zur Landkreiskarte           zur Hauptseite       

Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben von KOLLBACH

Recherchiert von Hubert Eberl , Bergkirchen


Jahr

Ereignis

zum Bericht
1825
Entscheidungen für neuen Pfarrer 1925- Königl.bayer. Intelligenzblatt für den Isarkreis 1825
klicken Sie hier...
1877
Installationsfeier von Pfarrer Gangkofer - Amperbote vom 22.08.1877
klicken Sie hier...
1915
Pfarrer Georg Eichner verstorben - Amperbote vom 30.1.1915
klicken Sie hier...
1919
Kriegerfeier in Kollbach - Amperbote vom 25.01.1919
klicken Sie hier...
1920
Fahnenweihe des Kriegervereins Kollbach -Amperbote vom 27.05.1920
klicken Sie hier...

1921

Installation von Pfarrer Georg Hauser - Amperbote vom 15.09.1921
klicken Sie hier...

1926

Hochwürden Pfarrer Georg Hauser verstorben - Amperbote vom 18.09.1926
klicken Sie hier...
Einzug und Installation von Pfarrer Kottmayr - Amperbote vom 30.12.1926 u. 18.1.1927
klicken Sie hier...
1928
Beginn der Mission in Kollbach - Amperbote vom 09.05.1928
klicken Sie hier...
1929
Einzug des Primizianten Julius von Kollar - Amperbote vom 03.7.1929 primizkollar
klicken Sie hier...
1936
Umpfarrung von Glonnbercha nach Kollbach - Amperbote vom 12.03.1936
klicken Sie hier...
Trauerfeier für den verstorbenen Pfarrer Georg Axtner - Amperbote vom 13.05.1936
klicken Sie hier...
  Neuer Pfarrer Lorenz Böhm - Amperbote vom 11.09.1936
klicken Sie hier...
1960
Restaurierungsprobleme - Zu wenig Mittel für kranke Kirchen - Dach.Nachr.v.24.06.1960
klicken Sie hier...

 

1. Entscheidung für neuen Pfarrer 1825
Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis, März 1825

Seine Majestät haben am 24.März d.J. die von dem Herrn Erzbischofe von München-Freysing, Freyherrn von Gebsattel im gegenwärtigen Erledigungsfalle beabsichtigte Verleihung der Pfarrey zu Kollbach, Königl. Landgerichts Dachau, an den bisherigen Curat-Beneficiaten zu Erding, Priester Michael Maier, allergnädigst genehmigt.

2. Entscheidung für neuen Pfarrer 1825
Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis, April 1825

Seine Majestät haben am 18. April d.J. den bisherigen Beneficiaten zu Erding, Priester Seraph Mayer, vom Antritte der Pfarrey zu Kollbach, Königl. Landgerichts Dachau dispensirt, und bewilliget, daß dieser Pfarrey unter dem bereits früher ausgesprochenen Vorbehalte von dem Herrn Erzbischofe zu München und Freysing, Freyherrn von Gebsattel, dem bisherigen Pfarrer zu Sauerlach, Priester Sebastian Kühn, übertragen werde.


Installationsfeier von Pfarrer Gangkofer 05)
Amperbote vom 22.08.1877

Am vergangenen Sonntag fand die feierliche Installation des Herrn Pfarrers Gangkofer in Kollbach statt. Als weltlicher Commissär fungierte der königliche Bezirksamtsassessor Herr Emil Schöller von Dachau und als geistlicher Commissär Herr Dechant Mederer von Haimhausen. Nach vorausgegangenem feierlichen Gottesdienst bewegte sich der von der Gemeinde- und Kirchenverwaltungs-mitgliedern, sowie der Schuljugend begleitete Zug vor das Pfarrhaus, woselbst die Vorstellung des Herrn Pfarrers seitens des königlichen Commissärs, Herrn Assessor Schöller, stattfand, welch letzterer in gediegenen Worten zu der versammelten Menge sprach und dessen kräftige Rede in den herrlichen Worten des Welterlösers gipfelten: "Gebet dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist." Bei dieser feierlichen Handlung beteiligte sich auch die dortige gut organisierte Feuerwehr, deren Hauptmann dem weltlichen Herrn Commissär, sowie dem Herrn Pfarrvorstand gegenüber seinen tiefgefühlten Dank für allseitige Unterstützung in warmen Worten ausdrückte und schließlich ein "Gut Heil" ausbrachte.

 

