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Landkreiskarte Ausführl.Beschreibg Kirchen
i.d.Marktgem. Altomünster
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Wallfahrtskirche St.Wolfgang in PIPINSRIED
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Die Barock-Kapelle zum Hl.Wolfgang ist eine künstlerische Kostbarkeit im Landkreis Dachau ist Leider wurde in den letzten Jahren jeglicher bewegliche Schmuck gestohlen. Der barocke Kirchenraum ist aber immer noch sehr sehenswert. Die Kirche entstand der Legende
zufolge durch ein St.Wolfgangsbild, das immer wieder auf einen Baumstumpf
im Wald zurückkehrte. Dort wurde zunächst ein Bildstock (Bild
rechts) errichtet.
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Die Wallfahrtskapelle gehört zur Pfarrei
Pipinsried (Bistum Augsburg), die zusammen mit Tandern und Hilgertshausen einen
Pfarrverband bildet.
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Innenaustattung Der Chor ist nicht eingezogen und schließt in einem Halbrund. Er ist wie der Altarraum durch umlaufendes Gebälk gegliedert. In den Schildbögen befinden sich Rundfenster. Der Hochaltar, der elegante Stuck und die Kanzel stammen von Franz Xaver Feichtmayr d.Ä. (1747) Der Hochaltar besitzt
einen großartigen Säulenaufbau, dessen bühnenartiger Charakter durch das
rd. 1 Meter nach hinten verschobene Altarbild, das den hl. Wolfgang
zeigt und in späterer Zeit entstanden ist, zum Tragen kommen. |
5 Details (Hochaltarbild, Kanzel, Nothelferbilder, Apostelleuchter,
Kanzelkreuz) per Mouseklick vergrößern |
Die
Decke ist geschmückt mit 3 Gemälden von Iganz
Mayr , die
sich mit dem Leben des hl. Wolfgang befassen.
Im Chor: Bußstein des hl.Wolfgang, im Langhaus: St.Wolfgang kommt
in die neue Kirche von Pipinsried
über der Empore: St.Wolfgang und der Teufel
Auch die Emporenbrüstung ist bemalt.
Leider wurde in den letzten Jahren jeglicher bewegliche Schmuck und sogar die Glocken gestohlen. Unter der Empore sind noch Votivgaben angebracht, die von den Dieben verschmäht worden sind.
Eine künstlerische Kostbarkeit
im Landkreis Dachau ist die landschaftlich reizvoll gelegene Barock-Kapelle
zum Hl.Wolfgang.
Die Seelsorge der Pfarrei Pipinsried, zu der die Kapelle gehört, wurde
seit 1382 von Vikaren aus dem Kloster Indersdorf ausgeübt. Dies blieb auch
so bis zur Klosteraufhebung im Jahre 1783 (obwohl Indersdorf zum Bistum Freising,
Pipinsried zum Bistum Augsburg gehörte und noch gehört). Die Pfarrei
Pipinsried bildet zusammen mit Tandern und Hilgertshausen einen Pfarrverband.
Am 5. Mai 1613 nahmen mehrere Pipinsrieder an der Translation (=Überführung) der Gebeine des hl.Wolfgang in Regensburg teil. St.Wolfgang war am 31.10.994 in Pupping/Niederösterreich gestorben und dort begraben worden. Gut 600 Jahre später wurden seine Gebeine an seinen früheren Wirkungsort -er war von 972 bis 994 Bischof von Regensburg- zurückgebracht. Bei der Feier zur Translation wurden Papierbilder des Heiligen verkauft. Ein solches brachte der Wallfahrer mit heim nach Pipinsried und setzte es in die Höhlung eines Baumes ein. Als einige Zeit später ein Bauer den Baum fällte, fiel das Bild heraus. Der Bauer brachte es zum Pipinsrieder Pfarrer, der es auf den Altar der Pfarrkirche legte. Am anderen Tag aber war das Bild vom Altar verschwunden und man fand es wieder auf dem Stumpf des umgehauenen Baumes. Die Sage berichtet, dass sich der Vorgang mehrere Male wiederholte. Diese Episode und der Umstand, dass der Finder des Bildes nach Anrufung des hl. Wolfgang von einem Leiden geheilt worden war, erregte unter dem Volk großes Aufsehen.
