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Filialkirche
St. Georg in HEBERTSHAUSEN
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Kurzbeschreibung
Die alte Pfarrkirche St.Georg
liegt malerisch über dem Ort Hebertshausen (80 Stufen oberhalb
des Pfarrhofs). Es handle sich aufgrund der "Topographie, der
Geschichte und des Panoramas um einen der schönsten Kirchenplätze
im Landkreis Dachau" sagte Architekt Kuntscher.
Die Ortschaft Hebertshausen wird schon um 789 schriftlich
genannt. Damals schenkte ein Kleriker namens Muniperht seinen Besitz
dem Freisinger Bistum. Sollte Muniperht Priester von Hebertshausen
gewesen sein, wäre dies die erste indirekte Erwähnung
einer Kirche.
Es könnte sein, dass um die erste Jahrtausendwende an der Stelle
der Kirche eine Burg mit einer Burgkapelle gestanden hat. Nach dem
Ende der Burg könnte aus der Kapelle eine Kirche für die
Bewohner der Ortschaft geworden sein.
Diese Kirche muss jedenfalls schon zu Beginn des 12.Jh. hier gestanden
haben, weil an der vorderen Südwand Wandgemälde gefunden
wurden, die zu dieser Zeit gemalt worden sind.
Knapp
200 Jahre später, 1292, wird St.Georg als Pfarrsitz
beschrieben.
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In der Konradinischen
Matrikel aus dem Jahr 1315 ist Hebertshausen als Herbrehtshausen,
in der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 als Hebertzhausen mit Friedhof erwähnt.
Der 19 Meter hohe spätgotische
Sattelturm ist in seinen oberen Stockwerken mit spätgotischen
Rundbogenfriesen geschmückt.
Eine der Glocken ist schon sehr alt; sie wurde von Paul Kopp, München
1692 gegossen.
1888 hat man den Bau nach
Westen hin verlängert. Die daran angebrachten Rundbogenfriese an
der nordwestlichen Außenmauer sind nur Zierde.
Seit dem Bau der neuen Pfarrkirche
zum Heiligster Welterlöser im Jahr 1961 wird die Kirche nur noch
gelegentlich zu kirchlichen Veranstaltungen oder Ausstellungen benutzt.
Geplant ist eine spätere Verwendung als Aussegnungshalle und als
Erinnerungsort an den nahe gelegenen SS-Schießplatz.
Innenausstattung
Der stark eingezogene spätgotische
Chor schließt mit drei
Achteckseiten und ist mit einem schönen Netzgewölbe
überdeckt. Im Treffpunkt der Gewölberippen sind zwei einfach
bemalte Schlusssteine
gesetzt.
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Die Ausstattung der Kirche
war schon im Jahr 1899 von Generalkonserva-torium (Haggenmiller)
"als kunst-historisch belanglos" eingestuft worden. Daran
hat sich seither nicht viel geändert. Vor allem nach dem Neubau
der Pfarrkirche hat man keinen besonderen Wert auf die Ausstattungsgegenstände
gelegt. Die alten Figuren
wurden manchmal hier, manchmal in der neuen Pfarrkirche aufgestellt.
Das Bild rechts zeigt die Situation 2004.
Der Altar war früher mit einem großen Kruzifix
und den Figuren des Johannes und Maria Magdalena (beide um 1650)
geschmückt.
Derzeit hängt ein Kruzifix
an der Wand; daneben stand eine Zeit lang eine spätgotische
Figur des hl.Georg, des Patrons der Kirche.
In die Wände sind
viele Epitaphe eingemauert.
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per
Mouseklick zu den Beschreibungen
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Im Kirchenschiff wurden bei der Renovierung 1970 alte Fresken entdeckt.
Sie wurden 1979 freigelegt. Obwohl nur noch Reste vorhanden sind, können
Fachleute das Thema "Lazarus in Abrahams Schoß" erkennen.
Vor allem aber ist das Alter der Fresken beeindruckend: sie stammen aus
der ersten Hälfte des 12.Jh., sind also 900 Jahre alt. Die Fresken
sind der kunsthistorisch wertvollste und bedeutendste Teil der Kirche, ein
hochrangiges Denkmal der romanischen Kunst im süddeutschen Raum.
Die Kirche hat keine Seitenaltäre
mehr. An ihrer Stelle sind Figuren angebracht. Die Kirche diente von 1970
bis zur Renovierung 2011 auch als Abstellraum für die in der Pfarrkirche
nicht benötigten Figuren, die immer wieder wechselten. Hier im Bild
befindet sich links eine Muttergottesstatue aus dem 20.Jh. Rechts
steht eine neuere Figur des hl.Korbinian mit seinem Attribut, einem
Bären; inzwischen ist sie durch eine ältere Figur des gleichen
Heiligen (um 1700) ersetzt. Im Kirchenschiff stehen noch Figuren des hl.Sebastian
und Leonhard auf ihren Sockeln.
Von der Orgel steht nur noch
der Prospekt; die Orgelpfeifen sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden.
Die Kirche wird seit 2011 renoviert. Den Anfang hatten schon 2007 fleißige
Helfer des Vereins zur Erhaltung der St.-Georgs-Kirche gemacht und die
Kirche außen gestrichen.
Geplante
Verwendung der Kirche
Das Ordinariat der Diözese
München und die Gemeinde Hebertshausen haben sich im Oktober 2011
auf Renovierungsmaßnahmen, eine Überplanung des Ortszentrums
und die nachfolgende Nutzung der Kirche geeinigt. Diese Pläne mit
einem finanziellen Volumen von 4 Mio Euro sollen bis 2020 verwirklicht
werden. Baubeginn war 2013.
Renovierung: Hangabsicherung, Reparatur der Decke, Neugestaltung
des Innenraums, Errichtung einer Kreuzigungsgruppe "Kalvarienberg"
zwischen dem alten und dem neuen Friedhof (2013 erfolgt, siehe
hier...), Verlegung des Eingangs an die Westseite.
ehem.
Schießplatz
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Künftige
Nutzung: Das Gotteshaus soll als Aussegnungshalle für den
Friedhof rund um die Kirche und als Erinnerungsort an die 4500 sowjetischen
Kriegsgefangenen, die 1942/43 am nahe gelegenen SS-Schießplatz
ermordet wurden, genutzt werden. Dazu wird im Chorraum ein Denkmal
für die Opfer aufgestellt; eine Rampe mit einer Sichtverbindung
zum ehem.Schießplatz
(siehe Bild links) soll oberhalb des alten Pfarrhofs zum neuen Eingang
auf der Westseite der Kirche führen. |
Chronologische
Übersicht
Quelle meist: Dokumentation
zur Bau-,Ausstattungs-u.Restaurierungsgeschichte 33)
<
789 zwischen 784-789 erste Erwähnung von Hebertshausen
(Schenkung von Besitz durch den Kleriker Muniperth)
< 800 Schenkung
des Adalungi, eines Priesters aus Hebertshausen
< 1292 schriftliche
Erwähnung als Pfarrsitz
< 1130 in der 1.Hälfte
des 12.Jh.: Ausmalung des Kirchenschiffs mit Fresken (Gemäldereste
erhalten)
< 1315 Erwähnung
in der Konradinischen Matrikel
1500 Renovierung
< 1524 Erwähnung
in der Sunderndorfer'sche Matrikel
< 1560 Visitation
des Bischofs und des Herzogs
< 1595 Renovierung
< 1630 Glockenstuhl
durch Balthasar Fodermayr aus Hebertshausen,
< neuer
Beichtstuhl hinter dem Choraltar
neue Holzstufen für die Treppe auf den Kirchberg
< 1640 Reparatur eines
Kelches um 1 Gulden
< 1646 Erwerb von Glocken
< 1650 bis 1651: Reparaturen
an der Kirchenmauer und der Friedhofsstiege
1653 möglicherweise
Sakristeianbau
1654 neues Antependium,
neue Fahne, Renovierung des Heiligen Grabes
< 1683 Reparatur der
Friedhofsmauer (3000 Steine, 123 fl.) und des Kirchendachs durch Maurermeister
Hans Öttl aus Dachau
1687 ging die Verwaltung
der Kirche an die Hofmarksherrschaft über
< 1692 neue Glocke von
Paul Kopp aus München
1698 Erneuerung von
Gestühl, Türen, Treppen u. Vertäfelung an der Empore durch
den Dachauer Kistler Martin Prugger
35)
1699 Verlegung eines
neuen Pflasters aus Juraplattenkalk ("neü Märblstaines
weisses pflaster"; die Steine wurden vom
Steinbruch
nach Vohburg und von dort nach Hebertshausen geliefert)
Reparatur
der Friedhofsmauer ("Zu der eingefallenen Kirchenmauer hat man
zur wider aufrichtung vonnöthen gehabt
550
maurstain...")
1710 Weihe (neuer?)
Seitenaltäre
< 1739 Erwähnung
der Kirche in der Schmidt'schen Matrikel
< 1740 Reparaturen der
Kanzel durch Kistler Simon Prugger,
Bildhauer Barthol. Schupaur
und den Maler Franz Mayr
< 1742 neues Choraltar-Antependium
von Bartholomäus Schupaur
<
Altarblatt mit Bild des Hl. Georg von Maler Franz Mayr
< 1745 Antependium
von Franz Mayr bemalt
< 1746 Reparatur der
Friedhofsmauer, neues Tabernakelpostament von Bartholomäus Schuhpaur
sowie eine Darstellung des
Jüngsten Gerichts auf einer Holztafel im Vorzeichen/Vorhaus
von Franz Mayr
< 1747 bis 1749: Veränderungen
am Choraltar; Skulpturen der hll. Wendelin und Barbara von Bartholomäus
Schupaur,
zwei
Gemälde der hll. Franz Xaver und Petrus Regalatus sowie zwei neue
"Apostelschild" von Franz Mayr
< 1751 erhielt die Kirche
die ersten Kreuzwegstationsbilder, die vom Hufschmied Michael Härl
gestiftet wurden
< 1772 gewaltsamer Abbruch
einer neu aufgestellten, gebrauchten Orgel und ihre Verbringung in das
Hofmarksschloss
Deutenhofen durch Baron von Mändl.
< Reparatur
der Friedhofsmauer und der Treppe
1794 Kostenvoranschlag
zum Pferdestall u.zur Remise des Pfarrhofs durch Maurermeister Lorenz
Miller aus Hebertsh. mit Plan
< 1810 umfangreiche Instandsetzung
der eingestürzten Friedhofsmauer durch den Dachauer Maurermeister
Jakob Hergl 34)
1815 Reparatur des Kirchendaches
für 25 fl. 30 kr.
1816 Abbruch eines nicht näher
bezeichneten, "schädlichen Nebenbaues" und Tünchung
der Kirche
< 1817 Pfarrbeschreibung
1823 bis 1824 sieben neue
Fenstergläser eingesetzt
< 1825 Aufteilung der
Mittel des ehemals bei der Münchner Frauenkirche bestehenden Baron
von Mandlschen Benefiziums
1831 bis 1832: Reparaturen
am Kirchturmdach und an den Außenwänden der Kirche
< 1834 bis 1835: Reparatur des
Glockenstuhls und des Emporengestühls;
< Einbau
eines neuen Beichtstuhls hinter dem Choraltar
<
Aufstellung einer Orgel vom Orgelbauer Martin Lautenhammer (1777-1844)
aus München
1837 Reparaturen am Kirchendach
und dem Vorhaus, früher Vorzeichen genannt
< Reparaturen
an der Friedhofsmauer
< 1839 bis 1840 neuer eichener
Glockenstuhl von Zimmermeister Höß für 88 Gulden
1844 Reparaturen an Leuchtern,
Ampel und sonstigen liturgischen Geräten durch den Gürtler Wenzeslaus
Schweigland
< 1846 große Innenrenovierung.
Entfernung
der Kanzelstiege;
<
Altarraum grün mit weißen Kanten ausgemalt
<
Kanzel, Hochaltar und Seitenaltäre durch Maler Huber aus Dachau neu
gefasst.
< Reparatur
der Orgel.
1847 Renovierung von Figuren
(Kreuzigungsgruppe, Kreuzwegtafeln, Apostelkreuze, Barbara u.Wendelin)
durch Anton Huber
< 1848 Turmreparatur nach Blitzschlag
1849 Übergabe der Verwaltung
des Kirchenstiftungsvermögens von der gutsherrlichen Administration
an die neu konstituierte Kirchenverwaltung
< 1852 neue Einrichtung
für die Sakristei;
< Renovierung
des Gestühls (eichenholzfarbig maseriert)
< 1854 Reparatur der Glocken
um 49 fl. 59 kr.
1855 bis 1856: Renovierung
von zwölf "uralten" Apostelbildern und des Hochaltarblatts
mit einer Georgsdarstellung sowie die Vertäfelung
der Empore
< 1859 wurde eine Glocke durch
den Glockengießer Johann Georg Bauer aus München umgegossen
1860 bis 1863: Reparatur von zahlreichen
Bauschäden (Dach, Mauerrisse) durch Maurermeister Jakob
Hergl
Tünchen
des Innenraums
Auffüllen
des westlich bzw. nordwestlich der Kirche verlaufende Hohlwegs (früherer
Burggraben ?), den man
für
mitverantwortlich für Bauschäden hielt (50 m Länge, 6,5
m Breite, 6,5 m Höhe)
< Reparatur
der Orgel durch Peter Moser
aus Mammendorf
1867 Visitation
< 1869 neuer Choraltar
durch Maler Balthasar Kraft
aus Pfaffenhofen an der Ilm für 600 Gulden
< Kurzbeschreibung
der Kirche durch Pfarrer Fendt
Anfertigung
von drei neuen Antependien durch Kistler Leonhard Bechler
< 1874
Beschreibung der Kirche als Teil der Bistumsbeschreibung von Mayer/Westermayer
1876 nicht näher
bezeichnete Baureparaturen für 135,75 Mark
< 1878 neue Kreuzwegstationsbilder
1882 Ausbesserung der
Stützmauer
<
1883 Reparatur der Orgel und der Kirchturmuhr
< 1888 Verlängerung
der Kirche um 4 Meter nach Westen durch Maurermeister Josef Reischl aus
Dachau
< 1889 neue Orgel von Anton
Bouthillier
aus Öttingen für 1770 Mark
< 1891 zwei neugotische
Seitenaltäre aus dem Atelier von Johann Marggraff
aus München
< 1892 nach 1892: Erneuerung
der nördlichen Friedhofsmauer
<
1895
Beschreibung
von Kunstgegenständen
< 1896 neue Kanzel von Marggraff
zwei
Eisenträger über dem Chorbogen im Dachboden eingezogen (wegen
Senkung des Chorbogens)
1899 Innenrenovierung: Ausmalung
der Raumschale durch Maler und Vergolder Johann Weber aus Indersdorf (nach
Entwurf
<
von Marggraff) und Einbau von sechs Glasgemäldefenstern
durch die Fa. Zettler
< 1900 Reparatur der Friedhofsmauer
durch den Maurermeister Sebastian Schall aus Großinzemoos für
1400 Mark
neue
Weihwasserschale aus weißem Marmor (Steinmetz Bucher aus Pellheim)
für 6 Mark
1908 Außenrenovierung: Ablaufrinnen
an Fenstern, Neuverputz der Westseite außen,
<
Anstrich der Zifferblätter der Turmuhr,
Außenanstrich von Kirche und Turm,
<
Reinigung der Orgel durch Franz Borgias Maerz
(1167,63 M.)
<
Reparatur der Friedhofsmauer für 340 Mark
< 1909 wollte die Kirchenverwaltung
eine Reihe von Kunstgegenständen an die Missionsgesellschaft abgeben.
Vier
Kunstgegenstände musste sie behalten.
< Reparaturen
an der Pfarrkirche und an der Friedhofsmauer,
< 1915 wurde
der Verkauf eines kupfernen Weihwasserkessels aus dem 16. Jh. vom Ordinariat
nicht bewilligt.
1917 Einrichtung des elektrischen
Lichts in der Kirche
< 1919 Reparatur der Orgel
durch Karl Bittner aus München
1920 Reparatur der wichtigsten
Baumängel am Dach, die in den Kriegsjahren wegen Arbeitskräftemangels
nicht behoben
werden konnten; neues Pflaster im Altarraum
< 1921 Neubau der südlichen
Friedhofsmauer
Reparatur
der Sakristeitüre und des wegen der Frühjahrsstürme "arg
demolierten Kirchendachs"
Genehmigung
einer Familiengrabstätte des Fürsten Adalbert von Sayn-Wittgenstein
unter der großen Eiche auf der
Nordseite des Friedhofes
< 1923 Volksmission
< 1925 Reparaturen an den
Friedhofswegen und -zugängen
< 1941 bis 1942: Erweiterung
des Friedhofs unter Einsatz von französischen Kriegsgefangenen u.
Gefangenen des KZ Dachau
< 1942 Ablieferung der größten
Glocke aus dem Jahr 1697 für Kriegszwecke
1949 bis 1952: Große
Innenrenovierung.
< Die
Kanzel und die neugotischen Seitenaltäre wurden entfernt.
