zur Landkreiskarte            ausführl.Beschreibung           Kirchen in der Gem.Haimhausen


Filialkirche Maria Himmelfahrt in INHAUSEN


85778 Haimhausen, Graserweg 2
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

"Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Inhausen ist durch ihre reiche Barockausstattung ein Kunstraum von überörtlicher Bedeutung" erklärte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege 1974.

Das Gotteshaus, eine Filiale der Pfarrei Haimhausen, zählt zu den ältesten Kirchen des Dachauer Landes. Sie wurde schon im Jahre 829 erstmals als " Unninhusun" erwähnt. In der Konradinischen Matrikel von 1315 wird sie "Ünnhausen", in der Sunderndorferschen Matrikel von 1524 "Innhausen" genannt.

Der Sage nach war der Kirchenbau eine Sühnetat des Arnold IV. für eine vor-schnelle Bestrafung seiner Frau mit demFeuertod, wegen angeblicher ehelicher Untreue. Als Buße ließ er 1364 mehrere Kirchen, darunter die in Weng erbauen/ ausbauen. Die Sage wird durch die Historik nicht gestützt.


Engel
am Hochaltar

Die heutige Kirche wurde im Jahr 1450, wahrscheinlich wegen einer beginnenden Marienwallfahrt im gotischen Stil errichtet und im 17.Jh, nach den Zerstörungen des 30jährigen Kriegs, umgestaltet und barock eingerichtet.
Die Kirche dürfte zu Beginn des 16. Jh. erneuert worden sein, weil im Jahr 1514 mehrere Kardinäle Ablässe für die Kirchenreparatur erteilten. Die größten Gönner der Kirche waren die Haimhauser Grafen der Familie Viepeckh. Große Gönner der Kirche waren auch die Schlossherren von Haimhausen, die eine Zeit lang ihre Grabstätten in der Kirche hatten. Sie finanzierten einen Großteil der Ausstattung.

Der Inhausener Kirchturm mit seinem Spitzhelm ist 45 Meter hoch. In ihm hängen zwei Glocken aus dem 16.Jh.

Innenraum

"Während der hochragende, kraftvolle Außenbau sein spätgotisches Erscheinungsbild bewahrt hat, überrascht der Innenraum ...durch seine einheitliche spätbarocke Ausgestaltung von hoher künstlerischer Qualität (Dr.Vits, BLfD).

Die Decken in der Kirche sind mit Fresken des berühmten Malers Georg Dieffenbrunner verziert. Sie zählen zu den wichtigsten Leistungen des bayerischen Rokoko. Im Altarraum wird der brennende Dornbusch dargestellt. Das Gemälde im Kirchenschiff zeigt im Mittelteil die auf der Erdkugel kniende Maria; über dem Gesims eine gemalte Attikazone (= Bereich über dem Gesims) mit Durchblicken, Engeln, Landschaften und Tieren der vier Erdteile.

Die Kirche wurde schon kurz nach dem 30jährigen Krieg, um 1660, mit prächtigen Barockaltären ausgestattet. Die Rokoko-Kanzel mit der Figur des Erzengels Michael, der die Waage hält, ist 60 Jahre jünger.

Die Kirche in Inhausen war Jahrhunderte lang eine Wallfahrtskirche. Gnadenbild war aber nicht die heutige Muttergottesfigur am Hochaltar, die zwischen den überlebensgroßen Assistenzfiguren Johannes Baptist (mit Lamm) und Franziskus (mit Kruzifix) thront; sie wurde erst 1852 geschnitzt. Wo die ursprüngliche Gnadenbild verblieben ist, ist nicht bekannt.

Gehämmerte Silberreliefs rund ums Gnadenbild/ Marienbild zeigen die fünfzehn Rosenkranzgeheimnisse.

Eine Fülle von Einrichtungsgegenständen weist auf die Grafen von Haimhausen hin: Viele Epitaphe sind über die Kirche verteilt, unter dem Altar ist die Gruft der Grafen-familie, sogar ein echter Totenschädel (der des Freiherrn Johann Albrecht) wartet in einer Nische im Chor auf die Auferstehung.

Die Seitenaltäre tragen Altarblätter mit Gemälden der Heiligen Familien. Darüber, In den Altaraufsätzen, stehen Marienfiguren. Darunter, in den Predellen, zwei Holzgemälde mit Weihnachtsthemen.


KirchenbankwangenDurchgänge für die Wallfahrerzur Beschreibung desDurchgänge für die WallfahrerOratorium zur Beschreibung der AugustinusfigurVortragekreuzzur Beschreibung der Ambrosiusfigurzur Beschreibung des TabernakelAntependiumAuferstandenerzur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung des rechten Seitenaltarszur Beschreibung des linken Seitenaltars
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Figurenausstattung:

- St. Augustinus im Bischofsornat mit Pallium und brennendem Herzen
- St. Ambrosius
, ebenfalls im Bischofsornat mit einem Buch (Kirchenlehrer) in der Hand.
- Figur des Auferstandenen aus dem 18.Jh.
- hl. Martin in Bischofsornat mit einer Gans zu seinen Füßen
- hl. Barbara mit Kelch und Hostie in ihrer Hand
- Sebastian (rechts, mit einem Pfeil in jeder Hand)
- Leonhard (links, mit Abtsstab, Buch und schütterem Haar)
- Vesperbild (Pieta )

Auf der Doppelempore steht die einmanualige Orgel mit 6 Registern in ihrem weiß-goldenen Rokokogehäuse. Sie wurde 1735 von Quirin Weber aus Dachau für die Pfarrkirche in Haimhausen erstellt und kam um 1900 nach Inhausen.


Chronologische Übersicht

«—
829
Erste Erwähnung der Kirche als Filiale der Pfarrei Haimhausen   «—
1859
Beschreibung von Joachim Sighart
«—
883
-906: Erste Erwähnung der Ortschaft   «—
1880
Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising von Anton Mayer
 
1315
Konradinische Matrikel (Auflistung alller Pfarreien mit Filialkirchen im Bistum)   «—
1888
Anschaffung eines Blitzableiters für 495 M.
«—
1323
Gründungssage:
Arnold IV von Massenhausen der Nasenlose stiftet die Kirche als Sühne für den Gattenmord

 
1891
Ankauf von 6000 Dachplatten für 243,60 M.

«—

«—

1455

um 1455: gotischer Neubau der Kirche
Stifter: Herzog Albrecht III, der Fromme

Beginn der Wallfahrt

 
1892
Ankauf eines neuen roten "Messkleids" bei Fa. Schreibmayr aus München für 340 Mark
«—
1457
Benefizium (reiche Ausstattung der Kirche mit Grundstücken)  
Dachreparatur für ca. 660 Mark
1514
um 1514: erste Renovierung   «—
1895
Beschreibung der Einrichtung im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern
«—
1524
Sunderndorfer'sche Matrikel  
1902
größere Baureparaturen für 1317,03 Mark
«—
1560
Visitation der Pfarrei mit umfangreichem Bericht und Beschreibung aller Kirchen im Bistum   «—
1908
Einbau einer elektrischen Beleuchtung durch Xaver Dietl
«—
1660
Barockisierungder Kirche durch Maler Ellinger;
neue Altäre von Paul Hörnle und H.Taubmayr
 
1913
Austausch der farbigen Fenster
1687
beantragte Freiherr von Haimhausen die Ein-setzung d.Sanctissimums (geweihte Hostien)  
1931
beklagt der damalige Benefiziat Obermeier in einem Schreiben den schlechten Zustand der Kirche
1709
Konsekration der Altäre durch den Freisinger Fürstbischof Johann Franz von Kapfing  

Zahlung von 880 M. an Maurer Wallner wegen Reparatur des Kirchendaches.

1710
wurde auf dem Friedhof ein großes Kreuz aufgestellt (Zimmerer Michel Pfeiffer)  
1939
Plan für Neueindeckung der Kirche mit roten Biberschwanzplatten (nicht ausgeführt)
1712
verlieh Papst Clemens XI. der Kirche zum Fest Mariä Himmelfahrt einen vollkommenen Ablass für die Dauer von 7 Jahren   «—
1946
Lieferung einer elektrischen Glockenläutanlage
Firma Philipp Hörz aus Ulm
«—
1720
dürfte die Kanzel entstanden sein    
Starkes Unwetter; Beschädigg. des Daches


1731

Brand des Benefiziatenhauses

  «—
1949
Ersatz der durch Kriegseinwirkung beschädigten Fenster und Ausbesserung der Dachung
«—
1735
Orgel von Quirin Weber für Haimhausen hergestellt (kam 1900 nach Inhausen)   «—
1952

Umbau des Glockenstuhls für 1483,97 DM

1737
wurde ein neues Vorhaus errichtet    
Austausch der farbigen Fenster
zwei Aufsatzreliquiare durch einen Maler aus Freising gefasst.   «—
1954
Innenrenovierung der Kirche durch die Fa. Hans Mayrhofer
«—
1739
Beschreibung der Kirche in der Schmidtischen Diözesanmatrikel   «—
1957

Neueindeckung des Turmes (Zedernschindeln statt Schiefer).

1760
Umbau für 1632 fl. 57 kr.   «—
neues Turmkreuz von Schlosser Anton Bredl Haimh
«—
1761
Deckengemälde von J.Georg Dieffenbrunner   «—
der Maler Hans Pickl renovierte die eisernen Turmuhrzifferblätter.
Ausbesserung von 5 Messgewändern durch den Schneider von Pipinsried für 15 fl sowie Anschaffung von 2 Maibüschen für 1 fl.40 kr

  «—
1959
Neueindeckung des Langhauses
«—
1802
-1809: Renovierung durch Joseph Mangold
   «—
1974
Erneuerung der Böden sowie des Gestühls
«—
1810
Reparaturarbeiten an der Friedhofsmauer 2    «—
1977
Maßnahmenkatalog für kommende Renovierungen erstellt
1812
-1813: Ziegelsteinpflaster für die Sakristei  
1980
-1981: Restaurierung der Barockorgel
«—
1817
Pfarrbeschreibung von Pfarrer Knilling
   
1984
-1989: Große Sanierung
1825
-1826: wurden Sakristeidach und Turmhelm neu mit Scharschindeln eingedeckt.   «—
1984
Neuvergoldung von Turmkreuz, Kugel und Uhrzeigern.
«—
1830
-31: erfolgte eine Reparatur der Orgel    
1984
-1985: Außeninstandsetzung mit Neueindeckung, weitgehender Verputzerneuerung und Neutünchung Gesamtkosten: DM 569.000 DM
«—
1837
größere Reparaturen durch den Maurermeister Hergl und Zimmermeister Höß aus Dachau

   
1987
-1990  Innenrenovierung
u.a. Deckengemälde durch Restaurator Toni Mack, Maurer- u. Stuckarbeiten, Dachsanierung, Turmuhr
«—   Beschreibung im Oberbayerischen    
1988
Bei den Einzelfiguren, Schalldeckel der Kanzel und Hochaltartabernakel: Reinigung mit Brot, Wishab Trockenreinigungsschwämmen und Rehleder durchgeführt v. Rudolf Pfaller, Ingolstadt
«—
1850
-60: Große Renovierung;
wohl auch 2 Fenster mit Glasmalerei (Joseph u. Maria) eingesetzt; übrige tapetenartig gemalt.
   

1989
2 Kandelaber beim mittleren Bankblock anstelle der Pendelleuchten
«—
Anschaffung eines Tabernakels  
 
«—
Überarbeitung des Altars durch 'Maler Friedrich Stadelhofer, München und Konstanz

 
1991
Restaurierung der Metallreliefs am Hochaltar durch Roman J. Pilz aus Mainburg
«—
1852
Ursprüngl. Gnadenbild am Hochaltar wird durch heutige Figur von Conrad Eberhard ersetzt   «—
Restaurierung der Gemälde durch Rolf-Gerhard Ernst für 4.000 Euro
«—
1858
umfangreiche Außenrenovierungsarbeiten    
2004

Schädlingsbekämpfung durch Fa. Binker (Begasung des Innenraumes mit Altarion-Vikane)

«—
Turm erstmals mit Schiefer eingedeckt.    
Sanierung der einsturzgefährdeten Friedhofsmauer durch Fa. Bichler aus Großnöbach
         

Solange die Haimhausener Pfarrkirche wegen Renovierung geschlossen ist, finden die Gottesdienste hier in der Filialkirche Inhausen statt.  Die Gottesdienstordung finden Sie hier...




Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte: Früheste Kirche Gründungssage 1323 Neubau 1450 Benefizium 1457 Visitation 1560
Barockisierung 1660 Ausmalung 1761 Beschreibung 1740 Beschreibung 1844 Beschreibung 1874
  Beschreibung 1895 Beschreibung 1900 Wallfahrt    
Ausstattung:
  Deckenbilder-1 Deckenbilder-2 Epitaphe Figuren Grabdenkmäler
 
  Orgel Opferstock Portal
  Gottesdienstordung

Geschichte der Kirche

Inhausen wird von dem germanischen Vornamen "Unno" abgeleitet. Die Marienkirche Inhausen (Pfarrei Haimhausen) zählt zu den ältesten des Dachauer Landes.

Bereits im Jahre 829 wird sie als der Kirche zu Haimhausen tributpflichtig bezeichnet. In den Jahren 895-99 vertauschte Bischof Waldo von Freising die Kirche in Unninhusun und den Zehent dafür gegen einen Hof in Sulzrain (jetzt Gemeinde Hebertshausen) an den Edlen Cotascalc (lt. Urk. Nr. 1030 der Freisinger Traditionen) 38) Zehn namentlich aufgeführte Zeugen (vier mehr als nach dem Lex Baiuvariorum nötig) haben dieser Urkundenausstellung beigewohnt. Die Zeugen waren nach einem typisch baierischen Brauch an den Ohrläppchen gezogen worden (testes per aures tracti), damit sie sich später besser an das Rechtsgeschäft erinnern konnten. Meist glich auch ein kleines Geschenk die Unannehmlichkeit mit den roten Ohren aus. 13)

Um 1270 gehörte die Vogtei über die Kirche von Inhausen zur Burg Haimhausen 38) .

In der Konradinischen Matrikel von 1315 wird der Ort als "Ünnhausen", 1524, in der Sunderndorfer'schen Matrikel als "Innhausen" bezeichnet. 06)

Gründungssage:
Arnold IV von Massenhausen, auch der Nasenlose genannt, war Pfleger und Richter von Kranzberg und Berater des Kaisers Ludwig IV. Er lässt am 5.12.1323 seine Gattin Elisabeth von Greifenberg wegen angeblicher ehelicher Untreue zusammen mit ihrem vermeintlichen Liebhaber auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Aus den Flammen schallt Arnold der Fluch seiner Frau entgegen: "Nie mehr soll einem Massenhauser ein Sohn geboren werden". Tatsächlich stirbt die Familie später mit dem gemeinsamen Sohn von Arnold und Elisabeth aus. Die Asche Elisabeths und ihre nicht verbrannte Schwurhand werden im Kloster von Dießen begraben. Nach dem Tod stellt sich die Unschuld der Frau heraus. Als Buße lässt Arnold 1364 überall dort, wo sein Schimmel einen Kniefall macht, eine Kirche bauen. Es sind die Kirchen in Weng, Johanneck und Inhausen. Von jedem der Kirchtürme aus kann man die Turmspitzen der beiden anderen Kirchen sehen.


Neubau 1450

In der 1.Hälfte des 15.Jh. (wahrscheinlich 1456/57) wurde ein neues Kirchengebäude errichtet, dessen Grundformen bis heute erhalten geblieben sind. Einige wenige Bauteile wurden von der Vorgängerkirche übernommen, denn bei den letzten Renovierungsarbeiten in der Kirche kam über dem großen Bogen zwischen Langhaus und Altarraum ein Teil aus der Frühgotik, also aus der Zeit um 1300, zum Vorschein. Dieser frühgotische Bau könnte im Zusammenhang mit der Gründungssage stehen.

Benefizium 1457
Das genaue Datum des heutigen Kirchenbaus ist nicht bekannt. Doch man nimmt an, dass das 1457 eingerichtete Benefizium eine Folge davon war. Jedenfalls hat am Sonntag Judica des Jahres 1457, am 3. April, der bayerische Herzog Albrecht III., der sog. Fromme eine "tägliche Messe auf ewige Zeiten zu Hilff und Trost unserer Vorfahren und Nachkommen" gestiftet. Die Urkunde selbst ist nicht mehr vorhanden; sie soll beim Brand des Benefiziatenhauses 1731 verbrannt sein.


Weihnachtstaler

Dazu gehörte gleichsam als Gegenleistung die Stiftung eines Benefiziums; das ist die Ausstat-tung der Kirche mit Vermögen, aus dem die Kirchenstiftung laufendes Einnahmen beziehen kann. Außerdem besagt die Stiftungsurkunde, der Herzog werde allzeit Ehre und Lob des allmächtigen Gottes und seiner würdigen Mutter, der hochgelobten Jungfrau Maria mehren und fördern, weil nach diesem vergänglichen Leben nichts übrig bleibe, als das gute Werk, das wir hier auf Erden vollbringen.