Kriegerfeier in Kollbach
Amperbote vom 25.01.1919

Am vergangenen Montag (Sebastianstag) prangte Kollbach im Festschmuck. Galt es doch die aus dem Feld heimgekehrten Krieger der Gemeinde durch eine würdige Begrüßungsfeier zu ehren und was Kollbach in dieser Hinsicht seinen heimgekehrten Helden geboten hat, dürfte den Festfeiern an anderen Orten ebenbürtig an die Seite treten. Äußerst sinnig und geschmackvoll waren die Heimstätten der Krieger geziert, Triumphbögen mit Willkommensgrüßen waren errichtet.
Gegen ½ 9 Uhr versammelten sich die Krieger im Ostermair`schen Gasthaus zu einem kleinen Frühstück, um ½ 10 Uhr bewegte sich der Festzug unter dem Vorantritt der Musikkapelle Geitner (Weichs), der die Schuljugend, die freiwillige Feuerwehr, die Festjungfrauen, die 70ziger Krieger und endlich die Gefeierten des Tages, 51 an der Zahl, folgten, zur festlich geschmückten Pfarrkirche, wo HH. Pfarrer Huber mit dem Wort des Evangelisten "Ich werde euch wieder sehen" die Heimgekehrten Krieger in einer ergreifenden Ansprache begrüßte. Beim feierlichen Dankamt gelangte Mitterers Missa in hon. St. Thomae Aquinatio mit Instrumentalbegleitung unter Leitung des Hrn. Hauptlehrers Trautner zum Vortrag.
Nach einer kurzen Ansprache des Herrn Josef Reindl auf dem Friedhof spielte die Musik einen Trauerchoral für die gefallenen Krieger. Nach der Rückkehr zum Ostermair`schen Gasthaus begrüßte die Heimgekehrten im Namen des Heimatdorfes eine der Festjungfrauen, Frl. Mathilde Eichner, mit einem weihevollen Willkommensgruß. Ein reichliches Mittagsmahl vereinigte sodann die Krieger Kollbachs in dem sinnig gezierten Festsaal des Ostermair`schen Gasthauses. Nach einer kurzen Nachmittagsandacht in dem hübsch renovierten Kriegsgedächtniskirchlein (Frauenkirche) der Gemeinde versammelten sich die Krieger abermals im Ostermair`schen Gasthaus, wo sodann die eigentliche Festfeier stattfand. Aus Kindermund wurde den heimgekehrten Helden der Dank der Heimat übermittelt. Herr Hauptlehrer Trautner begrüßte in gut durchdachter Ansprache die Heimgekehrten. Frl. Gollnhofer und Frl. Hefele feierten in gebundener Rede Freude des Wiedersehens und das Lob der Heimarbeit während des Krieges.
Gesangsvorträge wechselten mit Musikstücken und trugen zur Erhöhung der Festesstimmung bei. Namens der Krieger dankte Herr Josef Reindl der Gemeinde und dem Festausschuss für die großartige Veranstaltung, die jedem Teilnehmer unvergesslich bleiben wird. Anschließend an die Festfeier fand ein gut besuchtes Tanzkränzchen für die Krieger statt. Der Dienstag war dem Gedenken der gefallenen Krieger der Gemeinde, 17 an der Zahl, gewidmet. Während des Seelengottesdienstes gedachte Hochw. H. Pfarrer Huber in herzergreifenden Worten der toten Kameraden, der Kirchenchor brachte das Requiem von Kaspar Ett zum Antrag, ein stimmungsvolles Grablied schloss die vormittägige Feier. Ein kleiner Abendschoppen vereinte in den Nachmittagsstunden noch einmal die Krieger Kollbachs im Gasthaus zum Fischerwirt zu einer kleinen Feier, bei der dem Vorsitzenden des Festausschusses, Herrn Hauptlehrer Trautner, anlässlich des silbernen Hochzeitsjubiläums die Glückwünsche der Gemeinde unter Verleihung des Ehrenbürgerrechtes und Übergabe eines Ehrenpokales durch Herrn Josef Reindl übermittelt wurden. Die ganze Festfeier, die durch die unermüdliche Arbeit des HH. Pfarrer Huber und des Herrn Hauptlehrer Trautner in so herrlicher Weise zustande kam, verlief prächtig zur großen Freude der heimgekehrten Krieger und der ganzen Einwohnerschaft Kollbachs.

 

Pfarrer Georg Eichner verstorben
Amperbote vom 30.1.1915

"Bonum certamen certavi, cursum consummavi!"
Draußen wirbelt der Schnee in lichten Flocken zur Erde nieder und drinnen im stillen Pfarrhof von Kollbach hört ein edles Priesterherz zu schlagen auf. Pfarrer Georg Eichner ist tot. Wer den liebenswürdigen, leutseligen Pfarrherrn von Kollbach kennen gelernt hat, der hat ihn schätzen und lieben gelernt als Priester sowohl, wie als Mensch. All das Gute, das der teure Verstorbene in der kurzen Zeit seines Wirkens in Kollbach – kaum vier Jahre war Pfarrer Eichner in Kollbach – in seiner Tätigkeit auf der Kanzel und im Beichtstuhl bewirkt hat, die Pfarrgemeinde Kollbach wird es ihn nie vergessen.

Unvergesslich wird jedem Kollbacher bleiben die herrliche Predigt am Karfreitag 1911 mit dem denkwürdigen Motto: "Consumatum est" - "Es ist vollbracht". Zum ersten Mal sprach damals der neue Pfarrer zu der versammelten Pfarrgemeinde und die eine Predigt genügte, um sich die Herzen der Pfarrkinder zu gewinnen. Es war im Oktober 1914 am Grab des im Kampf fürs Vaterland gefallenen Heldenjünglings, Ferdinand Ostermair. Der Tod hatte bereits unverkennbare Merkmale seinem Antlitz eingeprägt, aber dennoch sprach er noch beredten Worten zu seinen Pfarrerangehörigen. Es waren seine letzten Worte, gleichsam die Abschiedsworte an die anvertraute Herde.

Nun ist sein Mund für immer geschlossen, der so oft und in so anschaulicher Weise das Leben des Christen mit einem Kampf verglichen hat, der so viele Worte des Trostes und der Ermunterung hatte, nicht nur als Priester und Seelsorger, sondern auch als Mensch. Bei der ihm eigenen Liebenswürdigkeit hat der auch für jeden ein freundliches Wort und mochte ihm der oder jener noch so fremd sein, bald hat er das rechte Wort gefunden und aus dem Fremden war ein guter Freund geworden. Hatte er sich doch gleich bei seinem Amtsantritt zur Hauptaufgabe gestellt, allen Zwiespalt und alle Uneinigkeit zu beseitigen und in Frieden mit seinen Pfarrkindern zu leben. Und wer je in Gesellschaft mit Pfarrer Eichner war, wer erinnert sich nicht an sein gesellschaftliches Wesen, an seinen köstlichen Humor, mit dem er alle Anwesenden erfreute.

