zur Landkreiskarte        ausführliche Beschreibung       Kirchen i.d. Gem. Vierkirchen


Pfarrkirche St. Michael in GIEBING



Adresse: 85256 Vierkirchen, Hauptstraße 3
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Der Ort Giebing wurde im Jahr 1069 als Giebingen (bei den Leuten des Gibo) erstmals urkundlich erwähnt. Er bestand ursprünglich aus 3 Bauernhöfen und entwickelte sich erst im 16.Jh. durch Neuerrichtung von Handwerker- und Tagwerkersölden zu einem Dorf.

Die erste Beschreibung einer Kirche in Giebing ist in der Konradinischen Matrikel von 1315 zu finden. Dort war sie unter dem Ortsnamen "Giebingen" als Filialkirche von Vierkirchen ohne Friedhof verzeichnet.

In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1560 wird sie noch als Marienkirche aufgeführt. Erst nach dem 16. Jh setzte sich das noch heute geltende Michaelspatrozinium durch.

Pfarrkirche wurde sie im Jahr 1804, als Giebing mit den Filialen Kammerberg und Viehbach zur selbstständigen Pfarrei erklärt wurde.
Die heutige Kirche St.Michael ist im Wesentlichen erst gut 110 Jahre alt. Um die Wende vom 19. ins 20. Jh. war das Kirchenschiff baufällig geworden; zudem hatte sich der Turm gesenkt und drohte umzufallen. Der damalige Pfarrer Benl ließ das Kirchenschiff abreißen und mit erheblicher Eigenleistung der Bevölkerung in 5 Monaten neu aufbauen.


Der Turm aus der Mitte des 15.Jh erhielt zwei Stützen. Der ebenfalls gotische Altarraum blieb erhalten.

Ab 1.November 1990 bildete die Pfarrei Giebing mit der Pfarrei Jarzt und der Kuratie Weng den Pfarrverband Jarzt-Fahrenz-hausen. Damals wurde die Pfarrei Giebing aus dem Dekanat Indersdorf ausgegliedert und in das Dekanat Weihenstephan eingepfarrt.
Im Oktober 2012 wurde dieser Pfarrverband um die Pfarrei Haimhausen (zum Pfarrverband Fahrenzhausen-Haimhausen) erweitert; er gehört nun zum Dekanat Dachau.

Innenausstattung

Die Giebinger Kirche ist die einzige Kirche im Dachauer Land, deren Innenausstattung den Stil des späten Historismus (hier Neuromanik) mit dem Jugendstil (der im Zeitpunkt der Kirchenausma-lung -1906-modernen Kunstrichtung) verknüpft. Dies gilt insbesondere für die Ausmalung von 1906, die bei der Renovierung 2000/2004 wieder herge-stellt worden ist, aber auch für die Altäre, Kreuz-wegbilder, Kirchenbänke und Fenster. Viele Kirchen haben einzelne Ausstattungsgegenstände im Jugendstil (z.B. Glasmalereien), doch der Umfang der Jugendstildekoration in Giebing ist in unserer Gegend einzigartig. Die Ausmalung hat den Innenraum von St. Michael in Giebing zu einem Gesamtkunstwerk werden lassen.

Der Hochaltar wird von den drei großen Glasfenstern im Chorschluss überstrahlt, in denen die drei Erzengel Gabriel, Michael (Patron) und Raphael dargestellt sind.
Die Seitenaltäre in Form von Triptycha zeigen links die Muttergottes mit dem Jesuskind von Engeln umgeben und rechts den Tod Josefs im Beisein von Jesus und Maria.

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Die Ausmalung prägt den Gesamteindruck der Kirche. Im Altarraum sind Wand und Decken mit kräftigen Farben (oben blau, in der Mitte grün und unten rot) bemalt. Das Deckengemälde zeigt Christus als Pantokrator. Nach der Tradition geht die Gestalt des Weltenrichters auf das Bild des Menschensohnes zurück, das im 7.Kapitel des Buches Daniel zu finden ist. Jesus wurde in den Evangelien mit dem Menschensohn identifiziert.
An den Wänden Ornamentleisten, Schriftbänder, Kreuzformen und Felderungen. Die Deckengemälde im Kirchenschiff zeigen im vordersten Fresko einen Pelikan, der seine Jungen mit seinem Blut ernährt; im mittleren Gemälde die Verehrung Christi durch musizierende Engel und über dem Eingang einen sechsflügeligen Seraphim vor einem Ornament-Hintergrund.

Weitere Figuren- und Bilderausstattung:
- Thronende Muttergottesfigur aus dem 15.Jh, die Anfang des 20.Jh mit einer historisierenden Neufassung versehen wurde
- St.Anna, die Mutter Marias und Großmutter Jesu mit Kopftuch und Buch (Beginn 17.Jh);
- St.Joachim trägt eine an einem Stab blühende Lilie in der Hand (Beginn 17.Jh);
- Segnendes Jesuskind mit einem kleinen Holzkreuz in der Hand (1870/80);
- St.Leonhard im Mönchsgewand, hält einen Abtsstab und Gefangenenketten in den Händen (20.Jh im Rokokostil)
- St.Johannes Nepomuk mit Birett, Mozetta, Stola, Rochett und Märtyrerpalmzweig (20.Jh im Rokokostil)
- Herz-Jesu-Figur und Herz-Marien-Figur (um 1920)
- Geißelheiland mit roten Spottmantel und gefesselten Händen (2.Hälfte des 19.Jh.);
- hl. Konrad von Parzham, der einem vor ihm knienden Knaben ein Brot schenkt (1950).
- St.Martin, der seinen Mantel mit dem Bettler teilt (Ölbild, 1787)

Eine Besonderheit sind auch die vierzehn Kreuzwegtafeln, von denen zwölf zu Dreiergruppen zusammengefasst sind.
Auch der größte Teil der übrigen Ausstattung stammt -mit Ausnahme einiger Figuren und des Taufsteins- aus der Zeit des beginnenden 20.Jh. 

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Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte:
 
     Beschreibung 1895  Neubau 1902          Pfarrerliste
Ausstattung:

 Altarraum

 

 

 

 
  
 
   

Der Ort Giebing wurde im Jahr 1069 als Giebingen (bei den Leuten des Gibo) erstmals urkundlich erwähnt. Ein Udalrich de Giebingen erscheint als Zeuge unter Bischof Otto I. (1137-1158). Obwohl der Ortsname auf "ing" endet, dürfte Giebing nicht schon in der baiuwarischen Frühzeit entstanden sein, weil diese alten "ing"-Orte immer große Pfarrdörfer waren. Giebing bestand bis zum 16. Jh. nur aus 3 Vollbauern und vergrößerte sich erst durch Hand- u. Tagwerkersölden. Man nimmt an, dass Giebing im 9. oder 10. Jh. entstanden ist.

Geschichte der Kirche

Die erste Beschreibung einer Kirche in Giebing ist erst viel später, in der Konradinischen Matrikel von 1315   04) zu finden. Dort war sie unter dem Ortsnamen "Giebingen" als Filialkirche von Vierkirchen ohne Friedhof verzeichnet. Das Fehlen des Friedhofs ist eine Bestätigung der geringen Bedeutung von Giebing vor 700 Jahren.


Die gotischen Teile der Kirche
(Chor mit Stützpfeilern und Turm)

Gotischer Bau
In der Zeit der Gotik, bis 14. bis 15.Jh. wurde die Kirche neu errichtet. Von diesem Bau sind noch der durch abgetreppte Stützpfeiler stabilisierte Chor und der Kirchturm mit Satteldach erhalten (siehe Bild links). Im unteren Teil des Turms hat man sogar noch Teile der Vorgängerkirche aus romanischer Zeit gefunden.

Sunderndorfer'sche Matrikel 1524 04)
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wird sie als Marienkirche (immer noch ohne Friedhof) aufgeführt. Erst nach dem 16. Jh setzte sich das Michaelspatrozinium durch. In Giebing soll damals ein Beneficiat gewohnt; er wurde aus einem Benefizium besoldet, über das nichts bekannt ist.


Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Vierkirchen ist auch die Filiale in Giebing, immer noch als Marienkirche "Beata Virgo" erwähnt. Beneficiat und Frühmesser war "Georgius Scheirer ex Monaco" (= aus München). Er war gut katholisch geblieben und kannte sich in theologischen und liturgischen Fragen aus; auch wenn er die Absolutionsformel für die Beichte nicht aufsagen konnte. Über das Privatleben wird berichtet: Kommt selten auf Hochzeiten. Hat eine Köchin und vier Kinder. Die Kirche war nicht üppig ausgestattet. Vor allem Gemälde wurden vermisst ("in der kirchen nit vil gemeld").
Wenn Sie den ganzen Text des Visitationsberichts lesen möchten, klicken sie hier...

Dreißigjähriger Krieg
Von Schäden im 30jährigen Krieg gibt es keine detaillierten Berichte. Doch die Soldaten hatten auch Giebing nicht übersehen, denn die Zahl der Häuser, die zwischen 1550 und 1587 von 7 auf 16 angestiegen war und 1631 sogar 20 betrug, war 1649 auf 14 zurückgefallen. Sie waren wohl großenteils niedergebrannt; denn für 12 Anwesen wurden neue Käufer gesucht und gefunden.
Auch die Kirche war in Mitleidenschaft gezogen worden. 1630, zwei Jahre vor dem Schwedeneinfall, waren Glockenstuhl und Turmstiege ausgebessert und die Turmuhr vom Dachauer Uhrmacher Mathias Zächerl repariert worden.

Die Kirchenrechnung von 1650 berichtet vom Bau einer neuen Friedhofseinzäunung, die notwendig geworden war, weil die bisherige "von den Kriegs-Völckhern wider Zerrissen und das Holzwerch davon verprent worden" war. Der neue Zaun bestand aus 60 Pfosten und 105 Brettern mit 1000 Nägeln ("hat man braucht 60 Standter 105 prötter 1000 Nögl"). Auch die Weihe von drei Altären im Jahr 1710 könnte darauf hinweisen, dass die Soldaten die Kirche entweiht haben. Der große zeitliche Zwischenraum zwischen dem Ende des Krieges und dem Weihejahr ließe sich damit erklären, dass die Freisinger Fürstbischöfe von 1655 bis 1695 nur Fürsten waren und keine Bischofsweihe (z.T. nicht einmal die Priesterweihe) empfangen hatten. Der Kirchenrechnung von 1710 ist jedenfalls zu entnehmen, dass Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck (1695-1727) am 3.Juli 1710 drei Altäre geweiht hat.


Auszug aus einer Karte
von Philipp Finkh -1655
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In den Jahren bis 1689 hatte die Filialkirche keinen festen Kaplan oder Vikar, sondern einen Kooperator, der nach dem freien Willen des Vierkirchener Pfarrers von Jahr zu Jahr damit beauftragt wurde. Erst ab 1689 wohnte ein Vikar in Giebing in einem eigenen, "hübschen Haus". Der erste dieser Giebinger Vikare hieß Georg Simon Mörz. Zu seinem Lebensunterhalt stand ihm neben den Stolgebühren ein Widum (der Kirche gehörender Bauernhof) zur Verfügung. Zu diesem Benefizium gehörte auch die Schlosskapelle Giebing mit einer Kaplanei oder Frühmessstiftung. Von der ist bekannt, dass sie in den Jahren 1672/73 repariert wurde; der Zimmerer Georg Pürckh aus Vierkirchen erstellte dafür den Kostenvoranschlag mit geschätzten Baukosten von 65 Gulden.
Das Schloss -und damit auch die Kapelle- wurde 1803 abgebrochen.


Karte von 1721

Karte von Michael Wening 1700
Giebing und seine Kirche sind auch auf Landkarten aus den Jahren 1700 und 1721 zeichnerisch dargestellt.
Wening ging es vor allem um das Schloss Giebing, das im Vordergrund mit der großen Zwiebelkuppel rangiert. Dieses Schloss war seit 1607 im Besitz der Kammerberger. 1803 wurde es wegen Baufälligkeit abgebrochen. Die Kirche zeigt Wening mehr dokumentarisch weit entfernt im Hintergrund.

In der Karte des Kranzbergers Pflegskommissärs Joh.Anton Däxner vom Jahr 1721 (Beilage zu einem Bericht an die kurfürstliche Hofkammer in München) ist dagegen die Kirche als in der Größe gleichwertiges Bauwerk dargestellt.
Das tatsächliche Größenverhältnis dürfte in der Mitte zwischen beiden Bildern liegen.