Das Benefizium von 1457 besteht bis auf den heutigen Tag. Durch die Großzügigkeit von Herzog Albrecht III. war Inhausen schon immer eine "wohlbemittelte" Filialkirche. Mehrere Höfe hatten Abgaben (Stiftsgelder und Naturalien wie Roggen, Hafer, Gerste, Gänse, Hühner, Eier und Käse) an die Kirche in Inhausen zu leisten. Das 42 ha große Frauenholz bei Steinkirchen (Nähe Peters-hausen) gehört heute noch zur Filialkirchenstiftung Inhausen. Die Schmidtsche Matrikel berichtet noch vom "Sedlhof und 3 Lehen zu Stainkirchen, ein Güetl zu Hetzenhausen, ein Zehent zu Milmertshoffen in Vier-Kirchner-Pfarr, ein Hof zu Geirspach, Pfaffenhofener Gerichts.

Aber: Ein Inhauser Benefiziat (= Priester ohne Pfarrei) schrieb im 18. Jahrhundert in das Kirchenrechnungsbuch "Die Kirche ist sehr reich, doch das Einkommen eines Benefiziaten ist mager." Bis zum Jahr 1901 gab es 38 Benefiziaten (durchschnittl. 11 Jahre).
Das Benefiziatenhaus lag nördlich der Kirche.
Das Erbauungsjahr 1456/57 wird auch durch ein dendrochronologisches Gutachten von Veronika Siebenlist-Kerner aus dem Jahr 1989 gestützt. Die Untersuchung des Holzes aus dem Langhausdachstuhl hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fälldatum im Winter 1452/53 ergeben 39)
.

Um das Jahr 1500 gab es übrigens 7 Anwesen in Inhausen, 250 Jahre später waren es sechs. Die meisten gehörten den jeweiligen Haimhauser Hofmarksherren als Obereigentum.

Die Kirche dürfte zu Beginn des 16. Jh. erneuert worden sein, weil im Jahr 1514 mehrere Kardinäle Ablässe für die Kirchenreparatur erteilten.


Visitationsbericht von 1560 25)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte.
Im Bericht über die Pfarrei Haimhausen ist auch Inhausen kurz erwähnt. Die Filialkirche St.Maria habe einen Frühmesser (einen Beneficiaten der die Frühmesse hält und aus dem Beneficium bezahlt wird). Er heiße Johannes Meislmayr, sei in Neuburg in der Pfalz geboren und habe in München, Neuburg, Niederaltaich und Braunau studiert. 1541 sei er in Dillingen ordiniert worden; die Primiz habe er in Haimhausen gefeiert. In Inhausen war Meislmayr nun schon seit 14 Jahren tätig. Als Frühmesser hatte er keine Aufgaben in der Seelsorge. Auf die Fragen der Prüfer über die katholische Religion und ihre Zeremonien habe er untadelige Antworten geben können; auch glaubte er an die 7 Sakramente. Doch zwei dieser Sakramente hatten damals keine große Bedeutung: Seit 17 Jahren habe er keine Firmung mehr erlebt und in den 19 Jahren seiner Priesterschaft habe er nur dreimal die Sterbesakramente gereicht, berichtete Meislmayr. Seine kirchenrechtlichen Kenntnisse waren wohl nicht sehr ausgeprägt. Er hatte Probleme bei der Aufzählung der Ehehindernisse und konnte die Wandlungsworte nicht richtig wiedergeben.
Der Beneficiat hatte eine Geliebte. Die Kinder aus dieser Verbindung seien aber verstorben, steht im Bericht. Der Frühmesser hätte gerne geheiratet (die Möglichkeit der Priesterheirat war kurz zuvor auch von den bayerischen Herrschern in Rom gefor-dert worden). Er zecht gerne. Das pfarrliche Einkommen in Inhausen belief sich damals auf ungefähr 60 Gulden. Die Rechnung überprüfte der Kastner zu München. Das Kirchengebäude sei baufällig und "bedörfft ainer glockhen", gibt der Kirchenpfleger an, denn die Glocken waren zerbrochen. In der Kirche fanden die Visitatoren 3 Kelche mit Corporale, 4 Messbücher, 1 Liturgiebuch, 1 zerissenes Gesangsbuch, 1 Monstranz aus Messing, 7 Messgewänder. Das Sakramentshäuschen war wohl verschlossen und beleuchtet. Das Taufwasser wurde in einem Krug aufbewahrt. Aber: Eigentlich sollte in Inhausen jeden Tag eine Messe gelesen werden; "geschicht nit", heißt es resigniert. Dennoch endet der Bericht mit den Worten "Sonst kain mangl".

 

Barockisierung 1660 15) , 39)

Die Kirche in Inhausen hat wahrscheinlich im 30-jährigen Krieg schwer gelitten. In einem zeitgenössischen Bericht des Haimhauser Pfarrers Johann Krauthofer (1656-1666) an das Fürstbischöfliche Ordinariat in Freising aus der Zeit um 1660, in dem er die Umbaupläne vorstellt, wird der Zustand der Kirche vor 1660 beklagt. Der Choraltar mit dem Gnadenbild und die beiden Seitenaltäre seien baufällig und seien im Begriff, ganz zugrunde zu gehen.

Schon Johann Albrecht von Haimhausen hatte die Restauration und den Umbau der Kirche geplant. Doch er starb 1659. Sein Sohn Freiherr Franz Albrecht nahm die Intentionen seines Vaters auf und führte die Pläne ein Jahr nach dessen Tod, also 1660, aus. Leider sind die Namen des Baumeisters und des Stuckateurs nicht bekannt.

Baumaßnahmen:
-  Den Chor ließ Franz Albrecht bis auf die Strebenhöhe abtragen, dann neu aufführen und stuckieren. Die geplante Erhöhung des
    Chorraums von 18 auf 27 Schuh (= 5,50 m auf 7,90 m) hat er nicht verwirklicht, obwohl sie im Detail geplant und genehmigt     war.


-

Der Choraltar und die beiden Seitenaltäre wurden dagegen schon vor der bischöflichen
Erlaubnis von den Künstlern Ellinger aus Moosburg (Maler) 30) , Paul Hörndle (Bildhauer) und Hans Taubmayr (Schreiner) angefertigt. Diese "Voreile" quittierte das Ordinariat mit einem strengen Verweis an den Pfarrer. Der Choraltar wurde auch deshalb so prächtig ausgeführt, weil er die Stelle eines Epitaphs für den Vater Johann Albrecht einnehmen sollte. Die beiden außergewöhnlich großen Assistenzfiguren St.Johannes und St.Franziskus sind die Namenspatrone des Erbauers Franz und seines Vaters Johann.
Eine vom Vater noch zu Lebzeiten in Auftrag gegebene Grab- und Erinnerungsplatte, auf die nach seinem Tod auch sein Name eingraviert wurde, befindet sich vor dem Hauptaltar unter dem Fußboden. Sie wurde 1961 bei Renovierungsarbeiten entdeckt. Der Text auf der Platte entspricht dem auf der teilweisen verdeckten Holztafel hinter dem Tabernakel.

Die Gnadenfigur im neuen Altar wurde mit den aus versilbertem Kupfer bestehenden
15 Rosenkranz-Reliefs umgeben.


der Totenschädel des Freiherrn Joh. Albrecht
-  Der Fußboden wurde mit "Märmelstein" (Marmor) gepflastert

- Über der Sakristei baute Franz Albrecht ein Oratorium für die im 10 km entfernten Schloss Schleißheim wohnende Kurfürstenwitwe Maria Anna (1610-1665), die immer wieder eine Wallfahrt nach Inhausen unternahm (Originaltext:"darinen Ir churfrtl. Drtl, dero Gemahlin und verwittibte Churfürstin, welche dises Gottshauß Gott lob zum öffteren gnädigst besuecht, aufhalten und sich dessen bedienen khunten").
Zudem wurde außen am Chor eine ansehnliche Treppe errichtet, über die die Fürstin, die Hofmarksherren und ihr Gefolge das Oratorium an der Nordseite des Altarraums erreichen konnten ohne gemeinsam mit den einfachen Leuten die Kirche betreten zu müssen.

-  Wahrscheinlich ließ Graf Franz Albrecht auch die Decke des Langhauses einziehen. Es handelt sich um ein Muldengewölbe,
   eine in der Mitte flache, an den Rändern gewölbte Decke.
Sie besteht aus einer Holzbrettlage, die an den horizontalen Balken
   hängt. Darunter sind Schilfrohrmatten mit 2 mm starkem Draht befestigt. Auf die Schilfrohrlage wurde eine Kalkputzschicht    
   angebracht, auf die Dieffenbrunner 1761 sein berühmtes Gemälde angebracht hat.

Die Gesamtkosten sollten sich auf 1114 Gulden und 42 Kreuzer belaufen. Davon trug der Hofmarksherr 600 Gulden.
Mehr über den Schriftverkehr zum Umbau können Sie lesen, wenn Sie hier klicken...

Nicht immer war das Verhältnis zwischen Pfarrer und den sich wie Eigentümer aufführenden Hofmarksherrn ungetrübt.
1684 kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Pfarrer und Franz Albrecht von Haimhausen, weil dieser ohne Wissen des Pfarrers zwei "Altärl" - also Aufsatzreliquiare ("unsers L: Herrrn Taffl" und "vnser L: Frauen Taffel") auf dem Hochaltar hatte aufstellen lassen.

1709 erfolgte eine Konsekration der Altäre durch den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing. In der Kirchenrechnung sind Ausgaben für den Maurer Christoph Pichler von Pellheim enthalten, der für das Einmauern des neuen Altarsteins und der Reliquien 49 Kreuzer erhielt.


Die Kirche um 1700


Ansicht um 1700

Der Münchner Kartograph Michael Wening, der im Auftrag des bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria von Bayern etwa 750 Orte, Schlösser und Kirchen in Kupfer stach, hat auch die Kirche von Inhausen abgebildet.
In seinem um 1701 herausgegebenen 1.Band der "Historico-topographica descriptio Bavariae" findet sich die Notiz: "In der Hofmarch Innhausen, allwo ein eygner Beneficiat ist die Mutter Gottes Schutz-Frau, ,die sich alldort auch in einer ihrer Bildtnuß wunderthätig und gnädig gegen denen Wallfahrteren erzeiget". 01)
Michael Wening (*11.7.1645 in Nürnberg, + 18.4.1718 in München) hat in seiner vierbändigen Beschreibung des Kurfürsten- und Herzogtums Ober- und Niederbayern rd. 750 (!) Kupferstiche bayerischer Schlösser, Klöster und Kirche erstellt. Finanziell lohnte sich die Arbeit nicht. Dazu schrieb er: "Ich hab mit Herzeleid ansehen müssen, wie ich in dieses Werkh über 6000 Gulden hineingesteckt, doch seyne frucht in hoechster noth brodlos nit hab genüßen können, sodaß ich die Zeit seither schier hätt krepieren muessen".


Schmidt'sche Matrikel von 1738-40
06)
Die Schmidt'sche Matrikel von 1738-40 bezeichnet die Kirche zwar als alt, aber doch als etwas Besonderes unter den ländlichen Gotteshäusern. Auch damals hatte sie drei Altäre: Den Hochaltar zu Ehren Mariens, die Seitenaltäre zu Ehren von St.Josef und St.Anna. Erwähnt wird das o.a. Benefizium von 1457. Das Präsentationsrecht für den Benefiziaten, der aus den Einnahmen des Benefiziums leicht bezahlt werden konnte, war (auch 1485 ?) von den Stiftern, den bayerischen Herzögen und damaligen Besitzern von Haimhausen, zum Freisinger Bischof gewechselt. Seit 1737 hieß der Benefiziat übrigens Jakob Daimer. Er wohnte in einem Benefiziatenhaus, das sich damals in einem sehr gutem Bauzustand befand.
Schmidt schreibt weiter, die Kirchweihfest falle auf den Dienstag nach Pfingsten. In der Kirche befänden sich Grabstellen der Grafen von Haimhausen. In der Sakristei würden schöne Messgewänder aufbewahrt. Im Friedhof stehe ein Beinhaus, im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer und der Schlossherr Haimhausen Die Beschreibung endet mit der Feststellung: "Das Vermögen dises Gottshauses solle sich diser Zeit gegen 8000 fl. (Gulden) belauffen". Das war sehr viel Geld, insbesondere im Vergleich mit dem Vermögen der Nachbarkirchen (Großnöbach 200 fl., Haimhausen 600 fl., Hörenzhausen 1000 fl.).


Ausmalung 1761
Das erwähnte Geld wurde zwanzig Jahre später dringend benötigt, denn 1761 wurde das Innere der Kirche erneuert und vom Augsburger Maler Georg Dieffenbrunner ausgemalt.

In den Jahren 1802-1809 soll der Maler Joseph Mangold aus Ichenhausen im Landkreis Günzburg hier in Inhausen tätig gewesen sein. Welche Arbeiten er hier verrichtete, ist mir nicht bekannt. Der Maler hat die Kirche in Walkertshofen ausgemalt, und dort sowie in Oberroth auch die Kreuzwegbilder gestaltet.

1810 wurden größere Reparaturarbeiten an der Friedhofsmauer durchgeführt.
2 Maurer und ein Handlanger haben 20 Tage lang gearbeitet und dabei 1000 Steine, 1000 Schindeln und 2000 Schindelnägel verbaut.



Neuer Benefiziat 1815 02)

Im Januar 1815 wurde in Inhausen ein neuer Benefiziat gesucht. Jedenfalls war im Königlich-bayerischen Intelligenzblatt für den Isarkreis folgender Amtlicher Artikel zu lesen:
  "Die Erledigung des Emeriten-Beneficiums zu Inhausen betreffend:
Im Namen seiner Majestät des Königs
Das Emeriten-Beneficium zu Inhausen Königl.Landgerichts Dachau, im Bisthume Freysing, dem Decanate Dachau und der Pfarrey Haimhausen ist durch Beförderung des letzten Besitzers erlediget.
Es ist zu keiner Seelsorge verpflichtet, und der Beneficiat hat wochentlich 3 Messen pro Fundatore zu lesen.
Die Renten fließen aus der Stiftungs-Cassa, Realitäten, nutzbaren Rechten und gestifteten Verrichtungen in einem Gesammtbetrage von 447 fl. (=Gulden) 40 kr 3 pf. Die Lasten belaufen sich auf 45 fl. 5 kr. 1 pf.
München den 17.Jänner 1815, Königliches General-Commissariat des Isarkreises,
Freyherr von Schleich, General-Commissär - Rainprechter, Secretär."
Drei Jahre später, 1818, war in der gleichen Zeitung zu lesen:
"Am 18ten Jänner d.J. wurde der vormalige ... zu Oberndorf, Priester Maximilian Maurer, von dem Antritte des ihm, unterm 12ten v.M. und Jahres, zugedachten Emeriten-Beneficiums zu Zeilhofen dispensirt, und ihm dagegen das erledigte Emeriten-Beneficium zu Inhausen, Landgerichts Dachau, verliehen".
03)

 

Pfarrbeschreibung 1817 39)
1. Beschaffenheit der Kirche.
    Eine heitere schöne, und gut ausgemachte Kirche. Im Plavon ist die Himmelfahrt Mariä sehr gut vorgestellt. übrigens nicht
    gar klein.
2. Altäre.
  a. Hochaltar. Maria in einer gekleideten Statue sitzend als Himmelskönigin dargestellt.
  b. Joseph als Zimmermann mit Maria und dem Kind
  c. Übrigens entsprechen diese Altäre, denen man das Alterthum deutlich ansieht, der anderwärtigen Heiterkeit und Sauberkeit
      der Kirche wenig
Pfarrbeschreibung von Pfarrer Knilling vom 14.11.1817


Renovierung 1837
39)
Im Jahr 1837 wurden größere Reparaturen -insbesondere im Dachbereich- durch den Maurermeister Hergl und den Zimmermeister Höß aus Dachau ausgeführt. In Rechnung gestellt wurden:
- Reparatur des Mauerwerkes im Innern des Gebäudes
- Ausbesserung des Bodenpflasters.
- Namhafte Ausbesserung des Sacristeydaches,
- Herabweissen des äußeren Mauerwerkes am Gebäude u. Thurm u. am letzteren neue Einsetzung eines bedeutenden
  Mauerstückes,
- Ausbesserung des Kirchendaches, neues Eindecken der Portaldachung;
- ein neuer Bretterboden unter dem Kirchendache
- Einziehung von Dachsparren in dem Dachstuhl der Sacristey; (obwohl das Dach schon 1825 neu eingedeckt worden war)
- Beyschaffung eines Blitzableiters."
Die Kosten betrugen 720 Gulden.