Namentlich wenn ihm Gelegenheit gegeben war, in Vereinen zu sprechen, da wusste er stets das rechte Wort zu finden, um die Sache möglichst anschaulich zu gestalten, wie denn überhaupt Pfarrer Eichner ein Freund des Vereinslebens war, was ja aus seiner früheren Tätigkeit in Tittmoning bekannt war. Besonders auf dem Gebiet der Raiffeisen- Sache war er ein unermüdlicher Redner und Mitarbeiter, wie denn auch der Darlehenskassenverein Kollbach eine Schöpfung des Verstorbenen ist. Wie hat er noch bei der letzten Generalversammlung im Frühjahr 1914 gesprochen von den idealen Aufgaben der Raiffeisenvereine und mit stolzem Selbstbewusstsein konnte er von sich behaupten, dass er mit der Gründung eines Nachbarvereins bereits den 25. Verein gegründet hatte.

Doch wie könnte man von Pfarrer Eichner sprechen, ohne sein Verständnis für Kunstschätze zu erwähnen? Ist doch der Pfarrhof von Kollbach seit dem Einzug Pfarrer Eichners ein kleines Museum geworden mit all den Sammlungen von alten Kunstgegenständen, angefangen von der kleinsten Gemme bis zum großen kunstvoll gearbeiteten Schrank. Und war auch der Fremde über das Äußere des Pfarrhofes nicht sonderlich erbaut, sein Befremden verwandelte sich bald in Bewunderung, wenn er all die Kunstschätze schaute, die hier verborgen waren. Pfarrer Eichner scheute aber auch kein Opfer, wenn es galt, irgendein Altertum zu erwerben.

Daneben zeigte er besondere Vorliebe für Uhren und eine stattliche Anzahl herrlicher Standuhren schmücken die Zimmer des Pfarrhofes, wie er denn auch in einer eigenen Werkstätte mit besonderem Eifer der Pflege der Uhren oblag. Und nun hat ein allzu früher Tod den geliebten Pfarrherrn, der mit zärtlicher Anhänglichkeit seinen lieben Angehörigen zugetan war, hinweggerafft, hat seinem schaffensfreudigen Leben ein jähes Ziel gesetzt. Möge ihm in einer besseren Welt all die Liebe und all das Gute in überreichem Maß wieder vergolten werden, die er selbst seinen Pfarrkindern erwiesen hat, wie denn auch die Pfarrgemeinde Kollbach stets ein ehrendes Andenken bewahren wird Ihrem unvergesslichen Pfarrer Georg Eichner.

Die Leiche des Hochwürden Herrn Pfarrers Eichner wurde am 28. Januar zur geweihten Erde bestattet. Alle Pfarrkinder, zahlreiche Trauergäste aus der Umgebung gaben ihr das letzte Geleit. 33 geistliche Herren waren herbeigeeilt, um ihren teuren Mitbruder die letzte Ehre zu erweisen. Dem Sarg voran schritt die Schuljugend, die Freiwillige Feuerwehr mit Fahne. Hochwürden Herr Dekan Schmid aus Kreuzholzhausen fungierte als Offiziator. In bewegten Worten gab er im Nachruf ein Bild von der unermüdlichen, fleißigen und liebevollen Arbeit unseres unvergesslichen Seelenhirten und treuen Beraters. Ewig wird sein Andenken in unseren Herzen fortleben. – Pfarrer Eichner, geboren am 8. April 1867, wurde zum Priester geweiht 29. Januar 1894, war Koadjutor in Holzkirchen, dann Irschenberg, ab 1898 Kooperator in Tittmoning, bis 1911 in die Pfarrei Kollbach verliehen wurde.

 

