zur Landkreiskarte             ausführl.Beschreibung         Kirchen im Stadtgebiet Dachau


Pfarrkirche St. Ursula in PELLHEIM

Adresse: 85221 Dachau, Dorfstraße 14
Lage der Kirche auf der Landkarte ...
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alle Kirchen und Kapellen in der Stadt Dachau


Kurzbeschreibung

Die Kirche St.Ursula liegt in der Dorfstraße von Pellheim, einem Ort, der zur Stadt Dachau gehört. Die Pfarrei bildet seit 2011 mit den weiteren Dachauer Pfarreien St.Jakob, Mariä Himmelfahrt und Mitterndorf einen großen Pfarrverband.
Pellheim wurde erstmals 807 schriftlich erwähnt. Schon damals hatte es eine Kirche. Seit 1315 ist Pellheim als Pfarrei nachweisbar (Konradinische Matrikel).
In gotischer Zeit hat man eine neue Kirche gebaut. Diese Kirche dürfte den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zum Opfer gefallen sein. Jedenfalls war sie Ende des 17.Jh so heruntergekommen, dass man sich zu einem Neubau entschlossen hat.

Die jetzige Pfarrkirche St. Ursula wurde 1689 unter Beibehaltung mittelalterlichen Mauerwerks von dem damaligen Hofmarksherrn Johann Paul von Millau gebaut und 1710 vom Freisinger Fürstbischof Franz Ecker von Kapfing geweiht. 50 Jahre später hat man sie im Stil des Rokoko ausgestattet.

Die 21 Meter lange und bis zu 9 Meter breite Kirche ist ein vierachsiger Saalbau mit Tonnengewölbe und wenig eingezogenem Chor, der mit drei Seiten eines Achtecks schließt.

Der 48 m hohe Kirchturm an der Nordseite des Chores ist mit einem schlanken Spitzhelm über vier Giebeln bedeckt. In seinem unteren Teil hat sich noch altes gotisches und vielleicht sogar noch romanisches Mauerwerk erhalten.
Drei der vier Glocken sind sehr alt; sie stammen aus der Zeit um 1490 und aus den Jahren 1599 und 1629.

Viele Gegenstände, Bilder und Epitaphe erinnern an die Hofmarksherren, ohne die die Kirche sicher nicht so prächtig ausgestattet worden wäre.
Unter dem Altarraum liegt auch die Gruft mit den Grabstätten der Hofmarksfamilien.


Wappen an der Langhausdecke


I
nnenausstattung


Der Hochaltar aus dem Jahr 1740 ist ein prächtiges Säulenretabel mit einem Altarblatt, das die Patronin der Kirche, die hl. Ursula, vor dem Hintergrund der Stadt Köln zeigt. Es wurde von Franz Mayr (1707-1752) aus Lauterbach im Jahr 1746 gemalt. Im Altaraufsatz sind senkrecht die Hl. Dreifaltigkeit und waagrecht die hl.Familie figürlich dargestellt.

Marienfensterzur Beschreibung de Kirchenbänke AntoniusKirchenbänke anschauen ? bitte klickenDie Kirchenpatronin UrsulaAnna selbdrittzur Beschreibung des ZelebrationsaltarsTaufsteinFranziskusBild AntoniusGruft im unterhalb des AltarraumsMarienfensterAmbozur Beschreibung der Kanzelzur Beschreibung der Deckenverzierungenzur Beschreibung des rechten Seitenaltarszur Beschreibung des linken Seitenaltarszur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung der 12 Apostel
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Die Seitenaltäre entstanden um 1770. Sie sind sehr hoch und schmal gebaut.
Patrone sind die Muttergottes und der hl.Leonhard. In den Altarblättern wird an die Patrone erinnert.

Sehr alt ist der Deckenstuck im Altarraum der noch aus der Zeit vor dem Bau des Kirchenschiffs (1690) stammt. Er teilt die Decke in geometrische Felder, ähnlich wie in der Michaelskirche in München.

Die Deckenfresken im Kirchenschiff wurden 1914 von J. Albrechtskirchinger aus München gemalt. Im Mittelteil sind drei große Gemälde zu sehen, die einen Bezug zu den Filialkirchen von Pellheim haben: Johannes der Täufer für Oberweilbach, Johannes und Paulus für Arzbach und der hl.Martin für Unterbachern. Daneben sind in 6 Medaillons Szenen aus dem Alten Testament dargestellt.

Figurenausstattung:
- die 12 Apostel mit ihren für sie typischen Attributen auf dem Chorgestühl
- St. Ursula am Chorbogen mit einem schönen Schiffsmodell in der Hand (16.Jh)
- St.Anna selbdritt-Darstellung (1700)
- St.Barbara mit Märtyrerpalmzweig und Kelch (1740)
- St.Katharina mit Schwert, Märtyrerpalmzweig und gebrochenem Marterrad (1740)
- ein Geißelheiland ohne Säule und Ketten (18.Jh)
- Muttergottes aus Altötting - eine Nachbildung des schwarzen Gnadenbildes
- St.Elisabeth mit Rosen und Brot im Schurz  (19.Jh)
- St.Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand (19.Jh)
- St.Rochus
mit einem Pilgerstab. Er weist auf die Pestbeule an seinem Bein (18.Jh).

Ölgemälde
- die Mystiker des Hochmittelalters (St.Theresia, St.Franziskus, St.Klara, St.Ottilia, St.Gertrudis, St.Katharina v.Siena)
  an den Brüstungen der Doppelempore (18.Jh)
- große Bilder von St. Franziskus und St.Antonius (1696)
- ein Bild des heilig gesprochenen Papstes Pius X.
- St.Johannes Nepomuk, von fünf Sternen umgeben, kniet am Altar und breitet betend seine Hände aus (18.Jh)

Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...

Ausführliche Beschreibung
mit ikonograp
hischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte: Erste Kirche Matrikel 1315 Matrikel 1524 Visitation 1560 Gotischer Bau
Neubau 1689 Matrikel 1738 Beschreibung 1874 Beschreibung 1893
Ausstattung: Altarraum Baubeschreibung Choraltar Chorgestühl Deckenbilder-Chor
Deckenbilder-Langh. Empore Epitaphe außen Epitaphe innen Ewig-Licht-Ampel
Figuren-Chor Figuren-Langhaus Fenstergemälde   Kanzel
Kanzelkreuz Kirchenbänke Kirchenschiff
Opferstock Pfarrhaus
Seitenaltäre Taufstein Vortragekreuz Weihwasserbecken Zelebrationsaltar
        Gottesdienstzeiten  


Geschichte der Kirche

Ort und Kirche in Pellheim werden in einer Urkunde des Jahres 807 erstmals schriftlich erwähnt. Am 13.Juni dieses Jahres schenkte der Priester Egilricus, der vermutlich aus Pellheim stammte, seinen Besitz nebst Basiliken zu Pipurc (Biburg) und Pelheim dem Bischof von Freising. Die Schenkung wird von der Urkunde Nr. 255 aus der Sammlung Freisinger Traditionen bestätigt. In der Urkunde des Jahres 807 wird auch der Priester Oadalker erwähnt; er könnte nach Auffassung des früheren Kreisheimatpflegers Angerpointner der erste Pfarrer von Pellheim gewesen sein, ohne dass dies aus dem Schriftstück bewiesen werden könnte. Dieser Priester Oadalkar war um 770 zum Diakon geweiht worden und und hatte seinen Besitz zu Leonhardsbuch und an der Glonn der Domkirche zu Freising gestiftet.

  Übrigens gab es in dieser Zeit auch eine Kirchlein im Nachbarort Pullhausen. Nach der in Freising am 3.Aug. 830 ausgestellten Urkunde erneuerte an diesem Tag der Priester Tiso die Schenkung seines Besitzes nebst Kirche zu Pullhausen an das Bistum. Das Gotteshaus in Pullhausen hat sich nicht erhalten.



Konradinische Matrikel 1315

Ab 1315 (in der Konradinischen Matrikel) ist in Pellheim eine Pfarrei nachweisbar. Sie hatte damals 2 Filialkirchen, nämlich Nidernpachorn (Unterbachern) und Ertzpach (Arzbach), jeweils mit Friedhöfen.

Die Reihe der Pfarrherren leitete 1430 ein "Her Perchtold" ein; sie lässt sich bis heute fast lückenlos zurückverfolgen.


Sunderndorfersche Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wurde die Ortschaft Belhaim genannt. Die Zahl der Communicantes, der erwachsenen Gläubigen, betrug damals 210. Die Pfarrei war dem Leonhardus Engelhartzhouer verliehen, die Seelsorge versah aber der Vikar Johannes Hörl.
Zu den beiden Filialen Artzbach und Bachern war inzwischen die neue Capella Joannis Baptistae in Oberweilbach (ohne Friedhof) dazugekommen. Der Pfarrer hatte keinen Cooperator, doch bekam er an manchen Tagen Aushilfe vom Schlosskaplan. Das Pfarrhaus und die Ökonomie-gebäude bedürften einer Renovierung, heißt es abschließend.
Das Besetzungsrecht stand 1524 dem Domkapitel von Freising zu ("de collatione opisconi Frisingensis"). Im 17. Jahrhundert änderte es sich zu einer "parochui alternativa", d. h. das Besetzungsrecht wechselte dann zwischen dem Landesherren und dem Bischof.

Auszug aus der Karte
von Apian 1568
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Visitationsbericht von 1560

Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse
Im Bericht über St.Ursula in Pelhaim heißt es, Pfarrer und Dekan sei Andreas Peuschel, aus Inchenhofen gebürtig. Er habe in Ingolstadt studiert ["zu Inglstat studiert"] und sei 1549 in Augsburg ordiniert worden. Peuschel war der katholischen Lehre treu geblieben. Er praktizierte die katholischen Zeremonien und wusste auf alle Fragen der Visitatoren über die katholische Theologie und Praxis gut zu antworten. Peuschel war kein Wirtshausgänger oder Spieler ["geb kainen spiler oder rumorer"]. Er hatte eine Köchin und ein Kind. Dennoch wurde er wegen seines vorbildlichen Lebenswandels vom Kirchenpfleger gelobt ["Pfarrer helt sich seines wandels priesterlich"]. Das Einkommen lag bei beachtlichen 180 Gulden. In der Pfarrei lebten 150 erwachsene Gläubige ("communicantes"), erheblich weniger als 35 Jahre zuvor. Sie alle waren katholisch geblieben ["allerlai frembder religion unverdacht"]. Die Gläubigen zahlten den Kirchenzehent zuverlässig und ließen es an Opferbereitschaft nicht fehlen ["Pfarrleuth geben ire oblationes und zehent guetwillig"]. Der Bauzustand der Kirche war gut ["das gotshauß ist bei guetem paw"], allein die Ausmalung ließ zu wünschen übrig ["allein wenig gmäl in der kirchen"]. Der Visitationsbericht endet mit dem Satz "Sonst bei der kirchen und pfarrhof nit mangel". Wenn Sie den ganzen Text des Visitationsberichts lesen möchten, klicken sie hier...


