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Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben in Pellheim

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen
http://home.arcor.de/hubert1112.eberl/zeitung/index.htm

Jahr

Ereignis

zum Bericht
1879
Installation von Pfarrer Gröschl in Pellheim - Amperbote vom 17.09.1879
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1924
Fahnenweihe des Burschenvereins von Pellheim - Amperbote vom 24.05.1924
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1927
Priesterjubiläum von Pfr. Luginger - Amperbote vom 05.07.1927
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1930
25jähriges Priesterjubiläum Pfarrer Kreitmayr - Amperbote vom 09.07.1930
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1950
Glockenweihe in Pellheim - Dachauer Nachrichten vom 25.10.1950
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1951
25 Jahre Seelsorger - Dachauer Nachrichten vom 27.06.1951
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Installation von Pfarrer Gröschl in Pellheim
Amperbote vom 17.09.1879

Am vergangenen Sonntag, den 14. September, fand die feierliche Installation des Herrn Pfarrers Gröschl in Pellheim statt, zu welcher sich eine bezirksamtliche Kommission früh um 8 Uhr von Dachau aus nach Pellheim begab, woselbst auch bereits der erzbischöfliche Commissär, Herr Dekan Mederer von Haimhausen eingetroffen war. Seitens des geistlichen Herrn Commissärs wurde nun Herr Pfarrer Gröschl nach der vorausgegangenen üblichen Feierlichkeit in der Kirche seiner Pfarrgemeinde in warmen und herzlichen Worten vorgestellt. Nach beendeter kirchlicher Feierlichkeit begab sich der Zug begleitet von der Schuljugend und der Lehrerschaft zurück vor das Pfarrhaus, woselbst der weltliche Commissär, Herr Bezirksamtsassessor Schöller, in einer gediegenen Rede den neuen Pfarrherrn seiner Gemeinde, sowie der Schuljugend in echt christlich ermahnender Weise vorstellte und schließlich darauf hinwies, dass jene Jesusliebe, in welcher die ganze Religion gipfelt, betätigt werden möge, und nur dann wird die Armut nicht vergebens an die Türen klopfen. Nach beendeter Ansprache seitens des Herrn weltlichen Commissärs wurden in der Pfarrhof selbst die schriftliche Übergabeverhandlungen gepflogen, welchen auch die Gemeinde- und Kirchenverwaltungsmitglieder beizuwohnen hatten. Anmerkung: Pfarrer Gröschl hat später die Pfarrei Bergkirchen (bis 1904) übernommen.

Fahnenweihe des Burschenvereins von Pellheim
Amperbote vom 24.05.1924

In schönster Frühlingspracht ein Fest, an dem alt und jung seine Freude hat, ward die Fahnenweihe des Kath. Burschenvereins Pellheim am Sonntag, 18. Mai 1924. Die neue Fahne ist ein nach Stoff und Ausführung vorzügliches, in jetziger Zeit wohl selten gefertigtes Werk der Kunststickerei der Taubstummenanstalt Hohenwart; ihre Anschaffung, ermöglicht durch die Spenden der außerordentlichen Mitglieder, geschah bereits im vorigen Jahr und bedeutete zugleich eine wohltuende Unterstützung einer bedürftigen Anstalt in der Zeit der Not. Die Fahnenweihe vollzog sich in den herkömmlichen Formen, in bescheidener Weise. Alles trug bei zur Verschönerung des Festes. Der günstige, anfangs kühle, dann warme Frühlungstag, der freundliche Schmuck des sauberen Dorfes, der prachtvolle Festplatz mit seinem Altar inmitten blühender Bäume im Pfarrgarten, der Besuch von 29 Vereinen, meist katholischen Burschenvereinen, voran der Patenverein Prittlbach, zum Teil aus weiter Ferne und in bedeutender Stärke, der erhebende Gesang vormittags eines Sängerchores des Münchner Zentralgesellenvereins, nachmittags des verstärkten Kirchenchores, das würdige Verhalten aller Teilnehmer und Gäste, nicht zuletzt die kleine Schar anmutiger Festjungfrauen, die mit Eifer in Stille und Sittsamkeit ihres Amtes walteten. Unvergesslich wird den Teilnehmern das Treuegelöbnis zu den Grundsätzen des katholischen Burschenlebens, eine Art Fahneneid, welchen HH. P. Josef Mayr O.S.P von Ettal-Fürstenfeld nach seiner inhaltsreichen Festansprache den Burschen seiner Heimat abgewonnen hat. Mit Aufmerksamkeit lauschte man den Worten, die von den Vereinsvorständen und den Jungfrauen zur Begrüßung, zur Übergabe der Fahne durch die Fahnenbraut, zur Übergabe des Jungfrauenbandes (eine feine, der Fahne würdige Gabe), der Paten- und Erinnerungsbänder gesprochen wurden. Tiefsten Eindruck machte der geschlossene Besuch der nachmittäglichen Maiandacht, und mit Freuden mag der Heiland von seinem Thron auf dem Altar herabgesehen haben über die vielen geweihten Fahnen inmitten einer wackeren Burschenschar, die bei aller Fröhlichkeit Zeit gefunden, auch ihm und seiner jungfräulichen Mutter ihre Verehrung zu erweisen. So verlief der Festtag in würdiger Weise, ohne Störung; und als die Nacht hereinbrach, war es wieder still und ruhig im Dorf; in Erinnerung aber möge die Burschenvereinsfahne noch lange bleiben, den Mitgliedern als Aufmunterung zur Treue ungeachtet mancher Spottreden, den ferne Stehenden zur Behebung des Misstrauens, allen zur Erhaltung der Freude an der heranwachsenden Jugend.