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Die ersten Kapellen Das Heiligenbild fügte man daraufhin in eine hölzerne Säule ein, die an der Stelle des gefällten Baumes aufgestellt wurde und den Namen "St. Wolfgang in der Saul" erhielt. Daraus entwickelte sich eine kleine Wallfahrt. Der Bildstock ist noch heute in der Kapelle zu sehen (Bild siehe oben) Um die Wallfahrer vor Wind und Wetter zu schützen, baute man später über diese Säule eine hölzerne, mit Brettern und Baumrinde abgedeckte Kapelle. Der Chronist Georgius Penzl schreibt dazu, Bauherr sei Propst Wolfgang Karl (1618-1631) aus dem Kloster Indersdorf gewesen, der sie entweder im Jahr 1613 (noch als Expositus) oder 1626 (bereits als Propst) errichtet habe. Die Wallfahrt wurde von den Indersdorfer Mönchen gefördert, die sich davon nicht nur geistlichen, sondern auch materiellen Gewinn versprachen. Dennoch wurde die Kapelle nach Aussage von Penzl "vor dem Schwedischen Krieg nicht sonderlich geschätzt oder gar mit besonderer Verehrung bedacht ". |
![]() Originalauszug aus der Penzl-Chronik |
Teils gaben sie an, daß sie gekommen wären, weil sie ein Gelübde erfüllen wollten, das sie zur Zeit der Flucht vor den Schweden abgelegt hatten, andere wiederum sagten, daß sie nach Anrufung des hl. Wolfgang von Geschwüren und anderen krankhaften Gebrechen an den Füßen befreit worden wären. Unstreitig kamen die meisten aus diesem Grund, was man noch heute (=1745) ganz gut an der großen Zahl der hölzernen Gliedmaßen erkennt, die zum Zeugnis der Heilung Gott geschenkt worden sind. Ein weiterer Teil war von anderen Krankheiten befallen und wurde nach Anrufung des hl. Wolfgang vollständig geheilt, wie die Votivtafeln zeigen, die deshalb aufgehängt worden sind". | |
Neben den Votivgaben spendeten die Wallfahrer auch reichlich Geld. Aus den Einnahmen aus dem Opferstock (sog.Opferstockgefälle) wurde ein kleines Vermögen angesammelt, das als Darlehen an kirchliche und private Kredinehmer verliehen wurde. So waren nach Aussage von Prof.Liebhart im 18.Jh.die Zinseinnahmen höher als die Opferstockgefälle. |
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Zur damaligen Zeit war der Chorherr Jakob Küpferle
Vikar in Pipinsried. Insgesamt 16 Jahre lang (1634-1646 u.1649-1653) übte
er dieses Amt aus und vergrößerte 1637, unmittelbar nach den
Pestjahren (1634/35), die Holzkapelle.
Chronist Penzl berichtet über ihn:
| "Dieser Erweis so vieler Wohltaten bewegte Jakob Kypferle, der damals Vikar in Pipinsried war, so sehr, daß er den Sachverhalt dem Propst Benedikt vortrug und ihn dringlich bat, in Anbetracht dessen nach Pipinsried zu kommen, sich ein eigenes Bild zu machen und zu entscheiden, wie man die Frömmigkeit nicht nur erhalten, sondern noch vermehren könne. Benedikt veranlasste dann, dass ein Altar errichtet und die Kapelle durch eine Holzkonstruktion verlängert wurde, um so das Fassungsvermögen zu erhöhen. Von Heinrich V. von Knörigen, dem Bischof von Augsburg, erhielt er die Erlaubnis, in der Kapelle die Messe zelebrieren zu können (= vom 26. Oktober 1638 an) sowie einen tragbaren Altar. Von diesem aus las besagter Jakob Kypferle als erster von uns die heilige Messe, zunächst vereinzelt, später häufig". |
Die von Jakob Küpferle verlängerte (zweite) Kapelle hatte Ausmaße von 7 x 4 Meter, war innen mit in rot/gelb/grüner Farbe gestrichener Eichenrinde ausgekleidet und besaß über dem Eingang sogar einen kleinen Turm. An den Wänden hingen Holzbilder mit Darstellungen aus dem Leben des hl.Wolfgangs. Auf dem Tragaltar standen eine Plastik des Kirchenpatrons und später natürlich das Gnadenbild, das während des Dreißigjährigen Kriegs in München aufbewahrt worden war.