Karte von Joh.A.Däxner - 1721


Umbau 1726
In den Jahren 1726 und 1733 hat der Dachauer Schlossmaurermeister Gregor Glonner (ca.1680-1745) zusammen mit seinem Palier Johann Lettner aus Dachau und Zimmermeister Jakob Öggl aus Vierkirchen (109 fl. .44 kr.) umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt, insbesondere die Erneuerung des einsturzgefährdeten Dachstuhls. Die Baumaßnahmen, die wohl schon fast einem Neubau gleichkamen, erforderten eine Summe von 778 Gulden. Das war für damalige Verhältnisse ein hoher Betrag. Allein der Glaser Georg Älbl erhielt für seine Arbeit 82 fl. 28 kr. Dabei hatten die Giebinger jedenfalls beim Dachstuhl auch selbst Hand angelegt. In der Kirchenrechnung von 1726 ist vermerkt, dass den Helfern "2 Eimer 50 Mass Praunes Pier zur ergözlichkeit abgegeben" worden ist. Mehr über Gregor Glonner, den Erbauer der Kirchen in Rudelzhofen, Oberbachern und Großberghofen, erfahren Sie hier...
Glaserarbeiten durch Georg Älbl zusammen mit Johann Mörtan für (den hohen Betrag von) 82 fl. 28 kr.

Aus dem Jahr 1733 ist bekannt, dass die Dachauer Künstler Nikolaus Prugger (1684-1769) aus der berühmten Dachauer Kistlerfamilie als Schreiner, dem Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (1709-1750) und dem Maler Johann Georg Hörmann (1665-1749) einen neuen Choraltar geschaffen haben. 14)


Matrikel 1738/40 04)
In den Jahren 1738 bis 1740 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben, zu denen ja Giebing damals noch rechnete. Zur "Ecclesia filialis s.Michaelis in Giebing" bemerkte er, sie sei eine Kirche, wie man sie überall im ländlichen Gebiet findet. Sie habe drei Altäre: der Hochaltar sei dem Patron St.Michael geweiht; auf ihm stehe der Tabernakel. Die Seitenaltäre hätten den hl.Leonhard und den Papst Silvester zum Patron. In dieser Matrikel wird auf das oben erwähnte Benefizium von 1689 verwiesen. Der Benefiziat, der die Gläubigen aus den Orten Giebing und Kammerberg seelsorgerisch betreute, hieß damals Jakob May; er war seit 1730 eingesetzt. Das Haus des Benefiziaten sei eine hinreichend große Wohnung, schreibt Schmidt. Das Kirchweihfest fiel auf Pfingstmontag. Im Friedhof um die Kirche stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Vierkirchener Vikar und der Landpfleger in Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses mechte diser Zeit gegen 4.000 fl. (=Gulden) ausmachen". Das war ein großes Vermögen.

Pfarreierhebung 1804
Am 5.Dezember 1804 wurde die Kuratie Giebing mit der Filialkirche in Kammerberg zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Zur neuen Pfarrei gehörten auch die Filialkirche Viehbach und die Orte ohne Kirche "Gramling, Pachenhausen und Milbertshofen" sowie 1 Haus in Lauterbach (Rest von Lauterbach zu Pfarreien Jarzt und Hohenkammer). Bis zur Pfarrerhebung hatten die Sonntagsmessen nur zwischen Giebing und Kammerberg gewechselt. Als 1804 Viehbach zur neuen Pfarrei Giebing kam, wechselte der Gottesdienst zwischen den drei Kirchen. Dies verursachte bei den Gläubigen in Kammerberg große Unzufriedenheit. Zur Besänftigung hat man die früher in Giebing gehaltenen Nachmittagspredigten in der Fastenzeit nach Kammerberg verlegt. 1817 stiftete der Kistlerbauer Jakob Höckmayr 50 Gulden zur Abhaltung (!) eines Kreuzwegs in Giebing.


Pfarrei 1817
  01)
Nach dem Bericht von Pfarrer Schwinghammer vom 27.11.1817 über die "Säkular-Pfarrey Giebing" hatte die Pfarrei folgende Mitglieder (Seelen):
Ort
Seelen
Häuser
Landgerichtsbezirk  
Giebing
  92
22
Dachau
Gramling
  15
  3
Dachau
Milbertshofen
  24
  3
Dachau
Kammerberg
200
42
Freising
Lauterbach (nur 1 Haus)
   5
  1
Freising
Viehbach
118
26
Dachau
Bachenhausen
  67
14
Dachau
 
521
111
Der Zustand der Pfarrkirche in Giebing: altgotische Bauart, klein, etwas derb.
Altäre sind dem Erzengel Michael, der schmerzhaften Muttergottes und dem hl.Sebastian geweiht.
Zustand der Filialkirche Kammerberg: Schön gebaut, geräumig und licht.
Altäre sind dem Johannes d.Täufer, Christus am Ölberg (von den Engeln gestärkt und Franz Seraph geweiht.
Die Einkünfte des Pfarrers betrugen damals 684 fl. (Gulden) und zwar:
  aus dem 33 ha großen Widdum (Pfarrbauernhof) 120 fl.  
  aus dem Zehent 346 fl  
  aus Stiftungen   32 fl  
  aus Stolgebühren (für Taufe, Trauung, Begräbnis) 188 fl  


Pfarrherrnwechsel 1820 
02)
Im Jahr 1820 war im Königl.Bayerischen Intelligenzblatt folgende Notiz zu lesen: "Seine Köngliche Majestät haben am 22.September l.J. die Pfarrey Petershausen, Landger.Dachau, dem bisherigen Pfarrer zu Giebing, Priester Joseph Schwingkammer, und die dadurch erledigte Pfarrey zu Giebing, obigen Landgerichts, nach der Classifications-Reihe der im Jahr 1813 dahier geprüften Pfarrcandidaten, dem Priester Melchior Geitner, Cooperator zu Einspach, allergnädigst zu verleihen geruht".

 

Beschreibung 1820  74), 75)
Der bischöfliche Registrator Martin von Deutinger erstellte im Jahr 1820 eine "Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate". Sie enthält auch einen Kurzbeschreibung der einzelnen Pfarreien.
Grundlage dafür waren die 1817 von jedem Pfarrer nach einem vorgegebenen Muster eingereichten Pfarrbeschreibungen.
Die Tabellarische Beschreibung blieb bis zum Werk von Anton Mayer und Georg Westermayer 10) die ausführlichste Darstellung.
Sie wurde von der bischöflichen General-Vicariats-Kanzley ohne Namensnennung von Deutinger herausgegeben.

Die Pfarrei Giebing wird darin (S.62) wie folgt beschrieben:

 
"Giebing ....

Vormals ein Curatbeneficium, worauf ein jeweiliger Pfarrer in Vierkirchen präsentirte, seit 1804 aber eine Säcul.Pfarrei. Pfarrkirche: Gottesdienst an Sonntagen abwechselnd mit den 2 Filialen, an allen Haupt- und Frauenfesten etc; Patron hl.Michael, Kw (Kirchweihfest): 1.Sonntag im Oktober (Pfingstmontag M.)

Kammerberg Gottesdienst jeden 3.Sonntag u. an einigen Festtagen, Patron hl. Joh. Baptist; Kw Sonntag darnach
Viehbach ... Patron hl. Laurentius; Kw 2. Sonntag nach Michaeli
Ottershausen Patron hl.Jakobus (u.Stephanus) Kw: Sonntag nach Mariä Geburt
Seelenzahl:
Pfarrei Haimhausen: 757 Gläubige in
130
 Häusern
Hofmark Kammerberg:     200 Gläubige in
42
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/4 Std
Dorf Lauterbach      61 Gläubige in
 10
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Std
Dorf Hörenzhausen :     72 Gläubige in
12
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Std
Dorf Inhausen:     43 Gläubige in
7
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std
Einöde Maysteig     14 Gläubige in
2
 Häusern, Entfernung von d.Pfarrkirche: 1/2 Std, Filialk:1/4 Std.
Dorf Ottershausen 145 Gläubige in
29
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std



Statistik

In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei.

Pfarrei

1816
: Pfarrei mit 521 Seelen
1817: Pfarrei mit 521 Seelen in 111 Häusern         
1824: Pfarrei mit 603 Seelen
40)
1826: Pfarrei mit 594 Seelen
03)
1830: Pfarrei mit 602 Seelen
41)
1840: Pfarrei mit 599 Seelen
42)
1845: Pfarrei mit 575 Seelen
47)
1850: Pfarrei mit 625 Seelen
43)
          (Besetzungsrecht: Bayer.König)
1855: Pfarrei mit 618 Seelen
48)
1860: Pfarrei mit 669 Seelen
44)
          (Besetzungsrecht: Bayer.König)
1865
: Pfarrei mit 679 Seelen 48)
1870: Pfarrei mit 710 Seelen 45)
1875: Pfarrei mit 699 Seelen
45)
          (Besetzungsrecht: Bayer.König)

1970
: Pfarrei mit 782 Seelen
1991: Pfarrei mit 896 Seelen
2010: Pfarrei mit 886 Seelen
 

Ortschaft Giebing (ab 1867 mit Gramling)

1475: Ortschaft mit  5 Häusern
1550
: Ortschaft mit  7 Häusern
1587
: Ortschaft mit 16 Häusern
1600:
Ortschaft mit 17 Häusern
1631
: Ortschaft mit 20 Häusern
1641: Ortschaft mit 14 Häusern
1649:
Ortschaft mit 14 Häusern
1666:
Ortschaft mit 16 Häusern
1721:
Ortschaft mit 16 Häusern
1752:
Ortschaft mit 18 Häusern
1771:
Ortschaft mit 22 Häusern
1794:
Ortschaft mit 18 Häusern
1817
: Ortschaft mit 92 Einwohnern in 22 Häusern 
1867: Ortschaft mit 143 Einwohnern in 52 Gebäuden
1868: Ortschaft mit 143 Einwohnern in 54 Gebäuden
1879
: Ortschaft mit 200 Einwohnern in 25 Häusern

Gemeinde Giebing

1852: Gemeinde mit 274 Einwohnern  56 Familien
1867: Gemeinde (Giebing+Viehbach) mit 268 Einwohnern,
         107 Gebäuden (= Häuser und Städel)
1867: Gemeinde (Giebing+Viehbach) mit 268 Einwohnern,
         107 Gebäuden (=Häuser und Städel)
1933: Gemeinde mit 143 Einwohnern
1939: Gemeinde mit 133 Einwohnern

Einen kurzen Blick auf die Erschwernisse der Seelsorge gibt eine Bemerkung des Giebinger Pfarrers Geitner aus dem Jahr 1825:
  "Der Piflizerbach und der Rettenbach läuft bei anhaltendem Regenwasser sehr und so stark an, daß selb(ig)er oft zwei bis drei Tage in diesem Zustand (bleibt). Allein im Notfalle ist die Kommunikation ohne Gefahr nie gehiendert,wenn ein
Seelsorger des Reitens kundig ist."



Bruderschaft:
Am 6.Mai 1844 wurde eine Herz-Mariä-Bruderschaft gegründet. Ablässe, die die Mitglieder erreichen konnten, waren die der Erzbruderschaft. Das Vermögen betrug 1870 ca. 178 Gulden.
 

Hinweis: Die Herz-Mariä-Bruderschaft geht zurück auf Abbe Desgenettes aus Paris, der im Jahr 1836 während der Messfeier eine übernatürliche Eingebung erhielt: "Weihe deine Pfarrei dem heiligen und unbefleckten Herzen Mariens, Zuflucht der Sünder!". Die daraufhin gegründete Bruderschaft des heiligen und unbefleckten Herzens Mariä zur Bekehrung der Sünder wurde 1838 von Papst Gregor XVI. in den Rang einer Erzbruderschaft erhoben und für die Gesamtkirche empfohlen. In der Erzdiözese Mch und Freising hat man die erste der inzwischen 53 Herz-Mariä-Bruderschaften 1843 in bei der Frauenkirche in München eröffnet.
Die Mitglieder sind gehalten, täglich ein Ave Maria für die Bekehrung der Sünder zu beten. Außerdem können sie an Wallfahrten der Bruderschaft, an Maiandachten und am Requiem für die verstorbenen Mitglieder teilnehmen.