Priesterjubiläum in Pellheim
Amperbote vom 05.07.1927

Ein Pfarrfamilienfest in des Wortes schönster Bedeutung war die Feier des 25jährigen Priesterjubiläums unseres Pfarrherrn Jakob Luginger. Trotz des Einspruchs des bescheidenen Herrn Jubilars ließ es sich die Gemeinde nicht nehmen, am letzten Samstag aus Anlass des Jubiläums eine besondere kirchliche wie weltliche Feier zu veranstalten. Der Kapuziner-Festprediger erklärte in der Predigt packend und volkstümlich die drei Gewalten des Priesters, die zugleich seine vornehmsten Verpflichtungen sind: Absolvere, Lossprechen, Benedicere, Segnen und Predigen, Consecrare, Verwandeln. Während des levitierten Amtes führte der Musikchor eine herrliche Messe auf. Nach der levitierten Vesper wollten Ehrungen, die dem verehrten Jubilar im Wörl`schen Gasthaus bereitet wurde, kein Ende nehmen. In meisterhafter Rede sprach Herr Oberlehrer Dallmayer den Dank der Gemeinde und der Schule aus. Kernig und schön redete der junge Vorstand des hiesigen Burschenvereins. Herr Schulrat Dengler von Dachau, Herr Schulrat Kandler und noch 6 Lehrer der Umgebung verschönerten die Feier durch Vortrag herrlicher Lieder. Die Musikkapelle Unterbachern gab ebenfalls auch dem verwöhntesten Musikfreund etwas Seltenes. Drei Kinder, gekleidet als Blumenmädchen, Koch und Münchner Kindl, gratulierten in launiger Weise, herzig, kindlich und erheiternd. Nach einem kleinen Theater der Jungfrauen sprach der Jubilar seinen Dank aus für die lieben Geschenke: Messgewand, Albe, Ziborium-Mäntelchen usw. Hochbefriedigt verließen die Festteilnehmer die Stätte mit dem Gefühl, ein schönes Familienfest mitgemacht und Zeuge gewesen zu sein von dem herzlichen wohltuenden Einvernehmen zwischen Kirche und Schule, Priester und Volk in der Gemeinde Pellheim.

25jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Kreitmayr von Pellheim
Amperbote vom 09.07.1930