Auszug aus einer
Landkarte vom Jahr 1663

Gotischer Bau
In der gotischen Zeit wurde eine neue Kirche gebaut. Näheres darüber ist mir nicht bekannt. Diese Kirche dürfte den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zum Opfer gefallen sein. Jedenfalls war sie Ende des 17.Jh so heruntergekommen, dass man sich zu einem Neubau entschlossen hat.
Im 16.Jh hatte der Pfarrer keinen Cooperator, aber einen "Sacellanum, ad certos dies sibi assistentem", womit wohl ein Schlosskaplan gemeint war.
Den Dreißigjährigen Krieg hat die Pfarrei Pellheim relativ gut überstanden. Von 72 Anwesen im Pfarrgebiet wurden 1632 beim ersten Einfall der Schweden zwar 18, also ein Viertel, eingeäschert; die letzten Kriegsereignisse 1647/48, die vor allem den Süden des Landkreises Dachau schwer trafen, haben keine nachweisbaren Schäden hinterlassen.


Neue Glocken wurden in den Jahren 1599 (von Martin Frey aus München) und 1629 (von
Bernhard Ernst , München) angeschafft. Möglicherweise hat man damals eine größere Renovierung vorgenommen.


30jähriger Krieg
Im 30jährigen Krieg erlitt auch Pellheim und seine Filialorte schwere Schäden. 1631, vor dem ersten Schwedeneinfall, zählte die Pfarrei 72 Wohngebäude. In den ersten zwei Kriegsjahren wurden nachweislich im Ort Pellheim sechs, in den übrigen Orten der Pfarrei 12 Anwesen eingeäschert. Von einer Beschädigung der Kirche ist mir nichts bekannt.


Barocker Neubau 1689
Die jetzige Pfarrkirche St. Ursula wurde 1689 unter Einbeziehung mittelalterlicher Mauern von dem damaligen Hofmarksherrn Johann Paul von Millau und seiner Ehefrau, einer geborenen Ligsalz, gebaut und wohl als Hofmarkskirche deklariert. Der gotische Turm wurde beibehalten. Zum Bau erhielt Pellheim von den Gotteshäusern des Landgerichts Wolfratshausen (?) ein Darlehen in Höhe von 1400 Gulden.

21 Jahre später, im Jahr 1710, weihte der Fürstbischof von Freising, Franz Ecker von Kapfing die Kirche ein. Das muss nicht bedeuten, dass der Neubau 21 Jahre gedauert hat. Dieser Fürstbischof, der seine Kindheit und Jugendzeit auf dem elterlichen Schloss Arnbach verbracht hatte, besaß ein Urlaubsdomizil im Schloss Hof bei Hirtlbach. Von hier aus weihte er mehrere Kirchen in der Umgebung (z.B. Ebertshausen), wenn es sein Zeitplan erlaubte. Die Weihe der Altäre durch einen Priester reichte aus, um in der neuen Kirche Messen lesen zu können. Die Bischofsweihe hatte repräsentativen Charakter. Franz Eckher hat in seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 insg. 174 Kirchen (darunter Jarzt, Palsweis, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen und Kollbach) und ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (23 pro Jahr) geweiht.
Die Urkunde über die Konsekrierung dieser Kirche ist nicht mehr vorhanden; Pfarrers Joß hat aber die Konsekrationsfeierlichkeit genau aufgezeichnet und dabei vermerkt, dass Bischof Eckher zugleich die Schlosskapelle konsekriert und in der neugeweihten Pfarrkirche die Firmung gespendet hat.

Schlosskapelle
Der kurfürstl. Kammerdirektor und Hofkammerrat Johann Paul von Millau auf Pörring, dem ein Jahr später, am 16.6.1690, die "illimitate Edelmannsfreiheit" und damit die niedere Gerichtsbarkeit zuerkannt wurde, wohnte im Schloss, das sich an der Stelle des heutigen Gastwirtschaft Liegsalz befand. Dieses Schloss besaß eine Kapelle, wie u.a. dem Topo-geographisch-statistischen Lexicon vom Königreiche Bayern von 1832 zu entnehmen ist. Zuvor schon (1825) hatte auch Pfarrer Joß geschrieben, im Schloss Pellheim sei eine schöne geweihte Kapelle mit dem Altarbild "Mariä Geburt".

Millau muss wirtschaftlich gut durch den 30jährigen Krieg gekommen sein, weil er 1689 nicht nur die Kirche, sondern auch sein Schloss umbauen ließ ("welcher das neue Schloß im J.1689 beträchtlich verbessert hat").

Pfarrhofbau 1719
Nach der Pfarrkirche wurden in den Jahren 1716-1719 auch ein neuer Pfarrhof und ein neuer Pfarrstadel erbaut. Die Kosten dafür beliefen sich auf 2480 Gulden. Diesen außergewöhnlich hohen Betrag erfahren wir aus den Kirchenrechnungen der Pfarrei Bergkirchen. Denn Pellheim erhielt zu den Baukosten ein zinsloses Darlehen des Landgerichts Dachau. Dazu mussten alle übrigen Pfarreien beitragen; Bergkirchen zahlte übrigens 220 Gulden. Mehr zum Pfarrhof ...

Schmidt'sche Matrikel 1738
In der Zeit von 1738/1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'sche Matrikel. Über die Pfarrei "s.Ursulae in Pellhaim" berichtete er, sie habe drei Filialen, Oberweilbach, Unterpachern und Arzbach. Oberweilbach war also von der Capella zur Filialkirche aufgerückt. Zudem gebe es noch eine Kapelle im Schloss Pellheim. Das Präsentationsrecht, das Vorschlagsrecht für einen neuen Pfarrherrn liege im monatlichen Wechsel beim Bistum Freising und dem bayerischen Kurfürsten. Das heißt, wenn die Neubesetzung der Pfarrei in den 1./3./5. usw. Monat des Jahres fiel, war der Bischof zuständig (sog. päpstliche Monate), andernfalls der Kurfürst.
Die Pfarrei war damals dem Pfarrer Maximilian Rudolphus de Maphaeis übertrgen (seit 1732). Das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude befanden sich in gutem baulichen Zustand. Die Zahl der Gläubigen hatte sich trotz der Gräuel des Dreißigjährigen Krieges mit 402 Communicantes seit 1560 mehr als verdoppelt.

Stich von Michael Wening 1696

Das Kirchengebäude sei schöner als die meisten anderen Dorfkirchen, schreibt Schmidt (er kam wohl nach dem Altarbau von 1740). In der Kirche standen -wie heute- drei Altäre. Der Hochaltar war der Kirchenpatronin, der Jungfrau und Martyrin Ursula geweiht. Im Tabernakel auf diesem Altar befand sich auch das Allerheiligste. Im Altartisch waren mehrere Reliquien aufbewahrt, die nach einem Bericht von Pater Jeremias Drexel S.J, von den Begleiterinnen der hl.Ursula stammten. Die Seitenaltäre waren der Muttergottes und dem hl.Leonhard geweiht. Gottesdienste fanden an den Sonntagen zweimal in Pellheim und einmal in Unter-bachern statt. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag vor dem Fest Mariä Geburt (8.9.), das Patrozinium auf das Ursulafest (21.Oktober). 1738 bestand auch eine Fronleichnams-Bruderschaft, die vom ehem. Pfarrer Martin Sännftl und dessen Bruder Johann, Pfarrvikar in Hebertshausen, gegründet worden war. Es gab einen Taufstein mit den heiligen Ölen. In der Sakristei befanden sich die erforder-lichen Messgewänder. Im Turm hingen drei geweihte Glocken. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Die Einnahmen wurden vom Vikar und vom Hofmarksherrn (damals Christophorus Franciscus de Clingenspert) verwaltet. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen dises Pfarr-Gottshauses mechte sich diser Zeit gegen 500 fl.(=Gulden) belauffen".

Pfarrbeschreibung 1825
Die von Pfarrer Josef Joß erstellte Pfarrbeschreibung von 1825 enthält eine Bewertung der Altargemälde: Das Altarblatt am Hochaltar sei ebenso wie das des rechten Seitenaltars ein mittelmäßiges Gemälde, dagegen sei das Altarblatt am Marienaltar auf der linken Seite "sehr schön".



Beschreibung 1874

Um das Jahr 1870 erstellte der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising und veröffentlichte sie 1874 als Buch. Über die Pfarrei Pellheim bemerkt er:
Geographie: "Die Pfarrei hat 548 Seelen in 81 Häusern. Davon wohnen weniger als die Hälfte, nämlich 208 Gläubige (in 32 Häusern) in Pellheim selbst; die übrigen Pfarrmitglieder in Assenhausen 53 (7), Oberweilbach 35(5), Pullhausen 31 (3), Viehhausen 13 (1), Arzbach 69 (10), Unterbachern 111 (20) und in Ried 28 (3). In Pullhausen gehörte früher ein 1 Haus zur Pfarrei Dachau. 1867 war die Einöde Kienoden von Pellheim nach Bergkirchen umgepfarrt worden. Die Pfarrei hat einen Umfang von ca. 1 1/2 Stunden. Pellheim, früher Hofmark, eine Stunde nördlich von Dachau, von wo eine Vicinalstraße her durchführt, hatte sonst ein stattliches Schloß, welches mit seinen 3 Thürmen das ganze Dorf überragte. Jetzt ist dasselbe unansehnlich geworden, seit zwei Stockwerke abgetragen wurden und nur das Erdgeschoß noch stehen blieb. In diesem befand sich die (Schloss)Capelle (zu Ehren des Festes Mariä Geburt, Kircheweihfest am Sonntag nach Michaelis), welche durch einen Brand am 17.12.1853 zerstört und nicht mehr hergestellt wurde. Im Saalbuche des Pfarrers Joß findet sich die Bemerkung, daß 1710 mit der Pfarrkirche auch die Schloß-Capelle consecrirt worden sei".
Pfarrverhältnisse: "Pellheim ist eine Wechselpfarrei. Jährliche Einnahmen in Höhe von 2245 und Ausgaben von 127 ergeben einen Reinertrag von 2118 Gulden (Stand 1870). Das Pfarrhaus erbaut 1717 ist massiv und geräumig. Die Ökonomiegebäude wurden 1797 erbaut; sie sind nicht geräumig genug. Das Widdum, der Pfarrbauernhof, hatte eine Grundstücksfläche von 110 Tagwerk (37 ha) der Bonität 10. In Pellheim gab es 1870 eine Schule, in der ein Lehrer 80 Werktagsschüler und 46 Feiertagsschüler unterrichtete".
Pfarrkirche: "Erbaut im Jahr 1688, wo man die jetzige Kirche wahrscheinlich mit theilweiser Benützung der alten errichtete. Im Jahr 1850 wurde sie restaurirt. Im Presbyterium Ueberreste byzanthinischen Stiles (=wohl romanisch), die übrige Kirche im Geschmacke der späteren Jahre des 17.Jh. Einschiffig. Geräumigkeit hinreichend. Schöner Spitz-Thurm mit 3 Glocken. Consecrirt durch den Fürstbischof Franz von Egger (=im Jahr 1710). Der damalige Pfarrer Joß berichtet, daß (nach vielen Jahren wieder einmal) die hl.Firmung gespendet wurde und erwähnt die wunderbare Heilung einer krüppelhaften Person.
3 Altäre. Orgel mit 6 Registern. Unter dem Presbyterium befindet sich eine Gruft mit backofenförmigen Grabstätten, in welchen, laut der Denksteine, Glieder der Familien Ligsalz, Klingensperg, Imhof, Asch und Milau ruhen. Gottesdienste: je zwei Sonntage nach-einander und an Festtagen. Bittgang: am Freitag nach Christi Himmelfahrt nach Maria Brunn um Abwendung von Schauerschlag. Wening bemerkte um 1700, 'der Ort sei so glücklich gelegen, daß seit Manns-Gedenken ein Schauerschlag niemahlen daselbst geschehen'. Stiftungen: 31 Jahrtage und 10 Jahrmessen. Meßner ist der Lehrer. Kirchenvermögen: 7400 Gulden".


