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Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben von Weichs
Recherchiert von Hubert Eberl,
Bergkirchen
http://home.arcor.de/hubert1112.eberl/zeitung/index.htm
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Jahr
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Ereignis |
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Bericht
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1926
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Fahnenweihe des Schützenvereins Bavaria - Amperbote vom 27.5.1926 |
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1931
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Abschied von Herr Pfarrer Daffenreiter - Amperbote vom 15.2.1931 |
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| Installationsfeier für Pfarrer Josef Niederhuber - Amperbote vom 20.5.1931 |
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Kirchenpfleger M.Atzenhofer gestorben - Amperbote vom 21.08.1931 |
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1932
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Am Grab von Benefiziat Amrhein - Amperbote vom 24.08.1932 |
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1952
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Primiz von Geisenhofer in Weichs - Dachauer Nachrichten vom 23.05.1952 |
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1958
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Primiz von M.Atzenhofer in Weichs - Dachauer Nachrichten vom 11.07.1958 |
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1962
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Beerdigung von Pfarrer Niederhuber - Dachauer Nachrichten vom 21.09.1962 |
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1967
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Die Pfarrei Weichs besteht nun 700 Jahre - Dachauer Nachrichten vom 4.3.1967 |
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Fahnenweihe
des Schützenvereins Bavaria Weichs
Amperbote vom 27.5.1926
Düstere
Regenwolken hingen am Morgen des 24. Mai am Firmament. Doch als um 5 Uhr früh
Kanonendonner die Einleitung des Festes verkündete, da war es auch scheinbar
für den Himmel ein Zeichen, schönes Wetter zu spenden. Und wirklich, allmählich
trat es auf und ein herrliches Frühlingswetter war beschieden.
Um halb 7 Uhr durchzog zur Feier des Tages eine stattliche Zahl von Schützen,
begleitet von der Musikkapelle Geitner, die Ortschaft. Allmählich kommen die
eingeladenen Vereine angerückt, die mit Musik von Schützen und Festigungsfrauen
empfangen wurden. Um 10 Uhr erscholl der Ruf zum Kirchenzug, zu dem die Vereine
in musterhafter Weise Aufstellung nahmen.
In der geräumigen Pfarrkirche hielt Hochwürden Herr Pfarrer Dr. Dassenreiter eine kurze, dem Fest entsprechende Ansprache und nahm hernach die Weihe der neuen Fahne vor. Der Redner wies daraufhin, dass, nachdem der Schützenverein um die kirchliche Weihe seiner Fahne gebeten, dies ein Zeichen sei, dass die Mitglieder des Vereins Sitte und Religiosität hochhalten. Wie immer die Schützen ein sicheres und festes Ziel im Auge haben, ähnlich sollen sie auch nach den Worten des heiligen Paulus das ewige Ziel im Auge haben. Eine aufrichtige Männerbeichte, ein Besuch des Heilandes an der Kommunionbank, das sei ein Schuss ins ewige Ziel. Er spornte alle Schützen an, ganze Männer zu sein; denn nur ganze Männer seien für unsere schwere Zeit notwendig. Er ermahnte die Schützen, einzutreten für christliche Zucht, Sitte und Religiosität; denn nur dann könne es unserem schwer bedrängten Vaterland zum Segen gereichen. Hochwürden Herr Benefiziat Brahete zelebrierte sodann die Festmesse, bei dir die Musikkapelle Geitner feierliche Weisen spielte.
Hernach
war Rückzug zum Vereinslokal (Herrn Gastgeber Mandl), dortselbst Fahnenübergabe
an den Verein durch Fräulein Anna Huber mit einem sinnreichen Festprolog. Fräulein
Maria Lechenbauer überreichte dem Schützenverein "Gemütlichkeit" Ebersbach,
der als Patenverein fungierte, ein schönes Patenband und sprach ebenfalls einen
stimmungsvollen Festprolog. Fräulein Rauch Kreszenz von Ebersbach heftete dem
Patenverein "Bavaria" gleichfalls ein schönes Patenband an die Fahne und sprach
einen Festprolog, der sich den vorangegangenen würdig anreihte. Fräulein Geitner
Leni überreichte dem Verein ein schönes Band, gestiftet von den Festjungfrauen,
und Fräulein Rankl ein schönes Trauerband, gestiftet von den Frauen der Mitglieder
des Vereins zum Andenken an die gefallenen Helden des Vereins und für die verstorbenen
Mitglieder.
Sodann ergriff der Vorstand Meierhofer Hans das Wort zu einer Ansprache. Er
schilderte in ausführlicher Weise die Entstehung des Vereins im Jahr 1886. Der
Verein, dessen Mitglieder stets einig und treu zusammenhielten, kann heuer das
vierzigjährige Stiftungsfest begehen. Zugleich dankte er dem Hochwürden Herrn
Pfarrer Dr. Dassenreiter für seine aus innerstem Herzen gesprochenen Worte an
die Schützen und für die Weihe der Fahne. Außerdem dankte er allen erschienenen
Festgästen und Musikkapellen für den freundlichen Besuch, allen Ortseinwohnern
für den Häuserschmuck und das Beflaggen sowie allen, die durch Spenden und sonstwie
zur Verschönerung des Festes beigetragen haben. Nicht unerwähnt soll bleiben,
dass an allen Ortseingängen Triumphbögen zum Gruß der Festgäste errichtet waren.
