zur Landkreiskarte           ausführl.Beschreibg                   Kirchen in der Marktgem.Indersdorf


Filialkirche St.Andreas in GUNDACKERSDORF

Landkarte

Adresse: 85229 Markt Indersdorf, Gundackersdorf 15
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die erste schriftliche Erwähnung einer Kirche in Gundackersdorf finden wir in einer Urkunde aus der Zeit um 1130. Damals übergab ein Chorherr Marquard die (Eigen)Kirche in Gundackersdorf mit Kirchengut und Zehent dem Domstift in Freising.
Danach ist für eine lange Zeit kein schriftliches Zeugnis mehr erhalten. Erst in der Sunderndor-fer'schen Matrikel von 1524 wird die Kirche St.Andreas als Filiale der Pfarrei Weichs erwähnt ("Filialis s.Andreae in Ackersdorff").

Die heutige Kirche hatte einen romanische Vorgängerbau. Dies zeigt sich deutlich an den Friesen am Turm unter den Schallfenstern und an der Ostseite des Chorraums.

Die Kirche in ihrer heutigen Gestalt wurde
um 1579 geschaffen (um- und ausgebaut) und später barockisiert.
Die drei in ihrer Größe abgestuften Bauten von Kirchenschiff, Chor und Sakristei geben der Außenansicht der Kirche ihr besonderes Gepräge. Diese Anordnung gibt es im Landkreis Dachau kein zweites Mal.

Der Sattelturm aus romanischer Zeit steht an der Nordseite des Chores. Hinter den rundbogigen Schallfenstern hängen zwei Glocken aus früherer Zeit: Die ältere wurde 1687 von Paul Kopp in München, die jüngere 1762 von Abraham Brandtmair in Augsburg gegossen.

Zuletzt wurde die Kirche 1973 renoviert.

Innenausstattung

Der rechteckige, einachsige Altarraum wird von einem Kreuzgratgewölbe überdeckt.

Der barocke Choraltar stammt aus dem Jahr 1719. In der Mittelnische sitzt eine große Figur des Kirchenpatrons St.Andreas mit dem X-förmigen Andreaskreuz im Arm. Umgeben wird die Figur von drei Gemälden, die
- den hl.Johannes d.Täufer (mit Lamm und
   Kreuzstab),
- den hl.Laurentius (mit Feuerrost) und
- den St.Leonhard (im Abtsornat mit Vieh-
   ketten) zeigen.

Die Seitenaltäre wurde 1656 erstellt und im 19.Jh umgebaut.
- Links ein Gemälde von St.Josef mit einer
  Lilie in der Hand,
- rechts das einer heiligen Nonne (evtl. die
  hl.Theresia) mit einem Engel.
In den Auszugsgemälden St.Nikolaus mit drei Goldkugeln und St.Korbinian mit einem Bären.

zur Beschreibung des Choraltarsur Beschreibung der Pietazur Beschreibung des Vortragekreuzeszur Beschreibung des linken Seitenaltars  (St.Josef) zur Beschreibung des rechten Seitenaltars
 Vergrößerung von 12 Details (Altäre, Figuren)per Mouseklick 


An der Südwand ein Holzkasten mit einer Gnadenbildkopie (Mariahilf-Bild) zwischen
Vorhängen mit Goldborten sowie Applikationen in Klosterarbeit (18.Jh).

An der Stützsäule der Empore ist ein 54 cm hoher alter Opferstock aus Holz mit Eisenbeschlägen aus dem 17.Jh. angebracht.

Eine kunsthistorische Besonderheit der Kirche ist die in bäuerlichem Stil mit Ornamenten und Bildern bemalte Emporenbrüstung. Zwischen stilisierten Blumenvasen wurden im Jahr 1590 Bilder von St.Andreas und St.Nikolaus sowie von Adam und Eva direkt auf den Weichholzgrund gemalt.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Geschichte:  Erste Kirche 1100  Matrikel 1315   Matrikel 1524  Matrikel 1560  Matrikel 1738
     Beschreibung 1884   Beschreibung 1895      
 Ausstattung:  Altarraum  Baubeschreibung  Choraltar  Empore  Gnadenbild
   Kirchenschiff  Kirchenbänke  Kreuzweg  Kruzifix  Opferstock
   Pieta  Seitenaltäre  Vortragekreuz     

Die Ortschaft Gundackersdorf wurde erstmals im Jahre 828 in einer Schenkungsurkunde als Cundachresdorf (Dorf des Gundachar) erwähnt. Am 27.Dezember 828 übergab der Edle Isaak einen Besitz in Cundachresdorf dem Mariendom in Freising. Ein halbes Jahr später, am 10.Juni 829 schenkte der Edle Isaak auch noch seinen elterlichen Besitz in Gundackersdorf der Kirche.
 
Um 1100 übergaben der Edle Tragopoto und der Priester Isangrim de Wihsa (von Weichs) jeweils ein Gut in Kundacheresdorf /Gundackersdorf dem Bistum in Freising (Isangrim schenkte auch noch 9 Unfreie).

Bei der insgesamt 250 Jahre dauernden dreimaligen bayerischen Teilung in den Jahren 1255 bis 1505 gehörte Gundackersdorf zu Niederbayern. Grenze war die Glonn, die auch später noch, bis 1803, die Grenze zwischen den Landgerichten Kranzberg (zu dem Gundackersdorf gehörte) und Dachau bildete. 18)


Geschichte der Kirche


Kirche um 1100

Die erste Erwähnung einer Kirche finden wir in einem Vertrag aus der Regierungszeit des Freisinger Bischofs Heinrich I. (im Amt 1098-1137). Da der Urkunde kein Datum beigefügt ist, müssen wir die gesamte Regierungszeit von 39 Jahren ansetzen. Bitterauf schränkt die Zeit aber auf 1123-1130 ein. Damals übergab ein Canonikus (= Chorherr) Marquard die Kirche in Gundackersdorf ("Gundachersdorf") mit Kirchengut und Zehent durch die Hand (= Vermittlung) des Grafen Conrad von Dachau (1123-1135) dem Domstift in Freising. Es war die Eigenkirche eines größeren Besitztums, das der beim Bischof tätige Chorherr wohl ererbt hatte. Da er keine Kinder (jedenfalls keine erbberechtigten) haben konnte, schenkte er einen Teil davon dem Bistum (wörtlich: dem Altar der hl.Maria).
Wenn Sie die Urkunde Nr. 1709 aus der Sammlung Freisinger Traditionen lesen möchten, klicken Sie hier...

