Pfarrkirche St.Martin in WEICHS
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Kurzbeschreibung Die Pfarrei Weichs zählt zu den ältesten Pfarreien des Landkreises Dachau. Sie wurde vermutlich schon vor dem Jahr 800 gegründet; ausdrücklich als Pfarrsitz genannt wird sie aber erst im Jahre 1266. Die Konradinische Matrikel von 1315 erwähnt Weichs mit den zwei Filialkirchen. Der heutige Kirchenbau enthält im Chor, der außen durch Strebepfeiler verstärkt ist und im Untergeschoss des Turmes noch gotische Bauteile. Das Langhaus stammt aus barocker Zeit (um 1720) und wurde 1874 verlängert. Der Turm an der Südseite wurde 1874 erhöht und mit einem Spitzhelm über vier Giebeln ausgestattet.
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Innenausstattung Im Kircheninneren überraschen die feinen Stuckarbeiten, die von Benedikt Heiß aus Dachau 1720 gestaltet wurden. Sie umrahmen mit Blütengirlanden, Akanthusranken und Fruchtschnüren die 16 Fresken an den Decken des Altarraums und des Kirchenschiffs. Die Gemälde befassen sich überwiegend mit dem Leben des Kirchenpatrons St.Martin. Die prächtigen, rot und
grau marmorierten Altäre mit säulengestützten Aufbauten
stammen aus der Zeit um 1720. Der Hochaltar ist dem hl.Martin, die Seitenaltäre
sind dem hl.Johannes d.Täufer und dem hl.Sebastian geweiht. |
![]() 15 Details (4 Altäre, Opferstock, Kreuzweg, Decke, Epitaphe, Figuren, Kanzel, Kirchenänke per Mouseklick vergrößern |
Die drei Wappen der Freiherren v.Tannberg am Chorbogen zwischen Altarraum und Kirchenschiff weisen darauf hin, dass die Hofmarksherren von Weichs Förderer der Kirche waren. Auch die in den Wänden eingelassenen Grabplatten, deren älteste für den 1513 verstorbenen Andreas von Weichs gefertigt wurde, zeugen von deren Bedeutung für das Gotteshaus. Das ehem. Schloss direkt neben der Kirche wurde 1854 in ein Kloster umgewandelt. Die Armen Schulschwestern unterhalten dort eine Realschule.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen Hinweisen
Die
Ortschaft Weichs wurde erstmals in einer Urkunde vom 16.Mai 807 erwähnt,
als die Edle Deotpurc de Wihse (=Weichs) mit Zustimmung ihres Gemahls Onno in
Gegenwart des Bischofs Otto von Freising ihren Besitz zu Weichs, sowohl den
ererbten als den selbst erworbenen, dem Marien- und St.Korbinians-Gotteshause
zu Freising schenkte, um durch Mariens Fürbitte Verzeihung ihrer Sünden
zu erlangen. Die Begründung muss aber nicht bedeuten, dass sich Deotpurc
besonders viel zu Schulden hätte kommen lassen. Diese Art Schuldbekenntnisse
waren notwendig, um der Schenkung Rechtssicherheit zu geben. Denn die weltliche
Obrigkeit waren nicht begeistert, dass die Kirche durch diese Schenkungen immer
mächtiger wurde. Deshalb regelten sie im damals geltenden Gesetz, dem Lex
Baiuvarum, dass einer sein Vermögen nur dann der Kirche überschreiben
dürfe, wenn dies "zur Erlösung seiner Seele" geschehe (und nachdem
mit den Söhnen geteilt worden ist). Da war das allgemein gehaltene Eingeständnis
von Fehlern, die eine Erlösung notwendig machten, recht hilfreich.
Geschichte
von Pfarrei und Kirche
Erste Kirche
Auch die Pfarrei Weichs wurde
vermutlich schon vor dem Jahr 800 gegründet; sie zählt zu den ältesten
Pfarreien des Landkreises Dachau. Weichs dürfte eine der Missionskirchen
gewesen sein, von denen sich der christliche Glaube die Glonn entlang ausgebreitet
hat. Wie wenig der neue Glaube noch theologisch untermauert und mehr formelhaft
geprägt war, zeigt eine Predigt im Rahmen einer Tauffeier aus dem Jahr
805, die in Freising
niedergeschrieben wurde. Die "Exhortatio ad plebem christianam" (Mahnung
an das christliche Volk) ermahnte die Gemeinde und besonders die Taufpaten,
das Glaubensbekenntnis und Herrengebet zu lernen und die Kinder darin zu unterrichten.
Das Glaubenswissen bestand damals aus wenigen Formeln, die aber mit großem Nachdruck
gefordert und für deren Unterweisung die Laien hauptverantwortlich gemacht
wurden.
Wenn Sie die Predigt lesen möchten, klicken Sie hier...
Erstmals ausdrücklich als Pfarrsitz
genannt wird es aber erst 1266, in einer Urkunde, in der ein Pfarrer
Conradus von Weichs als Zeuge aufgeführt ist.
Eine Aufstellung aller bisheriger Pfarrer von Weichs finden Sie hier...
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Die
Konradinische Matrikel von 1315 erwähnt
Weichs mit zwei nicht näher bezeichneten Filialkirchen. Damals gehörte
Weichs zu Niederbayern (von 1255-1506). Im Jahr 1411 war der Name Weichs in Freising in aller Munde. Nach dem Tod des Bischofs Bertholds versuchte das Domkapitel durch rasche Neuwahl eines neuen Bischofs der päpstlichen Entscheidung, die in der Regel mehr europapolitisch als regionalpolitisch motiviert war, zuvorzukommen und so den Freisinger Bischof wieder einmal selbst zu bestimmen. Die Wahl fiel auf den Domherrn Degenhard von Weichs, der seit 1379 dem Kapitel angehörte. Degenhard war Schulmeister und Kastner (Finanzchef) des häufig abwesenden Bischofs Berthold, dazu Propst von Moosburg und auch Domherr in Augsburg, also eine einflussreiche Persönlichkeit. Doch Degenhard fand nicht die Bestätigung des in Bayern anerkannten Papstes Johannes XXIII, der den bisherigen Bischof von Gurk in Österreich bevorzugte. Papst Johannes XXIII. war einer von zwei Gegenpäpsten des offiziellen Papstes Gregor XII. Ein Versuch des Domkapitels, den Papst zugunsten von Degenhard zu Weichs umzustimmen, scheiterte zwar, verzögerte aber auch den Antritt des vom Papst ernannten Bischofs Konrad V., der 1412, ohne Freising erreicht zu haben, in Krain einem Raubmord zum Opfer fiel. |
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Benefizium 1490
Das Frühmess-Benefizium wurde wie erwähnt um 1490 vom Abt von Weihenstephan,
Wolfgang Freiherrn von und zu Weichs (gestorben 1495) gegründet und im
Jahr 1490 confirmiert, d.h. bischöflich genehmigt. 1866 besserte H.Willibald
Baustädter das Benefizium auf. Das Besetzungsrecht für den aus den
Erträgen bezahlten Benefiziaten lag viele Jahrhunderte bei den Freiherren
von Weichs, später beim Erzbischof. Der Benefiziat hatte wöchentlich
3 Messen zu lesen und in Kirche und Schule auszuhelfen. Seit 1880 hat man die
Zahl der Messen auf eine in der Woche reduziert. Das Vermögen des Benefiziums
besteht aus einem massiv gebauten Benefiziatenhaus (ehemaliges Schloss) mit
Obst- und Gemüsegarten und rd. 3 Tagwerk (1 ha) Grund, sowie aus einem
Geldbetrag, der 1880 rd. 2570 Mark betrug. Die Erträge beliefen sich 1880
auf ca. 1000 Mark jährlich.
Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524
Die Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 nennt fünf Filialkirchen: "S.Stefani
in Auffhausen, S.Catharinae in Eglesriedt, S.Andreae in Ackerstorff, S.Georgii
in Eberspach und S.Georgii in Holtzhausen." Damals hatte die Pfarrei 450
"Communicantes", d.h. Erwachsene und Jugendliche, die zur Kommunion
gehen konnten. Sie war ungefähr so groß wie Dachau St.Jakob, aber
erheblich kleiner als die Nachbarpfarrei Vierkirchen (800 Communicantes). Pfarrherr
war 1524 Degenhard von Weichs der Jüngere, ein wichtiger Mann in der Diözese:
Er war seit 1491 Domherr, seit 1516 Domdechant in Freising und zugleich Pfarrer
von Bergkirchen und Dekan des Dekanats Freising. Er starb 1539. Kein Wunder,
dass er daneben die Seelsorge in Weichs nicht selbst durchführen konnte.
Diese Aufgabe nahm der "Volkspfarrer" Christophorus Guettjar wahr,
berichtet die Matrikel. Das Einkommen aus der Pfarrei erhielt Guettjar, der
aber dem offiziellen Pfarrherrn Degenhard einen Absent von 60 Gulden zahlen
musste.Daneben war noch ein Cooperator (Kaplan) tätig, der neben freier
Unterkunft und Verpflegung vom Pfarrer ein Salär von 6 Pfund dl. erhielt.
Dazu kamen noch eigene Einkünfte in Form von Messgebühren aus den
Filialkirchen.
Am Marienaltar bestand das Benefizium (Stiftung), zu dem Johann Joseph Wiguläus
Freiherr von und zu Weichs im Jahr 1490 eine immerwährende Messe gestiftet
hatte. Dieser Benefiziumsaltar soll direkt unter dem Chorbogen gestanden haben,
bis er 1830 abgetragen wurde, um die Sichtverhältnisse vom Kirchenschiff
zum Hochaltar zu verbessern. Die Matrikel schließt mit der Bemerkung,
das Wirtschaftsgebäude bräuchte dringend ein neues Dach.
Visitationsbericht von
1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz
von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation,
eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte
durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517)
entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur
Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation
wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation
der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer
und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen
Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Weichs heißt es,
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die Pfarrei umfasse 350 Communicanten, alle gut katholisch, keiner suspekt. Sie beichteten 2mal im Jahr. Opfergaben und Zehent würden bereitwillig gegeben. Der bauliche Zustand von Kirche, Pfarrhaus und Mesnerhaus war gut; die Kirche sei "mit aller zier wol versehen" und mit einem Sakramentshaus ausgestattet, heißt es. Der Pfarrer/Vicar in Weichs hieß damals Andreas Sunderreiter. Er war gut katholisch geblieben und konnte auf die Fragen der Visitatoren zur Glaubenslehre und zur kirchlichen Praxis ausgezeichnet Auskunft geben. Seine Einnahmen lagen bei 200 Gulden, davon musste er aber dem offiziellen Inhaber der Pfarrei, dem Freisinger Domherrn Rudolf von Hohenneckh, 50 Gulden als Absenzgeld zahlen. Der Weichser Pfarrer hatte eine Lebens-gefährtin und zwei Kinder. Er pflege im Übrigen einen ehrbaren Lebenswandel, meint der Visitator und schreibt:"Pfarrer ist kain sauffer, spiler noch rumorer". Auch der Kaplan, der Gselbriester Erasmus Oswald, der spätere Pfarrer seiner Heimatpfarrei Weichs, war in Glaubenssachen über alle Zweifel erhaben. Er hatte eine Köchin, aber kein Kind. |
Umbau 1720-1727
In der Zeit um 1720 wurde -wie bei so vielen anderen
Kirchen der Region- auch in Weichs das alte Kirchenschiff abgebrochen und -etwas
größer- neu errichtet. Einer der Finanziers war Anton Max Emanuel
Josef Freiherr von Tannberg, dessen Wappen über dem Chorbogen angebracht
ist. Er starb zwar schon Ende 1720, doch auch seine Witwe war spendabel. Treibende
Kraft hinter dieser Baumaßnahme aber war der neue Pfarrer Dr.Martin Schubin,
ein -so Heinrich Fitger- unruhiger Geist, der es verstand die Gläubigen
zu begeistern. Allerdings scheint er hochfahrend gewesen zu sein, wie bischöflicher
Verweis wegen
| eines Disputs mit der herrschaftlichen Köchin während der hl.Messe und mehrere Beleidigungsklagen nahelegen. Der Innenausbau begann 1721 mit dem Stuck und den Kirchenstühlen. 1722 kamen die Seitenaltäre dazu, die aus einem Vermächtnis des vorigen Pfarrers Staudinger bezahlt wurden. Für den neuen Choraltar und die weitere Ausstattung gewährten die Filialkirchen ein Darlehen von 460 Gulden und später ein weiteres von 200 Gulden. Nach dem Kirchenumbau wurden 1727 das Pfarrhaus verlängert und viele andere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt (Kosten 1.332 Gulden). Dass Dr.Schubin dafür keine obrigkeitliche Genehmigung eingeholt hatte, versteht sich fast von selbst. |
Ansicht um 1700 |
Schmidt'sche Matrikel
von 1738/40
In den Jahren 1738/40 erstellte der Kanonikus
Schmidt eine weitere Matrikel (Schmidt'sche
Matrikel) über die
Kirchen des Bistums. Bis zu diesem Jahr war die Zahl der Communicantes trotz
der beiden Kriege (Dreißigjähriger Krieg 1618-1648 und Spanischer
Erbfolgekrieg 1704- 1714) auf 600
angewachsen. Die Kirche wird als erneuerter
und formschöner Bau beschrieben. Sie
hatte damals vier Altäre. Der Hochaltar war dem hl.Martin geweiht.
Dazu kam ein Bruderschaftsaltar zu Ehren der Dreieinigkeit
und des St.Johannes Baptist ["Altare ss. Trinitatis et s.Joann.Baptistae"].
Die weiteren Altäre hatten den hl.Sebastian
und die Muttergottes als Patrone. Der
Marienaltar war der schon 1524 erwähnte Benefiziumsaltar. Das Benefizium
bestand aus vier Gütern in "Giesenbach, Norbach und Puech (Allertshauser
Pfarr)" und erbrachte einen jährlichen Ertrag von 200 florenos (Goldmünzen
im Wert von entspr. Gulden). Dafür wurden wöchentlich sechs Messen
gelesen. Der Benefiziat, der aus dem Benefizium bezahlt wurde, wohnte in einer
eigenen "Hofstatt". Der Benefiziat im Jahre 1740 hieß übrigens
Johannes Bapt. Empel. Das Pfarrhaus sei ein neuer Bau, heißt es
im Bericht, der auch die Wohnung für den Cooperator beinhalte. Auch die
dazugehörenden Wirtschaftsgebäude zeigten keinerlei Schäden.
Das Kirchweihfest in Weichs werde am Sonntag nach dem Indersdorfer Markttag
gefeiert. Die Matrikel erwähnt noch ausdrücklich, dass in der Kirche
ein Taufstein und die hl.Öle vorhanden
seien. Im Turm hingen drei Glocken und
im Friedhof stehe ein Beinhaus, in das die Schädel der nach einigen Jahren
exhumierten Verstorbenen gebracht wurden. Die
Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Hofmarksherr von Weichs,
Baron von Stromern. Das Vermögen des Gotteshauses betrug 2100 Gulden. Das
war zwanzig Jahre nach dem Neubau eine hohe Summe.
Beschreibung 1884
Kirche und Pfarrei Weichs sind auch in der "Statistischen Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-84 enthalten,
die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und später Pf. Georg Westermayer
als Buch veröffentlicht haben:
Geographie: "
Die Pfarrei hat 1044
Seelen in 166
Häusern. Davon wohnen 474
Gläubige (in 73 Häusern) in der Ortschaft Weichs selbst, die Übrigen
in Edenholzhausen 37 (5), Erlbach 29 (4), Erlhausen 40 (5), Frenking 48 (7),
Aufhausen 140 (25), Ebersbach 63 (13), Eglersried 25 (5), Gundackersdorf 70
(10) sowie in 8 weiteren Weilern und Einöden. Der Umfang der Pfarrei beträgt
18 km. Die Wege sind großentheils beschwerlich, besonders bei nasser Witterung."
Im Pfarrbezirk leben 50 Protestanten,
die nach Kemoden eingepfarrt sind. In Weichs
bestehen 2 Schulen. In der 1880 erbauten Knabenschule unterrichtet der einzige
Lehrer 67 Werktags- und 23 Feiertagsschülern, in der Mädchenschule
lehren zwei Schulschwestern 73 Werktags- und 34 Feiertagsschülerinnen.