 

Beschreibung im 1844 41 )
Im "Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte" (1845) und in "Geschichtliche Nachrichten über die ehmalige Grafschaft und das Landgericht Dachau" (1845) ist ein kurzer identischer Text über Inhausen ausgedruckt:

  "Inhausen oder Imhausen besaß schon i. I. 1457 ein eigenes Gotteshaus wie aus einer Stiftung des Herzogs Albrecht III. desselben Jahrs (3. April) hervorgehet, wodurch eine tägliche Messe im U. L. Frauen-Gotteshaus zu Inchausen begründet wurde. Der Ort ist nachhin sammt der Kirche an die Besitzer von Heimhausen und unter die dortige Pfarr gekommen, und ist in Widmers Repertorium Bavariae unter den Hofmarken, Schlössern und Sitzen des Landgerichts Dachau bemerkt. In der Kirche daselbst so wie zu Ottershausen (welches auch nach Heimhausen gehörte) in der St.Stephanskirche wurden den Herrn von Heimhausen und nachmaligen Reichsgrafen Grabsteine gesetzt. Es leben dermal daselbst bei 70 Menschen."



Umgestaltung um 1850/60 39)
Ab 1850 kam im Rahmen einer weiteren großen Renovierung auch Einrichtung im Stil des Historismus in die Kirche: der Maler Michael Stranzinger und der Vergolder Friedrich Lorenz (beide aus München) führten Arbeiten zum Preis von 2330 Gulden aus. U.a. versahen sie die Figuren mit einer polychromen Fassung. Außerdem wurde das ursprüngliche Gnadenbild im Hochaltar durch eine neue Figur von Conrad Eberhard ersetzt. Die Fenster wurden mit zwei Glasgemälden mit Darstellungen der hll. Joseph und Maria verschönert. Zugleich erhielt die Kirche erstmals einen Tabernakel. Die schadhaften Kirchenstühle hat man ersetzt und die durch eingedrungene Feuchtigkeit beschädigte Einfassung des Deckengemäldes renoviert.

1860 folgte die Außenrenovierung von Turm und Kirche. Sie betraf den Außenputz und die Dachungen. Die Mauerflächen wurden "abgeschabt" und "mit einer Cementfarbe übertüncht". Außerdem montierte man erstmals Dachrinnen "zum Schutze der Mauer".

Für den Turm waren folgende Arbeiten veranschlagt:
  "Auf der außen Seite des Thurmes, soll soweit selber 8eckig ist, der halbe Thurm, und wo selber 4eckig ist, die westliche Seite und die beiden vorsprüngenden Mauern gegen Süden und Norden von dem gegenwärtigen Mörtel gereinigt, und schlüßlich mit Mörtel aus hydraulischen Kalk neu verputzt werden."


Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurde der Turm erstmals mit Schiefer statt -wie bisher- mit Schindeln eingedeckt. Auch die Stiegen und Böden im Turm mussten erneuert werden, weil sie durch den Taubenkot verfault und zersetzt waren. Die beiden Türen aus Fichtenholz vom Turm zum Kirchenschiff und zur Empore wurden mitsamt den Beschlägen neu gemacht.

Im Inneren der Kirche wurde der Wandverputz hergestellt. Zudem war das erst 20 Jahre vorher ausgebesserte Solnhofer Pflaster schon wieder schadhaft: Im Kostenvoranschlag wird der Grund genannt: "Das Sohlenhoferpflaster ist durch die eingesunkenen Gräber ganz uneben geworden, und durch die vielen zerbrochenen Sohlenpflasterstückln(!) total ruinos, es wird daher beantragt, daß dieses Pflaster ganz neu von 18 Zoll großen Pflasterstückln hergestellt wird, und die gegenwärtigen noch guten Stückln solle dazu verwendet werden, das rothe Zieglpflaster im Thurm auszuwechseln".

Auch die Decke und der Boden im Oratorium hat man erneuert. Kostenvoranschlag: "Im Oratorium ist gegenwärtig eine Bretterdecke, welche von Innen der Kirche aus gesehen, nicht gut aussieht, diese hölzerne Decke soll entfernt, und durch eine neue Lattendecke ersetzt werden. Der Bretterboden daselbst ist zu erneuern, und die zum Oratorium führende Treppe tichtig auszubessern. Sowohl die Sakristei als auch das Oratorium sind mit entsprechender Farbe zu übertünchen".


Beschreibung von Sighart 1859
07)
Im Jahr 1859 beschrieb der Historiker Prof.Dr. Joachim Sighart
(1824-1867) eine Fahrt auf der neuen Eisenbahn zwischen München und Landshut. Er beschränkte seinen Bericht aber nicht nur auf die Fahrt selbst, sondern schilderte auch die Landschaft und die Denkmäler, die er vom Zug aus sah und erklärte deren Besonderheiten und geschichtlichen Hintergründe.
  "Nahe bei Heimhausen erblicken wir auf dem Hügellande, das in die Moosebene hereinragt, noch die Filialkirche Innhausen (Unninhusen d.i. Unnos Behausung) mit ihrem leichten Spitzthurme. Das war einst eine vielbesuchte Wallfahrt zur Gottesmutter. Selbst Herzog Albert IV. (richtig: III.) kam als frommer Waller hierhier und stiftete hier eine Kaplanei mit reicher Begabung. Noch liegt der Stiftungsbrief vom J.1457 im Pfarrhofe zu Heimhausen, ein rührendes Zeugniß der innigen Liebe dieses großen Fürsten zur Mutter des Herrn. Er sagt, "daß er allzeit begierlich sei den Dienst, ere und lobe des allmächtigen Gottes und seiner würdigen Mutter der hochgelobten Junkfrauen Marie in allen Dingen zu mehren und zu fördern, angesehen, daß uns nach diesem zerganklich Leben anders nit nachvolgt den unser gute Werk, die wir hie auf Erden vollbringen. Darum gründet er die ewige Messe "zu hilff und trost Unser Vorvordern und aller unser Nachkommen". Unter den Einnahmen des Kaplans erscheinen außer den Geldbezügen und Getreidereichungen zweihundert air (=Eier), zweimal fünff Hunr (=Hühner), sechs Käs, sechs gens (=Gänse)."


Beschreibung von 1880 10)
Die Kirche in Inhausen ist auch in der Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising von Anton Mayer aus dem Jahr 1880 enthalten. Dort heißt es:
  "Innhausen, Wallfahrtskirche an der Vicin.-Straße vom Maisteige nach Haimhausen.  Erbauungsjahr unbekannt. Gothisches Presbytherium mit Anbau in neuerem Stil.  Hübsche Plafondgemälde,  2 Fenster mit Glasmalerei (Joseph u. Maria, neu, die übrigen sind tapetenartig gemalt).  Geräumigkeit genügend.  Baupflicht: An der Kirche u. Cm. (=Friedhof) die Kirche.  Schiefergedeckter hübscher Spitz-Thurm mit 2 kleinen Glocken.  Cons.dub.  Patronin Hl.Maria (Himmelfahrt). 3 Alt(äre). Der Hochaltar hat eine Madonna nach C. Eberhard's Zeichnung, umgeben von den 15 Rosenkranz-Geheimnissen, in getriebener Arbeit mit schwarzem Rahmen.  Ss.Cm.ohne Cap.  Orgel 6 Register. Gottesdienste: An allen Frauenfesten mit Ausnahme von Mariä Lichtmeß durch den Pfarrer, gewöhnlich tägl. hl. Messe des Beneficiaten. Stiftungen: 1 Requiem mit Libera, 2 Requiem mit je 2 Beimessen u.
1 Amt. Meßner: Ein Bauer.  Cantor: der Lehrer   Kirchen-Vermögen: Rent. 58624 fl, nicht rent. 10065 fl. (Die Kirche besitzt einen Kreuzpartikel, mit hl.Reliquien umgeben, hübsch gefaßt)".

stark eingezogener Chor



Beschreibung 1895 11)

Mit der Inhausener Kirche befasste sich auch das Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Schon damals sah die Kirche so aus, wie heute.
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Beschreibung 1900 12)

In den Jahren 1900 und 1901 verfasste der Haimhausener Kaplan Hugo Straßer unter dem Titel "Nova et vetera de parochia Haimbhusiaria" (=Neues und Altes aus der Pfarrei Haimhausen) eine umfangreiche Pfarrbeschreibung. Im Abschnitt Filialkirchen ist auch Inhausen aufgeführt. Wenn Sie am Text interessiert sind, klicken Sie hier...

Beschreibung 1913 39)
1913 wurde vom Generalkonservatorium ein Gutachten für eine offenbar beabsichtigte Renovierung der Kirche verfasst. Es beschreibt den Zustand der Kirche und gibt Hinweise für eine erfolgreiche Renovierung. Diese Renovierung wurde (vielleicht wegen des Ersten Weltkrieges) aber nicht ausgeführt.
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Restaurierung 1949  39)
Im Jahr 1949 und den Folgejahren wurden das Dach der Kirche, das durch Kriegseinwirkungen und durch das Unwetter des Jahres 1946 gelitten hatte und die Fenster saniert. Dabei hat es wegen der verwendeten Materialien einen heftigen Disput mit dem Landesamt für Denkmalplfege gegeben. Wenn Sie den Briefwechsel lesen möchten, klicken Sie hier...

 

Restaurierung 1959  39)
1959 sollte offenbar mit einer Neueindeckung der Flächen des Langhauses mit sogenannten S-Pfannen begonnen werden, die noch ehesten mit den alten Mönch-und-Nonne-Ziegeln vergleichbar sind. Allerdings heißt es 1977 in einem Gutachten des BLFD, es sei mit einer Neueindeckung der Südseite mit naturroten Kirchenbibern in Segmentbogenschnitt begonnen worden, während die Nordseite noch die alte Hohlziegeldachung besitze.

Renovierungen
Die letzte Außen- und Innenrenovierung wurde in den Jahren 1987 - 1991 durchgeführt. Doch zumindest die Außenrenovierung am Turm scheint nicht sehr gelungen zu sein. Schon gut zehn Jahre später war der Verputz schon großenteils abgewittert und bedurfte einer erneuten Sanierung.


Patronat
Inhausen gehörte zur Hofmark und Pfarrei Haimhausen. Die Hofmarksherren waren wohl auch die Patrone der Kirchen. Das Besetzungsrecht der Pfarrei und des Benefiziums in Inhausen, also die Auswahl der Pfarrer und Benefiziaten, hatte trotz aller Bemühungen der Haimhausener Herren, der Fürstbischof von Freising. Die Schlossherren (auch die ab 1893 evangelischen Freiherren von Haniel) führten aber bis zum 2.Weltkrieg die Kirchenrechnungen.
Aber die Haimhauser Grafen haben die Kirchen finanziell unterstützt. Nicht zuletzt deshalb, weil sie dort ihre Grabstätten einge-richtet haben. Man ging damals davon aus, dass vom Altar einer Kirche Gnadenströme auch zu den Toten fließen und dass diese Gnadenströme mit der Entfernung abnehmen. Deshalb war es wichtig, nahe beim Altar begraben zu werden.

Das Verhältnis zwischen den Patronatsherren und den Pfarrern war nicht immer einfach. Die Patronatsherren handelten oft recht eigenmächtig; sie hatten, wenn auch nicht das Recht, so doch die finanzielle und politsche Macht auf ihrer Seite. Ein Beispiel ist der von Robert Böck beschriebene Streit zwischen Pfarrer Simon Soyer und Baron Franz Albrecht von Haimhausen aus dem Jahr 1684, in den sich auch der Fürstbischof einschaltete. Anlass der Auseinandersetzung war das eigenmächtige Aufstellen von zwei Reliquientafeln in der Wallfahrtskirche durch den Hofmarksherrn am 16.Mai 1684. Zudem forderte er den Benefiziaten Michael Schrankh auf, sich dafür einzusetzen, dass die Reliquien öffentlich verehrt werden. Dadurch sollten Wallfahrer angezogen werden, die die Opferstöcke füllen. In seiner Beschwerde beim Bischof vertrat Pfarrer Soyer die Auffassung, dass wohl keine dieser Reliquien echt sei. Sie kämen aus einem "suspecten" Ort und besäßen keine Authentica, also kein Echtheitszertifikat. Besonders ärgerte den Pfarrer, dass der Baron die Reliquien durch den Gerichtsdiener in einer Prozession sehr lächerlich übers Feld in Gottshaus habe tragen lassen.
Aus einem der Beschwerde beigelegten Verzeichnis geht hervor, dass die Reliquiare, u.a. eine Unser-Lieben-Herrn-Tafel, aus 40 Partikeln bestanden. Es waren angeblich Reliquien von St.Benno, Hyazinth und aus der Gesellschaft von St.Ursula, den 11.000 Jungfrauen. Dabei waren auch Partikel vom Berg Sinai, ["von dem orth alwo Christus das Jüngste Gericht vorgesagt, wo Christus yber die Statt Jerusalem gewaint hat"], vom Ölberg, von Letten (= Erde) aus dem Fluss Jordan usw. Dazu kamen drei (!) Schweißtücher mit dem wahren Abbild Christi.
Nachdem Bischof Albrecht Sigmund sein "ungnädigstes Mißfallen" ausgedrückt hatte, ruderte der Baron etwas zurück. Er habe die beiden "Altärl" (Reliquiare) der Kirche nicht zur öffentlichen Verehrung, sondern als Kirchenschmuck vermacht. Eine Authen-tica habe er nicht nötig, weil auch in vielen hunderten anderen Kirchen solche Reliquiare ohne Echtheitsnachweis stünden.
Der Bischof entschied, dass die Reliquiare in Inhausen zwar aufgestellt, nicht aber verehrt werden dürften.
Doch der Baron hielt sich nicht daran. Pfarrer Soyer beklage sich schon einen Monat später wieder beim Bischof, dass sich der Hofmarksherr "gar viel einbildet" und seine Macht über die Geistlichen und die Bauern aufs deutlichste "exerciert". Am Fest Mariä Himmelfahrt (15.8.) habe er (der Baron) in der Kirche die Reliquiare zur öffentlichen Verehrung aussetzen lassen.


Wallfahrt

Man nimmt an, dass schon beim Bau der Kirche um 1450 eine Marienwallfahrt bestanden hat, die eine neue Kirche notwendig machte. Dies legt die Größe der Kirche nahe. Denn die Bewohner der fünf Bauernhöfe konnten den Kirchenraum auch nicht annähernd füllen; zumal es damals noch keine Bestuhlung gegeben hat, wie heute. Da gab es im Kirchenschiff nur Stehplätze.

Allerdings scheint die Wallfahrt nicht so recht in Schwung gekommen zu sein oder aber sie hatte sich 200 Jahre später schon wieder zurückentwickelt. Dies ist jedenfalls der vorsichtigen Formulierung in dem vorher erwähnten Bericht des Haimhauser Pfarrer Johann Krauthofer (1656-1666) an das Fürstbischöfliche Ordinariat in Freising aus der Zeit um 1660 zu entnehmen. Er schrieb (in heutiges Deutsch übertragen): "dass sich auf dem Choraltar zu Inhausen eine Liebfrauenstatue befinde, die schon seit etlichen Jahren von Personen hohen und niederen Stands aus der näheren und weiteren Umgebung als wundertätiges Bild [miraculos bilt] verehrt" werde. Zu diesem Personenkreis habe auch der verstorbene Graf Johann Albrecht gehört, zu dessen Andenken der Sohn Franz Albrecht zu den neuen Altären 600 Gulden gestiftet habe. Bei einem florierenden Wallfahrtsbetrieb wäre die Wortwahl bei der Schilderung erheblich euphorischer ausgefallen. Immerhin hat die Wallfahrt 1637/38, mitten im Dreißigjährigen Krieg, 66 Gulden im Jahr an Spenden (Opferstockgefälle) eingebracht. Dies war ein recht ansehnlicher Betrag 39)


Im Jahr 1712 verlieh Papst Clemens XI. der Kirche in Inhausen zum Fest Mariä Himmelfahrt einen vollkommenen Ablass für die Dauer von 7 Jahren, der die Wallfahrt zumindest am 15.August stärkte.

Mitte des 19.Jh. dürfte die Wallfahrt nicht mehr existent gewesen sein, weil man das Gnadenbild durch eine neue Figur im Stil des Historismus ersetzt und das alte Gnadenbild nicht aufgehoben hat. Es gilt als verschollen.


Statistik


1500 - 7 Anwesen (davon gehören 5 dem Domkapitel Freising, 2 der Kirche von Inhausen) 38)

1760 - 6 Anwesen (alle gehören dem Hofmarksherrn in Haimhausen) 38)
1831
- wohnten in Inhausen (damals Innhausen genannt), 66 Einwohner in 9 Häusern; 04)
1844 - lebten "daselbst bei 70 Menschen" 05),41)
1868 - werden 53 Einwohnern in 19 Gebäuden (Häuser und Städel) genannt 08),09)
          (Benefiziat war seit 13.9.1825 Josef Kindle aus Triesen/Fürstent. Lichtenstein (geb.2.7.1793; Priesterweihe:18.12.1824)
1874 - wird von 67 Seelen in 6 Häusern und im dazugehörenden Maisteig 14 Gläubige in 2 Häusern berichtet.