Wie die Kirche von 1130 ausgesehen hat, ob es eine Holz- oder eine Steinkirche war und wo sie stand, wissen wir nicht. Vielleicht gibt eine in Gundackersdorf verbreitete mündliche Überlieferung über den Standort Auskunft. Danach soll an der Stelle der heutigen Sakristei die frühere Hofkapelle des gegenüber liegenden Bauernhofs, beim Gunderer, gelegen haben. Das könnte auch der Platz für die Kirche des Marquard gewesen sein.


Matrikel von 1315 01)

In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist die Kirche in Gundackersdorf nicht namentlich genannt, weil die Buchstelle mit der Aufzählung der damals zwei Filialkirchen von Weichs nicht mehr leserlich ist. Der Matrikel ist noch zu entnehmen, dass Weichs zwei Filialkirchen hatte, danach ist die Schrift mit den Namen der Kirchen abgegriffen. Es ist davon auszugehen, dass auch 1315 eine Kirche in Gundackersdorf bestanden hat. Allerdings hatte Weichs bei der nächsten Auflistung der Kirchen drei Filialkirchen (noch Ebersbach und Aufhausen); welche der drei Kirchen 1315 noch nicht bestanden hat oder zu einer anderen Pfarrei gehörte, ist nicht bekannt.


Matrikel von 1524 01)
Die nächste schriftliche Erwähnung ist in der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 zu finden. Dort werden neben den Einnahmen und Verpflichtungen auch die Patrone der Pfarreien aufgelistet. Gundackersdorf ist als Filiale der Pfarrei Weichs, als "Filialis s.Andreae in Ackersdorff" genannt. Von der Kirche gingen 4 Pfund Silberpfennig (Gegenwert für 2800 Eier oder 320 Laib Brot oder 120 Liter Wein) nach Freising.


Apiankarte

  
Kartograph Philipp Apian hat in seiner Bayerischer Landtafel Nr. 13 in der Zeit um 1568 auch den Ort und die Kirche von Gundackersdorf unter der Bezeichnung "Güdackerstorf" dargestellt (siehe Landkarte links).

Philipp Apian war der bedeutendste bayerische Kartograph seiner Zeit. Er wurde 1531 in Ingolstadt als Sohn des aus Sachsen stammenden Mathematikprofessors Peter Bienewitz (latinisiert:Apian) geboren und trat die Nachfolge seines Vaters an der Universität Ingolstadt an. Sein Lebenswerk war die erste Landesaufnahme des Herzogtums Bayern. 1563 schon hatte er eine erste große Karte des Herzogtums im Maßstab von ca. 1:45.000 fertig gestellt. Eine Verkleinerung dieser sehr unhandlichen Karte stellen die "24 Bairischen Landtaflen" (jeweils 40 mal 30 Zentimeter) im Maßstab von ca. 1:140.000 dar, die 1568 vom Züricher Formschneider Jost Amman in Holz geschnitten und vom Maler Bartel Refinger koloriert wur-den. Die Genauigkeit der Landkarten
wurde erst im 19. Jh übertroffen; noch Napoleon benutz-te sie für den Einmarsch in Bayern. Apian musste noch im Jahr des Erscheinens seines Werkes (1568) nach Tübingen emigrieren, weil er "der Reformation zugetan" war. Er starb dort 1589.


Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Weichs ist auch die Filialkirche "St.Andreas in Ackherstorff" kurz erwähnt. Das jährliche Einkommen der Kirche (neben dem der Pfarrei) beträgt 5 Gulden 15 Pfennig und 2 Pfund Wachs; dazu 30 Kreuzer aus einem Zehent zu (Langen)Pettenbach. Die Einnahmen werden nur für den Bedarf der Kirche verwendet. Von den Grundstücken der Kirche ist nichts verkauft. Der Mesner wird gelobt ("Meßner helt sich wol"). Im Inneren der Kirche stehen 3 Altäre und ein Sakramentshaus ("Sakramentsheusl wol beschlossen und beleucht"). Das Allerheiligste und die heiligen Öle werden rein behandelt. Das Taufwasser wird in einem Krug aufbewahrt ("Baptismus ist in aim kriegel"). Der Pfarrer von Weichs zelebriert allwöchentlich eine Messe. Er hält alle Feste und Ceremonien auf katholische Weise, wie vor Jahren. Die Pfarrangehörigen sind mit dem Pfarrer zufrieden ("Pfarrer wirt mit predigen und anderm gottsdinst gelobt"); sie gehen alle Jahre einmal zur Kommunion (Pfarrvolkh get almal im jar ainist zum sacrament"). An liturgischen Gerätschaften sind vorhanden: 1 Kelch mit Corporale, 2 Messbücher, 1 Liturgiebuch, 1 zerrissenes Psalmenbuch und 3 gute Messgewänder. Der Bericht schließt mit dem Satz: "An andern dingen ist nit mangel".
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 über die Visitation in der Pfarrei Weichs (in heutigem Deutsch) lesen
möchten, klicken Sie hier...


     Zahnfriese (Deutsches Band) am Turm
Die heutige Filialkirche St.Andreas der Pfarrei Weichs wurde in der Zeit der Spätgotik bzw. der Renaissance (um 1579) erbaut und später barockisiert. 

Doch die erste Kirche aus Stein wurde mit Sicherheit schon viel früher errichtet.
Turm und Chor enthalten im unteren Bereich noch romanische Teile (evtl.14.Jh), insbesondere die Friese am Chor und unter den Schallfenstern des Turms (siehe links). Solche Friese hat man in späterer Zeit nicht mehr als Verzierung verwendet.