Pfarrei: "Weichs ist eine Wechselpfarrei
(= das Präsentationsrecht wechselte nach jedem Erledigungsfall zwischen dem
Bischof in Freising und dem Kurfürsten in München). Die Kirchenrechnung
weist bei 4798 Mark Einnahmen und 737 Mark Lasten einen jährlichen Reinertrag
von 4061 Mark aus. Das Widum (=der Pfarrbauernhof) umfasst Grundstücke
mit einer Gesamtfläche von 85 Tagwerk (= 28 ha) der Bonität 10. Das
Pfarrhaus ist alt, hinlänglich geräumig, gut erhalten, passend und
trocken. Ökonomie-gebäude: Der Stadel ist alt, mit Strohdach gedeckt
und gut erhalten, die Stallungen seit 1853 neu und gewölbt. Für den
Hilfspriester gibt es eine Wohnung im oberen Stockwerk des neuen Pferdestalles;
die Stelle ist aber seit 14 Jahren nicht mehr besetzt. Die Matrikelbücher
beginnen 1669.
Pfarrkirche: Erbauungsjahr unbekannt, erweitert und restaurirt 1875 und
1879. Baustyl:Presbyterium ursprünglich gothisch, jetzt sammt Schiff Frührenaissance.
Hinlänglich geräumig. Spitzthurm (bis 1875 Sattelthurm) mit 4 neuen
Glocken, gegossen 1875 von Eduard Becker in Ingolstadt. Sie tragen die Inschriften:
a) Hl.Martinus beschütze die Pfarrei Weichs und segne meine Schaffer Georg
und Therese Baustädter" b) "Herz Jesu, Erbarmung für uns
und alle Menschen" c) "Herz Mariä sei unsere Zuflucht jetzt und
allezeit!" d) Hl.Joseph, bitte für die Sterbenden !". 3
Altäre (der Benefiziumsaltar war 1830 abgebaut worden);
Orgel mit 16 Registern. In
bzw. an der Kirche befinden sich Grabsteine der Pfarrer Balthasar Paur +1624,
Sigmund Faber +1722, Johann Jobst +1745. In der Vorhalle ein kaum mehr leserlicher
Stein mit der Jahreszahl 1494. Cemeterium (=Friedhof) ohne Kapelle; früher
Gruft der Freiherrn von Weichs. Stiftungen:
31 Jahrtage, 13 Jahrmessen, 8 Quatembermessen und 4 Quatemberämter (Quatembertage
sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag,
Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag).
Seit 26.Nov.1722 gibt es eine Bruderschaft vom der heiligsten Dreifaltigkeit,
deren Hauptfest am Dreifaltigkeitssonntag mit Procession im Freien, Predigt
und am Schlusse mit der Abbetung des englischen Rosenkranzes gefeiert wird.
Den Meßnerdienst versieht ein Meßnergehilfe, den Cantordienst der
Lehrer. Kirchenvermögen: 92.700 Mark".
Berichte
aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus
dem Pfarrleben der Pfarrei Weichs berichtet. Diese oftmals
in blumiger Sprache verfassten Berichte beschäftigen
sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden
Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Fahnenweihen,
Primizfeiern sowie Verabschiedung, Neuinstallation und Beerdigungen von Pfarrern.
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Baubeschreibung
Die Kirche in Weichs ist eine
Saalkirche, deren Decke ohne tragende Zwischensäulen den gesamten Raum überwölbt.
Die gotischen Teile sind noch in dem wenig
eingezogenen,
fünfseitig geschlossenen Chor, der außen durch Strebepfeiler
verstärkt ist, und im Untergeschoss des Turmes zu finden.
Das heutige Kirchenschiff stammt aus barocker Zeit (um 1720) und
wurde 1874 um zwei auf nunmehr fünf Joche verlängert. Dabei
wurden auch die barocken Deckengemälde übermalt.
Der Turm soll
um 1497 schon 100 Fuß (rd. 30 m) hoch gewesen sein. Im Kupferstich von
Michael Wening 1701 hat er ein Satteldach. Seine heutige Gestalt erhielt er
1874; damals wurde er erhöht und mit einem Spitzhelm (zunächst aus
Schiefer, ab 1974 aus Kupfer) über vier Giebeln ausgestattet.
Die alten Glocken mussten im Jahr 1942 bis auf eine zum Einschmelzen
abgeliefert werden; die älteste aus dem Jahr 1640 blieb erhalten und wurde
nach dem Krieg nach Ebersbach abgegeben. 1949 wurden vier neue Glocken angeschafft,
die aber nur 30 Jahre in Weichs läuteten. 1977 wurden sie nach Ecuador
verschenkt. An ihrer Stelle wurden vier neue Bronzeglocken von der Fa. Perner
aus Passau gekauft. Die schwerste und mit 152 cm größte ist dem Namens-Patron
St. Martin geweiht. Auf ihr sind ein Relief mit der "Mantelteilung"
und eine Inschrift "St.Martin - wir vertrauen auf Deine Fürsprache"
angebracht.
| In einer Nische an der Turmostseite steht ein Tonrelief des Schmerzensmannes, des auferstandenen Christus, der auf seine Kreuzeswunden hinweist. An den Händen und Füßen sind die Nagelwunden zu erkennen. Mit der linken Hand weist er auf die Seitenwunde, die ihm als Nachweis für den Tod zugefügt worden war. Über die Herkunft der Figur ist nichts bekannt. Man geht davon aus, dass sie aus dem 15.Jh stammt. | ||
| An der Ostseite des Turms ist noch ein Relikt aus barocker Zeit zu sehen: Das Steinrelief von Gottvater mit der Weltkugel in der linken Hand; die rechte Hand hat er zum westlichen Segensgestus (drei ausgestreckte Finger) geformt. Umkränzt wird das Relief von einem Dreieck, das früher wohl ein Tympanon gewesen ist. Die Figur ist schon stark verwittert. |
| An die Außenwände der Kirche und des Turmes sind viele Epitaphe eingelassen, die zumeist an verstorbene Pfarrer, aber auch an Schwestern des nahen Klosters erinnern. |
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Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. |
Hier stelle ich zehn der Epitaphe an der Außenwand vor:
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um 1600
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1788
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1801
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1806
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1837
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1843
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1884
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1885
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1999
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| Auf dem Epitaph aus Kalksandstein
kniet Freifrau Katharina von Weichs,
geborene von Peffenhausen, seit 1572/73 Ehefrau des Freiherrn Wolf Joachim
von Weichs, vor einem Kruzifix. Um ihre gefalteten Hände ist ein Rosenkranz
gewickelt. Neben Katharina das Wappen der Peffenhausener. Im Hintergrund
eine Kirche mit Sattelturm (wie in Weichs bis 1874) und zwei weitere Gebäude.
Unter dem Kreuz ein Totenschädel mit Oberschenkelknochen als Memento-mori-Symbol.
(Chornordseite; Größe 69 x 43 cm, ). |
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Diagonal gestelltes Epitaph aus Solnhofener Stein für Pfarrer Franz Xaver Lachermayr (Sakristei-Südwand; Größe 29 x 29 cm). |
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Epitaph für Pfarrer Valentin Anton Vollert, gestorben am 14.Mai 1801. Ganz oben ein Kelch mit Hostie, auf der das Jesusmonogramm IHS mit Strahlenkranz zu sehen ist. Ganz unten ein Totenschädel mit Birett (Turm-Südseite; Größe 91 x 54 cm). |
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Epitaph für Pfarrer Alois Graß. Text: "Am 2.Oktober 1806 starb der Hochwürdige Hochgelehrte Herr Alois Graß, durch 18 Jahre Pfarrer in Hilgertshausen und 5 Jahre 3 Monate Pfarrer in Weichs im 53ten Jahre seines Alters. Er ruhe in Frieden." (Turm-Südseite; Größe 91 x 55 cm). |
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Epitaph für Georg Erhard. Text: " Hier ruhet der wohlgeborne Herr Georg Erhard, herrschaftlicher Revjerjäger & Bezirksgeometer in Weichs. geboren im Jahre 1788, gestorben am 25. Januar 1837. R.I.P" (Chornordseite; Größe 39 x 38 cm). |
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Epitaph für einen Priester (Kelch mit Hostie). Der Stein befindet sich schon in einem schlechten Zustand und beginnt unten abzubröckeln. Leider konnte ich mit bloßem Auge den Text nicht entziffern. Mit geeigneten techn. Maßnahmen wäre dies wohl noch möglich (sofern es nicht schon geschehen ist). |
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Epitaph aus Solnhofener Stein für Pfarrer Matthäus Vierthaler. Text: " Hier liegt begraben Sr. Hochwürden Herr Math.Vierthaler, Benefiziat v. Weichs geboren den 23ten Febr. 1775, gestorben den 26ten Dez. 1843. R.I.P" (Turm-Südseite; Größe 43 x 43 cm). |
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Text: "Im frommen Andenken an die ehrwürdige Maria Sindolina(?) Brettmeister, Schulschwester in Hienheim, geb. zu Gundackersdorf am 10.Juni 1843, gest. zu Hienheim am 19. Februar 1884. |
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Text: "Ruhestätte der ehrwürdigen Schulschwester Maria Adaucta Brettmeister von Gundackersdorf gestorben in Giebing am 10.März 1885, 29(?) Jahre alt. R.I.P" |
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Eines der vier Epitaphe aus dem 20.Jh mit Namen der verstorbenen Armen Schulschwestern . |
Die beiden türförmigen Bögen an der Nordseite des Chores sind noch Zeugen der inzwischen abgetragenen Begräbnisstätte der Freiherrn von Weichs, die 1874 errichtet worden war.