Des
weiteren gedachte er der Mitglieder, die schon 40 Jahre treu beim Verein sind,
nämlich die Herren Bürgermeister Geitner von Weichs und Mandl, Privatier in
München; sie wurden durch eine Auszeichnung geehrt. Ferner erhielten Auszeichnungen
für fünfundzwanzigjährige Mitgliedschaft die Herren Josef Ertl, Peter Rabl und
Fottner Martin. Die Übergabe der Auszeichnungen erfolgte durch Fräulein Huber
Therese unter sinnigen Versen. Der Vorstand Meierhofer schloss mit einem "Gut-Heil!"
und brachte ein Hoch auf das Blühen und Gedeihen des Gauverbandes und aller
Schützenvereine sowie auf den hohen Protektor, seiner königlichen Hoheit Prinz
Alfons aus, das begeistert aufgenommen wurde. Sodann wurden durch Fräulein Ertl
Maria Erinnerungsbänder an die Fahnen verteilt.
Weiter ergriff der Lehrer Sittler aus Weichs im Auftrag des Patenvereins das
Wort; er führte aus, dass es dem Schützenverein "Gemütlichkeit" Ebersbach eine
hohe Ehre sei, die Patenstelle zu übernehmen. In trefflichen Worten betonte
er, dass nur durch geschlossene Einigkeit unser schwergeprüftes Vaterland sich
wieder Geltung verschaffen könne in der Welt. Wenn uns auch unsere Feinde schwer
gedemütigt haben, deutschen Geist und unseren unüberwindlichen Arbeitswillen
konnten sie uns nicht nehmen; denn noch gibt uns deutsche Erde ihre reichlichen
Früchte, noch trotzen die gewaltigen Alpen nach Süden, noch stehen deutsche
tapfere Männer am deutschen Rhein. Auch er schloss mit einem Hoch auf unser
deutsches Vaterland und auf das Blühen der Schützenvereine.
Nun setzte sich der Festzug in Bewegung durch unser schmuckes Dorf; 29 Vereine mit 16 Fahnen und sechs Musikkapellen nahmen teil. Am Kriegerdenkmal angekommen, legte die "Schützenliesl" des Vereins, Fräulein Lamprecht Anna, begleitet von zwei kleinen Mädchen, Hill Resi und Neufeld Maria, einen schönen Kranz zu Ehren der toten Helden nieder und sprach dabei rührende Worte frommen Gedenkens. Nach Abwicklung des Feldzuges verteilten sich die Festgäste in die verschiedenen Wirtschaften; der größte Teil blieb beim Festwirt Mandl, der alles aufbot, um seine Gäste zu befriedigen. Nur allzu schnell vergingen die Stunden bis zum Abschied. Alles in allem nahm die Veranstaltung einen schönen imposanten Verlauf, und der Schützenverein "Bavaria" Weichs kann stolz sein auf seine Fahnenweihe.
Installationsfeier
für Pfarrer Josef Niederhuber
Amperbote vom 20.5.1931
Der
letzte Sonntag brachte der hiesigen Pfarrei die Einführung des neuernannten
Herren Pfarrers Josef Niederhuber in seinem heiliges, aber verantwortungsvolles
Amt. Als erzbischöflicher Kommissär fungierte Herr Geistlicher Rat, Pfarrer
und Dekan Schwaiger von Altomünster. Die Feier wurde durch das Zusammenarbeiten
vieler auf schönste vorbereitet und arrangiert. Besonderes Lob und allseitige
Anerkennung verdient Herr Pfarrer Amrhein, welcher, obwohl im Ruhestand befindlich,
in Weichs noch eine sehr rege und gesegnete Tätigkeit entwickelt und in Ermangelung
eines Kooperators dem Pfarrerherrn eine starke Stütze ist.
Sehr bemühten sich weiter Herr Bürgermeister Riedl und der Gemeinderat von Weichs,
sodann Herr Lehrer Hanselmann und besonders die ehrwürdigen Armen Schulschwestern
um die würdige Gestaltung dieses Festaktes, aber auch viele Bewohner von Weichs
taten das ihrige, wovon die vielen Triumphbögen und Kränze reichlich Zeugnis
gaben. An die Spitze des Kirchenzuges stellte sich die tüchtige Weichser Kapelle,
dann kam die Schuljugend. An diese schlossen sich die Klosterschülerinnen und
Präparandinnen und die Mariannische Kongregation mit ihren schönen, kunstvoll
gestickten Fahnen, die männlichen Vereine, die Schützenvereine Weichs und Ergoldsried,
der Krieger- und Veteranenverein und die Freiwillige Feuerwehr Weichs mit Fahnen.
Auch die Gemeinde- und Kirchenräte hatten sich vollzählig eingefunden und vor
dem Pfarrhaus Aufstellung genommen.