< Die
Seitenaltäre wurden gegen zwei Schnitzfiguren (Mater dolorosa und
St.Georg) aus der Zeit um 1700 mit
dem Bayerischen Nationalmuseum getauscht
<
Einbau eines neuen Orgelregisters (Gedeckt 8') durch Leopold Nenninger
für 493.-DM
1961 Bau der neue Pfarrkirche
zum Heiliger Welterlöser; keine Gottesdienste in St.Georg mehr
1962 Schließung der
Kirche wegen Baufälligkeit
< 1972 bis 1983: große
Renovierung zum Erhalt des Bauwerks
< 1979 Freilegung
der romanischen Wandmalereien an der Südwand durch Kirchenmaler Konrad
Wiedemann
< 2013 Errichtung
der Kreuzigungsgruppe auf dem Weinberg
< 2015 bis 2020: Generalsanierung,
Nutzungsänderung u. Neuausstattung.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Der Sage nach soll Hebertshausen
von König Pippin, dem Vater von Karl dem Großen, gegründet
worden sein. Hier an der Mündung von Amper und Würm habe er
eine Kapelle errichtet, um die sich bald Siedler niederließen.
Über die Geschichte der Adeligen, der Lehensherren und Hofmarksherren,
zu denen Hebertshausen im Mittelalter und der beginnenden Neuzeit gehörte,
hat das Oberbayerische Archiv für vaterländische Geschichte
im Jahr 1844 in seinem 6.Band auf Seite 264 berichtet 31)
.
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Sie hier...
Geschichte
der Kirche
Aus der Zeit von 783-789 hat sich
eine Urkunde mit dem Datum 4.Juli erhalten, in der der Kleriker Muniperht
die Schenkung seines Besitzes zu Heriperhteshusun und an der Uuirma (Würm)
an das Bistum Freising erneuert.
05)
Das Jahr ist uns nicht bekannt. Die
Eingrenzung auf 789 ist möglich, weil einer der im Dokument genannten
Zeugen "presbiter Tarchnat" in einer Urkunde aus dem Jahr 790
als "archipresbiter" bezeichnet wird. Ob Muniperht Priester
in Hebertshausen war, wird nicht gesagt, ist aber möglich. Dann wäre
diese Urkunde indirekt der erste Hinweis auf eine Kirche in Hebertshausen
(zum Originaltext der Urkunde Nr.110 ...)
Gleiches gilt für die Urkunde Nr. 163 der Freisinger Traditionen.
Sie dokumentiert die Schenkung des Adalungi, des Priesters von Zezinhusir.
Die Urkunde wurde in der Zeit zwischen 792 und 808 ausgestellt.
Burgkapelle
um 1100 ?
32).
Grabungen in der Zeit um 2000 haben ergeben, dass um die erste Jahrtausendwende
an der exponierten Stelle der Kirche eine Burg mit einer Burgkapelle gestanden
haben könnte. Dafür sprechen die Lage an der steil zum Ampertal
hin abfallenden Hangkante, die aufgefundenen Gräben, die den Platz
der Kirche vollständig von der Umgebung abgeteilt haben (Burggräben)
sowie das Patronat des heiligen Ritters Georg.
Die Südmauer des Kirchenschiffs könnte zur Burgkapelle gehört
haben. Sie wurde aus kleinformatigen, unregelmäßigen Tuffsteinquadern
errichtet. Dabei handelte es sich um Sichtmauerwerk, das durch helle,
mit der Kelle fein gestrichene Fugen akzentuiert war. Licht kam durch
zwei kleine rundbogige Fenster. So hat man um 1100 gebaut. Für die
frühe Erbauungszeit sprechen vor allem Reste von Wandgemälden
aus dieser Zeit, die 1979 entdeckt wurden. Die Nordmauer des alten Kirchenschiffs
war um 1970 wegen Einsturzgefahr abgetragen und neu aufgezogen worden.
Deshalb kann über ihre Entstehungszeit und ihre (wahrscheinliche)
Bemalung keine Aussage mehr getroffen werden.
Mehr über die Wandgemälde erfahren
Sie hier...
Erste Pfarrei
1292
Nach dem Ende der Burg könnte aus der Burgkapelle eine Kirche für
die Bewohner der Ortschaft geworden sein. Die Kirche St.Georg war jedenfalls
schon im Jahr 1292 Pfarrsitz. Aus dieser Zeit stammen noch die
unteren Geschosse des Kirchturms.
Matrikel
von 1315
01)
In der Konradinischen
Matrikel von 1315 wird Hebertshausen als "Herbrehtshausen
cum sepultura" (= mit Friedhof) erwähnt. Sie hatte keine Filiale.
Matrikel von 1524
01)
Die Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 spricht sogar von einem Dekanat
Hebertshausen. Doch dies bedeutet nur, dass der Hebertshausener Pfarrer
auch Dekan (des späteren Dekanats Dachau) war. In dieser Matrikel
werden vor allem die Einkünfte und Abgaben der Pfarrei geschildert
und erstmals die Kirchenpatrone (hier St.Georg) genannt. Doch sie enthält
auch den Namen des damaligen Pfarrers und Dekans Heinrich Rieger. Die
Pfarrei hatte noch immer keine Filiale; sie war mit 90 Communicantes (Gläubige
nach der Erstkommunion) auch eine sehr kleine Pfarrei.
Seit der Pestzeit im 17.Jh hat die Kirche St. Sebastian als zweiten
Patron.
Visitationsbericht von 1560
10)
Im Jahr 1560
hatte der Freisinger Bischof eine Visitation, eine umfassende Überprüfung
aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche
und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war
die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe,
die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen
Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen
detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen.
Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen
noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben
interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie
Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse
|
Im Bericht über St.Georg
in Hebertshausen heißt es, Pfarrer sei Sigismund Mayer.
Er halte predige an allen Feiertagen aus katholischen Büchern.
Die Überprüfung des theo-logischen Wissens habe ergeben,
dass der Pfarrer über die katholische Lehre gut Bescheid weiß
und sie nach wie vor praktiziere. Die Pfarrei habe nur 120
Gläubige, alle seien katholisch und der Übernahme der
neuen Religion unverdächtig. Aber sie seien nicht sehr gottesfürchtig,
kämen wenig zum Gottesdienst und zahlten den Zehent "gar
untreulich". Was der Pfarrer predige sei gelogen, behaupteten
sie sogar. Die Einnahmen des Pfarrers betrügen 200 Gulden,
davon müsse er 40 Gulden dem offiziellen Pfarrherrn geben (Absentgeld).
Über das Privatleben vermerkt der Visitator, der Pfarrer habe
eine Köchin, sei aber unverheiratet (man konnte damals durch
einfache Willenserklärung heiraten)
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Hebertshausen
(Hebretzhausn)
in der Karte von Apian 1568
|
Die Kirche befinde sich in gutem
Bauzustand heißt es weiter. In ihr stünden 3 Altäre, ein
Taufstein und ein wohlverschlossenes Sakramentshaus mit steter Beleuchtung
(Ewig Licht). Außerdem besitze die Kirche die Sepultur (Begräbnisrecht).
Der Bericht schließt mit den Worten: "Sonst an allen dingen kain
mangel".
Wenn Sie den ganzen Text des Visitationsberichts lesen möchten, klicken
sie hier...
Renovierung 1595
In einem Protokoll des Geistlichen Rats München vom 2.Mai 1595 wird auch
die Renovierung der Hebertshausener Kirche angesprochen. Allerdings wird
hier von einer Philipp- und Jakobikirche gesprochen.
| |
"...
Sovil nun anlangt S. Philipp und Jacobi Khirchen zu Heberzhausen lassen
wir uns gd.(gnädigst) gefallen, das deinem andeiten (Andeuten)
gemeß mit reparirung derselben sovil die notturfft (Notwendigkeit)
erfordert verfaren, das maln (Bemalen) aber, weils besorglich
wenig bstande haben eingestelt, zumal es in der khirchen vermögen,
solchen Paucossten zezalen ist." (BayHStA: Kurbayern, Geistlicher
Rat 17, f. 74) |
Reparaturen 1630 33)
Aus alten Kirchenrechnungen
ist noch zu erfahren:
- 1630 wurde ein Beichtstuhl von Georg Braistner (?)
06)
geliefert
und ein Glockenstuhl um 5 fl 40 kr durch den Hebertshausener
Zimmermann Balthasar Fodermayr erstellt; geplant wurde außerdem
eine Seitenaltar-Reparatur.
Text
in der Kirchenrechnung:
| |
"...
Item ain newen Beichtstuell Hinder den Choraltar machen Lasßen,
destwegen Geörgen Straiffnern (?) khisstlern bezalt 5 fl ...
für 24 hilzene gedräte Stäfl zu ainem Gätter für
den Choraltar ... 1 fl 24 kr...
... auf Gebey
Demnach der alte Gloggenstuell, aller schadthafft, vnd Paufellig worden
hat solcher nothwendig zuuerhiettung gefahr abgetragen vnd von neuem
reparirt werden miesßen, darzue erkhaufft 6 Aichreisß... 9 fl vmb
3 gemaine Pretter zum Poden under den Gloggsthuell... 30 kr M.
Palthasarn Fordermayr Zimermann von Heberzhausen von den Aichreisßen
außzuhackhen, vnd den Gloggsthuell zumachen 17 Tag 1 pr 20 kr... 5
fl 40 kr
dem Gesellen 15 Tag 1 pr. 18 kr macht 4 fl 30 kr dem Schmidt zu Heberzhaußen,
von den alten Pendern widerumb zurichten, vnd in den Gloggstuell zumachen,
für hergebens Eisen vnd macherlohn bezalt 1 fl 45 kr den Zimerleithen
vnd benachberthen alß man den Gloggstuel in Thurn aufzogen vnd aufgericht,
zum bessten ein Hebwein geben 2 fl Item die aine Hoche Stiegen am
Perg abtragen vnd von Lauther Aichnem Holz, so Claß Mändl hergeben,
den ganzen Perg hinauf Aichne drith, oder Stäfl machen lasßen, deßwegen
mit dem Zimmermaister gedingt, vnd abgeprochen worden auf 5 fl 30
kr vmb 8 feichtne Stangen zur Handthaben an die Steege bezalt 1 fl...
Summa außgaab auf Gepey 29 fl 55 kr
Paufell
1. Die Maur am Perg, vnden herumb allenthalben schadthafft außzubessern.
2. Der aine Seiten Altar zu Renovuiern.
3. So ist der Khirchen ornath ain Inuentarypuech ordentlich beschriben.
4. Vnd auch der Pfarr- vnd Widenhof, der zeit bey gar gueten wirden."
(StAM: Geistlicher Rat Kirchenrechnungen Pfleggericht Dachau 1630)
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Reparaturen
um den 30jährigen Krieg 33)
Noch während des Krieges ist in der Kirchenrechnung von 1640
von der Reparatur eines zerbrochenen Kelches um 1 Gulden die Rede. Text:
"... vor ainem zerprochnen Kölch zefassen vnd wieder zemachen
1 fl..."
Ob dies mit dem Schwedeneinfall 1632 zu tun hat, ist nicht klar. Ein Goldkelch
wäre von den Soldaten mitgenommen worden. Der Reparaturbetrag von
1 Gulden spricht gegen ein kostbares Metall.
Im Jahr 1646, gegen Ende des Krieges, wurden neue Glocken angeschafft.
Text: "... Von obig rest, vi auf gepey vnnd Gloggen vnnd derentwillen
wie hier angezeigt, die Consens befelch noch
ermannglen,
wenigst außgelegt werden yber 110 fl".
1650 wurde die Kirchentüre ausgebessert und neu beschlagen
("... Von der Khirchthir auszebessern vnd zubeschlagen 3 fl 39 kr) und
die Kirchenstiege mit Holz von 10 Eichen erneuert.
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Zu
der Khürchenstiegen auf der Linggen seithen 10 Aich vom Pals
erkhaufft 10 fl
vmb 100 Preiß vnd souil häggen 1 fl
Zu bemelter Stiegen 6 Hölzer... 3 fl
Daruon zeschlagen 18 kr vmb 36 taglohn den Zimerleithen a 20 kr thuet
12 fl
vmb 20 gemaine Pretter zum Thurn vnd der Uhr ... 2 fl
Dem Schmidt für Pendter vnd schnallen 40 kr
50 Preternögl... 8 Lainstanngen...
Summa... 35 fl 36 kr
... verbleibt dem Gottshaus an resst 185 fl 4 kr 4 hl ... Am Resst
ist auf... Consens, so ao 1651 einkhombt, wider erpaut in die Khirchmaur,
Stiegen vnd anders, das ybrig im Zechschrein, vnd was noch wenigs
abgehet, auch firderlich darein zerichten so kan man außleichen 100
fl" |
Aus dem Jahr 1653 werden bevorstehende Baureparaturen erwähnt:
der Landrichter wird angewiesen, darauf zu sehen, dass
"die iezige Reparation also angestelt werde, das hinfürters die
paramenta in der Sacristey so vil immer möglich vor schaden
und verderben conservirt, und erhalten werden mögen."
| Möglicherweise
steht diese Meldung im Zusammenhang mit dem bereits oben erwähnten
Sakristeianbau.
1687 ging die Verwaltung der Kirche an die Hofmarksherrschaft
über. 33)
1710: Weihe der barocken
Seitenaltäre 29)
Die Altäre blieben
bis 1891 in der Kirche.
1730 lieferte der Dachauer Kistler Johann Georg Prugger drei
Sakristeikästen.
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Ausschnitt aus der Karte des
Freisinger
Geografen Georg Philipp Finckh von 1655
Hebertshausen - Eberzhausn
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Matrikel 1738/40 01)
In den Jahren 1738 bis 1740 besuchte der Freisinger Kanonikus Schmidt
alle Pfarreien der Diözese Freising und beschrieb sie in der nach
ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel. Die Pfarrei Hebertshausen, schreibt er, werde seit
1737 von Pfarrer Franc.Xaver Anton Hiltmair geleitet. Das Präsentationsrecht,
das Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrerstelle, wechsle
monatlich zwischen dem Freisinger Bistum und dem bayerischen Kurfürsten
(=Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof einen neuen Pfarrer bestellen,
wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten-ungeraden
Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog). Die Zahl
der Gläubigen betrug nur 151. Die Pfarrei gehörte zu den kleinsten
im heutigen Gebiet des Landkreises Dachau. Der Pfarrhof und die Wirtschaftsgebäude
werden als neu und gut bezeichnet; von Schäden keine Spur. Die Pfarrei
hatte keine Filialkirchen. Im Pfarrgebiet befand sich nur die Schlosskapelle
in Deutenhofen; doch die sei nicht geweiht, schrieb Schmidt, und weiter:
Die Pfarrkirche St.Georg sei alt, werde aber zur Zeit repariert.
In der Kirche stünden drei Altäre: Der Hochaltar sei dem Kirchenpatron
St.Georg geweiht. In ihm sei eine Kreuzreliquie "beigesetzt", dh., eingemauert.
Die beiden Seitenaltäre hätten die Heilige Familie sowie St.Anna
und St.Joachim als Patrone. Gottesdienste fänden hier jeden Tag statt.
Das Kirchweihfest werde am Sonntag vor Mariä Geburt (8.Sept) gefeiert.
In der Kirche stehe ein Taufstein; dort würden auch die Heiligen
Öle aufbewahrt. Die Messgewänder in der Sakristei seien in gutem
Zustand. Der Friedhof enthalte ein Beinhaus; im Turm hingen zwei geweihte
Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Hofmarksherr
(letzterer war Baron Mändl aus Deutenhofen). Der Bericht schließt
mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen
dises Pfarr-Gottshauses wirdet diser Zeit sich gegen 1200 fl. (Gulden)
betragen". Das war eine angemessen hohe Summe.
Pfarrbeschreibung
1817 33)
Am 14.11.1817 verfasste Pfarrer Anton Dalmair eine kurze Beschreibung
seiner Pfarrei:
| |
1)
Beschaffenheit der Pfarrkirche: klein für Auswärtige, groß
genug für die Pfarrgemeinde, nicht unansehnlich,
gut gebaut, aber etwas dunkel u. derb
2) Altäre:
a) Hochaltar S. Georg,
b) Jes. Mar. u. Jos.,
c) Mar(ia). Jo(a)chim u. Anna
Alles von Gold in Statuen |
Baupflicht an der Kirche im 19.Jh. 33)
Am 4.Oktober 1842 notierte Pfarrer Kreitmayr, wer die Baupflicht an der
Kirche zu tragen hat.
| |
"Baupflicht:
a) bei der Kirche: die Kirche selbst
b) an den Pfarrgebäuden: der jeweiligen Pfarrbesitzer
c) an dem Meßnergebäude, welches zugleich Schulhaus ist:
die Gemeinde (die aber 1847 widerspricht)
Reparaturen:
Wer zur Übernahme bei bedeutenden Reparaturen verbunden ist ?
Nur bei den Schul- u. Meßnergebäuden fallen die Reparaturen
der Gemeinde zu.
Bei der Kirche liegen die Reparaturen der Kirche selbst, bei den PfarrGebäuden
dem jeweiligen Pfarrer ob.
Hand- u. Spanndienste..:
Bei Bauten an den Schul- u. Meßnergebäuden ist die Gemeinde
zur Leistung von Hand- u. Spanndiensten verbunden, nicht aber bei
den Kirchen- u. Pfarrgebäuden." |
Daneben gab
er an, wer das Besetzungsrecht für die Pfarrerstellen hat:
"... Verleihungsrecht...: Abwechselnd... König u. ... Erzbischof
von München-Freysing" (Wechselpfarrei)
Gründung
der Kirchenverwaltung
33)
1849 wurde
die Kirchenverwaltung Hebertshausen konstituiert. Bauer Georg Weissenbeck
wurde zum Kirchenpfleger, Wirt Johann Hintermair zum Kirchenverwaltungsmitglied
gewählt, Pfarrer Huebmanm schloss sich der Stimmenmehrheit an.