Die doppelstöckige Sakristei mit abgeschlepptem Pultdach wurde im 19.Jh an der Südseite des Kirchenschifs unmittelbar westliche des Turms angebaut.
| An der Westfront
ist das hohe doppeltürige Vorhaus
angefügt, das im unteren Bereich durch sog. Ochsenaugenfenster erhellt wird.
An der Südfront des Kirchenschiffs ist ein großes Kruzifix mit lebensgroßem Corpus Jesu angebracht. Es handelt sich um ein sog. Missionskreuz aus der Zeit um 1920. Es erinnert an eine der Volksmissionen, die in der Pfarrei durchgeführt wurden. |
Die letzten großen Renovierungen
fanden in den Jahren 1874, 1950 und 1971-1973 statt. Im Jahr 2005 wurde das
Kirchengebäude außen geweißelt.
Innenausstattung
Der 2-jochige, stark eingezogene Altarraum mit 5/8-Schluss ist von einem spätgotischen Gewölbe mit Stichkappen über den Fenstern überdeckt. Die Gewölberippen wurden schon in der Barockzeit abgeschlagen.
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Die Stuckaturen
aus dem Jahr 1721 nach Art der Wessobrunner Schule sind rosa, gelb und
grün hinterlegt. Die Rahmen der Deckengemälde sind mit stuckierten Blütengirlanden,
Akanthusranken,
Muscheln und Fruchtschnüren umgeben. |
| Im Gewölbe zwischen den Stichkappen sind in Medaillons mit Stuckrahmen die vier Kirchenlehrer umgeben von Engeln dargestellt. Akanthus-Ornamente aus Stuck verzieren die Medaillons | Bei den Kirchenlehrern handelt es sich um Augustinus mit glühendem Herzen, Papst Gregor mit dem Choralbuch der gregorianischen Gesänge, Ambrosius mit Bischofsstab und Hieronymus mit Totenkopf) |
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die
Mantelspende (St. Martin zu Pferd überreicht vor dem Hintergrund
einer Waldlichtung die Hälfte des Mantels dem neben ihm stehenden halbnackten
Bettler) Legende: Als Martin noch Soldat war, begegnete ihm vor den Toren von Amiens ein nur notdürftig gekleideter Bettler. Martin teilte mit dem Schwert seinen Mantel und schenkte eine Hälfte dem Bettler. In der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus mit dem Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte. |
| Martin
verweigert die Annahme der Bischofswürde Unter einer Kirchenkuppel steht St. Martin rechts noch in eine Mönchskutte gekleidet, das Haupt von einem Heiligenschein (Nimbus) in Form eines Strahlenkranzes umgeben. Er wird vom Volk gedrängt das Bischofsamt anzunehmen. Ein Kleriker zieht ihn am Arm und weist in Richtung des bischöflichen Throns auf der linken Seite. Dort hält ein Diakon die bischöflichen Insignien bereit. Ein weiterer Bischof wartet im Hintergrund um St.Martin zu weihen. Legende: Martin weigerte sich zunächst das Bischofsamt von Tour anzunehmen. Erst aufgrund der Bitte des Volkes ließ er sich umstimmen. |
| Versuchung
des hl.Martin durch den Teufel das unmittelbar am Chorbogen anschließende Gemälde zeigt den hl. Martin in Reisekleidung mit Rucksack und Stab, wie er dem gehörnten und geschwänzten Teufel ein Kreuzzeichen entgegensetzt). Legende: Auf der Reise zu seinen Eltern in Pavia erschien der Teufel und drohte, er werde ihm überall, wohin er auch gehe, übel mitspielen. St. Martin antwortete: Der Herr ist mein Beistand, ich fürchte nicht der Menschen Anschläge wider mich. |
In den Gewölbezwickeln sind 6 Medaillons angebracht, die auf die
Tugenden des Kirchenpatrons hinweisen:
| 1. Fliegender
Adler mit der Inschrift "ALTA PETIT" (er sucht die Höhe) Der Adler, der sich zur Sonne emporschwingt, ist hier Sinnbild für die Hinwendung zu Gott und Zurücklassen alles Irdischen. |
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Der feuerspeiende Vulkan ist Sinnbild für die Liebe zu Gott, die so groß ist, dass der Mensch sie nicht verbergen kann.
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| 3. Gans
als Wächter mit der Inschrift "Semper vigilans" (immer
wachsam) Gänse waren schon zu römischen Zeiten Sinnbild der Wachsamkeit, weil sie die Stadt Rom durch ihr Schnattern vor heimlich eindringenden Galliern gewarnt hatten. Auch Martin war, als er vor der Bischofswürde in eine Höhle floh, von Gänsen verraten worden. |
| Hinweis: Im Mittelalter war
das Aussehen des Pelikans
in unseren Breiten nicht bekannt.
In alten Büchern (Bestiarium, Physiologus) wird berichtet, dass der
Pelikan seine Brust aufreißt, um mit dem eigenen Blut die Jungen zu
ernähren; er galt deshalb als Sinnbild für Aufopferung und als
Symbol für Christi Todesopfer. Die ersten künstlerischen Darstellungen
des Pelikan wurden schon im 3.Jh. nachgewiesen. Wissenschaftlich ist dieser
Bericht vom Pelikan heute überholt. Die Fabel entstand wohl, weil die
Art und Weise, wie der Pelikan seine Jungen aus dem dehnbaren Kehlsack heraus
füttert, indem er dabei den Schnabel auf die Brust stemmt, um die Fische
einfacher auswürgen zu können und dabei seine weißen Federn
mit dem Fischblut rötet, falsch gedeutet wurde. |
| 5. Geöffneter
Granatapfel, der seine Kerne ausstreut mit der Inschrift "QUOD
HABEO LARGITOR" (was ich habe, schenke ich) Der Granatapfel (lat. granatus=gekörnt), der sich von selbst öffnet, und zahlreiche Samen und Kerne verstreut, ist Sinnbild für die Freigebigkeit. Schon im Alten Testament war er Zeichen göttlichen Segens. In christlicher Zeit wurde er zum Symbol für die Kirche. Dabei stellen die Samen die Fülle der Mysterien und die große Anzahl der für den Glauben gestorbenen |
| Die Schwalbe, die ihre Jungen, wenn sie zu erblinden drohen, durch das Kraut Chelidonia heilt, ist Sinnbild für St.Martin, der seinen Schülern durch seine Lehre die Augen öffnet. |
Der Maler der Deckenfresken im Altarraum und im Kirchenschiff ist nicht bekannt. Kunstexperten vermuten den Maler aus dem Umkreis der Münchner Hofkunst, vor allem aus der Nachfolge des berühmten Johann Andreas Wolff (Altarbild Indersdorf). In Frage kämen Joh.Eustachius Kendlbacher, Benedikt Albrecht oder Melchior Steidl. Andere Experten favorisieren Thaddäus Kärpf aus Kranzberg. Am wahrscheinlichsten dürfte nach Ansicht der Verfasser des Corpus der barocken Deckenmalerei (siehe Quellen) wegen der Ähnlichkeit der Fresken mit der Ainhofener Kirche der Maler Benedikt Dersch sein.