 

Baubeschreibung

Die Kirche steht inmitten des kleinen Ortes am auf der ersten Erhebung des Tertiären Hügellandes mit freiem Blick über die Münchner Schotterebene bis hin zu den Alpen. Sie ist nach Aussage des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege "durch ihre reiche Barockausstattung ein Kunstraum von überörtlicher Bedeutung". 39)

Der Chor ist stark eingezogen, also wesentlich kleiner als das Langhaus und schließt in drei Seiten eines Achtecks. Das Gebälk seines Dachstuhls stammt noch aus der Zeit um 1660. Dies hat ein dendrologisches Gutachten ergeben. 40) Das Dach war früher mit Schindeln gedeckt; dies ist dem Kostenvoranschlag der Renovierung von 1858 zu entnehmen, in dem es heißt: "... die auf der nördlichen Seite bestehende Schindldachung (soll) ausgebeßert und zuletzt mit Öhlfarbe angestrichen werden". 39)

An den Außenmauern von Chor und Langhaus sind schlanke Stützpfeiler angebracht; beim Neubau um 1450 war die gesamte Kirche eingewölbt. Stützpfeiler sind notwendig, um den schräg nach unten führenden Seitendruck gotischer Gewölbe abzufangen.

Das Dach des Langhauses ist mit naturroten Kirchenbibern im Segmentbogenschnitt gedeckt. Früher (an der Nordseite bis 1979) besaß das Dach eine wesentlich ansprechendere Mönch-Nonnendeckung.
Der Fußboden in Chor und Langhaus ist seit 1983 einheitlich in Untersberger Marmorplatten in Kalkmörtel diagonal verlegt. 1987 hat man das sehr feuchte Erdreich unterhalb des Kirchenbodens auf die notwendige Tiefe von 20-30 cm ausgehoben und gegen Schotter ausgetauscht.

An die Nordseite des Chors ist die niedrige Sakristei angebaut. Ihr gotisches Gewölbe weist auf ein hohes Alter hin. 1812 wurde sie wegen der Feuchtigkeit mit einem Ziegelsteinpflaster (400 Steine) anstelle des alten Bretterbodens versehen.


vor der Renovierung 2010

Der Inhausener Kirchturm hat einem quadratischen Unterbau, einen achteckigen Aufbau und acht Giebel unter dem mit einem Kreuz verzierten Spitzhelm mit Schieferdeckung. Er misst insgesamt 45 Meter. Schon früher war der Turm mit Schindeln gedeckt; aus dem Jahr 1825 ist eine Neueindeckung mit 12.000 Scharschindeln bekannt. 1858 wollte man die Schindeln mit grüner Ölfarbe neu anstreichen; doch tatsächlich wurde er erstmals mit Schiefer eingedeckt. Seit 1957 besitzt der Turm wieder eine (dreilagige) Zedernschindeleindeckung (Fa.Hans Pachmayr, Mch für 4220 DM). Damals fertigte Anton Bredl ein neues Turmkreuz und der Maler Hans Pickl renovierte die eisernen Turmuhrzifferblätter. Beides wurde 1983 renoviert; dabei hat man die Zifferblätter mit der Farbgebung der Kirche abgestimmt.
1837 erhielt der Turm den ersten Blitzableiter, 1888 für 495 Mark einen neuen und 1983 den dritten in Kupfer.
39)

Im Turm hängen zwei alte Glocken: die große Marienglocke und eine kleinere Glocke. 24)
- Die Marienglocke stammt aus dem Jahr 1566, wiegt 450 kg und hat einen Durchmesser von
  92 cm. Auf der Glocke sind ein Bild des Kreuzes und der Muttergottes sowie folgende Texte
  angebracht: "Wolfgang Steger gos mich in Minchen 1566 Jahr" und O Rex Gloriae Veni Cum Pace"
  (=König der Herrlichkeit, komme mit deinem Frieden").
- Die kleinere Glocke ist noch älter. Sie stammt aus dem Jahr 1551, wiegt 310 kg und hat einen
  Durchmesser von 82 cm. Die Glockenaufschrift lautet: "Wolfgang Steger goß mich DO.Man zählt
  1551  Maria heiß ich."
(Eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier....)
Vier spätgotische, vertiefte Blenden zieren den Turmoberteil. Über der Uhr sind spitzbogige Schallöffnungen, dann senkrecht angebrachte alte Lüftungsschlitze angebracht. Der Turm ähnelt stark dem in Prittlbach.

An den äußeren Kirchenmauern sind Epitaphe eingelassen, Steinplatten, die auf frühere Benefiziaten hinweisen.

 
Epitaph für Fam. Hagn Epiatph aus Sandstein (70x46 cm)
für Dr.Johann Georg Waltl,
gest. 6.10.1848
Epiatph aus Sandstein (70x46 cm)
für Michael Grinzinger
gest. 23.5.1913
Epiatph aus Marmor (69x40 cm)
für Josef Hörl
gest. 18.7.1965


Beschreibung des Innenraums

Altarraum

Der zweijochige Altarraum wird von einem barocken Kreuzgewölbe mit Stichkappen überdeckt. Die 1660 beim Neubau aufgebrachten Stuckaturen sind heruntergeschlagen und an deren Stelle Rokokostuckaturen aufgemalt (1761). Auf der linken Seite des Altarraums ist ein Oratorium eingerichtet, das von der darunter liegenden Sakristei aus zu begehen ist. Mit dem Kirchenraum ist das Oratorium durch zwei Schiebefenster mit barockem Holzrahmen verbunden.


Stichkappen
und Oratorium

Deckengemälde im Altarraum

Das in einem Vierpass-förmigen, gemalten Profilrahmen umgebene Chorfresko zeigt Moses vor dem bren-nenden Dornbusch. Es ist von einer dekorativen architektonisch-ornamentalen Rahmenzone mit Rocaille-Ornamenten umgeben. Moses hat sich vor dem brennenden Dornbusch niedergeworfen und löst in Ehrfurcht die Riemen seiner Schuhe.
 
Moses vor dem
brennenden Dornbusch
Das Chorbild steht in engem Zusammenhang mit der Marienverehrung in Inhausen: Der brennende Dorn-busch war damals ein geläufiges Symbol für die Jung-fräulichkeit Mariens, da er vom Feuer erfasst, aber nicht von ihm verzehrt wird. Oft ist der Dornbusch auch ein Hinweis auf die Dornenkrone, die Jesus in der Passion aufgesetzt wurde. Vom Kopf Mose gehen zwei helle Streifen nach oben. Sie symbolisieren den Glanz seines Gesichts als er vom Berg Sinai herab
  kam. In der Bibel steht dazu: "Als Mose vom Sinai herunterstieg, hatte er die beiden Tafeln der Bundesurkunde in der Hand. Er wusste nicht, dass die Haut seines Ge-sichts Licht ausstrahlte, weil er mit dem Herrn geredet hatte (Exodus 34,29). Diese Darstellung ist insoweit anachronistisch, weil die Dorn-buschszene zeitlich ja vor dem Erhalt der 10 Gebote liegt.

Das Gemälde wurde wie auch die Langhausfresken von dem begabten Augsburger Maler Georg Dieffenbrunner (1718-1785), der u.a. auch die Kirchen in Eisenhofen, Kleinberghofen, Vierkirchen, Westerholzhausen, Sittenbach ausgemalt hat, im Jahr 1761 geschaffen.
Im Jahr 1954 wurde das Gemälde von Kirchenrestaurator Hans Mayrhofer mit destilliertem Wasser gereinigt, das ganze Gewölbe mit Baritwasser fixiert und Schäden "mit Baritcaseinfarben eingestimmt". 1989 wurde es von Toni Mack ein weiteres Mal restauriert.
39)



Hochaltar / Choraltar

Der vom Maler Georg Ellinger aus Moosburg entworfene und vom Kistler Hans Taubmayr aus Freising ausgeführte Hochaltar mit gesprengtem Segmentgiebel wurde 1660 von Graf Franz Albrecht, dem Sohn des Grafen Hans Albrecht von Haimhausen (gest.1659) anstelle eines Epitaphs gestiftet.

Choraltar - 1660
Der Freisinger Bildhauer Paul Hörndl schnitzte die Figuren.
Der den gesamten Altarraum ausfüllende Choraltar ist ein barockes Säulenretabel.
Zwei rot-weiß marmorierten Säulen mit Komposit-kapitellen stützen ein Gebälk, auf dem der Altar-aufsatz sitzt, begleitet von zwei Engeln.
In der Mittelnische eine schöne Muttergottes-statue, die von 15 Silberreliefs mit Rosenkranz-Geheimnissen umgeben sind. Unter Baldachinbögen stehen die überlebensgroßen Assistenzfiguren.
Hochaltaraufsatz
Im Aufsatz des Hochaltars ist in einer von zwei Volutenengeln umgebenen Nische ein Relief von Gottvater angebracht. Er stützt seine linke Hand auf die blaue Weltkugel, die durch Metallreifen und Kreuz dem Reichsapfel nachempfunden ist.

Choraltaraufsatz
Die Rechte erhebt er segnend. Der Heiligenschein besteht aus einem Dreieck. Diese Form des Heiligenscheins ist nur den Gottvaterdarstellungen vorbehalten. Zwischen Aufsatz und der Marienfigur ist der Heilige Geist in Gestalt einer von einem Strahlenkranz umgebenen Taube zu sehen. Gekrönt wird der Aufsatz durch ein vergoldetes Kreuz.
  Hinweis: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.
 
     
Wappen am Choraltar     
Über den Kapitellen der beiden marmorierten Säulen, noch unter dem Gesims, sind zwei bunt bemalte und schön verzierte Wappen angebracht.
     
    Wappen am Choraltar
          (Viehpeck)
Mittelteil

An dieser Stelle befand bis 1852 ein gotisches Marienbild, das mit Stoff bekleidet war und als Gnadenbild von den Wallfahrern verehrt wurde.
Es ist seither verschollen. Die Wallfahrt muss wohl 1852 schon vollständig beendet gewesen sein, sonst hätte man die Gnadenfigur wenigstens als "einfache Figur" in der Kirche belassen.


Muttergottes - 1852

Seit 1852 thront nun in der halbrund geschlossenen Mittelnische des Altaraufbaues eine aus Holz
geschnitzte Madonna mit Kind (Bildhauer Conrad Eberhard aus München) mit sehr natürlichen Gesichtszügen und großer Ausdruckskraft. Madon-nen dieses Typs waren bei den Nazarenern vor allem im bayerischen Bereich sehr beliebt. Das Kind segnet den Betrachter; die Mutter sieht mit gesenktem Blick den Erlösungstod ihres Kindes voraus. 34)

 

Der Bildhauer Conrad Eberhard wurde am 25.11.1768 in Hindelang geboren. Nach einer Ausbildung beimVater Johann Richard Eberhard wurde er 1799 Schüler von Roman Anton Boos und zugleich Student an der Kunstakademie München. 1806 ging er nach Rom, wo er auf Vermittlung des bayerischen Kronprinzen Mitarbeiter bei Antonio Canova wurde und dort über ein Jahrzehnt wirkte. 1819 kam er zurück und schuf viele Kunstwerke in Schloss Nymphen-burg. Später wurde in seiner Kunst sehr von dem nur wenig jüngeren Bertel Thorvaldsen beeinflusst. Zuletzt war Eberhard einer der hervorragendsten Künstler der Nazarener-Stilrichtung. Von kath. Sendungsbewusstsein getrieben, zerstörte er einen Teil der von ihm als'heidnisch' eingestuften früheren Skulpturen. Er verstand sich dezidiert als Christlich nazarenischer Bildhauer, der viele religiöse Kunstwerke schuf. So wie die Muttergottesstatue in Inhausen. Conrad Eberhard starb am 12. März 1859 in München.



Silberrelief

Rings um die Mittelnische sind 15 getriebene (gehämmerte) und versilberte Kupferreliefs mit den 15 Rosenkranzgeheimnisse zeigen. Sie stellen eine sehr seltene Arbeit dar. Um jedes dieser Motive sind am hölzernen Rahmen noch je 10 Zierbeschläge in Form von stilisierten Puttoköpfen mit versilberten Nägeln befestigt, die aus dem gleichen Material und mit der gleichen Technik wie die Reliefs hergestellt sind. Maße: 35 x 35 cm (55 x 45 cm mit Rahmen).
Die Reliefs wurden 1660 von Franz Albrecht v.Haimhausen gestiftet.
1991 wurden sie von Restaurators Roman J. Pilz aus Mainburg renoviert.
39)

Mehr über die Rosenkranzdarstellungen im Landkreis Dachau und allgemein Wissenswertes darüber finden Sie hier...
Die künstlerische Perfektion am Altar zeigt sich oft an Details, wie dem geflügelten Engelskopf auf der rechten Säule des Altars: Um den Hals trägt er an einem Band ein Früchtegehänge und auf dem Kopf einen mit Früchten gefüllten Korb (siehe Bild rechts).

In Höhe des Sockels stehen fünf Leuchter aus versilberten und getriebenen (= Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage) Messingblech angebracht. Vor der Muttergottesfigur sind fünf Leuchter aus getriebenem und versilbertem Messing angebracht, die in Form einer Blume gestaltet sind. Am Fuß enthalten sie einen der fünf Buchstaben des Wortes Maria.

Assistenzfiguren

<
Engelskopf
an der Säule
Rechts und links vom Hauptaltar stehen die überlebensgroßen Statuen des hl. Johannes des Täufers
und des hl. Franz von Assisi vom Bildhauer Paul Hörndl aus Freising.
 
Joh.d.Täufer
St. Johannes der Täufer hat einen Kreuzstab mit dem Spruchband "Ecce agnus Dei" in den Händen und zeigt auf das Lamm zu seinen Füßen als wollte er sagen: Seht das Lamm Gottes, das hinweg-nimmt die Sünde der Welt". Der abgehärtete Wüstenprediger ist mit einem schweren, faltenreichen Mantel bekleidet, der geschickt den Raum zwischen Altar und Wand ausfüllt. Die Worte "Ecce Agnus Dei - übersetzt: Seht das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" sprach Johannes der Täufer, als er Jesus erstmals begegnete (Joh.1,29). Franz von Assisi ist in das Ordensgewand gekleidet. Mit der rechten Hand hält er ein Kruzifix hoch. Der Mund ist geöffnet, als wollte er zum Betrachter predigen. Auf den Handrücken sind die Wundmale (Stigmata) zu sehen.


Franziskus
von Assisi

  Hinweis: Johannes der Täufer (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet, so wie in Inhausen.
Der hl. Franziskus entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herab sprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen.
Tabernakel


Tabernakel
1765

Von 1765 bis 1991 und seit 2011 steht auf dem Altar ein Rokoko-Tabernakel (siehe Bild links). Dazwischen, von 1991 bis 2011, hatte man ihn durch einen Tabernakel aus klassizistischer Zeit (mit zwei Säulchen und einem Tympanon, in dem das vergoldete Auge Gottes im Dreieck) ersetzt. (siehe Bild rechts).
Der heutige, teilvergoldete Tabernakel aus der Rokokozeit wurde um 1765 hergestellt. Zwei Anbetungsengel und zwei Leuchterengel schmücken ihn. Die Engelsfiguren stellen nicht nur eine Verzierung dar; sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei Engeln (Cherubim) eingerahmt; sie mussten aus Gold bestehen (Ex, 37,7-9)


Tabernakel
19.Jh.
Offensichtlich war der Tabernakel der ersten Zeit leer, d.h. es war keine geweihte Hostie darin aufbewahrt. Ein sog. Ewiges Licht war nicht erforderlich. 1852 stellte Pfarrer Johann Nepomuk Mederer beim Ordinariat folgenden Antrag: "Im Laufe dieses Jahres wurden in der schönen und sehr reichen Kirche Inhausen über eintausend Gulden verwendet. Alles ist in schönstem Glanze hergestellt durch die Hand des Künstlers, nur etwas geht noch ab, und zwar das Allerschönste. Das Allerheiligste fehlt noch. In dieser Kirche wurde bis jetzt das Allerheiligste Sakrament des Altars nicht aufbewahrt, um welches der gehorsamst Unterzeichnete demüthigst bittet ...". Das Ordinariat stimmte unter der Voraussetzung zu, dass für die ununterbrochene Unterhaltung des ewigen Lichts gesorgt werde. 39)
  Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.
Predella
In der Predella hinter dem Tabernakel weist eine große hölzerne Inschriftentafel auf diese Stiftung hin. Sie enthält, soweit man sie lesen kann, einen Text, der auf die Stiftung des Altars durch Hans Albrecht von und zu Haimbhausen hinweist.