Nach dem Krieg wurde die Kirche auf ungewöhnliche Weise nochmals erweitert. Man schnitt den hinteren Teil der Holzkapelle ab und versetzte ihn einige Meter nach hinten. Dazwischen wurden zwei Oratorien eingefügt. Die neue Kapelle hatte nun 14 Fenster und war voll gepflastert. Auch ein Teil der Innenausstattung (vor allem Bilder) wurde ergänzt.
Von späteren Zeiten ist noch Vikar Anton Zunhamer (1734-1741 u. 1742-1757) erwähnenswert, der ein zweibändiges Werk über die Wallfahrt und über die Pfarrgeschichte schrieb.
Die jetzige Kirche
Der wachsende Zustrom von Wallfahrern
führte schließlich zum Bau der aus Ziegeln gemauerten, am 6. Juli 1695
geweihten St. Wolfgangs-Kirche in ihrer heutigen Form. Baumeister war Hans
Maurer aus Hirtlbach (1654-1729), der im Landkreis Dachau auch die Pläne
für die Kirchen in Aufhausen, in Unterweikertshofen sowie für die
Ignatiuskapelle in der Pfarrkirche in Oberroth erstellt hat.
Die Errichtung einer derart aufwändigen Kirche war nur durch die tatkräftige
Unterstützung seitens des Augustiner-Chorherrenstiftes Indersdorf möglich,
das in Pipinsried nicht nur die geistliche, sondern als Hofmarksherr
auch die weltliche Macht (niedere Gerichtsbarkeit) besaß.
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Die Kirche ist ein Saalbau mit halbrundem Chor, westlicher Vorhalle und Dachreiter über dem Giebel. Am Chorscheitel ist die Sakristei angebaut. Die Außen- und die Innenwände sind durch Pilaster gegliedert. Schon wenige Jahre nach der Errichtung musste die Kirche renoviert werden, weil sie während des Spanischen Erbfolgekriegs nach der Schlacht bei Donauwörth im Jahr 1704 von Engländern ausgeplündert worden war. |
In der Nähe, auf dem Fuchsberg hatte
man einen Kalvarienberg gestaltet (er ist inzwischen abgetragenen). Auf ihm
wohnte von 1643 bis zum Ende der Wallfahrt um 1800 ein Klausner. Er war
nach mehreren Kircheneinbrüchen (auch damals schon) notwendig geworden.
Die hölzerne Klausenhütte wurde 1698 durch einen Steinbau ersetzt.
Das Haus hatte vier Räume, darunter auch eine Schulstube. Die Klausner
unterrichteten nämlich die Pfarrschüler; ab 1746 spielten sie in der
Pfarrkirche St.Dionys in Pipinsried auch die Orgel. Die Klause wurde 1871 abgetragen.
Früher wurde jeden Sonntag vor dem Gottesdienst ein Bittgang für eine
gute Ernte abgehalten (bis zum Erntedankfest).
Innenausstattung
Altarraum
| Der Altarraum und das Langhaus sind mit einem Tonnengewölbe mit Gurtbogeneinteilung überdeckt. Das Licht fällt nicht nur durch die sechs Fenster mit halbrundem oberen Abschluss, sondern auch durch die darüber in den Schildbögen angebrachten ovalen kleineren Fenster, auch Ochsenauge oder "oeil de boeuf" genannt, in den Kirchenraum. Die Gurtbogen und die Stichkappen sind mit feinem Stuckwerk verziert. |
Hochaltar
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Der Hochaltar besitzt einen großartigen Aufbau (Retabel)mit vergoldeten Säulen. Der bühnenartige Charakter kommt durch das rd. einen Meter nach hinten verschobene Altarbild, das den hl. Wolfgang zeigt und in späterer Zeit in Österreich entstanden ist, zum Tragen. |
| Über dem Tabernakel aus dem Jahr 1687 ist noch der ursprüngliche Bildstock aus dem frühen 17.Jh zu sehen. Er ist prächtig verziert. Das früher dort eingesetzte Gnadenbild ist aber schon lange verschwunden. |
Deckenfresko im Altarraum
Die Deckengemälde stammen vom "Augsburger Histori Maler" Ignaz Mayr, der sie im Jahr 1746 erstellt hat. Sie seien mehr wegen ihres historischen Gehalts als wegen der Malkunst hoch einzuschätzen, heißt es. Die Gemälde von Pipinsried sind Mayrs einzige Werke in den Kirchen des Landkreises Dachau. Er erhielt dafür 108 Gulden und freie Verpflegung.