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| Mittelpunkt des Altars ist ein großes Ölgemälde. Der Kirchenpatron "St. Martin predigt, während die Zuhörer Werke der Nächstenliebe verrichten". Links im Vordergrund pflegt eine Frau einen Kranken, im Hintergrund wird die Mantelspende dargestellt. Zu Füßen des Heiligen steht eine Gans. |
| Auf dem Gebälk über dem Altarblatt sitzen Girlanden tragende Engel zwischen Flammenvasen. Sie umrahmen das Altaraufsatzbild mit dem Thema "Maria als das apokalyptische Weib". Maria schwebt auf Wolken, gestützt von Putten. Ihr Haupt wird von 12 Sternen umkränzt. Ihr Fuß steht auf einer Mondsichel, die zugleich eine Schlange niederdrückt. Die Schlange windet sich um die blaue Erdkugel und hält einen Apfel im Maul. |
| Hinweis: Die Darstellung zeigt Maria als neue Eva, die, wie in der Bibel angekündigt (Gen 3,15), der Schlange den Kopf zertritt. Die Schlange symbolisiert die Erbsünde und in weiterer Folge das Böse allgemein. Dieses Bildmotiv mit der Schlange ist erst seit dem 17. Jh. nachweisbar. Als nach der Reformation auf protestantischer Seite Christus mit dem Fuß auf dem Kopf der Schlange dargestellt wurde, hat Papst Pius V. (1566-1572) im Zuge der Gegenreformation das Thema dogmatisch auf Maria fixiert ["Maria zertritt mit Hilfe von Christus die Schlange"] und diese Darstellung in den katholischen Kirchen bildlich durchgesetzt. Die Mondsichel und die zwölf Sterne erinnern an Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen. Die Sterne sind Symbol für die zwölf Stämme Israels. Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeitals Symbol für die Kirche angesehen und erst später mit Maria identifiziert. |
| Der vergoldete Tabernakel aus dem Jahr 1920 ist mit glatten und gedrehten Säulen mit verkröpftem Gebälk geschmückt. Das Relief auf der zwei-flügeligen Rundbogentür ist perspektivisch gestaltet. An der Seite befinden sich Nischen.Auf die Innenseiten der Türen sind Anbetungsengel gemalt. |
Auf dem Tabernakel ist zwischen Voluten
ein Pelikan
zu sehen, der seine Jungen füttert. |
| Hinter dem Altar ist ein
großes
Bild aufbewahrt, von dem noch nicht klar ist, was es darstellt. Zwei
Menschen gehen einen Fluss entlang, der sich zwischen mächtigen Felsen hindurchzwängt.
Im Hintergrund ist ein Ort mit einer doppeltürmigen Kirche (Indersdorf ?)
zu sehen. Über den Wanderern halten Engel einen Lorbeerkranz. Das Bild dürfte schon Anfang des 17. Jh, also vor dem Dreißigjährigen Krieg gemalt worden sein. |
| Hinweis: Der Kranz war das Ehrenzeichen des siegreichen Athleten, z.B. bei den Olympischen Spielen der Antike in Form eines Gewindes aus Laub, Blumen u.ä. Das Christusmonogramm war in der frühen Kirche öfters von einem Kranz umgeben und bezeichnete so Christus als den Sieger über den Tod (daher häufig auf Sarkophagen) oder - da die siegreichen römischen Kaiser den Lorbeerkranz trugen - als Kyrios, den Herrn der Welt. Als Siegeszeichen gebührte der Kranz auch den Märtyrern. |
| Der einen Meter
hohe Taufstein ist aus weißem Marmor gearbeitet. Er stammt aus der
1.Hälfte des 20.Jh. Etwa 200 Jahre älter ist der Deckel des Taufbeckens,
auf dem eine Figurengruppe die
Taufe Jesu darstellt. Johannes der Täufer gießt Wasser über
das Haupt von Jesus, der mit dem linken Fuß im Wasser steht und sich
mit dem rechten Knie auf einen Stein stützt. Hinter den beiden Figuren
erhebt sich eine Palme. Zwischen den Palmwedeln schwebt die Heilig-Geist-Taufe.
Über allem thront Gottvater auf einer Wolke. Die Figurengruppe könnte
vom Dachauer Bildhauer Franz de Paula Arnoldt (1724-1788) stammen, vermutet
der Bergkirchner Architekt Max Gruber. Die Figuren von Jesus und Gottvater mussten nach einem Diebstahl durch Kopien ersetzt werden. Original ist nur Johannes. |
| Merkmale der Gotik sind die Form der Krone, der seitliche Schleier und vor allem die S-Krümmung des Körpers, die mit dem Fachausdruck "Gotischer Schwung" bezeichnet wird. Seit dem 13. Jh. sind bei vielen gotischen Figuren die waagerechten Achsen (Becken, Schultern) gleichsinnig verschoben. Der Kopf ist der erhöhten Schulter zugeneigt. So ergibt sich eine S-Krümmung, die die steigende Körperbewegung im Sinne des gotischen, auf die Vertikale gerichteten Willens betont. Der reiche Faltenwurf ist so gestaltet, dass er auf das Jesuskind zuläuft. | Die Altenmarkter Madonna (Madonna von der Tanne) ist neben der ähnlich gestalteten Madonna von Krumau eine der berühmtesten "Schönen Madonnen" Europas. Ein unbekannt gebliebener böhmischer Künstler schuf die 88 Zentimeter große Statue im ausgehenden 14 Jahrhundert aus kalkigem Pläner Sandstein. Die kostbare Madonna wurde im Jahre 1393 von Pfarrer Richer von Ettling nach Altenmarkt im Salzburger Pongau gebracht. Der Priester war zugleich ein hoher Verwaltungsbeamter am Hofe des Salzburger Erzbischofes Pilgrim II. |
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Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. |
| Die Sakristei ist doppelstöckig. Im unteren Teil stehen sehr schöne Schränke aus Zirbelholz. Sie wurden um das Jahr 1930 im neubarocken Stil angefertigt. Am oberen Rand des Aufsatzes ist eine Umschrift angebracht: "Patronus Ecclesiae St.Martinus - Nomen RDD Episcopi: Friedrich". Diese Inschrift dient fremden Priestern, die aushilfsweise die Messe lesen, zur Orientierung. Die Namen des Patrons und des jeweiligen Bischofs sind Bestandteil des Hochgebets nach der hl.Wandlung. |
| Im Obergeschoss sind alte barocke Reliquienbehälter aufbewahrt, die angesichts der vielen Wurmlöcher im Rahmen noch der Renovierung bedürfen. Die Behälter sind den beiden Bauernheiligen Wendelin und Isidor gewidmet. Ihre Bilder sind in der Mitte angebracht. | Um sie herum sind die Reliquien, mit (Halb)Edelsteinen, ornamentalem Schmuck aus Silberblech sowie Filigranarbeiten aus Gold- und Silberfäden eingenäht. Auf kleinen Pergamentstreifen (Cedulae) sind die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen, verzeichnet (bei Wendelin: Agatha, Desiderius, Meritus, Prudentius, Renatus, Pius, bei Isidor: Ornuta, Longinos, Cölöstinä, Coronata, Honorius, Agnes ). |
| Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um Knochenfunde aus den Katakomben handelt, die von nicht identifizierten Christen stammten und die auf die neuen Namen getauft wurden. Mehr über Katakombenheilige erfahren Sie hier..... |
Zelebrationsaltar
Das Antependium des Zelebrationsaltars ist mit großen sechseckigen Mustern verziert. Er wurde um 1970 aufgestellt, im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils, und bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten |
| auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
| Am Chorbogen zwischen Altarraum und Kirchenschiff befindet sich das Wappen des zur Zeit des Kirchenbaus, im Jahr 1720 gestorbenen Anton Max Emanuel Josef Freiherrn von Tannberg zwischen denen seiner beiden Gemahlinnen Maria Cleopha Margareta Freiin von Höhenkirchen (links) und Amadea Antonia Adelheid Freiin von Royer, der Tochter des damaligen Hofmarksherren von Jetzendorf. | Dazu einen historischen Hinweis: Weichs war eine Hofmark, aber seit 1458 geteilt in 1/3-Weichs und 2/3-Weichs, die meist verschiedenen Besitzern gehörten. Die Kirche gehörte zu 2/3-Weichs, das 1668-1720 die Freiherren von Tannberg besaßen. Vom Schloss führte ein bedeckter Gang in die Kirche, der um 1800 abgebrochen wurde. |
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Am Chorbogen sind
zwei Wandnischen eingelassen, in denen links eine Figur der
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| Hinweis: Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. |
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Das fünfachsige Kirchenschiff besitzt eine barocke, durch Stuckrahmenfelder gegliederte Flachdecke. Die Gemälde waren 1874 mit weißer Farbe übertüncht worden und mussten bei der Renovierung 1950 von Prof. Blatner und Restaurator Wimmer mühsam wieder freigelegt werden. Die rundbogigen Fenster sind mit Antikglas bestückt.
| Das schlicht gestaltete große Deckengemälde aus der Zeit um 1720 zeigt die 12 Apostel und St.Paulus mit ihren Attributen die die Hl.Dreifaltigkeit verehren. Zu diesem Bild existiert ein Entwurf des berühmten Malers Johann Degler aus München; dass auch das Gemälde von ihm stammt, wird von Kunsthistorikern aber wegen der mangelnden Qualität ausgeschlossen. Degler hatte übrigens 1717 auch die Entwürfe für die Deckenmalerei in Straßbach geliefert und 1719 in Indersdorf die Kanzeltür bemalt. |
In zwei Kartuschen
östlich und westlich vom Hauptgemälde sind
- ein Vogel auf einem Baumstumpf mit der Inschrift "PULCHRA ET CANORA"
(schön und wohlklingend)
- und ein Regenbogen mit der Inschrift "SPECIE EXHILARAT" (durch den
Anblick heitert er auf) zu sehen.
