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Filialkirche St.Peter und Paul in Allach


München, Eversbuschstraße 195
Lage der Kirche auf der Landkarte ..
.


Kurzbeschreibung

Allach ist ein Stadtteil im Nordwesten Münchens. Der bis 1938 selbstständige Ort an der Würm bestand bereits zur Zeit Karls des Großen. Schriftlich wurde er erstmals im Jahre 774 als "Ahaloh" erwähnt. Das bedeutet "Wald am Wasser".

Zur gleichen Zeit wird auch eine vom Priester Kerolt errichtete Peterskirche an der Würm genannt, die wohl mit unserer Kirche St.Peter und Paul identisch ist.

Allach gehörte über Jahrhunderte verwal-tungsmäßig zum Landgericht und Pflegamt Dachau, bis es 1802 zum neu gebildeten Landgericht München kam. Die Pfarrei Allach erstreckte sich bis 1964 in den Lkr. Dachau (Karlsfeld-West) hinein.

Die denkmalgeschützte Kirche steht am Ostufer der Würm, an der Eversbuschstraße inmitten eines ummauerten Friedhofs. Der heutige Bau wurde im Jahr 1700 vom Mau-rermeister Hans Trixl aus Menzing errichtet. Die damals abgetragene Vorgängerkirche war uralt. Sie stammte aus dem 8.Jh., war 1315 erweitert und um 1500 umgebaut worden.


Baubeschreibung

Die Außenseite der Kirche ist blassgelb gestrichen und durch farblich abgesetzte, teilweise aufgemalte Pilaster gegliedert. Das Gesims unter der Dachtraufe ist durch dreifarbige Schablonenmalerei (von Hans Zimmermann 1986 nach altem Befund) verziert. 11 Fenster lassen viel Licht in den Raum. Über dem Eingangsportal auf der Südwestseite ist eine Sonnenuhr aufgemalt.
Der Turm auf der Westseite ist in seinem unteren, romanischen Teil schon 700 Jahre alt, in seinem oberen, gotischen Teil über 500 Jahre. Er ist mit Friesen geschmückt: unten mit romanischen Rundbogenfriesen, oben mit gotischen Spitzbogenfriesen über einem sog. Deutschem Band.
Die doppelstöckige Sakristei ist an der Nordseite des Chors angebaut.


Bemalung der Außenseite

Pfarrei
Die Filialkirchengemeinde gehörte über Jahrhunderte zur Pfarrei Aubing. 1882 wurde Allach als Expositur installiert. Als 1914 die Pfarrei Allach gegründet wurde, war die Kirche Pfarrkirche (mit Filialkirche St.Martin) bis 1955 die neue Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt errichtet wurde. Seit einigen Jahren bilden die Pfarreien Allach und Untermenzing eine Pfarreiengemeinschaft.

Innenausstattung

Der nur wenig eingezogene Altarraum ist von einem gotischen Gewölbe mit Stichkappen überdeckt; in der Mitte ein IHS-Zeichen mit Kreuz und 3 Nägeln aus Stuck.
Das Kirchenschiff besitzt dagegen eine barocke Flachdecke, seit 1962 ohne Ausmalung.

Der stattliche Choraltar wurde 1710 von Dachauer Künstlern geschaffen:
- Kunstschreiner Franz Prugger
- Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur
- Maler Joh.Georg Hörmann.
Er ist den Patronen Petrus und Paulus geweiht, deren Figuren in der Mittelnische stehen. Begleitet wer-den sie von Skulpturen zweier heiliger Bischöfe: links von St.Wolfgang dem Bischof von Regensburg, rechts von St.Valentin, dem Bischof von Passau.
Im Altaraufsatz ein Bild der Krönung Mariens in den Himmel.


per Mouseklick zu den Beschreibungen


Die schräg gestellten Seitenaltäre (1723 von Kistler Lukas Schäffler) sind
der Muttergottes (links) St. Josef (rechts) geweiht.

Figurenausstattung:
im Altarraum:
  - St.Sebastian am Marterbaum mit Pfeilen im Körper - 20.Jh.
  - ein heiliger Papst -barock-
im Kirchenschiff
  - St.Josef mit einem Wanderstab -barock-
  - Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes -18.Jh.; sie stammt aus der 1795 abgebrochenen
    Wallfahrtskapelle Hl.Kreuz

Die Kreuzwegbilder wurden gegen Ende des 19.Jh. gemalt.
Ein Bild mit dem Antlitz Christi auf dem Schweißtuch der Veronika in üppigem barocken Rahmen hängt unter der Empore.