Das (Kirchen)Stiftungsvermögen, das bisher von Edmund von Sprety,
kgl. Kämmerer und Gutsbesitzer in Unterweilbach, verwaltet worden
war, wurde vom Landgericht Dachau am 22.9.1849 der Kirchenstiftung übergeben/extradiert.
| |
"Bestandsaufnahme
der für die Kirche Hebertshausen vorhandenen Staatspapiere im
Wert von 700 fl, von Schuldbriefen für 2072 fl, Stiftungsurkunden
für drei Jahrtage, darunter die Pegamenturkunde vom 1.8.1656
für einen Mandelschen Jahrtag in der Pfarrkirche Hebertshausen;
1 Faszikel Laudemialverhandlungen, Etat der Pfarrkirchenstiftung St.
Georg, Abgabentabelle; Tagebuch 1848/49; Kirchenrechnungen (1740-1749;
1791-1799; 1808/09; 1820/21; 1812/22; 1831/32-1847/48; teils mit Belegen;)
letzte Kirchenrechnung schließt mit Passivrest. Bargeld oder
weitere Akten oder Papiere seien nicht vorhanden, so Spreti, das Genannte
wurde zu Amtshanden genommen". |
Innenrenovierung
1846 33)
1846 fand eine Innenrenovierung statt. Dabei wurde die Kanzelstiege entfernt
und durch einen kleinen (wohl hölzernen) Treppenaufgang an der Außenseite
bzw. am Turm ersetzt. Das Presbyterium wurde mit "grünlicher
Steinfarb" ausgemalt, wogegen die schneidenden Kanten der gothischen
Bögen weiß" gemacht wurden. Kanzel (1847) und Hochaltar
(1846) erhielten eine neue Fassung (durch Maler Anton Huber aus Dachau
für 196 fl.). Die Seitenaltäre wurden 1847 neu gefasst (für
296 fl.), die Orgel durch Josef Frosch für 70 fl. repariert und weitere
Ausstattungsteile renoviert.
Visitation
1867
Visitiationsprotokoll, gefertigt durch Dekan Hanfstingl am 25.9.1867:
| |
"(...)
Pfarrkirche. ...
Befindet sich im guten baulichen Zustande, ist aber feucht und zu
klein ... (...)
Von den 3 Altären sind die Bretter zu entfernen, das zerbröckelte
Mauerwerk muß ausgebessert werden; auch dürften an der
Mensa statt der Bretter Marmorblatten bis an den Altarstein mit Cement
festgemacht werden. (...)
Der Taufstein bedarf einer neuen Verzierung. (...)
1 Beichtstuhl ... hinter dem Choraltare ... (...)
Großes Crucifix vis a vis der Kanzel. Kreuzwegstationen Gemälde.
(...)
Sakristei ziemlich klein ... mit 2 Kästen. (...)
Gottesacker.... Umfassungsmauern ... sind hoch genug, in guten Zustande
...
Großes Kreuz u. Ossuarium sind vorhanden. (...)" |
Beschreibung
der Kirche 1869
durch Pfarrer Fendt vom 1.11.
| |
Auf
Anfrage der Regierung zum Stil der Kirche:
... Die Kirche hat gewissermaßen dreierlei Style; einen gothischen,
romanischen und deutschen.
Das Chor ist im gothischen Style erbaut, mit Ausnahme der beiden Fenster,
aus welchen der Spitzbogen herausgehauen und Rundbogenfenster gemacht
worden ist. Das Gewölbe ist ziemlich niedrig, indem man von der Mensa
aus nur mehr 12 1/2' bis zum Gewölbe mißt, und deßwegen ein gothischer
Altar nicht wohl angebracht werden kann. Der dermalige Altar ist romanischen
Styles.
Das Schiff der Kirche ist deutschen Styles, es hat kein eigentliches
Gewölbe, sondern nur einen Plafond, eben die Fenster sind wieder in
Rundbogen gebaut. Auch die Seitenaltäre sind romanischen Styles. Weil
im Baustyle der Kirche keine Einigkeit ist, glaubte man eine solche
doch in den Altären beibehalten zu müssen, und ließ den Plan zu dem
projectirten neuen Choraltar im romanischen Style entwerfen..." |
Diesen neuen
Choraltar im romanischen Style errichtete Maler Balthasar Kraft
aus Pfaffenhofen an der Ilm für 600 Gulden. Mittelpunkt war eine große
rundbogige Nische, in der sich das Altarblatt mit dem Bild des Kirchenpatrons
St.Georg befand. Vor den seitlichen Stützen standen entweder die Figuren
von St.Wendelin und St.Barbara oder Heiligenbilder.
Beschreibung
1874 04)
Kirche und Pfarrei Hebertshausen sind auch in der "Statistischen
Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit
um 1874-84 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und
-nach dessen Tod 1877- Pfarrer Georg
Westermayer als Buch veröffentlichten. Diese bisher umfangreichste
Diözesanbeschreibung sollte in erster Linie den praktischen Bedürfnissen
der Diözesan- und Staatsverwaltung dienen. Daneben hat das Werk in
Form von "kleinen Notizen" die Ergebnisse der aufblühenden orts-
und lokalgeschichtlichen Forschung sowie die gedruckten Quellen und die
von Heckenstaller und Deutinger gesammelten Unterlagen im Archiv des Erzbistums
verwertet. Erste Grundlage dieser "Mosaikarbeit" waren Mitteilungen der
Pfarrämter.
Über die Pfarrei Hebertshausen heißt es, sie habe 257
Seelen in 43 Häusern, davon lebten 185 (in 34 Häusern) im Dorf
Hebertshausen selbst, die übrigen Gläubigen in Deutenhofen.
"Einige Häuser sind auf der Anhöhe bei der Kirche, die
größere Zahl in der Ebene, nahe der Amper" schreibt Mayer.
Hebertshausen gehörte damals zu den kleineren Pfarreien im Dachauer
Land. Der Umfang betrug nur 1/2 Stunde Gehstrecke. Die Einkünfte
der Pfarrei beliefen sich auf 1585 Gulden (Einnahmen 1715 - Ausgaben 130).
Das Widdum, der Bauernhof des Pfarrers umfasste 143 Tagwerk (=48 ha) Grund.
Das Pfarrhaus sei ein altes und feuchtes Gebäude, die Ökonomiegebäude
stünden auf sumpfigem Grunde, bemerkte Mayer.
Über die Pfarrkirche berichtet der Verfasser, sie liege "auf
einem Hügel, ca 80 Stufen über dem Pfarrhofe. Erbauungsjahr
unbekannt. Ursprünglich gothisch, dann verzopft (=barock). Geräumigkeit:
Zur Noth hinreichend. Baupflicht: die Kirche. Sattelthurm mit 2 unbedeutenden
Glocken. Drei Altäre. Gottesdienste: Regelmäßig alle.
12 Rorateandachten. In der Seelenoctav und in der Sebastiansoctav 8 Rosenkränze.
Stiftungen: 20 Jahrtage, 13 Jahrmessen, 104 Wochenmessen, 8 Quartalsmessen,
8 Rosenkränze. Meßner und Cantor ist der Lehrer. Cemeterium
(=Friedhof) ohne Capelle. Das Kirchenvermögen: im Jahr 1870
rd. 11.200 Gulden.
In Hebertshausen gebe es auch noch ein Benefizium mit 4500 Gulden,
das von Johann Mändl, Freiherrn von Deutenhofen und churf.geheimer
Rat und Hofratspräsident im Jahr 1654 auf den Englisch Gruß-Altar
der Frauenkirche zu München gestiftet hatte. Dieses Manualbeneficium
wurde am 18.11.1807 nach Hebertshausen verlegt. Dafür hatte der Pfarrer
jährlich 104 Messen zu lesen.
Verlängerung 1888
1888
wurde das Kirchenschiff wegen der Zunahme der Bevölkerung nach Westen
hin verlängert. Das Ausmaß war umstritten. Zunächst war
nur eine Verlängerung um 3,20 m geplant, doch letztendlich wurden
4,00 m daraus. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Plätze um rd.
50.
| |
"...
In Folge der Niederlassung der in der Holzstoff-Fabrik zu Deutenhofen
beschäftigten Familien hat sich die Zahl der Parochianen (= Pfarrangehörigen)
seit 1866 derart erhöht, daß der Raum der Pfarrkirche für
dieselben nicht mehr zureichend ist. Die Quadratfläche der Kirche
beträgt 9,0 mt. l. 6,5 m br. = 58,5 Quadratmeter. Die Seelenzahl
der Pfarrei ist zur Zeit 340. Diesem Uebelstande kann abgeholfen werden
durch Verlängerung der Pfarrkirche, ausgeführt nach beiliegendem
Plane. Die Baukosten, welche nach Ausweis des anruhenden Kostenvoranschlages
nach Abzug der Spandienste auf 3200 M. ... sich belaufen sollen gedeckt
werden: |
Der Kostenvoranschlag
von Joseph Reischl über 3500 Mark, der noch von 3,20 m ausging, lautete
wie folgt:
| |
"Die
Pfarrkirche... erweist sich seit Jahren... als zu klein... Dieselbe
soll nun gegen Westen um 3,20 Met. verlängert werden, durch diese
Verlängerung können Links und Rechts im Innern überall
5 Stuhlreihen eingesetzt werden... , so daß im Ganzen für
35 Personen Platz gewonnen wird. Durch die Verlängerung der Kirche
muß auch die Empore zurückverlegt werden, und wird dadurch
wiederum ein Platz für weitere 10 Personen gewonnen. Die Eingangsthüre
befand sich an der Westseite, welche durch den Anbau verlegt werden
muß, und zwar in die südliche Umfaßungsmauer, von
welcher am kürzesten in die Betstühle man gelangen kann.
Bezüglich des Lichteinfalls wird an der Nordseite ein neues Fenster,
und an der Südseite ein Rundfenster eingesetzt, wodurch dann
für Licht hinreichend gesorgt sein dürfte..." |
Kunstdenkmale
1895 29)
Mit der Hebertshausener
Kirche befasste sich auch das Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches
Bayerns, das Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums
des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben.
| |
Kirche.
- Langhaus spätromanisch (?), Chor gothisch. Das Langhaus
wurde 1888 verlängert. Einschiffig
- Chor eingezogen, ein Langjoch und Schluss in fünf Seiten
des Achtecks
- Langhaus flachgedeckt. Der Chor gewölbt. Die Rippen des
Netzgewölbes ruhen auf stumpfen, rundlichen Kragsteinen
- Seitenaltäre aus der Spätzeit des 17. Jahrhunderts,
1710 geweiht
- Am Aeusseren südlich Rundbogenfries in vertiefter Blende
- Sattelthurm, drei Geschosse mit Rundbogenfries, im obersten
Doppelfenster mit Zwischensäule
- In einem Fenster der Südseite des Chores ein Wappen auf
Glas gemalt, von Säulen umrahmt; mit der Inschrift: Johann
Mandl Herr v. Dettenhofen; oben der Wahlspruch: Nee fernere,
nee timide und die Jahreszahl 1666, H.195, Br.17 cm
- Innen an der Ostseite des Chores Grabstein des Pfarrers Henricus
Rueger, aus dem 16. Jh. mit dem ziemlich
unbedeutenden Reliefbilde des Verstorbenen, von
einem Rundbogen auf Pilastern überdacht. Rother Marmor
Höhe, 155, Breite. 86 cm |
Abgabe
von Figuren 1909
Am 16.Mai 1909 wollte sich die Kirchenverwaltung von ihrer Meinung
nach überflüssigen Figuren und liturgischen Gerätschaften
trennen. Geplant war eine Abgabe an die Missionsgesellschaft. In den Stellungnahmen
dazu wird auch von Veräußerung gesprochen.
Der Kirchenverwaltungsbeschluss lautete:
| |
"...
beschließen mit 4 gegen - Stimme, 5 kleine Statuen (2 Mutter
Gottes, 1 Sebastian, 1 Johannes der Täufer und 1 Jesuskind),
1 Hausaltar, 1 weißes und 1 schwarzes Meßgewand, 1 Ampel,
1 Rauchfaß, 1 Teppich, 1 rotes Tuch und verschiedene andere
alte Sachen dem Missionsverein oder nach Bestimmung desselben einer
Missionsgesellschaft zu schenken..." |
Dagegen äußerten
Bedenken:
- der Maler Stockmann, Mitglied des Ausschusses des Vereins für Volkskunst
u. Volkskunde an Bezirksamt Dachau
- das Generalkonservatorium (Referent Dr. Richard Hoffmann) und
- die Regierung von Oberbayern.
Sie prüften die in Frage kommenden Kunstgegenstände und erklärten
vier davon als kunsthistorisch wertvoll, die nicht abgegeben werden dürften.
Darunter ein Hausaltärchen um 1700, die Taufsteinfiguren vom frühen
18.Jh., das Jesuskind aus Wachs im vergoldeten Holzschrein und ein Rauchfass
aus dem frühen 17.Jh., für das sich das Bezirksmuseum interessierte.
Volksmission 1923
Im
Jahr 1923 fand eine Volksmission statt. Damals war das Kircheninnere
mit Girlanden und Glühbirnen geschmückt. Auf der Aufnahme
rechts ist zu sehen, dass die Kirche mit Altären in neuromanischen
Stil ausgestattet war. Klicken sie zur Vergrößerung
auf das kleine Bild.
Hinweis: Die Volksmission
geht auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück und war
Teil der kath. Gegenreformation. In Bayern wurde die erste Volksmission
1843 in Tuntenhausen von den Redemptoristen abgehalten. Das kirchliche
Gesetzbuch von 1917 schrieb z.B. vor, dass wenigstens alle zehn
Jahre eine Volksmission durchgeführt werden solle. Durch
die Volks-mission sollten die Gläubigen in den katholischen
Gemeinden in einer Art Crashkurs von
zehn bis fünfzehn Tagen wieder intensiver an die Sakramente,
die Glaubenslehren und die
|

Kircheninneres
1923
|
| |
Moral
herangeführt werden.Dies
geschah in der Regel durch speziell geschulte Ordensleute mit besonderen
rhetorischen Begabungen. Sie hielten Predigten, luden zur Beichte
ein, feierten Messen und hielten zahlreiche Vorträge. Mitunter
wurden die Kanzeln in dieser Zeit sehr beansprucht, da öfter
einmal harte Schläge auf die Holzeinfassung erfolgten. Im Vordergrund
stand aber nicht die Förderung der christlichen Gemeinschaft,
sondern das persönliche Verhältnis zu Gott nach dem Motto
"Rette deine Seele". Bei diesen Volksmissionen wirkte bis
zum 2.Vatikanischen Konzil noch ganz die alte Frömmigkeitshaltung
des Barock nach, auch seine starre Liturgie, bald als dunkle Wucht,
bald als feierliche Pracht. Christliche Verkündigung, die Lebensfülle
der hl.Schrift, wurde verengt auf moralische Verbote. Damals wurden
das 6.Gebot und die Kirchengebote (Keuschheit, Sonntagsgebot, Fasten
und Abstinenzen) zum wichtigsten Inhalt katholischen Lebens gemacht.
Tugendbündnisse und Jungfrauen-kongregationen entstanden. Der
Zulauf zu den Volksmissionen war dennoch groß.
Heutzutage wird die Volksmission durch neuen Formen der Schulungs-
und Missions- bzw. Evangelisationsarbeit ersetzt. |
Renovierung
1972 33)
Nach dem Bau der neuen Pfarrkirche Heiligster Welterlöser wurde
die Kirche St.Georg ab 1961 nicht mehr als Gottesdienstraum genutzt und
baulich vernachlässigt. Um 1970 wuchsen die Bauschäden bis zur
Einsturzgefahr heran. 1972 führte man eine große Renovierung
zum Erhalt des Bauwerks durch. Sie umfasste:
- eine neue Nordmauer sowie eine großflächige Erneuerung des
Verputzes am Außenbau (508,97 qm)
- Trockenlegungsmaßnahmen nach dem System Hermetique
- Neutünchung nach Befunderstellung durch Kirchenmaler Konrad Wiedemann,
- Einbau einer neuen Flachdecke und eines neuen Bodens aus Solnhofener
Plattenkalk,
- Renovierung der restlichen Ausstattung durch Johann Stachl und K. Wiedemann.
Dabei wurden die romanischen Wandmalereien an der Südwand durch K.
Wiedemann aufgefunden. Der tünchte das Presbyterium neu, während
die restliche Raumschale von den Malermeistern Josef Schuster und Josef
Skrobanek gestrichen wurde.
Benefizium
04)
Mayer/Westermayer berichten in ihrer Bistumsbeschreibung von 1874/84,
in Hebertshausen gebe es auch noch "ein Benefizium mit einem Stiftungsvemögen
von 4500 Gulden, das von Johann Mändl, Freiherrn von Deutenhofen,
churf.geheimer Rat und Hofratspräsident im Jahr 1654 auf den Englisch
Gruß-Altar der Frauenkirche zu München gestiftet hatte. Dieses
Manualbeneficium wurde am 18.11.1807 nach Hebertshausen verlegt. Dafür
hatte der Pfarrer jährlich 104 Messen zu lesen.