An den Ecken des großen Deckengemäldes sind 6 Medaillons (Tondi) mit Szenen aus dem Leben des hl. Martin angebracht:
| 1.
Übergabe der
Tochter des Arborius Ein vornehm gekleidetes Mädchen betritt durch einen Torbogen den Raum, in dem Martin in Bischofsornat mit einem Geistlichen wartet. Legende: Martin hatte das Mädchen, die Tochter des Präfekten Arborius von einem Fieber geheilt. Der Vater brachte sie darauf zu Martin, damit der sie zu ewiger Jungfräulichkeit weihe. |
| 2. Martin
als Teufelsaustreiber
Martin segnet zwei Besessene, die von drei Männern mühsam gebändigt werden. Aus dem Mund der Besessenen flieht der böse Geist in Form von kleinen schwarzen Teufelsgestalten. Legende: St. Martin hat beim Knecht des Prokonsuls Tetradius und beim Koch eines anderen Herrn den bösen Geist ausgetrieben. Beide Legenden werden im Bild zusammengefasst. |
| 3. Heilung/Erweckung
eines Kindes
Vor Bischof Martin hebt seine Hand segnend über das vor ihm liegende tote, jedenfalls am Arm verstümmelte Kind und heilt es /erweckt es zum Leben. Daneben die Kindesmutter. Legende: Als Martin in Chartres predigte, kam eine Mutter mit ihrem toten Sohn und bat Martin, ihm ihren einzigen Sohn wiederzugeben. Auf das Gebet Martins wurde der Tote lebendig. |
| 4. Totenerweckung
eines Kathechumenen
In einer Säulenhalle segnet -von trauernden Menschen umgeben -Martin im Bischofsornat einen Toten, der sich von seinem Bett erhebt. Ein Ministrant hält den Bischofsstab. |
| 5.
Erscheinung der Engel Martin, wieder in bischöflicher Tracht, steht vor zwei Engeln. Legende: Martin soll sich mehrmals lange mit Engeln unterhalten haben. |
| 6. Martin
lässt einen heiligen Baum der Heiden fällen Martin steht in Bischofstracht unter einem soeben von einem Bauern gefällten heiligen Baum (Eiche oder Föhre), der sich anschickt, auf den Heiligen zu fallen und macht ein Kreuzeszeichen. Im Hintergrund betrachten zwei weitere Personen die Szene. Legende: Martin ließ einen den Heiden heiligen Baum fällen. Zum Zeichen der Überlegenheit des christlichen Glaubens stellte er sich in die vermutete Fallrichtung und zwang den Baum durch das Kreuzzeichen in die entgegengesetzte Richtung. |
Seitenaltäre
Die relativ schmalen, aber sehr hohen Seitenaltäre wurden 1722/23 von Schreiner Martin Schwarzenbacher und Maler Hans Georg Hörmann (der auch die Kanzel gefasst hat) aus Dachau erstellt. Sie haben glatte und gedrehte Säulen. Die Auszugsbilder sind mit einem Herz im Strahlenkranz gekrönt.
Linker Seitenaltar|
Johannes gießt
aus einer Muschelschale das Taufwasser über das Haupt Jesu, der am
Rand des Jordan kniet. In der anderen Hand hält Johannes den Kreuzstab.
Um ihn ist ein Textband mit den Worten Ecce Agnus Dei geschlungen. Zu Füßen
des Johannes ist ein Lamm zu sehen. Zwischen Schleier haltenden Engeln schwebt
die Heilig-Geist-Taube auf Jesus herab. Über einem Wolkenband hält
Gottvater seine Hand segnend über die Szene. Das Bild ist auch eine vertikale Dreifaltigkeitsdarstellung. |
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| Im Auszug wird die hl.
Ursula auf einem Leinwandbild dargestellt. Hinweis: Ursula soll im Jahr 415 zusammen mit 11.000 Jungfrauen (u.a. auch Cäcilia,Odilia und Verena) nach der Rückkehr von einer Romreise in Köln von den Hunnen mit Pfeilen ermordet worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, die Geliebte des Hunnenkönigs zu werden. Einen Höhepunkt erlebte der Ursula-Kult im 15. Jahrhundert, gefördert besonders durch die Zisterzienser. Christopher Kolumbus hat 1493 bei der Entdeckung Amerika 11 Inseln in der Karibik in Anlehnung an die Ursula-Legende "Jungfraueninseln", benannt. |
Der rechte
Seitenaltar ist dem hl. Sebastian geweiht. Mittelpunkt ist ein großes
Gemälde, das
die Befreiung des hl. Sebastian nach seinem Martyrium durch die hl. Irene
zeigt.
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| Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Vor dem Tod bat Barbara Gott, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch, den der Engel über sie hält, versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. |
Die
prächtige Kanzel
an der Südwand des Langhauses stammt aus dem Jahr 1724/25 und wurde
von der Werkstatt Hans Georg Hörmanns für ca. 100 Gulden gefasst. Ein
Malergeselle war 11 Wochen tätig; während dieser Zeit wohnte er
(in Vollpension) beim "Wirdt zu Weix" Joseph Wallner. Der beklagte
sich, weil der Künstler die Rechnung nicht rechtzeitig beglich.
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| Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. |
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Hinweis: Die Gestalt der Taube für
die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich
auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach
fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine
Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte
sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube
als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes
gewählt. Das Konzil von Nicäa
im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen.
Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen
Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. |
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Acht
der 16 Kirchenbankreihen
sind schon über 180 Jahre alt. Sie sind an den alten Eichenwangen
mit der Akanthusblatt
-Dekoration zu erkennen Das Muster der Wangen entspricht dem vieler Kirchenstühle
im Dachauer Land. Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717
auch in Ainhofen, Albersbach, Arnbach, Arnzell, Aufhausen, Bergkirchen,
Hilgertshausen, in der Marktkirche von Indersdorf, in Ottmarshart, Pasenbach,
Pipinsried, Walkertshofen und Westerndorf verwendet. Bei der Aufstellung
der Stühle in der Weichser Kirche um 1721 beteiligte sich auch das
Spital, das für jeden der 11 von ihm belegten Plätze 50 Kreuzer
zahlte. |
| Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten. |
| Die Kreuzwegstationen sind Leinwandbilder, die 1947 von Josef Albrecht gemalt wurden. Der Künstler hat auch die Deckengemälde in Asbach und Gundackersdorf geschaffen. Die Rahmen sind im Stile des 18.Jh vergoldet und versilbert. | Zum
6.Stationsbild (Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar): Das Nach der Legende erhielt Veronika von Jesus auf ihre Bitte ein Tuch mit seinem wahren Abbild als Andenken, nachdem er sie von Blutfluss geheilt hatte. Zunächst gab es in der Veronika-Legende noch keinen Zusammenhang zur Kreuztragung; auf Veronikabildern aus der Zeit vor 1400 ist das Bild von Jesus deshalb ohne Dornenkrone wiedergegeben. Erst nach 1400 wurde das Veronika-Motiv mit der Passion in Verbindung gebracht. Der Name Veronika geht wahrscheinlich auf das lateinische"vera icon" = wahres Bild (Jesu) zurück. |
| der hl.
Leonhard (Anfang 16.Jh) in Mönchsgewand und mit Buch und Viehketten
in den Händen. Die Figur wurde von der Pfarrei Weichs durch Vermittlung
des Kunstmalers Wimmer im 20.Jh. erworben. Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. |
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| eine Muttergottesfigur, die 1951 von Bildhauer Fuchs geschnitzt wurde | |
| Jesus als Auferstandener (halbfigurig) im Stil der 2.Hälfte des 18. Jh mit Kreuz und Wundmalen im Strahlenkranz. Der Figurentypus des Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln. |
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rechts: hl.