In Begleitung des erzbischöflichen Kommissärs und verschiedener hochwürdiger Herren der Nachbarschaft erschien der neue Herr Pfarrer. Die Schülerin Kreszenz Köppl sprach die schöne Begrüßung. Unter den Klängen der Musik und dem Geläut setzte sich der Festzug in Bewegung. Vor der verschlossenen Kirche begann hochwürdiger Herr Geistlicher Rat Schwaiger die feierliche Amtseinführung. Er begrüßte die Pfarrangehörigen von Weichs und beglückwünschte sie, dass ihnen Gott wieder einen Pfarrer geschickt habe, welchem der Ruf eines sehr würdigen und edlen Priesters vorausgeht. Er ließ dann durch den Pfarrer Amrhein dem Installationsbrief in deutscher Sprache verlesen und im Hinweis darauf bat er die Pfarrangehörigen, ihren neuen Pfarrer anzuerkennen, ihm Ehre, Liebe und Gehorsam entgegenzubringen. Insbesondere ersuchte er alle Gemeinde- und Kirchenräte, dem neuen Pfarrer durch Ablegung des Handgelübdes zu bezeugen, dass sie in Liebe und Eintracht mit ihm zusammenleben und zusammenarbeiten wollen. Sodann überreichte er Herrn Pfarrer die Kirchenschlüssel.
Die
Kirche war reichlich und mit feinstem künstlerischen Empfinden geziert. Nach
Eintritt in die Kirche rauschten mächtig die Klänge der Orgel und der Weg ging
zum Hochaltar. Dort angekommen stimmte der neue Herr das Beni sancti spiritus
an. Herr Geistlicher Rat bat ihn, die Schätze und Gnaden des Tabernakels für
sich und die ihm anvertrauten Seelen reichlich auszunützen. Die Gläubigen aber
ermahnte er, Freunde des Tabernakels zu sein, dem heiligen Opfer sooft wie möglich
beizuwohnen, oftmals die heilige Kommunion zu empfangen. Hierauf erteilte Herr
Pfarrer mit der Monstranz den feierlichen Segen. Fortfahrend in der heiligen
Handlung übergab der Offiziator Herrn Pfarrer den Schlüssel zum Taufstein. Weiter
führte er ihn zum Beicht- und Predigtstuhl. Unter Überreichung des Evangelienbuches
wies er den neuen Pfarrer hin auf die große Pflicht, das Wort Gottes machtvoll
zu verkünden und den Gläubigen das Gesetz und die Wege Gottes einzuschärfen.
Zuletzt bat der Herr Offiziator Herrn Pfarrer, nun das heilige Messeopfer für
alle seine Pfarrkinder, die Lebenden und die Verstorbenen, darzubringen und
alle ihre Anliegen in warmen priesterlichen Herzen Gott dem Allgütigen zu empfehlen.
So nahm der hochwürdige Herr die heiligen Messekleider und schritt zudem im
weißen Blumen- und Blumenflor prangenden Hochaltar. Ganz Ausgezeichnetes leistete
während der Installationshandlung der Kirchenchor. Zur Aufführung kam das "Beni
sancti spiritus" von Aiblinger für dreistimmigen Frauenchor, mit Orgelbegleitung
von J. Gruber, als Offertorium "Laudato Dominum" für gemischten Chor von Renner
jun. Den ehrwürdigen Schwestern mit ihrer geschulten Sängerschar, sowie Herren
Lehrer Hanselmann und allen Mitwirkenden sei volle Anerkennung ausgesprochen.
Nach Schluss des heiligen Amtes erklang das feierliche Te deum. Dann folgte
der Gang in den Friedhof mit dem Ablassgebet vor dem Missionskreuz.
Unter
den Klängen der Musik kehrte der Zug, wie er zur Kirche kam, auch wieder zum
Pfarrhaus zurück und löste sich dann auf. Der gastfreundliche Herr Pfarrer lud
sämtliche anwesenden geistlichen Herren und eine Abordnung der Kirchen- und
Gemeinderäte zu einem kleinen, aber von den Fräulein Schwestern, welche Herrn
Pfarrer Niederhuber das Hauswesen besorgen, bestens zubereiteten Mahle ein.
Nachmittags um halb 2:00 Uhr fand noch eine Maiandacht statt, bei welcher das
"Pange lingua" von A. Fest für dreistimmigen Frauenchor und Orgel und das Marienlied
von Rud.Meier "Maria zum Gruße" für dreistimmigen Frauenchor besonders schön
zum Vortrag kommen.
Die
Gemeinde Weichs ließ es sich nicht nehmen, mit der Installationsfeier des neuen
Herren Pfarrers auch eine gemütliche Familienfeier zu einem glücklichen Einstand
zu verbinden. Diese fand im Bücherlschen Gasthaus statt und begann um 3:00 Uhr
nachmittags. Das reichhaltige Programm wies den Kindern, Knaben und Mädchen,
bedeutsame Rollen zu. Schmid Rudolf und Hailer Georg sprachen das "Willkommen".
Gedichte sprachen auch Heigl Amalie, Edelmann Josef, Bücherl Martha, Wagner
Rosa und Polz Rosina. Eine interessante Gruppe bildeten die Kranzbinderinnen:
Mayer Maria mit dem Veilchen, Huber Therese mit dem Vergissmeinnicht, Hauptmann
Anna mit dem Priml, Säger Therese mit dem Löwenzahn, Axtner Therese mit der
Narzisse, Mayerhöfer M. mit der Tulpe, Sander Katharina mit Immergrün. Alle
Vorträge der Knaben und Mädchen waren gut eingeübt und fanden lauten Beifall.
Sehr sinnig und vollkommen auf den Tag gestimmt war der Dialog: "Tag und Nacht",
vorgetragen von Edelmann Therese (Tag) und doll Kreszenz (Nacht). Das Lob "Altayerns"
sangen Neumaier Katharina und Zotz Anton. Die frischen Knaben Kraut Johann und
Preßl Georg erfreuten uns mit heiteren Gedichten. Die Musik füllte mit schönen
Märschen und Liedern die Pausen aus.
