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Filialkirche St. Emmeram in GLONN

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Adresse: 85229 Markt Indersdorf, Glonntalstraße 50
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Beschreibung

Geschichte

Die Ortschaft Glonn wurde urkundlich erstmals im Jahre 774 als Clanae (Name des Flusses Glonn) im Zusammenhang mit einer Schenkung erwähnt, 18 Jahre nach der Ermordung des hl. Bonifatius in Friesland und 50 Jahre nach dem Tod des hl. Korbinian in Freising. In der Karwoche dieses Jahres sah sich der reiche Grundbesitzer Onolf veranlasst, seinen Besitz in Allach, Glonn und Röhrmoos an die "in der ummauerten Stadt Freising gelegene Kirche der seligen unbefleckten Maria, der Jungfrau Gottes und der Mutter des Herrn" zu übergeben. Freising war damals Sitz des Bischofs und nahm Schutzfunktionen im umliegenden Land wahr.
Onolf hatte seinen Sohn Keparoh "durch räuberische Nachstellung" (wie er selber schreibt) verloren. Es dürfte sich aber um einen Sippenstreit gehandelt haben. Die Schenkung sollte dem Seelenheil des Getöteten dienen.

Der zweite Sohn von Onolf, Hrodinus, war für den geistlichen Stand bestimmt; so befürchtete Onolf ein Aussterben der Sippe. Für den Fall, dass Hrodinus aber kein Priester werden würde, durfte er die Besitzungen bis zu seinem Ableben nutzen. Und dieser Fall trat wohl ein. Der zweite Sohn entschied sich -für frühmittelalterliche Adelsfamilien verständlich- für die "Weiterführung des Blutes", also für eine Heirat und gegen das Priestertum. Später werden in Urkunden Nachkommen von ihm in Allach und (Unter/Ober-) Weilbach erwähnt.


Erwähnung Glonns in der Urkunde (gelber Text)

Ob im Jahr 774 in Glonn schon ein Kirchlein gestanden hat, geht aus der Urkunde nicht hervor. Doch es ist nicht ausgeschlossen, denn Glonn war wohl die Urpfarrei im Indersdorfer Gebiet.

Bis zum Jahr 1221 war Glonn (damals Glanerdorf genannt) selbstständige Pfarrei, zu der auch St.Michael in Langenpettenbach als Filialkirche gehörte.

Unter dem Bischof Gerold von Freising wurde die Pfarrei Glonn in das Kloster Indersdorf inkorporiert, d.h. dem Kloster geschenkt, "in Anbetracht der geringen Einkünfte des Klosters und der weitgerühmten umfangreichen Gastfreundschaft der Mönche". Nach der Chronik des Indersdorfer Priors Morhard vom Jahr 1734 soll die Übertragung an die Bedingung geknüpft gewesen sein, erst ein geeignetes Pfarrhaus in Glonn zu bauen.
Bischof Gerold galt seinen Zeitgenossen als zu großzügig mit den Gütern der Kirche: die steinerne Gedenkplatte im Kreuzgang des Freisinger Doms verkündet dies in ungewohnter Offenheit: "Gerold, Bischof dieses Stuhles, starb am 29.März. Schlecht hat er die Kirche regiert während seiner 11 Jahre. Er hat viele Güter der Kirche entzogen, die aber alle zurückgewonnen wurden durch seinen Nachfolger Konrad von Tölz, wie aus der goldenen Kaiserbulle und aus anderen Schriftstücken zu ersehen ist."
Bischof Gerold wurde 1230 abgesetzt, weil er die Finanzen und die juristische Position der Diözese ruiniert hatte. Er blieb Domherr und starb 8 Monate später.
Die
Pfarrei wurde tatsächlich längere Zeit nicht übernommen, weil Probst und Konvent von Indersdorf trotz der päpstlichen Bestätigungen von 1221 und 1232 fürchteten, die Pfarrei sei nicht in der rechten Weise inkorporiert worden. Wahrscheinlich waren dem Kloster die Vorbehalte der Freisinger Bischofsadministration bekannt. Erst als der Nachfolger auf dem Freisinger Bischofsthron, Konrad von Tölz, der sich nach dem Text auf dem Epitaph bemühte, die verschenkten Güter zurück zu gewinnen, die Pfarrei mit Urkunde vom 27.7.1266 noch einmal übertrug, waren die kirchenrechtlichen Bedenken zerstreut. Bei dieser zweiten Schenkung wurde ausdrücklich vermerkt, ein Pfarrhaus sei nicht notwendig. Die Kirche liege nahe genug am Kloster, sodass der jeweilige Pfarrvikar zum Chorgebet, zum Tische und zum Schlafen leicht heimkehren könne. Da die Pfarrei Glonn 1266 noch mit Pfarrer Rudolf besetzt war, dauerte es mit der tatsächlichen Übernahme bis zum Tode dieses Pfarrers im Jahr 1270. Nach anderer Überlieferung soll die Übertragung der Pfarrei mit der Zusicherung verbunden gewesen sein, Glonn werde wieder eine eigene Pfarrei, wenn das Kloster in Indersdorf aufgelöst werden sollt. Dazu kam es aber bei der tatsächlichen Aufhebung des Klosters 1783 nicht. Pfarrei blieb weiterhin Indersdorf. Separate Pfarrmatrikel von Glonn wurden erst 1729 angelegt; vorher wurden Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle in den Matrikeln der ebenfalls nach Indersdorf inkorporierten Kirche Langenpettenbach geführt.