Martin (um 1480/89), der mit seinem Schwert den Mantel teilt. |
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- eine Figur des hl. Oswald (Ende 15.Jh.) mit Königskrone und einem Raben, der in seinem Schnabel einen Ring bringt. Bildnisse dieses Heiligen sind in unserer Gegend selten. Die Figur in Weichs ist die einzige Oswalddarstellung in den Kirchen des Landkreises Dachau. Möglicherweise hängt die Verehrung dieses Heiligen mit dem Sohn des Ritters Paul von Weichs, Oßwald von Weichs zusammen, der bei der Teilung der Hofmark im Jahr 1458 ein Drittel der Herrschaft erbte. |
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Hinweis: St. Oswald (604-642) -nicht zu verwechseln mit dem in Dänemark geborenen Bischof Oswald- war König von Northumbria in England. Er führte mit Hilfe von Mönchen das Christentum ein. Die Legende berichtet dass bei seiner Krönung das Chrisamöl fehlte; da ein brachte Rabe das Öl in kostbarem Gefäß herbei. Als Oswald die Tochter eines heidnischen Nachbarkönigs gegen dessen Willen heiraten wollte, überbrachte ein anderer Rabe heimlich Brief und Ring zur Angebeteten. In den Alpenländern gilt Oswald als Nothelfer und gehört zu den "Wetterherren": je nach Wind an seinem Jahrestag (5.August) richten sich Ernte und Aussaat. |
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- das Gemälde
einer
Schmerzhaften Muttergottes (mater dolorosa) in barockem Rahmen mit
Flechtband und Zöpfen. Das um das Jahr 1800 mit Öl auf Leinwand
gemalte Bild zeigt
die Nachbildung der sog. Herzogspitalmutter, das ist die von Tobias
Pader 1651 geschaffene Marienfigur in der Herzogspitalkirche
München, die im 18.Jh zum bedeutendsten Gnadenbild Münchens
wurde. Die in einen roten Mantel gekleidete Maria hält in den über
der Brust gekreuzten Händen ein Tränentuch. In der Brust steckt
ein langes Schwert.
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| Die Empore ist auf zwei gedrechselte, weiß lackierte Säulen gestützt, in denen die alten Opferstöcke untergebracht sind. Eine solche Konstruktion ist im Landkreis nur noch von Unterweikertshofen bekannt. |
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In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
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Die
heutige Orgel
stammt aus dem Jahr 1922. Sie wurde von der Firma Steinmeyer aus Öttingen
als "opus 1320" mit 2 Manualen und 21 Registern erbaut. Um 1970
bauten Michael Stöberl aus München und F. Wappmannsberger aus Prien
das Werk um. Sie hat nun 20 Register.
Der Mittelteil der Orgelanlage befindet sich in einem dreiteiligen, neubarocken Gehäuse mit geschwungenen Giebeln, das entweder noch aus dem Jahr 1874 oder -wahrscheinlicher- auch aus dem Jahr 1922 stammt. Die Orgel mit elektrischer Kegellade hat folgende Disposition (nach Brenninger -Stand 1975-): |
| Allgemeines zur Orgel - Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| Unter der Empore sind in einer Vitrine mit figürliche Szenen aus dem Leben Jesu nach Art einer Krippe dargestellt. Die Szenen orientieren sich am Kirchenjahr. An Weihnachten ist es natürlich eine Krippe. Im Bild können Sie die Darstellung der Adventszeit sehen. Wenn Sie sich auch für andere Krippen interessieren, klicken Sie hier.. |
| Von Karfreitag Nachmittag bis Karsamstag Mittag ist vor dem Hochaltar ein eindrucksvolles Heiliges Grab aufgebaut, mit großartigen Kulissen und vielen Lichtern. Der Brauch des "Hl.Grabes" und des sog. "Graberlschauns" stammt aus der Barockzeit und diente der Veranschaulichung des Heilsgeschehens. | Der Besuch der Heiligen Gräber gehört für viele Menschen zu den schönsten Kindheitserinnerungen. Der religiöse Brauch, in katholischen Kirchen ein Heiliges Grab zu errichten, geht auf das frühe Mittelalter zurück. Angeregt von den damals häufiger werdenden Pilgerfahrten nach Jerusalem schuf man vielerorts in einer Seitenkapelle oder Krypta Andachtsstätten zur |
| "ewigen Anbetung", wobei die Gläubigen im Gebet Wache hielten bis zur Auferstehungsfeier. |
Epitaphe innen
Im Kirchenschiff sind mehrere Grabsteine
derer von und zu Weichs seit dem 16. Jh. angebracht.
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1513 |
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die kunstvoll gemeißelte ehem. Tumba-Deckplatte aus Rotmarmor mit
gotischen Verzierungen für Andreas
von Weichs und seine Gemahlin Ursula Ebran (beide gest.1513). (Chornordwand; Maße: 154 x 90 cm) Der Stein ist von einer Umschrift an den Rändern umgeben. Im oberen Teil sind Lurche und Frösche abgebildet. Auf den heraldischen Verzierungen über den beiden Wappen der Toten ein Affe mit einem Spiegel. Es ist das Symbol für Eitelkeit und Laster. Auf einem Epitaph soll dieses Symbol auf die Vergänglichkeit der Sinneslust und Eitelkeit hinweisen. |
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1576
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- ebenfalls an der Chornordwand das Epitaph für den herzoglichen Pfleger Joachim von und zu Weichs (gest. 6.1.1576) und seine Gemahlin Amalie (gest. 18.7.1576) mit dem Relief der Verstorbenen, die vor dem Kruzifix knien. Der Helm von Joachim liegt als Zeichen für den Tod am Boden vor ihm. Am Fuß des Kreuzes der Totenschädel Adams. Im Hintergrund wohl die Stadt Jerusalem mit mehreren Kirchen und dem Berg Golgatha mit den drei leeren Kreuzen. Inschrift: "Anno Domini 1576 den 6.January starb der Edl und vest Joachim von und zu Weichs und Pfelger zu Wolffertshausen seines alters ... dem Gott gnad". Anno Domini 1576 den 18.July starb die Edl und Tugenthafft Fraw Amalia von und zu Weichs eine Geborne Ebranin von Wildenberg... jres Alters, der Gott gnadt. (Chornordwand; Maße: 140 x 58 cm) |
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1595
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Epitaph
aus Rotmarmor für Erasmus Oßwald
(Pfarrer in Weichs von 1582-1595) (Chornordwand; Maße: 65 x 43 cm) |
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1615
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- dazu noch das oben halbrunde Epitaph für Johannes Adler. Auf dem Grabstein wird der Pfarrer vor dem Kreuz kniend abgebildet. Unter dem Kreuz sind ein Kelch (als Zeichen für den Priesterstatus) und ein Totenkopf zu sehen. Nach der Kleidung des Priesters dürfte der Stein aus dem frühen 17.Jh (1615 ?) stammen. (Chorbogen Maße: 78 x 47 cm) | |||
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1617
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-Epitaph
aus Kalksandstein für mehrere Hans
Wolf von Weichs und seine beiden Gemahlinnen. Es sind aber nur die
Sterbedaten für Anna Maria Weichs angegeben. Im unteren Teil des Steines
ist in der Mitte das Weichser Wappen zu sehen, begleitet von zwei weiteren
Wappen der Frauen (links das Hundt'sche Wappen mit den zwei Flügeln).
Darüber heraldische Verzierungen, auf denen ein Affe mit einem Spiegel
sitzt, dem Symbol für die Eitelkeit und Vergänglichkeit der Schönheit.
Text: "Anno 16.. den .. Monathstag Ist in Gott Verschiden der Wolledle u. gestreng Herr Hanß wolf von und zue weichs der Jünger. Anno 1617 an hl. (?) Matheus Apostelstag die Wolledle Fraw Anna Maria von weichs geborne Hundin zue Lautterbach Anno 16.. den .. Monathstag die wolledle Fraw Maria Salomo von Weichs geborne von högnenberg beede seine Frawen Ehegemahel deren aller Seelen der Allmechtigem froliche auferstehung verleichen welle. Ammen" |
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1677
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- der Grabstein aus
Solnhofener Stein für Pfarrer Johann
Baptist Carl mit dem Wappen des Verstorbenen im oberen Teil. Um
das Wappen herum sind Vanitasmotive<
zu sehen, die auf den Tod hindeuten: Links oben Pickel und Schaufel, die
Werkzeuge für das Ausheben eines Grabes, rechts oben ein Oberschenkelknochen,
das Zeichen für die erloschene Kraft der Lenden, links unten ein
Kerzenleuchter mit abgebrochener Kerze, Zeichen für das erloschene
Leben und rechts unten eine Sanduhr für das Ende der Lebenszeit.