Neben den Kindern sprachen auch ältere Herren. So hielt Herr Pfarrer Amrhein
eine fein durchdachte Begrüßungsrede und gab einen geschichtlichen Überblick
über die Entstehung und die Entwicklung von Weichs. Herr Pfarrer Dr. Bärlehner
von Pasenbach feierte den Priester als Mann Gottes, als Mann der Kirche und
als Mann des Volkes. Im gleichen Sinn sprach auch der Herr Pfarrvikar von Asbach.
Herr Lehrer Hanselmann begrüßte Herrn Pfarrer Niederhofer als Freund der Kinder
und der Lehrer und gab dem Wunsch Ausdruck, dass zwischen Pfarrhaus, Schulhaus
und Elternhaus die beste Einvernahme jederzeit bestehen möge Herr Bürgermeister
sprach einen ähnlichen Wunsch aus bezüglich des einträchtigen Zusammenarbeitens
des Pfarrervorstandes und der Gemeinde. Zum Schluss dankte Herr Pfarrer Niederhuber
allem für die ihm erwiesene Ehre herzlichst, versprach, seine Pflichten nach
seinen Kräften zu erfüllen, allen alles zu werden. Schön und erhebend war die
Feier des Tages.
Hochwürden
Herr Pfarrer Daffenreiter scheidet
Amperbote vom 15.2.1931
Zum
Nachfolger des verstorbenen Stadtpfarrers Monsignore Widmann in München-Haidhausen
ist der bisherige Pfarrer Dr. Alois Daffenreiter von Weichs ernannt worden.
Der neue Pfarrerherr von Haidhausen steht im achtundvierzigsten Lebensjahr und
sieht auf 23 Jahre priesterlichen Wirkens zurück.
Nach Vollendung seiner Gymnasial- und Theologie-Studien wurde er 1908 in Freising
zum Priester geweiht und war seitdem ununterbrochen in der Seelsorge unserer
Diözese tätig, zuerst als Koadjutor in Einsbach, dann als Kaplan und Pfarrvikar
in München, Berg am Laim; 1910 wurde er zum Katecheten bei St. Ludwig in München
und zum Hofpriester an der St. Michaelskirche ernannt, welche Stellung er 15
Jahre innehatte. Hier hatte er besonders auch Gelegenheit, sich in verschiedenen
katholisch-sozialen Vereinen zu betätigen, vor allem 12 Jahre als Präses des
katholischen Arbeitervereins St. Ludwig. in sturmbewegter, drangvoller Zeit
hat er hier seinen Mann gestellt, ein wahrhaft sozialer Priester. 1917 wurde
Pfarrer Daffenreiter von der Universität München zum Dr. der Staatswissenschaften
summa cum laude promoviert. 1925 erhielt er unsere Pfarrei übertragen und hatte
auch das Amt eines Religionslehrers an der klösterlichen Präparandie und Beichtvaters
im Kloster der Armen Schulschwestern zu versehen.
Matthias
Atzenhofer gestorben
Amperbote vom 21.08.1931
Rasch tritt der Tod den Menschen an. Am Mittwochabend durcheilte unser Dorf die Trauernachricht, dass Herr Matthias Atzenhofer, Landwirt und Kirchenverwalter, plötzlich infolge eines Herzschlages verschieden ist. Herr Atzenhofer stand im 76. Lebensjahr und war noch bis in die Abendstunden des Mittwochs mit Erntearbeiten beschäftigt. Nach getaner Arbeit befiel ihn plötzlich ein Unwohlsein und einige Minuten darauf machte ein Herzschlag dem Leben des wackeren Mannes ein jähes Ende, sodass ihm bloß noch die letzte Ölung zuteil werden konnte. Herr Matthiar Atzenhofer war in unserer Gemeinde eine geachtete und beliebte Persönlichkeit. Fast 30 Jahre versah er das Amt des Kirchenveralters. Trotz seines hohen Alters war er bis zu seinem Tod außerordentlich rüstig und bewirtschaftete mit Umsicht sein Anwesen. Der betagten Gattin und den Kindern wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Herr Matthias Atzenhofer wird am Samstag zur letzten Ruhe bestattet.
Am
Grab von Hochwürden Herrn Pfarrer
Amrhein
Amperbote vom 24.08.1932
Trotz des herrlichen Erntewetters am vergangenen Samstag hatte sich die gesamte Pfarrgemeinde vor dem Sterbehaus des HH. Pfarrers Amrhein, dem Benefiziatenhaus versammelt, um dem teuren Toten durch die Teilnahme an seinem Leichenbegängnis noch einmal die Liebe und Verehrung zu bekunden, die er in so reichem Maß besessen hatte. Mit der Pfarrgemeinde geleiteten auch zahlreiche Priesterkollegen und die Vereine von Weichs den Heimgegangenen zum Friedhof, wo nach den weihevollen Sängen und Gebeten der hochwürdigen Geistlichkeit der HH. Offiziator dem verstorbenen Priester einen ehrenden Nachruf widmete.