Kirchenraub 1865
Aus dem Jahr 1865 wird von einem größeren Kirchenraub berichtet. Nächtliche Einbrecher stahlen Monstranzen, Ciborium, Leuchter und die schöneren Paramente (Kirchengewänder) und verschütteten die im Ciborium enthaltenen Hostien. Zwei Leuchter geringeren Wertes wurden in der Nähe von Geroldsbach wieder gefunden. Damals gründeten Giebinger einen "Verein zur immerwährenden Anbetung des allerheiligsten Altarsakraments" zur "Sühne für die damals dem Sakrament zugefügte Verun-ehrung. Dieser Verein erhielt die bischöfliche Bestätigung im Jahr 1865. Verpflichtung der Mitglieder: Täglich nach der hl.Messe das Memorare des hl.Bernhard mit 1 Vaterunser und Gebet "Hochgelobt sei das allerh.Sakrament des Altares" beten. Das Memorare des hl.Bernhard von Clairvaux lautet:
  "Gedenke, o gütige Jungfrau Maria, von Ewigkeit her ist es unerhört, dass einer, der zu dir seine Zuflucht genommen, deine Hilfe angerufen, um deine Fürsprache gebeten, von dir sei verlassen worden. Von diesem Vertrauen beseelt, eile ich zu dir, Jungfrau der Jungfrauen und Mutter. Zu dir komme ich, vor dir stehe ich seufzend als Sünder. Verschmähe nicht meine Worte, du Mutter des Wortes, sondern höre sie gnädig an und erhöre mich. Amen".

Beschreibung 1874
Kirche und Pfarrei Giebing sind auch in der "Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-84 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und -nach dessen Tod 1877- Pfarrer Georg Westermayer als Buch veröffentlichten. Diese bisher umfangreichste Diözesanbeschreibung sollte in erster Linie den praktischen Bedürfnissen der Diözesan- und Staatsverwaltung dienen. Daneben hat das Werk in Form von "kleinen Notizen" die Ergebnisse der aufblühenden orts- und lokalgeschichtlichen Forschung sowie die gedruckten Quellen und die von Heckenstaller und Deutinger gesammelten Unterlagen im Archiv des Erzbistums verwertet. Erste Grundlage dieser "Mosaikarbeit" waren Mitteilungen der Pfarrämter.

Über die Pfarrei Giebing schreibt er, sie habe 735 Seelen in 108 Häusern. Davon wohnten in Giebing selbst 145 Personen (in 22 Häusern), in Gramling 26 (3), Milbertshofen 35 (3), Kammerberg 250 (45), Viehbach 175 (27) und Bachenhausen 96 (7). Dazu kamen noch 8 Bewohner eines Hauses in Lauterbach. Die Einöde Bärnau war 1869 nach Jarzt umgepfarrt worden. Die Pfarrei habe einen Umfang von 1 1/2 Stunden, heißt es. Das Präsentationsrecht (Vorschlagsrecht für den Pfarrer) hatte der bayerische König. Der Pfarrer bewohnte ein Pfarrhaus, das nach Mayer "erst etwa 40 Jahre alt, aber leicht gebaut und sehr beschränkt" war. Die Ökonomiegebäude waren aber hinreichend. Zum Widdum gehörten 37 Tagwerk (12 ha) Grund der Bonität 11. Die Kirchenrechnung lautete: 1119 Gulden Einnahmen, 77 Gulden Ausgaben, Reinertrag 1042 Gulden.
Die Pfarrkirche St.Michael beschreibt Mayr mit den Worten::
  "Erbauungsjahr unbekannt. Ursprünglich gothisch, dann stillos verändert. Geräumigkeit nicht hinreichend. Baupflicht die Zehentberechtigten, d.s. die Gutsherrschaft von Hohenkammer und Reichertshausen, dann der Pfarrer von Giebing. (Baupflicht) am Cemeterium (Friedhof) die Gemeinde. Sattel-Thurm mit 2 Glocken. Cons(ecriert) von Bischof Johann Franz am 3.Juli 1710. Drei Altäre. Orgel klein. Gottesdienste: An Sonn- und Feiertagen abwechselnd mit Kammerberg und Viehbach; an den Hauptfesten stets in der Pfarrkirche. Stiftungen: 12 Jahrtage. Kreuzgänge: In der Kreuzwoche einmal nach Kollbach wegen eines Verlöbnisses zur Abwendung der Rinderpest und Felderumgang in derselben Woche mit Allerheiligstem. Den Mesnerdienst versah ein Gütler. Cantor war der Lehrer von Kammerberg. Das Kirchenvermögen betrug im Jahr 1870 rd. 7100 Gulden."


Beschreibung 1895 50)

Die Kirche von Giebing ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Dort ist jedoch nur die Marienfigur beschrieben:
   " Auf dem südlichen Seitenaltar S. Maria, sitzend, mit dem Kinde auf dem linken Arm; bemalte Holzfigur, anscheinend vom Ende
    des 15. Jahrhunderts, mit späteren Veränderungen. H. 80 cm. (Vgl. Math. Steinberger. Die Pfarrei Vierkirchen p. 43 ff.)"




Bericht über den Bau der Kirche 1902

Die heutige Kirche wurde im Wesentlichen 1902 gebaut. Nur der mit drei Achteckseiten schließende Chor mit seinen dreifach abgetreppten Stützpfeilern und der Turm (wohl Mitte 15.Jh) stammen noch von der alten ursprünglich gotischen, danach barockisierten Kirche. Die Langhauswände sind durch Lisenen gegliedert. Über dem Südwestportal ist eine kleine Vorhalle errichtet. Die Sakristei auf der Südostseite wurde um 1900 im Rahmen des Neubaus erbaut. An der Südwand des Langhauses steht im Friedhof eine kleine Kriegerkapelle.
Aus den Kirchenrechnungen ist zu sehen, dass die alte Kirche einen im Jahr 1630 errichteten Hochaltar mit vier Säulen vom Dachauer Kistler Niclas Prugger (gest.1670) besaß, der wohl nach dem Neubau des Kirchenschiffs 1733 vom Enkel Nikolaus Prugger (1684-1769) überarbeitet, vom Dachauer Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750) mit Engelsfiguren versehen und vom Maler Johann Georg Hörmann (1672-1749) gefasst wurde. Hörmann hat auch das Michaelsbild für den Altarauszug gemalt. Prugger und Schuhpaur arbeiteten des Öfteren zusammen. Bekannt ist dies neben Giebing auch von Etzenhausen, Kreuzholzhausen und Puchschlagen (jeweils Choraltar). Der genannte Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur und Maler Franz Mayr (1707-1752) schnitzten und fassten 1740 die Urständ Christi.

Von 1726 bis 1733 war das Kirchenschiff neu gebaut worden. Doch der Bau scheint nicht von guter Substanz gewesen zu sein. 170 Jahre später, so um die Wende vom 19. ins 20. Jh., war das Kirchenschiff jedenfalls wieder in einem schlechten baulichen Zustand (während sich der 500 Jahre alte gotische Chor noch immer recht gut hielt). Zudem hatte sich der Turm gesenkt und drohte umzufallen. Und schließlich war der Raum für die gewachsene Zahl der Gläubigen zu klein geworden.

Deshalb nahm Pfarrer Hugo Benl, der am 1. Dezember 1899 als Pfarrvikar und designierter Pfarrer nach Giebing gekommen und am 26. Mai 1900 feierlich installiert worden war, im Jahre 1902 den Bau einer neuen Pfarrkirche in Angriff. Der schiefe Turm bekam im Chorinneren und an der Turmaußenmauer jeweils eine Stütze. Der Altarraum blieb stehen.
Pfarrer Benl leitete den Bau der Kirche selbst, stellte die Arbeiter ein, die fast alle aus der Pfarrei waren, bezahlte und beaufsichtig-te die Arbeit und ließ sich nur in technischen Fragen vom Bezirksbaumeister Oskar Scholz aus Dachau beraten.
Nach einem feierlichen Gottesdienst begannen am Montag dem 10. März 1902 die Abbrucharbeiten. Schon vier Tage später waren diese Arbeiten abgeschlossen.


Kirche vor dem Umbau 1901
Am 30.April fand eine schöne Hebauffeier statt. Drei Monate später, am 2.August war der Kirchenneubau schon fast vollendet; wegen der Ernte wurde der Weiterbau aber bis September ausgesetzt. Schließlich kamen viele der Arbeiter aus der Landwirtschaft. Nach wenigen Tagen Arbeit im September war der Kirchenneubau fertig (ähnlich schnell verlief der 7 Jahre früher der Bau der Thalhausener Kirche). Der Architekt Josef Stärk aus Nürnberg lieferte Altäre, Kanzel und Kommunionbank dem Baustil des Kirchenschiffs entsprechend in neuromanischen Formen. Der Kirchenneubau hatte nur 15.450 Goldmark gekostet. Dazu kamen 9000 Goldmark Eigenleistung und 22.311 Mark für die Inneneinrichtung. Stilistisch ist der äußere Kirchenbau dem Historismus zuzurechnen, einer Mischung aus romanischen bis barocken Elementen.

Kirche während des Umbaus 1902

Am 25.September 1902 fand die Konsekration der neuen Pfarrkirche durch den Erzbischof von München und Freising, Josef von Stein statt. Am Vorabend wurde der Erzbischof durch Reiter und Wagen in Unterbruck (wo sich eine große Poststation befand) abgeholt. In Giebing bei der Brücke hatten sich die Geistlichen der näheren Umgebung postiert, um auf den Bischof zu warten. Bei seiner Ankunft wurde er von der Schwester des Pfarrers, Maria Benl, mit "sinnlichen Gedichten" begrüßt. Anschließend setzte sich der Zug mit den mitgebrachten Reliquien in Richtung Kirche in Bewegung. Dort angekommen, zog der Oberhirte unter den mächtigen Klängen der neuen Orgel ein. Nach einer kurzen Ansprache rezitierte der Erzbischof mit dem anwesenden Klerus die Stundengebete. Am Donnerstag, dem 25.9.1902 folgte die Weihe (Konsekration) der Kirche mit einer anschließenden Pontifikalmesse. Hernach folgte die feierliche Rückkehr in den Pfarrhof, wo einige geistliche Herren mit dem Oberhirten zu Tische saßen.


Bittgänge

Aus den Kirchenrechnungen ist bekannt, dass die Giebinger alljährlich nach Neufahrn und zum Kloster Taxa wallfahrteten ("Creuz Gäng nacher Neufahrn und Täxa verrichten"). Die Fahnenträger und die Sänger erhielten dafür ein kleines Zehrgeld von 26 bis 30 Kreuzern.
 

Kreuzgang nach Neufahrn
Eine Wallfahrt führte nach Neufahrn bei Freising zur hl.Wilgefortis (St.Kümmernis). St.Kümmernis war eine fiktive Heilige, die ihre Existenz einer Verwechslung verdankte. Man glaubt in einem Bildnis des gekreuzigten Christus mit Tunika eine andere Heilige zu erkennen. Die Besonderheit von Wilgefortis war der Bart, der ihr der Legende nach gewachsen sein soll, damit sie für Männer nicht mehr attraktiv war. Als Wilgefortis wurde sie 1583/86 ins Martyrologium Romanum aufgenommen, inzwischen aber wieder gelöscht. St. Kümmernis wurde von Frauen und Männern angerufen: in Liebesangelegenheiten, bei Beziehungsproblemen, Familienzwist, Sorgen um Fruchtbar-keit in Haus und Hof oder bei Krankheiten (spezifisch Frauenkrankheiten). Von Männern wurde sie zusätzlich bei Kriegsgefahr und Gefangenschaft um Fürbitte gebeten. Die ersten Nachweise stammen aus den Jahren 1626-29. In den Kriegs- und Pestjahren 1632, 1634 und 1649 fiel die Wallfahrt aus. In allen übrigen fast 150 Jahren bis 1786 aber gingen die Dachauer nach Neufahrn, das aber von der Besucherzahl nur ein kleiner Wallfahrtsort war.
Kreuzgang zum Kloster Taxa
Die Wallfahrt zum Kloster Taxa war in erster Linie eine Marienwallfahrt. Doch in der Klosterkirche befand sich auch eine Kreuzreliquie, die viele Pilger anzog. Die Kirche hatte sogar beide Patrozinien: der Altarraum war St.Maria, das Kirchenschiff dem hl.Kreuz geweiht.
Hauptanziehungspunkt war aber die Muttergottesfigur mit Kind, die von einer sternförmigen Aureole umgeben war. Die Wallfahrt war ja entstanden, weil 1618 ein Hühnerei mit dem Relief eines Strahlenkranzes gefunden worden war. Zudem glaubte man, darin auch noch einen Frauenkopf zu erkennen. Im 18.Jh wallfahrteten bis zu 60.000 Pilger alljährlich nach Taxa. Es war damals -noch vor Altötting- die größte Marienwallfahrt Bayerns. Die meisten kamen wegen akuter oder überstandener Krankheiten, Gefahren und Schäden aller Art. Viehseuchen sind seltener verzeichnet; zweimal ist von einer Hühnerkrankheit die Rede.
"Die Wallfahrt in Taxa, so schrieb Hans Grassl, war über den Petersberg und Altomünster hinaus das eigentliche geistliche Zentrum des Dachauer Hinterlands, wirklich der Ort, an dem sich das bäuerliche und monastische Leben (Mönchsleben) am innigsten berührten".
Die wohl dreischiffige Kirche mit ihren 13 Altären, war größer als die Kirche im Kloster Indersdorf. Die Wallfahrt bestand bis zum Abriss des Klosters Taxa im Jahr 1803.


