zur
Landkreiskarte
ausführl.Beschreibg
Kirchen i.d. Gem. Schwabhausen
Filialkirche St. Laurentius in RUMELTSHAUSEN
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Kurzbeschreibung Die Kirche in Rumeltshausen ist ein einschiffige Chorturmanlage aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Teile des Baues stammen aus spätromanischer Zeit. Romanische Bauzier in Form eines Rundbogenfrieses an der südlichen Langhausmauer und an der Südseite des Turmuntergeschosses. Die Kirche wurde 1748 barock verändert und 1868 um fast vier Meter erweitert.
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Die Kirche ist seit der letzten Renovierung
eines der Schatzkästlein unter den Kirchen im Landkreis Dachau.
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Innenaustattung Der Altarraum im Erdgeschoss des Turmes enthält gotische Wandfresken aus dem 15.Jh. Das Kreuzgewölbe im Altarraum und die Flachdecke im Langhaus wurden von Franz Mayr mit Fresken bemalt, die Szenen aus dem Leben des Patrons St. Laurentius zeigen. Die Figurenausstattung entspricht
dem der bäuerlichen Umfeld der Kirche: Am Chorborgen steht das Taufbecken mit einer schönen Figurengruppe auf dem Deckel. Die 1720 gebaute Kanzel zeigt Heiligenbilder. Gegenüber hängt das 1681 gestiftete Kanzelkreuz. |
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Die Gottesdienstordnung
finden Sie hier...
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Die Ortschaft Rumeltshausen wurde erstmals um 857 schriftlich erwähnt. Damals tauschte der 8.Freisinger Bischof Anno (855-875) mit dem Laien Heimperht Liegenschaften zu Pellheim und Rumeltshausen (an Bischof). In dieser in der Zeit zwischen 867 und 864 erstellten Tauschurkunde wird Rumeltshausen als "Rumaneshusir" (bei den Häusern des Ruman) bezeichnet. Aus diesem Namen schließt man, dass hier einst eine fremde, romanische Volksgruppe hauste. Das könnte bedeuten, dass Rumeltshausen schon zur Römerzeit besiedelt war.
1128 taucht in Urkunden eine "nobilis matrona" (edle Frau) namens Irmengard auf, die ihren gesamten Besitz einschließlich einer Kirche zu Rumeltshausen dem Kloster Scheyern übereignete. Diesem Kloster unterstand der Ort von 1128 bis 1725. Dann vertauschte Scheyern mit dem Freisinger Bischof das Patronatsrecht an Rumeltshausen gegen das auf die Pfarrei Fischbachau.
Matrikel
von 1315
Die Kirche St. Laurentius wird in
der Konradinischen
Matrikel von 1315 unter der Bezeichnung "Rumelshausen"
als Pfarrkirche mit Friedhof erwähnt). Die einschiffige Chorturmanlage
aus spätromanischer Zeit entstand wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Matrikel von 1524
Die Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 nennt erstmals den Kirchenpatron St. Laurentius.
Der Pfarrherr hieß Johann Kocher. Die Seelsorge versah aber der Vikar
Johannes Rudolf, alias Grunbüchler. Das Präsentationsrecht (Vorschlagsrecht
für die Besetzung einer Pfarrerstelle)
lag beim Kloster Scheyern. Die Kirche hat
keine Filiale. Die Zahl der Communikantes, der Gläubigen nach der Erstkommunion,
betrug 45. Es war damals die zweitkleinste Pfarrei im Gebiet des heutigen Landkreises
Dachau. Immerhin zeigte das Pfarrhaus und die Wirtschaftsgebäude keine
Schäden ["non patiuntur defectus"].
Die sog. "Kanzley-Manual-Matrikel
des Bisthums Freysing aus dem XVII.Jahrhunderte" enthält die gleiche
Aussage: "Rumelzhausen est de praesentatione Abbatis in Scheirn. Ejusdem
patronus s.Laurentius. Solvit in absenti 10 fl." d.h. das Absenzgeld, das
der offizielle Pfarrherr dem die Seelsorge wahrnehmenden Pfarrvikar zahlen musste,
betrug 10 Gulden. Das war ein sehr niedrieger Betrag, von dem ein Pfarrer nicht
leben konnte.
Barockisierung 1670
Um das Jahr 1670, kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg, wurde die
Kirche umgestaltet (Westwand, Dachstuhl - Zimmerer Lorenz Schnitzenbämer
aus Schnitzenbaum bei Miesbach).
Altarweihe
1722
Am 6. Juli 1722 weihte
Fürstbischof Johann Franz von Eckher drei Altäre in der Kirche und
spendete 204 (!) Kindern das Sakrament der Firmung. Die Kinder kamen sicher
aus einem großen Gebiet hier zusammen. Das Weihedatum bedeutet aber nicht
zwingend, dass der Altar erst kurz vorher neu beschafft oder renoviert worden
wären. Es könnte auch sein, die Altäre 1670 neu errichtet wurden
oder sogar vorher - im 30jährigen Krieg - die Altäre von Soldaten
entweiht worden waren und deshalb einer Neuweihe durch den Bischof bedurften.
Die war damals aber nicht möglich. Denn ab 1652 saßen zwei Wittelsbacher
Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem
Freisinger Bischofsthron, die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs
nicht ausüben konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die
Priesterweihe. Nach 40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof
an die Regierung, für den nach so langer Zeit ohne Kirchen- und Altarweihen
und ohne Firmungen viel zu tun war. Dieser kunstsinnige Bischof hatte seinen
Sommersitz auf Schloss Hof und weihte von hier aus in seinem Urlaub viele Altäre
und Kirchen unserer Region.
Matrikel
1738/40
In den Jahren 1738/40,
besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und
erstellte die nach ihm benannte Schmidt'schen
Matrikel. Über die Pfarrei "s.Laurentii in Rumelzhausen"
berichtete er: Das Präsentationsrecht soll nach einer alten Matrikel früher
beim Abt und dem Konvent des Kloster Scheyern gelegen haben. Mit Vertrag vom
8.August 1725 tauschten das bischöfliche Ordinariat in Freising und das
Kloster Scheyern die Rechte für die Pfarreien Fischbachau (bisher Freising)
und Rumeltshausen. Seitdem besaß Freising das Präsentationsrecht
in Rumeltshausen. Der Pfarrer hieß damals Georg Michael Pabst; er war
1731 eingesetzt worden. Das etwas schäbig aussehende Pfarrhaus war noch
aus Holz gebaut. Es war samt den Wirtschaftsgebäuden renovierungbedürftig.
