer Regie näher als dem barocken Theatrum. Indessen ist da, in Entferntheit, Licht und Freizügigkeit, echt ein Sehnsuchtsziel."


Tabernakelaltar

Den Abschluss des Laienchors und damit des den Laien zugänglichen Kirchenraums bildet der halbkreisförmige Tabernakelaltar aus dem Jahr 1893 (Künstler Josef Anton Müller). Der Vorgängeraltar von Johann Bapt. Straub wurde 1892 zerstört; die knienden Seitenfiguren am alten Altar, Dominikus und Katharina, stehen im Bayerischen Nationalmuseum München. Die frühere Madonna ist leider verschollen.
Die neubarock verzierte Holzwand erstreckt sich über die volle Raumbreite und schließt auch die beiden Chorbogenpfeiler mit ein. Die Wand besteht aus kostbarer weißer Täfelung mit goldenen Blumenfestons und Gitterwerk sowie angedeutetem Gebälk.


Die Stipes, der Altartisch, besitzt eine geschnitzte Verkleidung (Antependium) in Sarkophagform mit Reliefs in Vierpassrahmungen. Darin sind in Reliefschnitzereien alttestamentarische Opferszenen dargestellt, die als Vorbilder für den Opfertod Christi und die Eucharistiefeier gelten: Links das Opfer Abrahams (Gen.22,1-19), in der Mitte das Opfer des Hohepriesters Melchisedek (Gen.14,18) und rechts das Opfer des Abel (Gen.4,4). Durch diese Szenen sollte der Opfercharakter der katholischen Messe betont werden, im Gegensatz zum Mahlcharakter des evangelischen Gottesdienstes.
 

Hinweise: Abraham wurde von Gott auf die Probe gestellt und sollte seinen einzigen (legitimen) Sohn Isaak opfern. Als Abraham tatsächlich den Isaak als Opfer darbringen wollte, griff Gott ein und wies Abraham an, anstelle des Knaben einen Widder zu opfern, der sich im Gestrüpp verfangen hatte. Neben der Aussage, dass Gott keine (damals übliche ?) Menschenopfer wünscht, wird die Begebenheit als Vorbild für den Opfertod Christi (Gott opfert seinen einzigen Sohn) gesehen. Melchisedek war zu Zeiten Abrahams Priesterkönig von Salem (=Jerusalem). Er segnete den Abraham, als der von seinem Sieg über Kedor-Laomer zurückkehrte und brachte im anschließenden Dankopfer für den Sieg Brot und Wein als Opfergaben dar (Gen. 14,18-20). Wegen der Übereinstimmung der Opfergaben wurde er im Christentum als Vorläufer von Christus angesehen. In der christlichen Kunst soll die Darstellung des Opfers des Melchisedek auf die lange Tradition des Messopfers mit Brot und Wein hinweisen.
Abel
, der zweite Sohn Adams und Evas, besaß eine Schafherde (Hirte), während Kain den Acker bestellte (Ackerbauer). Der Rauch von Abels Opferfeuer, in dem ein Lamm lag, stieg senkrecht zum Himmel auf, während das Getreideopfer seines Bruders Kain nur qualmte und der Rauch sich auf der Erde ausbreitete. Darüber maßlos erbost, erschlug Kain seinen Bruder. Der Gottesfürchtige wird von seinem Neider getötet.


Tabernakel
Der Tabernakel ist zweistöckig mit vergoldeten korinthischen Säulchen.
Auf den unteren Tabernakeltüren erkennt man zwei Hirsche an einer Wasserquelle ("Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele Gott nach Dir").
Die oberen Tabernakeltüren sind mit ornamentalem Schmuck verziert.
Über dem Tabernakel steht eine Figur des hl. Alto im Abtsornat; in der Hand hält der den Kelch mit dem Jesuskind, der auf die weiter unten im Deckengemälde beschriebene Vision hindeutet.

St.Alto
Auf den Voluten links und rechts vom Tabernakel befinden sich geschnitzte Reliefs mit neutestamentlichen Szenen,
die auf die hl.Messe hindeuten. Links die wunderbare Brotvermehrung (Mk..6,32-44), rechts die Hochzeit von Kanaa (Joh.2,1-11). Seitlich zwei kniende Anbetungsengel.
  Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545-63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.