Matrikel 1738/40 01)
In der Schmidt'schen Matrikel von 1739 wird die Kirche unter der Überschrift "Ecclesia filialis s.Andreae in Akherstorff, alias Gundackherstorff" beschrieben. Auch damals hatte sie drei Altäre:
Der Hochaltar war -wie heute- dem Apostel Andreas, die Seitenaltäre der Mutter Anna und der hl. Margarete (heute Josef und Theresia) geweiht. Im Turm hingen zwei Glocken, von denen eine 23 Jahre später ersetzt worden ist. Am Friedhof stand ein Beinhaus, in das die Schädel der nach einiger Zeit exhumierten Toten gebracht wurden. Das Vermögen der Kirche, das damals 1704 Gulden umfasste, wurde vom Pfarrer und vom Präfekten in Kranzberg verwaltet.
1777 wurden Baureparaturen durch den Maurer Johann Mayr und den Zimmerer Michael Häberl, beide aus Weichs, durchgeführt.

Auszug aus einer
Landkarte vom Jahr 1655


Beschreibung 1884
02)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Weichs auch die Filialkirche St.Andreas in Gundackersdorf enthalten. Im Dorf selbst wohnten 70 Seelen (in 10 Häusern). Die Wege zur 4 km entfernten Pfarrkirche seien großenteils beschwerlich, besonders bei nasser Witterung, schreibt Westermayer. Und weiter über die Kirche: "Westlich von Weichs gelegen. Erbauungsjahr unbekannt. Restaurirt 1869-1872. Styl ursprünglich gothisch, später Renaissance. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht hat die Kirche. Sattelthurm mit 2 Glocken. Darauf folgende Inschriften:
a) auf der größeren Glocke: 'Herr Franz Xaver Bachmayer, Pfarrer in Weichs.anno 1712 goß mich Abraham Brandmaier in Augsburg'
b) auf der kleineren: "Paulus Kopp gos mich in München 1687".
3 Altäre. Stiftungen: 3 Jahrtage, 3 Jahrmessen. Meßner ist ein Gütler des Ortes. Kirchenvermögen: 5.600 Mark".



Beschreibung 1895  17)

Die Kirche von Gundackersdorf ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde.
  "Kirche. 17. Jahrhundert. Eingezogener, rechteckiger Chor,
- Thurm an dessen Nordseite,
- Sakristei östlich
- Im Chor Kreuzgewölbe, das Langhaus flachgedeckt. Unbedeutend.
- An der Brüstung der Westempore handwerksmässige ornamentale und figürliche Malereien aus dem 17. Jahrhundert,
   theil weise von blauer Tünche bedeckt. "


Renovierungen sind aus den Jahren
- 1777
- 1869-72 und
- 1973 bekannt.


Baubeschreibung

Die Kirche liegt etwas erhöht am Nordwestrand des kleinen Dorfes inmitten eines umzäunten Friedhofs.
Der Chor ist stark eingezogen und hat einen rechteckigen Grundriss. Am Ostgiebel des Chores ist ein Fries, ein sog. Deutsches Band zu sehen. Diese Verzierungen wurden üblicherweise in der Romanik (vor 1400) verwendet. Es wird durch schräggestellte Backsteine gebildet.
Das Langhaus, das Kirchenschiff, besitzt zwei Achsen. Es ist ein flach gedeckter Saalbau mit Rundbogenfenstern und Portal auf der Südseite. 
Im Osten an den Chor ist die nochmals eingezogene Sakristei angebaut, die wohl erst der Barockzeit entstammt.
So wird das äußere Erscheinungsbild der Kirche sehr stark durch die drei in der Höhe abgestuften Gebäudeteile geprägt. Ein solches Bild ist einmalig im Landkreis Dachau.

Der Sattelturm steht an der Nordseite des Chores. Er ist fünfgeschossig, mit horizontaler Stockwerksgliederung und Ecklisenen. Gebaut wurde er wohl noch in romanischer Zeit, also vor 1400. Der Turm steht auf unsicherem Grund und musste schon mehrmals abgestützt werden. Unter den doppelten rundbogigen Schalllöchern sind Zahnfriesstücke (sog. Deutsches Band) zu sehen.


Ansicht von Osten
In der Glockenstube hängen zwei Glocken aus früherer Zeit:
- Die ältere wurde 1687 von Paul Kopp in München,
- die jüngere 1762 von Philipp Abraham Brandtmair in Augsburg (*24.6.1696 – † 2.10.1777) gegossen. 08)

Die Glocke von 1687 gehört zu den 50 ältesten Glocken im Landkreis Dachau (eine Auflistung finden sie hier...)


Innenausstattung


Altarraum

Der rechteckig schließende, einjochige Altarraum wird von einem Kreuzgratgewölbe überdeckt. In der Nordwand ist eine vergrößerte Rundbogen-Fensternische eingeschnitten. Die Fenster in der ganzen Kirche sind mit Goetheglas verglast.


Choraltar / Hochaltar

Der 2,60 Meter breite und raumhohe Hochaltar aus dem Jahr 1719 besitzt ein von Säulen gesäumtes Barockretabel. Das Holz ist braun gestrichen. Die glatten Säulen mit Kompositkapitellen stützen ein Gebälk. Darauf außen zwei gesprengte Segmentgiebel mit Flammenvasen. In der Mitte der Altaraufsatz.

Choraltar
Die Stipes, der Altarblock, ist gemauert und mit einer Holzverkleidung umgeben.
Das Antependium zeigt ein geschwungenes Feld mit marmoriertem (= mit Marmormuster bemal-tem) Innenteil und vergoldeten Rahmenleisten mit Kreuz. Der Altar ist außen mit reicher, durchbrochener Akanthusdekoration versehen.
Im Altaraufsatz ist - umrahmt von Fruchtschnüren mit Melonen und Granatäpfeln- ein Leinwandbild des hl. Leonhard (19.Jh) zu sehen. Der Heilige ist mit seinen typischen Attributen, dem Abtsstab und den Gefangenenketten ausgestattet. Er steht im Freien und liest in einem Buch, wahrscheinlich der Bibel. Auf den beiden Sprenggiebeln stehen Ziervasen.

Leonhard (einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frank-reich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. die Frei-lassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpa-tron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefan-genen.

St.Leonhard im Aufsatzbild
Als solcher wird er in Frankreich und England auch verehrt. Als 700 Jahre nach seinem Tod die Leonhardsverehrung auch nach Deutschland kam, -das nahe Inchenhofen bei Aichach war die erste Wallfahrtsstätte in Deutschland- hat man die Ketten, mit denen er abgebildet war, als Viehketten missdeutet und Leonhard wurde bei uns der Schutzpatron der Haustiere.