Die Zahl der Gläubigen hatte sich in den letzten 200 Jahren von 45 auf
78 erhöht, obwohl in dieser Zeit zwei schreckliche Kriege (Dreißigjähriger
Krieg und Spanischer Erbfolgekrieg) das Land heimgesucht hatten.
Die Pfarrkirche beschreibt Schmidt als Bau, wie man ihn im ländlichen Bereich
üblicherweise findet. Sie hatte drei Altäre:Der Hochaltar war dem
hl.Laurentius, die Seitenaltäre der Schmerzhaften Mutter (Mater dolorosa)
und dem hl.Leonhard geweiht. In der Sakristei waren ausreichend viele Messgewänder
aufbewahrt. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.
Die Einnahmen und Ausgaben verwalteten der Pfarrer und der Landpfleger von Dachau.
Der Bericht endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige
Vermögen dises Pfarr-Gottshauses mechte sich der Zeit yber 700 fl. (=Gulden)
belauffen".
Umbau 1748
Im Jahr 1748 wurde die Kirche im Stile des Rokoko weiter verändert. Man
hat die Rippen der Chorraum-Decke abgeschlagen und die neu gewonnene durchgängige
Fläche von Franz Mayr bemalen lassen. Auch der Stuck mit Bandlwerkornamentik
stammt aus dieser Zeit. Zudem wurde ein neuer Altar aufgestellt. Bei diesem
Umbau erhielt die Kirche in etwa das heutige Aussehen. Die Inschrift über
dem Chorbogen "Haec est Domus Domini" mit der Jahreszahl "MDCCXLVIII"
(1748) weist auf das Jahr hin.
Pfarrsitzwechsel
1814
Rumeltshausen war bis 1814
Sitz einer eigenen Pfarrei und wurde dann mit der Pfarrei Schwabhausen zusammengelegt.
Damals
kamen zu den 167 Gläubigen in Schwabhausen 72 Gläubige aus Rumeltshausen
dazu; die Pfarrei blieb immer noch klein.
In J.R.Buchinger historischen Nachrichten über das Landgericht Dachau wird
berichtet: "Rumelzhausen besteht jetzt nicht mehr als eine eigene Pfarrey,
sondern wurde am 19.October 1814 für immer mit der Pfarrey Schwabhausen
vereiniget, die deßwegen einen Hülfspriester zu halten hat".
Grund waren wohl die geringen Einkünfte beider Pfarreien. Mayer/Westermayer
schrieben 1880: "weil das Widdum, der Pfarrbauernhof, (im Rumeltshausen)
an Gebäuden und Feldbau gänzlich vernachlässigt war und öde
lag und weil die Pfarrei Schwabhausen dringend einer Aufbesserung bedurfte.
Sämtliche Erträgnisse von Rumeltshausen sollen teils zur Haltung eines
Hilfspriesters und teils zur Verbesserung der ebenfalls unzureichend dotierten
Pfarrei Schwabhausen verwendet werden". Dem letzten Pfarrer von Rumeltshausen
wurden mangelhafte Kenntniss bei der Bewirtschaftung der Pfarrgründe vorgeworfen,
was ebenfalls die Entscheidung erleichterte.
Die Eingliederung der Pfarrei Rumeltshausen nach Schwabhausen hatte nicht nur
Freunde. Die Gemeinde Rumeltshausen widersetzte sich mit der Begründung,
dass die Gläubigen wegen der vom Rothbach drohenden Wassergefahr unter
keinen Umständen nach Schwabhausen kommen könnten. Die Kirche in Schwabhausen
sei zu klein; außerdem sei der Pfarrhof in Rumeltshausen erst vor 12 Jahren
gebaut worden. 1936 jedenfalls waren das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude
noch vorhanden.
Beschreibung 1817
Im Jahr 1817, drei Jahre nach der Vereinigung der Pfarreien Schwabhausen und
Rumeltshausen, hat Pfarrer Hosemann seine neue Pfarrei beschrieben. Die Kirche
in Rumeltshausen sei "ziemlich feucht, weil man zwei Stufen hinabsteigen
muss. In der Mitte des Hochaltars ist ein hölzern sitzendes, aber angekleidetes
Frauen-Bild, mit dem ebenfalls gekleideten Jesukinde am Arme. Das Fest der Kircheweihe
wird am Sonntag nach dem Fest der hl.Petrus und Paulus (=29.6.) gefeiert."
Verlängerung 1857
1857 (andere Quelle: 1868) wurde die Kirche nach Westen hin unter geschickter
Anpassung der Rundbogenblendfenster an der südlichen Außenseite um
3,60 Meter erweitert. (Die westliche Begrenzung des alten Kirchenschiffes ist
deutlich an der Mauerkontur sichtbar).
Beschreibung
1880
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von
Anton Mayer und Georg Westermayer aus dem Jahr 1880 ist im Kapitel über
die Pfarrei Schwabhausen auch die Kirche St.Laurentius in Rumeltshausen enthalten.
Im Dorf selbst wohnten 89 Seelen (in 12 Häusern). Über die Kirche
schreibt er: "An der Straße von Dachau nach Indersdorf gelegen. Erbauungsjahr
unbekannt. Am Triumpfbogen die Inschrift: 'Haec domus Domini 1748'. Restaurirt
1886. Renaissancestyl. Presbyterium im Thurme. Geräumigkeit zureichend.
Baupflicht hat die Kirche. Kuppelthurm mit 2 Glocken; beide mit der Inschrift:
"Bernhard Ernst in München goss mich 1665". 3 Altäre, davon
1 portatile (ohne festen Altarstein). Keine Orgel. Cemeterium (=Friedhof) ohne
Capelle. Gottesdienste: jeden 3.Sonntag sowie 2.Weihnachtsfeiertag, Oster- und
Pfingstmontag. Stiftungen 6 Jahrtage, 3 Jahrmessen. Meßner und Cantor
ist der Meßnergütler. Kirchenvermögen: 14.300 Mark".