Fahnenweihe des Kriegervereins Kollbach
Amperbote vom 27.05.1920

Zu einer imposanten Festfeier gestaltete sich am Sonntag, den 16. Mai, die Fahnenweihe des Krieger- und Veteranenvereins Kollbach. Hatten doch die Bewohner von Kollbach nach Anordnung des Herrn Bürgermeisters Gollnhofer alles aufgeboten um diesen Tag zu einem Jubeltag für die Gemeinde und Pfarrei Kollbach zu machen. Kanonendonner und Glockengeläut verkündeten in früher Morgenstunde die Kollbacher Festfeier hinunter ins weite Glonntal, flotte Musikweisen der Kapelle Geitner aus Weichs trugen zur Erhöhung der Festesstimmung bei.
Bald nach 8 Uhr trafen die ersten Nachbarvereine ein, - mit Rücksicht auf die Seuchengefahr waren nur die umliegenden Veteranenvereine geladen worden - die mit klingendem Spiel zum Gasthaus Ostermair geleitet wurden. Gegen ½ 10 Uhr wurde die zu weihende Fahne in der Wohnung des Ehrenvorsitzenden H. Josef Reindl, unter Begleitung der Fahnenmutter, der Ehrenjungfrauen, weißgekleideten Mädchen und Ehrenmitgliedern abgeholt, worauf sich der Festzug unter Vorantritt der Freiwilligen Feuerwehr Kollbach in Bewegung zur Feldmesse setzte.
Am Feldaltar, der kunstgerecht am schönsten Platz des Dorfes errichtet und von fleißigen Händen mit sinnigem Schmuck geziert war, angekommen, begrüßte HH. Pfarrer Sebastian Huber in einzigschönen Worten die Krieger und Veteranen und feierte die neue Fahne als das Symbol des Glaubens, der Heimatliebe und Kameradschaftlichkeit, gedachte der Kriegsgefangenen und der Gefallenen der Pfarrei. Nach der Benediktion der neuen Fahne, bei welcher der Veteranenverein Hohenkammer die Patenstelle versah, brachte der Kirchenchor von Kollbach ein stimmungsvolles Weihelied zum Vortrag. Anschließend zelebrierte HH. Pfarrer Sebastian Huber die Feldmesse, wobei zwei Krieger, H. Hammerl und H. Reindl, als Ministranten fungierten.
Ein strammer Festmarsch leitete nach der kirchlichen Feier den Festakt der Fahnenübergabe ein. Unter sinnigen Versen übergab die Fahnenmutter, Frau Elise Reindl, die geweihte Fahne dem Krieger- und Veteranenverein Kollbach. Nach der Begrüßung der Fahne aus Kindesmund erfolgte das Anbinden der prachtvollen Fahnenbänder durch die Fahnenmutter und die Festjungfrauen (Frl. Marie Hefele, Frl. Therese Agneskirchner, Frl. Kath. Lederer), die von den Frauen und Jungfrauen, von der Ortschaft Weißling, von der Fahnenmutter und dem Patenverein Hohenkammer gestiftet worden waren. Das Heldenband mit den Namen der Gefallenen hatte in hochherziger Weise der Raiffeisenverein Kollbach gewidmet. Nachdem stimmungsvollen Lied "Über den Sternen", vorgetragen vom jungen Männerchor Kollbach, bestieg Herr Reindl das Podium und feierte ausgehend von der Gründung des Kriegervereins Kollbach die Kriegervereine als die Heimstätten der Heimats- und Vaterlandsliebe, als die Pflanzstätte des Nationalstolzes, als unleugbare Lichtpunkte in unserer tieftraurigen Zeit. Seine Worte klangen aus in einem Segenswunsch für unser liebes Bayernland nach den Worten des ewigschönen Liedes: "Gott mit dir, du Land der Bayern." Nach einem weihevollen Musikstück stattete der Vorstand des Krieger- und Veteranenvereins Kollbach, Hr. Nikolaus Zeindl, den großen und kleinen Spendern den Dank des Vereins ab und widmete allen, die zur Festfeier in irgend einer Weise beigetragen haben, herrliche Worte des Dankes. Der Redner schloss mit einem beifällig aufgenommenen Hoch auf Heimatdorf, Bayerland und deutsches Vaterland.
Nach der Verteilung der Erinnerungsbänder bewegte sich der Festzug, insgesamt 15 Vereine, durch das Dorf zurück zum Ostermair`schen Gasthaus, wo nacheinem zwanglosen Mittagsmahl die Musikkapelle herrliche Musikstücke zum Vortrag brachte bis die Scheidestunde schlug für die einzelnen Vereine, voll von schöner Erinnerung an die Festesstunden, die sie in Kollbach erlebt. Unvergeßlich aber wird allen Kriegern und Veteranen Kollbachs der Festtag sein und wenn dereinst die Geschichte des reizenden Dorfes auf die Bergeshöh geschrieben wird, dann wird wohl der Tag der Fahnenweihe, der 16. Mai 1920, mit goldenen Lettern in die Dorfgeschichte eingetragen werden. -
Die neue Fahne selbst ist ein Werk der berühmten Kunststickereianstalt M. Auer, München und zeigt auf der Vorderseite einen sterbenden Krieger, neben ihm kniend den Feldpater, im Hintergrund das Heimatdorf Kollbach und darüber die Patrona Bavaria. Die Ecken sind mit den Kriegsorden ausgefüllt. Die Rückseite zeigt von einem Lorbeerkranz umgeben den Kirchenpatron, den hl. Martinus mit dem Bettler. Die Ecken schmücken Spruchbänder mit dem Bayernlied: "Gott mit dir, du Land der Bayern" und kann sich die Fahne ihren Schwestern in den Nachbargemeinden würdig an die Seite stellen.
 

 

Installation von Pfarrer Georg Hauser
Amperbote vom 15.09.1921

In würdiger Weise beging am Sonntag, den 4. September, die Pfarrgemeinde Kollbach die feierliche Installation des neuen Hilfspfarrers, des Hochw. H. Georg Hauser. Im Festzug, unter Vorantritt der Schuljugend, der Jungfrauen, der freiwilligen Feuerwehr, des Krieger- und Veteranenvereins Kollbach, der Gemeinde- und Kirchenverwaltung Kollbach, wurde der neue Pfarrherr unter Assistenz des HH. Dekan Schmid, Kreuzholzhausen und des vormaligen Vikars, HH. Pfarrers Eglseer, Asbach, vom geschmackvoll dekorierten Pfarrhaus zur festlich geschmückten Pfarrkirche geleitet. Am Kirchenportal entboten drei weißgekleidete Mädchen (Leni Ostermair, Wally Finkl, Marie Winklmair) dem neuen Seelenhirten die Willkommensgrüße der Pfarrgemeinde. Am Hochaltar angekommen stellte Herr Dekan Schmid der Pfarrei den neuen Seelsorger vor, der bisher Benefiziat in Altkirchen bei Sauerlach war, und wies ihn unter Übergabe der Schlüssel, des Evangelienbuches und des Messbuches in die einzelnen Pfarrfunktionen ein. Herr Pfarrer Hauser zelebrierte hierauf ein feierliches Hochamt, bei welchem der verstärkte Kirchenchor Kollbach unter Leitung des Herrn Hauptlehrers Trautner die St. Agnesmesse von Gruber in stimmungsvoller Weise zum Vortrag brachte. Nach einem feierlichen Libera für die verstorbenen Seelsorger und Pfarrangehörigen, bewegte sich der Festzug zurück zum Pfarrhof. Möge Herrn Hauser eine lange segensreiche Wirksamkeit in Kollbach beschieden sein.

