zur Landkreiskarte               Beschreibung früheres Kloster             Kirchen in der Gem.Odelzhausen

Kapelle Maria Stern und St.Augustinus in TAXA


Adresse : 85235 Odelzhausen, Färberweg 4
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Beschreibung

Taxa hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der Ort, an dem jetzt die 1848 gebaute Kapelle neben der alten Klosterlinde steht, war früher Sitz eines Klosters und Ziel vieler Wallfahrer. Wenn Sie mehr über das im Jahr 1803 buchstäblich dem Erdboden gleich gemachte Kloster erfahren möchten, klicken Sie hier...

Erst 46 Jahre nach der Zerstörung des Klosters, im Jahre 1848, wurde die jetzige Kapelle am Standort der früheren Klosterkirche gebaut. Sie besitzt eine runde Apsis.
1848 wurde der Grundstein gelegt; die Weihe erfolgte am 16.9.1849 durch den Pfarrer von Sulzemoos, Lorenz Peischer. Zwei Wochen vorher, am 2.9.1849 hatte man über der ehemaligen Klostergruft ein Kreuz errichtet zur Erinnerung an die verstorbenen Ordensangehörigen errichtet.

Der Historiker Dr. Deutinger wies ein Jahr später auf die neue Kapelle hin: "Im Jahre 1848 ist auf jenem Platze, wo früher das Kloster Taxa stand, durch freywillige Beyträge der Bewohner dortiger Gegend wieder eine Capelle erbaut worden". S.Ferd. Hassenmaier habe bei der Grundsteinlegung eine Rede gehalten, schreibt Deutinger. 01)


Kreuz über Eingangstür

Eine weitere Rede Hassenmaiers bei der Feier
anlässlich der Segnung des neuen Altarblatts am 9.September 1849, können Sie hier lesen...

Eigentümer der Kapelle ist die Gemeinde Odelzhausen, die damit auch die Baulast trägt.
Im Juli 2001 hatte sich von der Decke der erst 20 Jahre vorher renovierten Kapelle ein eineinhalb Quadratmeter großes Stück Putz gelöst und war herabgefallen. Deshalb war die Kapelle bis 2013 gesperrt.

2016 haben sich schon wieder Schäden am Bauwerk gezeigt. Diesmal ist vor allem das Mauerwerk betroffen. Hauptproblem ist die Feuchtigkeit. Die Gemeinde Odelzhausen hat Ende 2016 eine Machbarkeitsstudie mit Zustandsbewertung in Auftrag gegeben, um den technischen und finanziellen Bedarf für die Sanierung in Erfahrung zu bringen. 02)

Taxa ist auch eine der Stationen des 7-Klöster-Wegs, eines Radwegs, der die Standorte von sieben bestehenden oder ehemaligen Klöstern im Dachauer- und Wittelsbacher Land miteinander verbindet. Mehr dazu erfahren Sie hier...

  Die Kapelle ist renovierungsbedürftig.
Eine Untersuchung Anfang 2018 hat ergeben, dass das denkmalgeschützte Bauwerk im Wasser steht. Grund sind Drainagerohre, die, statt Wasser abzuführen, Feuchtigkeit unter die Kapelle leiten. Die vollgesaugten Mauern brauchen ein wasserdichtes Fundament.
05)
 

Baubeschreibung

Die relativ große, "38 Fuß lange und 22 Fuß breite Kapelle" (=11 x 6,50 m) ist mit dem typischen Zierrat der Erbauungszeit geschmückt. Die Fassade wird durch neoromanische Bogenfriese gesäumt. In das halbrunde Giebelfeld über der Tür ist ein Medaillon mit Kreuz geschnitzt. Das schmale zweiflügelige Holzportal ist im Mittelteil durch sechs Kassetten gegliedert. Auf einer querovalen Inschriftentafel an der Innenseite der Türe steht der Spruch: "Alles zur größeren Ehre Gottes und der seligsten Jungfrau Maria".
In dem aus der Westseite herauswachsenden Turm hängen offen zwei Glöckchen, die vom Innenraum aus mit Seilen geläutet werden.

Innenausstattung

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Die Kapelle ist ein in etwa quadratischer Bau mit einem vorgesetzten, kaum eingezogenen Altarraum, der in einem Halbkreis schließt. Kirchenschiff und Altarraum sind durch einen Chorbogen getrennt, der an seiner Innenseite mit Ornamentmalerei geschmückt ist.

Deckengemälde

Altarraum und Kirchenschiff sind von Flachdecken mit umlaufenden gelben Rahmen überdeckt. Die Decken sind jeweils mit einem Gemälde geschmückt.


   Heilig-Geist-Taube

Im Altarraum ist eine Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz zu sehen.

Die Decke des Kirchenschiffs ist mit einem gekrönten Monogramm des Namens Maria verziert, das von einem Strahlenkranz und 12 Sternen umgeben ist. Die zwölf Sterne erinnern an die Apokalyptische Frau, die Johannes in der Geheimen Offenbarung beschrieben hat (Offb.12,1). Die zwölf Sterne sind Symbol für die zwölf Stämme Israels. Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeit als Symbol für die Kirche angesehen und erst später mit Maria identifiziert.