1825 wurden die Erträge aus dem Benefiziums aufgeteilt. Einen Teil
erhielt der Pfarrer für das Lesen der Messen, der andere Teil war
für eine Besoldungserhöhung des Lehrers bestimmt. Dazu schrieb
Pfarrer Anton Dallmayr an die Regierung des Isarkreises:
| |
"In
der Regierungsentschließung vom 13.6.1825 wurde bestimmt, daß
vom Ertrag des zum Teil säkularisierten Baron von Mandlschen
Benefiziums der Münchner Frauenkirche künftig 50 fl zur
Besoldungserhöhung für Lehrer Stadler in Hebertshausen und
der Rest für den Lokalschulfond zu verwenden ist. Die Patrimonialgerichtsherrschaft
Deutenhofen hat die Gelder auch erhoben und ihm, dem Pfarrer, für
Verrichtung der Jahrtagsverpflichtung seinen Teil ausbezahlt, nicht
aber dem Lehrer. Bitte die Forderung des Lehrers durchsetzen zu helfen".
|
Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer
wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige),
Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist
die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind
deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf
die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei.
Pfarrei
1524: Pfarrei mit 90 erwachsenen Gläubigen
1560: Pfarrei mit 120 erwachsenen Gläubigen
1738: Pfarrei mit xx erwachsenen Gläubigen
1826: Pfarrei mit 238 Seelen 24)
1835:
Pfarrei mit 207 erwachsenen Gläubigen 24)
1845: Pfarrei mit 212 erwachsenen Gläubigen 24)
1855: Pfarrei mit 223 erwachsenen Gläubigen 24)
1868: Pfarrei mit 222 Seelen 24)
1874:
Pfarrei mit 257 Gläubigen in 43 Häusern
1888: Pfarrei mit 340 Gläubigen 33)
|
|
Gemeinde
1852: Gemeinde mit 37 Familien und 157 Einwohnern
02)
1867: Gemeinde mit 217 Einwohnern, 88 Gebäuden (davon
Deutenhofen
45/21)
03)
1876:
Gemeinde
mit 289 Einwohnern (davon 2 Protes-
tanten), 41 Wohngebäuden 30)
Ortschaft
1867: Ortschaft mit 172 Seelen in 67 Häusern
03)
1874:
Ort Hebertshausen mit 185 Gläubigen in 34 Häusern.
|
Berichte aus der Pfarrei
Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder auch aus dem Pfarrleben
von Hebertshausen berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar
mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck
aus der damaligen Zeit. So wird z.B. in der Zeitung Amperbote
von 1955 vom 80.Geburtstag des Mesnervaters Josef Mair berichtet.
Wenn Sie an dem Bericht interessiert sind, klicken Sie hier...
Eine Liste der Pfarrer von Hebertshausen finden
Sie hier...
Baubeschreibung
Die Kirche liegt auf einem Hügel,
80 Stufen über dem Niveau der Pfarrkirche
04).
Das Langhaus ist,
zumindest in einigen Teilen, schon fast 900 Jahre alt. Dies zeigen die noch
erhaltenen Wandgemälde, die zu Beginn des 12.Jh. entstanden sind. Seit
seiner Verlängerung auf 13 Metern im Jahr 1888 erstreckt es sich über
4 Achsen. Der Rundbogenfries am Verlängerungsteil der Außenfassade
entstammt also dieser Zeit und nicht -wie am Turm- dem Ende des 13.Jh.
Die Langhausnordwand, die vielleicht ebenfalls aus dem 12.Jh. stammte, wurde
wegen Einsturzgefahr Anfang der 1970er Jahre abgetragen und neu errichtet.
|
Der einachsige Chorraum
ist jünger als das Langhaus. Es wurde erst in der 2.Hälfte
des 15.Jh. errichtet. Auch in ihm finden sich (wieder übertünchte)
Malereien, die der gotischen Zeit angehören könnten. Möglicherweise
gibt es im Mauerwerk noch romanische Reste, da die Wände dort
aus einem dem Langhaus gleichartigen Tuffquadermauerwerk bestehen.
33)
Der Chor war lange Zeit mit einem Blechdach über-deckt.
1972 erhielt er eine Ziegeldeckung aus naturrotem Kirchenbiber.
33)
Der 19 m hohe Sattelturm an der Chornordseite
ist in seinem unteren Teil romanisch, in seinem obersten Stockwerk,
das mit Staffelgiebelfriesen geschmückt ist, aber spätgotisch.
Er ist mit Ludovici-Pfannen gedeckt. 1848 schlug der Blitz in den
Turm. In der Pfarrchronik steht dazu:
|
Ansicht
von Südosten - Okt.2017
|
"Am Pfingstmontag
1848 schlug nachmittags der Blitz in den Kirchthurm und
beschädigte zudem die Goldverzierungen des Hochaltares und rechten
Seitenaltares". Die Behebung der Schäden kosteten 112 Gulden.
33)
Als man 1883
über den Kauf eines Blitzableiters nachdachte, lehnte das Landbauamt
München dies ab, weil eine Eiche, die neben der Kirche stand und
den Turm überragte, genügend Schutz bot.
33)
Die Turmuhr wurde 1835 repariert. 1908 wurden die Ziffernblätter
neu gestrichen. 33)
Glocken
Hinter den Schallfenstern mit Zwischensäule hängen zwei Glocken;
- darunter eine ältere Glocke, die von Paul
Kopp , München 1692
gegossen wurde.
Auf ihr sind eine Georgsfigur und
eine Inschriftenkartusche mit dem Text "St.Georg. Sanctus
M(D)CX.." angebracht.
08
)
Gewicht 323 kg 33)
- Aus dem Jahr 1859 ist bekannt, dass eine alte Glocke durch den Glockengießer
Johann Georg Bauer aus München umgegossen
wurde. Sie hatte ein Gewicht von 270 kg. 33)
Bei den Berichten über die frühere Ausstattung mit Glocken gibt
es Ungereimtheiten:
1918, kurz vor dem Ende des 1.Weltkriegs, hingen die beiden heutigen Glocken
von 1692 und die 1859 umgegossene Glocke im Turm.
Im 2.Weltkrieg (1942) musste eine große Glocke für Kriegszwecke
abgeliefert werden. Sie wog 8 Ztr., hatte die Inschrift: "B.K.V.V.S.Bopp
una hora ultima" (eine Stunde wird die letzte sein) und soll
im Jahr 1697 gegossen worden sein.
Das schrieb am 17.8.1946 die Kirchenverwaltung Hebertshausen an den Landrat
von Dachau:
| |
Originaltext:
"1. Die Pfarrkirche... mußte eine Glocke abliefern (die größere).
2. Die Glocke wurde gegossen in München im Jahre 1697 Inschrift:
B. K. V. V. S. Bopp una hora ultima. Gewicht: 8 Ztr. 3. Dem Alter
nach wird die Glocke unter Bezeichnung b eingestuft woorden sein.
Glockenabnahme durch Zimmermann Hartl, Ampermoching, Herbst 1942.
4. Von dem Aufenthalt der Glocke ist mir nichts bekannt." (StAM: LRA
129329) 33)
|
Vorher war
diese Glocke nicht genannt worden. Zudem hieß es in allen älteren
Beschreibungen, dass im Turm der Hebertshauser Kirche nur zwei Glocken hingen.
Die Glockenstühle stammen aus den Jahren 1630 und 1839 (von
Zimmermeister Höß für 88 Gulden).
Im Vorhaus (früher Vorzeichen genannt), das das Portal vor
den Unbilden der Witterung schützt, hing früher eine Holztafel
mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts, die 1746 von Franz Mayr
bemalt wurde.
Sakristei
Die Sakristei ist östlich an den Turm angebaut und mit einem Pultdach
versehen. Ihr Zugang von außen führt durch das Turmerdgeschoss.
Der erste Anbau dürfte in der 2.Hälfte des 17.Jh. errichtet
worden sein. Vielleicht war es im Jahr 1653, in der der Landrichter angewiesen
wurde, dass die Messgewänder in der (neu errichteten) Sakristei aufbewahrt
und vor Schaden bewahrt werden.
1911 beschloss die Kirchenverwaltung die Verlegung der Sakristei wegen
des Einbaus eines Oratoriums:
| |
"In
der Pfarrkirche in Hebertshausen soll ein Oratorium in der Weise errichtet
werden, daß von der jetzigen Sakristei in die Kirche eine Fensteröffnung
gemacht und die Sakristei verlegt wird. Die Anbringung eines Fensters
bzw. einer Öffnung von der Sakristei zum Presbyterium würde
am besten möglichst bald geschehen. Mit dem Bau einer neuen Sakristei
könnte noch gewartet werden. (...) Die Kosten (von 9800 Mark)
trägt Herr Graf v. la Rosee.
33)
|
Das Generalkonservatorium
im München genehmigte die Baumaßnahme am 10.10.1911 mit folgenden,
nicht sehr schmeichelhaften Worten: 33)
| |
"Da
das Kircheninnere und dessen Ausstattung künstlerisch nicht sehr
bedeutend ist, so besteht unsererseits gegen die Einbrechung eines
Oratoriumsfensters im Chor und zum neuen Sakristeibau keine Erinnerung"
33)
|
Ein Jahr später
wollte der Graf kein Oratorium mehr, sondern nur noch einen exklusiven Chorstuhl
für seine Familie im Altarraum. Das entnehmen wir einem Bericht der
Kirchenverwaltung Hebertshausen an Bezirksamt Dachau:
| |
"...
mit dem Berichte, daß auf den an das erzb. Ordinariat gerichteten
Antrag des Herrn Grafen von La Rosée, daß ihm an der
Evangelienseite des Presbyteriums ein Platz zur Errichtung eines Chorstuhles
von 4-6 Personen eingeräumt werde, die Kirchenverwaltung am 24.
April 1912 beschlossen hat, daß in eine Einschränkung dieses
Raumes auf die Dauer unmöglich eingewilligt werden kann... und
daß die Erbauung eines Oratoriums im Raum des Turmes oberhalb
des Durchganges zur Sakristei, wie es früher schon beabsichtigt
war, als die einzige Möglichkeit erscheint, jedoch mit einen
Aufgang von außen mit einem Anbau neben der jetzigen Thüre
ins Freie. Die Absicht ein derartiges Oratorium zu bauen, scheint
der Herr Graf nicht zu haben. Er benützt jetzt das Oratorium
des Herrn Grafen von Spreti in Ampermoching." 33) |
So verblieb
die Sakristei in Hebertshausen an ihrer Stelle.
Die Inneneinrichtung
der Sakristei stammte aus dem Jahr 1852. Dazu notierte der Pfarrer
Huebmann:
| |
"Zu
Ostern 1852 ließ ich die Sakristei fast ganz neu umwandeln,
bis auf einen alten Kirchenkasten. Die Arbeit fertigten der Kistler
Otteneder von Weilbach und dessen Bruder. Auch den eichenfarbigen
Anstrich besorgten dieselben ganz lobenswerth". 33) |
Epitaph im Aussenbereich
An der Außenwand ist ein
Epitaph in die Wand eingelassen.
Es ist dem Gedenken der beiden folgenden Seelsorger gewidmet
- Josef Lackermaier, geb. 20.1.1876, gest. 28.7.1949 (Pfarrer von
1918-1936); Kalkstein (60 x 46 cm).
- Andreas
Gastager geb.6.2.1893, gest. 21.6.1945 (Pfarrer von 1936-1945)
37)

Epitaph 1945
|
Ein weiteres Epitaph erinnert
an Anton Dallmayr, der am 25.3.1829 starb. Der Stein aus
Granit ist stark verwittert
37)
Am Priestergrab wird an Pfarrer Josef Seybold 7.6.1835 -
18.8.1885 und Anton Berger 17.10.1908 - 13.4.1980 gedacht.
Es handelt sich um einen Stein aus Rotmarmor mit einem Relief des
Osterlamms.
An der Chorsüdseite ist außen ein großes Kruzifix
angebracht. Es erinnert an eine der vielen Volksmissionen, die in
den vergangen Zeiten hier abgehalten wurden. Das Kreuz wurde 1950
durch Fassmaler Wimmer aus München neu bemalt.
|

Volksmissionskreuz
|
Friedhofsmauer 33)
Die Friedhofsmauer musste -wie bei allen anderen Kirchen- immer wieder renoviert
und ausgebessert werden.
Bekannt ist dies aus den Jahren 1650,
1654
(3 Eichen für 4 fl. 41 kr.gekauft), 1683 (3000 Steine für 123
fl.), 1699 (550 maurstain), 1746,
1772, 1810 und 1837.
1810 wurde die Friedhofmauer mit großem Aufwand (11.000 Ziegelsteine
und 100 Fuder Sand) völlig erneuert. 5 Maurer und 6 Handlanger hatten
36 Tage zu tun. Interessant ist der Kostenvoranschlag vom Schlossmaurermeister
Anton Hergl aus Dachau vom 20.1.1810, der sich auf 705 Gulden belief, später
aber vom Revisor auf 474 Gulden gekürzt wurde.
| |
"...
Die Pfarr Kirche... ist auf einem Berghiegl von 50 biß 60 schue
(= 15-18 m) höche erbauet, so 57 schue (= 16,7 m)
lang, 28 schue (= 8,20 m) breit. Hiebäu befindet sich
einne maur um die Kirche, welche zum einschlus des Kirchhofes diennet,
sie ist 2 1/2 (= 73 cm) schue hoch über die Erdfleche
des Kirchhof, Ausser diesser Erdfläche aber ist solche maur 10
biß 12 (= 2,90-3,50 m) schue hoch, welche dem Berghiegl
zusammen haldet. Sohin zur Erhaltung der Kirche nothwendig Diesse
maur aber ist serr baufellich, wouon einniche stick ausgelegt und
neu gemacht werdenmiessen. Auch befindet sich ein stick maur Am Fues
des Berg, welche 157 schue (= 46 m) lang 15 (= 4,40 m)
hoch zue Gegenhalt des Berges, worauf die Kirche stehet wouon schon
ein stick zu 30 (= 8,80 m) schue lang eingefallen und ein zweits
zu 40 (=11,70 m) schue lang so einstweillen uerbelzet worden
ist abzutragen. sohin ist nachstehendes Bau Material dan mauer und
handtlanger Taglohn erforderlich" |
1892 wurde wieder festgestellt,
der nördliche Teil der Friedhofsmauer bedürfe der Erneuerung;
dabei stellte der damalige Dekan Rößler anlässlich einer
Visitation fest: "Weil die Friedhofmauer eine Gemeindesache ist, so
erklärte H. Bürgermeister dieselbe heuer noch u. zwar so bald
als möglich herstellen zu lassen". Die Gemeinde nahm die Baupflicht
aber nicht an.
Als 1900 durch den Maurermeister Sebastian Schall aus Großinzemoos
Reparaturen an der Friedhofsmauer durchgeführt wurden, übernahm die
politische Gemeinde aber die Hälfte der Kosten von insgesamt 934,64 Mark.
Im Sitzungsprotokoll vom 23.1.1900 heißt es dazu:
| |
"Zur Deckung
der Kosten hätte die Kirchengemeinde aufzukommen. Es übernimmt
jedoch mit curatelamtl. Genehmigung vom 12. Mai 1899 die politische
Gemeinde, die sich ohnehin mit der Kirchengemeinde deckt, einen Theil
der Bestreitung der Kosten im Betrage von 460 M, erlöst aus dem
Verkaufe an Gemeindegründen. Den restirenden Betrag hat die Kirchenstiftung
Hebertshausen zu leisten". |
Auch 1908 zahlte die Gemeinde
die Hälfte der Renovierungskosten.
Als 1921 eine neue Südmauer errichtet wurde, hat die Gemeinde
wohl die Kosten voll getragen. In der Kirchenrechnung ist jedenfalls kein
Eintrag zu finden. Grund für den Neubau war, dass von der südlichen
Friedhofsmauer unter dem Druck des Friedhofs ein etwa 20 m langes Stück
aus seiner ursprünglichen Lage ausgebrochen war und sich im Rest Sprünge
bildeten. "Die Beschädigungen sind derart, dass eine Reparatur
nicht möglich ist, sondern eine vollständige Erneuerung des schadhaften
Mauerteiles - aus praktischen Gründen durch Herstellung einer neuen
Mauer vorderhalb der schadhaften - notwendig wird", schrieb der Bezirksbaumeister
des Amtsbezirks Dachau. "Als Ursache der Beschädigung ist m. E.
keineswegs eine ungenügende Tragfähigkeit des Maueruntergrundes
anzunehmen, sondern lediglich die ursprünglich zu gering bemessene
Stärke der Mauer, die die bedeutende Last der Hinterfüllung wohl
noch aufzunehmen vermochte, jedoch den Druck der im April des Jahrrs gefallenen
Schneemengen nicht standhalten konnte".
Die Untersuchung zur Stabilität des Kirchbergs vom 19.1.1920 durch
das Geologische Institut bei der Bay. Akad.d.Wissenschaften (Dr.Boden) hatte
folgendes ergeben:
| |
"Über
die Gefahr eines Bergrutsches am Kirchberg in Hebertshausen.