Beschreibung 1893
Die Pellheimer Kirche ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Im Bericht heißt es:

  "In einem Fenster der Sakristei das auf Glas gemalte Wappen der Barth mit der Jahreszahl 1618, Durchmesser 14,3 cm. Innen an der südlichen Chorwand der einfache Grabstein der Barbara Ligsalz + 1672. Außen an der Südwand der Sakristei zwei Medaillons aus Sandstein, mit den Halbfiguren des hl.Sebastian (einen Pfeil haltend) und des hl.Wolfgang mit Kirchenmodell. 15.Jh Durchmesser 25 cm."

 

Renovierungen
Eine Renovierung ist aus dem Jahr 1818 bekannt.
Die letzte Innenrestaurierung fand 1965 statt.


Statistik

In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei.
1524: Pfarrei mit 210 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
1560: Pfarrei mit 150 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
1738: Pfarrei mit 402 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
1852: Gemeinde mit 60 Familien und 320 Einwohnern
1867: Gemeinde mit 295 Einwohnern, 78 Gebäuden
         Ortschaft mit 207 Einwohnern in 52 Geb. (dazu Assenhausen 38/14, Pullhausen 37/9,
         Viehhausen 13/3)
1874: Pfarrei mit 548 Gläubigen in 81 Häusern.
         Ort Pellheim mit 208 Gläubigen in 32 Häusern.
1933: Gemeinde mit  324 Einwohnern
1939: Gemeinde mit  296 Einwohnern


vom Ziehmoosfeld b.Assenhausen aus gesehen



Pfarrer-Verzeichnis

Die Reihe der Pfarrer von Pellheim kann, so Anton Mayer im Jahr 1874, "bis zum Jahr 1430 hinaufgeführt werden, wo Her Perchtold als Pfarrer genannt wird. Im Jahr 1463 war Hanns Fabri dort Seelsorger. Vom Jahre 1522 an ist die Reihenfolge befriedigend hergestellt und findet sich im Pfarrarchive". Mehr darüber schrieb Alois Angerpointner; lesen Sie hier...



Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese oftmals in blumiger Sprache verfassten Berichte beschäftigen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Primizen, Jubiläen oder Abschiedsfeiern von Pfarrern oder Fahnenweihen beschrieben. Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken Sie hier...

 

Baubeschreibung

Die Kirche steht im Dorf inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der 8,40 Meter lange und 6,60 Meter breite Chor ist nur wenig eingezogen und schließt mit drei Seiten eines Achtecks. An der Ostseite des Chores befand sich früher ein Portal. Es ist nun zugemauert.
Das 13,8 Meter lange und 9,23 Meter breite und 9 m hohe Kirchenschiff, erstreckt sich über vier Achsen und ist mit einem Tonnengewölbe überdeckt. Es wird außen durch sechs Stützpfeiler gestützt. Der Bau ist hellgrau verputzt, die Sockelmauer mit Entlüftungskanälen durchsetzt. Das Langhaus ist von drei Schlaudern (= eiserne Verbindung zwischen Wänden) durchzogen.

An der Südseite des Altarraums ist die Sakristei (mit Schleppdach) angebaut. Sie wurde 1888 von Maurermeister Josef Reischl aus Dachau erbaut. An deren Außenmauer hängt ein großes Kruzifix mit einem Korpus aus dem 19.Jh., das an die Volksmission von 1966 erinnert.
  Hinweis: Die Volksmission geht auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück und war Teil der kath. Gegenreformation. Sie wurde in regelmäßigem zeitlichen Abstand in allen Pfarreien abgehalten. Das kirchliche Gesetzbuch von 1917 schrieb z.B. vor, dass wenigstens alle zehn Jahre eine Volksmission durchgeführt werden solle. Heutzutage wird die Volksmission durch neuen Formen der Schulungs- und Missions- bzw. Evangelisationsarbeit ersetzt.

Missionskreuz

Über der Sakristeitüre befindet sich eine Sonnenuhr. Nach der Signatur (1967 I.E.) wurde sie wohl vor 45 Jahren von Josef Eder aus Vaterstetten gemalt. Der sechsstöckige, 48 m hohe Kirchturm an der Nordseite des Chores ist mit einem schlanken Spitzhelm über vier Giebeln bedeckt. Er ist schon auf dem Wenigstich von 1697 als Spitzturm zu sehen. Die Schindeldeckung wurden 1967 aufgebracht. Verziert wird er durch goldene Knöpfe auf den Giebeln und an der Spitze. In seinen Mauern sind noch alte romanische und gotische Elemente enthalten. Die Decke im Erdgeschossraum ist mit einem Kreuzgratgewölbe überzogen.

Glocken
In der Glockenstube hinter den doppelten Blendarkaden (westlich nur ein Bogen), hängen 4 Glocken;
— die jüngste Glocke (gegossen von Karl Czudnochowsky in Erding) kam 1950 hinzu, die von Prälat Pfanzelt feierlich geweiht
  
 wurde. Sie ist dem Gedenken an Christkönig gewidmet und besitzt ein Gewicht von 600 kg (einen Bericht von der Weihe<
  
 können Sie hier.. lesen).
Die drei anderen Glocken sind historische Raritäten:
— Eine wurde im Jahr 1599 von Martin Frey aus München gegossen,
— die andere 1629 von Bernhard Ernst , ebenfalls aus München .
— Die dritte dürfte die älteste sein, denn sie soll -so der Glockenexperte Matthias Seeanner- von
Ulrich von Rosen aus
    München' stammen. Dieser Glockengießer wirkte von 1454 bis 1492. Von ihm stammen auch Glocken in Webling und in
    Mühldorf bei Petershausen.

Mehr über die ältesten Glocken in den Kirchen des Landkreises erfahren Sie hier...

Epitaphe

In die Außenmauer der Kirche sind mehrere Epitaphe (Erinnerungstafeln) eingelassen. Sie sind meist früheren Pfarrherrn von Pellheim gewidmet. Epitaphe für Priester sind meist mit einem eingravierten Kelch geschmückt.
  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
 
1600
1678
1704
1780
1795
1600
Für Pfarrer Andreas Peischl.
Im unteren Teil des Epitaphs ist ein Kelch mit daraufsitzender Taube in einem Wappen als Relief abgebildet. Der (inzwischen sicher nachgezogene) eingravierte Text lautet:
"Anno Domini 1600 den 13.Octobris Starb der Erwirdig Herr Andreas Peischl So allhie 45 Jar Pfarrer daründter 15 Jar dechant gewesen dem Gott genad."
(Rotmarmor, Maße: 111 x 63 cm; südliche Langhauswand außen)
1678
Für Johann Heinrich Senftl, kaiserlicher Post- und Bürgermeister zu Aicha - mit Wappen des Verstorbenen
Text: "Hie ligt begraben der ehrn vest und wohl firneme (=vornehme) Herr Iohnann Heinrich Senftl, Kayserlicher Post und Burgermaister zu Aicha seines Alters LXXVIIII (=79) Jahr sambt seiner Hausfrauen Barbara so gestorben den XIX. Martii Ao MDCLXXVIII denen Gott gnade." Seit 1647 war J.Heinrich Senftl als Posthalter in Erding kaiserlicher und kurfürstlicher Beamter. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Pfarrhof von Pellheim bei seinem Sohn J.Martinn Senftl.
(Graumarmor, Maße: 51 x 54 cm; nördliche Langhauswand außen).
1704
Für Pfarrer Johann Martin Senftl
Im oberen Teil des Epitaphs sind ein Kelch und ein Wappen eingraviert.
Der Text darunter lautet: "Anno 1704, den 5.July Starb ich Johann Martin Senftl, Pfarrer allhie. Bettet vor alle agbestorbene wie auch vor mir hie liget(?) Vatter, Muetter, Tochter und Sohn ..... von Aichach in Geistlicher Frucht bey seinen Stam. "
(Rotmarmor, Maße: 86 x 54 cm; nördliche Langhauswand außen)
1780
Für Pfarrer Josef Anton Kuefer
"Hier ruhet Der Hochwürdige in Gott geistliche und Hochgelehrte Herr Jos. Ant.Kuefer SS. Theolog.Doct. Not. Proton. Apo und 34 Jahre eifriger Pfarrer in Pellham. Gestorben den 17. July 1780. Gott sey ihme gnaedig, Amen."
1795
Für Pfarrer Franz de Paula Grienwalder
Text: "Der hochwürdige Hochgelehrte Herr Franz de Paula Grienwalder Pfarrer zu Pelham gestorben den 1en August 1795. R.I.P."
(Kalksandstein, Maße: 40 x 40 cm; südliche Choraußenseite)

An der südwestlichen Seite des Langhauses schützt eine Vorhalle den Eingang vor Witterungseinflüssen. Sie ist nach Süden und Osten offen. Im westlichen Teil ist in einer vergitterten Nische seit 1885 eine Lourdesgrotte aus Tuffstein eingebaut mit einer Lourdesmadonna aus Gips.