Assistenzfiguren
An beiden Seiten der Holzwand stehen zwei Apostelfiguren.
Links Johannes  mit Buch und einem Kelch, aus dem sich eine Schlange windet. Der Kelch ist üblicherweise das Attribut des Evangelisten Johannes. Der entging einem Giftanschlag dadurch, dass das Gift wunderbarer-weise in Gestalt einer Schlange aus dem Trinkbecher kroch. Früher wurden der Apostel und der Evangelist Johannes als eine Person angesehen.
Rechts steht die Figur des Jakobus d.Ä. mit vergoldeten Stiefeln, Pilgerstab, Pilgerflasche und Muschel-pailletten auf dem Mantelkragen.
Die Figuren wurden von Johann Bapt. Straub (1704-1784) beim Kirchenneubau um 1767 geschnitzt. Sie sind seit 1927/30 weiß, die Schuhe, Gewandsäume und Attribute golden gefasst.
  
Apostel
Johannes u. Jakobus
 

Hinweise: Jakobus der Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der ältere Bruder des
Jüngers Johannes. Jakobus zählte zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde; Jakobus war somit der erste Märtyrer unter der Aposteln (Ap 12,1-2). Der Legende nach setzten Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien, im Nordwesten Spaniens, strandete. Dort wurde er begraben. 800 Jahre später, zur beginnenden Reconquista (Rückeroberung des maurischen Spaniens durch die Christen) entdeckte König Alonso II das Grab wieder und baute eine Kirche darüber. Bald begann die Wallfahrt und Santiago de Compostela wurde eines der größten Wallfahrtszentren des Abendlandes. Durch ganz Europa führten feste Wallfahrtswege dorthin; bis ins 15. Jahrhundert zog der Ort mehr Pilger an als Rom oder Jerusalem. St.Jakob erhielt seine Attribute (Pilgerkleidung und Muschel) erst im 13.Jh. Die Pilger erhielten am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war. Zuvor war Jakobus meist mit einer Schriftrolle abgebildet.
Pilgerflaschen (lat.curcurbita=Kürbis) waren meist birnenförmige Gefäße, die am Rand zum Durchziehen einer Tragekordel mit Ösen versehen sind. Ursprünglich bestanden sie aus einem ausgehöhlten und getrockneten Flaschenkürbis, später auch aus anderen Materialien. Da die Pilger auf ihrer Wanderschaft zu den großen Wallfahrtsstätten der Christenheit oft menschenleere Gebiete durchquerten, führten sie in der Pilgerflasche immer einen Labetrunk mit sich. Vom Wallfahrtsort wurden dann meist mit geweihtem Wasser gefüllte Pilgerflaschen nach Hause mitgebracht.


Gräber im Boden des Altarraums

Vor dem Choraltar sind die Erbauer der Kirche, die Äbtissin M. Victoria Hueber (gest. 29.1.1790), der Prior Simon Böck sowie die spätere Äbtissin Josepha Magg (gest.8.10.1791) bestattet. Kleine Epitaphe aus Kalkstein (56 x 56 cm) an den Wänden weisen auf die beiden Nonnen hin; für den Prior hat sich keine Grabtafel erhalten. Der Archäologe Dr. Mittelstraß führt dies darauf zurück, dass der Kirchenbau wegen seiner hohen Kosten zu großem Widerstand und zur dauerhaften Zerrüttung im Konvent führte.

Die Gräber wurden bei den letzten Renovierungen geöffnet. Die toten Äbtissinnen lagen mit dem Kopf im Westen in ihren Gräbern, um bei der Auferstehung dem aus östlicher Richtung erwarteten Christus in das Antlitz schauen zu können. Der Kopf des Priors lag dagegen im Osten. Priester als Stellvertreter Christi stehen zu Lebzeiten im Altarraum der Kirche (Kirchen stehen fast immer in West-Ost-Richtung), der Gemeinde zugewandt und sollten deshalb auch im Grab in diese Richtung schauen. Während es die in Kirchen übliche Bestattungsrichtung für die Laien mit dem Kopf im Westen seit alters her gilt, wurde die Priesterbestattung mit dem Kopf im Osten erst nach der Reformation eingeführt, um die Besonderheit des geweihten katholischen Priestertums im Gegensatz zu den nicht geweihten Pastoren der Protestanten zu betonen. Die Regelung dazu findet sich im Rituale Romanum aus dem Jahr 1614.

Ambo

Im November 2003 erhielt die Kirche einen neuen Ambo (Lesepult). Es besteht aus einem rechteckigen, am oberen Ende etwas abgeschrägten Holzblock, in den ein Kreuz eingelassen ist. "Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes' ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt.

Das Holz stammt von einer Eiche aus Jülich, die so alt wie die Altomünsterer Kirche war. Im Holz steckt zudem noch ein Granatsplitter aus dem 2.Weltkrieg. Der Baum ist menschliches Werkstück und Opfer zugleich. Der Bildhauer Klaus Simon (* 1949) hat das Eichenstück auf den Kopf gestellt. Nach Aussagen von Pfarrer Bachbauer zeigen ihre Wurzeln nun nach oben und holen die (geistige) Nahrung, das Wort Gottes, sinnbildlich vom Himmel.