Bittgänge
Aus den Kirchenrechnungen ist bekannt, dass die Rumeltshausener alljährlich
Kreuzgänge nach Webling und nach München (wohl zum hl.Benno, der in
der Frauenkirche verehrt wurde) unternommen haben. Die Fahnenträger und
Sänger ("Fahnnentrager unnd Sünger") sowie der mitwallfahrende
Pfarrer erhielten ein kleines Zehrgeld, das in der Kirchenrechnung von Rumeltshausen
verbucht wurde.
Die Verehrung des hl.Benno in Bayern entstand
erst im 16.Jh im Zusammenhang mit der Reformation. St.Benno, der von 1066 bis
1106 in Meißen als Bischof gewirkt hatte, wurde am 16.Juni 1524 zur Ehre
der Altäre gehoben. Luther verurteilte diese Heiligsprechung in seiner
Schrift "Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll
erhoben werden" aufs Schäfste. Als Sachsen 1539 protestantisch wurde,
hat man das Grabmal Bennos geöffnet und seine angeblichen Gebeine in die
Elbe geworfen. Allerdings behauptete der letzte Bischof von Meißen, der
später übrigens selbst die evangelischen Konfession annahm, schon
vorher die Gebeine aus dem Sarg entfernt und die Sekundärreliquien, das
Messgewand, Mitra und Bischofsstab in Sicherheit gebracht. Sie wurden 1576 (wohl
gegen einen ansehnlichen Betrag) zusammen mit einem Wunder-Verzeichnis dem bayerischen
Herzog Albrecht V. überlassen. 1580 hat man die Gebeine in der Münchner
Liebfrauenkirche beigesetzt, wo sie nun das Ziel vieler Wallfahrer aus dem bayerischen
Land waren. Maßgeblich dafür waren sicher seine Patronate für München
und Altbaiern sowie seine Funktion als Wetterheiliger.
Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem
Pfarrleben berichtet. Diese oftmals in blumiger Sprache verfassten Berichte
beschäftigen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln
aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Primizen,
Jubiläen oder Einweihungsfeiern beschrieben. Wenn Sie die Berichte über
Rumeltshausen lesen möchten, klicken Sie hier...
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An der Südseite des Turmuntergeschosses
und des Langhauses ist noch eine romanische Bauzier in Form eines
Rundbogenfrieses
angebracht. Es sind zwei Blendbogen-Nischenpaare,
deren Aussehen sehr den Blendbögen am Chor der Kirche von Arzbach ähneln.
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| An der Südwand
ist unter dem Bogenfries eine Sonnenuhr angebracht (siehe Bild rechts).
Rechts neben der Sonnenuhr hängt ein großes, von einem Metallbogen
überdecktes Kreuz im Stil des Historismus aus der Zeit um 1900 (Missionskreuz) An der Außenseite des Vorhauses steht hinter einer mit Glas abgedeckten Nische eine Madonnenstatue (siehe Bild links) |
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(Vergrößerung der Bilder per Mouseklick) |
Georg Michael Pabst,
5. 4. 1753, (Pfarrer seit 1731), Kalksandstein unten Hostienkelch Maße: (61 x 58 cm) |
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| Pfarrer Johannes Nepomuk Lindtner,
unten Kelch mit Hostie Kalksandstein Maße: (42 x 32 cm) |
Wolfgang Pabst,
1735, unten Hostienkelch Rotmarmor Maße: (83 x 51 cm) |
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
| Nördlich am
Chor ist die Sakristei angebaut. Ihr älterer Teil besitzt noch
ein gotisches Kreuzrippengewölbe. In der Sakristei enden die hölzernen
Röhren, durch die die Glockenseile innerhalb des Mauerwerks
geführt wurden. In der Sakristei hängt in einer Wandnische noch ein kupferner Wasserbehälter mit Hahn (Lavabo), in dem früher, als es noch keine Wasserleitung gab, das für die Messe benötigte Wasser aufbewahrt wurde. Es ist eine Rarität; solche Wasserbehälter sind mir im Landkreis Dachau nur noch aus Deutenhausen und Bergkirchen bekannt. |
| Im Vorhaus des Einganges befinden sich drei übereinander liegende, mit schmiedeeisernen Gittern versehene Nischen. Im untersten "Karner" (Beinhaus) liegen fünf Totenschädel. |
| Hinweis: Das Beinhaus oder Karner (lat.carnarium=Fleischkammer) war vom Mittelalter bis zum 19.Jh. ein meist an die Kirche in der Nähe des Eingangs angebaute, zweigeschossige Friedhofskapelle, in deren Untergeschoss die Gebeine der schon lange Verstorbenen aufbewahrt wurden, um Neuzugängen Platz zu machen. In früheren Jahrhunderten war die Lebenserwartung nicht so hoch; so sind in Relation zur Bevölkerungszahl mehr Menschen gestorben. Friedhöfe waren damals immer um die Kirche herum angelegt und kaum erweiterungsfähig. Im Jahr 1058 beschränkte man die Grenzlinien der Friedhöfe auf 60 Schritte im Umkreis des Altars für Hauptkirchen und 30 Schritte für Kapellen. Weiter entfernt konnte man sich des Segens der im Altar ruhenden Reliquien und der Fürbitte des Heiligen nicht sicher sein. So war es üblich, die Gräber schon nach 5 bis 10 Jahren wieder zu verwenden. Zudem gab es keine Familiengräber; der nächste Tote erhielt das frei werdende Grab. Manche Totenschädel in den Beinhäusern wurden auch bemalt oder mit Inschriften versehen, um sie der Anonymität zu entreißen. Karner waren besonders in Bayern, Österreich und Ungarn verbreitet; sie standen an katholischen und protestantischen Gotteshäusern. In den letzten hundert Jahren wurden die Karner abgerissen bzw. in Lourdeskapelle, Abstellräume oder Vorhäuser umgewandelt. In manchen Kirchen wie hier in Rumeltshausen erinnert aber noch eine Nische mit einigen Totenköpfen an die frühere Trauerkultur. Die aufgestapelten Gebeine sollen die Kirchenbesucher an die Vergänglichkeit des Menschen ermahnen. |
In der darüber
liegenden rundbogigen Nische steht eine 1,10 m hohe Christusskulptur
(Jesus auf der Rast) mit
seitlich angebrachten Engeln,
die einen Totenkopf (rechts)und eine Sanduhr, die Zeichen für die Endlichkeit
des Lebens, in den Händen halten.