Marienmonogramm   

Im Juli 2001 löste sich von der Decke der erst 20 Jahren vorher renovierten Kapelle ein eineinhalb Quadratmeter großes Stück Putz. Deshalb musste die Kapelle jahrelang gesperrt werden.

Altar

In der Kapelle steht ein barocker Altar, dessen Herkunft unbekannt ist.
Es handelt sich um ein Säulenretabel. Sechs Säulen tragen ein hervorkragendes Gebälk, auf dem ein konvexer Aufsatz sitzt, der durch elegant geschwungene Voluten wie durch ein Band mit dem Gebälk verbunden scheint. Zwei müde erscheinende Englein versuchen vergeblich ihre Leuchter zu halten.

Altaraufsatz
Das Gemälde im Altaraufsatz zeigt den Mitpatron der Kapelle, den hl. Augustinus. Er ist in ein priesterliches Gewand gekleidet. In der rechten Hand hält er die Schreibfeder, die zusammen mit dem vor ihm geöffneten Buch auf seine literarische Tätigkeit als Kirchenlehrer hinweist. Dazu gehören auch die Gnadenstrahlen von oben, die die göttliche Eingebung beim Schreiben darstellen.

St.Augustinus mit Herz
In der anderen Hand hält Augustinus ein brennendes Herz. Es erinnert an eine Stelle in seinem berühmten Buch "Confessiones", in der seine feurige Gottesliebe zum Ausdruck kommt: "Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir"
Altarblatt

Das von Amalie Kohler (1813-1881) gemalte Altarblatt zeigt die Kapellen-patronin Maria. Der damalige Expositus von Odelzhausen Hassenmaier erklärte das Bild im schwärmerischen Duktus seiner Zeit "zur köstlichsten Zierde des neuen Kirchleins". In ihm "liegt solch himmlische Anmut, dass ein Engel des Himmels (der Malerin) die Pinsel getünkt und die Hand geführt zu haben scheint."

Mehr über das Leben der Malerin Amalie Kohler und das Bild erfahren Sie hier...

  
Henne -   Muttergottes   - Taxa-Ei

Dass die Malerin das Altarblatt explizit für die Kapelle in Taxa gemalt hat, ist in den beiden unteren Ecken zu sehen: Dort sind -umrahmt von Gezweig- eine Henne (links) und ein auf einem Ziegel-stein liegendes Ei mit Sternenabdruck gemalt. Ein solches Ei war Grund dafür, dass das Versprechen, Kloster Taxa zu errichten, gehalten wurde.
Mehr über Sterneier...
Tabernakel
Auch der Tabernakel in der Predella des Altars entstammt noch aus der Zeit des Rokoko und ist somit älter als die Kapelle. Auf seiner konkav nach innen gewölbten vergoldeten Türe (Drehtüre) sind in der Kalotte eine Muschel und darunter das Jesus-Zeichen (IHS) mit Kreuz aufgesetzt.

Tabernakel mit Reliquiaren
Auf dem Tabernakel steht die vergoldete Figur einer Henne. Das vor ihr liegende Ei ist mit einem Stern verziert.


Henne mit Ei
auf dem Tabernakel

Reliquiare

Reliquiar
Zu beiden Seiten des Tabernakels stehen Reliquiare in Form von Pyramiden. Sie enthalten Reliquien, die mit (Halb)Edelsteine sowie ornamentalem Schmuck aus Silber-blech und mit Filigranarbeiten aus Gold- und Silberfäden verziert sind.


Reliquiar-Detail mit Cedulae
Auf kleinen Pergamentstrei-fen (Cedulae) sind die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen verzeichnet. Zu erkennen sind: rechts: S.Ernest, S.Albani, S.Victoria, S.Silvanus
links: S.Clemens, S.Joannes, S.Pimisius, S.Mauritius, S.Victoria.

Reliquiar
  Die Namen der Heiligen legen nahe, dass es sich um sog. Katakombenheilige handelt. Das sind die in den Katakomben Roms gefundenen anonymen Gebeine. Sie wurden alle als Gebeine von Heiligen erklärt, mit einem Namen versehen (getauft) und als Märtyrergebeine verkauft.
Hinweis: Reliquien (lat. reliquiae = Überrest) waren in früheren Jahrhunderten sehr wertvoll und wurden von den Herrschenden gesammelt wie heute Kunstgegenstände. Die Gläubigen verehrten in der Reliquie den Heiligen selbst. Damit wurde in der christlichen Kirche ein Brauch fortgesetzt, der schon im Altertum weit verbreitet war. Der christliche Reliquienkult ging von den Gräbern der Märtyrer aus. In der Verehrung der Reliquien erhofften sich die Gläubigen eine Teilhabe an der überirdischen Kraft des Heiligen, die ihm Gott wegen seines Martyrertodes oder seines segensreichen Wirkens auf Erden verliehen hat. Für das einfache Volk war es auch unmaßgeblich, ob es sich um die Originalreliquie handelte oder um Brandeum, einen Gegenstand, den man lediglich an der Originalreliquie "anberührt" hatte. Bis zum 13.Jh waren die Reliquien verschlossen. Erst danach wurden sie den Gläubigen in allerlei Schaugefäßen gezeigt.
 