 

Hochwürden Pfarrer Georg Hauser verstorben
Amperbote vom 18.09.1926

Fern von seiner lieben Pfarrgemeinde Kollbach und fern von seiner teuren Heimat Otterfing verschied am Mittwoch im städtischen Krankenhaus in Traunstein Hochwürden, Herr Georg Hause, Pfarrer in Kollbach, nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten im Alter von 52 Jahren. Am 21. September 1873 in Otterfing bei Holzkirchen geboren, widmete er sich den humanistischen Studien in Schäftlarn und Freising. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Freising trat er in das dortige Priesterseminar ein und wurde am 29. Juni 1899 im Dom zu Freising zum Priester geweiht. Nach kurzer seelsorglicher Tätigkeit in Allershausen und Schlehdorf wirkte er von 1903 - 1909 als Kooperator in Wolfratshausen, von 1909 - 1921 als Benefiziat in Altkirchen bei Sauerlach. Seit 1921 als Pfarrer in Kollbach, gewann der durch seine Leutseligkeit und Herzensgüte bald die Herzen seiner Pfarrkinder. Leider stellte sich bald eine schwere Krankheit ein, die ihn bereits im vorigen Jahr längere Zeit ans Krankenbett fesselte. Dank der ärztlichen Kunst überstand Pfarrer Hauser die schwere Krise und konnte sich wieder seiner Seelsorgsarbeit widmen. Als im heurigen Jahr erneute Krankheitserscheinungen auftraten, suchte er vor drei Wochen im Wildbad Adelholzen Erholung von seinem schweren Leiden; allein sein Zustand verschlimmerte sich von Tag zu Tag und machte die Überführung in das städtische Krankenhaus Traunstein notwendig, wo er am vergangenen Mittwoch sanft im Herrn entschlafen ist. Die Leiche wurde am Donnerstag nach Kollbach überführt und wird am Samstag um 9 Uhr daselbst zur ewigen Ruhe bestattet.

 

Einzug von Pfarrer Andreas Kottmayr in Kollbach
Amperbote vom 30.12.1926

Trotz strenger Winterkälte ließ es sich die Pfarrei Kollbach nicht nehmen, ihrem neuen Pfarrherrn am vergangenen Donnerstagnachmittag einen feierlichen Empfang zu bereiten. Eine Anzahl Radfahrer, eine stattliche Schar Reiter mit weißgelben Fähnlein und sechs geschmückten Schlitten hatten sich am Bahnhof Petershausen zur Abholung eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Vertreter der Gemeinde und Kirchenverwaltung ging es in flottem Tempo dem idyllisch auf dem Berghang gelegenen Pfarrdorf Kollbach zu, wo im Hof des Gastwirts Ostermair die Schuljugend, die Freiwillige Feuerwehr Kollbach, der Krieger- und Veteranenverein Kollbach, der kath. Burschenverein Weißling und zahlreiche Pfarrangehörige Aufstellung genommen hatten. Nach einem sinnigen Begrüßungsgedicht, vorgetragen von den Schulmädchen Amalie Daurer, Lina Drexler und Leni Kiermair, nahm der 1. Bürgermeister Kiermair das Wort zu einer kurzen Begrüßungsansprache. Herr Oberlehrer Trautner entbot sodann im Namen der Lehrkräfte einen herzlichen Willkommensgruß, worauf sich der Festzug zu der festlich geschmückten Pfarrkirche in Bewegung setzte. "Sängers Gebet" von Käsporer begrüßte den neuen Pfarrherren beim Eintritt ins Gotteshaus, nach dessen Schluss HH. Pfarrer Weinmüller, Asbach, als Vikar der erledigten Pfarrei Kollbach im Namen der Pfarrgemeinde den neuen Pfarrherren begrüßte und seiner seelsorglichen Obhut die ganze Pfarrgemeinde von den Kindern bis zu den alten Leuten empfahl mit dem besonderen Wunsch, es möchte das gute Einvernehmen, das unter Pfarrer Kottmayr`s Amtsführung obwalten. Mit einem kurzen Hinweis auf das nahe Weihnachtsfest schloss HH. Pfarrer Weinmüller seine tiefempfundenen Begrüßungsworte. Nun betrat HH. Pfarrer Kottmayr den Altar und dankte zunächst für den feierlichen Empfang, der immerhin ein treffliches Omen für den guten Geist in der Pfarrgemeinde sei. Schweren Herzens habe er Abschied genommen in Neukirchen bei Teisendorf von den liebgewordenen Bergen; denn ein friedliches, fröhliches, aber auch christliches Volk wohne dort, aber die Liebe zur Heimat (Priel bei Jetzendorf) habe ihn veranlasst, sich um diese Pfarrei zu bewerben, in der nach den Worten seines Vorredners unter seinem Studienfreund Hauser ein so gutes Einvernehmen zwischen Pfarrhaus und Gemeinde geherrscht habe. Seine neuen Pfarrkinder sollen in ihm finden einen aufrichtigen, geraden Mann, der in treuer Pflichterfüllung zum Wohl der ihm anvertrauten Seelen sein höchstes Lebensglück sehe. Möge der Geist des Weihnachtsfestes die ganze Pfarrgemeinde erfüllen, der da am schönsten zum Ausdruck kommt in dem Gesang der Engel über den Fluren von Bethlehem: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind!" Nach einer kurzen Rede Segensandacht versammelte man sich zu einer kleinen Unterhaltung im Gasthaus Ostermair, die durch die Anwesenheit des neuen Pfarrherrn verschönt wurde. Möge dem neuen Pfarrherrn ein langes, segensreiches Wirken in seiner Pfarrgemeinde Kollbach beschieden sein! - Die Installation des HH. Pfarrers Andreas Kottmayr findet am Sonntag, den 2. Januar 1927 um 9 Uhr in Kollbach statt.