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| Das sind Schilderungen und bildliche Darstellungen von Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den Evangelien erwähnt werden.Sie entsprangen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt.Zu diesen heimlichen Leiden gehören Darstellungen von Christus im Kerker, von Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Vesperbilder) und Christus auf der Rast. Letzteres stellt Jesus dar, der nach dem Kreuzweg, kurz vor seiner Kreuzigung auf einem Stein oder dem Kreuz sitzt, seinen Ellbogen an den Schenkeln aufstützt und das Kinn bzw. eine Wange mit einer Hand hält. Eine uralte Geste der Klage. Diese Art der Gestaltung heißt im Volksmund manchmal auch "Zahnweh-Herrgott". |
| Ganz oben ist eine Ölbergdarstellung aus dem 18.Jh. Sie zeigt den auf dem Boden knienden Jesus, der sein Gesicht betend zum Himmel wendet. Rechts von ihm die drei schlafenden Jünger. Über der Gruppe ein Engel mit dem Kelch in der Hand. Er erinnert an die Jesusworte am Ölberg: "Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!" (Mtt, 26,39). |
Die letzte Renovierung fand in den
90er-Jahren des letzten Jahrhunderts statt.
Innenausstattung
| Rumeltshausen ist eine Chorturmkirche,
d.h., der Altarraum ist im Erdgeschoss
des Turmes untergebracht. Der Raum hat die Grundmaße des Turms (3,5
x 3 m) und ist deshalb relativ schmal und kurz. Der Altarraum ist von einem
in der Barockzeit bemalten Kreuzgewölbe überdeckt, bei dem 1748
die Rippen abgeschlagen wurden. |
An der Nord- und der Ostwand wurden vor einigen Jahren farbenfrohe Fresken aus spätgotischer Zeit freigelegt. Die Tatsache, dass die Gemälde hinter den Altar reichen, zeigt deutlich, dass der gotische Altar nicht sehr hoch gewesen sein kann. Der heutige, raumhohe Altar, der die Fresken verdeckt, wurde erst 1740 errichtet. |
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| Spätgotische
Fresken, im 15.
Jh. entstanden, zieren den Altarraum.
Man hat sie erst im 1911 bei einer Restaurierung wieder entdeckt und freigelegt. Sie zeigen jedenfall an der Nordseite Szenen aus dem Leben Jesu. Zwei Gemälde direkt hinter dem Altar, die leider kaum zu fotografieren sind, sollen Szenen aus dem Martyrium des hl.Laurentius darstellen. Das südliche davon könnte aber auch die Geißelung Jesu sein. Interessant sind die Heiligenscheine; sie sind dreidimensional gestaltet. Als die Fresken hinter dem Altar gemalt wurden, war der Altar nur so hoch, dass die Bilder vom Kirchenschiff aus zu sehen waren. Spätestens als ein höherer Altar errichtet wurde, hat man diese (und wahrscheinlich alle Wandgemälde im Chor) überweißelt. Inmitten des freigelegten Freskos steht Nische eine schwarze Madonnenfigur. |
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Das Deckengemälde im
5,30 m hohen Chorraum, 1748 von Dachauer Franz Mayr (geb.1707 in Lauterbach,
gest.1752 in Dachau) gemalt (sign. an der Langhausdecke). Mehr
über Franz Mayr ....
| Das 3,55 x 3,00 m große
Bild stellt auf der ganzen Fläche Szenen
aus dem Leben des hl. Laurentius dar. Im Mittelfeld die Apotheose, die "Verherrlichung
des hl. Laurentius. |
Der Heilige kniet in Diakonskleidung (kurze Ärmel) mit ausgebreiteten Armen und blickt zum Himmel. Ein Putto hält sein Attribut, einen Rost. Über St. Laurentius zwei große Engel mit weit aufgerissenen Augen und darüber in einem Lichtfeld das Symbol für die Dreifaltigkeit (Dreieckssymbol). |
| Vorne links: ( Phönix = Sinnbild für Martyrium) Text: "Ein gantz neues Leben, in Feur ihm wirdt geben". |
Vorne rechts: (Brennender Dornbusch = unsterbliche Seele Ex.3,2) Text: "Ehr brinet zwar in der Glueth, doch ihn nit verzören tuet". |
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| Hinten links: (Goldtiegel
im Ofen = Läuterung ). Text: "Er wird im Feuer nit verzehret, sein Schein und Glantz würdt ermehret". |
Hinten rechts: (Vulkan
Albanus, der am Fuße blüht und oben Feuer speit= Standhaftigkeit
des Laurentius während der Marter) Text: "Von undten schen blüehet, uns oben doch glüehet" |
| Auf der linken Seite kniet über dem Text "Löschet auß die Feursbrunsten" St.Laurentius auf Wolken. Auf der Erde sind im Vordergrund mehrere Gebäude -darunter auch eine Kirche - zu sehen, die in Flammen stehen. | Das Bild auf der rechten Seite zeigt St. Laurentius als Patron gegen das Unwetter. In der Schriftkartusche ist "Trennet ab die Hochgewitter" zu lesen. Der Heilige lagert im oberen Teil des Bildes mit seinem Attribut, dem Rost, auf einer Wolke. Aus dieser Wolke geht auf einen Bauernhof ein Unwetter mit Hagelschauer nieder. Wegen des Feuertodes ist Laurentius der Patron gegen Feuer und Blitzschlag. |
| Mittelpunkt des Altars ist eine von Putten umgebene liebliche Madonnenfigur aus dem 18.Jh. Sie hält das segnende Jesuskind in ihrem Arm. Flankiert wird sie von Skulpturen des Kirchenpatrons, des hl. Laurentius, mit den typischen Attributen Rost und Palmzweig (1740) auf der linken Seite | und des hl. Sebastian,
der als Soldat mit Pfeil und Bogen dargestellt ist (18.Jh) auf der rechten
Seite. Im Aufsatz des Hochaltars eine Heiliggeist-Taube. |
| Hinweis:
Nach
der Legende war Sebastian im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde,
der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er
erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus,
bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen.Auf
seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein.
Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile
wegen- und als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Laurentius war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Leidenden und Armen austeilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze;als Laurentius sie nicht an ihn herausgab, ließ er ihn mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Deshalb wird Laurentius mit dem Rost abgebildet. |
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Der neubarocke Tabernakel aus 1910 ist teilvergoldet. Er wird durch vier 90 cm hohe Säulen gegliedert. In den seitlichen Nischen stehen 30cm hohe Skulpturen aus Holz (18.Jh). An der zweiflügeligen Tabernakeltüre sind vergoldete Reliefs von Getreideähren und Weinreben angebracht als Zeichen für Brot und Wein, Leib und Blut Christi, die im Tabernakel aufbewahrt werden. Die Figuren der Leuchterengel, die auf dem Tabernakel sitzen, stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9). |
| Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
Vor dem noch erhaltenen
(zusammengeklappten) Kommuniongitter mit seinen steht auf der Nordseite
der aus Messing gearbeitete Ambo,
dessen Schaft mit reichen Verzierungen nach Art des Rokoko geschmückt
ist (um 1970).
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Am Chorbogen sind Figuren
aus dem 18.Jh.angebracht:
| Hinweis: Michael ist mit Raphael, Gabriel und Uriel einer der vier Erzengel. Nach der Überlieferung war Michael häufig mit der Heilsgeschichte der Menschen verbunden. Er stürzte -schon vor Beginn der Schöpfung- den Luzifer, trieb Adam und Eva mit dem Schwert aus dem Paradies (1.Mose 3,23-24) zeigte Hagar, der von Abrahams eifersüchtiger Frau Sara vertriebenen Magd, die Quelle zur Rettung ihres Lebens (1. Mose 16,7-12). Michael gilt auch als einer der drei Männer, die Abraham besuchten (1. Mose 18,1-16), er hinderte Abraham, den Isaak zu töten (1.Mose 22, 11-18) rang mit Jakob (1.Mose 32,24-29), teilte das Rote Meer beim Auszug aus Ägypten (2. Mose 14,19-22), führte Israel ins gelobte Land und kämpfte mit dem Teufel um die Seele von Mose. Rettend erschien er den Jünglingen im Feuerofen bei Daniel (Daniel 3,25-26) und hielt Habakuk an den Haaren über die Löwengrube. Michael hält die Seelenwaage und empfängt die Seligen im Paradies, so wie Petrus an der Himmelspforte. |
Auf der gegenüber
liegenden Seite der hl. Georg,
der seine Lanze in den Drachen (Sinnbild für das Böse) stößt.
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| und später Kinder opfern mussten.
Da erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt
und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der Drache
auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte
das Untier, das zu Boden stürzte. Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als glücksbringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperungen des Bösen und als Teufel bezeichnet. In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. In der religiösen Kunst wird er häufig zusammen mit dem hl.Michael, dem hl. Georg und der hl.Margarete abgebildet. Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere geben würde. |
| Von der Mitte des Chorbogens hängt die schöne Ewig-Licht-Ampel. Sie ist im Stil des Neurokoko gearbeitet; eine Gürtlerarbeit, versilbert mit Rocailleornamentik. | Hinweis:
Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. |
| Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
| Epitaph
am Chorbogen Vor dem Choraltar ist im Fußboden eine Platte im Rautenformat verlegt mit der Aufschrift W.P. Die Buchstaben könnten die Anfangsbuchstaben des Namens Wolfgang Pabst (+1735) sein, für den ein weiterer Epitaph in die Außenseite des Kirchenschiffs eingelassen ist. |
Die Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals rettet.
| Der Altarraum und das um eine Stufe tiefer liegende Kirchenschiff sind durch einen hohen, runden, mit Stuck-Rahmenleisten verzierten Chorbogen mit der Aufschrift "Haec est domus Domini MDCCXLVIII" (Dies ist das Haus des Herrn, 1748) getrennt. |
Deckengemälde
im Kirchenschiff
Das spätromanische Langhaus hat eine mit leichtem, duftigen Stuck überzogene Flachdecke. Das Kirchenschiff ist 12,80 Meter lang, 5,75 m breit und 5,70 m hoch. Es hat sich durch die barocke Umgestaltung und Erweiterungen im Jahr 1748 und 1868 in einen lichtdurchfluteten, durchaus geräumigen Saal verwandelt. An die Flachdecke mit umlaufenden Rahmen sind ein zentrales Fresko und - um dieses Fresko gruppiert - vier ovale Medaillons mit Stuck-Profilrahmen gemalt. Der Architekt und Historiker Max Gruber geht davon aus, dass die Arbeit auf die Stukkateur-Gruppe Alex Pader, Martin Hörmannstorffer und Augustin Pältl zurückgeht, die in Bergkirchen und evtl. auch in Etzenhausen, Arnbach und Pipinsried tätig war.
