Die Biographie von Johann Georg Bergmüller

Bergmüller gehört zu den großen Künstlerpersönlichkeiten des 18.Jh in Süddeutschland. Zusammen mit seinen Zeitgenossen Cosmas Damian Asam und Joh.Bapt. Zimmermann prägte er die Malerei in der Zeit des Übergangs vom Barock zum Rokoko nachhaltig. Als einer der bedeutendsten Maler seiner Zeit und als Direktor der Kunstakademie beeinflusste er eine ganze Künstlergeneration maßgeblich. Zeitgenossen schilderten Bergmüller als angenehm und leutselig, er sei ein recht liebenswürdiger und venerabler Mann, sowohl in seinem Christenthum als Lebenswandel so rechtschaffen als klug und ein aufrichtiger Menschenfreund gewesen.

(Dr.Peter Fassl, Ausstellungskatalog, Schloss Türkheim 1988).

15.04.1688

Johann Georg Bergmüller wurde in Türkheim (Schwaben) geboren. Sohn des Kistlers und Kunstschreiners Johann Bergmüller sen., der nach Türkheim eingewandert war, wo Herzog Maximilian Philipp von Bayern, der jüngere Bruder des Kurfürsten 1666 seine Residenz etabliert hatte. Erste Ausbildung beim Vater.

1702 - 1708

Lehre bei Hofmaler Andreas Wolf in München (Schöpfer des Hochaltarbildes in Indersdorf) auf Veranlassung des Herzogs Maximilian Philipp. Der Herzog finanzierte die Ausbildung mit 600 Gulden.

1708/09

Tätig am Düsseldorfer Hof (Fresken in der St.Hubertuskirche)

1709/1715

Gemälde am Hochaltar in der Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau in Schönenberg/Ellwangen an der Jagst . Es ist aber leider verbrannt.

1711

Studienreise in die Niederlande, finanziert aus der Münchner Hofkasse.

1711 - 1713

Sechs Gemälde an den Wänden der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt in Buxheim bei Memmingen.

1712

Ansiedlung in Augsburg.

Januar 1713

Heirat mit Maria Barbara Kreutzer und damit Bürgerrecht in Augsburg.
Mitglied der reichsstädtischen Malerakademie.

1715

Hochaltargemälde in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere liebe Frau in Kirchhaslach im Landkreis Unterallgäu .

1718

Altarblatt am Antoniusaltar in St. Georg in Ochsenhausen im Landkreis Biberach/Riß .

1718

Hochaltargemälde im Mönchschor der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt in Buxheim bei Memmingen. Es ersetzte ein Gemälde eines anderen Künstlers.

1720

Das Hochaltargemälde in St. Martin in Biberach/Riß in Oberschwaben entstand.

1722

Gemälde am Hochaltar in Mariä Himmelfahrt in Medlingen im Landkreis Dillingen/Donau .

1723

Die kunsttheoretische Schrift Anthropometria erschien.

1724

Die Entwürfe für die Deckengemälde in der Dominikanerkirche St. Magdalena in Augsburg, heute Römisches Museum, entstanden. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Alois Mack.

1725

Die Fresken in der Barfüßerkirche in Augsburg, gleich hinter dem Rathaus, entstanden. Der Freskenzyklus zeigte das Thema "Erlösungswerk Christi". Sie wurden im Jahre 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört.

1725/27

Deckengemälde im Mittelschiff und im Chor von St. Georg in Ochsenhausen im Landkreis Biberach/Riß .

1728

Gemälde in St. Katharina in Augsburg, heute Teil der städtischen Kunstsammlung (Barockgalerie). Sie wurden leider im Jahre 1835 zerstört.

1729

Altargemälde an einem Seitenaltar in der Wallfahrtskirche St. Michael in Violau im Landkreis Augsburg .

1730

Direktor der Reichsstädtischen Kunstakademie in Augsburg. Seine bekanntesten Schüler waren Johann Georg Wolcker, Gottfried Bernhard Götz und J. E. Holzer.

1730

Fresken im Bibliothekssaal des Klosters Banz n.

1730

Bildnis "Gott Vater" in der evang. Hl.-Kreuz-Kirche in Augsburg .

1730

Altarblatt am Josefsaltar, einem Seitenaltar in der Schutzengelkirche, der ehem. Jesuitenkirche in Eichstätt .

1732

Gemälde in der kath. Klosterkirche Heilig-Kreuz in Augsburg.
Sie wurden leider im Jahre 1944 zerstört.

1732/33

Deckenfresken in der St.-Anna-Kirche in Augsburg.

1732/33

Altarblatt am Marienaltar und am Kreuzaltar in der Schutzengelkirche, der ehem. Jesuitenkirche in Eichstätt .

1734

Für die 15 Rosenkranzkapellen (Alleekapellen) am lindenumsäumten Wallfahrtsweg auf den Berg zur Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau in Schönenberg/Ellwangen an der Jagst entstanden die Leinwandgemälde. Sie werden heute im Haus Schönenberg aufbewahrt.

1736

Die Freskomalereien und ein Teil des Seitenaltars im südlichen Joch in der ehem. Augustiner-Chorherren-Stiftskirche St. Maria in Dießen am Ammersee entstanden.

1740

Hofmaler des Augsburger Fürstbischofs.

1741/42

Die Deckengemälde in St. Johannes Baptist in Steingaden entstanden.

1750

Die Deckengemälde im Festsaal von Schloß Haimhausen und in der Schloßkapelle entstanden.

1752

Die kunsttheoretische Schrift "Geometrischer Maßstab" erschien.

1752

Fresken im Treppenhaus der fürstbischöflichen Residenz in Augsburg, heute Regierung von Schwaben .

1753

Altargemälde am Annenaltar in der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt in Landsberg am Lech .

1754

Sturz vom Gerüst in der Augsburger Lambertikapelle. Erhebliche Verletzung.
Deshalb bis zu seinem Tod keine weiteren Wand- und Deckengemälde mehr.

1755

Altargemälde am Aloisiusaltar und am Stanaislausaltar in der Heilig-Kreuz-Kirche in Landsberg am Lech

1756

Altargemälde am Hochaltar und einem Nebenaltar in der Studienkirche Mariä Himmelfahrt in Dillingen/Donau

1756

Altargemälde der Kapelle im Schloß in Dillingen/Donau, in dem heute das Landratsamt untergebracht ist.

30.03.1762

Johann Georg Bergmüller, der Maler, Kupferstecher und Kunsttheoretiker ist in Augsburg gestorben.

Undatierte Werke:

  • Altarbild in St. Martin in Batzenhofen im Landkreis Augsburg.
  • Altarbld in der Klosterkirche der Ursulinen in Landsberg/Lech.
  • Altarbilder am Hochaltar, Waalburgisaltar, Amandusaltar und am Maria-Schnee-Altar in der Heilig-Kreuz-Kirche in Donauwörth.
  • Altarbild des linken nördlchen Seitenaltars in der Wieskirche.
  • Altarbild am rechten Seitenaltar in Mariä Heimsuchung in Ilgen.
  • Altarbild am Seitenaltar in St. Andreas in Babenhausen im Landkreis Unterallgäu.

Quellen:
www.augsburger-gedenktage.de/Gedenken/Johann-georg-bergmueller.htm
Robert Giersch, Archivalienforschung zur Geschichte der Schlosskapelle, 2004
Künstler in Haimhausen im Barock und Rokoko, Ausstellung 2014