In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wird auch die Kirche in Glonn als Filialkirche von Indersdorf erwähnt ("Understorff habet quatour filias ... s.Emerami in Glan cum sepulturis") also schon damals mit Friedhof.

In gotischer Zeit wurde eine neue Kirche gebaut, von der noch der Chor mit seinen Strebepfeilern und der Turm erhalten sind. Das Langhaus wurde in barocker Zeit (wohl um 1700) erbaut (Stuck von 1701) und in den 1740er Jahren neu ausgestattet (Choraltar 1741, Kanzel u. Seitenaltäre 1745, Ausmalung 1746)


Visitationsbericht von 1560

Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse. Im Bericht über das Kloster Indersdorf ist auch "St.Emeranus in Glan" kurz erwähnt. Er ergibt kein gutes Bild, weder Gebäude noch Ausstattung waren zufriedenstellend. Dazu heißt es: "bey der kirchen, kirchmaur, stielen, fahne etc. stet es nit wohl". Das Sakramentshaus ist noch "wol beschlossen und beleucht". Das Allerheiligste ujd die heilige Öle werden aber nicht liturgisch rein behandelt. Das Taufwasser befindet sich in einem Krug ("Baptismus ist in aim kriegl"). Der einzige Kelch wurde vor 3 Jahren gestohlen. Außerdem waren vorhanden: 2 geschriebene Messbücher, 4 gute und 2 zerrissene Messgewänder und ein zerrissenes Liturgiebuch.

Schmidt'sche Matrikel von 1738/40
In den Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Emmerami in Glon" bemerkt er, die Kirche sei schön erneuert worden. Sie besitze drei Altäre von denen der Hochaltar dem hl.Bischof und Märtyrer Emmeram, die Seitenaltäre der hl.Magdalena und dem hl.Sebastian geweiht. Das Kirchweihfest falle auf den sechsten Sonntag nach Pfingsten. In der Kirche befänden sich ausreichende Messgewänder. Um die Kirche sei ein Friedhof mit Beinhaus angelegt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.

In der Zeit um 1755 arbeitete der Bildhauer Franz de Paula Arnoldt (1724-1788) für die Kirche. Er schnitzte 1753 die Apostelleuchter (aus Lindenholz), die mit je einem Apostel in Halbfigur geschmückt sind. Nach den Kirchenrechnungen stammen von diesem Künstler auch die Figuren von Gottvater, von Christus auf der Rast, von Johannes und 4 Juden (1754 für 24 Gulden) sowie Christus am Ölberg, 8 weitere Figuren und Engel (1755, 24 fl.) und ein Auferstehungschristus (1756, 4 fl. 30 kr).

Beschreibung 1880
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1880 ist im Kapitel über die Pfarrei Indersdorf auch die Filialkirche St.Emmeram in Glonn enthalten. Im Dorf selbst wohnten 237 Seelen (in 44 Häusern). Über die Kirche schreibt er: "Erbauungjahr unbekannt. Sehr restaurationsbedürftig. Renaissancestyl. Geräumigkeit für die Filialgemeinde kaum zureichend. Baupflicht die Kirchenstiftung. Kuppelthurm mit 2 Glocken: a) die größere: "Mich goß Wolfgang Hubinger von Müchen anno 1826" b) die kleinere: "Sub Gelasio Praeposito Fusa ab A.B. Ernst Monachii 1750". 3 Altäre. Cemeterium (=Friedhof) bei der Kirche, ohne Capelle. Stiftungen 8 Jahrtage, 49 Jahrmessen. Eigener Meßner da, der auch gewöhnlich die Cantordienste versieht. Kirchenvermögen: 11.100 Mark".