 

Innenausstattung


A
ltarraum-Decke

Der tiefe, 8,40 m lange Chor (= Altarraum) und das 13 m lange Kirchenschiff sind durch ein umlaufendes Gesims oberhalb der Rundbogenfenster gegliedert.
Die Decke des Altarraums besteht aus einem Tonnengewölbe, das mit farbigem Stuck (aus Eierstäben, Rosetten, Girlanden) verziert ist. Er teilt die Decke in geometrische Felder (Kassetten). Die Stuckierung des Chores stammt noch aus der Zeit vor dem Bau des Kirchenschiffs (1690).

Deckenverzierung 1690

Über dem Hochaltar ist eine große, violette Stuckmuschel zu sehen. In den mittleren Feldern wird durch vergoldete Monogramme die hl.Familie (Jesus-IHS, Maria-MARA und Josef-JOSE) verehrt. Stuckblumen umgeben diese Felder.

Matthäus

Lukas
An den Außenseiten sind Wappen der früheren Hofmarksherren zu sehen, umgeben von Fresken der vier Evangelisten in Medaillons. Die Evangelisten sind mit ihren Attributen (Matthäus mit Mensch, Lukas mit Stier, Markus mit Löwen und Johannes mit Adler) abgebildet.
Die Wappen wurden erst 1912 nach dem Muster auf der Empore gemalt

Markus

Johannes
 


Hinweis: Die vier Symbole geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200).
Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: 
- Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt
  (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. 
- Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in
  der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und
  Todesüberwindung betont.
- Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das
  mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet.
- Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums,
  das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort".




H
ochaltar / Choraltar

Der barocke Hochaltar aus der Zeit um 1740 besitzt ein hohes Retabel. Vier rot-weiß marmorierte Säulen mit korinthischen Kapitellen stützen ein vorkragendes Gesims. Darauf ist zwischen jonischen Kapitellen ein breiter Aufsatz angebracht.

Choraltar 1740

Zu beiden Seiten des Aufsatzes stehen Figuren der Heiligen Barbara und Katharina.
Die Stipes, der Altarblock ist gemauert und hat östlich einen Öffnungsschacht zur Gruft. Die Mensa, die Altarplatte, besteht aus Rotmarmor. Das Antependium ist mit rot marmoriertem Holz verkleidet.


Im Altaraufsatz sind unter einem Baldachin mit Quasten die Heilige Familie (waagrecht) und die Heilige Dreifaltigkeit (senkrecht) dargestellt. Ganz oben ist Gottvater, darunter der Hl.Geist in Gestalt einer Taube zu sehen. Die untere Reihe bilden Maria, Jesus und Josef.

Heilige Familie
Die Figuren von Josef und Maria im Altaraufsatz ähneln sehr stark der Darstellung von Anna und Joachim, den Eltern Marias. Das Kind zwischen diesen Figuren ist aber nicht Maria, sondern Jesus, weil der Heiligenschein dreistrahlig ist. Diese Form des Heiligenscheins war den göttlichen Personen vorbehalten.

St.Barbara
Flankiert wird der Aufsatz von kleineren Figuren der beiden Heiligen Barbara (mit Märtyrerpalmzweig und Kelch) und Katharina (mit Schwert, Märtyrerpalmzweig und zerbrochenem Marterrad). Auf ihren Häuptern tragen sie Kronen, weil sie aus hochgestellten Familien gestammt haben sollen. Diese beiden Heiligen gehören zu den 14 Nothelfern und wurden in Bayern sehr stark verehrt.

St.Katharina
  Hinweise: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm).
Der Palmzweig stellt den Sieg des Märtyrer über Welt und Fleisch dar. Er nimmt Bezug auf die Offenbarung des Johannes (Apo 7,9), in der es heißt: "Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen ... Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen".

Katharina, die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht, gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer zugerechnet.

Hochaltarblatt

Das von Franz Mayr (1707-1752) aus Lauterbach im Jahr 1746 (sign.) mit Ölfarben auf Leinwand gemalte Hochaltarblatt zeigt die hl. Ursula in blaurotem (= kostbarem) Gewand, einer Krone auf dem Haupt, mit Pfeilen und einem Märtyrerpalmzweig in den Händen.

Hinter St.Ursula gruppieren sich die 11.000 Jungfrauen, die sie nach Köln (Stadt im Hintergrund) begleitet hatten. Darüber halten Engel die Lorbeerkrone für Märtyrer bereit. Auf Wolken sitzt ein weiterer Engel mit einem Schriftband ["Veni Sponsa Christi accipe coronam quam tibi Dominus praeparavit in aeternam" = "Komm Braut Christi und empfange die Krone, die dir der Herr für die Ewigkeit bereitet hat"] in der Hand.

Martyrium von
St.Ursula in Köln
Das Altarbild ist herausnehmbar. Dann erscheint dahinter die Bühne für ein Heiliges Grab mit Montagemöglichkeit für Tafelgemälde mit der Darstellung der Wächter. Diese 206 x 140 cm großen Tafelgemälde wurden wohl von Anton Huber (1799 -1868) aus Dachau gemalt. Sie sind -wie auch weitere Teile des Heiligen Grabes- noch vorhanden.
 
Hinweis: Über das Martyrium von St.Ursula gibt es mehrere Legenden. Nach der am meisten verbreiteten soll die Königstochter im Jahr 451 zusammen mit 11.000 Jungfrauen nach der Rückkehr von einer Romreise in Köln von den Hunnen mit Pfeilen ermordet worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, die Geliebte des Hunnenkönigs zu werden. Die Zahl 11.000 ist auf einen mittelalterlichen Lesefehler zurückzuführen: Man las das "M." als römische Zahl 1000 anstatt als Abkürzung des Wortes Märtyrerinnen. Selbst der Name Ursula beruht auf einer missverstandenen Inschrift.
Einen Höhepunkt erlebte der Ursula-Kult im 15. Jahrhundert, gefördert besonders durch den Orden der Zisterzien-ser. Christoph Kolumbus hat 1493 bei der Entdeckung Amerika elf Inseln in der Karibik in Anlehnung an die Ursula-Legende "Jungfraueninseln", benannt. Auf den meisten Darstellungen ist die Heilige Ursula mit einem Pfeil zu sehen. Häufig ist im Hintergrund ein Schiff sowie die Silhouette der Stadt Köln (ohne die damals noch nicht erbauten Domtürme) dargestellt.
Wenn Sie mehr über den Maler Franz Mayr erfahren möchten, klicken Sie hier ....
Tabernakel

Tabernakel 1900
Der neubarocke Tabernakel (um 1900) mit vergoldeten Türen ist zweistöckig. Die obere Tabernakel-türe ist rundbogenförmig. An ihr ist ein Kruzifix befestigt. Die vier rot-weiß marmorierten Säulchen tragen ein Gesims, auf dem zwei nach vorne gerichtete Voluten hinaufreichen zur Abschlussfigur, dem Lamm Gottes. Das versilberte Lamm hält eine Fahne zwischen den Vorderfüßen. Es liegt auf einem vergoldeten Buch mit sieben Siegeln. Anbetungsengel zu beiden Seiten des Tabernakels (siehe rechts) haben ihre Hände gefaltet und weisen so auf den im Tabernakel aufbewahrten Leib des Herrn hin. Die Engelsfiguren stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bun-deslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9).


Anbetungs-engel

Schräg hinter dem Choraltar sind in die Wände rundbogige Nischen mit einer Weite von 55 x 46 cm eingelassen. Sie sind mit schmiedeeisernen Gittern ( mit Pflanzenornamenten) abgeschlossen.

 


A
postelzyklus am Chorgestühl

Auf dem Chorgestühl zu beiden Seiten des Altarraums stehen kleine Figuren der 12 Apostel mit ihren Attributen. Die barocken Figuren sind zwar künstlerisch nicht sehr bedeutend; sie heben aber das Chorgestühl in besonderer Weise heraus.
Hinweis: Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias wurde nach dem Tod von Judas ausgelost (Ap1,15). Dem Paulus wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die Apostelwürde verliehen. Es sind somit insgesamt 13 Apostel. In den meisten Kirchen, so auch in Pellheim, werden aber nur 12 Apostel dargestellt. Manchmal fehlt Paulus, manchmal auch Matthäus oder Matthias.
Welcher Apostel in Pellheim nicht dargestellt wird, ist nicht ganz eindeutig, weil bei zwei Figuren die Attribute nicht mehr vorhanden sind. Es könnten Thomas (mit einer Lanze), Philippus (Kreuzstab) oder (wahrscheinlich) Matthäus (Hellebarde) sein.
Matthias
Bartholom.
?
Jakobus J.
Paulus
Andreas
Petrus
Jakobus Ä.
Johannes
?
Thaddäus
Simon



C
horfenster

Die Chorfenster sind mit Glasgemälden im Stil der Neurenaissance geschmückt (um 1900).

Links ein Herz-Jesu-Bild, rechts eine Mariendar-stellung. Beide Figuren stehen vor einer prachtvollen Portalarchitektur.
  
Herz Jesu - Herz Mariens
Die Muttergottes weist mit der rechten Hand auf ihr Herz und hält in der Linken eine blühende Lilie.

Das Herz Mariens ist Zeichen für die mütterliche Liebe. Die Lilie ist seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit.
 
Über der Figur ist in einer Schriftkartusche das Jesusmonogramm IHS zu sehen. Man kann sie auf zwei Arten deuten:
- als die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu   (JHSOUS);
- als die Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" mit der Bedeutung: "Jesus, Erlöser der Menschen"

Über dem Marienbild ist das Marienmonogramm eingezeichnet. Das sind die Buchstaben M,R,I,A, die Buchstaben des Namens "Maria", die ineinander geschrieben sind. 
Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII. (1758-1769) im Jahr 1765.

 


Bilder und Fresken an den Wänden des Altarraums


Allianzwappen der Millau mit Jahreszahl 1696

An der nördlichen Wand des Altarraums hängen zwei große, schon sehr nachgedunkelte Heiligenbilder (Öl auf Leinwand-Untergrund). Sie zeigen die beiden höchsten Heiligen des Franziskanerordens Franziskus von Assisi und St.Antonius in ihren braunen Kutten. Die Farbe Braun steht traditionell für Demut und Bescheidenheit.

Zu Füßen der abgebildeten Heiligen ist jeweils das gleiche Allianzwappen mit der Jahreszahl 1696 zu sehen. Dies dürfte auf die Auftraggeber der Bilder hinweisen, deren Wappen hier abgebildet sind. Links das Wappen des Mannes (Paul v. Millau ?), rechts das der Frau. Beide Wappen sind auch an anderer Stelle in der Kirche zu entdecken.