| Das um 1748 von Franz Mayr (sign.) gemalte 2,85 x 2,45 m große Mittelfresko zeigt das Martyrium des hl.Laurentius. Es wurde von Franz Mayr nach einer Stichvorlage von Lucas Vorstermann und einem Gemälde von Peter Paul Rubens (im Schloss Schleißheim) gemalt. Im Zentrum des Bildes ist St. Laurentius zu sehen, der halbnackt von den Schergen auf den Rost gezwungen wird, unter dem bereits das Feuer lodert. Andere Henkersknechte schütten aus einem Korb Kohlen in die Glut. | Im Hintergrund ist eine Jupiterstatue zu sehen. Unter dem Volk, das dem Schauspiel beiwohnt, befinden sich der römische Kaiser, ein heidnischer Priester, Krieger und ein Reiter mit roter Fahne. Über der Szene schwebt ein Putto mit Palmzweig und Lorbeerkranz für den Heiligen. Zum gleichen Thema hat Mayr hat auch das Altarblatt in der Kirche von Etzenhausen mit großer kompositorischer Ähnlichkeit gemalt. |
| Hinweise: Die
Palme ist schon von alters her Zeichen der sieghaften Vollendung und des
Triumphs. Dies hat man für die christlichen Märtyrer übernommen. Die immergrünen
Palmzweige symbolisieren das ewige Leben und den Sieg des Glaubens
über das Heidentum. Zudem berichtet Johannes in der Geheimen Offenbarung:
"... sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und
trugen Palmzweige in den Händen" (Offb 7,9). Der Kranz war das Ehrenzeichen des siegreichen Athleten, z.B. bei den Olympischen Spielen der Antike in Form eines Gewindes aus Laub, Blumen u.ä. Das Christusmonogramm war in der frühen Kirche öfters von einem Kranz umgeben und bezeichnete so Christus als den Sieger über den Tod (daher häufig auf Sarkophagen) oder - da die siegreichen römischen Kaiser den Lorbeerkranz trugen - als Kyrios, den Herrn der Welt. Als Siegeszeichen gebührte der Kranz auch den Märtyrern. |
| Medaillon links vorne: "S.Laurentius Speist die christen". Der Heilige steht -begleitet von Ministranten- in einer Kirche vor einem Altar und reicht den vor ihm knienden Christen die hl.Kommunion. |
Medaillon rechts vorne: "S.Laurentius gibt denen armen". Laurentius steht vor einem Tisch, auf dem ein Geldsack liegt. Im linken Arm hält er einen Korb mit Speisen, mit der rechten Hand reicht er einem Knaben eine Münze. |
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| Medaillon links hinten: "S.Laurentius Heillet die Kranche". Vor dem Hintergrund eines Palastinneren steht St. Laurentius und lgt seine Hand auf den Kopf einer vor ihm liegenden Frau. Am linken Bildrand weitere Kranke, die ihre Hände flehentlich zu Laurentius erheben. Im unteren Teil des Bildes die Signatur "F.M.M.AO 1748" |
Medaillon
rechts hinten: "S.Laurentius Erleicht die blinte". Laurentius steht umgeben von einer großen Schar Blinder in der Bildmitte und segnet einen vor ihm knienden Mann. |
Unter
der Empore ist die Decke mit einem Fresko des Auges
Gottes im Dreieck bemalt. Um das Dreieck ein dichter Kranz von Strahlen.
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| Die beiden Seitenaltäre
wurden erst bei der letzten Renovierung wieder aufgestellt. Es handelt sich
um spätbarocke Retabeln mit zwei glatten Säulen unter dem verkröpftem Gebälk.
Den Abschluss bilden die Auszüge mit Nische und Rundbogengiebel; sie
werden von zwei Volutensprenggiebeln mit darauf sitzenden Engeln gestützt.
Die Seitenaltäre entsprechen im Stil und der Farbgebung dem Choraltar. Die Stipes, der Altarblock, ist neu gemauert und verputzt. |
Linker Seitenaltar
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Mittelpunkt des linken Seitenaltars ist
eine Pietà aus
der Zeit um 1500. Die trauernde Muttergottes hält
ihren toten Sohn Jesus nach der Kreuzabnahme auf dem Schoß. Darüber
schweben zwei Englein mit Gewölk. Im Auszug eine Figur des hl. Martin im Bischofsornat mit Buch und Gans. Der Bischofsstab wurde ihm erst bei der letzten Renovierung wieder in die Hand gegeben. 1982 fehlte er noch. |
| Hinweis: Martin begegnete als Soldat hoch zu Ross am Stadttor von Amiens einem frierenden Bettler. Ihm schenkte er die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels; in der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus mit dem Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte. St.Martin wurde gegen seinen Willen 371 auf Drängen des Volkes Bischof von Tours. Die Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten. Das Buch bezeichnet St.Martin als Verkünder des Evangeliums. |
Rechter Seitenaltar
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Auf dem rechten Seitenaltar
eine 88 cm hohe Figur des hl.
Leonhard (1740), die dem Bartholomäus Schuhpaur aus Dachau zugeschrieben
wird, umgeben von sieben Putten. In den Händen hält eine Kette, das
typischen Attribut,
das ihn als Patron der Gefangenen ausweist. Zu seinen Füßen
die Mitra als Zeichen für die Abtswürde. |
| Hinweis:
Die
Kopfbedeckung des Bischofs oder des Abts, die Mitra, ist seit dem
11.Jh Kopfbedeckung und Würdezeichen der Bischöfe, Päpste,
Kardinäle und Äbte. Zunächst war sie halbkugelige oder dreieckige
Haube mit zwei hinten herabhängenden Zierbändern, den Infulae
(lat. = Binde, altes röm. Symbol für Obrigkeit). Bald schon bekam
sie hornförmige Ausbuchtungen, die zunächst seitlich abstanden,
dann aber über Stirn und Nacken verschoben wurden. Sie nahmen dabei
die Form eines Dreiecks an, wurden bald immer höher und schildförmiger.
Leonhard (einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. |
| Der
linke zeigt im Hauptbild den hl. Laurentius mit dem Rost und der Märtyrerpalme,
oben im Medaillon die hl. Barbara. Text: "S. Laurentius / Ignem me examinasti, et non est inventa in me / inquitas Psalm". |
Der
rechte Bildständer zeigt den hl. Stephanus mit Steinen und Märtyrerpalme,
sowie oben eine hl. Prinzessin mit Kelch und Herzwunde. Text: Lapidabant in vocantem, et dicentem Domine Jesus, / suscipe spiritum meum Act. C. 7 V. 48." |
Votivkerzen
| Neben den beiden Seitenaltären sind prächtige, über 1,40 Meter hohe Votivkerzen aus dem Jahr 1939 in schmiedeeisernen Halterungen aufgestellt. Auf ihnen sind neben gotisierenden Verzierungen Heiligenbilder (St.Maria und St. Josef) zu sehen. |
Die 1720
gebaute Kanzel besteht aus
einem fünfeckigen Korpus; in die Füllungen der drei Hauptseiten
sind Heiligenbilder gemalt. An der Kanzeltüre, die von der Sakristei
aus erreichbar ist, wird Jesus als der gute Hirte dargestellt; ein beliebtes
Kanzelbild der Barockzeit. Auf der Rückseite der Türe die Signatur
"Neu gefast Anno 1749. Fr:M:". Die Türbeschläge stammen
noch aus dem 18.Jh. Der Schalldeckel ist in Form eines Baldachins gestaltet;
an seiner Unterseite ist eine Taube als Sinnbild für den Heiligen Geist,
den Helfer der Prediger, zu sehen.