Im Jahr 1884 wurde die Kirche nach Westen verlängert.

Renovierungen: 1884, 1978 (Turm), 2000-2008 (außen und innen - Kosten: 620.000 Euro)


Baubeschreibung

Die Filialkirche St.Emmeram ist ein einfacher, flach gedeckter Saalbau.
Der aus gotischer Zeit stammende Chor ist nur wenig eingezogen und mit drei Seiten geschlossen. An seiner Außenseite wird er durch zweifach abgesetzte Strebepfeiler gestützt. Im Inneren ist er gewölbt. Bei einer der letzten Renovierungen fand man spätmittelalterliche Fresken.
Die Sakristei ist an der Ostseite (hinter dem Hochaltar) angebaut.
Der Zwiebelturm stammt im unteren Teil aus dem 15.Jh. Er steht im nördlichen Chorwinkel (am Übergang zwischen Chor und Langhaus). 1978 wurde er restauriert. Ob die drei im Jahre 1750 für Glonn gegossenen Glocken noch vorhanden sind ? Jedenfalls wird in den Protokollen zur Ablieferung im 1.Weltkrieg darauf hingewiesen, dass Glonn seine "Glocken widerrechtlich zurückbehalten" habe. 

Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen".


Innenausstattung

Im Inneren sehr reicher Deckenstuck aus der Zeit um 1701/1702 mit stark plastischen Rahmen-, Muschel- und Fruchtgebindeformen. Im Rahmen der Renovierung wurde die Chordecke mit harmonischen Pastellfarben ausgemalt.

Auf dem prächtigen, von Rochus Emaus (Ebenaus) aus Freising im Jahr 1741 gebauten Choraltar (der den Altar von Fridolin Liechti / Glonn von 1675 ersetzte) stehen Figuren des Kirchenpatrons, des hl. Emmeram und des hl. Georg. Sie wurden von dem Freisinger Bildhauer Johann Martin Sailler geschnitzt. Der Künstler wurde 1694 in Oberammergau geboren, lebte als Stukkateur in Freising, heiratete dort die Bildhauerstochter Thalhammer und wurde 1740 zum Hofbildhauer ernannt. Er starb am 23.10. 1774 in Freising.

Im Chor stehen noch Statuen der hl. Katharina und einer unbekannten Heiligen mit Schwert (Barbara?).

Die Seitenaltäre stammen aus dem Jahr 1745. Die Antependien lieferte der Kistler Melchior Obermayr aus Indersdorf.
Die vier Büsten stammen vom Dachauer Bildhauer Franz de Paula Arnold (1724-1788), der sie 1752 um 12 Gulden geschnitzt hat.
Die Altäre stehen schräg in den Ecken des Chorbogens, um die Sicht der Gläubigen auf den Hochaltar nicht zu beeinträchtigen.

Im Langhaus sind zwei Heiligenfiguren und sieben ("flott geschnitzte"- so Mois) Holzreliefs zur Emmeramlegende aus der Zeit um 1750 zu sehen. Sie könnten von ebenfalls von Franz de Paula Arnold stammen. Pfarrer Mois bezeichnete sie als "flott geschnitzt", der Historiker Wacker bewertete sie in seiner 1905 erschienen Chronik des Klosters Indersdorf als "zwar frisch aufgefaßt, aber ohne künstlerische Bedeutung".

An der Langhausnordwand hängt eine ausdrucksvolle (nach Dehio durch neue Fassung entstellte) Vespergruppe (Pietà ) aus dem beginnenden 15. Jh. (Steinguss). Die Bank, auf der Maria sitzt, ist mit Maßwerk geziert. Die Füße des Leichnams Jesu ruhen auf dem Mantel der Mutter. Der schöne Faltenwurf zeigt deutlich, dass es sich um hohe Kunst handelt.
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Pietà -Darstellungen im Landkreis...

Auch die Kanzel wurde -wie der größte Teil der Einrichtung- um das 1745 (andere Quelle: 1777) erstellt. Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.

1669 lieferte der Glonner Zimmerer Michael Gätting einen eichenen Kirchenstock (Opferstock).

1725 stuckierte ein nicht namentlich genannter Meister die Emporenbrüstung.

Die von Franz de Paula Arnoldt 1753 aus Lindenholz geschnitzten Apostelleuchter sind mit je einem Apostel in Halbfigur geschmückt. Von diesem Künstler stammen auch die Figuren von Gottvater, vom Christus auf der Rast, von Johannes und 4 Juden (1754 für 24 Gulden) sowie Christus am Ölberg, 8 weitere Figuren und Engel (1755, 24 fl.) und ein Auferstehungschristus (1756, 4 fl. 30 kr).