Ein Bild zeigt den hl. Franz von Assisi mit den Wundmalen an den Händen und einem Kruzifix im Arm.
  Der Heilige entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege und der Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen.

St.Franziskus

Im anderen Bild ist St.Antonius von Padua zu sehen. Er hält in der rechten Hand eine Lilie (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit). Auf dem linken Arm liegt ein Buch, auf dem das Jesuskind sitzt. Es schmiegt sich zärtlich an den Hals von Antonius.
  St.Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrecht-mäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum.

St.Antonius
  Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als
"Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte.

Früher an der Außenseite der Sakristei, nunmehr an der Chorschlusswand des Altarraums, sind zwei kleinere Medaillons mit Halbreliefs zu sehen. Die beiden Medaillons mit einem Durchmesser von 25/30 cm könnten noch aus der Zeit der Gotik (15. Jh) stammen.


St.Ursula 15.Jh.

St.Wolfgang 15.Jh.

Eines stellt die hl. Ursula dar, in rotem Kleid mit grün-blauem Umhang, der von einer goldenen Spange gehalten wird. Auf dem Haupt trägt sie eine Krone und in der Hand hält sie ihr Attribut, den Pfeil. Ursula soll mit Pfeilen getötet worden sein (Legende siehe oben).

Das andere Relief zeigt den Bischof St.Wolfgang mit einem Kirchenmodell in der rechten Hand.

Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. Die Legende erzählt vom zeitweiligen Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. Er versuchte insbesondere, die Bildung und das geistliche Lebens des Klerus und der Orden zu fördern. Das Kirchenmodell erinnert an seinen Kampf mit dem Teufel beim Kapellenbau.


An der Südseite des Altarraums ist über der Sakristei ein Oratorium eingebaut. Darunter hängt/hing ein großes Ölgemälde (auf Leinwand). Auf ihm kniet ein Priester am Altar und breitet betend seine Hände aus. Putten raffen einen blauen Vorhang und geben den Blick über ein Gewölk in den Himmel frei. Um das Haupt des Priesters sind fünf Sterne gruppiert. Nach dem Habitus des Dargestellten und dem Attribut der fünf Sterne könnte es sich um den
hl. Johannes Nepomuk handeln. Das Bild wurde im 18.Jh gemalt.

Joh.Nepomuk 17.Jh.




V
ortragekreuz

An der linken Chorwand, neben dem Hochaltar, ist ein großes, barockes Vortragekreuz aus dem 18.Jh befestigt. Der Corpus Jesu blutet stark aus den Wunden. Die Proportionen zwischen Rumpf und Beinen scheinen nicht stimmig zu sein.
  Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg.

Vortragekreuz



E
pitaphe in der Kirche und Gruft

Neben dem Chorbogen ist an der Chornordwand ein Epitaph für Sidonia Ligsalz aus dem Jahr 1685
und an der Südseite eines für Barbara Ligsalz von 1672 eingelassen.

Barbara Ligsalz
Für Barbara Ligsalz von Ascholding zu Pelhaim, geborene Asch
gest.20.1.1672 (Stein aus Rotmarmor mit Allianzwappen; Maße: 71 x 52 cm)
Text: Den 20.Jener Anno 1672 starb Die wol Edlgeborne Frau Barbara Ligsalzin von Ascholding zu Pelheim, geborne ..... von Günzlkofen. Dero und anderen Christglaubigen Seelen Gott genedig sein wolle. Amen"
Die Verstorbene war vermutlich die Schwiegermutter von Johann Paul von Millau, der die Kirche erbauen ließ.

Maria S.Ligsalz
Für Maria Sidonia Ligsalz gest. 13.6.1685 (Stein aus Rotmarmor mit Allianzwappen; Maße: 72 x 61 cm)
Im unteren Teil des Epitaphs sind in einer querovalen Nische zwei Rüstungen mit Wappen auf dem Brustpanzer angebracht.
Der Text auf dem Grabstein lautet:
Anno 1685 den 13. Juny starb die Woll Edlgebornne Frau Maria Sidonia Ligsalzin Von Ascholding zu Pelhaimb Gebornne von Asch zu Asch dero Gott genedig sein Wolle. Amen.
Hinter dem Choraltar sind mehrere Epitaphe abgestellt

1650
für Pfarrer Georg Faber, gest. 15.9.1650, (Graumarmor angebrochen; Maße: 43 x 41 cm).
1742
für Pater Melchior A. S. (aus Kloster Taxa) 46 Jahre, gest. 3.4. 1742,
(Kalksandstein-zerbrochen; Maße: 34 x 33 cm).
1818
für Ferdinand Ruedorffer, Pfarrer, und Leonhard Lidermaier, Bauer, 1818 (Graumarmor; Maße: 31 x 37 cm).
1818
für Aloisia von Kappler / Freyfrau auf Pellheim, große Wohltäterin dieser Kirche, gest.1818 (Kalksandstein; Maße: 37 x 34 cm).
Unter dem Altarraum befindet sich eine Gruft mit Grabstätten, in denen die Gebeine der Adelsfamilien Ligsalz, Chlingensperg, Imhof, Asch und Millau ruhen.

Gruft

Einmal im Jahr - zu Allerseelen -ist die Gruft der Öffentlichkeit zugänglich.
Der Freisinger Benefiziat Anton Mayer schrieb 1874, dass die Grabstätten backofenförmig angelegt sind.

 


Z
elebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar wurde 1980 vom Künstler Gebauer aus Hechenberg gestaltet.
An der Vorderseite ist hinter einer Glasöffnung ein 38 cm hohes Reliquienbehältnis der Frührokokozeit um 1745 ausgestellt.

Zelebrationsaltar
Es ist eine Silberarbeit, die mit farbigen Steinen besetzt ist. Die obere Reliquiarbezeichnung ist unleserlich, das unteres Reliquiar ist mit "De sacro velo B. V. M. " (= ein Stück vom Schleier Mariens) bezeichnet.  
 
Reliquien-
behältnis
Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.
Der Zelebrationsaltar wird umgangssprachlich oft auch Volksaltar genannt. Das ist aber kein liturgierechtlicher Fachbegriff. Volksaltar war bis zur Reformation der Al-tar vor dem Lettner, der steinernen oder hölzernen Schranke zwischen Chorraum und Kirchenschiff. Da der Choraltar für die einfachen Gläubigen nicht zu sehen war, hatte man vor den Lettner einen Altar aufgebaut, auf dem die hl.Messe für die Gläubigen gelesen wurde. Da er häufig dem Kreuz Christi geweiht war, hat man ihn als Kreuz-altar bezeichnet, später auch als Laienaltar oder eben als Volksaltar.

Ambo
Passend zum neuen Altar ist auch der Ambo gestaltet, von dem aus die Lesungen vorgetragen und die Predigt gehalten wird.
  Hinweis: Der Ambo (griech.ambon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke (Lettner) in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist der Ambo wieder fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen.
"Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124). Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.


Ambo

 




Ewig-Licht-Ampel

Die spätklassizistische Ewig-Licht-Ampel hängt an einer Eisenstange an der nördlichen Chorwand. Sie besteht aus Messingblech und ist versilbert. Die Ornamente entsprechen denen der Kanontafeln an den Altären.


 
Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.



Figuren am Chorbogen

Am Chorbogen sind zwei Figuren angebracht:

Anna selbdritt
Rechts befindet sich eine spätgotische Statue der Kirchenpatronin St. Ursula aus dem 16.Jh mit dem Modell des Jungfrauen-Schiffs in der Hand. Die sitzende Heilige ist in einen kostbaren goldenen Mantel gehüllt; auf ihrem Haupt trägt sie eine Königskrone. Auf dem Schiffsmodell sind sechs Personen in Gebetshaltung zu sehen.
Links am Chorbogen ist eine St. Anna selbdritt-Darstellung angebracht (um 1700). Anna hält -fast schon jonglierend- in ihrer linken Hand das segnende Jesuskind;  unter ihrer ausgestreckten rechten Hand steht -in wesentlich kleinerer Gestalt- eine jugendliche Maria. 

St.Ursula
  Hinweis: Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias, wird meistens als reife Frau dargestellt; häufig mit grün-roter Kleidung (in Pellheim fehlt die grüne Farbe), um den Kopf ein Tuch als Zeichen der verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Hier ist er durch das um den Hals geschlungene Ende des Kopftuchs ersetzt. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen, so wie hier in Pellheim. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. Sie beinhalten das Gewesene, das Jetzige und das noch Kommende. In ihnen sind Wandel und Erneuerung angelegt.


Kirchenschiff / Langhaus

Auch das Langhaus ist -wie der Altarraum- mit einem Tonnengewölbe ohne Stichkappen überdeckt. Der Stuck wurde 1912 durch Josef Elsner (1845-1933) aus München aufgebracht (Elsner war auch in Indersdorf tätig).
Leider mussten wegen statischer Probleme im Kirchenschiff Stahlverstrebungen (Schlaudern) angebracht werden, die insbesondere die Sicht auf die Deckengemälde etwas beeinträchtigen.



D
eckenfresken im Langhaus

Die Deckenfresken in aufgemaltem Rahmen stammen aus der Zeit um 1912/14 und sind von einem gemalten Rahmenwerk umgeben. Maler war Albrechtskirchinger Josef (*1869) aus München, der auch das große Kriegergedächtnisbild in der Kollbacher Wallfahrtskirche geschaffen hat.
Im Mittelteil sind drei große Gemälde zu sehen, die einen Bezug zu den Filialkirchen von Pellheim haben:

Das vordere Bild um das Hl.Geistloch zeigt die Heiligen Johannes den Täufer auf Wolken in himmlischer Glorie. Ein Putto hält dessen Attribut, den Kreuzstab; weiter unten liegt auf einer Wolke ein Lamm. Johannes, der Vorläufer von Christus, weist mit der rechten Hand auf ein Kreuz im Hintergrund.

Johannes d.Täufer
Am unteren Bildrand ist Oberweilbach mit seiner Filialkirche St. Johannes zu sehen.
Das mittlere Bild um das Hl.Geistloch zeigt die Heiligen Johannes und Paulus in himmlischer Glorie. Putten halten Lorbeerkranz und Märtyrerpalme über sie. Die Heiligen, in phantasievoller römischer Soldatenkleidung, sind die Patrone von Arzbach.

Johannes u. Paulus
Das Dorf am unteren Bildrand dürfte Arzbach sein. Rechts daneben ist -geographisch nicht ganz richtig- Pellheim zu sehen.
Im hintere Bild an der Empore ist der hl.Martin in Bischofsornat auf Wolken zu sehen. Putten halten auch seine Attribute, den Bischofsstab ein Buch und die Gans. Martin wurde durch Gänsegeschnatter verraten, als er sich aus Angst vor seiner Berufung zum Bischof in einer Höhle versteckte.

