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Nikolaus Prugger (1684-1769)

Nikolaus Prugger, geboren am 22.10.1684 in Dachau, stammt aus einer berühmten Dachauer Kistlerfamilie. Er ist der Enkel von Niclas Prugger, der 1637 -aus Rottenbuch (Raittenbuech) kommend-  das Dachauer Bürgerrecht erhielt (mehr dazu hier...). Auch sein Vater Michael (1648-1728) war Kistler; er wohnte in der Wieningerstraße 5, wo Nikolaus aufwuchs und zusammen mit seinem Cousin Johann-Georg im elterlichen Betrieb das Handwerk erlernte.

Er heiratete am 28.11.1724 Helene Arnold aus Sulzemoos mit der er eine Tochter Maria Barbara hatte. Barbara heiratete übrigens den Bildhauer Franz Ableithner

In folgenden Dachauer Kirchen hat er nachweislich gearbeitet:

1722/27 - Weichs (Hochaltar)

1731 - Oberbachern (Kanzeltür und -stiege, Altarantependium, 
                                 2 Hochaltarportale)
1732 - Bergkirchen (Kirchenstühle; zusammen mit Cousin Simon Prugger)

1733 - Giebing (Hochaltar)

1740 - Kreuzholzhausen (Hochaltar, 4 Säulen)

1740 - Puchschlagen (Holzantependium)

1740 - Etzenhausen (Hochaltar)

1749 - Sulzrain (Hochaltar, siehe Bild rechts)

1749 - Rudelzhofen (Hochaltar)


Nikolaus Prugger starb am 2.5.1769 im Alter von 85 Jahren.

 

 


Altarfigur in Sulzrain

Verwandtschaftsverhältnisse der Pruggers

Nikolaus Prugger          (1684-1769)


Niclas Prugger  (1620-1694) Großvater von Nikolaus
Michael Prugger  (1648-1728) Vater
Franz Prugger  (1638-1736) Onkel, 98 Jahre !
Martin Prugger  (1640 -1712) Onkel
Johann-Georg Prugger  (1686-1742) Bruder
Simon Prugger  (1679-1769) Cousin, Sohn des Martin

Bürgerrecht für Niclas Prugger

Bis 1919 waren Bewohner einer Stadt nicht zugleich Bürger der Stadt. Man musste das Bürgerrecht erst erwerben. Es war mit Rechten und Pflichten verbunden. Der Bürger musste sich für ein Ehrenamt zur Verfügung stellen. Das konnte damals das Amt eines Ratsherrn, des Lebensmittelbeschauers für Bier und Met, des Einhebers für kommunale Steuern oder des Handwerkskommissars für die Überwachung der Zünfte sein. Die Rechte des Bürgers bestanden darin, dass er wählen durfte und bei Not eine finanzielle Unterstützung der Stadt bekam. Das Bürgerrecht kostete einen respektablen Betrag. Wichtig war, dass der Antragsteller ein gewisses Vermögen hatte; damit war das Risiko eines finanziellen Notfalls vermindert. Frauen hatten kein eigenes Bürgerrecht; ihre Stellung definierte sich über den Mann. Aber: wer die Witwe eines Bürgers heiratete, erhielt über seine neue Frau (und deren Vermögen) das Bürgerrecht.

In den Archiven der Stadt Dachau ist noch eine Aktennotiz zum Antrag auf Gewährung des Bürgerrechts von Niclas Prugger aus dem Jahr 1637 enthalten. Es heißt dort:
  " Den 5.Martii anno 1637. Burgerrecht betreffend. Hannß Krueg, Hafner und Burger allhie hat sich gehorsamblich angemeldt, und vorgebracht, wie das sein Schwager Niclaß Prugger ein Küsstler (Schreiner) ledigstandes, von Raittenbuech gegert, alhie Burger ze werden, alß pittet er statt sein gehorsamblichen, ime solches gnädigst zu verleyhen, mit Anzeigung, das er ex patrimonio (Erbteil) 60 fl (=Gulden) habe".

Quellen:
Max Gruber, Die Kistlerfamilie Prugger in Dachau, Amperland 1975/1
Sonja Kugler-Schowanek in Dachauer Nachrichten 29/30.1.2005
Kiening, Sterberegister Dachau, http://www.genealogie-kiening.de/K/E90.HTM

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür