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Der Legende nach soll das Rosenkranzgebet im 13.Jh entstanden sein. Im Jahr 1202 sei die Muttergottes dem hl.Dominikus erschienen und habe ihm das Rosenkranzgebet als Hilfsmittel im Kampf gegen die Häretiker (damals die Albigenser) empfohlen. Zwar erwähnen zeitgenössische Lebensberichte über Dominikus nichts von dieser Vision; doch begründete 200 Jahre später der Dominikaner Alanus de Rupe damit seine Kampagne zur Ausbreitung des Rosenkranzgebets. Er war es auch, der 1470 die erste Rosenkranzbruderschaft gründete. Mehr über Rosenkranzbruderschaften im Dachauer Land erfahren Sie hier... Vorform des Rosenkranzgebets waren die 150 Psalmen Davids, die von irischen Mönchen schon im 7.Jh gebetet wurden. Im Zuge der Missionierung Deutschlands im 8.Jh wurde an die Stelle der Psalmen eine gleiche Anzahl von Vaterunsern gesetzt, weil die meisten Gläubigen nicht lesen konnten. 400 Jahre später gewann
das Ave Maria an Beliebtheit und so wurde das Paternoster durch das Ave
Maria ersetzt. Nach weiteren 100 Jahren fügte Heinrich von Kalkar
nach jeweils 10 Aves ein Vaterunser ein und erweiterte das Gebet um die
Betrachtungen zum Leben und Leiden Christi (clausula). Um 1600 wurden von den Dominikanern drei weitere Ave Maria und ein Vaterunser mit der Bitte um die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe dem Rosenkranzgebet vorangestellt. |
![]() Prozessionsstange in der Rosenkranzkapelle |
Diese sog. "Geheimnisse" werden nacheinander, also 10-mal im Zyklus aus 50 "Gegrüßet seist du Maria", nach dem Wort "Jesus" eingefügt. Einen Zyklus nennt man auch Gesätz.
![]() in Machtenstein |
Im Weihnachtsfestkreis nennt man die "fünf freudvollen Geheimnisse":
In der Passionszeit betet man die "fünf schmerzhaften Geheimnisse":
Die Osterzeit kennt
den "glorreichen Rosenkranz" mit den "fünf glorreichen Geheimnissen":
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In der bildenden Kunst Weiß: freudenreicher
Rosenkranz - Freude und Reinheit Häufig werden die Perlen
der Ave Maria auch als Rosen gestaltet. Grundlage dafür ist
das mittelalterliche Minnelied, das Rosarium genannt wurde. |
![]() in Oberumbach |
Im Laufe der Jahrhunderte haben sich aber auch viele Sonderformen des Rosenkranzgebets entwickelt:
So z. B. der sog. Birgittenrosenkranz in Altomünster. Er ging vom legendären Alter Mariens aus (63 Jahre) und enthielt 6 Gesätze und 3 zusätzliche Ave Marias und sieben Vaterunser zur Erinnerung an die 7 Schmerzen Marias. Das Alter Marias lässt sich aus den Offenbarungen Birgittas (Revelationes) errechnen.
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Die Reformatoren des 16.Jh (Luther, Zwingli, Calvin) wandten sich entschieden dagegen, dass die Verherrlichung Mariens die Verehrung Christi in den Hintergrund drängte. Deshalb waren sie auch gegen das Rosenkranzgebet. So predigte im Jahr 1521 der Altomünsterer Mönch Johannes Oekolampadius (der später der Reformator Basels wurde) am Fest Mariä Verkündigung (25.3): "So ruft man Maria zehnmal an, bevor man den Herrn einmal grüßt. Und der Herr befiehlt, immer zu beten und viele Menschen wollen das Gebet in bestimmte Zahlen einzwängen. Warum wird nicht das Gebet des Herrn zehnmal wiederholt ? Christus lehrte uns, das Gebet zum Vater zu richten. Sollen wir einer Fürsprecherin dienen und den König verachten ? Ist nicht Christus selbst unser bester Freund ?" Die in Bayern 1522 eingeleitete Gegenreformation setzte dieser Ablehnung der Reformatoren eine betonte Marienverehrung entgegen. Dies steigerte sich noch nach dem Trienter Konzil (1545-1563), auf dem die Verehrung Mariens und der Heiligen kirchenrechtlich gutgeheißen wurde. Das Rosenkranzgebet erreichte nach der Schlacht von Lepanto in katholischen Gebieten seinen Höhepunkt. Die christliche Armada schlug am 7.10.1571 die überlegene Flotte der Türken und leitete den Niedergang der Osmanen ein. Man schrieb den Sieg dem Rosenkranzgebet zu, das der Papst während der Schlacht gebetet hatte. Seitdem feiert die kath. Kirche den Oktober als Rosenkranzmonat. |
Die heutige Sicht des Rosenkranzes gibt ein Zitat von Romano Guardini aus dem Jahr 1940 wider: "Das wiederholende Gebet des Rosenkranzes ist gerade für das überanstrengte und so vielfach geschädigte Seelenleben unserer Zeit überaus wichtig."
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Quellen:
Ökumenisches Heiligenlexikon im Internet
Robert Böck, Rosenkranzandacht und Rosenkranzbruderschaften der Barockzeit
im Dachauer Land, Amperland 1991/2
Diözese München-Freising, Gästebrief 2005
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25.7.2005