Gnadenfigur


Altar in der
alten Klosterkirche
An der Rückseite der Kapelle hängt eine Zeichnung, die nach der Unterschrift den bis 1802 bestehenden Altar in der Klosterkirche darstellen soll (siehe Bild links). Dort ist als Gnadenfigur die Muttergottesstatue abgebildet, die sich heute in der Pfarrkirche Odelzhausen befindet. Aufgrund der Ähnlichkeit, die die Muttergottesfigur an der rechten Seite der heutigen Kapelle in Taxa mit der Gnadenfigur in Odelzhausen besitzt, wird vermutet, dass die prächtige Madonnenstatue mit Jesuskind (siehe rechts) das Gnadenbild aus der ersten, 1618 erbauten Kapelle gewesen ist und die Muttergottesfigur am Klosteraltar eine Nachbildung war. Dafür spricht ein Vermerk auf der Rückseite der Figur in Taxa, dass sie um das Jahr 1800 renoviert worden ist. Sollten die Kronen original sein, wäre dies ein weiterer Beweis, weil sich die Form der Kronen ab Mitte des 17.Jh gewandelt hatte (von der Zackenkrone zur Reifkrone).


erstes Gnadenbild

 

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Fenstergemälde

Das rechte Fenster enthält eine Glasmalerei mit dem Thema der Geburt Jesu.

Nach dem Text auf dem Fenster wurde es von der Schreinermeisters-witwe Maria Sporer aus Taxa im Jahr 1932 ge-stiftet und im gleichen Jahr vom Glasmaler Syrius Eberle aus Dachau ausgeführt.


Geburt Christi

Syrius Eberle hat in der Zeit zwischen den Weltkriegen in vielen Kirchen des Landkreises Dachau gewirkt. Das Bild von der Geburt Christi jedenfalls ist in fast identischer Form auch in den Kirchen von Arnbach, Palsweis, Odelzhausen und Westerndorf zu sehen.
Möchten Sie vergleichen ?



Die Apostelleuchter sind aus Schmiedeeisen gefertigt. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. An den Apostelkreuzen wurde die Kirche bei ihrer Weihe mit Chrisam gesalbt. Am Kirchweihfest oder bei anderen hohen Festen werden die Apostelkerzen angezündet.
Die Apostelkreuze sind von alters her von einem Kreis umgeben (Nimbuskreuz).
Im Inneren des Kreises befindet sich ein gleichschenkliges Kreuz (ähnlich dem Templerkreuz) auf weißem Grund und dazwischen vier Lilien in oranger Farbe. Lilien und Kreuz sollen Schöpfung und Erlösung symbolisieren.

Apostelkreuze  


K
reuzweg-Stationsbilder

Die Kreuzwegbilder an den Wänden des des Kirchenschiffs sind Nachdrucke der Stiche von Ignaz Sebastian Klauber, Kupferstecher und Kunstverleger aus Augsburg (1753-1817); sie wurden 1797 erstellt (siehe Signatur unten).

Kreuzwegbilder v.Klauber

Die Kreuzwegbilder wurden teilweise koloriert. Jesus ist immer im blauen Gewand dargestellt.
Die Texte unter den Bilder sind in lateinischer und deutscher Sprache gehalten.

Gleiche Kreuzwegbilder sind auch in den Kirchen von Sulzrain (unkoloriert) und Wollomoos zu finden.

Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve "Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll" diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie sich eine Zusammenstellung von Kreuzwegbildern aus den Kirchen des Dachauer Landes ansehen und mehr über die Geschichte des Kreuzwegs erfahren möchten, klicken Sie hier...


Kreuzigungsgruppen



Kreuzigungsgruppe
An den Wänden des Kirchenschiffs sind eine Kreuzigungsgruppe und ein einzelnes Kruzifix angebracht.
In beiden Darstellungen hängt Jesus, mit drei Nägeln fixiert, am Kreuz. Sein mit der Dornenkrone versehenes Haupt ist im Tod gesenkt. Aus den Wunden strömt Blut. Das zu einem großen Knoten zusammengebundene Lendentuch ist vergoldet.

Unter dem Kreuz an der linken Seite stehen und knien Maria, die Muttergottes und Maria Magdalena. Während sich Maria (im Gewand mit den traditionellen Marienfarben rot/blau/gold) mit einem Tüchlein die Tränen abwischt, kniet Magdalena unter dem Kreuz und hebt den Arm flehentlich empor.

Kruzifix



Kirchenbänke


    Namensschilder
Die acht Kirchenbänke dürften bei einer Renovierung im 20.Jh gefertigt worden sein. Sie haben keine künstlerische Bedeutung.
Historisch bedeutsam sind aber die alten Namensschilder, die man an den neuen Bänken wieder angebracht hat. Solche Schilder waren früher in fast allen Kirchen zu finden. Heute ist dies -zumindest in dieser Anzahl- sehr selten im Landkreis Dachau. Die Schilder sicherten früher den Bauern (gegen ein angemessenes Entgelt) einen festen Platz in der Kirche. Die festen Plätze in der Kirchenbank waren in der Regeln an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl.