Heutige Kirche


Turm mit Strebepfeilern
Die Kirche liegt am Nordostrand des Dorfes inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Das fünfachsige Kirchenschiff ist ein schlichter neuromanischer Bau. Die Fassade wird nur durch Lisenen und die Rundbogenfenster gegliedert. Noch eine Woche vor Abbruch des alten Kirchenschiffs hatte das Generalkonservatorium versucht, eine Stiländerung zu erreichen, da ein Bau in romanischen Formen im Gegensatz zur gotischen Anlage des Chores stünde. Dieser Einspruch ging jedoch ins Leere: Während der Vorschlag des Generalkonservators unter den Beamten noch diskutiert wurde, hatte der Pfarrer die Fundamente für den Neubau bereits gelegt.

Von der alten Kirche ist neben den Mauern des Altarraums noch der Turm erhalten, der im unteren Bereich sogar noch romanische, im oberen Teil gotische Bausubstanz aufweist. An der Nordseite wird er durch zwei mit Holzschindeln abgedeckte Strebemauern gestützt (siehe Bild links). Auch der Zugang vom Altarraum in das Erdgeschoss des Turms besitzt einen Spitzbogen aus gotischer Zeit.

Derzeit hängen im Turm drei Glocken. Eine davon wurde 1950 von Karl Czudnochowsky in Erding gegossen. Ob eine der beiden in den Jahren 1514 und 1522 von Leonhard Keller (Mch) für Giebing erstellten Glocken oder die 1664 von Bernhard Ernst aus München für Ampermoching gegossene und später nach Giebing verbrachte Glocke noch vorhanden sind, konnte ich noch nicht ermitteln.

Eine Übersicht über die ältesten Glocken im Landkreis Dachau finden Sie hier...

An der äußeren Südwand des Kirchenschiffs ist eine kleine Kriegerkapelle angebaut. Darin hängt ein Holzkruzifix aus neuerer Zeit, umgeben von runden Gips-Reliefs mit Jesus und Maria (Durchmesser 37 cm) aus der Zeit um 1910/15.

Epitaphe

In die Ostwand der Kirche sind zwei Epitaphe untereinander eingelassen.
Das obere erinnert an Pfarrer Franz Seraph Lettner, der 1853 im Alter von 47 Jahren starb. Er war von 1849-1853 Pfarrer von Giebing.
Der eingravierte Text auf dem Epitaph lautet:
   "Hic jacet R.D. Fr.Seraph Lettner Toelzensis qui hac parochia per 4 annos diligenter ad ministrata
    scholaque Camerbergensi constituta, 47 aetatis anno 8vo Febr.1853 morbo brev decessit. R.I.P. "

Das untere Epitaph gedenkt des Pfarrers Martin Rauscher, der am 15.Sept.1806 hier starb.
Der Text lautet:
   "Hic jacet R.D. Martin Rauscher prim. Paroch. hujus propterea in multis offentus requiescit hunc in Pace.
    Obiit die 15. Spet. (sic) ao. 1806. R.I.P. "


Epitaph 1853


Epitaph 1806


Restaurierungen

1630 - Turmstiegen und Glockenstuhl repariert (durch Georg Stölzl aus Ampermoching)
1726 - Glaserarbeiten durch Georg Älbl zusammen mit
Johann Mörtan für (den hohen Betrag von) 82 fl. 28 kr.
1952 - Übertünchung der Gemälde von 1906
2004 - Bei der letzten Renovierung wurden die Gemälde, die 1952 mit weißer Farbe übertüncht worden waren, wieder freigelegt.
           Wenn Sie die Kirche vor der Renovierung 2004 sehen möchten, klicken Sie hier...

Innenausstattung

1904 wurde die Innenausstattung (drei Altäre, Orgel, Kirchenfenster, Betstühle, Beichtstühle, Türen, Treppen, Kreuzwegbilder, Apostelleuchter) fast völlig erneuert. Teile des alten Hochaltars, der 1733 vom Dachauer Maler Johann Georg Hörmann (1672-1749) gefasst worden war, wurden verkauft oder landeten auf dem Kirchenspeicher in Viehbach (nicht mehr vorhanden); der Drehtabernakel kam nach Weng. Der Erlös aus dem Verkauf sollte der Ausmalung der Kirche zugutekommen.


Altarraum

Fenster SchutzengelFenster St.MIchaelMuttergottesSt.LeonhardSt.NepomukJesuskindVortragekreuzAmboChorbogenChorbogenFenster St.JosefWandgemäldeMuttergottesSt.LeonhardSt.NepomukJesuskindVortragekreuzAmboChorbogenChorbogenFenster St.Josef
Altarraum

Der eingezogene Altarraum und das Kirchenschiff sind flach gedeckt und im Stil der Zeit des beginnenden 20.Jh farbenfroh ausgemalt.

Die farbliche Zusammensetzung erinnert fast an eine orthodoxe Kapelle. Die den Betrachter fast verwirrende Vielzahl der verschiedenen Ornamente ist dem Jugendstil eigen. Sie zeigen stilisierte, flächig geschwungene Motive, die manchmal der Natur nach-empfunden, aber nicht naturalistisch gestaltet sind.

Der Jugendstil entstammt der profanen Malerei und wurde in Kirchen wohl auch deshalb selten verwendet, weil er in der Regel keine theologische Aussagekraft hat.


Decken- und Wandgemälde im Altarraum

Die Ausmalung der Kirche erfolgte vier Jahre nach dem Bau, 1906. Die zunächst eingeholten Skizzen und Kostenvoranschläge von den Münchner Malern Franz Hoffmann, Anton Spöttl und A.Niedermaier wurden von Pfarrer Benl und der von ihm eingeschal-teten Königlichen Kunstgewerbeschule abgelehnt. Erst die Entwürfe des Künstlers Hans Hofmann fanden Anerkennung. Er berück-sichtigte die von der Kunstgewerbeschule bemängelten Aspekte und erhielt schließlich den Auftrag zur Ausmalung. Die kolorierten Zeichnungen von damals sind noch im Pfarrarchiv erhalten. Diese Entwürfe waren aber noch in den Stilformen des Historismus gehalten.

Den Übergang vom Historismus zum Jugendstil schaffte erst der für die figürliche Ausmalung hinzugezogene Maler Hans Kögl (um 1880 bis 1930), von dem die Entwürfe stammten. Die beiden Künstler und Kögl erarbeiteten für die Kirche ein Konzept, das den Stil des späten Historismus mit dem damals aktuellen Jugendstil verknüpfte. Sie waren auch beeinflusst von der Beuroner Schule, die ein sog. hieratisches, d.h. von allen Anzeichen menschlicher Individualität befreites Kultbild pflegte. Die Künstler entwickelten dieses Kultbild fort. Dies spiegelt sich in Giebing z.B. in der Sitzhaltung der Figuren, Gestaltung der Gesichter oder der Gewänder wider. Es sind symbolhafte Kompositionen mit streng stilisierten figürlichen Darstellungen. Die Figuren wurden - wie erwähnt- von Hans Kögl gemalt, die ornamentalen Rahmungen von Hans Hofmann erstellt. Auch an der Auswahl der Bildmotive war Pfarrer Benl maßgeblich beteiligt. Thematisch war die Kirche als "Engelskirche" bezeichnet worden. Neben dem Erzengel Michael enthält sie weitere Engelsabbildungen, darunter Anbetungsengel, Schutzengel, musizierende Engel und sechsflügelige Seraphim. Auf früheren Gemälden im Langhaus waren die neun Chöre der seligen Geister, die den Sohn Gottes in Brotsgestalt (gehalten von St.Michael) anbeten und die Anbetung des Gottessohnes in der Krippe durch die himmlischen Geister dargestellt.
mehr über den Künstler Hans Kögl finden Sie hier...


von 1952-2000
Während der Renovierung 1952 wurden die Gemälde auf Betreiben von Prof. Blatner vom Landesamt für Denkmalpflege überweißelt und damit "die gesamte unschöne Ausmalung des Raumes beseitigt". Heinrich Pickl malte damals die Kirche teilweise neu aus und schuf, so der Kunstreferent Dr.Rohrmann bei der Einweihung 2004, "einzelne Deckenbilder in einem kargen, unvollendeten Raum". Wenn Sie sich den damaligen kargen Raum näher ansehen möchten, klicken Sie auf die kleinen Bilder.

von 1952-2000

Bei der Renovierung in den Jahren 2000-2004 wurden wiederum die Gemälde von Pickl kaschiert/übermalt, um sie so weit wie möglich zu erhalten. Im Altarraum wurde aber durch die Kirchenmaler Hornsteiner und Ricarda Dietz der alte Zustand von 1906 wieder hergestellt. Ein altes Foto aus der Zeit vor 1952 zeigt, wie gut diese Restauration gelungen ist. Klicken Sie darauf....

vor 1952

Als Vorbild für die Decken- und Wandmalereien dienten sowohl motivisch wie stilistisch Malereien und Mosaike des Mittelalters, vornehmlich des 12. Jahrhunderts. So sind vergleichbare Felderungen aus der hochmittelalterlichen Buchmalerei bekannt; die dichte Ornamentierung erinnert mit den hellen, Perlschnur-artigen Akzenten ebenso an frühchristliche Mosaikkunst.

Das große Gemälde an der Decke des Altarraums zeigt vor einem sternenbesetzten blauen Hintergrund Jesus Christus als Pantokrator, als Herrscher der Welt, als Weltenrichter, als Majestas Domini. Er sitzt, in ein kostbares Gewand gekleidet, auf einem bemalten Thron inmitten einer ornamental reich ausgestalteten kreisförmigen Gloriole.

Pantokrator

In der linken Hand hält er die Bibel, die rechte Hand hat er segnend erhoben. Seine Füße mit den sichtbaren Wundmalen ruhen auf der blauen Weltkugel. Das Bild ist von mehreren wellen-förmigen Linien und einem Schriftband umgeben. Der Text auf dem Schriftband gibt ein Zitat aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus wieder, der einen Lobpreis göttlicher Barmherzigkeit bedeutet:
  "FIDEUS SERMO ET OMIN ACCEPTIORE DIECUS CHRISTUS JESUS VERI IQ NUNC MUNDEM PECCATORES SAVOSFAGERE QUORUM PRIMUS EGO SUM AMEN" (Christus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen).
Umgeben wird der Pantokrator von den vier Evangelisten in kleineren Rundbildern. Ihre Namen sind mit Goldschrift in die Bilder eingetragen.

Anbetungsengel
 Östlich und westlich des Gemäldes sind Anbetungsengel mit Kreuzen und Räucher-schalen zu sehen.


Fries

Umgeben wird das Deckengemälde von einer Ornamentleiste und -am Übergang von der Decke zur Wand- von einem gemalten Fries. Dieses Fries besteht aus vielen Kästchen, in die Kleinsymbole, Ziffern oder stilisierte Gegenstände gemalt sind; ob sie eine symbolische Bedeutung haben, einen verschlüsselten Code darstellen oder willkürlich eingezeichnet wurden, ist auch Kunstexperten (noch) nicht bekannt.
Unter dem Fries wurde auf einem hellrosa Band eine Umschrift mit folgendem Text gemalt:
ARCHANGEL MICHAEL CAELO TUI TE PRINCEPEM SUPER OMNI PRINCEPS GLORISSIME MICHAEL ARCHANGELE ESTO MEMOR NOSTRI : HIC ET UBIQUE SEMPER PRECARE. ANGELI DOMINI DOMINUM BENEDICTE IN AETERNUM ALLELUJA

Unterhalb der Umschrift, im oberen Teil der Wand, erstreckt sich ein breites blaues Band mit den Namen der zwölf Apostel in Goldschrift. Der Mittelteil der Wand ist mit hellgrünen Feldern verziert, der untere Teil rosa gestrichen. Dazwischen wieder eine Ornamentsleiste mit Kreuzen in runden Feldern.

Oratorien


Oratorium
An beiden Seiten der Chorwände sind Oratorienfenster zu sehen. Durch sie konnten die Schlossherren unbeobachtet der Messe beiwohnen.
Unterhalb der Oratorien sind größere Bilder mit Ornamentrahmen gemalt mit den Inschriften: "Salve Regina, mater misericordae, vita dulcedo et spes nostra salve" (links) und "Emanuel Rex et Pater noster" (rechts) unter einem Kreuz vor rundem blauem Hintergrund und Vögeln in den Ecken. Vögel sind in der religiösen Kunst Sinnbild für das Paradies. Beim Kreuz sind die Kreuzbalken mit Blätterornamentik, der Mittelpunkt mit einer Blüte verziert.
Oratorium
Oratorium
Über den Oratorienfenstern sind Medaillons mit einem großen Buchstaben angebracht, die mit dem
Text unterhalb der Oratorienfenster korrespondieren. Das große "M" links weist auf Maria hin, das große "H" rechts könnte Heiland bedeuten.