Installation des neuen Pfarrers Andreas Kottmayr
Amperbote vom 18.01.1927

Einen Ehrentag für die Pfarrgemeinde Kollbach bildete der 1. Sonntag des neuen Jahres. Galt es doch, an diesem Tag die Installation des neuen Pfarrherrn, HH. Andreas Kottmayr, in möglichst feierlicher Weise zu begehen. Mit der Schuljugend sammelte die Freiwillige Feuerwehr Kollbach, der Krieger- und Veteranenverein Kollbach, der Kath. Burschenverein Weißling, die Gemeinde- und Kirchenverwaltung Kollbach kurz vor 9 Uhr vor dem neuen Pfarrhof, um den Gefeierten des Tages unter Assistenz des HH. Dekan Lex aus Röhrmoos und des HH. Pfarrvikars, Jakob Engl, zur festlich geschmückten Pfarrkirche zu geleiten. Vor dem Kirchenportal angekommen, widmete HH. Dekan dem leider allzu früh entschlafenen HH. Pfarrer Georg Hauser sinnige Worte des Gedenkens und übergab nach Abnahme des Handgelübdes durch die Verteter der Gemeinde- und Kirchenverwaltung dem neuen Pfarrherren die Kirchenschlüssel. Weihevolle Orgelklänge begrüßten den neuen Pfarrherren beim Betreten seiner nunmehrigen Pfarrkirche, der, am Hochaltar angekommen, das "Veni sancte Spiritus" intonierte, worauf er mit dem Sanectissimum die Pfarrgemeinde segnete. In tiefergreifenden Worten führte sodann der erzbischöfliche Kommissar den neuen Pfarrherren in seine verschiedenen priesterlichen Funktionen in der Kirche ein, unter besonderem Hinweis auf das Friedensapostolat des Priesters, der in erster Linie berufen ist, Friedensbote und Friedensmittler zu sein. Hierauf zelebrierte der neue Pfarrer ein feierliches Hochamt, währenddessen der Kirchenchor Kollbach unter der Direktion des Herrn Oberlehrers Trautner die Festmesse von Kirms zur Aufführung brachte. Nach einem stillen Libera am Grab des verewigten HH. Pfarrer Hauser bewegte sich der Festzug zurück zum Pfarrhof, wo HH. Pfarrer Kottmayr seinen Dank aussprach für die zahlreiche Beteiligung. Ein zwangloses Mittagsmahl vereinte sodann die Geistlichkeit, die Lehrerschaft, die Gemeinde- und Kirchenverwaltung und die Vorstände der beteiligten Vereine im Nebenzimmer des Gasthauses Ostermair.

 

Beginn der Mission in Kollbach
Amperbote vom 09.05.1928

Unter Vorantritt der Schuljugend mit den Lehrkräften, der Gemeindeverwaltung Kollbach, die Kirchenverwaltung von Kollbach, Asbach und Weißling vollzog sich am Sonntag der feierliche Einzug der drei Missionare aus dem Kapuzinerorden: P. Laurentius aus Burghausen, Pater Victor aus Immenstadt, Pater Maximus aus München St. Anton, in die festlich geschmückte Pfarrkirche. Nachdem HH. Pfarrer Kottmayr zugleich im Namen der Pfarrei Asbach die HH. Missionare begrüßt hatte, bestieg Herr Pater Victor die Kanzel und erläuterte in tiefschürfender Weise Zweck und Bedeutung der Volksmission. "Nunc est tempus acceptabite": "Nun ist die gnadenreiche Zeit", so klang es aus dem Mund des Volksmissionars, der Seelenrettung soll diese Gnadenwoche gewidmet sein. Außer den täglichen Predigten um 8 Uhr vormittags und 4 Uhr nachmittags finden an folgenden Tagen jeweils um halb 2 Uhr Standeslehren statt: Montag für die Kinder, Dienstag für die Frauen, Mittwoch für die Männer, Donnerstag für Jungfrauen, Freitag für Jünglinge.

 