Namensschild
Hinweis: Namensschilder an den Bänken sind auch noch in den Kirchen von Ainhofen, Altomünster, Dachau, Eglersried, Ebertshausen, Einsbach-Hl.Blut, Glonn, Langenpettenbach, Puchschlagen, Odelzhausen und Asbach erhalten.

 

Opferstock

In der Nähe des Portals steht ein kleiner Opferstock, verziert mit Blumenblüten.

Hinweis: Der Opferstock in den Kirchen ist meist ein schwerer, mit Vorhängeschlössern gesicherter säulenartiger Behälter aus Holz, Metall oder Stein, der zur Aufnahme von Geldspenden in Kirchen dient.


Opferstock

Der Name rührt daher, dass der Opferstock ursprünglich aus einem großen ausgehöhlten Holzstock bestand.

In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke.
Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..

 


V
otivbilder und Stern-Eier

Noch vor wenigen Jahrzehnten hingen in der Kapelle viele Votivbilder. Die wertvollen Bilder werden nun außerhalb der Kirche aufbewahrt. Derzeit dokumentieren einige Votivbilder in einer rundbogigen Nische an der nordwestlichen Seite der Kapelle den früheren Zustand.
Neben den Votivbildern sind in einem Regal auch noch Sterneier aufbewahrt, die von Wallfahrern gestiftet worden waren.
Mehr über Sterneier siehe hier...

Sponsorenbild

An der Westseite hängt eine Zeichnung aus dem Jahr 1848 mit dem langen Titel
          "Zur Gedaechtniss jener Gutthäter, durch deren freiwillige Beiträge dieses Kirchlein zu Ehren der Heiligsten unbeflecten
           Jungfrau Maria auf dem Platze der vormaligen Kirche des Klosters Taxa im Jahre 1848 erbaut ward".
Sie listet die Personen auf, die zum Bau der Kapelle beigetragen haben.

Sebastian Kellerer, Tafernwirth in Taxa
Amalie Rotter, Kunstmalerin v.München
Georg Kellerer, Sedlbauer von Taxa
Graf Nep.Hundt auf Unterweikertshofen
Johann Wieland von Poigern
Theresia Briglmair von Odlzhausen
Loder Lippbauer v.Wenigmünchen
Ferdinand Hassenmair, Exp.Odlzhausen
Maximil.Fahrer, Pfarrer von Welshofen
Franzisca Leiß, Rotgerberwitwe v.Taxa
Joseph Danhauser, Taglöhner von Taxa
Joseph Gross, Sedlbaur von Taxa
Anton Dresali, Schuhmacher von Höfa
Joseph Steininger, Tafernwirt Sulzemoos
Schauer, Wagnertochter v.Unterumbach
Mathias Schuster von Schwabhausen
Andreas Huber von Poigern
Jacob Petz, Schuhmachergeselle Höfa
Kath.Pertl, Sattlerstochter von Taxa
Joseph Grünwald, Sanctjohanser Bauer

Georg Serz, Rotgerber von Taxa
Afra Arnold, Dienstmagd v.Essenbach
Elisbeth Schallmair, Dienstmgd, Sixtnitg.

Freyfrau v.Mettingh, Gutsbes.Odlzhausn
Danger Bauer von Weitenried
Anton Bader, Bredenbauer von Taxa
Joseph Riedl, freyresig Pfr. v.Sulzemoos
Freifrau v.Ritter von München
Anton v.Willibald, Privatier von München
Martin Scheg, Ziegler von Egenhofen
Joseph Schröfl. , Gemeindevorstand,Taxa
Johann Auracher, Ziegler v.Wagenhofen
Anton Wagenpfeil, Botensohn von Taxa
Math. Kumpfmüller,Bräumeist.Odlzhaus.
Jacob Willibald, vorm.Metzger, Odlzhs.
Kath.Steininger, Bäurin, Stumpfenbach
Maria Mair, Kaufmannsfrau von Dachau
Joh.Bapt.Sällinger,Pfarrer Walkertshofen
Joseph Koros,Pfarrer u.Kamm.Egenhofen
Martin Kratz, Spindlhafner von Taxa
A.Kistler, Marterbauer, Wiedenzhausen
Joseph Wohlgemuth, Ziegler, Zieglbach
Michael Reithmair, Bauer, Döttenried
Baron Schätzler,Gutsbesitzer,Sulzemoos
A.Wertman von Hohenzell
Katharina Frey, Schreinertochter v.Taxa
Johann Perzl, Glasermeister, Odlzhausen
nebst vielen Andern, welche ebenfalls ihr Schärflein beitrugen.

Hans Schertl



weiter zur Beschreibung des ehem. Klosters Taxa...