Ambo

Aus dem gleichen Holz sind auch die Sitze für Priester und Ministranten gefertigt. "Der Priestersitz bringt nunmehr die Aufgabe und den Dienst der Leitung zum Ausdruck und ist ein wichtiger Orien-tierungspunkt im Gottesdienstraum" verkündete das Konzil (SC 124).


Priestersitz

Werke des Künstlers Klaus Simon aus Krefeld waren schon auf der Biennale in Venedig und im Lehmbruck-Museum von Duisburg zu sehen.

Die Laienbrüder und Laienschwestern hatten ihren Platz während des Gottesdienstes in den beiden übereinander liegenden Oratorien auf der Nordseite (= links) des Altarraums.

Deckengemälde im Altarraum

An der in Form eines Tonnengewölbes gestalteten Decke sind zwei Fresken angebracht. Im Westteil die Vision des hl. Johannes, im Ostteil die Vision des hl. Alto.
Das 3,70 x 3,20 m große Fresko im Westteil zeigt die Vision des Evangelisten Johannes auf Patmos. Johannes sitzt an einem großen dunklen Felsen und hält eine Schreibfeder und das aufgeschlagene Evangelienbuch in seinen Händen.

Vision des Evang.Johannes
auf Patmos
Zu seinen Füßen das Attribut des Evangelisten, der Adler. Über Johannes schwebt ein Engel und weist zum Himmel. Johannes blickt nach oben, wo in den Wolken die (auf dem Kopf stehenden) Umfassungsmauern des himmlische Jerusalems mit den 12 Toren erscheinen.
Die Kugel in der Mitte des Gemäldes (neben dem Engel) ist das Heilig-Geist-Loch.
 
Hinweis: Die Schreibfeder (lat.Calamus=Rohr), wurde seit dem 3. Jh. v. Chr zum Schreiben verwendet. Sie bestand früher aus einem abgeschrägten Schilfrohr, dessen Spitze an der Abschrägung eingeschnitten wurde. In der gleichen Weise präparierte man mit einem Federmesser auch die später zum Schreiben verwendeten starken Kiele der Vogelfedern (lateinisch penna), meist Gänsefedern. Erst seit 150 Jahren sind Metallfedern in Gebrauch.


Im Ostteil zeigt das mit 6,40 x 3,50 Metern lang gestreckte Gemälde die Vision des hl. Alto.

Der Heilige steht als Priester an einem hoch aufragenden Säulenaltar in einer Kuppelkirche. Er hält den Kelch zur Wandlung hoch.


Vision des hl.Alto am Altar
Ein Ministrant hebt das Messgewand und läutet mit dem Glöckchen. Über dem Kelch erscheint das Jesuskind mit ausgebreiteten Armen. Ein Lichtstrahl von oben, wo über einem Engel das Gottesdreieck mit den hebräischen Buchstaben für Jahwe zu sehen ist, fällt auf das Kelchwunder.

In der Wand des Chorraums befinden sich drei kleinere monochrome (einfarbige) Darstellungen im Stuckrahmen (Grisaillebilder) mit Bezug zu Maria. Sie gehen auf die Einführung der Rosenkranzbruderschaft (1644) zurück, für deren Andachten der untere Choraltar bestimmt war. 
Auf der Nordseite ELECTA - Electa ut sol (auserlesen wie die Sonne). Maria mit dem Kind in Wolken. Rechts von ihnen die Sonne.
Auf der Südseite PULCHRA -Pulchra ut luna (schön wie der Mond). Maria mit Kind auf Wolken; über einer Landschaft der Mond.
 
Pulchra
Auf der Westseite AVE. Übertragung des Hauses von Loreto.
  Hinweis: Das Heilige Haus von Loreto gilt als das Haus der Gottesmutter, in dem Maria in Nazareth gelebt hat. Dort bestand das Haus aus einer Felsgrotte und einem vor die Grotte gebauten Haus aus Steinen. Der Legende nach wurde das Steinhaus der Maria durch Engel auf wundersame Weise nach Recanati in Italien eingeflogen. Und zwar in einen Lorbeerhain - daher der Name Loreto. Tatsächlich dürfte das Haus von einer adelige Familie namens Angeli, (italienisch: Engel), die damals über Epirus in Griechenland herrschte, mit einem Schiff der Kreuzfahrer über das Meer nach Loreto gebracht worden sein. Vergleiche des Hauses mit der Grotte in Nazareth ergaben, dass Grotte und Haus exakt zusammenpassen.