Stiftungstafel

Der gleiche Text steht auch auf einer Steinplatte, die vor dem Altar unter dem Fußboden, auf dem Grab von Hans Albrecht von und zu Haimhausen 1961 bei Renovierungsarbeiten entdeckt worden ist. 29)
Der besseren Lesbarkeit willen hat man den Text auch auf die Holztafel geschrieben:

 

"Vor Disen Althar Ligt Begraben Der Edl und Gestrenge Herr Hanß Albrecht von und zu Haimbhausen, Auf Paltzing Gerlhausen Helffenprun und Häbelspach Laberweinting Höhenthraupach und Tutzing. Erbherr der Herrschafft Khuttenplan, Heil.Kreutz und Neudorf. Der Churfstl.Drlcht. in Bayrn im Leben Gewester Hof und KammerRath. Auch Rentmaister oberlandts Seel. Welcher Freitag den 4.Monnatstag Appril AO. 1659 Von dem Zeitlichem Hofentlich Zu dem Ewigen Leben Abgefordert Worden und Sammts Seine Hinderlassne adeliche Erben Zu Ehrn der Hochgebene-deiten Jungfrauen Und Himmelskönigin Muetter Gottes Maria Auch Zur Gedechtniß Erstgemelt.Abgelebter von Haimbhaußen Seel. Und deß Gantz Adelichen Geschlechts Disen Hoch-Altar An Statt Eines EPITAPHS Setzen und Machen Lassen. Im Jar Nach Christy Des Aller-Mächtigsten Geburth Zellente Eintausent Sechs Hundert und Sechtzig"
Unter den Assistenz-Figuren sind die Durchgänge für die Wallfahrer, die um den Altar herumgingen und ihre Gaben auf dem Altar legten
Im Antependium des Hochaltars ist -umgeben von Stuckmarmor mit Akanthusblättern und Blumen - in einem Kreis das Jesusmonogramm, die IHS-Zeichen zu sehen.

Antependium
Das Antependium wurde um das Jahr 1700 bemalt. Der Untergrund ist marmoriert eingefärbter Stuck (Scagliola).
  Hinweis: IHS das ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden:
- als die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu   (JHSOUS);
- als die Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" mit der Bedeutung: "Jesus, Erlöser der Menschen"

Renovierung des Altars 1954:
Bei der Renovierung hat Renovator Hans Mayrhofer am Hochaltar die alte ursprüngliche Tönung durch vorsichtiges Entfernen der damals bestehenden Ölmarmorierung wieder freigelegt und Fehlstellen mit Caseinfarben "eingestimmt". Der ganze Altar wurde mit Spritlack halbmatt lackiert und mit Wachs frottiert. Die Vergoldungen wurden aufpoliert. Die schöne Vorderseite der Mensa, das Antependium, wurde gereinigt. Kosten: 1460 DM.


Die Gruft unter dem Altar wurde von der Familie Viepeckh von 1659-1706 als Grabstätte benutzt. Zwei Haimhauser Schlossherren mit ihren Familienangehörigen sind in der Kirche bestattet: Johann Albrecht (1626-59) und Franz Albrecht (1659-87). Wie auf dem Epitaph vermerkt, befindet sich über der Tafel der wirkliche Totenschädel des Freiherrn Joh. Albrecht.




Ministranten-glocken
Die dreiarmigen Ministrantenglöckchen wurden um das Jahr 1900 hergestellt. Sie bestehen aus Messing. Die Glocken werden während der Messfeier von den Ministranten geläutet. Bei der Messfeier bis 1962 waren sie häufig im Einsatz. Sie machten auf den Beginn der Hauptteile der Messfeier aufmerksam. Außerdem läuteten sie während der Wandlung bei der Aufhebung der Hostie und des Kelches. Heute ist nur die letztgenannte Funktion geblieben.

 

Vortragekreuz im Altarraum

An der Südwand des Altarraums hängt ein großes Vortragekreuz aus dem 19.Jh. Das Besondere an diesem Kruzifix ist, dass die Füße einzeln an das Kreuz genagelt sind; es handelt sich somit um ein sog. Viernagelkreuz, das bis zur Zeit der Romanik (1300) und wieder im Historismus (ab 1850) der vorherrschende Typus war.

Vortragekreuz
19.Jh.
In der Gotik und im Barock/Rokoko wurden die Beine des Gekreuzigten nicht mehr nebeneinander, sondern übereinandergeschlagen wiedergegeben. Die Füße sind nur mit einem Nagel am Kreuz befestigt, daher heißt die Gestaltungsweise "Dreinageltypus".



Grabdenkmäler

Epitaph

An der Chornordwand sind auch noch die zwei 1684 vom Freiherrn Hanns Albrecht gestifteten schwarzen Grabdenkmäler in das Mauerwerk eingelassen (Höhe 77 cm, Breite 2x48 cm). Darüber liegt seit 1705 in einer kleinen Nische der Totenschädel des Stifters.

Der Text auf den Tafeln lautet:

 

Text auf der linken Tafel:
"Den 4.April A0. 1659 starb Hanns Albrecht v.und zu Haimbhausen, Herr der Herrsch.(aft) Kuttenplan. Der Churf(ürstlichen) Drl(Durchlaucht). in Bayrn gewester Rent-Meister und Truchsess. Ist alda begraben. Dieser Todtenkopf aus sein Grab genommen und alhero gesetzt worden.
Item ligt alda begraben Joa(nnes). Wolfg(ang). Herr v(on) und zu Haimbh(ausen),
der Churf(ürstlichen) Drl. in Bayrn gewester Hofrath, so vorhero AO 1630 verschiden.
Den 28.Juny AO.1685 starb Franz Ferdinand als ein Kind mit 2 Jahr.
Den 21.Sept. AO.1686 starb Felix Ant(on) als ein Kind mit einem Jahr
Den 13.Marty (=März) AO.1688 starb Max. Emanuel als ein Kind mit einen Jahr.
Den 27.May AO.1687 starb Franz Albrecht, Freyherr v. und zu Haimbh(ausen), der churf(ürstlichen) Durchlaucht in Bayrn Trucksess, Rath und Castner zu Aybling. Seines Alters 73 Jahr und hat die andere Hochzeit mit seiner Frauen erlebt. Ligt auch da begraben."

Text auf der rechten Tafel:
"Den 17.January AO. 1701 starb Marc(us) Joseph Graf v. Haimb(hausen) in 15.Jahr an den Kinds Pladern, ligt auch da begraben.
Den 25.Decemb. AO. 1706 starb Franz Xave(r) Graf v. Haimb. in 13.Jahr. Ligt auch da begraben. "


Der auf der Tafel zweitgenannte Johann Wolfgang, der 1630 verstorben ist, war ein Sohn des ersten Hofmarksherrn Theodor Viepeckh. Die im Kindesalter verstorbenen fünf Buben waren Söhne des Reichsgrafen Franz Ferdinand von und zu Haimhausen. Dessen Wappen ist unter der Tafel zu sehen. Da es sich bereits um das Reichsgrafenwappen handelt, wurde also wohl nach dem Tod der Kinder 1701/1706 angebracht (Franz Ferdinand wurde 1692 in den Reichsgrafenstand erhoben).
Das Wappen besteht aus vier Feldern und einem Herzschild. Jeweils zwei diagonal angeordnete Felder haben -seitenverkehrt- den gleichen Inhalt: Die gekrönten Adler links oben und rechts unten stellen den habsburgischen Reichsadler dar, weil die Grafen von Haimhausen seit 1692 ja Reichsgrafen waren. Mit den beiden Häusern wird symbolisch Haimhausen zum Ausdruck gebracht. Sie kamen 1615 ins Wappen, nachdem Theodor Viepeckh von Kaiser Mathias die Erlaubnis erhielt, den Namen Haimhausen zu führen. Im Herzschild wird eine junge Frau dargestellt, die ein Schwert in der Hand hält. Die Frauenfigur ist dem Stammwappen der Viepeckhs entnommen.

Wappen der Grafen von Haimhausen

Dass man einen echten Totenschädel in der Kirche ausstellt, war auch vor 300 Jahren schon ungewöhnlich. Jedenfalls meldete Pfarrer Michael Mörz (1696-1715) am 25.Juni 1705 an das Ordinariat, dass der damals herrschende Graf Franz Ferndinand über dem Epitaph an der Chorwand den "Todten Kopf vermuetlich seines Anherrns" aufstellen hat lassen. Er möchte den Schädel entfernen lassen, weil zu befürchten sei, dass das einfache Bauernvolk dazu verleitet werde, im Totenschädel eine Reliquie zu sehen und ihn zu verehren. Er schlage vor, den Kopf zu bestatten. Doch der Graf weigerte sich, den Totenkopf, der schon 18 Jahre lang offen auf dem Beichtstuhle gestanden habe, in das Beinhaus, den Totenkerker werfen zu lassen, "wo die Hundt und Kazen darein springen". Und so liegt der Schädel noch heute in der Nische.

Sakristei


Wasserbehälter/Lavabo
Die Sakristei ist ein schmaler, niedriger Anbau an der Nordseite des Chors mit kleinen Fenstern. Das gotische Sterngewölbe, mit dem er überdeck ist, weist auf eine frühe Bauzeit hin.
In der Sakristei hängt an der Wand ein kugeliger Wasserbehälter aus Kupfer mit kleinem Wasserhahn, auch Lavabo genannt (lat.= ich werde waschen). Im ihm wurde früher, als es noch keine Wasserleitung zur Kirche gab, das für die Messe benötigte Wasser aufbewahrt. Solche Behälter gab es in allen Kirchen. Heute sind nur noch wenige Geräte erhalten (z.B. Bergkirchen, Deutenhausen, Rumeltshausen)

Gotisches Gewölbe

 

Heiligenfiguren am Chorbogen

Unter dem Chorbogen stehen noch zwei große Heiligenfiguren auf Postamenten:

Links St. Augustinus im Bischofsornat mit Pallium und einem Buch als Zeichen für seine Eigenschaft als Kirchenlehrer in der Hand. An seiner rechten (!) Seite ein entflammtes Herz, das auf seine brennende Liebe zu Gott hindeutet.

St.Augustinus
Hinweis: Augustinus ist der bedeutendste der vier lateinischen Kirchenväter. Er wurde am 13.Nov.354 zu Tagaste in Numidien (Nordafrika) geboren. Auf allerlei Irrwegen gelangte er zum christlichen Glauben und wurde 387 vom hl. Ambrosius in Mailand getauft. 394 wurde er zum Bischof von Hippo bei Karthago geweiht. Durch seine zahlreichen Schriften entwickelte er sich zum geistigen Führer der abendländischen Kirche. Eine Stelle in seinem berühmtesten Buch "Confessiones/Bekenntnisse", in der seine feurige Gottesliebe zum Ausdruck kommt, verhalf ihm später zum Attribut eines flammenden Herzens.
Rechts St. Ambrosius, ebenfalls im Bischofsornat mit einem Buch (Kirchenlehrer) in der Hand.
  Hinweis: Der Heilige wurde 374 noch als Katechumene zum Bischof von Mailand geweiht. Hier zeigte er sich als hervorragender Seelsorger. Dem Staate gegenüber vertrat er die Selbststän-digkeit der Kirche. Auch für die Armen sorgte er mit hingebender Liebe. Von ihm sind zahlreiche Schriften überliefert. Ambrosius war Vorbild für Augustus. Er starb am 4.4.397 zu Mailand.

St.Ambrosius
In der Osterzeit steht vor der Kommunionbank die Figur des Auferstandenen aus dem 18.Jh.

Auferstandener
Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen ent-wickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wie-derum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der le-bend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzens-mann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen.




Kommunionbank

In der Kirche ist noch die alte Kommunionbank mit ihren balusterförmigen Säulchen zu sehen, die unter dem Chorbogen den Altarraum und das Kirchenschiff trennte.

frühere Kommunionbank
Die Kommunionbank ist klappbar. Neben dem Scharnier sind Schnitzereien mit Akanthusmotiven zu sehen.
 
Hinweis: Die Kommunionbänke entwickelten sich aus den Cancelli (lat.Gitter), den Altarschranken altchristlicher Kirchen, die den Gemeinderaum, d. h. das Kirchenschiff, vom Altarraum trennten. An diese Kommunionbank knieten sich früher die Gläubigen, die kommunizieren wollten. Der Priester reichte von der dem Altarraum zugewandten Seite der Kommunionbank die Hostie aus dem Kelch. Ein Ministrant hielt unter das Kinn des Gläubigen die Patene, um ein Herunterfallen der Hostie zu vermeiden. Im Rahmen der Liturgiereform um 1970 wurde die Kommunionbank in den meisten Kirchen abgebaut, um so eine Einheit zwischen dem Priester und der Gemeinde zu schaffen. Zudem ist nach herrschender Auffassung der Altar auch Tisch des österlichen Mahles; von ihm empfangen die Gläubigen die Kommunion.

 

Kirchenschiff / Langhaus

Das für eine Landkirche ungewöhnlich hohe Langhaus besitzt seit 1660 ein Muldengewölbe. Es ist eine in der Mitte flache, an den Rändern gewölbte Decke.
Sie besteht aus einer Holzbrettlage, die an den horizontalen Balken hängt. Darunter sind Schilfrohrmatten mit 2 mm starkem Draht befestigt. Auf die Schilfrohrlage wurde eine Kalkputzschicht angebracht, auf die Dieffenbrunner gemalt hat. 39)

Deckengemälde im Kirchenschiff

Das von Dieffenbrunner im Jahr 1761 (sign.) gemalte Fresko umfasst die gesamte Decke und gilt als eines seiner besten Werke. Es zählt zu den wichtigsten Leistungen des bayerischen Rokoko. Dies ist jedenfalls die Meinung der heutigen Kunstexperten. Noch im Jahr 1895 wurde das Gemälde in der Beschreibung der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern als "unbedeutendes Deckenfresko" eingestuft.

Kosten für das Gemälde betrugen 1632 Gulden und 57 Kreuzer. Dies ist ein hoher Betrag, der allerdings auch die Kosten für die Farbe enthält.

Es ist von einer architektonisch-ornamentalen Rahmenzone umgeben, die stark von der Deckenmalerei Bergmüllers in der Haimhauser Schloss-kapelle beeinflusst ist. Der das Fresko umgebende Stuckprofilrahmen ist grau und rosa gefärbt.
Im vorderen Teil der Rahmenzone befindet sich eine Schriftkartusche mit dem Text: "Beatam me dicent" / Es preisen mich selig (alle Geschlechter der Erde), der das Thema des Gemäldes noch einmal deutlich herausstellt.

Der Mittelteil des Gemäldes (siehe Bild rechts) stellt die von Engeln umgebene, auf der Erdkugel kniende Maria dar. Sie legt bei Gottvater und dem in Gestalt einer Taube darüber schwebenden Heiligen Geist Fürbitte für die Menschheit ein. Ihr linker Fuß sitzt auf einer Mond-sichel. Um die Erdkugel hat sich die Schlange aus dem Paradies mit dem Apfel im Maul gewickelt. Ein Engel hält eine Lilie, das Symbol der Rein-heit und Keuschheit. Ein weiterer Engel zu Füßen Mariens schüttet aus einer Perlschale bzw. einem Füllhorn Gaben für die Menschen herab. Bei den Gaben handelt es um geweihte Rosenkränze und Medaillen, ehedem wie heute beliebte Wallfahrtsdevotionalien. Sie sollen die Gnaden der Muttergottes versinnbildlichen.

Es fällt auf, dass die zweite göttliche Person (Jesus) nicht dargestellt ist; die Erhörung von Bitten der Mutter durch den Sohn gilt als selbstverständlich.

Die Menschen in den vier Ecken sind als Vertreter für die vier damals bekannten Erdteile zu sehen. Daneben ist auch die Tierwelt dieser Kontinente abgebildet, wenn auch in der Form etwas eigenwillig und in der Auswahl nicht immer treffend.

AfrikanerAmerikanerAsiatenEuropäer
Der Mittelteil des Deckenfreskos im Langhaus

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Die Europäer (links vorne zu Füßen Mariens) sind durch eine
reichgekleidete Frau mit Diadem symbolisiert. Sie weist mit der linken Hand auf die Kaiserkrone, die auf einem blauen Kissen vor ihr liegt. Hinter ihr stehen Bittflehende, die ihren Blick auf Maria gerichtet haben. Einer trägt in einer Schale die Herzen der Maria

Europäer
geweihten Menschen, ein Zeichen, das sich auf die Marienwallfahrer von Inhausen bezieht. Daneben steht Papst Clemens XIII. (1758 bis 1769), dessen Insignien, die Tiara (Papstkrone) und das dreifache Kreuz, von Klerikern gehalten werden. Im Hintergrund sieht man einen Rundtempel als Symbol der römischen Kirche. Im Vordergrund am Ufer liegen Schild, Helm und Schwert.
Die Tierwelt Europas wird durch Pferde und Hirsche vertreten.

Pferde u.Hirsche

Asiaten
Rechts die Asiaten, ebenfalls durch eine reichgekleidete Frau mit Turban und bekrönendem Halbmond symbolisiert. Sie steht auf einem kleinen Hügel, umgeben von Menschen mit Turban oder Sonnenschirm. Unten auf der Kante eines Steines hat der Maler das Datum der Fresken (Dieffenbrunner pinxit 1761) verewigt. Als asiatische Tiere sind Kamele zu sehen.

Kamel

Amerikaner
Die Amerikaner (hinten rechts) sind als dunkelhäutige, zum Teil halbnackte Menschen mit dem traditionellen Kopfschmuck der Indianer Mittel- und Südamerikas dargestellt. Ein Gewässer mit spanischen Galeonen stellt den Südatlantik dar, der Amerika von Afrika trennt.
Als typisch amerikanische Tiere galten für Dieffenbrunner der Alligator und das Nashorn (!).