Quellen:
01) Dr. Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Claudia Schuri, Der Verfall der Kapelle soll gestoppt werden, Dachauer Nachrichten v.10./11.12.016 (Machbarkeitsstudie)
03) Claudia Schuri, Das Ei-Wunder von Taxa, Dachauer Nachrichten vom 10.1.2018
04) Ferdinand Hassenmaier, Rede bei der Übersetzung des neuen Altarbildes 1849, "Beilage zur Allgemeinen Zeitung" 4.9.1881
05) Horst Kramer, Besorgniserregender Befund, Dachauer SZ vom 20.4.2018 (Renovierung 2018)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

20.4.2018



7-Klöster-Weg

Taxa ist auch eine der Stationen des 7-Klöster-Wegs, eines Radwegs, der die Standorte von sieben bestehenden oder ehemaligen Klöstern im Dachauer- und Wittelsbacher Land miteinander verbindet. Entlang der Radltour werden der historische Hintergrund, der Bezug zur Kunstgeschichte und zum Geistlichen Leben an jedem Klosterstandort ansprechend dargestellt. An vielen Klosterstandorten befinden sich heute noch neben geistlichen Einrichtungen Bildungshäuser, Orte sozialer Integration oder Museen.
Die Klöster sollen durch diesen Radweg wieder ins Bewusstsein gerufen und als Schatz des Dachauer Landes erfahrbar werden. Die Tour führt zu zahlreichen Wirtshäusern, Klostergaststätten, Cafes und Biergärten.
Die sieben Klöster sind:
1. Schönbrunn (Gem.Röhrmoos). Bestehendes Kloster der Assoziation der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung"
    im ehem. Schloss Schönbrunn. Große Behindertenanstalt.   ... mehr über Kloster Schönbrunn...
2. Weichs. Bestehender Schulorden der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau im ehem. Schloss der Reichsfreiherren.
3. Indersdorf. Ehem. Augustinerkloster von 1126-1783. ... mehr über Kloster Indersdorf...
4. Petersberg (Gem.Erdweg). Ehem. Kloster von 1104-1123.   ... mehr über den Petersberg...
5. Altomünster. Birgittenkloster seit 1496, vorher Benediktinerinnenkloster, um 760 Eremitenzelle von St.Alto ...mehr darüber..
6. Maria Birnbaum (Gem.Sielenbach). Deutscher Orden. Wallfahrtskirche erbaut 1659. ... mehr über Maria Birnbaum...
7. Taxa (Gem.Odelzhausen). Ehem. Kloster der Augustiner-Barfüßer von 1654-1802. ... mehr über Kloster Taxa...

Der Radweg ist rd. 100 km lang. Er ist in beide Richtungen mit dem 7-Kloster-Logo beschildert und kann so von jedem Kloster aus begonnen werden.



Rede
bei der Übersetzung des neuen Altarbildes in das neuerbaute Kirchlein zu Taxa
am 9.September 1849

von Ferdinand Hassenmaier
04)

Christliche Zuhörer !


Abdruck der Rede zur Einweihung
des neuen Altarbildes
In den Jahren 1616- 1618 geschah es durch wunderbare Veranlassung, daß allhier in Taxa eine Kapelle zur Ehre der seligsten Jungfrau Maria erbaut wurde. Das schöne Muttergottesbild in dieselbe ließ Herzog Wilhelm V. von Bayern anfertigen, ein frommer Fürst, dessen ganzes Leben in Gottseligkeit und in guten Werken bestand, der viele wohlthätige Stiftungen machte, ein gar getreuer Sohn der Kirche und überaus großer Freund der Armen war, die oft an seinem Tische saßen, die er häufig auf ihrem Krankenlager besuchte, tröstete, unterstützte, ja mit seiner fürstlichen Hand sogar wartete und pflegte, und für die Sterbenden betete, bis daß die Seele vom Leibe geschieden war.

Kloster Taxa
Am 8.September 1619 - als(o) am Feste Mariä Geburt - dem gestrigen Tage wurde sodann die neuerbaute, mit dem schönen Muttergottesbilde geschmückte Kapelle vom damaligen Fürstbischofe von Freising, Veit Adam von Gepeckh/Gebeck auf Arnbach feierlich unter den üblichen Kirchenceremonien eingeweiht, wozu sich eine ungeheuere Zahl Andächtiger von Nah und Fern eingefunden hatte. - Das große Vertrauen, das innige Anrufen der Fürsprache der seligsten Jungfrau seitens der zahlreichen Andächtigen, die nun gen Taxa wallfahrteten, riefen wundervolle Gebetserhörungen hervor; reichlich fiel das Opfer und weitere milde Gabe, und alsbald entstand daselbst eine herrliche Kirche mit Klostergebäude, und Taxa wurde ein weit berühmter Wallfahrtsort, der zur geistlichen Besorgung am 5.Mai 1654 vom Fürstbischofe von Freising Albert Sigmund an die baarfüßigen Augustiner übergeben wurde.