In der zurückgesetzten Mittelnische des Choraltars befindet sich eine Figur des hl. Andreas, die aus dem frühen 16.Jh. stammt. Der auf einer Bank mit roten Polstern sitzende Heilige mit dem für ihn typischen langen Bart, hält das Andreaskreuz in seiner rechten Hand und ist von einem außergewöhnlich großen, goldenen Strahlenkranz umgeben. Das Buch in seiner linken Hand weist ihn als Verkünder des Evangeliums aus.

Hinweis: Der Apostel Andreas war der jüngere Bruder von Simon Petrus und wie dieser von Beruf Fischer. Beide stammten aus Bethsaida (Johannesevangelium 1, 14) oder Kapernaum (Markusevangelium 1, 29). Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes' des Täufers (Joh.1, 35 - 40). Johannes war im Kreise der Apostel bei der Brot-vermehrung, Abendmahl, Himmelfahrt und Pfingsten anwesend.


Apostel Andreas
Nach der Himmelfahrt Jesu missionierte Andreas in Bulgarien und Griechenland. In Patras, auf dem Peloponnes hat der Apostel - der Legende nach- die Frau des römischen Statthalters geheilt und zum Christentum bekehrt. Das tolerierte der Statthalter noch. Als Andreas der Frau aber auch noch eheliche Enthaltsamkeit anriet, war das zugestandene Maß überschritten. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage dauerte die Marter. Während dieser Zeit soll der Apostel vom Kreuz herunter dem Volk gepredigt haben.
  Seine Gebeine haben längere Reisen unternommen und wurden mehrfach geraubt und verschenkt. 1964 ist sein Haupt wieder in Patras gelandet, der Stadt, in der er gestorben ist. Es war die längste Zeit über in Rom aufbewahrt worden. Während des 2.Vatikanischen Konzils übergab Papst Paul VI. das Haupt als konziliaren Akt der Ökumene den Griechisch Orthodoxen.

Früheres Hochaltarblatt
Wahrscheinlich war in der 1.Hälfte des 20. Jh statt der Figur ein Altarblatt aus der Zeit um 1870 am Hochaltar angebracht. Damit waren alle drei Altäre in gleicher Weise mit Gemälden aus dieser Zeit ausgestattet. Während die Seitenaltarbilder geblieben sind, wurde das 170 cm hohe Hochaltarblatt mit der Darstellung des hl.Andreas wieder abgenommen und auf dem Dachboden verstaut.

Assistenzheilige
An den Außenseiten des Choraltars sind hochovale Holzbilder mit reich verzierter Umrahmung angebracht. Die 71 x 45 cm großen Ölgemälde sind so alt wie der Altar (1719).
Auf dem linken Bild ist Johannes des Täufers abgebildet. Er ist in ein "härenes", aus dem borstigen äußeren Kamelhaar gewebtes Ge-wand gekleidet. Mit der linken Hand streichelt er ein Lamm, das an ihm empor springt. Im Arm hält er einen Kreuzstab, der mit einem Spruch-band (allerdings ohne den üblichen Text " Ecce agnus dei") umwickelt ist.
  
Im rechten Bild ist der hl. Laurentius mit Feuerrost und Märtyrerpalme zu sehen. Er ist in das kurzärmelige Gewand des Diakons (Dalmatik) gekleidet. Seit dem Mittelalter orientiert sich die Farbe der Dalmatik an den liturgischen Farben. Das Rot des Gewands ist deshalb Programm und weist auf das Martyrium hin.
Johannes der Täufer war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet.
Laurentius war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Armen verteilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf dieses Geld; als Laurentius sie nicht an ihn herausgab, ließ er ihn mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Deshalb wird Laurentius mit dem Rost abgebildet.



Pieta /Vesperbild


Pieta
Links neben dem Choraltar sitzt in zwei Metern Höhe eine schöne, guterhaltene Pieta auf einem Sockel.
Sie stammt aus der Zeit 1580 bis 1590. Viele Jahre schmückte sie den Seitenaltar. Um 1970 hat man sie im Zuge der großen Renovierung (auch aus Sicherheitsgründen entfernt). Seit 2010 befindet sie sich auf Betreiben der Mesnerin, Frau Riedl, wieder -gut gesichert- in der Kirche.
Die Figur zeigt Maria, die nach der Kreuzabnahme ihren toten Sohn auf ihrem Schoß gelegt hat und trauernd von ihm Abschied nimmt. Sie hält den Leichnam Jesu, dessen Füße an den Knien hart abgewinkelt sind; der Oberkörper liegt waagerecht in gradliniger Todesstarre. Der Leichnam ist dennoch so gelagert, dass alle fünf Wunden sichtbar sind und verehrt werden können. 11)
Die Darstellung der Pieta hat kein Äquivalent im Bibeltext. Nach dem Johannesevangelium stand Maria zwar unter dem Kreuz; ihre Anwesenheit bei der Kreuzabnahme ist aber nicht belegt. Deshalb standen die ersten Pietas in Italien lange unter dem Verdacht der Ketzerei und wurden auch von Luther und den anderen Reformatoren abgelehnt.
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Chorglocke

Chorglocke
Hinter der Sakristeitüre hängt eine kleine Chorglocke. Sie besitzt eine ovale Aufhängung mit aufgesetzten Schmuckelementen.
Geläutet wird die Glocke mittels eines reich mit Blumenmotiven (Rosen) bestickten Bandes, das die Glocke noch kleiner erscheinen lässt.
Die Chorglocke gibt das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes. Sie wird geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.


Kirchenschiff / Langhaus

Das zweijochige Kirchenschiff ist flach gedeckt mit einer auf drei Seiten umlaufenden, gelb gestrichenen Hohlkehle.
An der Decke das farbenfrohe Gemälde von Josef Albrecht aus dem Jahr 1943 (sign).
Es zeigt die Berufung der Brüder Petrus und Andreas zu Jüngern Jesu. Andreas war der jüngere Bruder von Petrus und wie dieser von Beruf Fischer. Nach den Evangelien war er noch vor Petrus der erste Jünger, den Jesus berief. Markus hat dies in Kap.1 Vers.18-18 beschrieben. "Da sagte Jesus zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm".