Die Orgel wurde 1984 von der Fa. Gebr.Späth aus Mengen-Ennetach erstellt. Sie besitzt zwei Manuale, ein Peda u. 18 Register.

 


W
as noch interessiert...

Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...

Die Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing hat auch eine interessante Website; klicken Sie hier...

360-Grad-Foto
     Der Künstler Roland Steitz hat vom Hauptraum der Kirche ein schönes HDR/360-Grad-Foto gemacht und
      im Internet veröffentlicht. Wenn Sie es sich anschauen möchten, klicken Sie hier...

Alljährlich am 4.Sonntag im Oktober gestalten die Schönbrunner Sänger und die Schönbrunner Stubnmusi den Gottesdienst für die verstorbenen Bauern von Allach.

 


 

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte:
 
      Beschreibung 1895             
Ausstattung:

 Altarraum

 

 

 Orgel  Opferstock

 

Ortschaft
Allach ist ein Stadtteil im Nordwesten Münchens. Der bis 1938 selbstständige Ort an der Würm bestand bereits zur Zeit Karls des Großen.
Die Ortschaft oder der Weiler Allach wurde urkundlich erstmals im Jahre 774 als "Ahaloh" im Zusammenhang mit einer Schenkung erwähnt. Ahaloh" bedeutet "Wald am Wasser". 'Loh' wurde im Laufe der Zeit zu '-lach' abgeschliffen. 16) In der Karwoche dieses Jahres 774 sah sich der reiche Grundbesitzer Onolf veranlasst, seinen Besitz in Allach, Glonn und Röhrmoos an die "in der ummauerten Stadt Freising gelegene Kirche der seligen unbefleckten Maria, der Jungfrau Gottes und der Mutter des Herrn" zu übergeben. Freising war damals Sitz des Bischofs und nahm Schutzfunktionen im umliegenden Land wahr.
Onolf hatte seinen Sohn Keparoh "durch räuberische Nachstellung" (wie er selber schreibt) verloren. Es dürfte sich um einen Sippenstreit gehandelt haben. Die Schenkung sollte dem Seelenheil des Getöteten dienen.
Der zweite Sohn von Onolf, Hrodinus, war für den geistlichen Stand bestimmt; so befürchtete Onolf ein Aussterben der Sippe. Für den Fall, dass Hrodinus aber kein Priester werden würde, durfte er die Besitzungen bis zu seinem Ableben nutzen.
Und dieser Fall trat wohl ein. Der zweite Sohn entschied sich -für frühmittelalterliche Adelsfamilien verständlich- für die "Weiterführung des Blutes", also für eine Heirat und gegen das Priestertum. Später werden in Urkunden Nachkommen von ihm in Allach und Weilbach erwähnt. 25)

Erwähnung Allachs in der Urkunde (rot unterstrichen 24)
Interessant ist auch der Schluss der Urkunde, in dem darauf hingewiesen wird,
dass die Zeugen nach gutem baierischen Brauch an den Ohren gezogen worden waren ("et haec testes per aures tracti"); sie sollten sich später besser an das Rechtsgeschäft erinnern können. Meist glich ein kleines Geschenk die Unannehmlichkeit mit den roten Ohren aus.
26)


"Allach gehörte über Jahrhunderte zum Landgericht und Pflegamt Dachau, bis es 1803 zum neu gebildeten Landgericht München kam.
12) 1678 wurde Allach in die neu geschaffene Hofmark Menzing eingegliedert, die dem Baron Anton von Berchem, Pfleger von Dingolfing und Reisbach, übertragen wurde 20). 1702, zwei Jahre nach Berchems Tod, fiel die Hofmark Menzing wieder an das Kurfürstentum zurück, so dass Allach wieder seinen alten Status als Ort im Landgericht Dachau zurück erhielt. 15)
Im Jahr 1818 wurde Allach eine selbstständige Gemeinde im modernen Sinn, die 120 Jahre lang Bestand hatte. 1938 wurde sie nach München eingemeindet.


Pfarrei
Pfarrlich war Allach wohl von Anfang an, mindestens aber seit 1315, eine Filiale der Pfarrei Aubing (mit den weiteren Filialen St.Johann/Allach, St.Maria/Pasing, St.Martin/Untermenzing, St.Michael/Obermenzing, St.Ulrich/Laim, St.Wolfgang/Pipping).

1882 wurde Allach als Expositur innerhalb der Pfarrei Aubing installiert.