Aufklärung und Revolution
Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts kam aber jener Sturm zum Ausbruch, den lange schon die grimmigsten Feinde der christlichen Religion, voran ein Voltaire, d'Alembert, Diderot mit ihrer vom Fürsten der Finsterniß beherrschten Rotte heraufbeschworen hatten; - jener Männer, die das Christenthum ein Werk des Betruges, die Apostel Schurken, Christus einen Zauber(Magie)kundigen und das Evangelium eine Erdichtung nannten, welche die Unsterblichkeit der Seele läugneten, den Unterschied zwischen Tugend und Laster aufhoben und Ehebruch, Unzucht, Selbstmord erlaubte Dinge hießen. Dieser Sturm des neuen Heidenthumes hat unheilvolle Verwüstung angerichtet. Oder wer weiß nicht, wie in der französischen Revolution, die ein Kind des genannten neuen Heidenthums war, das hochwürdigste Gut aus den Tabernakeln geworfen und ein freches Weibsbild als Göttin auf den Altar gestellt wurde, und welche Peinigung und Verfolgung die standhaften Priester und getreuen Gläubigen zu erleiden hatten ? - Wie, nachdem die Altäre umgestürzt waren, eine beherzigungswerthe Lehre !- auch am 21.Jänner 1793 Ludwig XVI, König von Frankreich, durch die Guillotine hingerichtet, verbluten musste ? Wie die vielen Schlachtfelder mit Menschenblut getränkt, durch die Kriegsgeißel das Wohl der Länder und Familien durch fast ganz Europa tief erschüttert wurde ? - Wie besonders die Wuth dieses Sturmes des Unglaubens auf die Vernichtung der katholischen Religion gerichtet war, und wie der damalige Oberhirt der Kirche Papst Pius VI., ein mehr als 80jähriger Greis, schon an der Pforte der Ewigkeit stehend, unter unmenschlicher Behandlung (sogar der Fischerring wurde ihm vom Finger genommen) von Rom hinweggeschleppt, im Elende selbst von Solchen, die nicht zu unserer Kirche gehörten, bewundert in seiner Tugend am 29.August 1799 starb ? - Wer kennt endlich nicht die Drangsale und Kämpfe, die sein Nachfolger Papst Pius VII. zu bestehen hatte ?

Säkularisation
Die Grundsätze dieses neuen Heidenthumes übten auch auf Deutschland verderblichen Einfluß, und riefen in unserm lieben Vaterlande Bayern, bekannt in seiner Treue zum Glauben wie zum Fürsten, die sogenannte "Säkularisation" hervor: die Stühle der Bischöfe blieben erledigt, Abteien und Klöster wurden entvölkert und die herrlichen Gebäude und schönen Kirchen, die kostbaren Bibliotheken und Sammlungen wurden auf eine wahrhaft barbarische Weise zerstört und verschleudert. Erst dann, als der Finger des allmächtigen Gottes dem Sturme des Unglaubens auf den Eisfeldern Rußlands einen Gränz- und Markstein setzte, erst mit dem Sturze Napoleons, jenes großen Korsen, der durch die Macht seiner Talente zwei Drittheile Europas gewaltig umklammerte, fing die europäische Welt wieder an, die Rechte der Kirche anzuerkennen und einzusehen, daß auch die Religion zu etwas nütze, und daß auch die Religion zu etwas nütze, und daß ohne dieselbe die Welt eine Mord- und Räuberhöhle des Lasters und der Ungerechtigkeit bilden würde. Die Bistümer wurden wieder hergestellt, die religiöse Erziehung kam wieder in Gang, und Tugend und Recht galten wieder etwas mehr als für bloße Namen.

Klosteraufhebung
In jenem Sturm des Unglaubens, welcher die in ihren Folgen so nachtheilige Säkularisation über unser liebes Vaterland herbeirief, ist auch der weltberühmte Wallfahrtsort Maria Stern von Taxa untergegangen, und umsonst sucht das Auge seit fast 42 Jahren jenes Haus des Friedens und der stillen Zurückgezogenheit - das Kloster, in welchem die ehrwürdigen Pates Augustiner weiland ihr Obdach gehabt, umsonst schaut seitdem das Auge nach jener herrlichen Marienkirche zu Taxa, in der ehedem die zahlreichen Pilger und Pilgerinnen in tiefer Andacht, gebetet, zerknirschten Herzens ihre Sünden betreut, verdienstliche Bußthränen geweint und jenen Frieden eingeärntet haben, den die Welt nicht und nimmer geben kann.

Kapelle von 1848
Doch, Bruder und Schwester ! erblickst jetzt dort, wo weiland das Kloster Taxa mit seiner herrlichen Wallfahrtskirche gestanden, wie ich schon vor acht Tagen sagte, wieder ein tröstendes Sternlein für jene Zeit, die so schlimm und unchristlich gehaust, in dem neuerbauten freundlichen Marienkirchlein (dasselbe ist 38'lang und 22'breit), in das so eben die feierliche Übersetzung des neuen Altarbildes stattgefunden hat. - Im vorigen Jahre, am 16.August, wurde hiezu feierlich der Grundstein gelegt, spärlich waren die Mittel, gut aber und kräftig der Wille, und das Kirchlein steht schön und festgebaut, und bald - heute 8 Tage, als am 16.September 1 Jahr- ist schon mit oberhirtlicher Gutheißung die feierliche Benediktion (durch den erzbischöflichen Commissär, Hochwürd. Hr. Lorenz Peischer, Pfarrer in Sulzemoos) wird auch die heiligste Handlung darin gefeiert - das heiligste Meßopfer dargebracht werden.