 

Hochaltar /Choraltar

Der drei Meter breite Hochaltar selbst ist fast unscheinbar. Er besitzt kein hohes Retabel ; dessen Funktion teilen sich der Tabernakel mit den Nischenverbreiterungen sowie die Wandgemälde am Chorschluss und die drei farbigen Jugendstilfenster. Nach dem 2.Weltkrieg war der Hochaltar noch mit einem Bild des Freisinger Malers Johann Baptist Deyrer (1738-1789) aus dem Jahr 1787 geschmückt. Es hing ursprünglich in der Biberbacher Kirche und kam 1920 nach Giebing.
Nach Aussage des Kunsthistorikers Steffen Mensch erinnert der Giebinger Hochaltar in seiner Gestaltung an rheinische Reliquien-schreine des 12. Jahrhunderts, die auch Vorbild für den wenige Jahre zuvor entstandenen Tabernakel von St. Benno in München waren.

 

Antependium
Das Antependium des Altars ist mit Sandsteinreliefs (ornamentale Kreuze) versehen



Tabernakel

Der vergoldete neuromanische Tabernakel aus Holz ist an den Türen mit geschnitzten Kreuzen und zwei Lämmern verziert. Er wurde im Rahmen des Neubaus um 1902 erworben. Darüber die Inschrift: "Sanctus, Sanctus, Sanctus und Dominus Deus Sabaoth (Worte aus dem Sanctusgebet der Messe).
Neben dem Tabernakel stehen in flachen Nischen vier Engel mit Traube und Ährenbündel, einer Lyra und einem Weihrauchfass und einer ehernen Schlange in den Händen.

Tabernakel
Darunter die Inschrift: Adoramus te, gratias agimus, suscipe deprecationem miserere nobis" (Worte aus dem Gloria der Messe).
Auf dem Mittelteil des Tabernakels steht ein säulen-gestützter, halbrund schließender Aufsatz, in dem vor einem Strahlenkranz die Figur einer Heilig-Geist-Taube schwebt.
Unter dem Tabernakel ist am Altarstein ein Umschrift "SIGNANTEM CHRISTUM PUERUM PATER IMOLAT ISTUM" eingraviert.

Vor dem Neubau, im 19.Jahrhundert, besaß Giebing einen wertvollen Drehtabernakel. Der wurde 1902 nach Weng verkauft, um den Neubau des Kirchenschiffs zu finanzieren.
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Hinter dem Altar sind im Chorschluss zwei überlebensgroße stehende Anbetungsengel gemalt mit Textauszügen aus dem Gloria:
"Tu solus sanctus, tu solus dominus".

Anbetungsengel
Darüber sind an der Wand zwei schwebende Engel zu sehen, die mit ihren Händen ein Medaillon halten. Darin ist ein Pelikan abgebildet, der die Jungen mit seinem Blut ernährt.
 


Hinweis: Was hat der Pelikan mit dem Geschehen auf dem Altar zu tun? Im Mittelalter war das Aussehen des exotischen Vogels in unseren Breiten nicht bekannt. In alten Büchern (Bestiarium,Physiologus) wird berichtet, dass der Pelikan seine Brust aufreißt, um mit dem eigenen Blut die Jungen zu ernähren; er galt deshalb als Sinnbild für Aufopferung und als Symbol für Christi Todesopfer.
Thomas v.Aquin (1225-1275) schreibt in seinem Hymnus "Adoro te devote":   
     Frommer Pelikan, Herre Jesus, reinige mich Unreinen durch dein Blut,
     davon ein Tropfen erlösen kann die ganze Welt von jeder Sünde". 32)

Die ersten künstlerischen Darstellungen des Pelikans wurden schon im 3.Jh. nachgewiesen. Biologisch ist dieser Bericht vom Pelikan heute überholt. Die Fabel entstand wohl, weil die Art und Weise, wie der Pelikan seine Jungen aus dem dehnbaren Kehlsack heraus füttert, indem er dabei den Schnabel auf die Brust stemmt, um die Fische einfacher auswürgen zu können und dabei seine weißen Federn mit dem Fischblut rötet, falsch gedeutet wurde.



Fenster

Die Laibung der romanisierenden Rundbogenfenster des Altarraums sind mit einer reichen ornamentalen Ausmalung geschmückt. Die Glasgemälde in den Fenstern wurden von der Glasmalerei-Anstalt Ostermann & Hartwein erstellt.
Zwischen und unter den Engeln an der Rück-wand den befindet sich das mittlere Fenster mit einem Glasgemälde des hl. Michael beim Engelssturz. Michael stößt einen Spieß in den Leib des Luzifer, der als geflügeltes und gehörntes Teufelchen dargestellt ist (nach Guido Reni).
      
Heilige Familie       -       St.Michael       -      Schutzengel
Die beiden Fenster zur linken und rechten Seite des Altars (Inschrift: Anno Domini 1902) sind der Heiligen Familie und dem Schutzengel (mit zwei Kindern) geweiht. Die Darstellungen entsprechen dem süßlichen Stil der damaligen Zeit, der sich auf vielen Heiligenbildchen und Schlafzimmerbildern bis in die Zeit nach dem 2.Weltkrieg erhalten hat. Schön bemalt sind auch die Laibungen der Fenster.
Über den beiden äußeren Fenstern des Altarraums enthalten Medaillons die griechischen Buchstaben Alpha und Omega.
  Hinweis: Diese beiden Buchstaben sind der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Sie beziehen sich auf Kap.1 Vers 8 der Offenbarung: "Gott der Herr sagt, ich bin das Alpha und das Omega, der ist und der war und der kommt, der Herr der ganzen Welt." Die frühchristliche Kunst hat die Alpha- und Omegazeichen im Besonderen auf Christus bezogen; zum einen, weil er nach Offb.. 22,13 als kommender Richter dasselbe aussagte und zum anderen, um die von den Arianern bestrittene Wesensgleichheit (Göttlichkeit) von Christus mit Gottvater zu betonen.
Hinweis: Die liturgische Verehrung der Schutzengel hat sich vor allem im 15. und 16. Jahrhundert verbreitet, zunächst in Verbindung mit dem Fest des Erzengels Michael (29. September); 1670 hat Papst Klemens X. das Schutzengelfest für die ganze Kirche vorgeschrieben und auf den 2. Oktober festgelegt. Der Glaube an die Schutzengel stützt sich vor allem auf Mt. 18, 10. Dort ist zu lesen: Hütet Euch davor, einen dieser Kleinen zu verachten. Denn ich sage Euch Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.


Figuren im Altarraum

An den Wänden des Altarraums stehen vier Figuren auf Postamenten.

Muttergottes
15.Jh.

 

Links eine thronende Muttergottesfigur aus dem 15.Jh, die Anfang des 20.Jh mit einer historisierenden Neufassung versehen wurde. Maria ist in ein mit vielen Ornamenten verziertes gold-blaues Gewand gekleidet. Sie trägt eine Krone auf dem Haupt; in der rechten Hand hält sie ein Zepter (beides mglw. spätere Ergänzungen).
Auf ihrem Knie sitzt das Jesuskind, das in der linken Hand einen Reichsapfel balanciert und mit der anderen nach einer Beere greift, die ihm Maria mit den Fingern ihrer rechten Hand anbietet. Die Figur hat Platz vor dem Teil des Wandgemäldes gefunden, der mit dem Textbeginn des "Salve Regina" in besonderer Weise der Muttergottes gewidmet ist. Die Figur stand vor der Renovierung auf einem Steinsäule unter dem Chorbogen.
Die Figur wird auch -als einziges Kunstwerk von Giebing- im Verzeichnis
der Kunstdenkmale von Bayern zu finden, das 1895 von Prof. von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums erstellt wurde. 50)

Hinweis: Der Apfel war schon im Altertum Sinnbild für den Kosmos, später auch für die Erde, nachdem man deren Kugelform erkannt und akzeptiert hatte. Der mit dem Kreuz versehene Reichsapfel in der Hand des Königs ist seit 1191 Teil der königlichen Insignien und symbolisiert den von Gott verliehenen Herrschaftsanspruch. Gleiches gilt auch für das Jesuskind. Hier kommt aber die weitere Bedeutung des Apfels als Paradiesapfel und Sinnbild für den Sündenfall hinzu: Jesus weist den Betrachter darauf hin, dass er durch seinen Tod die Erbsünde überwindet.

St.Leonhard
Bei der nächsten Figur handelt es sich um ein Bildnis des hl. Leonhard, im Mönchsgewand, mit Abtsstab und Gefangenenketten. Der Heilige hält die Ketten aber nicht -wie sonst üblich- in den Händen, sondern ist selbst an die Ketten gefesselt.
Der lange Abtsstab ragt sehr schräg in den Chor hinein und stört dadurch etwas die auf waagrechte und senkrechte Linien aufgebaute Komposition des Altarraums.
Figur des hl. Johannes Nepomuk, mit Birett, Mozetta, Stola, Rochett und einem Märtyrerpalmzweig in der Hand. Die Mozetta, das mit einer Knopfreihe vorne geschlossene Schultertuch ist dem höheren Klerus vorbehalten. Das Wort kommt vom italienischen Wort für "abgeschnitten". Rochett (it.Rock) bezeichnet ein mit Stickereien verziertes weißes Hemd, das über dem schwarzen Talar getragen wird. Das Birett ist eine quadratisch geformte Mütze mit vier Stegen (Kardinäle nur drei Stege), das außerhalb des Gottesdienstes den Kopf der Priester bedeckt.
Beide Figuren wurden zu Beginn des 20.Jh angefertigt, als die neu gebaute Kirche ausgestattet wurde. Allerdings wurden sie im Stile des Rokoko geschnitzt. Der Palmzweig stellt den Sieg des Märtyrers über Welt und Fleisch dar. Er nimmt Bezug auf die Offenbarung des Johannes (Apo. 7,9), in der es heißt: "Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen ... Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen".

Jesuskind

1880
Rechts vorne steht vor einem weiteren Feld der Wandmalerei, das mit einem roten Kreuz auf blauem Hintergrund geschmückt ist, ein segnendes Jesuskind, mit einem kleinen Holzkreuz in der Hand. Sowohl das Gewand von Jesus, als auch der Sockel der Figur sind mit Sternen geschmückt.
Die Statue wurde in der Zeit um 1870/80 geschnitzt. Unter ihr sind in der Wandmalerei die Worte "Emanuel Rex et Pater noster" (Emanuel ist unser König und Vater) zu lesen.

 

Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar ergibt das Bild eines Marmor-altars mit rotem Rahmen um den grauen Stein, aus dem Ornamente in Form von Kreuzen herausgearbei-tet sind. Doch der Altar besteht aus Holz und ist täuschend echt marmoriert. Die Ornamentik stammt von der früheren Kommunionbank.
Gleiches gilt für den aus dem selben Material bestehenden Ambo.


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsalter ersetzt nun liturgisch voll den Hochaltar. 53)

mehr zur Geschichte der Zelebrationsaltäre:
hier klicken...

 
  Hinweis: Die Kommunionbänke entwickelten sich aus den Cancelli (lat.Gitter), den Altarschranken altchrist-licher Kirchen, die den Gemeinderaum, d. h. das Kirchenschiff, vom Altarraum trennten. An diese Kommunionbank knieten sich früher die Gläubigen, die kommunizieren wollten. Der Priester reichte von der dem Altarraum zuge-wandten Seite der Kommunionbank die Hostie aus dem Kelch. Ein Ministrant hielt unter das Kinn des Gläubigen die Patene, um ein Herunterfallen der Hostie zu vermeiden. Im Rahmen der Liturgiereform um 1970 wurde die Kommunionbank in den meisten Kirchen abgebaut, um so eine Einheit zwischen dem Priester und der Gemeinde zu schaffen. Zudem ist nach herrschender Auffassung der Altar auch Tisch des österlichen Mahles; von ihm empfangen die Gläubigen die Kommunion.


Sakristei

An der rechten Seite des Altarraums liegt der Zugang zur Sakristei. Darin werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften aufbewahrt. In der Sakristei ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig bzw. geweiht".


Chorglocke

Neben der Rundbogentüre hängt die Chorglocke in einfachem Eisengestänge mit Eisen-klingelzug. Sie gibt das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes. Die Glocke wird geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.
In der Sakristei sind zwei Fresken zu sehen:
• An der Decke ist die Hl.Dreifaltigkeit in Form eines Auges im Dreieck dargestellt.
   Es ist von einem Strahlenkranz umgeben und wird von blauen und weißen Wellenlinien
   umrahmt.
• Über die Sakristeitüre ist ein blaues Tuch mit goldenen Fransen gemalt. Ob dieses
   Gemälde über die reine Zierfunktion hinaus eine symbolische Aussage trifft, ist mir
   nicht bekannt.