C
horglocke

An der Südwand hängt am Sakristeizugang die Chorglocke (Sakristeiglocke) an einem schönen schmiedeeisernen Gitter mit vielen Verzierungen. 
Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.

Chorglocke


Sakristei


Schloss an der Sakristeitüre
Die Sakristei wurde zwischen 1723 und 1729 errichtet. Sie besitzt eine Flachdecke mit umlaufender Hohlkehle;
der Boden ist mit Solnhofener Platten im Rosenspitzmuster verlegt. Die Sakristei-türe mit ihren barocken Beschlägen und dem ebenso alten Schloss stammt noch aus der Erbauungszeit.

Neben der Türe ist ein muschelförmiges Lavabo (90cm) in die Wand eingelassen; es wurde um 1730 aus Rotmarmor gefertigt. Lavabos waren in einer Zeit, als es noch keine Wasserleitungen gab, die Wasserspender (mit einem Tank hinter der Mauer).


Lavabo

Blickpunkt in der Sakristei ist aber die große, blau-ocker gestrichene Anrichte mit 5 großen und 14 kleinen Türchen. Auch diese Anrichte dürfte schon rd. 300 Jahre alt sein. Daneben steht noch eine kleinere Anrichte in gleicher Form und gleicher Farbe mit 5 Türen. Auf der Anrichte befinden sich ein Kruzifix aus dem 18.Jh, zwei Reliquienschreine und einige

     
Anrichte und Paramentenschrank

Noch älter ist der große fünftürige Paramentenschrank. Er wurde schon im 17.Jh erstellt. Strukturiert ist er durch Pilaster und dazwischen liegenden Felderungen mit Profilleisten. Auffallend sind die aufgesetzten Kugeln. Paramente sind liturgische Gewänder.
kleinere Heiligenfiguren auf Sockeln. Die Figuren stellen St.Leonhard, St. Nepomuk und St.Ottilia dar. In den Sockelkästen von St.Leonhard und St.Nepomuk sind in Kloster-arbeiten Reliquien eingearbeitet. Auf den Cedulae, den kleinen Pergamentzettelchen, stehen die Namen der Heiligen, deren Partikel hier liegen: im Sockel von St.Leonhard die des gleichen Heiligen, im Sockel von St.Nepomuk, die vom Märtyrer S.Silvanus. Die got.Figur der hl.Ottilia mit Äbtissinnenstab und einem Buch mit darauf liegenden Augen-paar wurde 1929 neu gefasst. Sie stand ursprünglich am Augustinusaltar im Hauptraum.  


An der dem Sakristeieingang gegenüber liegenden Wand hängt ein Bild des hl.Dismas, des "gerechten Schächers", der mit Jesus gekreuzigt worden war. Umrahmt ist es mit einem Schnitzrahmen, der mit Akanthusdekor verziert ist. In dem 123 x 87 cm großen Ölgemälde (auf Leinwand) ist der Heilige mit dem Kreuz im Arm abgebildet. Im Hintergrund die drei Kreuze von Golgota. Das Bild könnte vom Dismasaltar stammen, der 1677 in der Kirche stand.


Die beiden Reliquiare besitzen einen vergoldeten Holzrahmen mit Rocailleverzierung und stehen auf zwei Füßen. Hinter einer Glasscheibe sieht man die Reliquien, die in Klosterarbeiten aus Goldlahn (= mit Goldfaden umwickelter Metalldraht), farbigen Steinen und Blattranken eingearbeitet sind.
a) rechtes Reliquiar: im Mittelpunkt Teil eines Kreuznagels. Das Cedula ist beschrieben mit: "Serico, in quo fasiga Christi;
    de ossibus S.Birgittae, de vestimento S.Birgittae; S.Gaudentius M.; S.Epimicilii M.; S.Vitoriana M.; S.Columba Deus M.;
    S.Donatus; S.Maternus Crin; S.Bonosia M.; de Lacte V.M.; S.Urbanus M."
b) linkes Reliquiar: im Mittelpunkt Teil der hl.Lanze. Text auf dem Cedula: "Sanct.Cruce; ,S.Desiderius M.; S.Simplici M.;
    S.Desiderius M.; de loco ubi Chrus. in Templo praedicavit; S.Juniani M.; S.Victorianus M.; S.Clementis M.; S.Gebhardo M.;
    S.Modestinus M.; de ossibus S.Altonis; de monte Calvaris; ... locis, quae Christus in Terra...."

Hans Schertl

zum Hauptraum/Kirchenschiff...
zum Beichtraum und Nonnenchor
zum Herrenchor...
Beichtraum Hauptraum Altarraum Herrenchor



Quellen
:
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Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

18.3.2018