1914 wurde die Pfarrei Allach selbstständig und St.Peter und Paul die Pfarrkirche. Die Pfarrei Allach umfasste nicht nur den Stadtteil Allach, sondern erstreckte sich bis 1964 in den Lkr. Dachau (Karlsfeld-West) hinein
18).
Die Kirche St.Peter und Paul blieb Pfarrkirche bis 1955, bis zur Errichtung der neuen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in der Höcherstraße. Seit einigen Jahren bildet die Pfarrei Allach zusammen mit der Pfarrei Untermenzing die Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing.

Geschichte der Kirche

Schenkungsurkunde aus der Zeit 772/780 04)
In der Zeit um 772/780 wird in einer Schenkungsurkunde eine vom Priester Kerolt errichtete Peterskirche an der Würm erwähnt, die wohl mit unserer Kirche St.Peter und Paul in Allach identisch sein dürfte. Im Rahmen dieser Schenkung haben ein gewisser Helmperht, sein Sohn Cunzo und weitere Personen diese Kirche mit Grundstücken und mit Unfreien, also mit einem Bauernhof und (Zwangs-)Gesinde, ausgestattet. Aus den Erträgen der Schenkung konnten der Kirchenbau erhalten und die Seelsorgsarbeit finanziert werden. Zudem übertrug Kerolt die Kirche dem Bistum Freising. Die Historiker und Theologen Mayer/Wester-mayer teilen uns in ihrer Bistumsbeschreibung von 1880 mit, dass die Kirche um 755 von Bischof Josef von Verona (748-764) geweiht wurde : "... eine weitere Kirche ad locum wirmam mit dem Titel des hl.Petrus, von Bischof Josef c.755 geweiht .."
08)

Urkunde v.772/780
Auch der Grund für die Schenkung 772/780 ist in der Urkunde genannt: "zum Heil seiner Seele" erfolgte sie, als Sühne für begangene Sünden. Die Begründung muss nun nicht bedeuten, dass Helmperht und seine Familie besonders große Sünder gewesen wären. Diese höchstpersönlichen Erklärungen waren notwendig, um der Schenkung Rechtssicherheit zu geben. Denn die weltliche Obrigkeit war nicht begeistert, dass die Kirche durch diese Schenkungen immer mächtiger wurde. Deshalb regelte sie im damals geltenden Gesetz, dem Lex Baiuvariorum, dass einer sein Vermögen nur dann der Kirche überschreiben darf, wenn dies "zur Erlösung seiner Seele" geschehe (und nachdem mit den Söhnen geteilt worden war).

Ein genaues Datum ist in der Urkunde nicht genannt. Die Schenkung erfolgte in der Regierungszeit des Freisinger Bischofs Arbeo (764-783). Da einer der Schenker, der Sohn Cunzo, erst seit 772 bekannt ist, grenzt der Historiker Theodor Bitterauf die Ausstellungszeit der Urkunde auf die Jahre 772 bis 780 ein.
Ein Bild der Originalurkunde von 772/780 mit dem handschriftlichen Text und daneben den transkribierten (abgeschriebenen) Text können Sie hier sehen und lesen ...

Nach dem Historiker Carl Meichelbeck wird die Peterskirche im Jahr 795 , also kurz nach der Schenkung von 772/780 nicht nur "an der Würm", sondern "in Allach" lokalisiert. 11)


Erste Kirche
Die Geschichte der Kirche St. Peter und Paul geht bis zum 8. Jahrhundert zurück: 03)
Sie wurde erstmals in den erwähnten Urkunden von 772/780 sowie von 795 und einer dritten Urkunde von 802 erwähnt.
Die Gestalt dieses Gotteshauses hat man bei Ausgrabungen im Rahmen der Renovierungsarbeiten 1962 entdeckt:
Die Kirche bestand aus einem einschiffigen Langhaus aus Tuffquadern, das nur innen verputzt war. Der Altarraum hatte die Form einer Rundapsis. Die erste Kirche war viel kleiner als die heutige. Ihre Fläche nahm etwa das nordwestliche Drittel des jetzigen Kirchenschiffs ein. 11 )
Sie hatte noch keinen Turm.

Konradinische Matrikel 1315 02)
Die Kirche St.Peter und Paul in Allach wurde auch in der Konradinischen Matrikel von 1315 als eine von fünf Filialkirchen der Pfarrei Aubing unter der Bezeichnung "Aloch" schriftlich erwähnt. Dort heißt es unter dem Dekanat Monacensis:
    "Aubing ... habet V filias: Paesing, Aloch, duo Mentzing, Lamen (= Laim) cum sepulturis".
Allach hatte somit schon damals einen Friedhof. Dies spricht für eine gewisse Bedeutung in früher Zeit.