St.Martin
Das Dorf im Hintergrund des Bildes ist Unterbachern.


Am Rand der Langhausdecke befinden sich im hinteren Bereich 6 Medaillons. Darin sind Szenen aus dem Alten Testament gemalt.


Zug durch
die Wüste
Die beiden mittleren dieser monochromen Bilder haben eine rechteckige Form und sind in Grautönen gehalten (Grisailletechnik). Sie zeigen Szenen aus dem Zug Israels durch die Wüste (z.B. das Schlangenwunder des Moses). Vom Kopf Mose gehen zwei helle Streifen nach oben. Sie symbolisieren den Glanz seines Gesichts als er nach der Begegnung mit Gott auf dem Berg Sinai zurückkam. In der Bibel steht dazu: Als Mose vom Sinai herunterstieg, hatte er die beiden Tafeln der Bundesurkunde in der Hand. Er wusste nicht, dass die Haut seines Gesichts Licht ausstrahlte, weil er mit dem Herrn geredet hatte (Ex 34,29).

Schlangenwunder
des Moses

 

Die äußeren vier Bilder in Brauntönen sind oval. Sie zeigen:

a) Abraham und Isaak; der Engel hindert Abraham, seinen Sohn zu töten (hinten links).
  Abraham wurde von Gott auf die Probe gestellt und sollte seinen einzigen (legitimen) Sohn Isaak opfern. Als Abraham tatsächlich den Isaak als Opfer darbringen wollte, griff Gott ein und wies Abraham an, anstelle des Knaben einen Widder zu opfern, der sich im Gestrüpp verfangen hatte. Neben der Aussage, dass Gott keine (damals übliche ?) Menschenopfer wünscht, wird die Begebenheit als Vorbild für den Opfertod Christi (Gott opfert seinen einzigen Sohn) gesehen. Obwohl Isaak tatsächlich nicht geopfert wurde, erachten ntl. Schriften wie der Hebräer-und Jakobusbrief die Bereitschaft des Abraham als gleichwertig mit dem vollzogenen Opfer.

Abraham u.Isaak

b) Abraham und Melchisedek
(hinten links)
  Melchisedek war zu Zeiten Abrahams Priesterkönig von Salem (=Jerusalem). Er segnete den Abraham, als der von seinem Sieg über Kedor-Laomer zurückkehrte und brachte im anschließenden Dankopfer für den Sieg Brot und Wein als Opfergaben dar (Gen.14,18-20). Wegen der Übereinstimmung der Opfergaben wurde er im Christentum als Vorläufer von Christus ange-sehen. In der christlichen Kunst soll die Darstellung des Opfers des Melchisedek auf die lange Tradition des Messopfers mit Brot und Wein hinweisen. Melchisedek ist nach dem Hebräerbrief (7,3) der Typos Christi; dort heißt es: "Es gibt keinen Hinweis auf seinen Vater, seine Mutter oder einen seiner Vorfahren. Es wird uns weder der Anfang noch das Ende seines Lebens mitgeteilt. Darin gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt sozusagen für immer Priester".

Abraham und
Melchisedek

c) Passahfest in Ägypten (vorne, rechts)
  Israel macht sich zum Auszug aus Ägypten bereit; der Engel tötet die Söhne der Ägypter.
In der Typologie wird der Tod Jesu schon im Neuen Testament vor dem Hintergrund von Pessach als Sühneopfer verstanden: "Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid. Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden", schreibt Paulus im 1.Korintherbrief (5,7).

Passahfest
in Ägypten

d) Rückkehr der Kundschafter
aus dem gelobten Land mit riesigen Weintrauben (vorne links).
  Nach der Bibel (Numeri 13, 21-24) kamen Kundschafter aus dem Gelobten Land (Palästina) mit einer riesigen Traube zurück. Damit sollte der Reichtum dieses Landstrichs symbolisiert und die Kampfkraft des israelitischen Heeres für die bevorstehende Eroberung Palästinas gestärkt werden. In der Kunst werden als Kundschafter häufig der damalige Anführer (und Nachfolger Moses) Josua und sein Heerführer Kaleb dargestellt.

Kundschafter
mit Weintraube

T
aufstein
Vor dem Chorbogen steht auf der rechten Seite der Taufstein. Seinen Deckel zieren 70 cm hohe Rokoko-Figuren von Jesus (im Wasser kniend), von Johannes dem Täufer sowie - im Hintergrund auf einer Palme - von Gottvater und dem Hl.Geist in Gestalt einer Taube. Der Taufstein zeigt somit neben der Taufe Jesu auch eine Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit. Geschnitzt wurden die Figuren in der 2.Hälfte des 18.Jh.

Taufsteinfiguren
Hinweis: Die Darstellung der Taufe Jesu am Taufort in der Kirche als Vorbild für das Taufsakrament war vom Konzil von Trient (1545 bis 1563) vorgeschrieben. Johannes ist in Pellheim mit Stab, Spruchband und Taufmuschel abgebildet. Der Stab, der hier nicht wie üblich,ein Kreuz als Spitze trägt, weist auf den Buß- prediger Johannes hin. Das Spruchband erinnert an die Worte "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt", mit denen Johannes den Messias ankündigte (Joh 1,29). Auch die Muschel in der
 

Hand des Täufers ist symbolisch zu verstehen; Johannes dürfte sie bei der Taufe nicht verwendet haben. Muscheln waren ein frühchristliches Symbol der Auferstehung von den Toten: so wie die Muschel, wird sich eines Tages auch das Grab öffnen, aus dem der Mensch auferstehen wird.
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Seitenaltäre


Linker Seitenaltar
Die Seitenaltäre entstanden um 1770. Sie sind sehr hoch und schmal gebaut. Auf dem Altartisch sich die Predella mit einem säulengesäumten grazilen Pavillon. Darüber erhebt sich das Altargemälde. Den oberen Abschluss bildet der Altaraufsatz mit Engeln und Rundgemälde unter dem Segmentgiebel. Bekrönt werden die Altäre durch Strahlenmonstranzen mit den Monogrammen von Jesus und Maria.


Rechter Seitenaltar

 

Linker Seitenaltar
Altaraufsatz
In dem mit einem Segmentgiebel versehenen Altaraufsatz ein ovales Bild mit der Darstellung eines barocken Kreuzreliquiars; eingerahmt wird das Bild von zwei Volutenengeln.

Altaraufsatz mit Bild
eines Kreuzreliquiars
Ganz oben eine Strahlenmonstranz

Altarblatt
Der linke Altar ist ein Marienaltar. Das Altarblatt zeigt die bekrönte Muttergottes, in ein rotes Kleid und in einen blauen Mantel mit Goldborte gehüllt, auf einem breiten Holzthron sitzend. Sie hält das segnende Jesuskind auf ihrem Schoß
(Ölbild auf Leinwand, Mitte 19.Jh).


Muttergottes

Hinweis: Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli).
Predella
Unter dem Altarbild steht in der Predella
- in einer Ädikula die Nachbildung des Gnadenbildes der schwarzen Muttergottes aus Altötting. Die Muttergottes ist mit einer
  Krone in Form einer flachen Mütze gekrönt; die Zacken der Krone sind reliefartig aufgetragen. Maria trägt das bekleidete
  Jesuskind auf dem rechten Arm. In der linken Hand hält sie ein Zepter. Das Jesuskind umgreift mit seiner Hand einen Apfel,
  die Vorläuferform des Reichsapfels.
- Das kleine Bild oberhalb der Muttergottes zeigt die Heilige Dreifaltigkeit.
- Neben der Ädikula stehen zwei weibliche Heilige, wiederum ohne Attribute. Links eine Nonne, rechts möglicherweise die
  hl.Elisabeth, die ein armes Kind speist.

Ädikula

Altöttinger Madonna

Dreifaltigkeit
      
Hl.Nonne und hl.Elisabeth (?)
 
Hinweis: Das aus Lindenholz geschnitzte Gnadenbild von Altötting ist wohl um 1330 am Oberrhein entstanden und kam um 1360 als Geschenk des Zisterzienserkloster Raitenhaslach nach Altötting. Die Figur war ursprünglich wohl rosa bemalt. Wahrscheinlich ist die schwarze Farbe im Laufe der Jahrhunderte durch Nachdunklung des Holzes und durch den Kerzenrauch in der engen Kapelle entstanden. Manche Historiker glauben auch, dass sie bewusst gefärbt wurde und verweisen auf das Hohe Lied des Salomons aus dem Alten Testament: "Schwarz bin ich, doch schön". Schwarze Madonnen galten im späten Mittelalter als besonders wundertätig. Dies mag seinen Grund auch darin haben, dass die schwarzen Madonnen besonders alt sind und ihnen deshalb eine größere Anzahl von Erhörungen zugeschrieben werden kann.


Rechter Seitenaltar

Altaraufsatz/ Altarauszug
Im Altarauszug des rechten Seitenaltars ein ovales Bild der hl. Apollonia mit Zahnarzt-Zange in der Hand.


Apollonia
mit Zahnarztzange

Hinweis: Apollonia wurde der Legende nach während der Christenverfolgung um das Jahr 250 auf vielfache Weise gefoltert. Unter anderem schlug man ihr alle Zähne aus (deshalb ist sie Helferin gegen Zahnweh).
Altarblatt
Der rechte Seitenaltar ist dem hl.Leonhard geweiht.
Auf dem großen Altarbild, das den Altar prägt, steht er in  der Mitte mit Buch und Ketten in den Händen.
Assistiert wird er vom hl. Florian in römischer Soldatenrüstung mit Fahne; er löscht mit einem Wasserschaff ein vor ihm stehendes brennendes Haus.

St.Leonhard mit
Florian u. Korbinian

Rechts von St.Leonhard ein heiliger Bischof, wohl St.Korbinian, der seine Augen zum Himmel erhebt, wo zwei Putten auf Wolken Palmzweige bereit halten. Zu seinen Füßen ein Modell des Freisinger Doms.

Das Altarbild ist jünger als der Altar und könnte vom Dachauer Maler Anton Huber stammen.

