zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibg
Kirchen
in der Gem.Hebertshausen
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Filialkirche St. Nikolaus in SULZRAIN
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Die Ortschaft Sulzrain wurde
erstmals im Jahr 829 als Sulzreini erwähnt. Die dem heiligen Nikolaus
geweihte Kirche von Sulzrain wird schon 1315 in den Konradinischen
Matrikeln als Filialkirche von
Arnpermoching genannt und war damals wie heute ohne einen Friedhof.
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Renovierungen
der kleinen Dorfkirche dürften -wie dies auch bei vielen anderen Kirchen der
Fall ist- mindestens alle 50 Jahre vorgenommen worden sein. Nachgewiesen sind
sie in den Jahren 1630, 1793, 1849, 1923 und 1978.
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Innenausstattung Der mit drei Achteckseiten schließende Altarraum ist mit einer unbemalten Flachdecke überzogen; vier rundbogige Fenster erhellen den Raum. Der Rokoko-Altar stammt von 1749.
Drei berühmte Dachauer Künstler waren hier beteiligt: Der Altar
wurde von Franz Mayr, Maler in Dachau, und Nikolaus Prugger, Kistler und
ebenfalls aus Dachau (sign.), gestaltet; Anton Huber restaurierte ihn
1849. Die St. Nikolaus-Figur in der geschweiften
Mittelnische entstand schon vor dem Altar um 1680.
Der Heilige ist im Bischofsornat dargestellt, An den Wänden zwei Kreuzigungsgruppen und eine Muttergottesstatue (mit Krone und Zepter). |
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Die Kreuzwegbilder im rückwärtigen Bereich des Kirchenschiffs sind Kupferstiche des Augsburger Künstlers Klauber aus dem Jahr 1797.
Ausführliche
Beschreibung
mit
ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Die Ortschaft Sulzrain wurde erstmals im Jahr 829 als Sulzreini erwähnt. Sulz bedeutete versumpfter Boden.
Geschichte der Kirche
Matrikel
1315
Die dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche von Sulzrain wird schon 1315
in den Konradinischen
Matrikeln als Filialkirche von Arnpermoching
genannt und war damals wie heute ohne einen Friedhof.
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Matrikel
1524 |
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Die älteste Kirchenrechung stammt aus dem Jahr 1630. Damals erstellte ein namentlich nicht genannter Zimmerermeister die Empore. Die Kosten dafür übernahm der Kirchenpfleger Michael Mändl (Hörlbauer) privat. Der Dachauer Maler Johann Zehentsperger bemalte für 14 Gulden die Emporenfelder mit acht Bildern, darunter die vier Kirchenlehrer (Augustinus, Ambrosius, Gregor d.Große und Hieronymus) und den hl.Bernhard.
Dreißigjährigen
Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg hat Sulzrain unter den Schwedeneinfällen
1632 und 1648 schwer gelitten. Am Ende des Krieges, 1648, standen nur noch zwei
der elf Anwesen. Ob die Kirche in Mitleidenschaft gezogen worden ist, ist mir
nicht bekannt.
Der heutige Kirchenbau ist der Spätgotik
(15./16.Jh) zuzuordnen.
In der Rokokozeit um 1750 wurde das Innere barockisiert.