Ein selten schönes Familien-Pfarrfest feierte am letzten Sonntag die Pfarrgemeinde Pellheim: Das 25jährige Priesterjubiläum ihres Pfarrers und geistlichen Vaters. Wie sehr Hochwürden Herr Pfarrer Kreitmayr in den zwei Jahren seiner hiesigen Wirksamkeit die Herzen seiner Pfarrkinder gewonnen hatte, das bewies der Festtag; bot doch die Gemeinde Pellheim alles auf, um das 25jährige Priesterjubiläum ihres verehrten Pfarrherrn in würdiger Weise zu feiern.
Nachdem der Hochwürden Herr Jubilar von der Gemeinde- und Kirchenverwaltung Pellheim-Unterbachern, von den verschiedenen Vereinen und weißgekleideten Mädchen in festlichem Zug zur Kirche begleitet worden war, bestieg Hochwürden Herr Pater Fleisch, Redemtorist aus München, ein verdienter Missionar und Exerzitienmeister, die Kanzel, um im formvollendeter, fesselnder Sprache ein Bild von den Wünschen zu entwerfen, die das christliche Volk an seine Priester richtet und von den Wünschen, die der Priester für sein Volk im Herzen trägt. Beim Hochamt levitierten dem Hochw. Herrn Jubilar Hochwürden Pater Fleisch und Hochwürden Herr Benedikt Klemens Behr, Weilbach, während der Chor unter Mitwirkung des Herrn Hauptlehrers Micheler von Bachern eine prächtige Messe zur Aufführung brachte.

Ein Festmahl im Pfarrhof vereinigte die Festgäste bis zur feierlichen Andacht. Die weltliche Feier im Wörl`schen Gasthaus gab ein herzerfrischendes Bild von dem treuen Zusammenarbeiten der Pfarrgemeinde mit ihrem Pfarrherrn einerseits und des Pfarrers andererseits mit der Lehrerschaft und dem Volk. Es waren herrliche Stunden des Jubels, der Freude und des Frohsinns. Herr Oberlehrer Dallmayr von Pellheim, der den Dank der Gemeinde zum Ausdruck brachte, überraschte die Anwesenden durch seine vortrefflichen Ausführungen, bei denen er den Inhalt des prächtigen Liedes "Die Uhr" von Karl Löwe zu Grunde legte: "Ich wollt", sie wäre rascher gegangen an manchem Tag; ich wollt", sie hätte manchmal verzögert den raschen Schlag. In meinem Leiden und Freuden, in Sturm und in der Ruhe, was hier geschah im Leben, sie pochte den Takt dazu. Sie schlug am Sarge der Mutter, sie schlug an der Wiege des Kindes, sie schlägt, will`s Gott noch oft, wenn bessere Tage gekommen, wie meine Seele es hofft." Die Tränen, die sich aus manchem Auge stahlen, bewiesen zur Genüge, wie die Anwendung auf das eigene Leben und auf das Leben des Priesters wohl verstanden war. Zum Schluss überreichte Herr Oberlehrer als Geschenk der Gemeinde eine schöne Standuhr. Herr Hauptlehrer Micheler von Unterbachern verstärkte den Eindruck vollends, indem er das prächtige Lied extra zum Vortrag brachte. Wir meinten, die klangvolle Stimme des verstorbenen Herrn Hauptlehrers Heinrich - Ampermoching zu hören.
Vorzügliches bot auch die Streichmusikkapelle Maier, Dachau, welche auch die reizenden Lieder der Kinder begleitete und trotz der manchmal eintretenden Unruhe eines Teiles der Zuhörerschaft den Nachmittag zu einem wahren Genuss gestaltete. Unvergeßlich werden Anwesenden das Wald- und Wiesenkind, der Koch und das Kräuterweiblein bleiben, welche den Jubilar mit allerlei netten Sachen beschenkten. Die Jungfrauen brachten einen Serviertisch mit allem notwendigen und nützlichen Zubehör. Nachdem dann noch Hochwürden Herr Pater Fleisch eine humorvolle Dreingabe an den Jubilar bot und Hochwürden Herr Pfarrer Greß von Mitterndorf die Glückwünsche der Geistlichkeit übermittelte, erhob sich der Hochwürden Herr Jubilar und dankte aus ganzem Herzen der göttlichen Vorsehung, die ihm zum Priestertum führte, seinen lieben, leider schon verstorbenen Eltern (…sie schlug am Sarg des Vaters, … sie schlug am Sarg der Mutter), seinen Geschwistern, seinen lieben Pfarrkindern, besonders aber Herrn Oberlehrer Dallmayr von Pellheim und Herrn Micheler von Bachern, welche sich mit den Kindern so viele Mühe gegeben hatten, den Vereinen, der Gemeinde- und Kirchenverwaltungen von Pellheim und Unterbachern und allen, die ihn aus Anlass seines Jubiläums geehrt hatten. - Möge der Hochwürden Herr Jubilar - das ist mein Wunsch - noch viele Jahre im Weinberg des Herrn wirken! Möge die Uhr seines Lebens noch lange, lange Jahre gehen - möge er auch das 50jährige Jubiläum feiern und zum Meister seiner Lebensuhr einmal sagen können in Dankbarkeit: "Sieh, ich habe nichts an ihr verdorben, sie blieb von selber stehn!"