Berufung der Apostel
Petrus u. Andreas

Im Deckengemälde sieht man im Vordergrund bei Jesus Andreas stehen; im Hintergrund watet der ältere Bruder Petrus vom Schiff an Land.

Der Maler Josef Albrecht aus München war übrigens auch in Eglersried (Kreuzwegbilder), Asbach bei Petershausen (Deckengemälde) und in Weichs (Kreuzwegbilder) künstlerisch tätig.



S
eitenaltäre


Josefsaltar links
Die 250 cm hohen und 160 cm breiten Seitenaltäre mit gesprengten Dreiecksgiebeln wurden 1656 errichtet. Wahrscheinlich waren die Vorgängeraltäre im 30jährigen Krieg beschädigt oder zerstört worden. Ende des 19.Jh hat man beide Altäre -wie auch den Choraltar- überarbeitet und mit neuen Bildern ausgestattet. Früher waren die Seitenaltäre der Mutter Anna und der hl.Margarete geweiht.

Die Seitenaltäre sind barocke Pilasterretabel (=Altaraufbauten mit angedeuteten Säulen), deren Kapitelle mit Vasen, Blüten und stilisierten Trauben dekoriert sind. Die Altarbilder und die Auszugsbilder (Ölbilder auf Leinwand) stammen aus der Zeit um 1890/1900.
Sie stellen die abgebildeten Heiligen, dem Geschmack der Zeit entsprechend, etwa süßlich frömmelnd und mit idealisierten Gesichtszügen dar.

Franziska- oder
Theresiaaltar

Linker Seitenaltar

Im Altarauszug wird der Patron des Bistums Freising, St.Korbinian, dargestellt. Der Heilige Bischof ist in vollem Ornat dargestellt, mit weißer Bischofsmütze und einem Bischofsstab, an dem ein Sudarium, ein reich verziertes Schweißtuch angebracht ist. In der Hand hält er die Bibel, die ihn als Verkünder des Evangeliums ausweist. Zu Füßen des Heiligen ist ein grauer Bär zu sehen.
Umrahmt wird das Gemälde von Blütengirlanden und Akanthusblättern.


St.Korbinian
Korbinian, um 670 bei Melun (Frankreich) geboren, war zwischen 724 und 730 der erste Bischof in Freising. Nach der Legende wurde auf einer Romreise Korbinians Esel von einem Bären angefallen und getötet. Korbinian zwang daraufhin den Bären, selbst die Last zu ragen. So kam der Bär in das Wappen der Stadt Freising; er ist im Übrigen auch auf dem Papstwappen von Benedikt XVI. abgebildet. Der Gedenktag 20.November
Der linke Seitenaltar ist dem hl. Josef geweiht; die Mittelnische enthält sein Bild. Darauf ist er mit einer Lilie abgebildet, die seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit ist. Der Vater Jesu steht auf Gewölk und ist von Putten umgeben.

St. Josef
Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs David, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde.
Er lebte als Haushandwerker in Nazareth.
Der Gedenktag von Josef ist der 19.März.
   
Auf dem Altartisch

Auf dem Altartisch steht die Figur eines Heiligen in römischen Gewändern mit einem Schwert in der Hand (um 1700). Nach der Aufschrift auf dem Sockel handelt es sich um eine Skulptur von Apostel Jakobus des Älteren.

Jakobus d.Ältere

Für die Darstellung dieses Apostels in unserer Gegend ist dies untypisch. Man vermisst die sonst üblichen Attribute Muschel und Pilgerausrüstung. Ein Apostel mit Schwert ist in unseren Kirchen meist Paulus. Aber das Schwert passt auch zur Lebens-geschichte von Jakobus, denn der wurde mit dem Schwert hingerichtet. Jakobus der Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der ältere Bruder des Apostels Johannes. Er zählte neben seinem

  Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König Herodes Agrippa (I. von Judäa) im Jahr 43 enthauptet wurde; Jakobus war der erste Märtyrer unter den Aposteln (Ap 12,1 -2). Gedenktag: 25.Juli


Rechter Seitenaltar

Im Altarauszug ist ein Bild des hl. Nikolaus angebracht. Es ist ähnlich gestaltet wie das Aufsatzbild am linken Altar.
Auch Nikolaus ist in vollem Ornat dargestellt, mit weißer Bischofsmütze und mit einem Krummstab, an dem auch bei ihm ein Sudarium, ein reich verziertes Schweißtuch, angebracht ist.

St.Nikolaus
Auf dem Buch vor ihm liegen drei Äpfel. Sie erinnern an die Legende, nach der er eines Nachts einer Familie drei Äpfel durch das Fenster ins Zimmer legte. Diese Äpfel wurden durch seine Fürbitte bis zum Auffinden am nächsten Morgen von Gott in Goldkugeln verwandelt. Dadurch wollte Nikolaus die Mädchen der beschenkten Familie davor bewahren, aus Not in die Prostitution gehen zu müssen.
 

Hinweis: Der Heilige war um das Jahr 300 Metropolit von Myra. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um das Jahr 310 gefangen genommen und gefoltert. Er überlebte und nahm 325 am 1. Konzil von Nicäa teil. Gedenktag: 6.Dez.

Altarblatt
Das Altarblatt des rechten Seitenaltars zeigt eine Ordensfrau, die von einem Engel umsorgt wird. Es ist nicht klar, um welche Heilige es sich handelt.
Infrage kommen die hl. Theresia von Avila oder die hl. Franziska von Rom. Beide Heilige hatten der Legende nach mit Engeln zu tun.
Theresia (1515-1582) war Klosterfrau bei den Karmelitinnen und erlebte eine Reihe von Visionen, bei denen sie Zwiesprache mit Engeln pflegte.