![]() Kirchturm im 18.Jh. |
In den Jahren 1738 bis 1740 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Nicolai in Sulzrain" bemerkt er, sie liege auf einem kleinen Hügel. Der einzige Altar sei dem hl.Nikolaus geweiht. Gottesdienste würden am Kirchweihfest gehalten, das auf den Sonntag innerhalb der Oktav von Mariä Himmelfahrt (15.Aug.) falle und natürlich am Patronatsfest (6.Dezember). Außerdem bestehe nach einem Dekret von 20.Okt. 1692 eine Messstiftung des Ortsangehörigen Michael Mändel für eine Messe monatlich. Dies gehe aus einer Visitationsbeschreibung aus dem Jahr 1706 hervor. Die Messgewänder müssten in der Regel von der Pfarrkirche mitgebracht werden. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer von Ampermoching und der Landpfleger von Dachau. Das Vermögen der Kirche betrage 600 fl. (=Gulden). Das war für damalige Zeiten ein für die Größe der Kirche angemessener Betrag. Renovierung um 1800 |
| In
der Anmerkung zum Inventarverzeichnis von 1817 heißt es dazu: "Diesem Kirchlein wurde ihr Vermögen eingezogen, als entbehrlich erklärt und zu demolieren angeordnet, hätte selbes baulich zu unterhalten die Gemeinde nicht übernommen, das sie auch bisher geleistet und so stehts zur Zierde der Gegend, beraubt ihres Vermögens noch da". |
Renovierung
1849
Im Jahr 1849 hat man eine größere Renovierung der Kircheneinrichtung
durchgeführt. An erster Stelle stand die Reparatur des prächtigen
Choraltars, der damals genau 100 Jahr alt war. Aus dem Kostenvoranschlag des
Dachauer Malers Anton Huber kennen wir die Maße und die Ausstattung des
Altars, die weitgehend den heutigen entsprechen: Größe: 13,5 Fuß
(=3,92 m) hoch und 5,5 Fuß (=1,60 m) breit. Zwei korinthische
Säulen. Zwei Altarrahmen, einer vier Fuß, der andere zwei Fuß
hoch. Daneben hat man noch die Kreuzigungsgruppe mit Christus am Kreuz, Maria,
Johannes und Magdalena (!) restauriert.
Verlegung
des Kirchweihfestes
Im Jahr 1854 haben die Sulzrainer beim Ordinariat den Antrag gestellt, das Kirchweihfest
aus dem Sommer (Sonntag nach Mariä Himmelfahrt -15.8.) in den Herbst zu
verlegen. Grund war die Klage der Bauern, dass die Knechte und insbesondere
die Mägde mitten in der Erntezeit von Freitag vor der Kirchweih bis Dienstag
nach der Kirchweih für die Arbeit ausfielen. Da es für einen Bauern
üblich sei, ein Rind, ein Schwein und oft noch zwei bis drei Schafe zu
schlachten, bleibe meist Fleisch übrig. Das könne man im Sommer aber
nicht räuchern, weil es zu schnell verderbe. Damals war das weltliche Kirchweihfest
schon auf den 3.Sonntag im Oktober verlegt; nun sollte auch die kirchliche Feier
in Sulzrain, die offensichtlich getrennt von der weltlichen Feier durchgeführt
wurde, in eine günstigere Zeit verschoben werden. Geplant war der 3.Sonntag
vor Simon und Judas (28.10.), also Anfang Oktober. Dies hätte den Vorteil,
dass an einem Sonntag in Sulzrain, am nächsten Sonntag in Mariabrunn und
am dritten Sonntag in Ampermoching Kirchweih gefeiert werde. Ob der Antrag genehmigt
wurde, ist mir nicht bekannt.
Ab 1866 hat man staatlicherseits alle Kirchweihfeste zwingend auf den 3.So im
Oktober verlegt.
Wenn Sie den Antrag im Originaltext lesen möchten, klicken Sie hier...
Beschreibung
1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über Sulzrain ist zu lesen, dass in
dem "an der Vicinalstraße nach Unterbruck" gelegenen Ort 98
Gläubige in 12 Häusern wohnten. Das Erbauungsjahr der Kirche sei unbekannt.
Die "stillose" Gotteshaus habe einen Kuppel-Thurm mit zwei Glöckchen.
Die Baupflicht liege bei der Gemeinde. Gottesdienst werde am Patrozinium (6.12.)
gefeiert. Den Mesnerdienst versehe ein Bauer.
Pfarrzugehörigkeit
Sulzrain war zwar über die Jahrhundert immer eine Filialkirche der
Pfarrei Ampermoching. Doch wirtschaftlich war sie bis 1933 eine eigene Kirchenstiftung.
Dies zeigt auch eine Entscheidung des Patrimonialgerichts Schönbrunn vom
16. Juni 1828, in der der damalige Pfarrer Nebel getadelt wurde, weil
er zu den Gottesdiensten Kelche, Messgewänder und die Chorröcke der
Ministranten aus der Pfarrkirche Ampermoching mitbrachte. Die Sulzrainer mussten
sich diese Utensilien selbst beschaffen. Das taten sie auch und kauften sich
bei Anton Mairhofer in München für 48 Gulden einen vergoldeten Silberkelch
samt Löffel und Patene.