Anbau 1315
Um das Jahr 1315 hat man das Gebäude nach Osten verlängert. Die bisherige Rundapsis wurde durch einen rechteckigen Chorraum aus Backsteinen ersetzt und der noch heute erhaltene, durch Bogenfriese gegliederte und verzierte Turm mit quadratischem Grundriss angebaut
09), 10), 11) Der -damals erheblich niedrigere- Turm stand in der Südwest-Ecke der Kirche, d.h. die gesamte Kirche war gut halb so groß wie heute das Kirchenschiff.


Umbau um 1500
Um 1500 wurde das Gotteshaus in spätgotischem Stil umgebaut. Davon ist noch das Gewölbe im Altarraum erhalten. Außerdem wurde der Turm auf seine heutige Höhe aufgestockt.
10)

Sunderndorfer'sche Matrikel 1524 02)
In der Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 werden erstmals die Patrozinien der Kirchen in der Diözese Freising genannt. Die große Pfarrei St.Quirin in Awbing (Aubing) mit 700 erwachsenen Gläubigen (Communicantes) hatte inzwischen 6 Filialen: "Beata Virginis in Bäsing (Pasing), S.Udalrici (Ulrich) in Laym, S.Wolfgangi in Pupping, S.Georgii in Obermentzing, Martini in Nidermentzing et S.Petri in Allach, die Kapelle S.Joannis nahe Allach und die beiden Kapellen St.Georg und Dreifaltigkeit in der Burg Mentzing.

Die Pfarrei Aubing war damals übrigens dem Stefan Sunderndorfer als Pfarrherrn übertragen, während die Seelsorge vom Vicarius parochialis Michael Gotzmann ausgeübt wurde. Sunderndorfer, der sogar Generalvikar (= Bischofs-Stellvertreter) in Freising war, ist der Autor der nach ihm genannten Matrikel von 1524.

  Hinweis: Generalvicar Stephan der Sunderndorffer oder Sonderndorffer stammt aus dem bayerischen altadeligen Geschlecht der Sonderndorfer auf Anzing und Ibden. Er studierte in Pavia, wurde dort Dr. jur. und war seit 1506 Kanzler des Fürstbischofs Philipp. Er liegt im Kreuzgang des Domes zu Freising begraben. Sein Grabstein hat die Aufschrift: Hier liegt begraben der Edl hochgelehrt Doctor Steffan von Sunderndorff zu Anzing und Ibden, der Zeit Dombherr und Vicary zu Freysing, starb am Lichtmesstag im Jahr 1528. Dem Gott Genad.


Visitationsbericht von 1560 05)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse. Im Bericht über die Pfarrei Aubing ist auch Allach kurz erwähnt [in eckigen Klammern der Originaltext]:


Auszug aus einer Karte vonPhilipp Apian 1568

Die Filialkirche St. Petrus hat ein jährliches Einkommen von 25 Gulden [jerlich einkomen bei 25 fl. ]. Die Ausgaben für Öl, Wachs und anderen Kirchenbedarf belaufen sich auf 15 Gulden [Ausgab umb öl, wachs und ander der kirchen notturfft bei 15 fl. ]. Die Kirchenrechnung erstellt Dr.Hundt. Die Kirche besitzt kein Haus für einen Mesner [hat kain aigen mesenhauß]. In der wohlgezierten Kirche stehen drei Altäre [3 altär, wol getziert]. An Geräten sind vorhanden: 2+1 Kelche, deren Güte aber nicht bekannt ist [2 kelch, wissen nit ob sy guet] und fünf Messgewänder [5 meßgewandt]. Die Inaugenscheinnahme durch die Visitatoren ergibt noch einen weiteren Kelch, 3 Corporale und 3 Messbücher.
Vor dem Sakramentshaus brennt in der Nacht eine Ewig-Licht-Ampel. Auch ein Friedhof ist vorhanden. [hat sacrament, dessen allein nechtliche beleuchtung und ain begrebnuß]. In der Filialkirche finden Singmessen und andere Gottesdienste in ausreichendem Umfang statt [wirt durch den pfarrer mit besingnuß und anderm gotsdienst wol verricht]. Jeden dritten Sonntag wird ein festlicher Gottesdienst mit Predigt gehalten [uber den dritten sontag wirt der gotsdinst mt predigen und anderm alda verricht].
Der Bericht über die Inaugenscheinnahme endet mit der Bemerkung: "Sonst nit mangel".