Alligator u.Nashorn


Afrikaner

Die Afrikaner (hinten links) vor einer Palme tragen wallende Gewänder und Reiherfedern auf dem Kopf oder Spitzhüte. Eine Schale mit Perlmuscheln stellt den Reichtum Afrikas dar.
Die Tierwelt Afrikas wird durch den Elefanten vertreten.

Elefant
Auf einer Stufe in der Südostecke (vorne rechts) ist Dieffenbrunners Signatur angebracht: "JG Dieffenbrunner Pinxit. Ao 1761"

mehr zu Georg Dieffenbrunner...

Die Decke besteht aus einer Holzbrettlage, die an den horizontalen Balken hängt. Darunter sind Schilfrohrmatten mit 2 mm starkem Draht befestigt. Auf die Schilfrohrlage wurde eine Kalkputzschicht angebracht, auf die Dieffenbrunner gemalt hat.
39)

1954 wurde das Gemälde von Restaurator Hans Mayrhofer für 1700 DM renoviert. An den Regeneinbruchstellen befestigte er den porösen Mörtel wieder durch öfteres Fixieren mit Baritlösung. Er reinigte das ganze Gemälde mit destilliertem Wasser und fixierte es mit Baritwasser. Die Fehlstellen wurden mit Baritlasurfarben eingestimmt.

Bei der Renovierung im Jahr 1989 wurde die Decke des Langhauses befestigt und das stark beschädigte Fresko von Restaurator Anton Mack in seinem ursprünglichen Zustand wieder hergestellt (darunter Abnahme der Übermalungen durch Mayerhofer 1954). Die sich ablösende Malschicht wurde durch ein Einbringen von glasfaserverstärkten Epoxidharzdübeln und mit Kieselsäureester gefestigt. Dabei wurde ein Sicherungsgerüst (gespanntes Kunststoffmaschennetz) ca. 10 mm unter der Decke angebracht. Mack baute auch eine neue Entlüftungsanlage aus kleinen unauffälligen Lüftungsöffnungen ein, weil die Verwendung von Kalk-Kasein bei der Renovierung 1954 war zwar originalgetreu war, aber den Befall mit Fliegen, Spinnen, Mikroben, Pilzsporen und das Auftreten von Stockflecken begünstigt hatte.Um Wasserschäden und Eindringen von Flugschnee abzuwenden, hat man zwischen die Sparren Spannbahnen aus Segeltuch eingebracht. 39) Die Kosten beliefen sich auf DM 598.500 DM.

 

Seitenaltäre

Die beiden 1660 errichteten Seitenaltäre -wie der Hochaltar mit gesprengten Segmentgiebeln- stammen ebenfalls Georg Ellinger und Hans Taubmayr, die Figuren vom Bildhauer Paul Hörndle (auch Hiernle, Hirndl oder Hörnle genannt) aus Freising.
Die Altäre zeigen in ihrem oberen Teil zwei überaus zart empfundene Madonnendarstellungen.

Besondere Beachtung verdienen die sieben Engel unter dem verkröpften Gesims. Es handelt sich um Cheruben d.h. um geflügelte Engelsköpfchen oder Puttenköpfchen.

Fünf der sieben Engelsköpfe am rechten Seitenaltar
Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unter-scheiden, die Flügel trugen.
  Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind.


Linker Seitenaltar

Altaraufsatz

Für den Auszug (Aufsatz) des Altars hat Paul Hörndl die ausdrucksstarke schmerzhafte Muttergottes geschnitzt.


Mater dolorosa
Auf den gesprengten Segmentgiebeln zu beiden Seiten des Auszugsbildes sitzen Engel im Stil des 17.Jh. Der Auszug wird durch eine Strahlenscheibe gekrönt.
Mittelteil
Auf dem linken Seitenaltar ist in einem Gemälde die Heilige Familie dargestellt, deren Verehrung zur damaligen Zeit (1670) sehr verbreitet war und die eine ganz besondere Wertschätzung im Schloss Haimhausen genoss.

Heilige Familie
Doch die Darstellung ist neu. Nicht mehr der Weg nach Jerusalem ist dargestellt, wie auf vielen anderen Bilder dieser Zeit, sondern die Arbeit daheim in Nazareth. Josef arbeitet als Zimmermann, Maria flickt und Jesus spielt. Doch im oberen Bildteil bringen Engel schon ein Kreuz herbei, das an den Kreuzestod erinnern soll.
Assistenzfiguren

St.Martin
Als Assistenzfiguren stehen am linken Seitenaltar der hl. Martin in Bischofsornat mit einer Gans zu seinen Füßen links die hl. Barbara mit Kelch und Hostie in ihrer Hand.

Hinweis: St.Martin begegnete als Soldat hoch zu Ross am Stadttor von Amiens einem frierenden Bettler. Er schenkte ihm die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels. In der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus, mit dem Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte. St.Martin wurde gegen seinen Willen 371 auf Drängen des Volkes Bischof von Tours. Die Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten.

St.Barbara
 
Barbara
ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm).
Predellabild
In der Predella des linken Seitenaltars hat der Maler auf einem Holzbild die Anbetung des göttlichen Kindes durch die Hirten festgehalten (1670).

Maria ist in ein rotes Kleid und einen blauen Mantel gekleidet.Dies sind die traditionellen Marienfarben:

Hirten an der Krippe
Rot für die königliche Würde, blau als Zeichen der Kostbarkeit (die blaue Farbe wurde im Mittelalter aus Lapislazuli hergestellt). Maria präsentiert auf einem blauen Laken ihr Kind den Hirten, die mit einem Aus-druck des Erstaunens das Jesuskind betrachten. Josef steht neben Maria und beleuchtet mit einer Kerze die Szene.



Rechter Seitenaltar

Altaraufsatz
Der Auszug/Aufsatz des rechten Seitenaltars enthält eine ausdrucksvolles Vesperbild (Pieta). Die Mutter-gottes hält nach der Kreuzabnahme ihren toten Sohn auf dem Schoß. Der Leichnam Jesu ist nach leicht vorne gedreht, als wollte Maria ihn dem Betrachter zeigen. So werden auch alle fünf Wunden (an Händen, Füßen und der Seite) sichtbar.

Pieta
Die Krone wurde Maria wohl erst später aufgesetzt. Sie gehört nicht zum Bildtypus der Pieta.

..mehr zu Pieta -Darstellungen in den Kirchen des Landkreises...
Assistenzfiguren
Das Altarbild des rechten Seitenaltars zeigt die Familie der kleinen Maria mit ihren Eltern Joachim und Anna. Joachim sitzt, in kostbares Gewand gekleidet, auf einem Stuhl und hat ein geöffnetes Buch auf seinen Knien liegen. Ganz offensichtlich lehrt er Maria das Lesen.

Heilige Familie
Anna steht hinter Maria und weist mit der Hand nach oben, wo der Heilige Geist in Gestalt einer Taube schwebt und Engel einen Kranz mit Rosen bereit halten. Nach dem Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh waren Anna und Joachim die Eltern Marias und damit die Großeltern von Jesus. In der Bibel selbst sind Anna und Joachim nicht als Eltern Mariens erwähnt.
  Hinweis: Im 5. und 6. Jahrhundert wurden ihre Namen in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna.
Das Thema der Unterweisung Mariens in der Kunst des Lesens ist seit dem 14.Jh bekannt und war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und wendet das Wort auf Maria an. Die Kunst des Lesens beherrschten in früheren Zeiten nur wenige, meist vornehme Menschen. Dazu sollten auch Maria und ihre Eltern und gerechnet werden.

Links und rechts vom Altarbild stehen die beiden Volksheiligen Leonhard (links, mit Abtsstab, Buch und schütterem Haar) und Sebastian (rechts, mit einem Pfeil in jeder Hand).

St.Leonhard

Hinweise: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den "bayerischen Herrgott". Am Leonhardstag, dem 6. November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen.


St.Sebastian
 
  Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh. ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
Predellabild
In der Predella zeigt ein Holzbild die Anbetung des göttlichen Kindes durch die Heiligen Drei Könige. Noch im Stall von Bethlehem (im Hintergrund Ochs und Esel, die Sinnbilder für das Judentum und die Heidentum) präsentiert die sitzende Maria das Jesuskind den mit berittenem Gefolge angekommenen Dreikönige.

Anbetung der Weisen
Das Jesuskind sitzt auf Mariens Schoß. Seine rechte Hand ist segnend erhoben. Die linke Hand hält es dem ältesten der Weisen entgegen, der diese ehrfürchtig küsst. Er hat seine Krone abge-nommen und sie neben sich auf die Erde gelegt. Dahinter stehen der in wallende weiße Gewänder gehüllte schwarze Magier und der eine vielzacki-ge Königskrone tragen-de dritte König. Josef steht, sinnend auf den Stock gestützt, neben Maria.
  Im Hintergrund ist noch ein Teil einer Säule zu sehen. Wie passt die zum Stall von Bethlehem ? Nach einer mittelalterlichen Legende befand sich der Stall von Bethlehem nämlich in der Ruine des Palastes von König David. Der Gedanke möchte anschaulich machen, dass Christus, wie die Bibel sagt, aus dem Hause (Geschlecht) Davids stammt und daher selber König ist.

Hinweis: Die Bibel spricht nicht von Königen, sondern von Magiern (Sterndeutern) aus dem Morgenland. Die Zahl wird nicht genannt. In frühen Schriften ist von bis zu 12 Magiern die Rede; durchgesetzt hat sich aber die Zahl drei, nach der Anzahl der Geschenke. Diese Geschenke versinnbildlichen die Würden Christi: Gold=König, Weih-rauch=Gott, Myrrhe=Arzt, Tod, Erlösung. Ab dem 4.Jh, als das Weihnachtsfest eingeführt wurde, entstanden Legenden um die Herkunft der Magier. Zu Königen wurden sie erst um das Jahr 975 als ihnen die Künstler Kronen aufsetzten. Zur gleichen Zeit entstanden ihre Namen Kaspar, Melchior und Balthasar. Ab dem 12. Jh wurde einer schwarz dargestellt, weil sie die Bewohner der drei damals bekannten Erdteile und damit die ganze Welt symboli-sieren sollten. Einige Apokryphen schildern den Besuch der Magier zwei Jahre nach Jesu Geburt; deshalb wird das Kind manchmal schon etwas größer dargestellt. Die Myrrhe, der kostbare, bitter schmeckende Saft des Myrrhe-baumes wurde in der Antike wegen ihres aromatischen Geruchs hochgeschätzt. Die Myrrhe war Bestand-teil des Salböls, das zu Zeiten Jesu verwendet wurde und wird auch heute noch für Kosmetika verwendet.



Kanzel

Die etwa um 1720 entstandene spätbarocke Kanzel ist mit Bildern aus dem Leben Jesu geschmückt und reich verziert. Die Muschel ist bevorzugtes Dekorationsstück; dies zeigt schon den Übergang zum Rokoko.

Kanzel - 1720

Der Kanzelkorb ist nicht mehr polygon oder gerundet, wie es kurz vorher üblich war, sondern weist mit der quadratischen Grundlage und den drei Brüstungen auf die neue Stilform hin. Diese Seiten und Kanzel-rückwand (Dorsale) sind mit vier Darstellungen des Guten Hirten geschmückt.

An der Kanzelkonsole sind unter die Bilder Texte geschrieben:

   Bild an der
Kanzelrückwand
Bild an der Kanzeltüre:
Bild an der Westseite
Bild an der Nordseite (vorne):
Jesus als Guter Hirte mit einem Lamm auf seinen Schultern

Text unter dem Bild:
Ante eas vadit et omnes illu sequuntur
(Der Hirt) geht vor ihnen und sie folgen ihm

Text unter dem Bild:
Dat animam suam pro ovibus suis.
(Der Hirte) gibt sein Leben/Seele für die Schafe

Text unter dem Bild:
Non in solo pane sed in omni verbo Mtt 4
(Der Mensch lebt) nicht vom Brot allein sondern vor allem vom Wort (Gottes)
 
Hinweis: Die Darstellung des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern ist schon seit der Frühzeit des Christentums bekannt. Sie bezieht sich nicht auf das Gleichnis vom Guten Hirten, der sich schützend vor die Herde stellt und sein Leben für die Tiere einsetzt, sondern auf die Erzählung "vom verlorenen Schaf" (Lk 15, 3). Darin heißt es, dass sich Jesus über einen Sünder, der zur christlichen Gemeinde zurückfindet, mehr freut, als über 99 Gerechte. In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln.
Unter dem Schalldeckel der Kanzel ist eine Heilig-Geist-Taube befestigt.
Auf dem Schalldeckel steht, in höfischer Tracht, der Erzengel Michael; er hält eine Waage zur Abwägung des Guten und des Bösen in der einen, das Flammenschwert in der anderen Hand.
Die Figur hing jedenfalls noch bis 1950 über dem Chorbogen. Denn damals monierte das Landesamt für Denkmalspflege den Standort und verlangte die Verlegung auf den Kanzeldeckel.

St.Michael
mit der Seelenwaage
Flammenschwert ist die Bezeichnung für ein Schwert, dessen Klinge gewellte (geflammte) Schneiden hat. Man nimmt an, dass die Wiederbelebung der Wall-fahrt so um das Jahr 1715, als Papst Clemens XI. (1700 bis 1721) der Kirche einen vollkommenen Ablass verlieh, eine Kanzel notwendig gemacht hat.
 
Hinweis: Der Erzengel Michael war nach der Überlieferung häufig mit der Heilsgeschichte der Menschen verbunden. Er stürzte - schon vor Beginn der Schöpfung - den Luzifer und trieb Adam und Eva mit dem Schwert aus dem Paradies. Michael gilt auch als einer der drei Männer, die Abraham besuchten, er hinderte Abraham, den Isaak zu töten, rang mit Jakob und teilte das Rote Meer beim Auszug aus Ägypten. Michael hält die Seelenwaage und empfängt die Seligen im Paradies, so wie Petrus an der Himmelspforte.



Kreuzigungsgruppe

  
Kanzelkreuz u. Mater dolorosal
Gegenüber der Kanzel hängt auf der Nordseite das sog. Kanzelkreuz. Das Kruzifix stammt aus dem 18.Jh. Unter dem Kreuz steht die Figur der schmerzhaften Muttergottes (Mater dolorosa). Die Maria trägt auf dem Haupt eine große goldene Krone; ihre Hände hat sie über der Brust gekreuzt. Das sonst übliche Schwert in der Brust fehlt.
  Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.


Apostelleuchter und Apostelkreuze

An den Wänden des Kirchenschiffs sind die Apostelleuchter angebracht. Die Apostelkreuze an der Wand, an denen die Leuchter angebracht sind, sind in Stuck ausgebildet.

An zwei Stellen wurden auch die früheren Apostelkreuze unter einer Putzschicht freigelegt. Sie zeigen eine segnende Hand vor einem Kreuz.
 
Apostelkreuze
neu und alt
  Hinweis: Apostelkreuze sind von alters her von einem Kreis umgeben (Nimbuskreuz).
Diese Kreuze sind an den Stellen angebracht, an denen die Kirche bei ihrer Weihe mit Chrisam gesalbt worden ist. Am Kirchweihfest oder bei anderen hohen Festen werden die Apostelkerzen aufgesteckt und angezündet. Die Apostelkreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.

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Opferstock

Der kleine schmiedeeiserne Opferstock neben der Eingangstüre stammt aus dem 19.Jh. Wenn Sie noch weitere Opferstöcke aus den Landkreiskirchen sehen möchten, klicken Sie hier....

Opferstock

Die Kirche hat wegen des wertvollen Deckengemäl-des keine von oben herabhängenden Beleuchtungs-körper. Für das notwendige Licht für die Kirchen-besucher sorgen zwei größere Lampen an den Kirchenbänken, die das Aussehen von Straßen-laternen haben. (siehe Bild links).

Kirchenbänke
Die Kirchenbänke sind in drei Blöcke gegliedert. Vorne fünf durchgehende Reihen, hinten vier Reihen mit einem Mittelgang. In die letzte Reihe des vor-deren Blocks sind die Jahreszah-len 1670, 1772 und 1851 geschnitzt. Die Kirchenbank-Wangen im Roko-kostil stammen aus dem Jahr 1765.

Kirchenbank

Das Muster ähnelt dem in der Sulzemooser Kirche.

  Eine Bankheizung ist wegen des wertvollen Deckengemäldes nicht vorhanden; 1983 wurden aber Leerrohre im Boden verlegt. 39)
Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst eine Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottes-dienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Ge-meinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. wurden zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt; beim Sitzen ist der Zuhörer aufmerksamer, geduldiger und ruhiger. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten.



Beichtstuhl


Beichtstuhl 
An der Nordseite des Kirchenschiffs steht ein gut erhaltener dreiteiliger Beichtstuhl aus der 2.Hälfte des 19.Jh im klassizistischen Stil.
Der mit einem Kreuz geschmückte dreieckige Aufsatz enthält als Relief geschnitzte Blumen. An zentraler Stelle ist eine Rose zu sehen, die im Zusammenhang mit dem Beichtgeheimnis eine besondere Bedeutung hat.