Wenn Sie den Schiedsspruch im vollen Text lesen möchten, klicken Sie hier...
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Im Turm hängen zwei Glocken. Die Marienglocke mit einem Gewicht von 35 kg stammt aus dem 19.Jh. Die mit 64 kg fast doppel so schwere Nikolausglocke aus Kupfer-Zinn-Bronze wurde von Karl Czudnochowsky aus Erding nach dem 2.Weltkrieg gegossen. Sie besitzt die Aufschrift "Zu Ehren des hl.Nikolaus" und erklingt in der Tonlage g.
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Im Vorhaus an der Südwestseite sind zwei Gedenktafeln für die Gefallenen der Ortschaft in den beiden letzten Weltkriegen angebracht.
Renovierungen der kleinen Dorfkirche dürften -wie dies auch bei vielen anderen Kirchen der Fall ist- mindestens alle 25 Jahre vorgenommen worden sein. Nachgewiesen sind sie in den Jahren 1630, 1793, 1824 (Dach), 1835 (Blitzableiter), 1848 (innen und außen), 1901, 1908, 1923, 1934 (Dach), 1939/40 (Figuren), 1979 (Isolierung der Fundamente, Putz, Pflaster) und 2001.
Der Heimatforscher Georg Werner aus Ampermoching hat sich ausführlich mit der Baugeschichte der Kirche befasst. Wenn Sie den Aufsatz, der in der Zeitschrift Amperland 2003/1 veröffentlicht wurde, lesen möchten, klicken Sie hier....
Innenausstattung
Der mit drei Achteckseiten schließende Altarraum ist mit einer unbemalten Flachdecke überzogen; vier rundbogige Fenster erhellen den Raum.
| Der
Rokoko-Altar von 1749 besitzt
einen von zwei Wendelsäulen und zwei Pilastern getragenen Aufbau mit
verkröpftem
Gesims
und schrägen Volutenstützen im Aufsatz. Drei berühmte Dachauer
Künstler waren hier beteiligt: Der Altar wurde von Franz
Mayr, Maler in Dachau (sign), und Nikolaus
Prugger, Kistler und ebenfalls aus Dachau (sign.), gestaltet; Anton
Huber restaurierte ihn 1849. Das Antependium ist braun-beige marmoriert (Holz mit Marmorstruktur bemalt) und mit einem vergoldeten Kreuz geschmückt. |
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| Die St. Nikolaus-Figur
in der geschweiften Mittelnische entstand schon vor dem Altar um 1680.
Der Heilige ist im Bischofsornat dargestellt,auf dem Kopf die Mitra, in
der linken Hand den Bischofsstab,
in der rechten Hand drei goldene Kugeln. Nach der Legende konnte er durch gezielte Geldgeschenke (Goldkugeln), die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, verhindern, dass ein Vater seine drei Töchter zur Prostitution bewegen musste. |
Auf dem verkröpften Gesims sitzt der Altaraufsatz, der von seitlichen Voluten gestützt wird. Das ovale Bild wurde wohl bei der Erstellung des Altars im 18.Jh. gemalt.Es stellt Gottvater dar, mit dichtem Bart, der sich auf eine Weltkugel stützt. Das Haupt ist von dem nur ihm vorbehaltenen dreieckigen Heiligenschein umgeben. In der Hand hält er ein Zepter.
| Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht. |
Ein kleiner Bronzeleuchter, der angeblich aus dem 13. Jahrhundert stammte, ist 1945 verschwunden.