Der Verstorbene, der am 10. Mai 1866 in Gräfendorf in Unterfranken geboren ist, zeigte schon früh Neigung zum Priesterberuf. Der talentierte Knabe studierte am Gymnasium und dann an der Theologischen Hochschule in Bamberg und wurde am 2. August 1896 zum Priester geweiht. Nach mehreren Jahren Hilfspriestertätigkeit wurde er zum Pfarrherrn von Geiselwind bestellt. Bis vor einigen Jahren hat er treu und gewissenhaft zum Heil der ihm anvertrauten Seelen auf diesem Posten gearbeitet bis er resignierte und nach Weichs verzog, wo er aber immer noch fleißig in der Seelsorge mitarbeitete und als Kommorantpriester und Verweser des Benefiziums sich die Verehrung der Pfarrangehörigen errang, bis ihn der Herr über Leben lang war, am vergangenen Mittwoch heimholte. Der Verstorbene war ein edler Priester, der hilfsbereit war und geholfen hat, wo er nur konnte. Mit Ernst und Würde versah er seinen hohen Beruf und war ein eifriger Marienverehrer. Gleich eifrig war er um die Ausschmückung des Gotteshauses besorgt.
Nachdem mit dem Fürbittgebet die Grabrede geendet hatte, folgten die Kranzniederlegungen, die den Beweis für die Verehrung, die der edle Priester in weiten Kreisen genoss, erbrachten. In der Pfarrkirche wurde der hl. Seelengottesdienst mit mehreren Beimessen gehalten. So ruht nun HH. Pfarrer Amrhein auf dem Friedhof zu Weichs aus von einem arbeitsreichen Leben, das er im Weinberg des Herrn als treuer Diener verbracht hat und schlummert der Auferstehung entgegen. Möge ihm der Herrgott, dem sein Leben geweiht war, den Lohn für sein Wirken geben.
Primiz
in Weichs (Geisenhofer)
Dachauer Nachrichten vom 23.05.1952
| Riesig
war die Teilnahme der Bevölkerung an der Primiz des in Freising zum Priester
geweihten Sohns der Gemeinde Weichs, Geisenhofer. Über 6000 Personen waren
von nah und fern gekommen. 260 Autos, über 500 Motorräder und an die 2000
Räder wurden in den zwölf Einstellplätzen abgestellt. An dem Festzug vom
Elternhaus in Ebersbach nach Weichs nahmen sämtliche Vereine der Pfarrei
mit ihren Fahnen teil. Nach einem Umzug durch die Ortschaft, deren Häuser alle frisch getüncht und verziert waren, ging es zur Festwiese, wo der Altar errichtet worden war. Durch Lautsprecherübertragung konnten auch die abseits stehenden Gläubigen der heiligen Handlung folgen. Der verstärkte Kirchenchor brachte die Faist-Messe in F-dur zur Aufführung. Nach dem Primizsegen, der auch noch von einem ebenfalls anwesenden Neupriester aus Scheyern gespendet wurde, fand im Gasthaus Mandl das Festmahl statt, das von vielen Gratulationen unterbrochen wurde. Erst in den späten Abendstunden verließen die letzten Gäste die Ortschaft. |
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Primiz
in Weichs (Martin
Atzenhofer)
Dachauer Nachrichten vom 11.07.1958
Weichs - Über 2000 Personen feierten in Weichs die Primiz von Martin Atzenhofer. Bereits in aller Frühe verkündeten Böllerschüsse, dass die Weichser Pfarrgemeinde den schönsten Tag in ihrem kirchlichen Leben beging. Es war Primiztag und zwar bereits der Dritte seit Kriegsende und darum hatten auch die Weichser in den vorhergehenden Woche in jeder freien Stunde gewerkelt, um ihre Ortschaft auf Hochglanz zu bringen. Der neue Priester sollte seinen Heimatort schöner denn je vorfinden. Alle Häuser waren getüncht oder neu gestrichen und Vorgartenzäune usw. neu angelegt worden. Überall waren Blumen zu finden. Am Festtag waren die Häuser mit Fahnen, Girlanden, roten Tüchern und Tannengrün geschmückt. Die Ortseingänge waren mit Triumphbögen aus Tannengrün versehen und unter ihnen rollten die vielen Fahrzeuge durch, die aus nah und fern die Gäste brachten. Das Regenwetter machte es leider unmöglich, die Primiz, wie vorgesehen, auf einer dafür hergerichteten Wiese mit einem Feldaltar zu feiern, da die Wiese unter Wasser stand. So musste die Feier in die Kirche verlegt werden.
Der
Neupriester wurde von Pfarrer Niederhuber sowie den Pfarrherren der umlegenden
Ortschaften, den Fahnenabordnungen der Vereine, des Gemeinderates und der ganzen
Bevölkerung in seinem Kernhaus abgeholt. In feierlichem. Zug geleitete man ihn
zur Kirche. Diese erwies sich dann als viel zu klein, um nur annähernd die Hälfte
aller Anwesenden aufzunehmen und, so mussten Hunderte draußen im Regen ausharren.