Neubau der heutigen Kirche 1700

Baufälligkeit der alten Kirche

Schon um 1673/78 war die zuletzt um 1500 umgebaute Kirche als baufällig und zu klein eingestuft worden. Vielleicht hatte der 30jährige Krieg seinen Anteil am schlechten baulichen Zustand. Jedenfalls hatte eine Dreier-Kommission, bestehend aus einem Abgeordneten des Pfleggerichts Dachau, dem Aubinger Pfarrer und dem churf.Baumeister Enrico Zuccali (Zogali), festgestellt,
    dass "bey dem Kürchel sowoll als Thurn und Sacristey nit allein eine unumbgängliche Paufälligkeit vorhandten, sondern auch
    solches Khürchl derart lez und khlein, daß bei dem anwachsenden Pfarrvolkh, welches da an dem 3ten Sonntag von 3 Dörfern
    zu Besuch des hl.Gottesdienstes mueße zussamen khommen, kein Platz mehr vorhanden, um Gläubige zu faßen". 23)

Zudem hatte sich der Baustil geändert: die Gotik war veraltet; modern war nun der Barock. Und man wollte dem Herrgott ein schönes, modernes Haus errichten und auch gegenüber den Nachbarorten nicht zurückstehen.

Bauantrag 23)
Die erste Initiative zum Bau ging vom Pfarrherrn Dr.Johann Bernhardin von Prugg aus. Er war von 1669-1714, also 45 Jahre lang, Pfarrer der Pfarrei Aubing, zu der Allach als Filialkirche gehörte. Am 3.1.1697 wandete er sich, mit Zustimmung des damaligen Fürstbischofs von Freising an den churfürstlichen Hofrat in München und teilte mit, dass vor vielen Jahren durch eine Kommission (s.o.) die Kirche in Augenschein genommen, "auch ein Visir und Yberschlag abgefasst worden", der Neubau aber nicht vorgenommen worden sei, weil das Dorf zusammen mit dem Kirchenschatz an den churf. Geheimen Rat von Berchem gekommen war. Er bat deshalb den Kurfürsten, zur Beförderung der Ehre Gottes und der Heiligen, dem Hofmarksherrn die Bewilligung zu erteilen daß unverzüglich und zwar noch diesen Winter, "vor der Paursmann wieder in den Ackher khombt und mit dem Seinigen zu thun hat", das notwendige Baumaterial angefahren und mit dem Bau begonnen werde.Der kurfürstliche Hofbaumeister Enrico Zuccalli hatte schon einen Plan mit Kostenvoranschlag für einen Neubau erstellt. Die Ausführung zog sich jedoch hin und der Plan wurde nicht verwirklicht.

Die zweite Intiative ergriff am 3.3.1700 der einflussreiche neue Hofmarksherr Baron von Berchem. Er teilte in einem Schreiben an den Pfarrer und an den Fürstbischof mit, dass die Baukosten auf "3 bis vierthalb Tausend Gulden kommen und auch die bedürftigen Materialia, also Holz, Kalch und Hauerstain bereits angefahren seien und auf dem Bauplatz lägen.
Der Pfarrer fügte einen neuen Bauplan des Menzinger Maurermeisters Hans Trixl hinzu und teilte zudem mit, der Wirt und Kirchenpropst Spitzweckh habe bereits die Werkleute bestellt, die am nächsten "Erchtag nach Oculi" (Dienstag, 16.3.1700) mit dem Abbruch der alten Kirche begännen.

Abbruch der alten Kirche 23)
Die Lage der alten Kirche ist uns heute nicht mehr genau bekannt, weil die Pläne fehlen. Aber dem Schreiben des Pfarrers Bernhardin von Prugg vom 8.3.1700 ist zu entnehmen, dass durch die Vergrößerung des Gotteshauses die Apsis so liegen werde, dass der neue Choraltar auf einem Platz zu stehen komme, auf dem sich vorher Gräber befunden haben. Aus gesundheitlichen Gründen müsse man diese Gräber entfernen. Dazu bitte er um Mitteilung, was mit den Gebeinen zu geschehen habe. Auch müsse, um "einen Umbgang in die Khürche zu haben, umb so vill, als die Khürche liegen werde, mit dem Freithof auf die Gemain hinausgefahren werde.". Die Genehmigung zum Abriss traf am 11.3.1700 ein mit der Auflage, dass
- das Kirchlein vorher "profaniert" werde, d.h. die heiligen Reliquien erhoben, an einem würdigen Ort aufbewahrt und
- die exhumierten Gebeine an einem anderen Platz auf dem Friedhof beigesetzt werden.