| Auf dem Fresko wird der Bußstein des hl.Wolfgang dargestellt. In der Mitte des Bildes steht St. Wolfgang vor seiner Klause in der Einöde am Abersee in bischöflichem Ornat. Ein Putto links hält in einer Hand den Bischofsstab, in der anderen das Attribut des Heiligen, das Beil. Zu seinen Füßen ein geöffnetes Buch. | Das Beil erinnert daran, dass St.Wolfgang den Ort seiner Eremitenklause am Abersee durch eine Art Gottesurteil festlegte, indem er vom Gipfel eines Berges ein Beil nach unten warf. Auf der rechten Seite des Bildes ist eine Felsplatte mit Fußspuren und Handspuren zu sehen. Nach der Legende soll zur Wolfgang zur Buße mit seinen Händen gegen den Felsen geschlagen haben; doch der Felsen wurde weich wie Wachs, sodass sich Wolfgang nicht verletzte. |
| Sehr schön sind die Rocaillemedaillons
mit den Bildern der vierzehn Nothelfer zwischen dem Gebälk
und den Fenstern an den Außenwänden im Chor und im Altarraum: Von links hinten nach links vorne: St. Katharina, St. Dionysius, St. Pantaleon, St.Ägidius, St. Vitus, St.Georg, Von recht vorne nach rechts hinten: St.Eustachius, St.Christophorus,St.Cyriakus, St. Erasmus, St.Blasius, St.Achatius, St.Margareta, St.Barbara. |
Kirchenschiff /Langhaus
Deckengemälde
im Langhaus
Im unteren Teil des Bildes sehen
wir eine völlig andere Szene, die verschieden gedeutet wird:
1. Sie könnte an die Rückführung Bischof Wolfgangs durch einen Jäger, Geistliche
und Ratsherren aus seiner Einsiedelei ins Bistum Regensburg erinnern. Auf
einem Stein sitzt ein Jäger, seine Armbrust neben sich. Vor ihm kniet ein
alter Mann (St.Wolfgang ?). Hinter ihm blicken drei weitere Chorherren auf die
Szene.
2. Sie erinnert an den Ursprung der Wallfahrt
in Pipinsried. Damals war -wie oben erwähnt- ein Wolfgangbildnis aus Papier
in eine Baumhöhle gesetzt worden. Als der Baum gefällt wurde, fiel
es heraus, wurde auf den Pipinsrieder Altar gestellt und kehrte auf wunderbare
Weise wieder zum Baumstumpf zurück. Die auf dem unteren Bildteil dargestellten
Ordensleuten könnten so der Pfarrvikar Jakob Küpferle (1634-1646),
der Propst Wolfgang Carl (1618-1631) und Zacharias Öggl sein, der das Bild
beim Baumfällen gefunden hatte. Die Barttrachten der Chorherren entsprechen
denen, die zu Beginn des 17.Jh. getragen wurden. Der alte Mann wäre dann
der Wallfahrer, der das Bild aus Regensburg mitgebracht hatte.
| An der Decke über der Empore ist das 1,80 x 2,50 m große Fresko St.Wolfgang und der Teufel zu sehen. Vor dem Hintergrund der Kapelle und seiner Klause kniet der in Chorhemd und Rauchmantel gekleidete Heilige auf felsigem Grund und betet mit ausgebreiteten Armen. Rechts erscheint der Teufel mit Bocksfüßen, Hörnern und Drachenflügeln. Er hält in seiner rechten Hand eine Schlange, in der linken Hand eine Kralle an einem Stab. Die Schlange ist das Symbol der Versuchung. Nach der Legende hatte Wolfgang vor allem beim Bau seiner Klause am Abersee häufig mit dem Teufel zu tun, der mit allen Mitteln den Bau verhindern wollte. |
Kanzel
| Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. Auf dem als Baldachin gestalteten Schalldeckel der Kanzel sitzen Putten; auf der Unterseite eine Heilig-Geist-Taube. Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt.18,12-14). In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln. |
![]() 10 Details ( Kanzel, Nothelferbilder, Apostelleuchter, Kanzelkreuz, Deckenbilder, Emporenbilder, Opferstock, Votivgaben) per Mouseklick vergrößern |
Apostelkreuze
Kanzelkreuz
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| An der Nordwand unter der Empore hängen neben einem Votivbild noch einige Votivgaben (Holzfüße und Holzhände) aus den früheren Wallfahrtszeiten. Es sind dies die Gaben, die die Diebe beim Einbruch vor 50 Jahren noch übrig gelassen haben. |
Empore
An die Emporenbrüstung sind vier Szenen aus der St. Wolfgangslegende gemalt: Zu sehen sind von links nach rechts:
| - St.