Vor dem Hochaltar wurde dem jungen Priester mit einem Prolog von seiner jüngsten
Schwester der Opferkelch übergeben und die kleine Bierlinger überreichte eine
brennende Kerze als Symbol des Lichts. Anschließend zelebrierte der Neupriester
seine erste heilige Messe. Der Weichser Kirchenchor verschönerte die Messe mit
vielen Beiträgen. Als Primizprediger war Pfarrer Schmitt aus Walpertskirchen
erschienen, der selbst aus der Weichser Pfarrgemeinde stammt und kurz vor dem
zweiten Weltkrieg in Weichs Primiz feierte. Zuerst sprach er dem Primizianten
seinen Glückwunsch aus und überbrachte Grüße und Glückwünsche der anderen beiden
Geistlichen, die nach 1948 in Weichs Primiz feierten. Dann beglückwünschte er
die Weichser Pfarrgemeinde zu der großen Ehre, bereits drei Priester in den
letzten zehn Jahren hervorgebracht zu haben, dies sei eine sehr anerkennenswerte
Tatsache. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pfarrer Schmitt die Feier
der Messe. Dieses Messe-Feiern, nicht Lesen, wie oft irrtümlich gesagt werde,
sei ja das Kernstück des Glaubens und müsse deshalb auch entsprechend gewürdigt
werden. Die Primizmahlzeit wurde im Gasthaus Reindl abgehalten.
Währenddessen konnten im Elternhaus des Priesters die Geschenke angesehen werden. Die Gemeinde Weichs hat Atzenhofer eines der neuesten Tonbandgeräte geschenkt und die Frauen und Mädchen der Gemeinde einen Projektionsapparat. Am Abend des nächsten Tages feierten dann noch die Schulkinder im Turnsaal des Klosters mit allerhand netten Einfällen ihren Primizianten. Der junge Priester, noch immer tief gerührt ob des großen, herzlichen Empfangs in Weichs, steht im 25. Lebensjahr. Er hat seine ganze Studienzeit in Freising verbracht. Er ist der älteste von fünf Kindern und sollte eigentlich auf dem Hof bleiben, da sein Vater immer schon kränkelte. Aber die Berufung zum Priestertum war stärker und so konnte ihn auch der Tod seines Vaters im vergangenen Jahr von dem beschrittenen Weg nicht mehr abbringen. Martin Atzenhofer wurde aus Freude am Priestertum selbst Priester. Er wird nun den Juli in Weichs auf seinem elterlichen Hof verbringen, und auch dem Weichser Pfarrer etwas helfen. Anschließend muss er in München in der Herz-Jesu-Pfarrei aushelfen und dann geht er im September als Kaplan nach Gmund am Tegernsee.
Pfarrer
Niederhuber war ein bescheidener Priester
Die ganze Gemeinde nahm Abschied von ihrem allen Seelsorger
Dachauer Nachrichten vom 21.09.1962
Weichs
- Josef Niederhuber, freiresignierter Pfarrer von Weichs und ehemaliger Kammerer
und Ehrenkapitular des Dekanates Altomünster starb im Alter von 78 Jahren nach
einer mit viel Geduld ertragenen unheilbaren Krankheit. Zu seiner Beerdigung
kamen viele Seelsorger aus auswärtigen Pfarreien. Die ganze Pfarrgemeinde begleitete
ihren Seelsorger auf seinem letzten Weg, als er nach alter Tradition, nach dem
Seelenamt, durch die ganze Ortschaft Weichs getragen wurde. Voran die Blasmusik
Weichs und die Fahnenabordnungen sämtlicher Vereine der Pfarrei, bevor er im
Grabe neben seiner Kirche, die er vor einigen Jahren so schön renovieren ließ,
seine letzte Ruhestätte fand.
An dieser Ruhestätte standen weit über 1500 Trauergäste und hörten die Worte
von Dekan Beyer, als er dem Verstorbenen einen Nachruf widmete, indem er die
Bescheidenheit dieses Pfarrers hervorhob, der über drei Jahrzehnte in Weichs
tätig war. Vor allem liebte er die Kinder sowie seine Filialkirchen, für die
er alles hergab. Auch die Nicht-Katholiken hatten die größte Hochachtung vor
diesem Mann, der so ein großes Wissen hatte und doch sehr bescheiden lebte und
wirkte. Seine Tätigkeit war sehr lehrreich gewesen. Nicht weniger als fünf Priester
gingen während seiner seelsorgerischen Tätigkeit aus der Pfarrgemeinde Weichs
hervor. Mit der Bitte, diesen Pfarrer nicht zu vergessen, legte Dekan Beyer
als weltliches Zeichen der Trauer und des Dankes einen Kranz nieder. Anschließend
sprach Domkapitular Prälat Ramber für das erzbischöfliche Ordinariat und legte
ebenfalls einen Kranz nieder. Pfarrer Lanzinger sprach für die ehemaligen Kooperatoren
von Weichs und legte einen Kranz nieder. Anschließend sprach ein Vertreter der
Armen Schulschwestern, denen der Verstorbene bei ihrer Tätigkeit im Weichser
Kloster und in der Schule immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Er legte einen
Kranz nieder. Bürgermeister Riedl, der jetzige Pfarrer von Weichs, ein Studienkollege
des Verstorbenen, der Krieger- und Veteranenverein, der Burschenverein, die
Kath. Mädchengruppe, sie alle legten Kränze nieder und sprachen anerkennende
Worte am Grabe des Verstorbenen.