Bau
Mit der Abriss- kam auch die Baugenehmigung. Aus finanziellen Gründen wurde im Sommer 1700 der Plan des Menzinger Maurermeisters Hans Trixl verwirklicht, der die vorhandene Nord- und Westmauer mit einbezog und auf die ursprünglich geplante Errichtung eines neuen, unten viereckigen, oben achteckigen Zwiebelturms mit 40 Metern verzichtete. Der alte Turm blieb stehen und wurde in die Westfront einbezogen und verputzt. So blieb der Kirchturm als das älteste Baudenkmal Allachs nahezu unversehrt erhalten.
Der Bau war Ende September 1700 vollendet. Der Pfarrer bat nun das Ordinariat, das Kirchweihfest schon in der neuen Kirche auf einem Tragaltar (Portabile) abhalten zu können. Denn das alte Kirchlein St.Johann oberhalb Allach, in dem während des Baus der neuen Kirche die Gottesdienste gefeiert wurden, biete für ein solch großes Fest nicht genug Platz. Mit Genehmigung des Bischofs weihte der Pfarrer B.von Prugg die Kirche vorher durch einfache Benediction. Später wurde die neu gebaute Kirche durch den Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck selbst feierlich eingeweiht. Das Datum hat sich leider nicht erhalten.

Innenausbau
Die neue Inneneinrichtung musste noch etwas warten: Als Hochaltar stellte man einen (Übergangs-)Altar aus der Kirche St.Benedikt in Gauting auf. Die Orgel kam aus der Pfarrkirche Dachau. 11)

Der neue Choraltar wurde 1710 angeschafft. Der Begründung in der Kostenrechnung von 1710 ist zu entnehmen, dass man sich für den alten Choraltar aus Gauting fast schämte. Darin heißt es: "Weillen dann in disem Gottshauß das Verhandten gewest (=vorhandene) Choraltärl gannz schlecht unnd allenthalben Zusamb gestuckht (= zusammengestückelt) gewesst...".
Man holte zunächst einen Kostenvoranschlag (yberschläg) ein, der vom 9.Juli 1709 datierte und Kosten von 542 Gulden vorsah. Den reichte man beim "Geistlichen Rhat" in München ein, mit der "Unnderthenigist" geäußerten Bitte um "allergnädigste Ratificierung". Die Genehmigung wurde schon am 3.Aug. 1709 erteilt. Noch in diesem Jahr erstellte der Dachauer Kunstschreiner Franz Prugger den Altar (ohne Figuren und Verzierungen) und erhielt dafür 153 Gulden.
20).

Die Figuren und die Verzierungen für 60 Gulden kamen kurz darauf hinzu. Sie wurden von Bärtlme Schuechpaur (= Bartholomäus Schuhpaur) geschnitzt. Die Arbeiten wurden in der Kirchenrechnung im Einzelnen aufgeführt. Der Originaltext lautet:
- "für die beiden "Seittenpildter (= Assistenzfiguren) St.Wolfganng und St.Valentihn in Lebens Grösse 6 Münchener
   Werkhschuech (= 1,80 m ) hoch
- dann in den mittlern Corpo (= in der Mittelnische) St.Petri et Pauli Bildtnussen (= Figuren), wie selbe zu der Marter gehent ...
   einander Umbfangen, unnd Beurlauben (=verabschieden), ebenfahls Lebens gross aller thaillung gemess (= in allen Teilen)
   wohl statuiert, fleissig, unnd sauber Verferttigt, geschnitten unnd ausgearbeittet...
- sambt dennen hierbey angezaigten Bluemb gehengen (Blumengehängen)
- unnd in Underfues ( = unten) mit Zuethueung (= Hinzufügen) dess Tabernaculs
- 5 Engls-Köpf Unnd a parte 4 früchten oder Bluembbeheng (= Blumen-u. Fruchtschnüre) geschnitten..
.