 
Hinweise: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den "bayerischen Herrgott". Am Leonhardstag, dem 6. November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen. 
St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen.In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben.  
Korbinian war um das Jahr 700 der erste Bischof in Freising. Nachdem Korbinian immer drängender auf eine Lösung der unrechtmäßigen Ehe des Herzogs Grimoalds mit Herzogin Piltrud drängte, musste er Freising verlassen und wurde erst später von Grimoalds Nachfolger, Herzog Hugibert von Regensburg, nach Freising zurückgeholt. Doch bald darauf, etwa um das Jahr 725 verstarb Korbinian in Freising. Seinem Wunsch entsprechend wurde er auf der Zenoburg bei Meran neben dem hl. Valentin bestattet. Bischof Arbeo von Freising holte jedoch 765 den Leichnam wieder nach Freising zurück, wo er in der Domkirche seine letzte Ruhestätte fand. 
In der Predella des Altars
- steht in einem von vier Säulen getragenen Ädikula ein Geißelheiland ohne Säule und Ketten.
- Die Kalotte unter dem Kuppeldach ist an der Innenseite mit einem kleinen Gemälde des Guten Hirten geschmückt.
- Neben den Säulen stehen zwei kleine Figürchen von heiligen Diakonen, leider ohne Attribute (18.Jh)
. Die am häufigsten (und
  meist zusammen) abgebildeten Diakone sind St.Stephanus und St.Laurentius.

Ädikula

Geißelheiland

   Ädikula
  
Zwei hl.Diakone

 


W
eihnachtskrippe


Krippe

In der Weihnachtszeit steht vor dem linken Seitenaltar eine schöne Krippe; die Figuren tragen Stoffgewänder.
Vor dem Altar (in einer Krippe) und am rechten Seitenaltar (in Windeln in einem Rokokoschrein) liegen weitere Jesuskindl.
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weitere Jesuskindl

 

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Kanzel

An der Nordseite ist die rot-weiß-blau marmorierte Kanzel mit der Kanzeltreppe angebracht. Unter dem vierseitigen Kanzelkorb hängt eine versilberte Weintraube. Die neubarocke Kanzel wurde gegen 1900 eingebaut.

An der Rückwand ist ein 129 x 129 cm großes Bild des Guten Hirten (Jesus mit Hirtenstab hält ein Lamm in seinen Armen) zu sehen (1.Hälfte 19.Jh).


Kanzel 1900
  Hinweis: Die Darstellung des
Guten Hirten
mit einem Schaf auf seinen Schultern ist schon seit der Frühzeit des Christentums bekannt. Sie bezieht sich nicht auf das Gleichnis vom Guten Hirten, der sich schützend vor die Herde stellt und sein Leben für die Tiere einsetzt, sondern auf die Er-zählung "vom verlorenen Schaf" (Lk 15, 3). Darin heißt es, dass sich Jesus über einen Sünder, der zur christlichen Gemeinde zurück-findet, mehr freut, als über 99 Gerechte. In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündi-gung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln.

Der mit Volutenbögen verzierte Schalldeckel der Kanzel ist oben mit einem Kreuz, auf der Unterseite mit einer Heilig-Geist-Taube auf blauem Hintergrund geschmückt.
  Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach kam "der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab, wie eine Taube" (Lk, 3,22). Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat diese Darstellung empfohlen.
Schalldeckel und Rückseite der Kanzel >>>>

 


K
anzelkreuz

Gegenüber der Kanzel hängt -wie in fast allen Kirchen- das sog. Kanzelkreuz aus dem 18.Jh.
Darunter steht eine Figur der Mater dolorosa, der schmerzhaften Muttergottes.


Kanzelkreuz
Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.

Hinweis: Nach dem Evangelium des Johannes stand Maria zusammen mit anderen Frauen und dem Apostel Johannes unter dem Kreuz (Joh 19,25).


H
eiligenfiguren im Kirchenschiff

An den Langhauswänden befinden sich im hinteren Teil zwei Heiligenfiguren aus Gips. Sie dürften vom selben, leider nicht bekannten Künstler stammen und werden wohl im 19.Jh modelliert worden sein:

Auf der Nordseite die hl. Elisabeth mit Rosen und Brot im Schurz.
Hintergrund der Darstellung: Elisabeth von Thüringen speiste gegen den Willen ihres Mannes die Armen vor den Toren der Wartburg. Als er sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armen-speisen Rosen genannt wurden.



St.Elisabeth



St.Josef
mit Jesuskind
Auf der Südseite steht eine Figur des hl. Josef mit der Lilie in der Hand  (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit) und dem Jesuskind auf dem Arm.

Unter der Empore steht auf einer Konsole eine Figur des hl.Rochus, der in seiner linken Hand einen Pilgerstab hält und mit seiner Rechten auf die Pestbeule an seinem Bein weist (18.Jh).
Der Heilige war auf seiner Pilgerschaft nach Rom bei der Pflege von Pestkranken selbst krank geworden. Ein Engel pflegte ihn in einer Höhle, ein Hund brachte ihm Nahrung.


St.Rochus




K
reuzweg-Stationsbilder

An den Wänden des Langhauses hängen die 60 x 49 cm großen Kreuzwegbilder der 14 Stationen. Sie wurden 1874 von Ludwig Hack aus Dorfen im damals beliebten Nazarenerstil gemalt. Die 9.Station ist signiert. Die Bilder wurden von Prälat Delagera "zugebracht".

Die Pellheimer Kreuzwegbilder gehören zu den Bildern, für die der bekannte Nazarener-Maler Joseph von Führich aus Wien (1800-1876) die Vorlage geschaffen hat.

Joseph von Führich (auch "Theologe mit dem Stifte" genannt) war durch seine Kreuzwegbilder (1844/46) international bekannt geworden. Als Kupferstiche verbreiteten sie sich über ganz Europa und unzählige Maler (darunter auch Anton Huber für Petershausen, Franz Mayr für Kreuzholzhausen und Anton Rick für Röhrmoos) benutzten sie als Vorlage für ihre Kreuzwegtafeln. Aus diesem Grund gleichen sich die Kreuzwegbilder in mind. 22 Kirchen des Dachauer Landes in hohem Maße.

Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus verurteilt
2. Station
Jesus nimmt das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene hilft Jesus d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht Jesus
das Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet die
weinenden Frauen
9. Station
Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird vom
Kreuz abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie sich eine Zusammenstellung von Kreuzwegbildern aus den Kirchen des Dachauer Landes ansehen und mehr über die Geschichte des Kreuzwegs erfahren möchten, klicken Sie hier...

 


K
irchenbänke


Kirchenbank
Die Kirchenbänke (10 Reihen links, 14 Reihen rechts) haben außergewöhnlich kunstvoll geschnitzte Wangen. Diese Wangen wurden aber erst 1912 im Stil des Neurokoko geschnitzt. Sie erinnern sie an das Muster der Kirchenstühle von Bergkirchen und 14 anderer Kirchen im Landkreis Dachau, das 1695 entstand und mit nur geringen Abweichungen im Muster während des 18.Jh vielfach verwendet wurde.
Wenn Sie sich für die Wangenmuster in den übrigen Kirchen des Landkreises Dachau interessieren, klicken Sie hier...
  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch hier in Pellheim.


O
pferstock
An einer der Stützpfeiler der Empore ist noch ein kleinerer, grau lackierter Opferstock aus dem 20.Jh angebracht. Wenn Sie auch andere Opferstöcke aus den Landkreiskirchen sehen möchten, klicken Sie hier...


Kirchenbank



P
apstbild

In der Nähe der Empore ist ein Bild des heilig gesprochenen Papstes Pius X. angebracht.
  Hinweis: Giuseppe Sarto kam als Sohn eines Bergbauern und Briefträgers zur Welt. 1858 wurde er zum Priester geweiht, 1884 zum Bischof ernannt und 1903 zum Papst gewählt. Pius gilt einerseits als Reformer: Besonderes Anliegen war ihm die Erneuerung des Gottesdienstes; er setzte die gre-gorianischen Gesänge in der Liturgie wieder ein und befürwortete eine frühe Erstkommunion. Poli-tisch und philosophisch war er aber sehr konservativ. Er verantwortete den "Antimodernisten-Eid",


Papst Pius X.

  eine jährlich zu wiederholende Eidesformel aller katholischer Geistlichen, in der sie den Irrtümern
der Moderne abschwören sollten, darunter auch der historisch-kritischen Methode der Bibelauslegung.
In Südamerika vermittelte er erfolgreich in Grenzstreitigkeiten; Konflikte gab es aber mit den katholischen Län-dern Frankreich, Portugal und Spanien, das 1910 sogar die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abbrach.


Bilder an der Brüstung der Doppelempore

Die Bilder an der Brüstung der Doppelempore stellen Mystiker des Hochmittelalters (Öl auf Leinwand) dar. Sie sollen Anfang des 18.Jh gemalt worden sein. Möglicherweise wurden sie 1875 renoviert; diese Jahreszahl steht auf dem Franziskusgemälde.
oben links:
die hl. Theresia von Avila (1515-1582) erhält vom Hl. Geist
die Visionen für ihre Bücher
Mitte - hl. Franziskus von Assisi (1181-1226) mit einem geflügelten Kruzifix. Franz sah in einer Vision den Gekreuzigten in Gestalt eines Seraphs, von sechs Seraphenflügeln überhöht und bedeckt; seitdem trug Franziskus, vom Leidenserlebnis Christi durchdrungen, die Wundmale an Händen, Füßen und an der Seite. oben rechts:
hl. Katharina von Siena (1347-1380), die sog. kleine Katharina mit Kreuz und Lilie in der Hand. Katharina gilt in Italien als "die größte Frau der Kirchengeschichte".
unten: links -
hl. Ottilie (660-720).
Auf dem Kissen liegen zwei Augen (Ottilie war blind und wurde erst bei der Taufe sehend).
Mitte - hl. Klara (1193-1253) mit einer Monstranz.
Unten das Stifterwappen mit den Buchstaben F und H.
Klara gründete den Orden der Klarissinnen (Franziskanerinnen). Als 1240 die Sarazenen Assisi belagerten und schon die Mauer des Klosters erstiegen hatten, ließ sich die schwer erkrankte Klara vor die Pforte tragen, hielt die Monstranz in ekstatischem Gebet empor und trieb die davon erschreckten Soldaten in die Flucht.
rechts - hl.Gertrudis aus Helfta (1256-1302) ist eine der großen Mystikerinnen Deutschlands und trägt den Ehrennamen "die Große".
Die Zisterzienserin übersetzte die hl.Schrift ins Deutsche.
Große Bedeutung hatten ihre Bücher "Legatus divinae pietatis", "Exercitia spiritualia" und "Summa".

Alle an der Emporenbrüstung in Pellheim dargestellten Mystiker waren Ordensleute.



O
rgel

Die Orgel wurde 1878 von Georg Beer aus Erling erbaut. Sie besitzt 14 Register, die auf zwei Manualen gespielt werden. Der Prospekt ist dreiteilig in den Formen der Neurenaissance gestaltet.