Pfarrer Niederhuber studierte in Freising. Weil er der Beste war, sollte er einen Lehrstuhl für alte Sprachen übernehmen. Doch er war zu bescheiden und wollte lieber in der Seelsorge tätig sein. Nach verschiedenen Einsätzen in der Seelsorge kam er 1930 nach Weichs. Bescheiden wie er war erschien er nicht zum großen Empfang, sondern nachts, als er nicht mehr erwartet wurde, kam er mit seinem Motorrad, auf dem er schon den Orient und Palästina durchkreuzt hatte. Bescheiden blieb sein Benehmen während seines Wirkens in Weichs. Obwohl Pfarrer Niederhuber ein anerkannter Alt-Exegete war und ein großes Sprachenwissen hatte, blieb er immer ein einfacher Mann, zu dem jeder um Rat kam. Er war einer der wenigen Europäer, die Aramäisch, das Idiom Babyloniens, sprachen. Er forschte daher viel in der Bibel. Er las bis zuletzt täglich eine französische Zeitung und neben Latein, Englisch usw. konnte er auch afrikanische Sprachen wie Suaheli und Kisuaheli. Neben seinem Sprachenhobby hatte er die größte Freude an der Jugend. Er ließ es sich nicht nehmen, trotz seiner Krankheit, noch lange selbst Religionsunterricht zu erteilen. Es verging auch kein Sonntag, an dem er nicht alle seine 4 Filialkirchen zu Fuß besuchte. Anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums im Jahre 1960 wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde Weichs ernannt. Mit dem Tode dieses so volksnahen Pfarrers ging ein Stück Weichs dahin, denn selten war ein Mensch in der Weichser Gemeinde so beliebt und verehrt bei der gesamten Bevölkerung wie Pfarrer Niederhuber.
Die
Pfarrei Weichs besteht nun 700 Jahre
Prälat Jandl zelebriert Festgottesdienst - Ein kurzer geschichtlicher Rückblick
Dachauer Nachrichten vom 04.03.1967
Weichs
- Die Pfarrei begeht ihre 700-Jahrfeier. Morgen, Sonntag. 5. März, zelebriert
Prälat Jandl den Festgottesdienst. Nach dem Gottesdienst ist die Segnung des
Kindergartens und des Pfarrheims. Um 14 Uhr trifft sich die Pfarrgemeinde im
Saal des Gasthauses Mandl zur weltlichen Feier.
Eine Urkunde aus dem Jahre 1266 besagt, dass zu dieser Zeit Pfarrer Conrad Seelsorger
von Weichs war. Die Urkunde von 1266 ist Dokument geworden, um das 700jährige
Bestehen der Pfarrei Weichs zu begehen. Man hätte eigentlich im vergangenen
Jahr dieses Jubiläum feiern wollen, doch waren das neue Pfarrhaus, das Pfarrheim
und der Kindergarten noch nicht vollends fertig - so verschob man die Jubiläumsfeierlichkeiten
auf dieses Jahr.
Die erste Kirche soll aus Holz erbaut worden sein und die Form einer Basilika
gehabt haben. Der Sakralbau, wie er heute vorhanden ist, ist natürlich nicht
die Urform. Man nimmt aber auf Grund verschiedener Bauelemente an, dass die
erste Steinkirche gotischen Stils war. 1720 kam dann der Umbau zum Barock mit
dem Wessobrunner Stuckarbeiten an der Decke und im Presbyterium mit den interessanten
Deckengemälden, die bei der Vergrößerung des Gotteshauses im Jahre 1874 übermalt
worden waren. Es war das Verdienst von Pfarrer Niederhuber, die Deckengemälde
1950 wieder freilegen zu lassen.
Der Schutzpatron der Weichser Pfarrkirche ist der heilige Martin, dessen Bild
nicht nur den Hochaltar ziert, sondern auch in den drei Deckengemälden immer
wieder wiederkehrt. Zwischen den Gewölberippen des Presbyteriums sind die vier
Darstellungen der großen Kirchenlehrer zu sehen: Ambrosius, Augustinus, Gregor
und Hyronimus. Der linke Seitenaltar zeigt die Taufe Jesu durch Johannes, darüber
St. Ursula mit den 11000 Jungfrauen, der rechte Seitenaltar St Sebastian, darüber
St. Barbara. An der Barockkanzel sind Darstellungen Christi als der gute Hirte
zu sehen. Bin Blick hinauf zur Decke zeigt die 12 Apostel, die alle mit den
ihnen eigenen Emblemen dargestellt wurden. Für die Kirche und die Gemeinde wertvoll
sind die Grabplatten im Gotteshaus von den Freiherren von Weichs. Die meisten
sind an den Wänden des Presbyteriums angebracht. Die Platten stammen aus dem
15. und 16. Jahrhundert. Wertvolle Kunstwerke sind auch die Skulpturen von St.
Martin, St. Oswald und St. Leonhard. Der Kreuzweg dagegen wurde erst 1947 von
Maler Albrecht neu gestaltet und eingeweiht. 1922 bekam die Kirche eine Orgel.
1902 wurde eine Renovation des Gotteshauses im Inneren durchgeführt, aber die
eigentliche wichtige Restaurierung erlebte die Pfarrkirche in diesem Jahrhundert
in den Jahren 1950 bis 1957, als die Deckengemälde und Stukkaturen freigelegt
wurden. 1949 bekam die Kirche auch neue Glocken. Im gleichen Jahr wurde auch
der Friedhof um das Gotteshaus herum erweitert.