Rosi am Beichtstuhl
  Hinweis: In der Antike war man der Ansicht, dass Rosen die Wirkung des Weines abschwächten und davor bewahrten, Geheimnisse zu verraten. Die Rose galt deshalb als Symbol der Verschwiegenheit, lat. "sub rosa" (unter der Rose, d. h. unter dem Siegel der Verschwiegenheit). In diesem Sinn sind die als Dekor geschnitzten Rosetten und Rosen alter Beichtstühle zu deuten. In der Blumensymbolik bedeuten rote Rosen eine Liebes-erklärung. Pfingstrosen werden in der Dichtung als Rosen ohne Dornen gepriesen.

Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beicht-vaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück.


Alte Fresken

Früher waren nicht nur die Decke, sondern auch die Wände der Kirche mit Gemälden geschmückt. Bei der letzten Renovierung wurden einige Stellen an den Kirchenschiff-Wänden freigelegt. Dabei kamen Freskomalereien zum Vorschein.
 

 

Epitaphe

Die in der Rückwand der Kirche eingemauerten Grabtafeln (Epitaphe) der früheren Benefiziaten von Inhausen wurden 1973 renoviert. In fast allen Epitaphen ist ein Kelch als Zeichen für die Priesterwürde der Verstorbenen eingraviert.


von 1600

von 1659

von 1684

von 1747

von 1730

von 1730

von 1736

von 1778

von 1782

von 1786

von 1809

- Epitaph von ca. 1600 für eine Frau (Hier liegt begraben die edle ..) Name nicht leserlich, unten ein stark verwittertes Wappen
- Epitaph von 1659 für Hans Albrecht von und zu Haimbhausen (Text siehe Bildvergrößerung)
- Epitaph von 1684 für Benefiziat Michael Schranch. Kalksandstein.
- Epitaph von 1747 für Benefiziat Jakob Daimer, 67 Jahre alt.
- Epitaph von 1730 für Johannes Sebastian Hormayr, 50 Jahre alt.
- Epitaph von 1730 für Curat Anton Pacher, 66 Jahre alt
- Epitaph von 1736 für Balthasar Friebeis, 69 Jahre alt (Text im Totenbuch siehe Bildvergrößerung)
- Epitaph von 1778 für Nikolaus Paxner, 83 Jahre alt
- Epitaph von 1782 für Franz Gswendinger, 59 Jahre alt
- Epitaph von 1786 für Joseph Götl, 58 Jahre alt
- Epitaph von 1809 für Michael Schreib, 57 Jahre alt

  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.




Doppelempore
Die Kirche ist im Verhältnis zur Grundfläche sehr hoch. Nur so ist genügend Raum für eine Doppelempore mit Bänken für Besucher im 1.Stock und der Orgel im oberen Stockwerk. Der Zugang zur Empore liegt aber nicht im kurzen Kirchenraum, sondern im ersten Stockwerk des Turms. Der Weg dorthin über eine steile, ausgetretene Treppe und durch die massive Holztüre (siehe rechts) mutet noch recht mittelalterlich an. Die Türe könnte noch aus dem Jahr 1858 stammen, als beide Türen (aus Fichtenholz) vom Turm zum Kirchenschiff unten und oben mitsamt den Beschlägen neu erstellt wurden.
  Stiege zur Empore

Orgel

In Inhausen gab es schon vor 1900 eine Orgel.
Sie wurde 1830/31 durch den Burghausener Orgelmacher und Mechaniker Florian Unterholzner für 34 Gulden renoviert. Unterholzener wurde 1791 in Niedertrennbach geboren und starb 1847 Burghausen um 1847.
17)
Heuge steht auf der Doppelempore die einmanualige Orgel mit sechs Registern und Pedalwindlade in ihrem weiß-goldenen Rokoko-Gehäuse. "Das wahre Schmuck-kästchen" wurde 1735 von Quirin Weber aus Dachau für die Pfarrkirche in Haimhausen erstellt, 1796 repariert und im Jahr 1900 als dort eine neue Orgel beschafft worden war, nach Inhausen gebracht.
Der Orgelprospekt ist in gebrochenem Weiß bemalt. Architrav, Friese und Füllungen sind dem Kirchenraum entsprechend leicht farbig abgefasst. Alles ist mit transparentem Lack überzogen. Die Schleierbretter im Rokokostil ist glanzvergoldet.
39)

1982 wurde zunächst eine Restaurierung der Barockorgel durch Firma Nenninger einschließlich des Prospekts (Firma Stachl) für rund 40000.-DM durchgeführt, wobei bei Orgelwerk ein Rückbau auf den barocken Zustand intendiert wurde.

  Disposition der originalen Weber-Orgel von 1735 (nach Brenninger-Stand 1975):
Manual (C-c''', 45): Gedackt 8', Gamba 8' (später hinzugefügt), Principal 4', Flöte 4', Octav 2', Quint 1 1/3
Pedal (C-a,kurz)   :Subbaß 16'(später hinzugefügt).
Wenn Sie sich für Orgelgehäuse interessieren und vergleichen möchten, sollten Sie hier klicken...

  Hinweis: Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.


Portal

Das Eingangsportal an der Nordwestseite stammt aus der Erbauungszeit und ist somit noch spät-gotisch. Es ist durch ein Vorhaus vor Witterungs-einflüssen geschützt. Die Türe stammt aus dem 19.Jh und ist mit neugotischen Ornamenten verziert.
  
An der Innenseite der Türe ist noch das schöne alte Türschloss mit den Beschlägen als Verzierung erhalten. Seit 1983 wird die Kirche durch ein modernes Schloss mit Alarmanlage gesichert.


An der Eingangstüre ist ein Weihwasserbecken aus Rotmarmor in Muschelform angebracht. Diese Form ist auch von einigen anderen Kirchen bekannt.
Wenn Sie sich für andere Weihwasserbecken in den Kirchen des Landkreises interessieren, klicken Sie hier...

Früher kamen viele Wallfahrer und Teilnehmer von Bittgängen aus mehreren Pfarreien nach Inhausen (u.a. aus Fürholzen, Ampermoching, Röhrmoos, Sittenbach und Vierkirchen). Wallfahrten nach Inhausen gibt es heute keine mehr. Aber an Ostern machen sich alljährlich Gläubige aus den Pfarreien in Lohhof und Oberschleißheim auf den Emmausgang nach Inhausen.
Die Gottesdienstordung finden Sie hier...

Hans Schertl



Quellen:
01) Michael Wening, "Historico-topographica descriptio Bavariae", Band 1, 1701
02) Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis 1815 (erledigtes Beneficium)
03) Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis 1818 (neuer Benefiziat)
04) Eisenmann/Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, 1831 (Statistik)
05) Johann Nepomuk Buchinger, Geschichtliche Nachrichten über die ehmalige Grafschaft u. das Landgericht Dachau,1844 (Stat)
06) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
07) Dr.Joachim Sighart, Von München nach Landshut: Ein Eisenbahnbüchlein, 1859
08) Heyberger,Schmitt,Wachter, Topografisch-statistisches Handbuch d.Konigreichs Bayern,1868, (Statistik)
09) Schematismus der Erzdiözese München und Freising, 5.Decanat Dachau, 1868 (Statistik)
10) Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
11) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
12) Hugo Straßer, "Nova et vetera de parochia Haimbhusiaria", 1901
13) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 1030)
14) Dr. M. Hartig, Die Kirchen des Dekanats Dachau, 1938
15) Jakob Mois,Geschichtliche Notizen über einige Kirchen im Landkreis Dachau, ca.1950, unveröffentlicht (1660)
16) Max Spindler, Historischer Atlas von Bayern, 1958
17) Georg Brenninger, Orgelbauer aus dem Altöttinger Raum; Oettinger Land 2, 1982, S. 161f
      Unterholzner baute Werke in Dornach, Wasserburg/Spitalkirche, Erlstätt, Otting, Kirchweidach u. Eggstätt
18) Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
19) Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen und Adelsgräber - Denkmalpflegerische Aufgaben,1975, ZBLG 38, S.1142-1158 (UrkNr)
20) Max Gruber, Kistler, Schreiner u.Drechsler aus dem Amperland, Amperl 1975-S.91 (Taubmayr)
21) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
22) Heinrich u.Margarete Schmidt, Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 1981 (Pieta 5 Wunden)
23) Max Gruber, Im Dachauer Land wirkende Bildhauer, Amperland 1982/1
24) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Steger)
25) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
26) Jakob Mois, Joh.Georg Dieffenbrunner, 1986
27) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
28) Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes 1991
29) Markus Bogner, Chronik von Haimhausen, 1991 (Steintafel vor Altar)
30) Georg Brenninger, Freisinger Künstler und Kunsthandwerker vor 1800
     Georg Ellinger stammte angeblich aus Tüssling, erhielt 1654 das Bürgerrecht und verheiratete sich 1657 in Freising.
     Kurz danach dürfte er nach Moosburg gezogen sein.
31) Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland,1996
32) Dr. Lothar Altmann, Barocke Deckenmalerei im Landkreis Dachau, Amperland 1998/3
33) Hans Schnell und Karl Wilhelm, Die Glocken der Pfarrei Haimhausen, 2002
34) Madonna, Das Bild der Muttergottes, Ausstellungskatalog Freising, 2003 (Choraltarmadonna)
35)
36) Ausstellung 400 Jahres Schlossareal Haimhausen, 2006
37) Künstler in Haimhausen im Barock und Rokoko, Ausstellung 2014 (Conrad Eberhard)
38) Markus Bogner, Aus der Geschichte der Ortsteile von Haimhausen, 1974
39) Sabine John/Dr.Stefan Nadler, Dokumentation zu Bau-, Ausstattungs- und Restaurierungsgeschichte, 2017
40) Dendrochronologisches Labor Veronika Siebenlist-Kerner, Bad Birnbach vom 20.9.1989
    Eindeutig ist die Datierung von vier Proben vom Chor. Bei dreien ist die Fällung im Herbst/ Winter 1659/60 erfolgt, bei
    einer im Frühjahr 1660.
41) Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 6, S. 364


90 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

13.12.2017

Schriftverkehr über die Renovierung 1660
von Jakob Mois

I. Gesuch des Pfarrers an das Ordinariat Freising, praes. am 22.3.1660
Laut Bericht des Pfarrers Johann Krauthover von Haimhausen (an das Ordinariat) haben seit nunmehr etlichen Jahren " in der Weitte und nahenten orthen, Hoch und niedern standts Persohnen ein sonderbare affection" gegen das im Choraltar zu Inhausen aufgestellte Muttergottesbild gezeigt, "das hierauß der algemeinen mainung nach erscheint, dises vor ein Miraculos bilt zehalten". Da "solches unbezweifelte Miraculos bilt" in einem schlechten Choraltar nicht würdig untergebracht sei und auch die beiden Seitenaltäre baufällig sind, habe der Hofmarksherr Franz Albrecht von und zu Haimhausen sich entschlossen, das Gotteshaus zu besserem Ansehen zu bringen:
1. der Chor, in welchem das Gnadenbild steht, sei bloß 18 Schuh hoch und soll auf 27 Schuh erhöht werden; ein neuer schöner
   Choraltar soll darin Platz finden, in dessen Mitte das "Miraculos bilt" gesetzt werden wir, rings herum aber die 15 Geheimnisse
   des Rosenkranzes "gar schön von khupfer, versilbert und in schwarz baisten (=gebeiztem) Holz (vom Grafen gestiftet);
   außerdem soll der Altar, neben anderen Cirata mit 2 großgeschnitzten biltern als S.Joannes und S.Franciscus" versehen
   werden.
     Originaltexte: 39)
"1.° den Chor alwo das Miraculos bilt stehet vnd derZeit bloß von der Erden 18 schuech hoch vf 27 zuerhehern, aldahin einen schönen Chor Altar vnd in die Mitte dess vilbedeuttes Miraculos bilt vnser Lieben Frauen zesözen, rings herumb mit den 15 gehaimbnußen des Leidens Christi vnd anderm zubesözen, alsdan neben andern Cirata mit 2 großgeschnizten biltern als S: Joannes vnd St: Franciscus zuuersechen
2. der rechte Seitenaltar soll "mit einem gemalten stuckh St. Joseph und Maria auch Jesum" geziert werden.
  2.° rechter Handt ein seiten altar mit einem gemallenen stuckh St: Joseph vnd Maria auch Jesum vnd
3. der linke Seitenaltar "auch gemallner Joachim, Anna und Maria" bekommen.
  3.° vf linkher seiten auch gemallner Joachim Anna vnd Maria machen zlassen."

Die Handwerksleute hätten bereits die nötigen Visiere gemacht und der Überschlag belaufe sich auf 1114 fl 42 x.- dazu gebe Herr Franz Albrecht v.Haimhausen 600 fl. und wolle dem Chor "mit Märmlstain" (= Marmor) auspflastern und das Mariengnadenbild mit versilberten getriebenen Kupferreliefs mit Darstellungen der 15 marianischen Rosenkranz-Geheimnisse umgeben lassen. lassen. - Über der Sakristei aber soll ein Oratorium für die verwitwete Frau Kurfürstin gebaut werden, da diese (von Schleißheim aus) das Gotteshaus öfter besuche und dort ihre Andacht ungestört verrichten könnte.

II. Antwort des Ordinariats vom 10.Mai 1660
In der Antwort des Ordinariats vom 10.Mai 1660 wird die Anschaffung der 3 Altäre zwar genehmigt, doch bekam der Pfarrer einen strengen Verweis, weil die Altäre - wie das Ordinariat von anderer Seite erfahren hatte - bereits angefertigt waren, bevor um die Lizenz eingegeben worden war. Auch die Erweiterung des Chores und das Oratorium wurden gestattet.
Jedoch die erbetenen Baumstämme aus der Hochstiftswaldung von Ottenburg bekam der Pfarrer nicht, denn durch einen großen Brand in Ismaning musste das Holz den dortigen Untertanen zur Wendung der großten Not verabreicht werden.
  Hinweise. Es scheint dann aus dem Umbau des Chors doch nichts geworden zu sein, denn der gotische Chor in Inhausen steht noch heute unverändert.
Aber das Oratorium wurde eingebaut. Zudem wurde außen am Chor eine ansehnlich Treppe errichtet, über die die Hofmarksherren und ihr Gefolge das Oratorium an der Nordseite des Altarraums erreichen konnte ohne gemeinsam mit den einfachen Leuten die Kirche betreten zu müssen. Auch durch die Sakristei wollten sie nicht zu ihren Plätze gehen, sondern einen unkontrollierten und unbeobachteten Zugang haben. Im nebenstehenden Kupferstich, den Michael Wening um 1700 erstellt hat, ist die Treppe gut zu erkennen. (siehe rechts). Sie ist heute nicht mehr vorhanden.

Das Oratorium hat man also gebaut, im übrigen den Altarraum nicht verändert. Die Altäre aber wurden aufgestellt und auch den "Kostenüberschlag" sowie die ausführenden Künstler und Handwerker erfahren wir:
"Maler: Geörgen Ellinger, burger und Maller zu Mospurg der Visier gemeß von den 3 Altärn gemachten geding nach 413 fl
Bildthauer: Paullusen Hörndle, burger und Bilthauer zu Freysing von disen 3 altärn dem geding nach 180 fl.
Khistler: Hannsen Taubmayr. Burger und Khistler zu gedachtem Freysing auch von beriehrten 3 Altärn vermög gedings 150 fl.

 

Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns 1895

Mit der Kirche in Inhausen befasste sich auch das Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns, das Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Im Bericht heißt es:
 

Architektur: "Kirche spätgotische Anlage: am Aeusseren erhalten, das Innere 1761 umgestaltet. Einschiffig; Chor eingezogen, zwei Langjoche und Schluss in drei Achteckseiten (ursprünglich ein Langjoch und fünf Achteckseiten). Sakristei an der Nordseite des Chores ein späterer Anbau. Thurm an der Westseite. Das Langhaus mit einem Spiegelgewölbe, der Chor mit einem Tonnengewölbe und mit Stichkappen bedeckt. Am Aeusseren schlanke Stützpfeiler. Der Thurm ist in seinem unteren Theil quadratisch - auf ein glattes Untergeschoss folgt ein zweites, welches auf den freistehenden Seiten je vier zu zweien übereinanderstehende Flachnischen, die unteren mit Eselsrücken, die oberen mit nach einwärts gekrümmten Bogenlinien geschlossen hat - in seinem oberen Theil achteckig. Acht Giebel und Spitzdach. Gothisches, sehr einfaches Nordportal von einem (späteren) Vorzeichen theilweise bedeckt. Südportal vermauert".
Ausstattung: "Das unbedeutende Deckenfresko stellt dar, wie die Erdtheile der Himmelskönigin huldigen bez. Tieffenbrunner 1761. Choraltar von ca. 1670. Rings um die Nische des modernen Madonnenbildes sind 15 in Silber getriebene oben halbrunde Tafeln gruppirt, 15 Rosenkranzgeheimnisse darstellend. Um 1670. Gut. H. 35 br.35,5 cm (mit Rahmen h.55, br.45 cm).
Seitenaltäre einfach, gut. Innen an der Nordwand des Chores einfacher Grabstein des Hanns Albrecht Buttler von und zu Haimhausen +4.April 1659 H.77, br.48 cm.
In der Sakristei: Kelch, Silber mit grossen Blumen verziert, von 1692. Kelch, Silber, mit Band- und Pflanzenwerk verziert; Augsburger Arbeit; Marke IL. (Johannes Lincker oder Johannes Lauterer oder Jakob Lutz). Ampel, Silber, durchbrochen, mit großen Blumen verziert, um 1700."