| An der linken Seitenwand steht auf einem Sockel eine Muttergottesstatue aus spätgotischer Zeit. Maria, mit einem rot/ blau/goldenem Gewand gekleidet, trägt eine Krone auf dem Haupt. Sie hält auf dem linken Arm das Jesuskind, in der rechten Hand ein Szepter. Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung; im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe den Edelstein Lapislazuli. Und Gold symbolisiert das Ewige, die himmlische Herkunft, den himmlischen Glanz und höchste Herrlichkeit. |
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Des weiteren ist an der linken Seitenwand eine Kreuzigungsgruppe im gotischen Stil angebracht. Maria hat die Arme in Trauerhaltung über der Brust gekreuzt, der Apostel Johannes mit der Bibel unter dem Arm, weist mit der mit der rechten Hand auf das Kruzifix |
Früher gehörte zu dieser Gruppe noch eine Figur der Maria Magdalena. Dies wissen wir von der Aufstellung der Renovierungskosten in der Kirchenrechnung 1849. |
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Gegenüber, an der rechten Seitenwand ist eine weiter Kreuzigungsgruppe zu sehen. Sie wurde im 18.Jh geschnitzt. Unter dem Kreuz steht Maria als Mater Dolorosa, als Schmerzensmutter mit einem Schwert in der Brust. Das Schwert erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".
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Neben
der Kreuzigungsgruppe steht auf einem Postament an der rechten Wand eine
Figur des Erzengels
Michael , der
mit dem Spieß den unter ihm liegenden Luzifer in Schach hält. Eine
weitere Engelsfigur, die mit der Michaelsfigur um das Jahr 1700 geschnitzt
worden war, wurde im 20.Jh gestohlen.
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| eifersüchtiger Frau Sara vertriebenen Magd, die Quelle zur Rettung ihres und ihres SohnesLeben (1.Mose 16, 7-12). Michael gilt auch als einer der drei Männer, die Abraham besuchten (1.Mose 18, 1-16), er hinderte Abraham, den Isaak zu töten (1.Mose 22, 11-18) rang mit Jakob (1.Mose 32, 24-29), teilte das Rote Meer beim Auszug aus Ägypten (2.Mose 14, 19-22), führte Israel ins gelobte Land und kämpfte mit dem Teufel um die Seele von Mose. Rettend erschien er den Jünglingen im Feuerofen bei Daniel (Daniel 3, 25-26) und hielt Habakuk an den Haaren über die Löwengrube. Michael hält die Seelenwaage und empfängt die Seligen im Paradies, so wie Petrus an der Himmelspforte. Gedenktag: 29.September |
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Kreuzwegbilder
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| Das vor den Kirchenbänken aus dem 19.Jh. befestigte Vortragekreuz aus der selben Zeit erinnert an den früheren alljährlichen Bittgang der Sulzrainer nach Pasenbach am 1. Mai jeden Jahres. Dem Korpus wurde ein Blechherz umgehängt. |
Die Kirche ist nicht sehr hoch. Wegen der geringen Kopffreiheit hilft hochgewachsenen Kirchenbesuchern auf der Empore nur eine demütige Haltung.
| Die Emporenbrüstung ist durch acht Felder gegliedert. Alten Kirchenrechnungen ist zu entnehmen, dass sie wohl im Jahr 1630 eingebaut wurde. Damals bemalte der Dachauer Maler Johann Zehentsperger acht Bilder, darunter die vier Kirchenlehrer (Augustinus, Ambrosius, Gregor d.Große und Hieronymus) und den hl.Bernhard. Später waren hier die Kreuzwegbilder befestigt, die nunmehr an den Wänden hängen. Heute sind die Holzfelder der Brüstung leer; lediglich ein Rundbild ist in der Mitte angebracht. Es zeigt eine etwas süßliche Muttergottesdarstellung. |
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Harmonium Die Kirche hat keine Orgel. Im Kirchenschiff steht hinten links ein Harmonium. Besonders schön ist der Hocker für den Organisten.
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Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren
Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des
Erzbisthums München-Freising, 1874
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Bericht des Kreisheimatpflegers Angerpointner (nicht veröffentlicht)
Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen,
Amperland 1985
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der
bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Dachauer Nachrichten 2001
Dachauer SZ 2001
Kreisbote Dachau 2001
Georg Werner, Kirchenführung 2001
Georg Werner, Die Sankt
Nikolaus Kirche in Sulzrain, Amperland Heft 2003/1
(klicken sie hier....)