5
Priester und 27 Ordensfrauen
Pfarrei Weichs feiert
das 700jährige Jubiläum
Dachauer Nachrichten vom 10.03.1967
Weichs
- Das Gotteshaus konnte gar nicht alle Gläubigen aufnehmen, die zur 700-Jahr-Feier
gekommen waren. Den Festgottesdienst zelebrierte Ordinariatsrat Gruber,
die Festpredigt hielt Karmeliterpater Eugen Maria Dost. Die Kirche war
festlich geschmückt und die Fahnenabordnungen der Vereine hatten sich zu beiden
Seiten des Altars aufgestellt. Zum Schluss des Dankes an Gott, dem Herrn, erklang
das "Tedeum laudamus" aus vielen hundert Kehlen.
Zur Einweihung des Kindergartens ging es von der Kirche aus im festlichen
Zug. Die Kinder sangen. Ordinariatsrat Gruber sprach die Glück- und Segenswünsche
des Kardinals aus, die er zu überbringen die Ehre hatte, um dann die Weihe der
Räume vorzunehmen. Nach der Weihehandlung begrüßte Pfarrer Kuhnigk die Gäste.
Der stellvertretende Landrat Dr. Rudolf Kauppe überbrachte die Grüße
Landrat Dr. Pestenhofers. Erster Bürgermeister Riedl sprach vom ersten
Kindergarten in Weichs im Jahre 1937 und sagte dann frohen Herzens, wie sehr
es ihn freue, dass es Pfarrer Kuhnigk gelungen sei, mit Hilfe von edlen Spendern
ein so schönes Werk zu schaffen. Nach der Weihe und den Ansprachen der Prominenz
war der neue Kindergarten frei zur Besichtigung, damit sich die Gemeindebürger
selber ein umfassendes Bild machen konnten. Man sah die schönen Räume zum Spielen,
zum Musizieren und zum Schlafen an, schaute in die Küche und auch in die sanitären
Räume hinein. Man erfuhr dass die Außenanlagen im Frühjahr bei entsprechend
günstiger Witterung fertig werden, sollen. Der Pfarrer aber freute sich über
sein Schmuckstück, das er nun seiner Gemeinde präsentierte zu Nutz und Frommen
der Kleinen.
Aber auch das neue Pfarrheim war einzuweihen. Auch dies tat Ordinariatsrat
Gruber. Im Pfarrsaal fand man sich zu einem Frühstück zusammen bei dem Pfarrer
Kuhnigk allen dankte, die am Werk mitgeholfen hatten, das nun so herrlich gelungen
ist. "Nun muss Weichs aber auch dafür sorgen", meinte Dr. Gruber, "dass in diesen
Räumen das Leben blühe!" Viele Ehrengäste kamen Als dieser Weiheakt vollzogen
war, ging es gemeinsam mit dem Ordinariatsrat, dem Kirchenvorstand und Gemeinderat
mit den Ehrengästen zum Mittagessen ins Gashaus Mandl.
In den Pfarrsaal um 14 Uhr war auch Monsignore Beyer aus Indersdorf gekommen,
ferner Pfarrer Lanzinger von Vierkirchen und die vier Priester, die aus der
Gemeinde Weichs hervorgegangen sind. Nicht zu übersehen waren auch die Ordensschwestern,
die aus der Pfarrei stammten. Aus der ehemaligen Pfarrei des Pfarrers, Unterwössen,
erschien der Bürgermeister mit einem Sohn und einem Mitglied des Kirchenvorstands.
Aus dem Kloster waren selbstverständlich ebenfalls Schwestern zugegen - und
vor allem die vielen Gemeindeangehörigen aus Weichs füllten den neuen Pfarrsaal.
Ordinariatsrat Gruber meinte, dass es ein großes Fest sei, das an eine große
Tradition erinnere, nun aber alles in neue Formen gegossen werden müsste, wozu
Weichs seiner Meinung nach die Kraft hätte. Bürgermeister Riedl ließ nochmals
sein übervolles Herz überlaufen und dankte ehrlich allen, besonders aber dem
Seelsorger von Weichs für alles, was nun sichtbar dastehe und der Ortschaft
Weichs ein ganz neues Bild gebe. Es wurde niemand vom Bürgermeister vergessen.
Die Krönung des Weichser Glaubenslebens aber sei in fünf Priestern und 27 Ordensschwestern
zu sehen, die aus der Pfarrei hervorgingen, hob Riedl eindrucksvoll hervor.
Für diese wackere Schar von Gottesmännern und Ordensfrauen sprach Pfarrer Schmitt
und sagte: "Ich hoffe, dass noch mehr Priester und Ordensfrauen aus der Gemeinde
Weichs uns nachfolgen werden." Dann, als die schönen und wertvollen Reden vorüber
waren, gehörte den Kindern das Feld. Die Kleinsten brachten Lieder und Spiele.
Prunkstück des Nachmittags aber war der "Bunte Bilderbogen" mit Tanz und Musik
durchwebt, der unter Leitung von Max Nefzger über die Bühne getragen, wurde,
700 Jahre Pfarrei Weichs wurden lebendig. Man freute sich darüber und lachte,
konnte sich an vieles aus den vergangenen Jahren noch gut erinnern, wenn manch
lustige Begebenheit wiedergegeben wurde. Abschiedsworte des Pfarrers und Volkslieder
des Weichser Viergesangs beendeten die Pfarrfamilienfeier zum 700. Jubiläum.