Gutachten des Generalkonservatoriums in München
über den Zustand der Kirche in Inhausen
vom 26.4.1913
39)

Generalkonservatorium an Kirchenverwaltung Inhausen:

"Die ursprünglich gotische Anlage der Kirche hat sich am Äußeren größtenteils erhalten, während das Innere 1761 umgestaltet wurde. Das Interieur ist im Wechsel des Geschmackes der einzelnen Stilperioden interessant: Altäre aus der 2ten Hälfte des 17. Jahrhunderts in dem Reichtum ihrer Figuren charakteristisch u. im Aufbau gut gelöst. Hochaltarantependium in Gips??, vermutlich vom beginnenden 18. Jahrhundert, Kanzel aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ?? , Kanzelstiege dagegen Rococo, 1761. Die zierliche Dekorationsmanier des frühen Rococo zeigt dann ferner noch das niedliche Gehäuse der Orgel. Die auf hoher Hohlkehle ruhende Decke des Langhauses schmückt ein einziges großes Deckenbild, von stuckimitierenden Dekorationen umgeben, darstellend die Verherrlichung Mariens durch die Erdteile, eine flott gelöste Illustration zu dem Psalmvers: Beatam me dicerent omnes generationes; bezeichnet Tiefenbrunner Ao. 1761. Am Chorgewölbe umgibt wiederum farbimitierende Muschelwerkmalerei, grau in grau, auf Rosagrund, in den Stichkappen das Bild 'Moses an dem brennenden Dornbusch' auf dem Gewölbescheitel. (Näheres über die Kirche s. Kunstdenkmäler Oberbayerns, S. 303).

Eine Innenrestauration dieser schönen Kirche wäre sehr wünschenswert. Diese Renovierung sollte sich in erster Linie auf das große Langhausdeckenbild erstrecken, welches an manchen Stellen Schäden aufweist. Ob einzelne Schäden von vorigem schlechtem Dachzustand herrühren, wäre zu untersuchen. Die Restauration der Altäre u. sonstigen Einrichtungsgegen-stände kann sich vermutlich an verschiedenen Partien auf Reinigung beschränken. Alle Wandflächen wären rein kalkweiß zu tünchen. Die Renovierung der Gemälde an der Langhausdecke u. jene am Chorgewölbe sollte nur von einer tüchtigen, mit solchen Arbeiten vertrauten Kraft erfolgen. Notwendig erscheint dann auch die Beschaffung eines neuen Tabernakels für den Hochaltar anstelle der gegenwärtigen, ?dengotischen, sehr unschönen u. auch liturgisch ungeeigneten Anlage.

Freilich würden nach einer sachgemäßen Innenrestauration die bunten Tapetenfenster u. die unschönen Fenster im Chor noch mehr stören als jetzt. Es wäre daher sehr angezeigt, wenn mit der seinerzeitigen Gesamtrestauration im Innern diese Fenster entfernt u. an ihre Stelle einfache Blankverglasung mit rheinischem oder Antikglas in Sechseck- oder Rundverbleiung kämen. Nur auf diese Weise wird die ursprüngliche Stimmung im Interieur wieder erlangt werden, u. nur dann wird auch die schöne im Laufe der auf die Erbauung folgenden Jahrhunderte zum Schmucke des Innern beschaffte Ausstattung in den Gemälden u. Einrichtungsgegenständen zu ihrer vollen Geltung gelangen.
Wenn einmal an die Innenrestauration dieser Kirche, die Vor??en besitzt, gegangen wird, wolle uns zuvor noch Mitteilung gemacht werden, damit wir uns bezüglich der Kostenanschläge, der geeigneten Kräfte etc. äußern können..."

Renovierung der Kirche ab 1949 39)

Schriftverkehr mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Landratsamt sowie Handwerkerrechnungen


07.07.1949: Schreiben des Pfarramts an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege
  "Infolge der Einwirkungen des Krieges und ganz besonders durch das Unwetter des Jahres 1946 wurde das Dach der Filialkirche in Inhausen so schwer beschädigt, daß bei starkem Regen das Wasser in das Innere der Kirche dringt und für das Deckengemälde eine Gefahr wird. Bereits ... 1939 war eine Neubedachung eingeleitet, konnte aber der Zeitverhältnisse wegen, damals nicht mehr ausgeführt werden. ... Es müßte eine Neubedachung vorgenommen werden. Das bisherige Dach der Kirche besteht aus Mönch - Nonnen Ziegeln. ... Das zur Neueinlattung nötige Holz ist bereits vorhanden. ..."

16.07.1949: Antwort des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege
 

"Die beabsichtigte Entfernung des Mönch- Nonnendaches wäre für das Bauwerk ein ganz großer Verlust, der unter allen Umständen vermieden werden muß. Die Neueindeckung mit Biberschwänzen, die zwar unter dem Drang der Verhältnisse durch Reg. Entschließung schon einmal genehmigt war, ist glücklicherweise bisher unterblieben. Sie wäre heute nicht mehr zu rechtfertigen, da das benötigte Ziegelmaterial wieder hergestellt wird. Wir nennen Ihnen zum Bezug die Firma Schätz in Neuötting. Das Dach ist wohl stellenweise sehr defekt; wir glauben aber doch, daß noch große Partien erhalten werden können. Bei ordnungsgemäßer Verlegung im Kalkmörtel ist das Dach für sehr lange Zeit wieder gesichert. Die Verschieferung der Turmspitze, die im 19. Jahrhundert erfolgte, hat dem Turm seine ganze Schönheit genommen. Die alte Schindeleindeckung soll noch darunter liegen; sie hätte damals nur ausgebessert werden sollen.
Dringend erforderlich ist auch die Erneuerung der Fenster. Dabei sind die ohnehin defekten farbigen Scheiben, die neben anderen unerfreulichen Dingen das 19. Jahrhundert hereinbrachte, zu entfernen und durch Sechseckverbleiung (stehend) unter Verwendung von Antikglas weiß zu ersetzen. (Muster hinter dem Choraltar). Wir würden wünschen, daß sich dann eine Innenrestaurierung anschließen würde, um die nicht viel besuchte Wallfahrtskirche, die heute heruntergekommen aussieht, in einen würdigen Stand zu versetzen. ..." Dringender Rat, die Arbeiten noch vor Eintritt des Winters durchzuführen da die Fresken schon empfindlich gelitten haben."

ergänzendes Schreiben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege vom 20.7.1949 an das Pfarramt:
"Angebot von Mönch-Nonne-Ziegeln zu Werkspreisen. "Die Konstruktion der Ziegel ermöglichen es, daß sie auch noch angebunden werden können. Im Notfall wäre also auch eine provisorische Umlegung ohne Kalkmörtel möglich. Die Ziegel sind künstlich gerauht, sodaß Patina anwächst."

03.08.1949:   Kostenvoranschlag des Glasermeisters Julius Brendle aus Lohhof über Reparatur der Kirchenfenster in sechseckiger
                   Bleiverglasung mit Neuantikglas weiß in stehenden Reihen (5,23 qm Neuglas) über DM 3006.- für acht Fenster.

08.08.1949:   Kostenvoranschlag der Schlosserei Anton Bredl über DM 609,10 für Erneuerung der Dachrinnen aus verzinktem
                   Eisenblech.

19.08.1949:  Schreiben des Pfarramts Haimhausen an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege:
  Am 1.9. beginnen die Arbeiten in Inhausen. Erneuerung des Daches nach Anweisung des BLfD in Mönch-Nonne-Deckung. Auch die stark beschädigten Dachrinnen und Ablaufrohre müssen erneuert werden. "Die Kirchenfenster rechts vom Hauptaltar können mit den zur Zeit vorhandenen Mitteln ebenfalls erneuert werden und zwar durch Sechseckverbleiung (stehend) unter Verwendung von Antikglas weiß. ..." Bitte um Prüfung der drei Kostenvoranschläge."

19.08.1949:  Kostenvoranschlag des Maurermeisters Josef Kopfmüller aus Jarzt:
 

"369 qm Preisel ausbeßern bzw. neu aufmörteln DM 1660,05 für Gerüst an- und abfahren sowie aufstellen DM 120,00 Sa. DM 1780,05 1. Die fehlenden Preisel sind von der Kirchenverwaltung zu liefern. 2. Bei obigen Preis ist sämtliches Material wie Sand, Zement, Kalk sowie Stellen des Gerüstes mit inbegriffen ..."

29.08.1949: Schreiben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege:
 

"Unter den Materialien, die der Voranschlag von Josef Kopfmüller aufführt, befindet sich Zement. Es ist zu vermuten, daß er für das Aufmörteln der Mönch- und Nonnenziegel in reinem Zement oder in Kalkmörtel mit Zementbeimischung gedacht ist. Da das zu Schwundspannungen führen kann, wodurch das Ziegelmaterial häufig reißt, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nur reiner Kalkmörtel verwendet werden darf."

20.09.1949:  Kostenvoranschlag des Maurermeisters Josef Wallner aus Ottershausen:
 

"1) Gerüstaufstellen beiderseits 180.-
2) Die alten Mönch u. Nonnen abnehmen (Nordseite) reinigen u. lagern im Dachspeicher 170 qm 255.-
3) Auflatten der vorhandenen Dachlatten mit liefern der Nägel 544 lfdm 108,80
4) Setzen der vorhandenen neuen Mönch u. Nonnen mit liefern des Materials 170 qm 1105.-
5) Südseite ausbessern mit vorhandenen alten Mönch u. Nonnen 170 qm 680.-
6) Presbyterium: Das Dach Ausbessern u. setzen der abgehenden Firstziegel pauschal 120.-
Summe 2448,80 DM"
Die Arbeiten wurden in den Inhausener Kirchenrechnungen 1948/49 und 1949/50 abgerechnet.

13.10.1949: Genehmigung der Regierung von Oberbayern zur Durchführung von Instandsetzungsmaßnahmen an der Kirche Inhausen:
 

"Genehmigt wurde im Einverständnis mit dem Ordinariat und dem BLfD die Instandsetzung des Daches und die Erneuerung der Dachrinnen sowie der durch Kriegseinwirkung beschädigten Fenster der Kirche.
"Das Landesamt für Denkmalpflege macht besonders darauf aufmerksam, daß zur Verlegung der Mönch- und Nonnenziegel nur reiner Kalkmörtel (allenfalls unter Beigabe von Kuhhaar aus Sumpfkalk und gewaschenem Sand, ohne Zementbeigabe, zur Verwendung kommen darf, wenn nicht unerfreuliche Schwundspannung auftreten sollen. Wegen der Fenster bemerkte das Landesamt für Denkmalpflege, daß sich die ursprünglich vorgeschlagene Rechteckform der Verglasung lediglich auf die damals vorgesehene Notlösung mit Farbglas bezog. (...)"."

15.10.1949: Schreiben der Regierung von Oberbayern an das Landratsamt Dachau:
 

"Entschließung: Instandsetzung von Dach und Fenstern wird im Einvernehmen mit dem Ordinariat genehmigt.
Das Landesamt für Denkmalpflege macht besonders darauf aufmerksam, daß zur Verlegung der Mönch- und Nonnenziegel nur reiner Kalkmörtel (allenfalls unter Beigabe von Kuhhaar aus Sumpfkalk und gewaschenem Sand, ohne Zementbeigabe, zur Verwendung kommen darf, wenn nicht unerfreuliche Schwundspannungen auftreten sollen. Wegen der Fenster bemerkte das Landesamt ..., daß sich die ursprünglich vorgeschlagene Rechteckform der Verglasung lediglich auf die damals vorgesehene Notlösung mit Farbglas bezog. ..."

 

22.04.1950: Empfehlungen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege für eine Innenrenovierung:
 

"Unser Referent hat kürzlich nach der Dachinstandsetzung und der Erneuerung der Kirchenfenster im Chor nochmals die Kirche besucht. Hiezu möchten wir folgendes mitteilen:
Mit der begonnenen Verglasung dürfte im Schiff nicht fortgefahren werden. Der Durchmesser der Scheiben ist zu klein ausgefallen und die Bleibreite zu schmal. Dadurch wirken die Fenster nicht gut. Vor weiteren Vergebungen von Fenstern ersuchen wir uns die Unterlagen vorzulegen.
Gleichzeitig möchten wir raten, baldmöglichst an die ohne besondere Kosten mögliche Entfeuchtung der Kirche heranzugehen, die als Voraussetzung für eine spätere Innenrestauration anzusprechen wäre. Hierzu wäre rings um die Kirche ein sog. 'Schottergraben' anzulegen: Aufgraben in ca. 50 cm Breite bis in Fundamenttiefe und Wiedereinfüllen mit grobem Rollkies.
Der Besuch veranlaßt uns auch nochmals zu überprüfen, ob die der Kirche zur Verfügung stehenden Mittel es erlauben würden, eine Restaurierung des durch Wasserschäden gefährdeten Deckenbildes von Dieffenbrunner und am besten eine anschließende Inneninstandsetzung durchzuführen. Wir haben bereits ... 1913 auf die Notwendigkeit der Restaurierung des Deckenbildes hingewiesen. Durch das so lange Jahre defekte Dach haben sich die Schäden am Bilde bedeutend vermehrt. Seinerzeit haben wir auch in unserem Gutachten uns ausführlich über die Bedeutung, die dem Innenraum der Kirche von Inhausen zukommt, geäußert und Weisungen zu einer Restaurierung gegeben; diese sollen im folgenden noch ergänzt werden.
Zu allen Putzausbesserungen und zur Innentünchung kann nur ein mehrjähriger, möglichst holzgebrannter Sumpfkalk verwendet werden. Alle Lichtleitungen sind unter Putz zu verlegen. Die elektrischen Wandarme im Chor sind zu beseitigen.
Die Herausnahme der später eingebauten 2. Empore wäre ein Gewinn für das Innere.
Die Beseitigung der störenden Farbfenster im Schiff ist eine unbedingte Voraussetzung für eine Innenrestaurierung. Hiedurch wird das Deckenbild wieder genügend Licht erhalten. Die Verbleiung der neuen Fenster erfolgt in Rundform (Scheibendurchmesser ca. 16 cm) unter Verwendung von Antikglas weiß.
Beim Hochaltar wie bei den Seitenaltären sind die originalen Marmorierungen und Fassungen freizulegen. Das Gold wird nur gereinigt. Der Kauf eines alten, zum Hochaltar passenden Tabernakels von einer Kirche, in der er überflüssig wäre, sollte in die Wege geleitet werden. Höchst bedauerlich ist es, daß anscheinend nicht festzustellen ist, wo das alte Gnadenbild der Kirche hingekommen ist.
Der jetzt über dem Chorbogen hängende St. Michael soll auf den Kanzeldeckel verlegt werden. Beim Auferstehungs-christus ist ebenfalls die originale Fassung freizulegen. Die Kommunionbank wird abgelaugt und nur gewachst. Dasselbe wäre bei der Einrichtung der Sakristei nötig. Die Eingangstüre kann durch Abnahme der schlechten Ornamentik verbessert werden. Im Chor liegt noch das alte Marmorpflaster, das die ganze Kirche sicher einmal besessen hat. Die heute im Schiff liegenden, noch dazu viel zu kleinen Solnhofener Platten brachten eine Verarmung des schönen Innenraumes mit sich."

         1953: Stellungnahme der v. Hanielsche Kirchenstiftungsverwaltung Haimhausen
 

Die v. Hanielsche Kirchenstiftungsverwaltung Haimhausen weigert sich mit Hinweis auf die wenig ergiebige bzw. für viele Objekte zuständige Stiftung die vom BLfD wegen mangelnden Lichtes und fehlender Lüftungsmöglichkeit gewünschte Auswechslung der Tapetenfenster des 19. Jahrhunderts in Inhausen und Einsetzen von Sechseck-verbleiung in Antikglas mit Kosten von 900 DM durchzuführen. Es müsse, so das Schreiben vom 1.6.1953 beim Ausflicken der Fenster mit normalem Fensterglas bleiben. Der Pfarrer scheint die Sechseckverbleiung zu fördern. Keine weitere Entscheidung im Akt, nur Aktennotiz von Prof. Blatner auf einem Schreiben der Hanielschen Kirchenstiftungs-verwaltung vom 12.4.1954: "Leider wurden bei der Erneuerung der Kirchenfenster von Inhausen trotz meiner genauen Angaben wiederum Winkeleisen verwendet."