Den höchsten Betrag (329 Gulden) erhielt der Maler Johann Georg Hörmann aus Dachau, der den Altar und die Figuren fasste. Der enorme Unterschied zum Bildhauer-Entgelt ist darin begründet, dass der Maler aus seinem Salär die teuren Farben kaufen und seine Gehilfen entlohnen musste. Der Malerlehrling erhielt darüber hinaus sogar ein Trinkgeld, so der nächste Eintrag in der Kirchenrechnung: "Dem Maller Jungen Trinckhgeld 45 kr." Das entsprach -bei wörtlicher Auslegung- in etwa 18 Maß Bier.
Daneben waren für die Erstellung des Altars auch ein Schlosser (Georg Spitzer/Dachau: 7.20 fl. ) und ein Schmied (Jacoben Clafter/Allach: 1.38 fl. ) nötig. Zwei Kistlergesellen haben den alten Choraltar abgebaut und Teile davon für den neuen Altar aufbereitet (2.24 fl. ). Einen Gulden erhielten Fuhrleute, die den neuen Choraltar von Dachau nach Allach transportierten. Daraus ergibt sich, dass der Altar nicht in der Kirche von Allach, sondern in der Werkstatt von Bartholomäus Schuhpaur in Dachau gezimmert wurde. Als der Altar in Allach aufgestellt wurde befestigte man ihn mit "100 ganzen Pröternögln" (=Bretternägeln). Und zum Schluss hat man den mitarbeitenden Künstlern und Helfern eine Brotzeit spendiert. Die Rechnung (Zöhrungs Conto) des Wirts Hannsen Spizwöckhen betrug 2 Gulden.
20)

Ablassfest
Anfang des 18.Jh. gab es für einen Besuch der Kirche am Patronatsfest (29.Juni) einen Vollkommenen Ablass. In der Kirchenrechnung von 1715 ist vermerkt, dass dieser Ablass schon das 14.Mal (also seit 1702) gewährt wurde.
In die Kirchenrechnung wurde die Nachricht deshalb aufgenommen, weil der zuständige Pfarrer von Aubing, HH.Knecht mit Begleitung beim Allacher Wirt Hanns Spizwögg speisten und die Rechnung (Zöhrungs Conto) der Kirchenverwaltung zukommen ließen. Die nicht geringe Zeche betrug 5.25 fl. , das entspricht etwa heutigen 250 Euro.
20)

Schmidt'sche Matrikel 1738/40  02)
In den Jahren 1738 bis 1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising alle Pfarreien des Bistums und beschrieb in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz. Danach war die Kirche in Allach -anders als noch 1560- neben St.Petrus auch dem hl.Paulus geweiht. Die Kirche besaß drei Altäre. Der Choraltar war den Patronen Petrus und Paulus geweiht. Auf ihm wurde das Allerheiligste aufbewahrt. Ein weiterer Altar hatte die Jungfrau Maria als Patron (der Matrikeltext über den dritten Altar ist leider nicht mehr lesbar). Gottesdienste wurden jeden dritten Sonntag sowie an den Apostelfesten gehalten
. Kirchweihfest wurde am Sonntag vor dem Fest des hl.Michael (= vor 29.9.) gefeiert, das Patrozinium am 29.Juni. Allach besaß auch damals einen Friedhof mit Beinhaus. In der Sakristei befanden sich genügend Messgewänder. Im Turm hingen drei geweihte Glocken. Die Kirchenrechnung erstellte der Pfarrer und der Präfecto electorali aus Dachau. Der Bericht endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen dises Gottshauses mechte derzeit yber 500 fl. betreffen". Das war für eine Filialkirche kein geringer Betrag.

1779
Im Dorfe Allach wurde die "Mildthätige Gesellschaft" gegründet, die verarmte oder mittellos gewordene Kinder daselbst erziehen ließ, und im Jahre 1779 vom Churfürsten Karl Theodor bestätiget wurde. Ihre Entstehung hatte sie zuvörderst dem wohlthätigen Sinn und Unternehmungsgeiste des Stadtraths und Weingastgebers zu München, Franz Albert, zu danken.
01), 06)

Beschreibung 1820  21)
Der bischöfliche Registrator Martin von Deutinger erstellte im Jahr 1820 eine "Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate". Sie enthält auch einen Kurzbeschreibung der einzelnen Pfarreien.
Grundlage dafür waren die 1817 von jedem Pfarrer nach einem vorgegebenen Muster eingereichten Pfarrbeschreibungen.
Die Tabellarische Beschreibung blieb bis zum Werk von Anton Mayer und Georg Westermayer von 1874/84 08) die ausführlichste Darstellung.
Sie wurde von der bischöflichen General-Vicariats-Kanzley ohne Namensnennung von Deutinger herausgegeben.
Die Beschreibung ist nach Pfarreien gegliedert. Deshalb ist Allach im Abschnitt "Aubing" zu finden. Dort wird die Kirche wie folgt beschrieben:
"Allach, Dorf, Filialkirche, 333 Gläubige in 62 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche 5/4 Stunden, Gottesdienste an Sonntagen abwechselnd mit Unter- und Ober-Menzing, an einigen Festtagen etc.; Patrone: hl.Petrus und Paulus; Kw (= Kirchweihfest): Sonntag vor Michaeli (= So vor 29.9.) "


Allach 1843
Aus dem Jahr 1843 ist ein kurzer geschichtlicher Abriss von Allach erhalten. Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...