Altarblatt

Und wie vor 230 Jahren der fromme Bayernherzog Wilhelm V. dadurch, daß er ein schönes Marienbild für die Kapelle in Taxa anfertigen ließ, die Herzen der Gläubigen erfreute - so hat Gott, der die Gedanken in den Herzen lenkt, eine edle Katholikin fromm begeistert, so daß dieselbe in christlicher Uneigennützigkeit das schöne Marienbild - die köstlichste Zierde des neuen Kirchleins in Taxa, gemalt, wobei ihr gleichsam, solch himmlische Anmuth liegt im Bilde, ein Engel des Himmels die Pinsel getünkt und die Hand geführt zu haben scheint. Gleichwie aber in der Geschichte christlicher Dankbarkeit der Name "Herzog Wilhelm V." seit 230 Jahren noch nicht verklungen ist, so wird auch in den spätesten Jahrzehnten in derselben noch fortleben der Name "Amalie Kohler", der Name jener fromm begeisterten Tochter unserer heiligen Kirche, welche voll christlicher Uneigennützigkeit, wie ich schon erwähnt, das neue Altarbild gemalt.

Patronin Maria
Ist nun gleich, seitdem der unheilvolle Sturm der Säkularisation vorübergebraust ist, Manches wieder besser geworden, so sind doch die Wunden lange noch nicht völlig geheilt, und der Indifferentismus:


Altarblatt von Malerin Rosalie Kohler (1813-1880)
die Lauheit und Gleichgültigkeit, wo es gilt, für Gott, seinen heiligen Dienst und für das Heil der Seele, der Mangel an Nächstenliebe, die Geringachtung der göttlichen Gebote, die freche Uebertretung der Kirchengebote, wodurch die entarteten Katholiken ihrer eigenen Mutter ins Gesicht schlagen, - all dies ist traurig-wahrer Beleg hierfür. Auf daß es besser werde unter uns in unserem lieben Vaterlande, dafür haben wir eine mächtige Fürbitterin im Himmel - die seligste Jungfrau Maria - sie ist die Patronin unsers lieben Bayerlandes und nun auch dieses freundlichen Kirchleins, -- Deßhalb kommt gerne ins Kirchlein zu Taxa, rufet vertrauensvoll an die Fürsprache Mariä, empfehlet ihrer Fürsprache eure Geschäfte, eure Sorgen, eure Leiden, euren Glauben - und es wird besser werden mit euch, besser in den Gemeinden ! Saget nicht "Ja, es ist halt nicht das Gnadenbild", sondern merkt euch wohl: Euer Vertrauen - euer herzinnigliches Anrufen und Beten macht für euch Maria zur "Gnadenmutter". Amen !


Taxa-Henne  
An den unteren Ecken des Gemäldes weisen typische Taxamotive (Henne und Ei) darauf hin, dass das Gemälde für die Kapelle geschaffen worden ist.

Dort ist auch die Signatur
der Malerin Amalie Kohler
zu finden.

  Taxa-Ei

Signatur

Aus der "Beilage zur Allgemeinen Zeitung" No. 247 Sonntag, 4.September 1881

Amalie Rosalie Kohler
aus: Nekrologe Münchner Künstler XIX (1881)
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Auch einer Künstlerin sei hier gedacht, der guten Amalie Rosalie Kohler. Sie wurde am 4.September 1813 in Wallerstein geboren, wo ihr Vater als fürstl. Öttingen-Wallerstein'scher Hofrath eine vielseitige Thätigkeit entwickelte. Johann Kaspar Kohler, aus dem -durch seine Orgel und Knollers Fresken berühmten- kleinen Neresheim gebürtig, hatte in Jena studiert, war mit Schiller und Goethe, noch mehr mit der Naturphilosophie und den Häuptern der Romantiker bekannt geworden und brachte ein reges, neues Leben in die kleine Residenz.

In Kohlers gastlichem Hause wurden die schönen Künste, namentlich Musik, eifrig betrieben, zahlreiche Besucher fanden sich ein, darunter z.B. Uhland, Justinus Kerner, Clemens Brentano. Ersterer, angelockt von den Schätzen der im Kloster Deggingen aufgestellten Bibliothek, Letzterer als Studiengenosse und alter Freund, der später auch noch nach ihrer Übersiedelung zu München die gute "Kohler-Familie" gern besuchte.

(Eine prägnante Charakteristik des genialen Dichters Clemens Brentano aus Kohlers Feder findet sich in der biographischen Einleitung zu Brentano's "Gesammelten Briefen", Frankfurt 1855,1.38 f.f.)