Einzug des Primizianten Julius von Kollar
Amperbote vom 03.7.1929

Schwere Regenschauer gingen am Sonntagvormittag über das Glonntal nieder und fast schien es, als ob die selten schöne Feier, die der Pfarrgemeinde Kollbach beschieden war, durch die Ungunst der Witterung beeinträchtigt werden sollte. Doch gegen Mittag hellte sich der Himmel auf und bald lag heiterer Sonnenschein über den Glonntal. Gegen halb 2:00 Uhr versammelte sich die Schuljugend mit Herrn Hauptlehrer Kohlbeck vor dem Anwesen des Bürgermeisters Baltasar Kiermair, um inzwischen bereits Der Gefeierte des Tages, der hochwürdige werden Primiziant Julius von Kollar, im Auto eingetroffen war. Nachdem der derzeitige Pfarrer von Kollbach, Hochwürden Herr Pfarrer Andreas Kottmayr, den Neugeweihten begrüßt hatte, Endnoten drei weißgekleidete Schulmädchen (Rosa Reindl, Marie Reim, Anni Gerrer) dem Hochwürden Herrn Primiziant in gebundener Rede den Willkommensgruss der Kinder, worauf sich der Zug unter dem Geläute der Glocken in Bewegung setzte zur Pfarrkirche, voran die Schuljugend mit den Lehrkräften, anschließend der Hochwürden Herr Primiziant, umgeben von Hochwürden Herrn Pfarrer Kottmayr und Herrn cand. theol. Josef Kiermair, gefolgt von der Bürgermeistersfamilie Kiermair und deren nächsten Verwandten. Rauschende Orgelklänge grüßten den Neugeweihten beim betreten des festlich geschmückten Gotteshauses und von Kurt lang unter Franz Ruckers Direktion das Primiziantenlied: "Ein neues Blatt in ihren Kranz der Kirche." Mit den Worten aus dem Messoffizium Introibo an altare Die, ad Deum, quiaetificat juventutem meam (Ich will hintreten zum Altar Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut), begrüßte sodann Hochwürden Herr Pfarrer Kottmayr dem Hochwürden Herrn Primizianten, der zwar kein Kind der Pfarrei, aber doch durch mehrmaligen Aufenthalt im lieben Freundeskreis kein Unbekannter in Kollbach sei, und beglückwünschte ihm namens der Pfarrgemeinde zu dem hohen Ziel, dass er nach jahrelangem Sehnen und Streben im hohen Dom zu Freising erreicht habe. Tief gerührt dankte der Hochwürden Herr Primiziant für den ehrenden Empfang, die die Pfarrgemeinde Kollbach ihm, dem fremden Primizianten, bereitet habe. Gerne sei er immer in Kollbach gewesen und habe sich erbaut an den tiefen religiösen Sinn, der in der Pfarrei Kollbach herrsche. Gerne sei er darum der Einladung lieber Freunde gefolgt, als Primiziant nach Kollbach zu kommen. Mit dem Versprechen auch in Zukunft die Pfarrgemeinde Kollbach in dankbarer Erinnerung behalten zu wollen, erteilte der Neugeweihten der versammelten Pfarrgemeinde den Primizsegen. Anschließend hielt der neue Priester eine feierliche Herz-Jesu-Andacht, wobei der Pfarrkirchenchor ein stimmungsvolles Herz-Jesu-Lied für dreistimmigen Frauenchor zum Vortrag brachte. Bereits am Montagfrüh verließ Hochwürden Herr Primiziant Kollbach, um die Heimreise nach Budapest (Ungarn) anzutreten, wo er am 11. Juli sein erstes heiliges Messeopfers feiern wird.

 

Umpfarrung von Glonnbercha nach Kollbach
Amperbote vom 12.03.1936

Laut Erlass des erzbischöflichen Ordinariats wurden die fünf Anwesen des Dorfes Glonnbercha, die bisher zur Pfarrei Asbach gehörten, mit Genehmigung der Regierung von Oberbayern der Pfarrei Kollbach zugeteilt. Es gehört demnach ganz Glonnbercha, das bisher schon zur Gemeinde und Schule Kollbach gehörte, nunmehr auch zur Pfarrei Kollbach. Die Umpfarrung ist mit allen Rechten und Pflichten am Sonntag, den 8. März 1936, in Kraft getreten. Die Pfarrei Kollbach besteht nunmehr aus dem Pfarrdorf Kollbach, den Filialgemeinden Glonnbercha und Weißling, dem Weiler Piflitz, den Einöden Höckhof und Einöde Wendelstein.

 

Trauerfeier für den verstorbenen Pfarrherrn von Kollbach, Pfarrer Georg Axtner
Amperbote vom 13.05.1936

Hatte die Pfarrgemeinde Kollbach schon bei der Beerdigung ihres Pfarrherrn, Georg Axtner am Freitag in Engelsberg bei Traunstein durch zahlreiche Beteiligung ihre Liebe und Wertschätzung bekundet, so nicht minder am vergangenen Montag bei der Trauerfeier für den verstorbenen Seelsorger. Ein mächtiger Katafalk im schönsten Blumenflor, geschmückt mit den Insignien des Priesters, hatte im Presbyterium Aufstellung gefunden. Mit den Vereinen hatten sich mehrere Amtsbrüder, zahlreiche Pfarrkinder und viele Trauergäste aus der Umgebung zum Seelengottesdienst eingefunden. HH. Dekan Ebert, Giebing, widmete in seiner Gedächtnisrede dem Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf, in dem er das selten vornehme Wesen des Entschlafenen, gepaart mit echter Menschenfreundlichkeit, pries, sein herzliches Verstehen für alle Nöte seiner Pfarrkinder, sein aufopferndes Arbeiten in seinem Priesterberuf. Allüberall, wo Pfarrer Axtner gewirkt, in Velden, in Jetzendorf, in Farchant, in Kollbach, hat er im Sturm die Herzen der ihm Anvertrauten gewonnen, selbst noch auf dem Krankenlager galt all sein Sinnen und Sorgen seiner geliebten Pfarrei Kollbach. Beim anschließenden Seelengottesdienst brachte der Kirchenchor das Requiem in C-Moll von Kaspar Ett zur Aufführung. Das anschließende Lobamt zelebrierte Pfarrer Dr. Zauner, Petershausen. Beim Libera scharte sich die gesamte Pfarreigemeinde um das Priestergrab, um nochmals des toten Pfarrherrn zu gedenken. Mit dem stimmungsvollen Grabgesang von Gruber "Ruhe sanft" schloss die eindrucksvolle Trauerfeier für den toten Pfarrherrn von Kollbach.

Neuer Pfarrer Lorenz Böhm
Amperbote vom 11.09.1936

Die durch das Ableben des Pfarrers Georg Axtner erledigte Pfarrei Kollbach wurde mit Wirkung vom 16. September dem Priester Lorenz Böhm, Pfarrer in Steinkirchen a. de. Ilm, verliehen. Der neue Pfarrherr ist geboren 1881 in Frauenneuhart bei Markt Grafing und wurde im Jahr 1907 zum Priester geweiht. Seine erste Anstellung erhielt derselbe als Koadjuotr in Pfaffenhofen bei Rosenheim, im Jahr 1909 in Oberhaching, 1910 in Ramerberg und Kirchdorf am Inn, 1911 in Altenerding, 1913 in Bergkirchen bei Dachau, 1914 in Wambach und Vierkirchen, 1917 in Bad Aibling, seit 1928 Pfarrer in Steinkirchen bei Jetzendorf. Für die durch den Pfründewechsel erledigte Pfarrei Steinkirchen wurde der Priester Oskar Engartner (bisher in Kollbach) als hauptamtlicher Vikar bestellt.