Der Berghang, an dessen Oberkante die baufällige Friedhofmauer in
recht exponierter Lage errichtet ist, besteht aus sehr feinkörnigen,
lockeren, weichen Sandschichten. Da wesentliche Gesteinswechsel, die
zur Ansammlung von Wasser in diesen Sanden führen könnten, nicht vorhanden
sind, sickern die Tagewässer in die Tiefe und treten erst am Fuße
des Hanges als Quellen zu Tage aus. - Die geologischen Verhältnisse
liegen daher für die Bildung von Gehängebewegungen nicht günstig und
Anzeichen für derartige Rutschungen, die zur Beschädigung der Mauer
geführt hätten, machen sich an dem mit Vegetation bedeckten Hang auch
nirgends bemerkbar. - Gegen die Herstellung einer neuen Mauer bestehen
daher keine Bedenken, jedoch müsste dem erheblichen Druck der hohen
Hinterfüllung, |
1925
reparierte man den Friedhofssteg. Dazu gibt es folgendes Beschlußprotokoll
der Kirchenverwaltung vom 4.1.1925:
| |
"Der
höchst schadhafte Friedhofssteg bedarf dringender Reparatur ...
Da einerseits nicht sicher feststeht, wer hiefür aufzukommen
hat, und andererseits der Kirchenstiftung erhebliche Mehrkosten erwachsen,
so wird an den ... Gemeinderat das Ersuchen gestellt, dessen Instandsetzung
gütigst übernehmen zu wollen. Diese freiwillige Leistung
wird von der Kirchenverwaltung schon im vorhinein dankbarst anerkannt
wie auch die geplante Instandsetzung der östlichen Friedhofstiege,
bei der die Gemeinde bedeutende Mehrkosten sich auferlegt, um ein
dauerhaftes Werk zu schaffen". |
Als in den Jahren 1941/1942 der Friedhof erweitert wurde, musste
man einen Graben auffüllen. Dazu wurden
1941 französische Kriegsgefangene (Tageslohn 2,50 RM) und 1942 KZ-Häftlinge
(Stundenlohn 20 Pfg.) eingesetzt. Im Zuge dieser Erweiterung kam es zu einem
Streit um das Besitzrecht am Berghang, auf dem der neue Friedhof entstand
(Gemeinde oder Kirchenstiftung) und über Rechte der Kirchenverwaltung
bei der Verwaltung des Friedhofs. Der Regierungspräsident entschied,
dass die politische Gemeinde Hebertshausen eine Friedhofsordnung nur für
den neuen Friedhofsteil erlassen und in gleicher Weise Grabgebühren
nur für den neuen Friedhof festsetzen und beanspruchen könne;
der alte Friedhof um die Kirche verbleibe dagegen mit allen Rechten bei
der Kirchen-stiftung, wobei eine Schließung dieses alten Friedhofs
wegen Vollbelegung in Erwägung gezogen werde (Vollzug mit Ausnahme
von Familiengrabstätten am 22.1.1945). Für die Kriegsgräber
gab es folgende Regelung:
| |
Eine Zusammenlegung
dieser Gräber ist an sich sehr schön und gut, solange einheitliche
Birkenkreutze (!) oder später auch Gedenksteine vorhanden sind.
Eine Aufstellung von verschiedenen Grabmalen würde jedoch dieses
einheitliche an die Opfer des deutschen Schicksalskampfes mahnende
Bild wieder zerstören.
Bürgermeister Herzog, Hebertshausen an Landrat, Dachau vom 11.6.1942
|
Neubau der Pfarrkirche 1961
Seit dem Bau der neuen Pfarrkirche zum Heiligster
Welterlöser im Jahr 1961 unterhalb des Kirchbergs wird die Kirche
St.Georg nur noch gelegentlich zu kirchlichen Veranstaltungen und Ausstellungen
benutzt.
Innenausstattung
Innenmaße des Kirchenbaus:
Länge des Kirchenschiffs:
13 m;
Altarraum:
Breite der Kirche: Kirchenschiff: 6,5
m; Altarraum:
Altarraum
/ Chor
Der
stark eingezogene,
nur ein Joch tiefe Chor aus spätgotischer Zeit schließt
mit drei Achteckseiten
und ist von einem schönen Netzgewölbe
überdeckt. Die Gewölberippen ruhen unten auf stumpfen, rundlichen
Kragsteinen. Im oberen Treffpunkt der Rippen sind zwei einfach bemalte
Schlusssteine
gesetzt.
|
Netzgewölbe
|
Die
Vielzahl der Rippen im Netzgewölbe ist nicht - wie z.B. beim
Kreuzrippengewölbe- allein durch die Statik bedingt, sondern
dient auch der Zierde. Sie waren übrigens lange Zeit übertüncht
und wurden erst 1952 wieder freigelegt.
Das Presbyterium war 1846 mit "grünlicher Steinfarb"
ausgemalt worden , "wogegen die schneidenden Kanten der gothischen
Bögen weiß" gemacht wurden. 33)
|
 |
Hinweis: Die Schlusssteine
der Gewölberippen sind im Scheitelpunkt eines Bogens oder im
Knotenpunkt von Rippen eingefügt. Sie verkeilen das gebogene
Mauerwerk und geben dem statischen Gefüge den entscheidenden
Halt. Neben seiner bautechnischen Aufgabe hat der Schlussstein auch
eine religiöse Bedeutung. Denn Paulus schreibt im Epheserbrief
(Eph 2,19-22): "Ihr seid das Fundament der Apostel und Propheten.
Der Schlussstein ist Jesus Christus selbst. Durch ihn wird der ganze
Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn
(Eph 2,20-22). |
Der
Altarraum ist gegenüber dem Kirchenschiff um drei Treppenstufen
erhöht. Die rundbogigen Fenster sind mit sechseckigem Antikglas
verglast. 33)
Das Pflaster
(Solnhofener Platten) wurde 1920 neu gelegt.
37)
Die Abnahme
der zahlreichen Tüncheschichten der Kirche im Jahr 1949 hat - wie
zu erwarten war - ergeben, dass "owohl der Chor wie das Langhaus
vom Mittelalter bis ins ausgehende 18. Jahrh. eine Wandbemalung trug".
Leider ist der Zustand derselben derart, daß eine Freilegung auch
nur von Teilen der figürlichen und ornamentalen Bemalung möglich
ist" schrieb Herr Blatner vom Landesamt für Denkmalpflege
am 22.8.1949. Bei der Renovierung 1972 hat man die Malschichten weiter
untersucht und folgende Reihenfolge festgestellt: 33)
| |
"a.
Erste Ausmalung, nur im Chor findbar (Romanik)
b. Zweite Ausmalung (Romanik), im Chor und Kirchenschiff zu
finden.
c. Ausmalung der Renaissance (Groteskenmalerei im Chor), im
Chor, Chorbogen und im Kirchenschiff vorhanden.
d. Farbtönung und Bemalung nach dem Barocken-Umbau.
e. Mehrere Austönungen und Teilbemalungen des 19. Jahrhunderts".
|
Choraltar
ab 1972
|
Der alte Tabernakel
ist unter der Empore abgestellt. Er stammt vom ehem. Choraltar von
1870 und ist im neugotischen Stil gestaltet
|
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Der
Altar ist ein Blockaltar mit gemauerter und verputzter Stipes. Er
ist das beständige Teil der Kirche über viele Jahrhunderte.
Früher war er mit Holz verkleidet. Seit 1952 steht er frei ohne
Retabel (Altaraufbau) im Raum.
Im Bild nebenan (Stand 2002) steht eine Madonnenfigur aus dem Devotionalienhandel
auf dem Altartisch. |
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An der Wand hinter dem Altar
hängt ein Kruzifix
aus dem 19.Jh. mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden. Der Körper
Jesu ist mit Geißelwunden übersät. Jesus ist ohne
Dornenkrone dargestellt.
|
Kruzifix
19.Jh.
|
Rechts
neben dem Kruzifix steht immer wieder einmal die im spätgotischen
Stil nachgeschnitzte Figur des hl.
Georg mit dem Drachen auf einem Postament an der Chorwand.
Georg ist in eine Ritterrüstung gekleidet; in der Hand hält
er einen Spieß. Zu seinen Füßen windet sich der besiegte
Drache, das Sinnbild für das Böse in der Welt.
Die Figur kam im Tausch mit dem rechten Seitenaltar aus dem Bayerischen
Nationalmuseum nach Hebertshausen. Dort war sie als Fälschung
erkannt und aus diesem Grunde abgegeben worden. "Die Figur wirkt
aber sehr dekorativ", schrieb Herr Blatner vom Landesamt für
Denkmalpflege am 17.2.1950. 33)
Nach
Ausräumung der Seitenaltäre 1952 stand die Skulptur eine
Zeit lang auf der rechten Seite des Chorbogens. |
St.Georg
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Hinweis: Georg
war Soldat des römischen Heeres zur Zeit Kaiser Diokletians und
wurde um ca. 304 in Nikodemien oder Lydda wegen seines Glaubens enthauptet.
Bei uns wird er als Ritter dargestellt, der einen Drachen tötet.
Nach der Legende errettete er eine vor einem Drachen, der jeden Tag
ein Kind gefressen hat. |
Frühere Altäre
Choraltar
von 1952 bis 1972
|
Der
Altar hatte kein Retabel im herkömmlichen Sinn.
An dessen Stelle befand sich - eine Zeit lang- ein großer
Umhang als Hintergrund für die Kreuzigungsszene.
Der doppelstöckige Tabernakel
stammt vom ehem. Choraltar von 1869 und ist im neuromanischen Stil
gestaltet
|
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Unter dem Kreuz
standen die frühbarocken Figuren des Johannes und von Maria Magdalena
(beide um aus der Zeit um 1650).
Diese Figuren wurden 1972 in der Werkstätte für kirchliche Restaurierungsarbeiten
Johann Stachl aufwändig restauriert.
Einen Bericht über die Restaurierung finden
Sie hier.... |
Choraltar
von 1869 - 1952
In der Zeit vom
1870 bis 1952 stand hier ein neuromanischer Altar. Er war vom gelernten
Spenglermeister Paul Weiß aus Landshut entworfen und von Maler
Balthasar Kraft aus Pfaffenhofen
erstellt worden.
Der frühere barocke Altar war 1869 "durch Feuchtigkeit und
Alter ruiniert".
Außerdem passte der alte barocke Altar nicht mehr in die Zeit
des Historismus, in dem die alten, vorbarocken Kunststile geschätzt
und wiederbelebt wurden. |
|
Der
Altar von 1869 war im Stil
der Neuromanik gearbeitet. Da in der Zeit der (originären) Romanik
(1000-1250) keine Altaraufbauten verwendet wurden, unterliegen neuromanische
Hochaltäre keiner stilistischen Norm, sondern können kreativ
gestaltet werden.
Dies war auch hier in Hebertshausen so. Mittelpunkt war eine große
rundbogige Nische, in der sich das Altarblatt mit dem Bild des Kirchenpatrons
St.Georg befand. Vor den seitlichen Stützen standen entweder
die Figuren von St.Wendelin und St.Barbara oder -wie im nebenstehenden
Bild- Heiligenbilder. |
Choraltar
von ca. 1650 - 1869 33)
Der barocke Choraltar wurde kurz
nach dem 30jährigen Krieg, so gegen 1650 errichtet. Wie er aussah
ist nicht bekannt. Zudem wurde er im 18.Jh. verändert.
Zuletzt jedenfalls besaß er jedenfalls ein Retabel mit vier Säulen
und ein Altarblatt mit einem Georgsbild. Die Assistenzfiguren stellten
die Handwerkerheilige Barbara (mit Schwert) und den Bauernheiligen St.
Wendelin (mit Hirtenstab, einem Lamm auf dem Arm und einem Rind zu seinen
Füßen) dar. Diese drei Kunstwerke wurden 1869 auch in den neuromanischen
Altar übernommen, von dem es schon Fotos gibt. Daneben hatte er zwei
bis an die Außenmauern reichende Durchgänge, auf denen Figuren
der Heiligen Franz Xaver und Petrus Regalatus standen. Die -meist mit
Vorhängen versehenen- Durchgänge waren früher beliebt,
weil z.B. bei Beerdigungen das Opfergeld nicht in den Klingelbeutel geworfen,
sondern in ein Körbchen vor dem Altar eingelegt wurden. Die Gläubigen
zogen in einer Spendenprozession den Mittelgang vor und warfen das Geld
ein. Dann führte der Weg unter den Durchgängen um den Altar
herum zum Platz in der Kirchenbank zurück.
In der Kirchenrechnung des
Jahres 1654 ist vermerkt, dass das Antependium mit Holz verkleidet
wurde, für den relativ hohen Betrag von elf Gulden.
1742 wurde der Altar umgebaut. Der bekannte Dachauer Maler Franz
Mayr
(1707-1752) schuf ein neues
Altarblatt, das den hl. Georg darstellte. Der Heilige reitet nicht, sondern
steht aufrecht, mit einer Fahne in der Hand, auf dem besiegten Drachen.
Dieses Gemälde war auch Mittelpunkt des darauf folgenden neuromanischen
Altars. Im gleichen Jahr erstellte der Bildhauer
Bartholomäus Schuhpaur
(1680-1750) ein neues
Hochaltarantependium, das Franz Mayr drei Jahre später, 1745,
mit den 15 Geheimnissen des Rosenkranzes bemalte.
In den Jahren 1747-1749
wurde der Choraltar durch Bartholomäus Schupaur und
dem Kunstschreiner Nikolaus
Prugger (1684-1769) noch
stärker verändert. Sie schnitzten zwei Skulpturen der Heiligen
Wendelin und Barbara (je 2 Schuh 3 Zoll hoch), zwei neue "Apostelschild",
vier Säulen für das Retabel und zwei Gemälde auf den seitlichen
Durchgängen (Hll. Franz Xaver und Petrus Regalatus).
Ein Eintrag in den Kirchenrechnungen
1855/1856 besagt, dass das "Hochaltarblatt mit einer Georgsdarstellung"
renoviert wurde.
Hinter
dem Choraltar stand früher ein Beichtstuhl, der schon 1630
eingebaut und 1835 erneuert worden war. 33)
Am Zugang von
der Sakristei zum Altarraum ist die Chorglocke
(Sakristeiglocke) in einem schmiedeeisernen Gestell befestigt. Sie
dürfte aus dem Ende des 19.Jh stammen und ist auf den Ton c
gestimmt. 37)
Die Chorglocken zeigen das
akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes an. Sie
werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei
verlassen und den Chor betreten.
|
Chorglocke
19.Jh.
|
Chorbogen
| Der Chorbogen
war auf der Innenseite mit Ornamentsmalerei und christlichen Symbolen
in Felderungen verziert (siehe Bild rechts). |
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Auch auf der Ostseite
des Chorbogens (zum Choraltar hin) sind noch Reste einer Bemalung
zu erkennen. |
Epitaphe im Altarraum
und im Kirchenschiff
An den Chor- und Langhauswänden
sind mehrere Epitaphe aus Sandstein und Rotmarmor eingemauert, die
aber schon zu bröckeln beginnen. Die Grabplatten erinnern an die Freiherren
von Deutenhofen sowie an frühere Pfarrer von Hebertshausen (in deren
Epitaphe Kelche eingraviert sind).
| |
Hinweis: Epitaphe
gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal
für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder
außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe
(griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt;
sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein
Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
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Epitaph
aus Rotmarmor, wohl aus dem 16.Jh (die Zahl MD =1500 ist ohne Jahrzehnt
und Jahr vorgegeben) für den Dekan Henricus Rueger (Rieger),
das dieser schon zu seinen Lebzeiten erstellen ließ. Es enthält
Freiflächen für die Einmeißelung des Datums. Warum
das Sterbedatum letztendlich doch nicht eingemeißelt wurde,
ist nicht bekannt. Jedenfalls ist Heinrich Rieger in der Matrikel
von 1524 01)
als Pfarrer von Hebertshausen
genannt.
Im unteren Bereich des Epitaphs ist unter einem Rundbogen ein Priester
mit Kelch und Hostie dargestellt.
Text: Anno dm. MD___obii. Verabilis vir henricus Mieger (!) huius
Ecclesie rector et Decanus die___Mensis___. Cuius anima requiescat
in dei pace".
Dieses Epitaph ist sogar im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs
Bayerns aus dem Jahr 1893/95
enthalten, das
Gustav von Bezold u. Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl. Innenministeriums
erstellt haben.
1895 war das Epitaph
innen an
der Ostseite des Chores,
dann viele Jahre an der Außenseite neben dem Eingang angebracht.
Maße: Höhe 159 cm,
Breite 89 cm. 29)
|
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Größtes Epitaph
aus Rotmarmor für Dr. jur. Johannes Mändl und seine Frau
Maria Mändl aus Deutenhofen von 1620, dem Todesjahr von Maria.
Dieses dreiteilige Epitaph wurde offenbar von Maria noch zu Lebzeiten
ihres Mannes Johannes erstellt. Der Platz für das genaue Sterbedatum
des Dr.Joh.Mändl ist noch leer. Eingraviert sind die Zahlen
MDC (16..). Dr. Mändl hat übrigens von 1588 bis 1666 gelebt.
Text auf dem Steinteil für Dr.Johannes Mändel:
"Ioannes Mandl in Deitenhofen
iuris Doctor Serenissimo Maximiliano utriusque Bavariae duci et
principl
electori ___ A consilius
et fevdis praefectus etc. sibi et Lectissimae coniugi ___ cui ut
in humanis ita inter
mortuos ___ et coelites
___ iungi desiderat. Hunc tumulum elegit. Obiit anno MDC___ Mense___Die___"
Die Grabplatte ist im Mittelteil durch heraldische Motive und Wappen
besonders prächtig geschmückt.
Über dem Wappen ist zu lesen: "Siste Viator lege et avod
optas moriturus morivis. Vove et Fave (?)"