Malerin Rosalie Kohler (1813-1880)

In Deggingen befand sich,  gleich der Bibliothek unter Kohlers Direction,  auch eine nicht unerhebliche Gallerie (welche später an den bayerischen Staat verkauft wurde, wobei Kohler die Verhandlungen und die Extradition an Hrn. v. Dillis leitete); ihre Bilder weckten in der jungen Seele unserer Amalie die erste Liebe und Begeisterung zur Kunst. Amalie Kohler hatte eine vortreffliche Erziehung und Ausbildung in allen neueren Sprachen erhalten, den ersten systematischen Zeichenunterricht bekam sie jedoch erst in München durch den Maler Gerhard Sipmann (Gerhard Sipmann, geb.1790 zu Düsseldorf, seit 1814 in München, ertheilte von 1817-1860 den Zeichnungsunterricht am Cadettencorps, gest. 30. Dez. 1866) und dann durch Wilhelm Kaulbach, welcher zu den Hausfreunden der Kohler'schen Familie gehörte.

Für unsere Künstlerin begann nun eine glückliche Zeit; sie miethete ein Stübchen in der Nähe von Kaulbach's Atelier (nächst dem damaligen Holzgarten) und zeichnete und malte ohne Unterlaß voll Feuereifer unter Kaulbachs Leitung. Ihr erstes Ölbild entstand im Auftrage des Fürsten Friedrich Wallerstein, welcher dasselbe ex voto in seine Schloßkapelle stiftete; dann folgten viele Copien nach alten und neueren Meistern, Familienportaits u. dgl.; auch ein Genrebild zu Berthold Auerbachs "Schwarzwälder Dorfgeschichten" (erzählendes Märchen) wurde inscenirt und vollendet.

Hatte sie bisher nur zu ihrem Vergnügen die Kunst gepflegt, so verlegte sie sich 1844 nach des Vaters Tode mit ebenso großem Eifer zur Verwerthung ihrer Fähigkeiten auf den Zeichnungsunterricht und erhielt durch ihr liebenswürdiges und bescheidenes Wesen bald die Hände voll Arbeit; die besten Familien bewarben sich um sie; im rühmlichst bekannten Ascher'schen Institut wirkte sie als vielverehrte Lehrerin, auch im Hause Sr. k. Hoh. des Herzogs Maximilian, wo sie alle Prinzessinnen zu ihren Schülerinnen zählte, außer 1. Maj. der Kaiserin Elisabeth insbesondere 1.kgl. Hoheit die fran Herzogin von'Alengon und die Erbprinzessin Helene von Thurn und Taxis, welche in rührender Weise ihrer alten Lehrerin immerdar eingedenk und wohlgesinnt verblieben. Nebenbei lieferte sie viele Aquarelle, cultivirte auch die Porcellanmalerei, überschritt aber nur selten das ihre Hauptdomäne bildende Gebiet der Botanik; ihre nach der Natur gemalten Blumenstücke erhielten längere Zeit großen Beifall.

Im vorigen Jahre brachte ein unglücklicher Fall einen Armbruch, ein neuer Sturz über die Treppe im heurigen Juni eine gefährliche Splitterung des Fußes. Die Künstlerin wählte zur besseren Pflege das Krankenhaus, wo schon nach 10 Tagen (28.Juni) eine Lungenlähmung ihr Leben endete. Amalie Kohler war eine reine und edle Seele, voll Heiterkeit, Güte und Gefälligkeit, geschätzt von Allen, die sie kannten. Die Schönheit ihrer Jugend wurde gerühmt, ihre kleine Hand oftmals von Kaulbach gemalt, und vielfach von wackeren Männern begehrt, aber keinem gereicht.


Stern-Eier


Sternei im Huttermuseum

Sterneier sind - nach Robert Böck - durchwegs sehr dünnschalige Eier, die auf einer Seite etwas plattgedrückt sind und dort eine elliptische blasenartige Ausbuchtung aufweisen, von der strahlenförmige Einschnürungen nach außen verlaufen. Bis heute sind solche Sterneier (fast nur) in der Region um Taxa nachgewiesen. Sie gelten nicht nur als Raritäten der Natur, sondern nach wie vor als Glücks- oder Wunderzeichen. Eier von schwarzen Hennen galten früher als Schutz vor Hexen, Teufeln und Unglücksfällen. 03)
Rudolf Kriß führt diese Missbildung der Eierschale auf eine Deformation des Eierstocks zurück. Möglicherweise liegt aber auch ein Kalkmangel vor, durch den sich die Eier beim Erkalten im Nest zusammenziehen. Das Futter oder die Hühnerrasse sind jedenfalls nicht ursächlich.


Für Abraham a Sancta Clara gab es aber nur übernatürliche Ursachen. Er schrieb, die Sterneier seien ein Zeugnis dafür, wie die "übergebenedeyte Himmelskönigin solches wertheste Herzogthumb und auch die Diözese Freising im Schutz und Schirm" habe. Man sehe daran, dass die Muttergottes nicht nur von den Menschen, sondern auch von den "gagazigeten Hennen" verehrt werde. Deshalb solle man das Bayerland in Mariäland umbenennen.



Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

20.1.2018


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