Orgel

Disposition der Orgel von 1878 (nach Brenninger -Stand 1975):
I. Manual
(C-g'''): Principal 8', Gamba 8', Großfl 8', Gemshorn 8', Octav 4', Bordunalflöte 4', Soloflöte 2',
                         Mixtur 4fach 1 1/2',                        
II. Manual (C-f'''): Dolciano 8', Viola 8', Lieblich Gedackt 8', Sp 4'
Pedal:      (C-a):  Subbaß 16',OctavBass 8'
Koppeln:
             II-I, I-P, II-P

1874 stand hier eine schon ältere Orgel mit 6 Registern.


W
eihwasserbecken

 

Weihwasserbecken
Am Eingang ist unter dem kleinen Vorhaus ein Weihwasserbecken mit Wappen angebracht. Das 17 cm große Wappenschild enthält Gravuren von zwei gekreuzten Beilen, einem Becher und den Zeichen "M", Omega, "5"(?), "H" und "M".

 


Beichtstuhl

An der Westseite der Kirche, unter der Empore steht ein kleinerer zweiteiliger Beichtstuhl aus hellem Holz. Er stammt aus dem 20.Jh.

  Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück.



Sakristei


Fenster 1618

Ein 14,5 cm großes bemaltes Glasfenster in der Sakristei enthält das Wappen der Freiherren von Barth, die besonders stark in Pasenbach vertreten waren. In einem Schriftband ist die Jahreszahl 1618 zu lesen (oben).

In einem anderen Fenster wird das Lamm Gottes mit einer Siegesfahne auf dem Buch mit den sieben Siegeln dargestellt.

Fenster Lamm Gottes
  Hinweis: Die Darstellung des Lammes greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff)
der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen kann. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden wäre und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird.
Ein großes Ölgemälde zeigt den hl. Johannes Nepomuk. Der Heilige kniet vor einem Altar mit Kruzifix, beobachtet von Engeln, die auf Wolken lagern oder einen Vorhang zurückziehen. Nepomuk ist in sein typisches Gewand, bestehend aus einem Chorrock und dem Rochett darüber, gekleidet. Sein Haupt wird von fünf Sternen umgeben.
Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich beim König Wenzel wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der auch Beichtvater der Königin war, dem König keine
  Auskunft über die Sünden seiner Frau gegeben habe. Das 1215 eingeführte Beichtgeheimnis hat in der kath.Kirche einen hohen Stellenwert. Der Fundort der Leiche in der Moldau wurde durch eine Erscheinung von fünf Sternen geoffenbart. Nepomuk ist neben Maria der einzige Heilige, der mit Sternen geschmückt ist. Die Verehrung von Nepomuk ist zwar schon seit 1400 nachweisbar; sie war aber nicht sehr umfangreich und zudem auf Prag beschränkt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zum Brückenheiligen. Erst als man über 300 Jahre nach seinem Tod, im Jahre 1719, bei der Öffnung des Grabes in der Prager Veitskirche die Zunge des Heiligen unverwest vorfand, hat die Verehrung an Dynamik gewonnen. Im Jahre 1721 wurde der Kult von Rom anerkannt, am 19.3.1729 folgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII. Noch im gleichen Jahr wurde Nepomuk zum Landespatron von Bayern (18.8.1729) erklärt. Die Jesuiten förderten die Verehrung kräftig und nach kurzer Zeit stand die Nepomukfigur auf vielen Brücken und in vielen Kirchen. Nepomuk war der Modeheilige der Rokokozeit. Festtag: 16.Mai



Pfarrhof

Pellheim hat einen der ältesten noch erhaltenen Pfarrhöfe im Landkreis. Der heutige Bau wurde in den Jahren 1714-19 von Maurermeister Carl Carlinger (+1738) errichtet, der 1732 auch den Pfarrstadel in Pellheim gebaut hat. Carlinger war 1711 auch beim Bau der Kirche in Oberweilbach beteiligt. Zimmererarbeiten führten Melchior Purckhardt 24) aus Günding (mit Palier Praschberger 24)) und Andreas Fischer 25) aus Dachau aus, Schreinerarbeiten der Kistler Balthasar Khistler aus Assenhausen/Röhrmoos. Den Plan erstellte Gregor Glonner (ca.1680-1745), der die Kirchen in Großberghofen, Bogenried und Rudelzhofen errichtet hat. 27)


Pfarrhof
Schon in der Beschreibung von 1524 wird ein Pfarrhof erwähnt. Das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude
bedürften einer Renovierung, heißt es darin. Dies scheint auch bald geschehen zu sein, denn schon 1560 heißt es: "bei pfarrhof nit mangel". 1738 wird berichtet, das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude seien in gutem baulichen Zustand. 1880 wird schon das heutige Pfarrhaus beschrieben. Es heißt dort, "das Pfarrhaus erbaut 1717 ist massiv und geräumig. Die Ökonomiege-bäude wurden 1797 erbaut; sie sind nicht geräumig genug".
Eine Zusammenstellung von Pfarrhöfen im Landkreis finden Sie hier....

Hans Schertl



Quellen :
01)
Joseph von Obernberg, Reisen durch das Königreich Baiern, 1.Theil-Isarkreis, 1816
02)
Jos. Anton Eisenmann, Karl Fried.Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Band 2, 1832
03)
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
04)
Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
05)
Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topograp.-statist. Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867 (Statistik)
06)
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
07)
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
08)
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.255, 598,791, 917, 1070)
09)
Matthias Seeanner, Die Glocken der Erzdiözese München und Freising, 1913
10)
Josef Scheidl, Die Bevölkerungsentwicklung des Landgerichts Dachau im Laufe früherer Jahrhunderte, 1925 (1632)
11)
Jakob Mois,Geschichtliche Notizen über Kirchen im Landkreis Dachau, ca. 1950, unveröffentlicht (1925)
12)
Josef Scheidl, Kreisheimatpfl., Die Bevölkerungsentwicklung des altbayer. Landgerichts Dachau, in ZBLG 3 (1930), S.373
13)
Max Gruber, Die Dachauer Schloßmaurerfamilie Glonner, Amperbote 1966 (Gregor Glonner)
14)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
15)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
16)
Alois Angerpointner, Zur Kirchengeschichte von Pellheim, Dachauer Nachr.v.9.9.1972
17)
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
18) Max Gruber, Kistler, Schreiner u.Drechsler aus dem Amperland, Amperl 1975-S.91 (Khistler)
19) Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen u.Adelsgräber-Denkmalpflegerische Aufgaben,1975,ZBLG 38,S.1142-1158 (UrkNr)
20) Max Gruber, Im Dachauer Land wirkende Bildhauer, Amperland 1982/1
21) Max Gruber, Für Dachau u.sein Hinterland bis 1800 tätige Architekten, Bau- und Maurermeister, Amperl 1982/3 (Carlinger)
22) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Frey,
Rosen, Bernhard Ernst)
     Ein Glockengießer Namens Martin Frey ist für die Zeit von 1588 bis 1603 in München belegt (INSCHRIFTENKATALOG: Die
     Inschriften des Landkreises Weilheim-Schongau). Frey hat im Dachauer Land nur Glocken für Pellheim gegossen (1599).
     Von anderen Kirchen ist mir St.Walburg in Seon bekannt. In seiner Werkstatt wurde 1588 auch der Erzengel Michael an der
     Fassade von St. Michael gegossen (www.rdklabor.de/wiki/Bronze,_Bronzeguss,_Bronzeplastik, Hans Robert Weihrauch,1944)

23) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
24) Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4 (
Purckhardt, Praschberger, Fischer)
25)
Der Zimmermeister Andreas Fischer, der zugleich das Amt des Brunnwarts ausübte, war Sohn des Dachauer Brunnwarts
      Philipp Fischer. Andreas erhielt 1696 das Dachauer
Bürgerrecht, aus dem er -21 Jahre später- 1717 wieder austrat. Er
      heiratete zweimal: am 17.5.1695 Anna Holzbaichl aus Günzlhofen und am 18.1.1709 die Wirtstochter Anna Prunner aus
      Biberbach. Fischer war nicht nur in Pellheim tätig, wo er einen Überschlag für den Pfarrhof erstellte (1714), sondern auch
      in Haimhausen (1731) und in Oberroth (1745). Er starb am 26.5.1746 (Quelle:FN 24)
26)
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
27)
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Pfarrhofbau 1716)
28)
Unser Dachauer Land, Beilage zu den Dachauer Nachrichten vom Oktober 1998 (erste Erwähnung, Senfftl)
29)
Pfarrbrief der Pfarrei Pellheim - Weihnachten 2000
30)
Donath Hercsik, Die Grundlagen unseres Glaubens, 2005 (Typologie)
31)
Vier Pfarreien verbünden sich, Dachauer Nachrichten vom 20.7.2011
32)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Tabernakelengel, braun)
33)
Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik 33,39)

122 Bilder: Hans Schertl

14.1.2016


Die Pfarrer der Pfarrei Pellheim
z.T.von Alois Angerpointner

Name
Pfarrer seit
/von-bis
Name
Pfarrer seit
/von-bis
 


Priestergrab
 

"Her Perchtold"

1430
Joh.Praidnaicher, aus Salzburg, von 1649-1656 Frühmeßbenefiziat in DAH
1656-1668
"Hanns Fabri"
1463
Martin Sännftl
vor 1732
Jakob Rudolph
dazu Vikar Josef Kaundl
1518/19
Leonhard Engelhartzhover, Kirchenrektor (Kirchherr); vorher Pfarrer von Oberroth (seit 1518). zugleich Johannes Hörl als Vikar.
1524-1555
Maximilian Rudolphus de Maphaeis
1732 >1738
Pfarrer Joß
1825
Andreas Peischl/Peuschl
zuletzt auch Dekan des Kuralkapitels
Dachau. †13.10.1600. Grabstein an der Pfarrkirche. Sein Salbuch aus jener Zeit ist noch vorhanden,
1555-1600
Pfarrer Gröschl, später Bergkirchen
1879-1887
Joh. Bapt.Thalheimer
1887-1900
Joh. Spötzl, † 1938 in Vierkirchen
1900-1910
Stephan Kalthmyller.
1601-1606
Georg Thrainer † 1947 in Erding
1910-1920
Nikolaus Pabst /Fast
wird 1621 Dekan des Dek. Dachau
Noch 1647 flieht er nach München u. bleibt dort 20 Wochen. † 21.12.1648.
1607-1648
Jakob Luginger, †1930 in Riedering
1920-1928
Albert Kreitmayr, †1947 in Asbach
1928-1935
Josef Eberl, †1974 in Ebertshsn.
1935-1941
Georg Eberle
1649-1653
Alois Holzer, †1971 in Reichertshs.
1941-1959
Georg Faber, † 17. 11. 1656 Grabstein an der Pfarrkirche
1653-1656
Bartholom.Huber, † 1982 i.Bockhorn
1959-1964
 
  Christoph Mühlbauer, † 1983
1964-1975

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