Georg Brenninger,
Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Georg Werner, Kirchenrechnungen der Pfarrei Ampermoching, 2009
21 Bilder: Hans Schertl (20),
Georg Werner (1)
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20.2.2010
Entscheidung
des Patrimonialgerichts Schönbrunn
vom 16.Juni 1828
"Man mußte
mit großem Befremden in Erfahrung bringen, daß von Herrn Pfarrer
zur Haltung verschiedener Gottesdienste in Sulzrain jedes Mal aus der Pfarrkirche
Ampermoching ein Kelch als noch andere Gegenstände als Chorröcke verwendet
werden. Da diese Gegenstände, namentlch der vergoldete Kelch durch das
häufige Hin- und Herschlagen beschädigt werden, so sieht man sich
veranlaßt, diese Handlung dem Herrn Pfarrer um so mehr zu rügen,
da die Filialkirche Sulzrain mit dere Pfarrkirche Ampermoching in gar keiner
Verbindung steht, so sieht man sich bemüßigt, den Gebrauch eines
Kelches, Chorrockes ... für alle Zukunft zu untersagen, widrigenfalls dem
Pfarrer für jede Übertretung 3 fl von seinem Stiftungsgefälle
abgezogen werden müßten. Dieser Mißstand kann um so leichter
abgestellt werden, als die Gemeinde Sulzrain allerdings so viel vermögend
sein wird, diese höchst nötigen Requisiten aus eigenen Mitteln beizuschaffen."
Pfarrer Nebel fügte folgenden Zusatz an: "Dieses wurde den Bauern
in Sulzrain am 22.Juni kundgetan und zur Beischaffung eines Kelches mit Patene,
den Ministrantenröcken, Corporale ermahnt."
Verlegung der Kirchweihe in Sulzrain
Protokoll aufgenommen
im Pfarrhof zu Ampermoching am 11. Juni 1854
die Verlegung der Kirchweih der Filiale Sulzrain betreffend".
Praesent:
Angerpointner, Pfarrer
1 . Johann
Riedmaier, Bauer beim Brettschleipfer
2. Michael Heckmaier, Gütler und Kirchenpfleger, gleichfalls von dort
und geben an:
die Feier unserer kleinen Filialkirche fällt jährlich auf den nächsten Sonntag nach Maria Himmelfahrt in Mitte August und sohin in eine Zeit, wo gewöhnlich noch der Weizen oder doch wenigstens Gerste und Haber auf dem Halme stehen. Durch die Feier der Kirchweih gehen uns aber die weiblichen Dienstleistungen am Freitag und Samstag vor und am Dienstag nach der Kirchweih verloren und daß am Kirchweihmontag ohnehin nichts geschieht, ist bekannt. In der Ernte aber vier Arbeitstage verlieren müssen, ist gewiß ein kostspieliger Verlust. Ein weiterer sehr bedeutender Nachteil geht uns dadurch zu, daß uns diese Zeit das Fleisch so leicht verdirbt. Wie dermalen die Kirchweihen gehalten zu werden pflegen, muß der Bauer ein Rind, ein gutes Schwein und oft noch 2 - 3 Schafe schlachten und kann erst am Dienstag sagen, ob und was ihm geblieben ist. Durch die Wärme in dieser Zeit ist aber häufig der Überrest schon riechend und es bleibt sohin nichts anderes übrig als auch ihn noch schnell aufzuzehren, während er zu jeder anderen Zeit geräuchert und aufbehalten werden könnte. Darum hätten sie schon längst gerne die Verlegung ihrer Kirchweih nachgesucht, hätten sie nicht die Feindschaft des Wirtes von Amperpettenbach gefürchtet da aber nunmehr die weltliche Feier aller Kirchweihen auf den 3. Sonntag im Oktober verlegt ist, so bringen sie die unterthänigste Bitte an: "Es möge die kirchliche Feier ihrer Filialkirchweihe auf den 3. Sonntag vor Simon und Judas verlegt worden, wonach am 1. Sonntag vor genanntem Aposteltage die Kirchweih von Ampermoching, am 2.jene von Mariabrunn und am 3. die von Sulzrain fiele."
Es unterschreiben
dieses zur Bestätigung auf Ablesen eigenhändig
Johann Riedmair
Ergänzung:
Soll dieses Protokoll mit gutachtlichem Briefe an das hochwürdigste Ordinariat
einbefördert werden.
Das katholische Pfarramt, Angerpointner, Pfarrer