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| Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. |
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Die Legende erzählt, dass Franziskus mit seinen Brüdern an Schar Vögel vorbei kam und sie ansprach: "Meine Brüder Vögel, wie müsst ihr eueren Schöpfer loben, der euch Federn als Gewand, Flügel zum Fliegen und alles gegeben hat, was ihr zum Leben braucht. Sogar in der Luft könnt ihr fliegen." Da fingen die Vögel an zu jubeln. |
Details (Taufstein, Kreuzweg, Prozessionslaternen,
Opferstock, Orgel7 Emporenbilder, Kanzel) per Mouseklick |
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| An den Wänden hängen 12 schmiedeeiserne Kerzenleuchter aus dem 20.Jh (Apostelleuchter). Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems. |
| Die vierzehn im
Jahr 1854 in Öl auf Leinwand gemalten Bilder der Kreuzwegstationen
waren 1967 das Heilig Geist Spital in Freising verkauft worden. Durch großen
persönlichen Einsatz des Kirchenpflegers Bassing konnten sie 1997 wieder
in die Kirche zurückgeholt werden- ohne Kosten für die Kirchenstiftung.
Die Originalrahmen waren in Freising verloren gegangen. Aus alten, gefundenen
Teilen rekonstruierte Bassing die Originalrahmen und ließ sie in der
Restaurierungswerkstatt Hornsteiner in Dorfen in weißer Lackierung
mit Blattgoldauflage nacharbeiten. Auf der Rückseite der IV. Station
sind die Spender der Rahmen-Restaurierungskosten von 10.000 Euro genannt.
Vor 1997 hingen in der Kirche ovale Kreuzwegstationen, die Mitte des 20.Jh mit Ölfarbe auf Holzuntergrund gemalt worden waren. Sie waren von einem Rahmen aus getriebenem und versilbertem Messing- oder Kupferrahmen mit Muscheldekor umgeben. Der Maler ist nicht genannt; sie könnten aber nach Stil und verwendetem Material von Michael Weingartner (1917-1996) aus Pfaffenhofen an der Ilm gestammt haben. |
| 21 Bankreihen
(12 links, 9 rechts) bieten den Besuchern Platz (weitere sieben Stuhlreihen
stehen auf der tiefen Empore). Die Wangen der Kirchenbänke
stammen aus dem Jahr 1810. Sie sind mit Dekor im Stil des Spätklassizismus
verziert. Ähnliche Muster (Blüte und waagrechte Kette) finden
Sie in den Kirchen von Mitterndorf und Welshofen. Wenn Sie sich für die Wangenmuster in den übrigen Kirchen des Landkreises Dachau interessieren, klicken Sie hier... |
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In der Kirche befinden sich noch zwei schöne Vortragekreuze.
| Das Kleinere
(Bild links) aus dem 19.Jh hat eine runde Tragestange, einen birnenförmigen
Nodus und ein Kreuz mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden. Auf dem
Kreuz ist ein aus Holz geschnitzter Korpus befestigt Das größere Vortragekreuz (Bild rechts) beeindruckt vor allem durch den sehr natürlich gefassten Korpus. |
| Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh. |
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In der Nähe des Eingangs steht eine
Figur des hl.Johannes Nepomuk
auf einer Konsole. Bekleidet ist er mit Rochett und Mozetta. Die Mozetta,
das mit einer Knopfreihe vorn geschlossene Schultertuch ist dem höheren
Klerus vorbehalten. Das Wort kommt vom italienischen "abgeschnitten".
Rochett (it.Rock) bezeichnet ein mit Stickereien verziertes weißes Hemd,
das über dem schwarzen Talar getragen wird. |
Prozessionslaternen
und Opferstock
| An den vorderen Bänken im Schiff sind schöne Prozessionslaternen aus dem 19.Jh. in barockem Stil befestigt. | An einer der hinteren Kirchenbänke
steht ein schöner alter Opferstock
(ein Holzpflock) mit 2 Schlossgurten. Er soll aus dem 18.Jh stammen. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. |
Auf der tiefen Empore stehen 7 Bankreihen.
In der Emporenbrüstung sind auf sieben Ölbildern die 7 Sakramente
dargestellt Diese Bilder wurden ebenfalls von Franz Mayr (aber schon 1730) gemalt,
der auch die Deckengemälde geschaffen hat.
Von links nach rechts:
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Die Taufe
- S.Gamelbertus - Pfarrer zu Michelsberg "Jesus kamm zu Johannes, daß er von ihm getauft wurde Math:8 " |
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Die Firmung
- S.Mauritius - Pfarrer, hernach Bischof zu Undegau "Sie werden gezeichnet mit dem Zeichen des Kreuzes und gestärkt mit der Salbe des Heils ex trad: car: " |
Der Fronleichnam |
Die
Buße
- S.Johannes Sarcander - Pfarrer zu Hossenshoffen "Dir will ich geben die Schlüßel des Himmels. Was du binden wirst auf Erden, soll gebunden sein im Himmel. Math:16: " |
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Die
letzte Oelung
- S.Florinus - Pfarrer zu Hermus "Sie sollen beten über ihm, und besalben mit dem Oel des Heils im Nammen des Herrn. Jakob: 5:" |
Die
Priesterweihe
- S.Tosso - Pfarrer hernach Bischof zu Augsburg - "Nehmet hin den hl.Geist, welchen ihr die Sünden vergeben werdet, sollen sie vergeben sein. Joan: 20:" |
Die
Ehe
- S.Wolsoldus - Pfarrer zu Hochenwarth "Was nun Gott zusammen gefügt hat, soll der Mensch nicht trennen. Math:19: " |
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Hinweise: Warum hier an der Emporenbrüstung
diese seltenen Heiligen abgebildet sind ist mir nicht bekannt. Auch nicht,
welchen Bezug sie zu den jeweiligen Sakramenten haben. |
Die 1919 von Behler & Waldenmaier aus München
erbaute Orgel ist nicht quer, sondern
längs zum Kirchenschiff aufgebaut (an die Südwand gerückt).