Wolfgangs kommt zur Insel Reichenau im Bodensee. Zu sehen sind im Hintergrund der Bodensee und am jenseitigen Ufer Berge. Im Vordergrund ein vornehmer Herr, der seinen Sohn (Wolfgang) an der Hand in Richtung Seeufer führt. St. Wolfgang, der Sohn des Grafen von Pfullingen, kam schon in der Kindheit zur Ausbildung in das Kloster Reichenau. |
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| - das Kloster Einsiedeln mit darüber schwebenden Gnadenbild (Ansicht wie auf einer Postkarte). | |
| - die Priesterweihe im Kloster Einsiedeln durch Bischof Ulrich. Das Bild zeigt das Kircheninnere. Wolfgang in Priesterkleidung kniet vor Bischof Ulrich, der ihm die Hände auflegt. Kleriker mit Weihrauchfass halten Buch und Bischofsstab. Vier Benediktinermönche stehen links und rechts der Weiheszene. | |
| für das rechts Bild gibt es wieder zwei Deutungen: | |
| a) Leichenzug in Augsburg bei der Beerdigung von Bischof Ulrich, wo ihn St. Wolfgang im Jahre 973 in der St. Afra-Kirche bestattet hat. | |
| b) Überführung der Leiche Wolfgangs nach Regensburg. Wolfgang starb 994 in Pupping, einem Ort seiner Diözese. Von dort wurde sein Leichnam nach Regensburg überführt und im Kloster St.Emmeram begraben. Das Bild zeigt den Leichenzug durch Regensburg. |
| Eine Orgel ist nicht vorhanden.
Das einfache Emporengestühl passt eigentlich nicht so recht zur übrigen prunkvollen Ausstattung der Kirche. |
| Der Eingang der Kirche
liegt unter der Empore auf der Westseite. Die durch die darüber liegende
Empore gebildete Vorhalle ist durch eine schönes schmiedeeisernes Gitter
vom Kirchenraum getrennt. In das Gitter
eingearbeitet die Attribute von St.Wolfgang, den Bischofsstab und das Beil,
umgeben vonn barocken Schmuckelementen. An diesem Gitter, das aus der Indersdorfer Klosterkirche 1756 hierher kam, ist auch der alte Opferstock (leider mit neuen Gebrauchsschlössern aus dem Baumarkt) angebracht. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
Kreuzweg
Rings um das Kirchlein stehen seit 1727 die steinernen Kreuzwegstationen in Form von Bildstöcken. Sie ersetzten die 1667 errichteten sieben Kreuzweg-Holzsäulen, in denen aus Ton gebrannte Figurengruppen standen.
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Aus den zunächst ebenfalls 7 Kreuzwegstationen sind im Laufe
der Zeit die heute üblichen 14 geworden. Bis 1730 waren Kreuzwege nur
außerhalb von Kirchen üblich. Die tief eingelassenen Kreuzwegbilder wurden zuletzt um 1980 renoviert. |
Hans
Schertl
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Quellen:
Georgius Penzl, Chronik des Stift Indersdorf, 1745 -Übersetzung Dieter
Tomahogh, 2007
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises Dachau, 1971
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes 1991
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Zur Geschichte der Nahwallfahrt St.Wolfgang im Dachauer
Land, Amperland 1999/2
Martin Setzmüller, Familien- und Häuserbuch von Pipinsried, 1994 (Bittgang)
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Bilder: Hans Schertl (23), Dieter Tomahogh (1)
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14.11.2011