(Chorbogen; Maße: 133 x 86 cm)
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1672
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- am einfachen Grabstein für Pfarrer Matthäus Carl Erlens mit großen Buchstaben und Ziffern ist im unteren Bereich ein Kelch mit Hostie als Zeichen für das Priesteramt des Toten eingraviert. Erlens starb am 27.April 1672 nach 18jähriger Tätigkeit in Weichs. |
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1680
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aus Solnhofener Stein für Pfarrer Johann Georg
Waiznpeckh, gestorben am 3.5.1680. Er wird als Doctor, Decan und
Pfarrer von Weichs bezeichnet. Im unteren Teil des Steins ein prächtiges Wappen, das u.a. einen Steinbock zeigt. (Chorbogensüd; >Maße:102 x 59 cm) |
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1720
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der Grabstein aus Solnhofener Stein für Anton Max Emanuel Joseph
Freiherr von Tannberg (1664-1720)
mit dem Text: "Allhie ruhet der Hoch: und Wohlgeborne Herr Herr Anton Maximilian Joseph Freiherr von Tannberg Herr der 2/3 tl zu Weichs auf Aurolthmünster, der Churfürstl: Durchl:in Bayrn H.Camerer, seine Alters im 57.Jahr gestorben den 5.Dez. 1720 der Letzte des Namens und Stammes denne und allen seiner Hochen Familie Gott gnedig seye. Amen" Interessant ist das Wappen im oberen Teil des Epitaphs: Es ist umgestürzt dargestellt, als Zeichen dafür, dass das Geschlecht nunmehr ausgestorben ist (Langhaus-Nordwand Maße: 139 x 92 cm) |
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1720
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ein Totenschädel mit gekreuzten Oberschenkelknochen ziert das kleine
Epitaph für Antonius Maximilian Freyherr von Tannberg Chornordwand; >Maße: 39 x 33 cm). Gekreuzte Oberschenkelknochen unter einem Totenschädel versinnbildlichen die abgestorbene Kraft der Lenden und den entschwundenen Geist (Memento-mori-Symbol). |
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1720
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der Gedenkstein für den Dekan
Andreas Staudinger von Schwarzach aus dem Jahr 1720, der im 78.Lebensjahr
starb. Besonders prächtig ist das Wappen des Verstorbenen im unteren
Teil des Steins dargestellt. (Chorbogensüd Maße: 94 x 61 cm) Pfarrer Staudinger war bei seinem Tode schon 24 Jahre blind. Mit seinem nicht geringen Vermögen finanzierte er die beiden Seitenaltäre in Weichs und bedachte zudem viele Orden mit Zuwendungen. |
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1720
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- auch der Stein aus Rotmarmor ist dem am 30.Juli 1720 verstorbenen Dekan Andreas Staudinger gewidmet. (Chornordwand Maße: 39 x 33 cm) | |||
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1759
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- Epitaph aus Solnhofener Stein für Pfarrer Johann Baptist Empl, geb. 1679, Pfarrer seit 1724, gestorben 1759 (Chorbogensüd; Maße:62 x 42 cm) | |||
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1800
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Auch auf dem Grabstein für Leonhard
Blab ist ein Kelch abgebildet. Der Verstorbene war Chorherr in Indersdorf
und bei der Aufhebung des Klosters Indersdorf gezwungen worden, das Kloster
zu verlassen (Chorbogensüd; Maße:64 x 33 cm).
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1826
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die Gedenkplatte aus Solnhofener Stein für den Beneficiaten Anton
Asam, der im Alter von 50 Jahren verstarb (Chorbogennord Maße:
78 x 47 cm) |
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1868
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an der Rückwand die Grabplatten der Stifter des Klosters Weichs und
der Mädchenschule Georg und Willibald Baustädter. Das neugotische Epitaph aus grauem Sandstein für Pfarrer Willibald Baustädter, einem Gönner der Pfarrei, früher Gymnasialprofessor in Amberg, ist im Mittelteil mit Goldbronze gestrichen. Eine Signatur unten rechts lautet: "Einsele in Freysing" (Westwand; Maße: 182 x 67 cm). |
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| Früher
gab es wohl noch Epitaphe für Jörg von Weichs, gest. 1560 und Wolf Joachim von Weichs, gest.1617 |
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An der Südmauer
sind viele Priestergräber mit schönen schmiedeeisernen Grabkreuzen
aus neuerer Zeit angelegt. |
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Pfarrhaus
| Das
Pfarrhaus wurde westlich der
Kirche, an der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet. Es
ist ein moderner Neubau. Das Baujahr ist mir nicht bekannt. Doch Kirchenrechnungen
besagen, dass 1727, kurz nach dem Kirchenumbau, der Pfarrhof erneuert
worden ist. Dabei wurden das Pfarrhaus verlängert und viele andere
Sanierungsmaßnahmen durchgeführt (Kosten 1.332 Gulden). 1766
brannte der Pfarrstadel ab. Wenn Sie auch andere, insbesondere ältere Pfarrhöfe im Landkreis sehen möchten, klicken Sie hier.... |
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren
Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Anton Mayer /Georg Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising.
München 1874-1880
Mathias Steinberger, Die Pfarrei
Vierkirchen, 1879
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nrn. 253,
850, 1055, 1105, 1115, 1126, 1136)
Max Gruber, Die Dachauer Bildhauerfamilie Arnoldt, Amperland 1965 (Bildhauer
Franz Arnoldt)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
>Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern,
1978
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
>Josef Mass, Geschichte
des Erzbistums München und Freising, 1986
(Missionszeit, Bischofswahl 1411)
Gemeinde Weichs, So wars bei uns, 1989
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des
Erzbistums München und Freising, 1990
Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann, 1990
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer
Landes, 1991
Andreas Toscano del Banner: Kunst u. Kulturführer Region München.
(W. Ludwig Verlag 1992)
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Michael Andras Schmid, Das Werk des Dachauer Stuckateurs Benedikt Heiß
im Amperland, Amperlandheft 3/2000
Barbara Deger, St.Martin - Patron der Pfarrkirche Weichs 2001
Informationsmaterial der Pfarrei Weichs 2002
Mesner Heilander, 2002
Dachauer Nachrichten, 28.7.2003, 12.11.2004
Christian Schlick, Dachauer Weihnachtstaler 2006
Heinrich Fitger, Weichs, 2007 (Epitaph KathvWeichs)
Heimatbuch 1200 Jahre Weichs, 2007
95 Bilder: Hans Schertl
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7.6.2010
Exhortatio ad plebem christianam
(Predigt zu einer Tauffeier in Freising im Jahr 805)
"Hört, liebe Söhne, die Glaubensregel (= Glaubensbekenntnis), die ihr im Herzen behalten müsst, da ihr den christlichen Namen empfangen habt. Sie ist das Kennzeichen eueren christlichen Glaubens, vom Herrn eingegeben und von den Aposteln aufgestellt. Der Worte sind es nur wenige, aber sie umfassen große Geheimnisse. Der Heilige Geist hat nämlich den heiligen Aposteln als Lehrer der Kirche diese Worte in solcher Kürze diktiert, damit alle Christen verstehen und im Gedächtnis behalten können, was sie glauben und jederzeit bekennen müssen Denn wie wollte sich einer einen Christen nennen, der die wenigen Worte des Glaubensbekenntnisses, durch die er gerettet werden soll, und das Herrengebet, das der Herr selbst geboten hat, nicht lernen und im Gedächtnis behalten wollte? Oder wie in möchte jemand für einen anderen den Glauben verbürgen und versprechen, der diesen Glauben gar nicht kennt? Darum müsst ihr Kenntnis haben, meine Kinder. Denn solange einer von euch seinem Kind, das er aus der Taufe gehoben hat, dieses Glaubensbekenntnis nicht verständlich gelehrt hat, bleibt er an seinem Glaubensversprechen schuldig. Und wer es versäumt hat, sein Kind zu unterrichten, muss am Tag des Gerichtes Rechenschaft darüber ablegen. Nun also soll jeder, der ein Christ sein will, das Glaubensbekenntnis und das Gebet des Herrn möglichst rasch lernen, und jene, die er aus der Taufe hebt, darin unterrichten, damit er nicht vor dem Gericht Christi dafür zu Rechenschaft gezogen werden muss; denn das ist Gottes Gebot, das ist unser Heil und das ist unseres Herren Auftrag; sonst können wir für unsere Sünden nicht Vergebung erlangen."