Sie besitzt ein Manual mit sechs Registern. Der dreiteilige Prospekt ist in
neubarockem Stil gehalten. Es handelt sich um eine Kegelladen-Orgel mit pneumatischer
Traktur bei freistehendem Spieltisch. Der dreiteilige Prospekt ist im neubarocken
Stil gehalten.
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Disposition
der Orgel (nach Brenninger - Stand 1975-): |
| Hinweis: Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
In der Nähe
des Eingangs steht ein Taufstein
mit einer schön modellierten Täufergruppe
auf dem Deckel. In einer Muschel steht Johannes der Täufer mit den
Kreuzstab in der Hand und tauft den vor ihm knienden Jesus, der seine
Arme über der Brust verschränkt. Der Taufstein war 1939 in die
Pfarrkirche von Schwabhausen gebracht worden und sollte dort verbleiben,
bis Rumeltshausen wieder selbstständig wird und den Taufstein selbst
wieder braucht, heißt es in einer Vereinbarung der Kirchenverwaltungen
von Rumeltshausen und Schwabhausen. Doch 1988, nach 50 Jahren, hat man
für Schwabhausen eine Nachbildung des Kunstwerks in Auftrag gegeben
und das Original wieder nach Rumeltshausen zurückgebracht.
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In der Weihnachtszeit
wird am linken Seitenaltar von der Fam.Patzelt
Klicken
Sie |
Auf
dem Hochaltar steht an Weihnachten unter einem Glassturz ein Christkind
aus Wachs, in weißem Gewand, mit goldfarbenen Ketten versehen. Auf
dem Haupt trägt es eine Krone, in der Hand hält es einen Reichsapfel,
das Zeichen für die Herrschaft über die Welt. .
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| Nicht in der Kirche aufbewahrt wird eine 55 cm große Monstranz. Sie wird nur noch selten, nur an besonders großen Festen bei Umzügen verwendet. Die Monstranz wurde um 1720 in Augsburg gefertigt, das damals als das Mekka der Goldschmiedekunst galt. Sie besteht aus Silber, ist vergoldet, ziseliert und punziert: "LB". Die Monstranz besitzt einen vierpaßförmigen Fuß. Auf der Schauseite sind Leidenswerkzeuge, gegossene Figürchen, eine Schmerzhafte Muttergottes oder Gottvater aufmontiert (siehe rechts). Das herzförmige Schaugefäß, das Zentrum der Monstranz, ist mit farbigen Steinen besetzt. |
Unterirdischer Gang
Vor dem rechten Seitenaltar soll ein geheimer unterirdischer Gang von außen enden. Jedenfalls meldete der Amperbote am 8. November 1936, dass 5 Tage zuvor dort mehrere Steine des Fußbodens eingesunken seien. Beinahe wäre der Mesner in das Loch gefallen. Die gefährliche Stelle habe man einstweilen mit Brettern abgedeckt. An der gleichen Stelle sei in früheren Jahren ein Gang nach außen entdeckt und zugemauert worden.
Hans Schertl
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Quellen:
Dr.Martin v. Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1880
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.791, 1044,
1067, 1167)
Amperbote vom 08.11.1936 (geheimer Gang)
Max Gruber, Stuck im Dachauer Land, Amperland 1966/1
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Süddeutsche Zeitung, Beilage Landkreis Dachau, 20.4.1979 (Römerzeit)
Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland
1982/3
Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe
1722)
>Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Putz/Niederle, Kirchen und Kapellen im Gemeindebereich Schwabhausen, 1988
Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Gottfried Weber, Die Romanik in Oberbayern, 1990
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Bittgänge)
Lexikon für Theologie und Kirche, (LThK), 2001 (Emporenbrüstung)
Kirchenpfleger Bassing, 2002
Merkur-online.de/regionen/dachau/ v. 7.8.2003
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Schwabhausen, Chronik eines Dorfes - Von der Poststation zur Großgemeinde,
2005
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Münchner Kirchenzeitung v. 30.10.2005
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011
(Tabernakelengel)
88 Bilder: Hans Schertl
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31.12.2011
Bericht
über die Visitation im Jahr
1560
- in heutigem Deutsch -
[in eckigen Klammern Originaltext-Auszüge] /font>
| Pfarrer: Pfarrer ist Wolfgang Khalteneckher. Er wurde in "Biburg bey Fürstenfeld" geboren, hat in "Trivialschulen" studiert und wurde in Freising zum Priester geweiht. Die erste Zeit war er beim Dekan in Sulzemoos (wohl als Cooperator) tätig, danach 9 Jahre lang Pfarrer und Vicar in Freising. Hierher nach Rumeltshausen wurde er vom Kloster Scheyern, dem Inhaber des Präsentationsrechts, berufen. Er braucht für die Pfarrei keine Abgaben zu entrichten. Khalteneckher predigt an den Feiertagen aus katholischen Büchern, die er von "aim alten Priester erkaufft" hat. Einen Katechismus besitzt er nicht. In der Fastenzeit predigt er nachmittags. Zu Beginn der Predigt wird nach katholischem Brauch gebetet und gesungen. Die Überprüfung des theologischen Wissens ergab, dass der Pfarrer über die katholische Lehre gut Bescheid weiß.Er sagt zwar allgemein, dass er in der Messe das Volk ermahne, die katholischen Gebräuche zu ehren, kann aber konkret nicht sagen, welche Worte er dafür benutzt.Zu den Fragen über die Anrufung der Heiligen, über den Glauben und die Werke gibt er gute Antworten.Er kennt die 7 Sakramente und glaubt an sie. Über die Firmung hat er selten gepredigt. Vor vier Jahren habe im Kloster Indersdorf einmal eine Firmung stattgefunden; dabei seien auch etliche Kinder aus Rumeltshausen gefirmt worden. Die Beichte hört er in der Sakristei. Er selbst beichtet viermal im Jahr. Die letzte Ölung (Krankensalbung) empfiehlt er seinem Pfarrvolk zwar; doch die Gläubigen meinen, wenn sie sie nehmen, "missen sy sterben". |
![]() Originalbericht von 1560 die leeren Seitenhälften waren für Anmerkungen des Bischofs oder Herzogs bestimmt |