Glockenweihe in Pellheim
Dachauer Nachrichten vom 25.10.1950

Pellheim. In schön geziertem Wagen wurden die zwei neuen geschmückten Glocken, die für Pellheim und Arzbach bestimmt sind, von einer Blaskapelle im festlichen Zuge von Assenhausen abgeholt. Fünf Kutschen, in denen u. a. Bürgermeister Heinrich Metz, Ortsseelsorger Alois Holzer, Prälat Pfanzelt, Pater Joseph und Kirchenpfleger Georg Metz fuhren, begleiteten neben vielen Reitern den Zug. Die Glocken wurden zum Pfarrgarten gebracht, wo die Weihe stattfand. Nachdem sich die Pferde im Halbkreis aufgestellt hatten, sprach ein Mädchen einen sinnreichen Vers. Pfarrer Holzer leitete den Weiheakt mit einer kleinen Ansprache ein, worauf Prälat Pfanzelt das Wort an die Versammelten richtete und anschließend die zwei neuen Glocken weihte. Ein Gedicht, vorgetragen von einem Jungen, und die kirchlichen Lieder "Ein Haus voll Glorie schauet" und "Großer Gott, wir loben Dich" beendeten die Feierlichkeiten.

 

25 Jahre Seelsorger
Dachauer Nachrichten vom 27.06.1951

Pellheim - Auf eine 25jährige Tätigkeit als Priester konnte Pfarrer Alois Holzer Ende Mai dieses Jahres zurückblicken. Vor wenigen Tagen wurde das Jubiläum in der hiesigen Pfarrgemeinde festlich begangen. Am Vortag waren viele fleißige Hände am Werk, um Kirche und Pfarrhof festlich zu schmücken.
Mit einem feierlichen Zug vom Pfarrhof zur Kirche begannen die Festlichkeiten. Voran schritten der katholische Burschenverein und der Schützenverein mit ihren Fahnen, die Bürgermeister von Pellheim und Unterbachern schlossen sich an, es folgten Vertreter der Kirchen- und Gemeindeverwaltung. Pfarrer Holzer wurde von Prälat Pfanzelt und zwei Geistlichen aus München geleitet. Die Verwandtschaft des Jubilars schloss den Zug ab.
In der Kirche wurde ein levitiertes Hochamt gehalten, bei dem der Kirchenchor von Pellheim und Unterbachern die G-dur-Messe von Filke zur Aufführung brachte. Ein Geistlicher aus München hielt die Festpredigt. Ein Tedeum und das vom Chor vorgetragene Lied „Die Ehre Gottes“ von Beethoven beendeten die kirchliche Feier.
Zur Nachmittagsandacht hatten sich viele Pfarrangehörige eingefunden. Hernach trafen sich alle im Gasthaus Jakob Wort zu einer weltlichen Feier, die der Kirchenchor mit dem Lied „Heimat“ eröffnete. Mehrere Schulkinder trugen Verse vor. Lehrer Ruland, Pellheim, hielt eine Ansprache. Der Katholische Burschenverein brachte den Einakter „Knopf und Klingelbeutel“ zur Aufführung. Kleine Ansprachen hielten dann der Bürgermeister von Pellheim, Heinrich Metz, und der Bürgermeister von Unterbachern, Michael Burghart. Metz übergab als Geschenk der Pfarrgemeinde dem Jubilar einen Bücherschrank. Der Kirchenchor brachte noch einige Lieder zu Gehör. Pfarrer Holzer dankte allen, besonders den Lehrkräften und dem Kirchenchor für die schöne Feier und sprach die Hoffnung aus, dass auch in Zukunft die Zusammenarbeit wie bisher harmonisch sei. Pfarrer Eicher, der ebenfalls zur Feier gekommen war, nahm abschließend das Wort zu einer kleinen Rede.