Im Jahr 1746 war der Künstler Benedikt Dersch (*1686 in Wolfratshausen, +1757 in Freising) in der Kirche als Maler tätig. Dersch hatte im gleichen Jahr auch in der Marktkirche von Indersdorf und 1717 in Ainhofen gewirkt.

Die Orgel wurde um 1880 von Anton Bouthillier aus Öttingen errichtet. Sie ist mit einer mechanischen Schleiflade und einem angehängten Pedal ausgestattet und wird wie ein Brüstungspositiv von hinten bespielt. Dem dreiteiligen Gehäuse ist ein zweiteiliger, flachfeldriger Prospekt vorgesetzt. Die Orgel in Glonn ist neben der in Junkenhofen das einzige Werk des Orgelbauers Bouthillier.

Die Kirche besitzt ein beeindruckendes Eingangsportal. Es besteht aus drei Flügeln. Das Portal ist durch einfache Felderungen gegliedert.

Neben dem Eingang ist an der Außenwand ein Epitaph aus Marmor angebracht, das an den zu Beginn des Ersten Weltkriegs gefallenen Michael Doll aus Glonn erinnert. Das Epitaph besitzt einen Aufsatz mit einem Rundmedaillon, in dem ein Christuskopf umrahmt mit Mosaikornamenten zu sehen ist.
Text:
"Zum Andenken an den tugenreichen Jüngling Michael Doll, Schreiner und Bürgermeisterssohn v.hier. Soldat im 7.Feld.ARt.Reg., geb. 30.Nov. 1893. Er starb den Heldentod für das Vaterland am 25.Aug.1914 i.Frankreich."


An der südlichen Außenwand der Kirche ist eine Kreuzigungsgruppe zu sehen.
Oben ein großes Kruzifix, das mit einem halbrunden Blechdach vor Witterungseinflüssen geschützt ist.
Unmittelbar unter dem Kreuz ist eine Ädikula, ein kleiner, nach vorne offener Vorbau angebracht. In ihr steht, hinter einem Gitter Maria, die schmerzensreiche Mutter, die mater dolorosa. Sie ist in ein rotes Kleid und einen blauen Mantel gekleidet. In ihrer Brust steckt ein Schwert, das Haupt ist von einem Kranz aus 12 Sternen umgeben.
  Hinweis: Das Schwert in Marias Brust erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". Die zwölf Sterne erinnern an die Apokalyptische Frau, die Johannes in der Geheimen Offenbarung beschrieben hat. Sie war in der Vision vom Strahlenkranz der Sonne umgeben, über ihrem Haupte standen zwölf Sterne als
  Symbol für die zwölf Stämme Israels.Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeitals Symbol für die Kirche angesehen und erst später mit Maria identifiziert.


Hans Schertl

Quellen:
Dr.Martin v. Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50

Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1880
Adolf Wacker, Zur Indersdorfer Kloster- und Ortsgeschichte, 1905
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.697)
Jakob Mois,Geschichtliche Notizen über einige Kirchen im Landkreis Dachau, ca.1950, unveröffentl. (Emmeramreliefs.)
Max Gruber, Die Dachauer Bildhauerfamilie Arnoldt, Amperland 1965 (Bildhauer Franz Arnoldt)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Dr.Gottfried Mayr, 1200 Jahre Röhrmoos, Glonn und Allach, Amperland 1974/4 (Gründungsurkunde)
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/2
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Künstler in Indersdorf, Amperland 1982/2
Max Gruber, Im Dachauer Land wirkende Bildhauer, Amperland 1982/1
Künstler in Indersdorf, Amperland 1982/2
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Max Gruber, Im Amperland tätige Kistler, Schreiner, Tischler und Schneidkistler, Amperland 1986/3
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Schenkung 1221)
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Dr.Peter Dorner, Der Abtransport der Dachauer Glocken 1917, Amperland 1994/2
Hans Kornprobst, Die inkorporierten Pfarreien und Kirchen des Augustinerchorherrenstifts Indersdorf, Amperland 2004/2
Dachauer SZ vom 24.10.2007 (Renovierung), vom 27./28.9.2008 (Renovierung)
Dachauer Nachrichten v. 14.1.2008
Hans Kornprobst, Geschichte des Ortsteils Glonn, Internetseite der Marktgemeinde Indersdorf (Kanzel 1777)
5 Bilder: Hans Kornprobst jr.(1), Hans Schertl (4)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür


12.5.2010