Franziska von Rom
oder St.Theresia

Franziska von Rom (1384-1440) war 40 Jahre lang verheiratet und hatte sechs Kinder. Noch als Ehefrau gründete sie die "Gemeinschaft der Oblatinnen des Olivetanerklosters der heiligen neuen Maria" einen Orden caritativ tätiger adliger Frauen, die nach der Regel der Benediktiner lebten. Nach dem Tod ihres Mannes trat sie in den Orden ein. Franziska hatte in der nur vier Jahre währenden Ordenszeit viele Visionen. Dabei wurde sie ständig von einem Engel umsorgt, in dessen verklärtem Licht sie nachts sogar lesen und schreiben konnte.

  Wenn man sich die fürsorgliche Haltung des Engels im Gemälde betrachtet, spricht viel dafür, dass am rechten Seitenaltar die hl.Franziska von Rom zu sehen ist. Es wäre die einzige Darstellung der hl.Franziska in den 260 Kirchen und Kapellen des Dachauer Landes.
Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die abgebildete Ordenstracht der Benediktinerinnen weder der von Theresia (Karmelitinnen haben kleinere Kragen) noch der von Franziska (Olivetanerinnen haben weißer Schleier) getragenen gleicht.

Auf dem Altartisch

Früher nur im Mai und an Marienfesten, inzwischen aber das ganze Jahr über, steht auf dem Altar eine Muttergottesstatue aus der Zeit um 1900.
Maria ist mit Krone und Zepter als Königin dargestellt. Der Reichsapfel in der Hand des Jesuskindes vervollständigt die königlichen Insignien.


Maria

Die zwölf Sterne um das Haupt Mariens erinnern an die Apokalyptische Frau, die Johannes in der Geheimen Offenbarung beschrieben hat. Sie war in der Vision vom Strahlenkranz der Sonne umgeben, über ihrem Haupte standen zwölf Sterne als Symbol für die zwölf Stämme Israels.
Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeit als Symbol für die Kirche angesehen und erst später mit Maria identifiziert.


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Wandkruzifix

An der Seitenwand der Kirche hängt ein großes Kruzifix aus dem 18.Jh.

Jesu Füße sind mit zwei Nägeln am Kreu-zesstamm angenagelt. Bei Kruzifixen aus die-ser Zeit ist dies sehr selten. Damals wurde üblicherweise die bei-den übereinander lie-genden Füße mit einem Nagel fixiert. (sog.Dreinagelkreuz).


Viernagel-
Kruzifix

Hinweis: In den frühchristlichen Kir-chen wurde das Kreuz ohne den Cor-pus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triump-hierender, göttlicher Sieger mit geöff-neten Augen und in aufrechter Hal-tung dargestellt. Erst im hohen Mittel-alter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.

Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seiten-teilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh.20,22) zurück.



Marienbild
im Holzschrein

An der Südwand hängt ein bleiverglaster Holzschrein (70 x 91 x 20 cm) mit der Kopie eines sehr bekannten Muttergottesbildes (Mariahilfbild) hinter Vorhängen mit Goldborten. Es handelt sich um ein Ölgemälde aus dem 18.Jh.

Bilddetail
mit Application
(Heiligenschein)
Auf dem Ölbild sind Klosterarbeit-Applikationen mit Reliquien angebracht: Krone, Armband, Kragenbesatz und ein Rosenkranz mit eingelegtem Perlmuttkreuz.
Am Rahmen des Bildes zwei Cheruben. 

Das Original des Mariahilfbildes, das als Gnadenbild einer Wallfahrt im Innsbrucker Dom hängt, wurde von Lucas Cranach dem Älteren im Jahr 1540 gemalt. Auch eine um 1620 gemalte Kopie davon wird als Gnadenbild verehrt, und zwar in der Mariahilfkirche in Passau. Im Landkreis Dachau können Sie weitere Kopien des Mariahilfbildes sehen:
- in Röhrmoos und Eisenhofen mit Applikationen
- in Amperpettenbach, Hirtlbach, Indersdorf, Kiemertshofen, Miegersbach, Oberumbach, Roßbach und Walkertshofen , ohne Applikationen.

Mariahilfbild
im Holzschrein
Das Mariahilfbild ist als Bildtypus das am weitesten verbreitete Marienbild in Süddeutsch-land und dem Alpenraum.





K
reuzweg-Stationsbilder

1. Station
Jesus wird verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
3. Station
Jesus fällt
das erste Mal
4. Station
Jesus begegnet
seiner Mutter
5. Station
Simon hilft
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
d. Schweißtuch
7. Station
Jesus fällt
das zweite Mal
8. Station
Jesus tröstet
die Frauen
9. Station
Jesus fällt
das dritte Mal
10. Station
Jesus wird
entkleidet
     
Die Kreuzwegbilder sind im hinteren Teil der Kirche unter der Empore konzentriert. Die (mit Rahmen) 80 x 41 cm großen Leinwandbilder entstanden in den Jahren 1870/80 als auch die Altäre überarbeitet wurden.

Die Kreuzwegbilder in Gundackersdorf sind nach der gleichen Vorlage gemalt wie die in den Kirchen von Oberroth (1894) und Hörenzhausen bei Haimhausen (1890) sowie in der Kapelle von Reichertshausen (1901).
11. Station
Jesus wird
gekreuzigt
12. Station
Jesus stirbt
am Kreuz
13. Station
Jesus im
Schoos Mariens
14. Station
Jesus wird
begraben
Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen
Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Kloster-kirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. (1730 bis 1740) erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve "Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll" diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...




O
pferstock

Opferstock

An der Stützsäule der Empore ist ein 54 cm hoher alter Opferstock aus Holz mit Eisenbeschlägen aus dem 17.Jh. angebracht. Zwei große Schlösser sichern das Türchen zum Hohlraum, in den die eingeworfenen Geldstücke oder -scheine fallen. Der Metallbügel über dem Einwurfschlitz soll das "Fischen" nach Papiergeld durch Opferstock-räuber verhindern.

Wenn Sie auch Opferstöcke aus anderen Kirchen des Dachauer Landes sehen wollen, klicken Sie hier...


K
irchenbänke

Die Kirchenstühle bestehen aus 13 Bankreihen (südlich 5, nördlich 8), die im 20.Jh gefertigt worden sind.



Vortragekreuz

An den Kirchenbänken ist ein Vortragekreuz mit großem Corpus befestigt, das aus der 2.Hälfte des 18.Jh stammt. Ein weiteres Vortragekreuz aus dem Ende des 19.Jh steht auf dem Dachboden.