Der Teil des Steins
für Maria Mandl enthält folgenden Text:
"Die Edl Tugendsame
und Gottesfürchtig Frau Maria Mandlin geborne H...mairin Hern
Johann Mandls zu
Deuttenhofen Churfrst.
Hof Cammer Raths und ...... ? Ehefrau erwartet in disem Ruebeth
die frölich
Auferstehung. Amen.
Ist gestorben den 2.December 1620 Anno___ Ihres Alters 34 Jar. Coniugis
exemplum
castae___ Superrosqu.
Timentis. Hic iaceo virtus 91 Ova iacere potest".
Maße:Höhe
227 cm,
Breite 114 cm
37)
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Ein weiteres Epitaph
aus Rotmarmor ist für den Pfarrer Georg Leitner/Laitner (gest.
4.10.1651) am nördlichen Chorbogen (unterhalb des Epitaphs von
Michael Sutor) angebracht. Im unteren Bereich ein Kelch.
Text: "Anno 1651 den 4.Junij starb der Ehrwürdig
und Wollgelehrt Herr Georg Leithner von ...enegg gewester
Pfarrer in Ebertshausen,
dem Gott genadig seie".
Maße: Höhe
84 cm,
Breite 42 cm 37)
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Quadratisches Epitaph
aus Kalksandstein unter dem Taufstein an der rechten Seite des Chorbogens.
Unten ein Kelch. Nach dem Text wäre Caspar Durner 40
Jahre lang Pfarrer von Höbershusy (Hebertshausen) gewesen und
am 21.4.1730 im Alter von 93 Jahre gestorben.
Text: ADM Rev.dus AC Perdoc ? D N, Casparus Durner, Resignat
Höbershusy, parochus aetatis suae LXXXXIII
annis praefuit
ecclesiae XXXX anni, mortus est XXI Apris MDCCXXX, Reqiescat in
pace"
Maße: Höhe
52 cm,
Breite 53 cm 37)
|
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Quadratisches Epitaph
aus Kalksandstein an der nördlichen Seite des Chorbogens für
den Hebertshausener Pfarrer Joh.Michael Sutor, der am 15.Febr.1737
starb. Im unteren Bereich der Platte ein Kelch mit dem Jesuszeichen
IHS.
Text: "R.D. Joa (Johannes) Mich. Sutor Par. huius Loy
obiit die XV.Febr. Ao. MDCCXXXVII"
Maße: Höhe 42,5 cm, Breite 42,5 cm 37)
|
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Epitaph aus Rotmarmor
in barocken Formen. Oben das Wappen der Verstorbenen.
Der Text lautet: "Hier liegt begraben die Hoch und Wohlgeborene
Freyle (Frl.) Maria Josepha Reichsfreyin von Mandl auf Reuttenhofen,
welche in 17.Jahr ihres Alters in Gott seelig entschlaffen den 27.May
Ao 1789 - Gott gebe ihr die ewige Ruhe".
Maße: Höhe 117 cm,
Breite 52 cm37)
|
| |
Vor
30 Jahren waren noch weitere Epitaphe für
- Pfarrer Joseph Dilger, gest. 12.7.1752 und
- Martha Obermayr, gest. 18.11.1624 vorhanden. |
Taufbecken
In die südliche
Chorbogenlaibung ist das Taufbecken
mit einem Durchmesser von 75 cm, zur Hälfte in die Wand eingelassen.
Es stammt aus der Zeit um 1500 37),
besteht aus Rotmarmor und besitzt eine achteckige Form. Eigentlich müssten
auch Taufdeckel-figuren aus dem frühen 18.Jh. vorhanden sein. 1909
wollte die Kirchenverwaltung diese Figuren zusammen mit anderen Bildwerken
und liturgischen Geräten veräußern oder in die Mission
abgeben. Doch für 4 Kunstgegenstände, darunter die 42 cm hohen
Taufdeckelfiguren, erhielt sie keine Erlaubnis. 33)
| |
Hinweis:
Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien
statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser
vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum
schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der
Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung
erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich
für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist
meist aus Stein. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig
die Taufe Jesu figürlich dargestellt; dies geht auf Empfehlungen
des Konzils
von Trient (1545 bis 1563) zurück. Das Taufbecken hat in der
Regel -so wie in Tandern- eine achteckige Form, weil die Zahl acht
und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft
angesehen werden. Die Taufe gilt als der achte Schöpfungstag.
Schon im 4.Jh hat der Kirchenvater Ambrosius von Mailand über
einer Taufkapelle die Inschrift anbringen lassen:
"Mit acht Nischen erhebt sich der
Tempel zu göttlichem Dienste
Achteckig eingefasst ist der Quell,
,würdig für das heilige Geschehen.
In der mystischen Acht muss das Haus
unserer Taufe erstehen,
denn darinnen wird allem Volk ewiges
Heil geschenkt" |

Taufbecken
|
Kirchenschiff
bzw. Langhaus
Das
Langhaus besitzt heute eine verputzte Flachdecke. In der Mitte dieser
Decke das Heilig-Geist-Loch,
das vorwiegend der Lüftung dient und durch das früher an
Pfingsten eine Taubenfigur herabgelassen werden konnte. Wegen Rissen
und Senkung des Chorbogens wurden 1896 im Dachboden zwei Eisenträger
zur Stabilisierung des Chorbogens eingezogen 33)
Frühere Deckengewölbe
In einigen Publikationen
36)
heißt es, 1952 sei das
alte Spiegelgewölbe (Gewölbe mit Plafont in der Mitte) durch
eine flache Holzdecke ersetzt worden. Das widerspricht den historischen
Fotos aus der Zeit um 1900. Damals war die verputzte Decke mit vollflächiger
Ornamentsmalerei ausgestattet und von einer bemalten Hohlkehle umgeben.
In den Feldern befanden sich Rundbilder mit einem Strahlenkranz aus
Feuerzungen. In den Rundbilder werden die Heilig-Geisttaube und Monogramme
dargestellt. |
Deckengemälde
von 1899
|
Die Deckengemälde wurden vom Maler und Vergolder Johann Weber aus
Indersdorf im Jahr 1899 geschaffen. Den Entwurf erstellte Johann Marggraff
(1830-1917), von dem auch die Seitenaltäre der damaligen Zeit
stammten.
Romanische
Wandgemälde
|
An
der Südwand des Kirchenschiffs sind Fragmente von Wandgemälden
aus romanischer Zeit (Beginn des 12.Jh.) erhalten. Sie nehmen die
gesamte Südwand östlich des Portals ein.
Es handelt sich um stark beschädigte Kalkgemälde, von
denen meist nur die Vorzeichnungen erhalten geblieben sind. Kunsthistorisch
sind sie von überragender Bedeutung.
|
Gemälde
aus dem 12.Jh.
|
Die
Gemälde wurden 1979 vom Kirchenmaler Konrad Wiedemann freigelegt
und konserviert.
Im Rahmen der Renovierung der Kirche 2016/17 haben der Kunsthistoriker
Dr. Gerald Dobler und der Restaurator Thomas Hacklberger die Wandgemälde
wissenschaftlich untersucht und ikonographisch beschrieben
32)
.
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Seitenaltäre
Die
Seitenaltäre wurden 1952 herausgenommen und an ihrer Stelle
verschiedene Figuren angebracht.
Die Figuren wurden immer wieder mit denen der Pfarrkirche getauscht. Es
gibt keine Kirche im Dachauer Land, deren Aussehen sich im 20.Jahrhundert
so häufig geändert hat, wie St.Georg in Hebertshausen.
Frühere
Seitenaltäre
Die herausgenommenen
Altäre
waren 1891 von
Johann Marggraff aus München im Stil des Historismus für 3100
Mark erstellt worden.
Grund für
die Neuanschaffung 1891 war, dass die
alten barocken Altäre von 1650 nicht mehr gefielen. Sie passten nicht
mehr zu dem 20 Jahre vorher erstellten Hochaltar. Das jedenfalls steht
im Kirchenverwaltungsbeschluss vom 27.10.1891:
| |
"In
der Pfarrkirche... sollen zwei neue Seitenaltäre hergestellt
werden, da die alten mit dem Hochaltare im Style nicht harmoniren
und zur Renovirung nicht mehr geeignet sind. Vorerst wird aber nur
einer bestellt, weill die Kosten für den andern noch nicht beschafft
werden können... ... Kirchenverwaltung erlaubt sich daher, die
vom Architekten Markgraf in München gefertigten Pläne mit
Kostenvoranschlag... vorzulegen..."
33) |
Marienaltar
1891-1952
|
Die
Altäre hatten das typische Aussehen von neuromanischen Altären,
wie wir sie auch aus anderen Kirchen mit diesem Stil kennen. Sie
haben keinen Bezug zur originären Romanik, weil es damals keine
Altaraufbauen gab.
Die Altarblätter am Altar von 1891 zeigten Maria Immaculata
und Antonius von Padua mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die
Altaraufsätze waren als Ziborien gestaltet.
Man kann sie keiner Seite zurechnen, weil der Marienaltar und der
Antoniusaltar in der Zeit zwischen 1891 und 1952 getauscht wurden.
Wahrscheinlich war der Marienaltar 1891 rechts gestanden und wurde
später auf die linke Seite versetzt. Zwei alte Bilder, die
die verschiedenen Situationen zeigen, kann
ich zeitlich nicht zuordnen.
Als
(relativ kleine) Assistenzfiguren standen an den Seiten des Altaraufbaus
- auf dem Marienaltar: Joachim u. Anna, die Eltern von Maria sowie
-als Aufsatzbild- S.Leonhard,
- auf dem Antoniusaltar: Franz Xaver und Sebastian sowie St.Florian
im Aufsatzbild. 33)
|
Antoniusaltar
1891-1952
|
Die
barocken Vorgängeraltäre, die 1891 entfernt wurden, stammten
aus der Zeit kurz nach dem 30jährigen Krieg; sie waren aber erst
1710 geweiht worden. 1846 hat sie der Maler Anton Huber aus Dachau neu
gefasst. 33)
Figuren
an der Seitenwand
St.Leonhard
|
An der linken Seitenwand
sind Figuren des hl. Leonhard
(mit Abtsstab und Ketten) aus dem 18.Jh. und des hl.Sebastian
(am Marterbaum mit Pfeilen im Körper und einem Heiligenschein
aus vergoldetem Blech) aus der Zeit um 1700 angebracht.
Hinweise: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte
um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich.
Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim
König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb
galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen",
also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18.
Jh. |
St.Sebastian
|
| |
ankettete.
Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen
der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron
der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete.
In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt.
Man nannte ihn auch den bayerischen Herrgott. Am Leonhardstag, dem
6. November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen.
Sebastian war
im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers
Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch
die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut
zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine
Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige
Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron
der Schützenbruderschaften verehrt. |
Ehem.
Kanzel
Die letzte Kanzel teilte
im Wesentlichen das Schicksal der Seitenaltäre. Auch sie war Ende
des 19.Jh. entstanden und wurde bei der Renovierung im Jahr 1952 entfernt.
Frühere Kanzeln 33)
Eine Kanzel in der Kirche wird erstmals im Jahr 1740 erwähnt.
Die Barockkanzel war von Kistler Simon Prugger repariert, von Bildhauer
Bartholomäus Schuhpaur mit Schnitzarbeiten verschönert und von
Maler Franz Mayr gefasst (= bemalt) worden.
Zur Kanzel von 1740 führte -wie
üblich-eine Kanzelstiege im Kirchenschiff hinauf. Diese Stiege wurde
1842 im Rahmen einer großen Innenrenovierung aus Platzgründen
entfernt und durch einen kleinen Treppenaufgang an der Außenseite
bzw. am Turm ersetzt.
1896 gefiel
die Barockkanzel nicht mehr. Ein Jahr vorher hatte Bezirksbaumeister Scholz
in seinem Gutachten an das Bezirksamt Dachau geschrieben:
| |
"...,
daß das Kirchenschiff, in welches die neue Kanzel an Stelle
der alten morschen u. seit mehr als 10 Jahren nicht mehr benützten
Kanzel kommt, vollständig stillos ist, das Presbyterium
hingegen ist mit einem gothischen Rippengewölbe bezw. Kreuzgewölbe
versehen. Der noch gut erhaltene Hochaltar u. die beiden Seitenaltäre
geben keinen besonders ausgeprägten Stil, doch paßt
die projectirte Kanzel hinzu, da auch insbesondres bei den Seitenaltären
romanische Formen wahrzunehmen sind." |
Die neue
Kanzel im Stil des Historismus wurde -wie die Seitenaltäre- von
Johann Marggraff (1830-1917) erstellt, der in Altomünster geboren
und in München als Künstler tätig war. ..
mehr zu Marggraff...
Am Kanzelkorb waren in rundbogigen Feldern die vier Evangelisten vor
goldfarbenem Untergrund dargestellt.
Die Kosten beliefen sich auf 1210 Mark. |
Kanzel
von 1896
|
per
Mouseklick zu den Beschreibungen
|
Kreuzwegstationsbilder
Auch die Bilder
der Kreuzwegstationen, die Christian Seibold in Freising
um 1950 für die Klosterkirche in Schönbrunn gemalt hat
(Öl auf Leinwand in Neurokokorahmen), befinden sich nicht mehr
in der Kirche.
Die ersten Kreuzwegbilder waren 1751 angeschafft (gestiftet
vom Hufschmied Michael Härl)
und 1848 von Anton Huber restauriert worden. 1878 hat man neue Kreuzwegbilder
erworben.
33)
In den Pfarrunterlagen wird mehrfach von "uralten Apostelbildern"
gesprochen. Sie wurden 1856 renoviert
33) .
Möglicherweise handelte es sich dabei um Apostelkreuze.
Glasmalerei
Bemerkenswert war
noch eine Glasmalerei in einem Fenster der Südseite des Chores
mit der Inschrift: "Johann Mandl Herr von Deitenhofen 1666 und dem
Wahlspruch Nec temere, nec timide" [weder verwegen, noch furchtsam].
Diese bemalte Scheibe in der Größe von 195 x 17 cm wurde
im 2. Weltkrieg aus der Kirche entfernt und am Speicher des Pfarrhofs
eingelagert.
29)
1899 baute die Hofglasmalereianstalt von F. X. Zettler sechs Glasgemäldefenster
aus "Kathedralglas" ein. Die zwei Fenster im Chor mit
den Brustbildern Herz Jesu und Herz Mariae kosteten 500 Mark, die
vier Fenster im Kirchenschiff mit Ornamentsmalerei "Teppich
und Bordüre" 800 Mark, für die die Kirchengemeinde
mit freiwilligen Gaben aufkommen" wollte.33)
1952
hat man die Fenster neu mit farbigem Neuantikglas in Rechteckform
eingeglast. 1972 erhielten die Fenster mundgeblasenes Tafelglas
(Fa.Eberle, Dachau). 33)
|
Kirchenstühle
Das frühere
Gestühl ("Man und Weiberstüehl") wurden 1698 durch
den Dachauer Kistler Martin Prugger eingebaut. 1852 waren sie eichenholzfarbig
maseriert worden.
Im Jahre 1852 schrieb Pfarrer Andreas Huebmann "... wurden auch
die Kirchenstühle reparirt, auf der Männerseite um einen Stuhl vermehrt,
und sämtliche vom Kistler Otteneder in Weilbach auf Eichenholzart angestrichen
und marmoriert". Die Kosten dafür trug die Sebastiansbruderschaft.
1888, bei der Verlängerung der Kirche, wurden die Stühle mit
Ölfarbe gestrichen
33)
Empore
Die Empore wurde 1888 bei der Verlängerung der Kirche zurückversetzt.
Sie ist also damals nicht neu erstellt worden.
Aber sie wurde wohl nicht hoch genug angebracht. Jedenfalls wurde 1913
von der Kirchenverwaltung bemängelt: "die Empore ist so niedrig
angebracht, daß links und rechts von den Fenstern fast kein Licht
eindringen kann; auch sind die Raumverhältnisse etwas beschränkt."
33)
Auch auf der Empore standen auch früher schon Kirchenstühle.
Sie sollen aus der Zeit um 1800 stammen 37).
Das wissen wir, weil die Stühle bei der Aufstellung der Orgel 1835
verändert werden mussten. Dafür erhielt der Zimmermann 7 fl.
22 kr.
33)
Die Empore
besitzt eine Kassettenbrüstung, die 1856 neu vertäfelt wurde.
Orgel
Von der Orgel
aus der Zeit um 1890 (von Anton Bouthillier aus Öttingen
33)) ist nur
noch das klassizistische Gehäuse übrig. Die Orgelpfeifen wurden
im Rahmen der ersten Sanierungsmaßnahmen 1961 entfernt. Die Orgel
besitzt eine mechanische Schleiflade mit früher sieben Registern.
1949 wurde von Leopold Nenninger für 493 DM ein achtes Register (Gedeckt
8') eingebaut. 33)
Frühere
Orgeln: 33)
Um 1770
hatte Pfarrer Dionysius Bierbichler die Orgel aus seiner früheren
Pfarrei mitgebracht, der Kirche von Hebertshausen für 200 fl.
überlassen und sofort aufgestellt.
Dieses Vorgehen erboste den Inhaber des Kirchenpatronats, den Baron
von Mandl, der das Instrument gewaltsam abbrechen und ins Hofmarksschloss
Deutenhofen verbringen ließ. Er wollte die Orgel verkaufen und
dafür "ein neues gutes Positiv mit 5 Registern von dem Orglmacher
zu München inclusive des Kastens pr. 100 fl. erkaufen".
Das geschah wohl auch.
|
Orgelgehäuse
|
Begründung
war der geringe Platz auf der Empore und die angeblichen Beschwerden
der Gläubigen, die dem fehlenden nachtrauerten. Vielleicht
war es auch eine Rache-Aktion, weil der Pfarrer die Herausgabe der
Schlüssel für den Zechschrein (Kirchenkasse) verweigert
hatte.
1835 wurde eine neue Orgel vom Orgelbauer Martin Lautenhammer
(1777-1844) aus München aufgestellt. Das kleine Positiv von
1770 wurde drangegeben. Der restliche Kaufbetrag von 130 fl. wurde
zum Teil aus Spenden (50 fl.) und zum Teil aus Mitteln der Pfarrei
(80 fl.) aufgebracht.
|
| |
Elf
Jahre später, 1846 ,war schon die erste Reparatur nötig,
17 weitere Jahre (1863 durch Peter Moser) die nächste
(Kostenvoranschlag siehe hier...)
Für
die Orgelreparatur 1908 leistete die Gemeinde einen Zuschuss
von der Hälfte der Kosten. Damals wurde Orgel durch Franz Borgias
März für 1167,63 Mark gereinigt.
Weitere
Reparaturen der Orgel wurden 1919
und 1925 durch Karl Bittner aus München vorgenommen.
1938 haben Georg
Waldenmaier und K. Bittner
einen elektrischen Orgelgebläse-Motor eingebaut. |
Kriegerdenkmal
Pieta
|
An der Westseite, unter der
Orgel, sind die Tafeln des Kriegerdenkmals angebracht. Dazwischen
sitzt die beeindruckende Statue einer Pieta,
der trauernden Muttergottes mit dem toten Sohn auf dem Schoß,
aus der Zeit um 1500. Der Leichnam Jesu ist nach leicht vorne gedreht,
als wollte Maria ihn dem Betrachter zeigen. So werden auch alle
fünf Wunden (an Händen, Füßen und der Seite)
sichtbar. 07)
Darüber und darunter ein Bibelwort als Inschrift: "Eine
größere Liebe hat niemand, als wer sein Leben hingibt
für die Seinen Eure dankbare Pfarrgemeinde."
Hinweis: Die Darstellung der
Muttergottes mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß entspricht
keinem Bibelbericht. Nach dem Johannesevangelium stand Maria zwar
unter dem Kreuz; ihre Anwesenheit bei der Kreuzabnahme ist aber
nicht belegt. Deshalb standen die Pietas in Italien lange unter
dem Verdacht der Ketzerei
und wurden auch von den Reformatoren in Deutschland abgelehnt. Den
Namen Vesperbild
|
erhielten sie, weil die Zeit, die
im Stundengebet der Mönche und Nonnen der Trauer um den Tod Jesu gewidmet
wird, der Sonnenuntergang ist, die Zeit der Vesper. Der Begriff "Pieta"
(ital. Mitleid) weist nach Robert Böck auf die kindliche Liebe und
das innige Mitgefühl hin, das die Gläubigen dieser Darstellung
entgegenbrachten
38)
.
Weitere
Kunstgegenstände
33)
Am 16.Mai
1909 wollte sich die Kirchenverwaltung von ihrer Meinung nach überflüssigen
Figuren und liturgischen Gerätschaften trennen. Geplant war eine
Abgabe an die Missionsgesellschaft. Doch das Generalkonservatorium in
München äußerte am 23.7.1909 Bedenken und nahm vier Kunstwerke
aus, die sich noch im Besitz der Pfarrei befinden müssten:
| |
"Nach
Augenschein unseres Referenten haben kunsthistorische Bedeutung u.
können wir infolge dessen eine Veräußerung bzw. Schenkung
an Private, Vereine etc. nicht begutachten:
1.) Hausaltärchen, 1,20 hoch u. 0,60 ca. breit, aus der Zeit
bald nach 1700, mit Aufbau von 4 Säulen u. Rund-
bogengiebel, enthaltend im Unterbau ein auf
Zinkblech gemaltes Bild der hl. Magdalena, im Mittel eine auf Holz
gemalte Kreuzigung, beide Bilder um 1600,
u. im Giebel ein auf Holz gemaltes Medaillonbild, St. Michael, aus
der
Zeit des Altärchens um 1700. Das zierliche
Altärchen würde eine Instandsetzung wohl verdienen.
2.) Taufe Christi, 0,42 m hoch, Holzgruppe aus dem frühen 18.
Jahrh., vermutlich früher auf dem Deckel eines
Taufbeckens.
3.) Bambino aus Wachs u. bekleidet, in einem zierlichen vergoldeten
Holzschrein mit gewundenen Säulen an den
vier Ecken u. hübscher Akanthusbekrönung,
Anfang des 18. Jahrh. - Schrein 0,50 m breit, 0,46 m hoch.
4.) Rauchfaß, Messing, mit durchbrochenem Deckel, einfach,
aber ganz interessant, vermutlich frühes 17. Jahrh.;
Fuß fehlt, kann aber ganz gut ergänzt u.
das Stück wieder kirchl. Gebrauche, vor allem bei Beerdigungen,
zugeführt werden. Gegen die Überlassung
aller übrigen Gegenstände...an den Missionsverein oder nach
Bestimmung desselben an eine Missionsgesellschaft
besteht von unserer Seite keine Erinnerung." |
Mit den Bedenken
des Generalkonservators stimmt ein Gutachten vom 23.V.09 von dem Maler Stockmann,
einem Auschussmitglied des Vereins für Volkskunst u. Volkskunde, überein
"mit der Ausnahme, daß dieser die Überlassung des Rauchfasses
an das Bezirksmuseum Dachau befürwortet."
Die Kirchenverwaltung stimmte zu, "bei Gelegenheit und bei vorhandenen
Finanzmitteln die angeführten Kunstgegenstände reparieren zu lassen".
1915 wurde ein Verkauf eines kupfernen Weihwasserkessels aus dem 16. Jahrhundert
vom Ordinariat nicht bewilligt.
Kreuzigungsgruppe auf dem
Weinberg 19),
, 20 ,
21)
Seit
April 2013 steht auf dem höchsten Punkt der Anhöhe hinter
der Georgskirche, zwischen dem alten und dem neuen Friedhof, eine
Kreuzigungs-gruppe,
die an den Kalvarienberg in Jerusalem erinnert. Sie sollen Endstation
des künftigen Passionsweges von der Pfarrkirche über
die alte Kirche bis hierher sein 26).
Sie besteht
aus drei hochaufragenden weiß lackierten Holzstämmen, die
mit schwarzen Metallrahmen gegen die Witterung geschützt sind.
Das mittlere Kreuz ist 5 m hoch, die beiden äußeren 4 m.
Das Kreuz des guten Schächers (Dismas) ist ganz nah an das Kreuz
Christi gerückt, das des bösen Schächers (Gestas) ist
weiter entfernt aufgerichtet. |
Kreuzigungsgruppe
2013
|
In
den Betonsockel sind die tröstenden Worte Jesu an den (guten)
Schächer an seiner rechten Seite (Dismas) eingraviert / eingelassen:
"Wahrlich ich sage dir , heute wirst du mit mir im Paradies sein".
Die Kreuzigungsgruppe wurde am 14.April 2013 von Pfarrer Michael Bartmann
eingeweiht. Er sprach die Hoffnung aus, "dass der eine oder andere
beim Spazierengehen oder beim Besuch der Friedhöfe an der Kreuzigungsgruppe
verweilt, um ein Gebet zu sprechen und somit Jesus Christus die Ehre
zu erweisen". |
Die Kreuzigungsgruppe
auf dem Weinberg geht auf die Initiative des St.Georgs-Vereins Hebertshausen
zurück, der die Finanzierung auch mit Spenden unterstützte.
Die Gestaltung und Planung hatte das Architekturbüro Heim und Kuntscher
aus München übernommen. "Sie soll ein Zeichen des Glaubens
und der Andacht sein". Zugleich sei sie "das erste sichtbare
Zeichen des Umbaus, des Weiterdenkens und der Renovierung der St.Georgs-Kirche".
Die Holzarbeiten hat Joschi Schmidla "mit viel Hingabe und Herzblut
ausgeführt" erklärte der Architekt.
Die Kunsthistorikerin Katrin Pollems-Braunfels hat die Kreuzigungsgruppe
in der Broschüre "Kalvarienberg Hebertshausen" aus künstlerischer
und theologischer Sicht eingehend beschrieben 22)
.
Wenn Sie den
Bericht lesen möchten, klicken Sie hier...
Neue
Gestaltung
der Außenanlagen der Kirche bis 2020 18),
23)
Im Jahr 2002 wurde ein Verein zur
Erhaltung der alten St.Georgs-Kirche in Hebertshausen gegründet,
der sich nach Aussage seines ersten Vorsitzenden Michael Vogl zum Ziel
gesetzt hat, zum einen die Bevölkerung auf die notwendigen Renovierungsarbeiten
aufmerksam zu machen und zum anderen durch Aktivitäten Geld zu sammeln.
2007 haben Mitglieder des Vereins die Kirche außen gestrichen.
 |
Künftige
Nutzung: Das Gotteshaus soll als Aussegnungshalle für den
Friedhof rund um die Kirche und als Erinnerungsort an die 4500 sowjetischen
Kriegsgefangenen, die 1942/43 am nahe gelegenen SS-Schießplatz
ermordet wurden, genutzt werden. Dazu wird im Chorraum ein Denkmal
für die Opfer aufgestellt; eine Rampe mit einer Sichtverbindung
zum ehem.Schießplatz
(siehe Bild links) soll oberhalb des alten Pfarrhofs zum neuen Eingang
auf der Westseite der Kirche führen.
Renovierung: Hangabsicherung, Reparatur der Decke, Neugestaltung
des Innenraums, Verlegung des Eingangs an die Westseite (derzeit Südseite),
neue Treppe hinauf zur Kirche am Korbiniansweg. |
Hans Schertl
Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren
Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches
Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
03) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger,
Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Band
5, 1867
04) Mayer-Westermayer, Statistische
Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
05) Theodor Bitterauf, Die Traditionen
des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.110, 163, 546, 566, 1185, 1218, 1230)
06) Max Gruber, Kistler, Schreiner
u.Drechsler aus dem Amperland, Amperl 1975-S.91 (Braistner)
07) Heinrich u.Margarete Schmidt,
Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 1981 (Pieta 5 Wunden)
08) Max Gruber, Im Amperland tätige
Glockengießer, Amperland 1984/2
09) Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich
der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985
10) Anton Landersdorfer, Das Bistum
Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
11) Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister,
Amperland 1986/4 (Fodermayr)
12) Gottfried Weber, Romanik in Oberbayern, 1990
13) Bernhard Skrabal, Pfarrei, 2004 (historische
Fotos der Kirche)
14) Dachauer SZ vom 26.8.2002
15) Verein zur Erhaltung der St.Georg-Kirche,2004
16) Dachauer Nachrichten vom 10.10.2007
17) Dachauer Nachrichten vom 21.12.2007
18) Dachauer Nachrichten vom 7.10.2011
(Renovierung,Nutzung)
19) Dachauer Nachrichten vom 4.1.2013
(Renov.+Kalvarienbg)
20) Dachauer Nachrichten vom 3.4.2013
(Kreuzigungsgruppe Aufbau)
21) Dachauer Nachrichten vom v.
17.4.2013 (Kreuzigungsgruppe Einweihg)
22) Katrin Pollems-Braunfels, Kalvarienberg
Hebertshausen, 2013
23) Dachauer Nachrichten vom 6.5.2014
(Renov.)
24) Schematismus der Erzdiözese
München und Freising, 5.Decanat Dachau, 1823-1876 (versch.Pfarrer,
Statistik)
25)
"In Töging, da bleib ich jetzt", OVB Heimatzeitung Mühldorf,
15.05.10 (Pfr.Lang)
26) Dachauer Nachrichten vom 13.10.2016
(Passionsweg)
27)
Pfarrer Lang legt ein Sabbatjahr ein,Münchner Merkur vom 30.07.2009
28)
Klemens Gumpendobler, Aus der Geschichte der Pfarrei Hebertshausen, Amperland
1985/3 (Pfarrerliste)
29) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des
Königreichs Bayern, 1895
30) Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis
des Köngreichs Bayern von 1876
31)
Oberbayerisches
Archiv für vaterländische Geschichte, Band 6, 1844
32)
Gerald
Dobler/Thomas Hacklberger, Ein byzantinisches Himmelsbild, Denkmalpflege
Informationen, Nr. 166-2017
33)
Maria Hildebrandt, Sabine John, Dr.Stefan Nadler, Dokumentation zur Bau-,Ausstattungs-u.Restaurierungsgeschichte,
2000
34)
Maurermeister Jakob Hergl (1823-1902)
aus Dachau war Sohn des Maurermeisters
Josef Hergl (1794-1877) und Vater von
Maurermeister Christian Hergl (1852-1925), der
von 1906-1919 Bürgermeister in Dachau war. Jakob Hergl studierte
ab
15.12.1845 an der Akademie der Bildenden Künste
in München das Fach Baukunst. war in den Kirchen Sulzrain und
Hebertshausen tätig. (Matrikelbuch
1841-1884)
35)
Kistler Martin Prugger (1640 -1712)
war Mitglied einer großen Kunstschreinerfamilie aus Dachau, die
in vielen Kirchen des
Dachauer Landes tätig war. Martin war Sohn
des Niclas Prugger (1620-1694) und Vater von Simon Prugger (1679-1769).
Auch Bruder, Onkel und Neffe übten diesen
Beruf aus. Er wohnte
in der Augsburger Straße
von Dachau. Sein Sohn Simon
war 1751 und 1756 Bürgermeister von Dachau. Martin
Prugger war nicht nur in Hebertshausen, sondern auch in Dachau tätig.
36)
Max Gruber, Klaus Kraft, Michael Meier, Kunst-u.Kulturdenkmäler in
der Region München, 1.Band: Westlicher Umkreis
37)
Georg Brenninger, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1984
38)
Robert
Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer
Landes 1991
37 Bilder: Hr.Skrabal/Pfarrei (5), Hans Schertl (32)
30.10.2017

Bericht
über die Visitation
im Jahr 1560
- in heutigem Deutsch -
Pfarrer: Pfarrvikar
in Hebertshausen ist Sigismund Mayer. Ihm ist die Pfarrei aber nicht übertragen;
er versieht als Vikar lediglich die Seelsorge und muss dafür dem
Pfarrherrn ein Absentgeld von 40 Gulden zahlen. Mayer ist ein echter Freisinger:
Er wurde dort geboren, hat dort studiert, wurde vor 19 Jahren dort geweiht
und feierte auch seine Primiz in der Domstadt. Seit 1557 ist er in Hebertshausen
tätig.
Die Überprüfung seiner konfessionellen Zuverlässigkeit
ergab folgendes: Der Pfarrer predigt an allen Feiertagen; Nachmittags-predigten
hält er nicht, außer an Ostern. Die Predigtvorlagen entnimmt
er ausschließlich katholischen Büchern. Er hält sich an
alle Vorschriften der katholischen Konfession. Die Messfeier gestaltet
er voll katholisch. Die Gläubigen loben den Pfarrer, dies berichtet
der Kirchenpfleger. Er lebe ein gutes priesterliches Leben und sei "in
allen Dingen der alten Mainung". Die Frage des Visitators, wie häufig
er selbst beichte, beantwortete der Pfarrer unbestimmt: so oft, wie ihn
Gott ermahne ("so offt in Gott erman"). Der Pfarrer kennt die
7 Sakramente und glaubt daran (=der Glaube an die 7 Sakramente war
Indikator für die kath.Haltung, denn die Protestanten kannten nur
2 Sakramente). Während seiner Pfarrzeit in Hebertshausen fand
noch keine Firmung statt. Zu seinem Privatleben gibt der Pfarrer an, er
habe eine Köchin, sei aber unverheiratet. In der Öffentlichkeit
lasse er sich mit der Köchin nicht zusammen sehen.
Pfarrei: Die Pfarrei hat 120 Gläubige (communicantes). Über
das Pfarrvolk berichtet der Pfarrer nichts Gutes: Die Leute seien nicht
sehr gottesfürchtig, kämen wenig zum Gottesdienst und zahlten
den Zehent "gar untreulich". Auch würden die Leute behaupten,
was der Pfarrer predige, "sey alles erlogen". Im Gottesdienst
fingen sie ohne Zustimmung des Priesters selbst an, "den Glauben
zu singen". Auch die Unterweisung der Beichtkinder bringe nicht viel:
"sy sein halsperig", sagt Mayer dem Visitator. Immerhin seien
die Pfarrangehörigen alle katholisch und zumeist auch ketzerischer
Haltung unverdächtig, mit zwei Ausnahmen: Eine verdächtige Weibsperson
in seinem Dorf wolle nicht zu ihrem Mann ("well aber nit zu im").
Der Pfarrer halte ihr die Verpflichtung aus dem Ehesakrament vor, doch
sie frage wenig danach. Ein Bauer im Dorf sei abgebrannt und verdächtige
einen anderen (der Brandstiftung). Dem wolle er nicht verzeihen und gehe
deshalb nicht zur Kommunion.
Sein Einkommen beziffert der Pfarrer auf 200 Gulden (abzügl.60 Gulden
Absentsgeld). Vom Kirchengrund ist nichts verkauft. In der Pfarrei gibt
es ein gut gebautes Mesnerhaus. Der Mesner ist fleißig.
Kirche: Auch die Kirche ist in gutem Bauzustand, mit aller Zier
versehen und wird sauber gehalten. Sie besitzt drei Altäre, einen
Taufstein und ein wohlverschlossenes Sakramentshaus mit steter Beleuchtung
(Ewig Licht). An Gerätschaften sind vorhanden: 3 vergoldete ("vergulte")
Kelche mit Corporale, ein silbernes ("silbrin") Kreuz, eine
Monstranz aus Messing, 2 Messbücher, ein zerissenes Gesangsbuch,
ein Liturgiebuch und fünf Messgewänder. Das Allerheiligste und
die heiligen Öle werden nicht rein aufbewahrt. Das Taufwasser befindet
sich in einem Krug. Der Bericht endet mit den Worten: "Sonst an allen
Dingen kain Mangel".
Ebertzhausen
(Hebertshausen)
aus: Oberbayerisches Archiv
für vaterländische Geschichte, Band 6
Schon unterm Jahre
769 ist in Meichelbecks Geschichte von Freysing der Ort Ebertshausen (Eparunteshusir)
bemerkt *. Im Jahre 1498 besaß das Hochstift Freysing zu Ebertshausen
oder Hebertshausen zwei Höfe, welche eben den Gebrüdern, Ulrich
Eisenhofen, Probst Beyharting und Wolf Eisenhofer, Deutschordens-Conventual
zu Olling auf Lebensdauer verschrieben waren. Diesen verlieh Herzog Sigmund,
damaliger Besitzer des Landgerichts Dachau in gedachtem Jahre, Befreiung
von aller gemeinen und gewöhnlichen Scharwerk. Menzing, Freytag nach
St.Jakobstag, (27.Juli).
Einen Revers über solche Befreyung gab Probst Ulrich noch i.J. 1504.
Im XVII. Jahrhundert hatten die von Mandel zu Deutenhofen einige Besitzungen
zu Ebertshausen oder Hebertshausen. Namentlich reversirte Johann Mandl
von Deutenhofen auf Münchsdorf Wolfseck und Tandern, churfrstl. geheimer
Rath, Hofkammerpräsident, Lehenprobst und Pfleger zu Dachau und Neuburg
an die churfrstl. Vormundschaft i.J. 1652 über einen Hof zu Hebertshausen,
den vorhin Hanns Sebastian Voglmayr des Innern Rath zu München besessen
hatte. (Urkundlich)
Es ist aber dieses Ebertshausen oder Hebertshausen links der Amper im
zeitlichen Landgericht Dachau mit einer Pfarr zu St. Benedikt, wohin im
Jahre 1754 die Filialen St.Peter zu Welshofen und St.Michael zu Pogenried
gehörten und welches dermal mehr als hundert Seelen zählt nicht
mit Ebertshausen im zeitlichen Landgericht Bruck zu verwechseln.
* damit ist nach neuerer
Forschung aber Ebertshausen bei Odelzhausen gemeint.
Spendung
der heiligen Firmung
Amperbote vom 28.03.1900
Die der hl. Firmung
wird seine Excellenz der hochw. Herr Erzbischof von München-Freising,
Dr. v. Stein an folgenden Tagen und Orten vornehmen:
Am 2. Mai in Dachau für die Pfarreien Ampermoching, Bergkirchen,
Dachau, Hebertshausen, Kollbach, Kreuzholzhausen, Mitterndorf und
Pellheim.
Am 3. Mai in Dachau für die Pfarreien Giebing, Haimhausen,
Röhrmoos und Vierkirchen, Asbach, Obermarbach und Petershausen, Oberroth
und Schwabhausen.
Am 5. Mai in Indersdorf für die Pfarreien Arnbach, Hirtlbach,
Indersdorf , Langenpettenbach, Niederroth, Weichs, Westerholzhausen und
Großinzemoos.
Am 7. Mai in Altomünster für die übrigen Pfarreien
des Dekanats Sittenbach.
Am 8. Mai in Scheyern für die Pfarreien des Dekanats Scheyern
mit Ausnahme von Asbach, Obermarbach und Petershausen, sowie für
die Pfarrei Hohenkammer des Dekanats Dachau.
Hunderttausendmal
die Kirchenuhr aufgezogen
Dachauer Nachrichten vom 05.08.1955
Hebertshausen
- Der Mesnervater Josef Mair feierte kürzlich sein 80. Wiegenfest.
Zugleich konnte er sein fünfzigjähriges Mesnerjubiläum begehen. Ihm zu
Ehren hatte sich die ganze Gemeinde im Saal der Gastwirtschaft Herzog
zu einer Feier versammelt. Pfarrer Berger erwähnte in seiner Ansprache,
dass bereits seit 250 Jahren das Mesneramt von der Familie des Jubilars
ausgeübt wird. Während der fünfzig Jahre, in denen Josef Mair nun schon
das Amt versieht, hat er neun Geistlichen gedient und 110.000 mal die
Kirchenuhr aufgezogen. Manchen Hebertshauser Bürger geleitete er vom Taufstein
bis zum Grab. Bürgermeister Rabl übermittelte die Glückwünsche des Gemeinderates
und der Bevölkerung. Er würdigte den großen Idealismus des Jubilars und
sprach den Wunsch aus, Mair möge noch recht lange Mesner in Hebertshausen
sein. Anschließend brachten die Ministranten Geschenkkörbe, Blumen und
Wünsche dar. Im Namen der Freiwilligen Feuerwehr gratulierte Vorstand
Josef Reischl. Zum Sprecher aller ehemaligen Ministranten machte sich
Lorenz Schmid. Er erzählte von vergangenen Zeiten als er als Ministrant
beim Mesnervater tätig war. Auch er sprach dem Jubilar die besten Glückwünsche
aus. Ein gemischter Chor unter Leitung von Lehrer umrahmte die Feier mit
Liedern. Neben seinem Mesneramt arbeitet der Jubilar noch fleißig in der
Landwirtschaft seiner Schwiegertochter mit.
(Recherchiert von Hubert
Eberl, Bergkirchen)

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Priesterjubiläum
Lackermaier in Hebertshausen
Amperbote vom 7.3.1931
Hebertshausen - Am Fest Peter
und Paul waren es 30 Jahre, das Hochwürden Herr Pfarrer Josef
Lackermaier aus Hebertshausen durch Herrn Erzbischof von Stein im
Freisinger Dom die Priesterweihe empfing. Entsprechend der persönlichen
Einstellung des Herrn Pfarrers Lackermaier, der in stiller Zurückgezogenheit
lediglich seiner Kirche und seinen Seelsorgerpflichten lebt, beschränkte
sich sein Jubiläum nur auf eine rein kirchliche Feier, die
recht erhebend sich gestaltete und erkennen ließ, wie aufrichtig
und dankbar dem Jubilar seine Pfarrangehörigen zugetan sind.
Am darauffolgenden Werktag wurde Hochwürden Herr Pfarrer auch
noch in der Schule durch eine eindrucksvolle Feier der Schuljugend
geehrt. - Möge Hochwürden Herr Pfarrer Lackermaier, der
schon 14 Jahre die hiesige Pfarrei betreut, in gleicher Festigkeit
einst sein goldenes Priesterjubiläum feiern können.
(Recherchiert von Hubert
Eberl, Bergkirchen)
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KALVARIENBERG
- HEBERTSHAUSEN
von Katrin Pollems-Braunfels
Hoch aufragend
stehen sie da, drei weiße Holzstämme mit Querbalken, hinter der mittelalterlichen
St. Georg Kirche, die mit ihren romanischen Grundmauern hart am Rand einer
Endmoräne über dem Ort Hebertshausen balanciert. Frei montiert an weißen
Sockeln unterschiedlicher Ausrichtung stehen sie, mächtig, unter der weißen
Farbe aus behauenem Holz. Die Balken sind mit dunklem Bronzeblech vor
der Witterung geschützt. Die drei Kreuze stehen auf der höchsten Stelle
des Hügels. Von der Aussegnung auf dem alten Friedhof von St. Georg führt
hier der Weg nach Nordosten zum neuen Friedhof der Gemeinde leicht unterhalb
des Hügels gelegen. Und der Verstorbene wie die trauernden Hinterbliebenen
werden begleitet von den tröstenden Worten Jesu am Kreuz: Wahrlich ich
sage dir, heut wirst du mit mir im Paradiese sein (Lk 23,43), die in großen,
serifenlosen Lettern in den Betonsockel des rechten Kreuzesholzes eingelassen
sind.
Es sind die
Worte Jesu an den einen der beiden Verbrecher, die mit ihm zusammen gekreuzigt
wurden. Dieser, dessen Kreuz an Jesu rechter Seite aufgestellt wurde,
hatte Jesus Christus erkannt und ihn gebeten: "Jesus, denk an mich, wenn
du in dein Reich kommst." (Lk 23,42). Und ihm antwortete der Herr mit
den oben genannten Heilsworten. Diese Stelle im Neuen Testament wurde
in der spätmittelalterlichen Kunst zu einem Motiv der gelebten Andacht.
Zahlreiche, überlebensgroße Darstellungen der Kreuzigungsszene aus der
Gegenreformation und aus dem Barock, vielfigurig oder mit den Hauptfiguren
Jesus Christus, seine Mutter Maria links und dem Lieblingsjünger Johannes
rechts waren der Endpunkt von Kreuzwegen. Es bildete sich die Bezeichnung
Kalvarienberg heraus, abgeleitet vom aramäischen Wort für Schädelstätte:
Golgatha.
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JESUS
UND DIE BEIDEN SCHÄCHER
Wie
in der Malerei um 1500, bei Dürer, Cranach oder Altdorfer, zuerst
die drei Kreuze nicht nebeneinander gereiht wurden, sondern räumlich,
einen dramatischen Bildraum formend zueinander gestellt, der jedem
der Protagonisten die Bühne für seine exemplarische Rolle bot, so
stehen auch die drei Kreuze in Hebertshausen in genau austarierter
Weise zueinander.
Das
mittlere Kreuz bildet das Zentrum, es zeigt als einziges die lateinische
Kreuzform und überragt um diese Senkrechte die beiden anderen Kreuze.
Das vom Betrachter aus linke aber von Jesu Blickrichtung aus rechte,
steht ihm näher. Ihre beiden Querbalken berühren sich gar um Haaresbreite.
Das andere Kreuz, das des unbeugsamen Schächers, der den Gekreuzigten
noch im Todeskampf verhöhnte: "Bist du denn nicht der Messias? Dann
hilf dir selbst und auch uns!" (Lk 23,19), dieses Kreuz wendet sich
ab, steht deutlich abgerückt von den beiden anderen und sogar sein
Sockel schwingt in eine andere Richtung.
Braucht
es mehr, um uns zu zeigen, was zwischen diesen drei Menschen, zwischen
dem Gottessohn und den zwei Sündern, der eine reuig, der andere
nicht, geschehen ist? Und doch ist nichts so eindeutig, wie es zu
sein scheint. Auch der linke Schächer ist nicht allein, auch hier
markieren dieselben vier Nägel den Kreuzungspunkt der Balken. An
diesem Kreuz gehen wir zwar vorbei, gerade dadurch, dass er sich
von Jesus Christus abwendet, ist er uns, den Betrachtern, aber näher.
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EIN ZEICHEN
IN DER LANDSCHAFT
Auffallend
im strahlenden Weiß und doch korrespondierend zur Reihe der Birken
mit ihren weißen, schrundigen Rinden, die den Friedhofsweg begleiten,
wirkt die Kreuzesgruppe auf den Betrachter. Im Blickfeld der Spaziergänger
oder der Trauernden auf dem Weg von St. Georg zum neuen Friedhof beschreiben
die drei senkrechten Balken, begrenzt durch die Querbalken, einen Rahmen,
in dessen Mittelpunkt das große Balkenkreuz sichtbar wird, das den
Friedhof markiert. Zeichen dieser Art lenken den Blick, schärfen
die Wahrnehmung für Bezüge, für raum-zeitliche Zusammenhänge.
Die Münchner Architekten Florian Heim und Markus Kuntscher (www.heim-kuntscher.de)
sind erfahrene Gestalter von gebauten Zeichen im Raum. Hier, im Dachauer
Land, gibt es aber noch eine ganz andere Dimension des raumzeitlichen
Zusammenhangs.
DER SS-SCHIESSPLATZ
HEBERTSHAUSEN
Während der
neue Friedhof im Nordosten des Kalvarienberges liegt, befindet sich in
südwestlicher Richtung der ehemalige "SS-Schießplatz Hebertshausen". Um
1937 als Ausbildungsschießplatz für die SS errichtet, 1939 in das Dachauer
Stadtgebiet eingegliedert, wurden hier ab September 1941 mindestens 4.000
Soldaten der sowjetischen Armee in krasser Missachtung des Kriegsvölkerrechts
erschossen. Von den amerikanischen Truppen nach 1945 ebenfalls als Schießübungsplatz
genutzt und in den Fünfzigerjahren an den Freistaat Bayern übergeben,
wurden von der Stadt Dachau im erhaltenen SS-Wachhaus obdachlose Männer
untergebracht. Das Gelände verwilderte, bis es als Wildbienenbiotop unter
Naturschutz gestellt wurde. 1964 wurde ein Gedenkstein von Will Eilfers
aufgestellt, die Neugestaltung des Gedenkortes zur Erinnerung an die dort
ermordeten sowjetischen Soldaten ist geplant.
DIE MASSNAHMEN
Die Aufstellung
des "Kalvarienberges" ist die erste in einer Reihe geplanter Maßnahmen,
die die politische Gemeinde Hebertshausen, die katholische Kirchenstiftung
Hebertshausen und das Erzbischöfliche Ordinariat München als Maßnahmeträger
zusammen mit dem Verein zur Erhaltung der St. Georg Kirche e.V. bis zum
Jahre 2020 ausführen. Neben einer Hangsicherung wird vor allem die mittelalterliche
Kirche grundlegend saniert werden sowie ein neugestalteter Eingangsbereich
im Westen die Sichtverbindung zwischen der Gedenkstätte Schießplatz und
St. Georg betonen. Als Nebenkirche, Friedhofskapelle und Erinnerungsort
für die ermordeten sowjetischen Soldaten hat St. Georg, das in der Nachkriegszeit
wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste, eine würdige neue Aufgabe
gefunden. Als Pfarrkirche dient die Kirche Zum Allerheiligsten Welterlöser,
die unterhalb des Hanges von 1960 bis 1961 errichtet wurde.
KATRIN POLLEMS-BRAUNFELS

Orgelreparatur
1861
Kostenvoranschlag v. 1.12.1860 von Orgelbauer Peter Moser,
Mammendorf
"über die Reparatur der Orgl... Hebertshaußen...
1. Für zerlegen des ganzen Orglwerkes und Staube reinigen derselben
3 fl
2. Für Reparatur des ganzen Pfeiffenwerkes zin wie von Holz vorzüglich
der Pedall Paß, welcher ganz Schadhaft sich befindet
das er keinen Laut mehr geben kann 6 fl
3. Für ausbesserung der Tastatur Pedall und Manual 2 fl
4. Für Reparatur der Manual Windladen die Fendil abrichten neu ledern,
Federn Stiften zugbündeln (?) neu von Meßing Trath 10 fl 5.
Für zwey Blasbälken, samt Rohr und bixen ins
Langhauß setzen 15 fl
6. Für die Paß Windlade zu Repariern, so wie die Manual Windlage
gemacht wird 3 fl
7. Für das Intonieren und neu stimen der 6 Register 9 fl
Suma 48 fl"
Restaurierung
der Altarfiguren
St.Magdalena und St.Johannes
Die
Assistenzfiguren am Choraltar St.Magdalena und St.Johannes wurden 1972
in der Werkstätte für kirchliche Restaurierungsarbeiten Johann
Stachl aufwändig restauriert. Hier die Rechnung vom 6.11.1972.
“Renaissancekreuz:
Die alte Fassung... gereinigt, abplatzende Stellen abgenommen und in Kreidegrund
ausgebessert. Die losen Arme frisch verleimt. Fehlstellen und Schäden
der Fassung - nach Konservierung der ganzen Fassung - in Mischtechnik
dezent ausgebessert. Die ruinöse Vergoldung des Lendentuches und
der Kopfstrahlen von Grund auf erneuert. Den freigelegten Kreuzbalken
überholt...
Magdalena: Die alte Fassung der Inkarnatsteile noch fertig freigelegt,
alles gereinigt, konserviert und Schäden behoben. Die Vergoldung
und Versilberung des Mantels und der Unterkleider von Grund auf erneuert.
Die Partien, die stark vom Wurm zerfressen waren, mit mehrmaliger Leimwassertränkung
gefestigt, verkittet und mit Leinwand kaschiert. Die Versilberung des
zweiten Unterkleides mit Krapplack lasiert und nach erfolgter Trocknung
eingestimmt. Die andere Versilberung zurückgestimmt und die Futter
in Farbe gefaßt. Nach Vergasung ...mehrmals mit XylamonCombi ...
eingelassen...
Johann: Behandlung wie Magdalena. Diese Plastik war jedoch extrem
vom Holzwurm zerfressen...
Die Attribute der Figuren ebenfalls hergerichtet.... Schlecht ergänzte
Finger neu geschnitzt..."

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