Zu wenig Mittel für kranke Kirchen
Wenn ein Pfarrer das Gotteshaus restaurieren müsste, aber kein Geld hat
Dachauer Nachrichten vom 24.06.1960 restaurierung

Kollbach - Wenn das Landesamt für Denkmalpflege und ebenso der Kreisheimatpfleger meinen - dass diese oder jene Kirche im Landkreis Dachau unbedingt restauriert werden muss, kann dies nur, vom Fachlichen her gesehen, ein Hinweis sein, nicht aber bereits ein Auftakt zur Verwirklichung. Die Kardinalfrage bleibt nämlich nach wie vor: Wer soll das bezahlen? So bekamen wir kürzlich von Heimatpfleger Karlmax Küppers den Hinweis, dass es gerade im Bereich der Pfarrgemeinde Kollbach in den vier Kirchen einiges zu restaurieren gäbe und das Landesamt für Denkmalpflege daran sehr interessiert sei. Wir fuhren daraufhin nach Kollbach, um uns mit Pfarrer Hinterreiter darüber zu unterhalten.
Er berichtete uns, dass Professor Blattner vom Landesamt mit dem Heimatpfleger persönlich in Kollbach gewesen sei, um sich von dem schlechten Zustand der Gotteshäuser zu überzeugen. Dabei regten sie an, zuerst einmal die Filialkirche in Glonnbercha zu erneuern. "Aber wie soll ich das Geld dafür zusammenbekommen", meinte Pfarrer Hinterreiter. ,.wenn nämlich alles richtig gemacht werden soll, so kostet das allein für Glonnbercha 50000 DM. Diese Summe zu beschaffen ist aber für eine kleine Gemeinde unmöglich. Wenn man nur die Trockenlegung, das Abschlagen des alten Verputzes und den neuen Verputz mit dem Tünchen der Wände berechnet, kommt man auf 20 000 DM.
Dabei hat die ganze Gemeinde nur 700 Einwohner, aber vier Kirchen zu unterhalten." Wenn Pfarrer Hinterreiter eine erste Rechnung aufstellt, woher er die Mittel wenigstens für die notwendigsten Arbeiten der Filialkirche von Glonnbercha herbekommen könnte, kommt er bisher mir auf 11000 DM. Allerdings sind die Summen nur angenommen, die er von der politischen Gemeinde, aus der Pfarrgemeinde oder vom Landesamt erhalten könnte. 5000 DM würde das Landesamt für Denkmalpflege zuschießen. 3000 DM hofft sich der Ortsgeistliche eventuell von der Gemeinde Kollbach, weitere 3000 DM dürften aus Mitteln der Pfarrei Kollbach entnommen werden. Wieweit auch der Landkreis etwas dazugeben könnte, ist schon eine zweifelhafte Frage, denn wie viele Kirchen in anderen Landgemeinden sind ebenfalls noch da, die renovierungsbedürftig wären.

Der Salpeter glänzt


Die Frauenkirche im Ort Kollbach steht im Augenblick nicht in der Diskussion, sie gehört zum Eigentum der politischen Gemeinde, das Hauptproblem liegt bei der Pfarrkirche selbst, die schon von außen einen erbarmungswürdigen Eindruck macht. Feuchte Grundmauern, feuchte Wände, an denen im Winter der Salpeter glänzt und die teilweise eine grünliche Färbung angenommen haben, sind kaum noch durch das zur Zeit angewandte Verfahren der Trockenlegung auf die Dauer zu retten. Gewiss, das Gotteshaus steht noch fest da und wird auch noch viele Jahre stehen, aber die Nässe nagt unerbittlich am Mauerwerk, da hilft auch kein neuer Verputz oder ein Tünchen der Wände mehr. Nach mindestens zehn Jahren würde sich wieder das gleiche Bild ergeben. Fachleute meinen, man müsste neue Grundmauern schaffen, teilweise sogar einige der oberen Mauern ersetzen. Das aber würde sicher über 150000 DM kosten. Soll man etwa die ganze Kirche abreißen und eine neue bauen? Das ist eine Frage, die nicht in Erwägung gezogen werden kann. An den alten Gotteshäusern, die unbedingt restauriert werden müssten ist das deutsche "Wirtschaftswunder" still und leise vorübergegangen ...
Leichter hatte es daher Pfarrer Hinterreiter vor vier Jahren bei der Trockenlegung der Filialkirche in Weißling, die unter seiner Leitung durchgeführt wurde. Damals haben die Bewohner von Weißling insgesamt 1200 Arbeitsstunden geleistet, um dem Pfarrer bei diesem Vorhaben zu helfen. Der Geistliche selber tat auch mit seinen Händen mit, so dass man Weißling in gemeinsamer Arbeit das Gotteshaus vor der Vernichtung durch Nässe bewahren konnte.

Tropfen auf nassen Stein

Kollbach ist nur ein Beispiel für viele andere Pfarrgemeinden im Landkreis Dachau, ja eigentlich in ganz Bayern. Die Mittel aber, die aus dem Haushalt des Landesamts für Denkmalpflege gegeben werden können, sind nicht ausreichend. Auf viele Kulturdenkmäler verteilt, sind die zugeschossenen Summen nur Tropfen auf - in diesen Fällen - sehr nasse Steine. Die erzbischöfliche Finanzkasse in München aber kann ebenfalls nicht für die Restaurierung eines Gotteshauses in einer Landgemeinde mit großen Mitteln einspringen, sie hat in vielen der neuen Siedlungen und Randgebieten der Städte neue Kirchen zu errichten.