Hinweis: Ein Vortragekreuz wird beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdi-gungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach".

 


Vortragekreuz 18.Jh.
Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreu-zigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh.



E
mpore

Die Empore besteht ganz aus Holz. Die tragenden Balken liegen im Mauerwerk auf und werden durch einen Holzpfeiler etwas außerhalb der Mitte gestützt.

 
 
 
 Vase mit Rosen oder Feigen
Sündenfall Adam und Eva 
St.Andreas und St.Martin
Vase mit Rosen oder Feigen
 
Eine kunsthistorische Besonderheit der Kirche ist die in bäuerlichem Stil mit Ornamenten und Bildern bemalte Emporenbrüstung.
Sie ist durch Profilrahmen in Kassetten eingeteilt. Die senkrechten Füllbretter sind alle bemalt; die Farben sind ohne Grundierung direkt auf das Holz aufgebracht. Die Gemälde sind unterschiedlich groß, doch das stört den Gesamteindruck nicht, weil die verwendeten Farben sehr gut mit der Holzfarbe harmonieren. So erzeugen die Gemälde einen großartigen Gesamteindruck, der dadurch unterstützt wird, dass die umgebenden Wände nicht mit Figuren oder Bildern überladen sind. Die Kreuzwegbilder im Nordwesten unter der Empore stören durch ihre einheitliche Linienführung nur wenig.
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 Paulus Phöchtl (Signatur ?)
Der Künstler der Emporenbilder ist uns nicht sicher übermittelt. Aber in die Brüstung ist mehrfach der Name Paulus Phöchtl eingeschnitzt (siehe Bild links). Es könnte der Name des Zimmerers sein oder der des Malers oder der von beiden. Der Maler hatte jedenfalls Probleme mit den Körper-Proportionen und auch mit der Perspektive, wie am gemalten Pflaster zu sehen ist.

Dass diese Malereien die Barockzeit überstanden haben, ist nur dadurch erklärbar, dass sie mehrere Jahrhunderte lang mit blauer Tünche 17) übermalt waren. Erst um 1970 sind die Malereien unter der Tünche entdeckt worden. Die Barockzeit hat solch einfache Malereien nicht ertragen. Damals war Altes ohnehin nicht angesehen und die frühere Kunst musste schon von hoher Qualität sein, wenn man sie in der Kirche ließ.

Betrachtet man die Bilder im Detail, ist zu erkennen, dass sie einfachste bäuerliche Malerei sind. Sie berühren uns aber, ähnlich wie die naive Malerei des 20.Jh., durch ihre anscheinende oder vielleicht auch nur scheinbare Unbeholfenheit.
Die Emporenbrüstung ist in sechs Kassetten eingeteilt. Die vier äußeren zeigen stilisierte Blumen- oder Früchtegebinde, die in Vasen stecken. Es könnte sich um Blumenblüten oder um Feigen handeln.

St.Andreas und St.Nikolaus
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St. Andreas

Auf dem rechten der mittleren Gemälde sind unter einem Doppelbogen der Kirchenpatron St.Andreas und der hl.Nikolaus abgebildet. Bei Andreas hat der Maler die Körperproportion etwas eigenwillig gewählt: der Heilige muss außer-gewöhnlich lange Beine haben. Der Apostel ist mit einem großen Schrägkreuz und einem Buch abgebildet. Das Kreuz ist das nach ihm benannte "Andreaskreuz". Der Apostel Andreas wurde in Patras /Griechenland an ein solches Schrägkreuz gebunden, wo er bis zu seinem Tod zwei Tage später den Passanten noch das Evangelium verkündete. Bei dem Buch dürfte es sich um die Bibel handeln; sie weist den Apostel als Verkünder des Evangeliums aus.

St.Nikolaus ist im Bischofsornat dargestellt: mit Mitra und Bischofsstab, an dem ein Sudarium, ein Schweißtüchlein befestigt ist. Mit der rechten Hand balanciert er drei Äpfel.
Hinweis: Nikolaus war Bischof von Myra. Er wurde in der Diokletianischen Verfol-gung um das Jahr 310 gefoltert, überlebte aber die Tortur und nahm 325 am 1. Konzil von Nicäa teil. Die Äpfel erinnern an die ( bereits oben beim rechten Seitenaltars beschriebene) bekannteste der Legenden. Die Rolle von Nikolaus als Gabenbringer für Kinder ist jünger. Grundlage hierfür war das "Bischofsspiel" in Klosterschulen, wo ein Schüler am Nikolaustag (6.Dez.) als "Bischof" fungieren durfte und dabei seine Mitschüler beschenkte. Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für alle Kinder belegt.

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St.Nikolaus

Auf dem Bogen über den beiden Heiligen sind die Buchstaben IHS zu lesen.
Es ist das Jesusmonogramm, das auch in späterer Zeit sehr häufig in der religiösen Kunst verwendet wurde. Eigentlich sind es griechische Buchstaben. Aber auch in der lateinischen Schrift werden diese Zeichen verwendet, wenn auch mit geringen Unterschieden.
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IHS-Zeichen
Der mittlere Buchstabe, das lateinische H ist ein grie-chisches Eta. Und die 3 Zeichen sind die ersten drei griechischen Buchstaben des Namens Jesus.
Aber auch für die lateinische Lesart hat man eine Lösung geboten. Jesus, Hominis, Salvator (Jesus Erlöser des Menschen) und auf Deutsch sagen manche: Jesus, Heiland, Seligmacher.


Adam und Eva im Paradies
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      Adam beim Sündenfall

Auf dem linken der mittleren Gemälde können wir durch einen Torbogen einen Blick ins Paradies werfen, wo Adam und Eva unter dem Paradiesbaum, dem Baum der Erkenntnis, stehen. Beide halten die verbotenen Früchte vom Baum der Erkenntnis in der Hand, das waren damals wie heute Äpfel, obwohl die Bibel keine Obstsorte nennt. Mit der anderen Hand halten sich die ersten Menschen Blätter vom Feigenbaum vor die Scham. Wir sehen also die Szene kurz nach dem Sündenfall. Zu Füßen der beiden liegen größere Tiere mit Geweih.
Nach dem Text der Bibel (Genesis 3,7) "sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz".