(Fresken)

  
Auge im Dreieck    blaues Tuch



Chorbogen

Der Chorbogen, der den Altarraum vom Kirchenschiff trennt, ist mit Ornamenten und Medaillons ausgemalt. Die Gestaltung erinnert stark an die Capella Palatina in Palermo oder den Dom zu Monreale mit Mosaiken des 12. Jahrhunderts. An der Innenseite sind sieben blaue Rundmedaillons für die Darstellung der sieben Sakramente vorgesehen. Aber nur drei Medaillons enthalten die Symbole für die Sakramente; die übrigen wurden bei der Renovierung leer belassen, weil der Restaurator unter der freigelegten Malschicht keinen Hinweis auf das vorherige Aussehen gefunden hatte. Die Erhaltung des nachgewiesenen Originalzustands steht über der theologischen Aussage, die das ursprüngliche Gemälde treffen sollte.
Auf der den Gläubigen zugewandten Seite des Chorbogens ist in drei Rundgemälden horizontal die Hl.Dreifaltigkeit zu sehen:
—  In der Mitte Gottvater, mit wallendem,
    struppigem Bart,
—  links Gott Sohn als Opferlamm mit dem Kreuz
    und
— rechts Gott Heiliger Geist in Gestalt einer
    Taube.

Gottvater
Das Gottvaterbild hat große Ähnlichkeit mit einem Bild in der Pfarrkirche St.Anna im Münchner Stadtteil Lehel, das 1890 von Rudolf Seitz gestaltet worden war und in München mehrfach nachgemalt wurde.

Dieses Bild dürfte so manchem Kind die Vorstellung von Gott als dem gütigen Vater erschwert haben.

Vom Platz der Kirchenbesucher aus betrachtet bildet das Gottvaterbild mit dem Mittelbild des Deckengemäldes im Altarraum, das Christus als Pantokrator zeigt und der Heilig-Geist-Taube über dem Tabernakel eine weitere, vertikale Dreifaltigkeitsdarstellung.


Vortragekreuz

Vortragekreuz
Unter dem Chorbogen steht ein über 2 Meter hohes Vortragekreuz. Es wurde um 1880 in den Stilformen des Historismus geschnitzt. Das Kreuz besitzt dreipassförmige Kreuzbalkenenden. Der Korpus ist sehr hell, nur mit geringen Blutspuren gefasst. Das Lendentuch ist nicht vergoldet. Die Füße sind, wie zur Zeit der Romanik, getrennt an den Balken genagelt (Viernagelkruzifix).



Kirchenschiff / Langhaus

Das von 12 Fenstern erhellte, lang gestreckte Kirchenschiff mit fünf Achsen (Joche) ist nicht so dicht bemalt wie der Altarraum. Hier beschränkt sich die Ausmalung auf die Decke und die Fensterlaibungen. Die Wände wurden weiß belassen. Dadurch wirken Altarraum und Kirchenschiff sehr gegensätzlich. Die Fenster haben einen farbigen Randstreifen mit Ornamentmuster.

Deckengemälde im Kirchenschiff

Das Deckengemälde im Langhaus besteht aus drei Gemälden mit unterschiedlicher Thematik; sie sind die mit Ornamentrahmen verbunden. Diese Gemälde wurde durch die Münchner Künstlerin Ricarda Dietz bei der Renovierung 2004 neu geschaffen.
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Am Gesims sind Friese und Mäanderbänder gemalt, die durch Schattenwurf eine dreidimensionale Struktur erhalten.


Im vordersten Fresko wird im inneren Kreis ein Pelikan dargestellt, der seine Jungen mit seinem Blut ernährt. Umgeben wird dieses Bild von einem weiteren Kreis, der den blauen Himmel mit Sonne, Mond und Sternen zeigt. In den Ecken des Gemäldes befinden sich vier Medaillons mit dem Christusmonogramm.
 

Hinweis: Das Christusmonogramm besteht aus zwei griechischen Buchstaben, dem chi (das ist das "X") und dem rho (das ist das "P") und bezeichnet damit die ersten beiden Buchstaben des Titels "Christus" = der Gesalbte. Unter diesem Zeichen hatte Kaiser Konstantin die Schlacht an der Milvischen Brücke gewonnen. Zum Dank dafür verkündete er in der Mailänder Vereinbarung von 313 (früher als Toleranzedikt bezeichnet) generelle Religionsfreiheit und erlaubte auf diese Weise auch den christlichen Kult. Der entscheidende Passus in der Vereinbarung mit seinem Mitkaiser lautet:
"Nachdem wir beide, Kaiser Konstantin und Kaiser Licinius, durch glückliche Fügung bei Mailand zusammenkamen, um zum Wohle aller ...zu regeln ... sowohl den Christen als auch allen Menschen freie Vollmacht zu gewähren ... ihre Religion zu wählen ...damit die himmlische Gottheit uns und allen ... gnädig und gewogen bleiben kann... Wir sind seit langem der Ansicht, dass Freiheit des Glaubens nicht verweigert werden sollte. Vielmehr sollten jedermann seine Gedanken und Wünsche gewährt werden, so dass er in der Lage ist, geistliche Dinge so anzusehen, wie er selbst es will. Darum haben wir befohlen, dass es jedermann erlaubt ist, seinen Glauben zu haben und zu praktizieren, wie er will." 46)

Pelikan
Das mittlere Gemälde zeigt die Verehrung Christi durch musizierende Engel. Es ist um das Heilig-Geist-Loch herum angelegt. Den Deckel des Lochs ziert ein Jesusmonogramm mit Strahlenkranz. Dieser Strahlenkranz setzt sich im Fresko fort und führt bis zum Rahmen, der die Form eines Vierpasses hat. An den Ecken sitzen vor einem Sternenhimmel vier Engel mit Musikinstrumenten (Psalter, Violine, Laute und Zither). Die musizieren-den Engel fordern die Betrachter auf, in den Lobpreis Gottes einzustimmen (Psalm 150).
  Hinweis: Das Jesusmonogramm IHS kann auf zwei Arten gedeutet werden:
- als die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu   (JHSOUS);
- als die Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" mit der Bedeutung: "Jesus, Erlöser
  der Menschen" .
musizierende Engel
Thema des hintersten (westlichsten) Gemäldes ist ein sechsflügeliger Seraphim vor einem quadratischen Ornamenthintergrund. Zwei Flügel sind hinter dem Kopf zusammengefügt, zwei bedecken den Körper und zwei die Beine, so dass nur der Kopf, Hände und Füße zu sehen sind.
An den Ecken vier Medaillons mit dem Christusmonogramm, wie im vordersten Fresko.

Seraphim
Info: Die Seraphim sind sechsflügelige Wesen. Im Zusammenhang mit dem Jüngsten Gericht werden sie mit glühenden Kohlen in den Händen dargestellt, zum Tilgen der Sünden. Die Flügel der Engel kennzeichnen ihre Leichtigkeit und Geschwindigkeit: sie sind jederzeit zur Stelle, wo immer und wie immer es der Herr befiehlt.

Seraphim
 
In der Zeit von 1952 bis 2000 war an der Langhausdecke ein Gemälde von Heinrich Pickl zu sehen, das die Verehrung des neugeborenen Erlösers in der Krippe durch die Engel zeigte. Wenn Sie sich eine Schwarz-Weiß-Aufnahme des Deckengemäldes ansehen möchten, klicken Sie auf das Bildchen rechts.
In vier weiteren Grisaillebildern ( = mit verschiedenen Grautönen) waren die Auferstehung Christi, die Verkündigung Mariens sowie die Außenansichten der Filialkirchen von Viehbach und Kammerberg dargestellt. An der Altarraumdecke war St.Michael mit dem Flammenschwert zu sehen. Darunter der Evangelist Johannes mit dem apokalyptischen Weib (sign.Kögel).

Früheres
Deckengemälde

Seitenaltäre

Die beiden Seitenaltäre haben gemauerte Stipes (Altartische) aus Sandstein. Sie besteht aus zwei freigestellten Säulchen mit Blattkapitellen und einer Steinplatte.


Antependium
Die Antependien sind mit Relief-Ornamentik (Kreuz und Rosetten) geschmückt. Die Seitenaltäre von einer reichen Teppichmalerei hinterfangen.


Tabernakel links

Auf den Altartischen stehen vergoldete Tabernakel im neuromanischen Stil , die -ähnlich wie der Tabernakel am Hochaltar- Verbreiterungen haben.
Dort sind -als Reliefs- Gegenstände mit Symbolgehalt für die Eucharistie (z.B. Kelch) abgebildet.

Tabernakel links


Die Altaraufbauten der Seitenaltäre bestehen aus einzelnen Gemälden im Jugendstil (um 1910), die Triptychon-artig zusammen-gefasst sind. Die Entwürfe für die Bilder stammen von Hans Kögl. Die fast zwei Meter hohen und insgesamt 180 cm breiten Altarblätter sind mit Ölfarbe auf Leinwanduntergrund gemalt.

Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist ein Marienaltar.

Die Gemälde zeigen im Mittelteil die thronende Gottesmutter, die dem Betrachter ihr Kind präsen-tiert. Um das Jesuskind ist ein Rosenkranz geschlungen.

Marienaltar links
Hinter dem Thron, in der Hand des Kindes und am Boden verstreut, sind viele Rosen als Symbol für den Rosenkranz zu sehen. Aus Rosen sind auch die Blumengirlanden, die die begleitenden Engel auf den etwas niedrigeren Außenbildern tragen.


Rechter Seitenaltar

Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Josef geweiht. Auf dem erhöhten Mittelbild wird in einer seltenen Darstellung der Tod des Heiligen gezeigt.
Der ergraute Josef sitzt, wie Maria am anderen Seitenaltar, auf einem ornamentgeschmückten Thron. Er hält sein Attribut, die Lilie, in seiner kraftlosen Hand.Aus dem Himmel strömen Gnadenstrahlen auf ihn herab.


Josefsaltar rechts

Begleitet wird Josef von seinem Sohn Jesus und seiner Frau Maria auf den äußeren Bildtafeln.
Jesus, in ein rotes Gewand gekleidet, segnet seinen Vater und reicht ihm die Palme des ewigen Lebens, während Maria die Hände zum stillen Gebet gefaltet hat.
Hinweis: Die Verehrung von St.Josef begann in der Ostkirche schon früh, in unserer westlichen Kirche erst ab dem 14.Jh. Sie wurde insbesondere von den Franziskanern stark gefördert. Das beliebteste ikonographische Thema war der Tod Josefs. Da die Bibel Josef -anders als Maria- während des öffentlichen Wirkens Jesu nicht mehr erwähnt, geht man von einem frühen Tod aus. Deshalb war Josef früher Schutzpatron der Sterbenden. Patron der Handwerker und Arbeiter wurde er erst später. Insbesondere im 20.Jh. ist seine Verehrung gestiegen. Keinem anderen Heiligen wurden im 20.Jh mehr katholische Kirchen geweiht - Maria ausgenommen. Zum Patron der Arbeiter wurde er 1955 ernannt.


Kreuzwegbilder und Apostelleuchter

Die 14 Kreuzwegbilder (Öl auf Leinwand, 164 x 100 cm) aus der Erbauungszeit hängen nicht -wie sonst üblich- einzeln an den Wänden des Kirchschiffs, sondern sind in vier Dreiergruppen und zwei Einzelbilder (erste und letzte Station) aufgeteilt. Zudem sind die Stationen -anders als üblich- entgegen dem Uhrzeigersinn aufgereiht.


Kreuzwegbilder
Die Bilder sind mit den im Jugendstil üblichen Ornamentsrahmen mit geometrischen und floralen Motiven eingefasst. Die Rahmen stammen aus dem Atelier von Josef Stärk aus Nürnberg. In der Pfarrchronik lobt Pfarrer Benl die Arbeit von Stärk; die Kreuzwegbilder dagegen bezeichnete er als "leider nicht sehr glücklich, wenigstens einzelne Stationen lassen sehr zu wünschen übrig".
  Die Kreuzwegbilder sind nach der gleichen Vorlage gemalt worden, wie die Bilder in Westerholzhausen, Unterumbach und Weißling.
Zwischen den Kreuzwegbildern sind sechs Apostelleuchter angebracht. Die Kerzenleuchter aus Messingguss sind aber über den Kreuzmedaillons an der Wand befestigt. Info: Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.

Apostelleuchter


Figuren und Bilder an den Wänden des Kirchenschiffs

Die beiden Figuren an der Nordwand standen bis zur letzten Renovierung an den Seitenaltären.

Es handelt sich um überlebensgroße Herz-Jesu und Herz-Marien-Figuren, die im neubarocken Stil um 1920 geschnitzt wurden.
  
Herz-Jesu + Herz Mariens
Info: Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758 - 1769) im Jahr 1765. Das Herz Mariens ist Zeichen für die mütterliche Liebe.

St.Anna

17.Jh.
St.Anna, die Mutter Marias und Großmutter Jesu trägt ein Kopftuch und hält in der Hand ein Buch.
Hinweis: Der Name "Anna" wird in der Bibel überhaupt nicht erwähnt. Nach den Apokryphen, den von der Kirche nicht als Evangelium anerkannten Schriften soll sie die Mutter Marias gewesen sein. Da sie erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe ihre Tochter Maria geboren hat, wird sie in der Kunst immer als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch abgebildet. Das Buch in ihren Händen geht auf Legenden und Darstellungen zurück, in denen sie ihre Tochter Maria das Lesen lehrt. Das Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und wendet das Wort auf Maria an. Die Kunst des Lesens beherrschten in früheren Zeiten nur wenige, meist vornehme Menschen. Dazu sollten auch Anna und Maria gerechnet werden.

St.Joachim

17.Jh.
Gegenüber von St.Anna wird ihr Mann und Großvater Jesu, St.Joachim in einer Figur dargestellt. Er trägt eine an einem Stab blühende Lilie. Dieses Attribut ist für Joachim nicht typisch. Üblicherweise hält er eine Schäferschaufel oder zwei Täubchen in der Hand. Dem hl. Joachim soll nach den Apogryphen (Jakobusevangelium) ein Engel er-schienen sein, während er auf dem Feld die Herden hütete.
Die Figuren von St.Joachim und von St.Anna wurden wohl Anfang des 17.Jh geschnitzt. Interessant ist, dass bei beiden Figuren die Hände erst später ergänzt wurden.

Neben dem Nordeingang sitzt in der Ecke die Gipsfigur des "gegeißelten und verspotteten Heilands" auf einem gemauerten Sockel. Jesus trägt die Dornenkrone und ist mit dem roten Spottmantel bekleidet. Seine Hände sind gefesselt. Die einen Meter hohe Figur stammt aus der 2.Hälfte des 19.Jh. und wurde 2009 vom Maler Robert Freiberg restauriert.


Geißelheiland
In einer Nische an der rechten Seite steht eine Figur des hl. Konrad von Parzham aus der Zeit um 1950. Der Heilige, der Pförtner im Kloster Altötting war, schenkt einem vor ihm knienden Knaben ein Brot.

Bruder Konrad
Info: Konrad von Parzham (1818-1894) wirkte 41 Jahre lang im Kloster Altötting als Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte; keines von ihnen ging leer aus. 1934 wurde Konrad von Papst Pius XI. heiliggesprochen. Damals wurden in unseren Kirchen viele Figuren dieses Volksheiligen aufgestellt.

Kreuzigungsgruppe

Auf der rechten Seite hängt ein großes Kruzifix (sog.Kanzelkreuz) Es soll aus dem 18.Jh stammen, ist aber stilistisch mit dieser Zeit nicht in Einklang zu bringen. Vermutlich wurde es mit der darunter stehen-den Mater dolorosa (schmerzhaften Mutter) in der Zeit um 1880 geschnitzt. Auf alten Fotos ist zu erkennen, dass die Marienfigur früher mit einem Schwert (der Schmerzen) versehen war.

Kanzelkreuz und
Mater dolorosa
Bei diesem Kruzifix handelt es sich um einen sog.Viernageltypus. Die Beine liegen nebeneinan-der am Kreuzstamm auf, jeder Fuß ist von einem Nagel durchbohrt, zusammen mit den Nägeln der Arme also vier, daher die Bezeichnung "Viernagel-typus". Diese Darstellung war in den ersten 1200 Jahren des Christentums üblich. Seit der Gotik werden die Beine des Gekreuzigten auf Darstel-
  lungen im Allgemeinen nicht mehr nebeneinander, son-dern übereinander geschlagen wiedergegeben. Die Füße sind nur mit einem Nagel am Kreuz befestigt, daher heißt die Gestaltungsweise "Dreinageltypus".


BeichtstuhlKreuzwegKreuzwegApostelleuchterApostelleuchterDeckel im LanghausDeckengemälde im LanghausDeckengemälde im LanghausKruzifixMater dolorosaSchrein an der EmporenbrüstungHerz-Marien-StatueHerz-Jesu-StatueApostelleuchterKreuzwegKIrchenbänkeBeichtstuhlOrgelTaufsteinGeißelheilandzur Beschreibung des MartinbildesSt.Anna und St.Joachim per Mouseklick zu den Beschreibungen

 

Frühere Kanzel
An der Nordseite des Kirchenschiffs, gegenüber der Kreuzigungsgruppe, war früher die hölzerne Kanzel ange-bracht. Dies zeigt eine Abbildung auf einer alten Ansichtskarte (Sammlung M.Daurer), die kurz nach dem Neubau der Kirche 1902 von Architekt Josef Stärk aus Nürnberg erstellt worden war. Der an den Ecken abgeschrägte Kanzelkorb war mit Kreuzen und anderen historisierenden Ornamenten geschmückt und stand auf Holzsäulen. Der quadratische, relativ schmucklose Schalldeckel war von einer hohen Krone verziert. Die Kanzel ist unverändert auch auf einem Bild kurz vor der Renovierung 1952 zu sehen; bei dieser Renovierung dürfte sie wohl entfernt worden sein.

früh.Kanzel



Kirchenbänke

Die Kirchenbänke (je 22 Reihen rechts und links) sind ebenfalls rd. 100 Jahre alt. Sie haben interessant ge-staltete Wangen, die stilistisch an den Historismus (in diesem Falle neugotisch-neuromanisch) anklingen.
Sie bieten bis zu 300 Besuchern einen Sitzplatz.

Kirchenbank-1902
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es übrigens viele verschiedene Muster von Kirchenbank-Wangen.

Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier...
  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Eine Ausnahme macht bei uns die Kirche in Altomünster; dort ist die rechte Seite die Frauenseite. Grund dafür ist, dass im bis 1803 bestehenden Gemeinschaftskloster Altomünster die Frauen das Sagen hatten.
Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. Auch das könnte den Bei seitlichen Eingängen geht die Trennlinie manchmal auch quer durch die Kirche. Vorne die Frauen, hinten und auf der Empore die Männer (z.B. in Jarzt).

Opferstock


Opferstock
In die rückwärtige Kirchenwand ist der Opferstock eingemauert. Es handelt sich nicht um einen metallumman-telten Holzstock wie in vielen anderen Kirchen, sondern um ein zweistöckiges Metallgehäuse mit dem eingravierten Text: "Gaben für die Kirche - Vergelt's Gott!".

Beichtstühle

In die Wand eingelassen sind auch die dreiteiligen, Beichtstühle aus Eichenholz. Sie sind um das Jahr 1900 im neuromanischen Stil entstanden. Die inzwischen schon ergänzten Türen haben große Fenster mit z.Teil interessanten Sprossen. Der Mittelteil, in dem der Priester sitzt, ist etwas erhöht.

Beichtstuhl- 1900
Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt.
  Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprech-gitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh.20,22) zurück.


Taufstein


Taufstein 15.Jh

Zwischen den beiden Emporentreppen steht der achteckige Taufstein aus Untersberger Rotmarmor aus dem 15.Jh. Mit dem profilierten Fuß und eingezogenen Schaft ist er 107 cm hoch. Der Eichen-deckel (19.Jh) ist mit Kupferblech überzogen. Darauf steht eine Figur von Johannes d.Täufer aus der Zeit um 1700.


Johannesfigur
18.Jh
Der Heilige hält einen Kreuzstab in der Hand, um den ein Textband mit der Aufschrift "Ecce Agnus Dei" gewickelt ist. Zu seine Füßen liegt ein Lamm, auf das er mit dem rechten Zeigefinger weist. Johannes hatte mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" den Messias angekündigt (Joh.1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat
 

geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt; dies geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. Das Taufbecken hat in der Regel -so wie in Giebing- eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Die Taufe gilt als der achte Schöpfungstag. Schon im 4.Jh hat der Kirchenvater Ambrosius von Mailand über einer Taufkapelle die Inschrift anbringen lassen:
"Mit acht Nischen erhebt sich der Tempel zu göttlichem Dienste
Achteckig eingefasst ist der Quell, würdig für das heilige Geschehen.
In der mystischen Acht muss das Haus unserer Taufe erstehen,
denn darinnen wird allem Volk ewiges Heil geschenkt"




Empore und Orgel

Die Empore hat zwei geschwungene Treppenauf-gänge. An der nur durch Kassetten gegliederten, nicht bemalten Emporenbrüstung ist ein dreitei-liger Schrein (1902) mit relifierten Figuren ange-bracht.
In der Mittelnische St. Anna und ihre Tochter Maria, in den Seitennischen Engelsfiguren.

Emporenbrüstung
Alle halten Spruchbänder mit Texten aus dem Alten Testament (Daniel 12, Vers 3, Moses II, 23,21 und Psalm 90, 11). Über und unter der Mittelnische stehen -ins Holz graviert- die Worte: "Kommet Ihr Gesegneten meines Vaters und besitzet das Reich, das euch bereitet ist vom Anbeginn der Welt".
Zu beiden Seiten des Schreins sind die Namen der im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten aufgeführt.

Die zweimanualige Orgel mit 25 Registern wurde 1902 von Willibald Siemann aus München (damals mit 15 Registern) erbaut. Das neuromanische Gehäuse ist bemalt. Der dreiteilige Prospekt besitzt einen erhöhten Mittelteil.Die Orgel hat eine Kegellade mit pneumatischer Traktur.

Orgel von 1902
Siemann-Orgeln stehen übrigens auch in Ainhofen, Arnbach, Kreuzholzhausen, Randelsried und Sulze-moos. Siemann zählte seinerzeit zu den ersten Adressen im bayerischen Orgelbau.
  Disposition der Orgel im Jahr 1975  15)
I. Manual (C-f'''):  Bourdon 16', Principal 8', Viola di Gamba 8', Tibia 8', Gedeckt 8',                          Octave 4', Traversflöte 4', Mixtur 2 2/3'      
II. Manual (C-f''''): Aeoline 8', Salizet 8', Geigenprinzipal 8, Lieblich Gedeckt 8, Rohrflöte 4',
Pedal: (C-d'):       Subbaß 16', Violonbass 16, Cello 8'
Koppeln:              Manuale II-I, Superoktavkoppel II-I, Manual I-Pedal,
                          Manual II-Pedal, Spielhilfen


Orgeltisch

  Info: Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.



Martinsbild
Am Emporenaufgang hängt ein 300 x 190 cm großes Gemälde von Johann Baptist Deyrer (1738-1789). Es ist mit "Deyrer pinx.1787" signiert. Bis zum Jahr 2000 hing das Bild an der Nordwand des Kirchenschiffs in Giebing.

Das Ölbild (auf Leinwand) stammt aus der Kirche von Biberbach und war dort das Altarblatt des Choraltars. Darauf abgebildet ist der Biberbacher Patron St.Martin, der seinen Mantel mit dem Bettler teilt.

St.Martin-1787

Im Verzeichnis der Kunstdenkmale in Bayern von 1895 ist das Bild wie folgt beschrieben 50):
"St. Martin reicht dem Bettler die Hälfte seines Mantels, ist (unten auf einer Trinkschale) bezeichnet Deyrer Pinx, f/Sy. Ziemlich unbedeutend". <<

Der Maler Johann Deyrer (Deirer) wurde 1738 in Ingolstadt geboren. Er ging bei seinem Vater in die Kunstmalerlehre. 1765 kam er nach Freising und wurde dort Hofmaler. Deyrer starb 1789 im Alter von 51 Jahren.


Krippe
In der Weihnachtszeit steht vor dem Zelebrationsaltar eine große Krippe ohne Stall oder Landschaft. Darin liegt die Figur eines Jesuskindes.
Die Krippe wurde von der Fam. Mair gestiftet. Um 1978 hat der Zimmerer die Krippe gebaut. In den ersten Jahren lag eine Puppe darin; seit 1984 schmückt die im Kunsthandel erworbene Figur des Jesuskindes die Krippe.

Krippe

Pfarrhof

 
Uhrwerk
Im Pfarrheim neben dem alten Pfarrhof wird das alte Uhrwerk in einem Schrank aufbewahrt. Es wurde von der J.Mannhardtschen Königl.Bayr.Hof-Thurmuhren-Fabrik in München um 1900/1910 erstellt.