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Eva
Im Bild oberhalb betrachten zwei Cheruben die Szene. Cheruben sind Engelsköpfe mit Flügeln. Besonders himmlisch sehen die beiden nicht aus. Sie schauen etwas grimmig drein, kein Wunder, denn sie mussten ja den Sündenfall unter ihnen beobachten.
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       Engel betrachten den Sündenfall - dazwischen die Zahl 1590
Und über den Engeln ist in Ziffern unterschiedlicher Größe deutlich die Jahreszahl 1590 zu lesen, die wohl das Jahr der Entstehung der Bilder und wohl auch der Empore anzeigt.

Die Emporenbrüstung ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von 1895 enthalten. 17) Darin heißt es:
       "An der Brüstung der Westempore handwerksmässige ornamentale und figürliche Malereien aus dem 17. Jahrhundert,
        theil weise von blauer Tünche bedeckt."


Die Kirche besitzt keine Orgel; der Gesang der Gläubigen wird von einem Harmonium begleitet. 

 

Beichtstuhl

In der Sakristei steht noch der Mittelteil eines alten, sehr einfach gestalteten Beichtstuhls. Es ist der Platz des Priesters, der durch das perforierte und durch eine Plastikfolie abgedichtete Rundbogenfensterchen Kontakt zu dem auf der anderen Seite knienden Beichtenden hält.

Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse

Beichtstuhl
mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seiten-teilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh.20,22) zurück.



Reliquienmonstranz

Zur Kirche in Gundackersdorf gehören noch eine Reliquienmonstranz, die außerhalb der  Kirche aufbewahrt und nur zu Festen in die das Gotteshaus gebracht wird.

Reliquienmonstranz
um 1500
Die 55 cm hohe Reliquienmonstranz ist eine sog. Turmmonstranz aus gotischer Zeit (um 1500); sie besteht aus Silber und ist getrieben und gegossen. Sie besitzt einen sechspassförmigen Fuß mit breiter Zarge. Am Schaft befinden sich zwei Ringe und ein Nodus mit sechs Rotuli (stilisierte Buchrollen). Der Nodus (lat.für Knoten) als Kunsttypus ist aus einem die bösen Mächte abwehrenden Knoten entstand.
der Mitte ein zylindrisches Schaugefäß mit kleinem Gusskruzifix und verschiedenen Reliquien; diese sind in Klosterarbeit befestigt und geschmückt. Auf den Cedulae, den kleinen Pergamentzettelchen, sind die Namen der Heiligen zu lesen, deren Gebeine hier ausgestellt werden: "S.Innocens; S.Valens M.; S.Incognita M.; S.Alban M.; Gaudiosa; S.Incognita".
Bei diesen Heiligen handelt es sich um sog. Katakombenheilige
.

Hans Schertl

Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1880
03) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.1633a, 1709, 1794, 576c)
04) Dachauer Nachrichten vom 3./4.9.1966
05) Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
06) Klaus Kiermeier, Dachauer Land, Die Landschaft in den Jahreszeiten, 1982
07) Brenninger, Kirchliche Kunsttätigkeit des 18.Jh im Freisinger Raum, Amperland 1983/2
08) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Brandtmair, Kopp)
   ... mehr über die Glockengießer Brandtmair...

09) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
10) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Zimmermeister, Amperl 1986 (Häberl)
11) Heinrich u.Margarete Schmidt, Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 1981 (Pieta 5 Wunden)

12) Informationsmaterial der Pfarrei Weichs, 2002
13) Heimatkunde Österreich, Finanzwesen
14) Währungsrelationen zur Kreuzerzeit in Bayern, 2007
15) Rosina Riedl, Mesnerin 2012 (Hofkapelle 1030, Pieta)
16) Stefan Trinkl, Das Zisterzienserkloster Fürstenfeld unter Abt Balduin Helm 1690-1705, S.248
17) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
18)
Prof. Dr.Wilhelm Liebhart, Das Landgericht Dachau in der frühen Montgelaszeit, Amperland 1994

57 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

10.3.2018

Erste urkundliche Erwähnung der Kirche in Gundackersdorf
Schenkungsurkunde aus der Zeit von 1123-1130


Philipp Abraham Brandtmair
Glockengießer

Der Glockengießer Philipp Abraham Brandtmair aus Augsburg lebte von 1696 bis 1777. In den Werkverzeichnissen wird er von 1728 (Gutenberg im Oberallgäu) bis 1776 genannt. Brandtmair goss im Jahr 1762 Glocken für drei Kirchen im Dachauer Land: für Markt Indersdorf, Gundackersdorf und Ottmarshart. Glocken von Abraham Brandtmair, der oft mit Franziskus Kern zusammenarbeitete, hängen auch in der Wieskirche und in Eichstätt.
Interessant ist die Anzeige, die Brandtmair bei Eröffnung seiner Glockengießerei in der "Augsburgischen Ordinari Postzeitung" Untertitel "Von Staats-, gelehrten historisch u. ökonomischen Neuigkeiten" veröffentlichte:
  "Da die ehemalige Glockengießerey von Philipp Abraham Brandmair (=Vater), Glockengießerswittib auf dem Kreuz Lit.F.Nro 261 nächst der Heuwage völlig eingegangen ist, so empfiehlt sich also Endesgesetzter um so mehr als Sohn, den verehrtesten hiesigen und auswärtigen Gönnern zu allen folgenden Lieferungen um billigste Preise, als alle Arten Löschmaschinen, Glocken, bleyerne Röhren ziu Wasserleitung, und was sonst noch von ähnlicher Messingarbeit nöthig seyn möchte.
Augsburg, den 20.Januar 1813 - Phil.Abrah. Brandmair, Glockengießer an der Schlossermauer Lit.A. Nro.621"

Paul Kopp
Glockengießer

Paul Kopp hat im Dachauer Raum Kirchenglocken für Deutenhausen (1641), Glonnbercha (1640), Maria Birnbaum, Westerholzhausen (1681), Gundackersdorf (1687) und Hebertshausen (1692) gegossen. In der Zeit von 1691-1699 galt er sogar als DER Glockengießer für das Kloster Fürstenfeld 16).