Pfarrhof

Vom Pfarrhof selbst ist mir nur einige Reparaturen bekannt:
1771/72 baute Zimmermeister Martin Öggl aus Vierkirchen den Pfarrstadel und den Pfarrstall um
1807 führte Maurermeister Georg Bürkl und Zimmermeister Georg Kirmayer, beide aus Vierkirchen, eine Reparatur durch.

Wenn Sie Pfarrhöfe im Landkreis sehen möchten, klicken Sie hier....

Hans Schertl

Quellen:
01) Pfr. Josef Schwinghammer, Beschreibung der Säcular-Pfarrey Giebing vom 27.11.1817, Diözesanarchiv Mch
02) Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis 1820 S. 1052 (neuer Pfarrer)
03) Schematismus der Erzdiözese München und Freising, 5.Decanat Dachau, 1826 (Statistik, Pfr.MelchiorGeitner )
04) Dr. Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
05) Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
06) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topographisch-statist.Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867 (Statistik)
07) Heyberger, Schmitt, Wachter -Topografisch-statistisches-Handbuch d. Konigreichs Bayern-1868 (Statistik)
08) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
09) Amperbote vom 28.3.1877 (Joh.Gualbert-Seelfelder)
10) Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
11) Josef Scheidl, Kreisheimatpfl. , Bevölkerungsentwicklg des altbayerischen Landgerichts Dachau, in ZBLG 3(1930),S.384
12) Max Gruber, Eine gezeichnete Landkarte aus dem Jahre 1721 mit Orten der Landkreise DAH, FS und PAF, 1969 (1721)
13) Klaus Freiherr von Andrian-Werburg, Hofmark Kammerberg, 1970
14) Sigfrid Hofmann, Arbeitsgemeinschaften bei oberbay. Altarbauten des 17.u.18.Jh, in ZBLG 35, 1972 (SchuhpaurMayr)
15) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/2
16)
17) Max Gruber in der Festschrift 1200 Jahre Vierkirchen, 1979
18) Josef Dallmair, Die frühere Gemeinde Giebing, Amperland 1979 (nicht 802, ing, Statistik)
19) Max Gruber, Werkverzeichnisse der Dachauer Maler Johann und Johann Georg Hörmann, Amperland 1980/4
20) Max Gruber, Für Dachau u.sein Hinterland bis 1800 tätige Architekten, Bau-u.Maurermeister, Amperld 1982 (Bürkl,Lettner)
21) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland wirkende Maler, Amperland 1982 (Deyrer)
22) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Keller)
23) Max Gruber, Im Amperland tätige Glaser, Amperland 1984 (Älbl)
24) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
25) Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4 (Kirmayer, Jakob Öggl, Martin Öggl Stölzl, Pürckh)
26) Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1990
27) Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
28) Beschreibung des Pfarrverbandes Jarzt-Fahrenzhausen vom 10.12.1991
29) Dr.Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Weihenstephan, Amperland 1994/1
30) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Umbau 1726)
31) Dachauer Nachrichten vom 28./29.9.2002, 11.10.2002
32) Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters, 1919, S. 348, ISBN 978-3-15-020366-8
33) Heinrich und Margarethe Schmidt, die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 2007 (ThAquin)
34) Steffen Mensch, "St. Michael in Giebing-kirchl.Jugendstil im Dachauer Land", Jahrbuch 2006 des Vereins für Christl.Kunst
35) Johanna Hartl, A.Fischereder, Pfarrbrief Advent 2009 (Verspottungsheiland)
36) Dr.Carmen Roll,Leiterin des Diözesanmuseums Freising, Vortrag 2010 (Vögel/Paradies)
37) A.Fischereder, 2010 (Krippe)
38) Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/,2015 (Statistik 33,39)
39) Schematismus der Erzdiözese München und Freising, 5.Decanat Dachau, 1868 (Pfr.Weber, Statistik)
40) ebd, 1826 (Pfr.Geitner, Statistik) und 1827 (kein Pfarrer)
41) ebd, 1830 (Pfr.Popp, Statistik) und 1834 (kein Pfarrer)
42) ebd, 1840 (Pfr.Fumy, Statistik)
43) ebd, 1850 (Pfr.Lettner, Statistik), 1854-57 (Pfr.Kolb und Gerg)
44) ebd, 1860 (Pfr.Müller, Statistik), 1869 (kein Pfarrer)
45) ebd, 1870 (Pfr.Bezold, Statistik), ebd, 1870 (Statistik)
46) Wikipedia: Mailänder Vereinbarung
47) ebd, 1845 (Statistik)
48) ebd, 1855 (Pfr.Kolb, Statistik),1865 (Pfr.Weber, Statistik)
49) Hochfürstlich-Freysingischer Hof- und Kirchenkalender 1743, 1789, 1801
50) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895

51) Hochfürstlich-Freysingischer Hof-u.Kirchenkalender mit beygefügtem Schematismo, 1790
52) Vorbericht über den Tag des offenen Denkmals, Aus da G'moa, Aug./Sept. 2018, S. 28
53) Dr.Heisig, Kunstreferat des Ordinariats München und Freising, Kunstfahrt 2014 (Zelebr ersetz Hochaltar)


73 Bilder: Sammlung F.Herzberg/Vierkirchen (2), Umbau 1902, Sammlung M.Daurer/Sulzemoos (Kanzel),
               Hans Schertl (66), Pfarrei Giebing (4)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

12.3.2018


Bericht über die Visitation im Jahr 1560
- in heutigem Deutsch -

Im Bericht über die Visitation der "Pfarr St.Jakobus in Viehkirchen" ist auch die Filiale Giebing besonders erwähnt.
Patronin der Kirche war die Jungfrau Maria ["Patronin beata Virgo"). Giebing hatte einen Benefiziaten, der als Fruehmesser auch für die Pfarrei Vierkirchen tätig war. Dazu schreibt der Visitator: Frühmesser ist "Georgius Scheirer ex Monaco" (= aus München). Er wurde 1547 in Augsburg geweiht ["Auguste ordinatus"] und ist im 3.Jahr in Giebing ["im dritten Jar auf diser Meß"]. Auch er predigt an allen Feiertagen aus katholischen Büchern und betet seinem Volke vor. Die Gläubigen kommen fleißig zum Gottesdienst. Der Frühmesser tauft die Kinder nach dem Obsequial (= einem liturgischen Buch). Er kennt und praktiziert die katholische Messe und die sieben Sakramente. Die Beichte hört er in der Kirche. Aber er konnte vor dem Visitator die Absolutionsformel (Lossprechungsformel) nicht aufsagen ["Nescit formam absolutionis"]. Scheirer selbst beichtet viermal im Jahr. Seine Stundengebete verrichtet er fleißig ["Pett seine horas mit vleiß alle tag"]. Über das Privatleben wird berichtet: Kommt selten auf Hochzeiten. Hat eine Köchin und vier Kinder.

Visitationsbericht von 1560 im Diözesanarchiv München - S.288: Filiale Giebing
Die linke Hälfte der Seiten wurde für Hinweise (z.B. von Vorgesetzten) frei gelassen
In der Kirche gibt es kein Sakramentshaus. Sie ist mit Fahnen und anderem versehen. An Gerätschaften vorhanden sind 3 Kelche ["3 kelich"] mit Corporale, darunter ein guter und ein sehr schlechter ["bedörfft der dritt machens"]; desweiteren ein Messbuch, ein Liturgiebuch, ein zerrissenes Gradual sowie 3 Meßgewänder, darunter zwei abgenutzte ["3 Meßgewandt, die zway nit vast guet"]. Der Visitator vermisst eine Monstranz ["kain monstranz"]. Das Allerheiligste und die heiligen Öle werden zwar nicht liturgisch rein, aber doch wohl verschlossen aufbewahrt. Das Taufwasser befindet sich in einer Flasche ["Baptismus ist in aim fleschel"]. Reparaturbedürftig sind die Kirchenmauer und die Kirchenbänke ["Bey der kirchmaur und gestuel ist mangl"]. Die Ausmalung ist unvollständig ["in der kirchen nit vil gemeld"]. Sonntagsgottesdienste werden vermisst ["Caplan soll sontaglich alda meß lesen, geschicht nit"].Die Filialkirche hat ein eigenes Einkommen in Höhe von 32 Gulden, das das Dachauer Landgericht verwaltet. Ein Mesnerhaus gibt es nicht.


Spendung der heiligen Firmung
Amperbote vom 28.03.1900

Die Spendung der hl. Firmung wird seine Excellenz der hochw. Herr Erzbischof von München-Freising, Dr. v. Stein an folgenden Tagen und Orten vornehmen:
Am 2. Mai in Dachau für die Pfarreien Ampermoching, Bergkirchen, Dachau, Hebertshausen, Kollbach, Kreuzholzhausen, Mitterndorf und Pellheim.
Am 3. Mai in Dachau für die Pfarreien Giebing, Haimhausen, Röhrmoos und Vierkirchen, Asbach, Obermarbach und Petershausen, Oberroth und Schwabhausen.
Am 5. Mai in Indersdorf für die Pfarreien Arnbach, Hirtlbach, Indersdorf , Langenpettenbach, Niederroth, Weichs, Westerholzhausen und Großinzemoos.
Am 7. Mai in Altomünster für die übrigen Pfarreien des Dekanats Sittenbach.
Am 8. Mai in Scheyern für die Pfarreien des Dekanats Scheyern mit Ausnahme von Asbach, Obermarbach und Petershausen, sowie für die Pfarrei Hohenkammer des Dekanats Dachau.

 

Installation des Pfarrer Joh. Gualbert Seefelder
Wochenblatt Amperbote vom 27. Juni 1877

Am Sonntag den 24. ds. fand die feierl. Installation des Herrn Pfarrers Johann Gualbert Seefelder in Giebing statt. Um 8 1/4 Uhr kamen dortselbst der von der kgl. Regierung beauftragte weltliche Commissär, Herr Regierungsrath Hausladen mit Commissions-Aktuar und etwas später der erzbischöfl. geistl. Commissär Herrn Dekan Mederer von Haimhausen daselbst an. Der herabströmende Regen beeinträchtigte die Feierlichkeit nicht unwesentlich und fand, nachdem der Hr. Pfarrer von dem weltlichen, sowie dem geistl. Herrn Commissär der Pfarrgemeinde nach den vorausgegangenen kirchlichen Feierlichkeiten vorgestellt war, die nähere Uebergabe im Innern des Pfarrhofes statt.

 

Pfarrer von Giebing
bis 1804 Cooperatoren/Benefiziaten aus Vierkirchen

Name
<genannt in>
von-bis
Name
<genannt in>
von-bis
Georgius Scheirer aus München 24)
1560
 








  


   





 


Thomas Kolb
*1.3.1815 in Peterskirchen
Priesterweihe: 1.8.1838 43)
1854-1856
Gg.Simon Mörz (Vierkirchner Vikar)
1689-
Martin Gerg
*9.8.1817 in Hohenbrunn
Priesterweihe: 31.7.1841 43)
1856 -1857
Jakob May 04)
1730-1740>
Karl Müller
*12.12.1816 in München
Priesterweihe: 31.7.1842
44)
1858-1860
Dr.Joseph Maxim. Eberle 49), 51)
<1743-1790>
Josef Weber aus
*19.9.1820in Auerbach/Opf.
Priesterweihe 25.11.1845
39)
1861-1868
Georg Mayr 49)
1793
Franz H.Kammerer Pfarrvikar
*30.10.1840 in Prutting
Weihe: 29.6.1865
44)
1869
kein Pfarrer 49)
1801
Georg Leopold Bezold
*10.5.1825 in Zogenreuth/Ofr.
Priesterweihe: 29.6.1852
45)
1870-1877
Martin Rauscher
    -1806
   
Joseph Schwinghammer
1817/20
Joh.Gualbert-Seelfelder
(vorher Cooperator in Grassau)
ab 18.3.1877
Melchior Geitner
*4.10.1780 Neumarkt,
Weihe: 22.12.1804 03),
40)
vorher Cooperator in Einsbach
1820 -1826
Hugo Benl
Erbauer der heutigen Kirche
vorher 1 Jahr Kaplan in Giebing
1900 -
kein Pfarrer 40)
1827
   
Joseph Popp, Pfarrvikar,
*15.3.1778 in Regen
Weihe: 24.12.1802
41)
1828-1833
   
kein Pfarrer 41)
1834
 
Michael Fumy
*28.8.1797 in Stadt am Hof
Weihe: 23.7.1823 (Grabstein 1822)
47)
1835-1848
   
Franz Seraph Lettner
Tit.d.Marktes Tölz
*2.10.1806, Weihe: 21.8.1830 43)
1849-1853
Alois Zenner
*24.9.1923 im Saarland
Priesterweihe: 1957, gestorben 1997
1975-1988