Beschreibung der Kirche 1880 08 )
Die Filialkirche St.Peter und Paul in Allach ist auch in der "Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" (im Kapitel über die Pfarrei Aubing) aus der Zeit um 1874-84 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und -nach dessen Tod 1877- Pfarrer Georg Westermayer als Buch veröffentlichten. Diese bisher umfangreichste Diözesanbeschreibung sollte in erster Linie den praktischen Bedürfnissen der Diözesan- und Staatsverwaltung dienen. Daneben hat das Werk in Form von "kleinen Notizen" die Ergebnisse der aufblühenden orts- und lokalgeschichtlichen Forschung sowie die gedruckten Quellen und die von Heckenstaller und Deutinger gesammelten Unterlagen im Archiv des Erzbistums verwertet. Erste Grundlage dieser "Mosaikarbeit" waren Mitteilungen der Pfarrämter.
Der die Filialkirche in Allach betreffende Text lautet:
  "Filialkirche Allach an der Würm. Die Kirche, 1710 im Zopfstyl erbaut, hat einen Sattel-Thurm mit 3 Glocken: 1.Sancti Petre et Paule, orate pro nobis! Gegossen von Bachmaier in Erding 1871. - 2.St.Joanne Bapt., ora pro nobis! Gegossen von ebendemselben. - 3. Joseph Taller goß mich in München 1719. Geräumigkeit genügend. Baupflicht: Kirche u. Decimatoren. Cons.dub. Patrone: HHl. Petrus und Paulus. 4 altar. port. Ss.Cemeterium ohne Capelle. Orgel mit 4 Registern.
Gottesdienst: jeden 3.Sonntag, abwechselnd mit Ober- und Untermenzing. Am Patrozinium kommen sämmtl. Gemeinden mit dem Kreuze hieher; überdieß ziehen die Gemeinden Allach u.Obermenzing während der Frohnleichnams-Octave processionsweise zu den Antlaßvespern nach Untermenzing, ebenso die Allacher am Pfingstsonntage zum Gottesdienst nach Untermenzing, und die Untermenzinger am Pfingstmontag nach Allach. Nach Maria Eich wallfahrtet man von Allach mit den Gemeinden Ober- und Untermenzing am 2.Juli. Stiftungen: 2 Jahrtage mit Vigil und Requiem; 4 hl.Messen. Vermögen: 12.900 M rent., 18.806 M nicht rent., 571 M 11 Pf. Passiva. Meßner und Cantor: Der Lehrer"


Neuausstattung um 1895 11)
In den Jahren 1891-98 wurde die Kirche im damals modernen Stil des Historismus neu ausgestattet.
- Mit Kommunionbank und Beichtstühlen von Zimmermeister Anton Mayer aus Dachau
- neue Fassung der gesamten Ausstattung in den Farben Weiß und Gold
- Deckengemälde "Mariä Himmelfahrt" von Max Bernatz aus München; es war eine 32 qm große Kopie von Peter Candids
   Altarblatt am Renaissancealtar, der von 1622 bis 1860 in der Münchener Frauenkirche stand.
- Neuer Deckenstuck von Leopold Ulseß aus München (der aus Hägerau stammte und am 6.12.1888 in München die
   Gastwirtstochter von Schwarzhofen Elisabeth Zankl geheiratet hatte).
- Glasgemälde in den Chorfenstern von der Kunstanstalt Josef Peter Bockhorni aus München
- Reparatur der Orgel (1 Manual, 9 Register) durch die Firma Max Maerz & Sohn aus München
- Abriss der oberen Empore
.

Beschreibung 1895 07)
Mit der Allacher Kirche und ihrem "schwerfälligen Hochaltar" befasste sich auch das Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns, das Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Wenn Sie den Text lesen möchten, klicken Sie hier....


Große Renovierung 1962
11)
1962 wurde das Innere der Kirche so gestaltet, wie wir es heute sehen können.
Zunächst wurde der Kirchenbau trockengelegt. Dann wurden die Deckengemälde übermalt und der Deckenstuck abgeschlagen. Auch die nicht mehr benötigte Kanzel, die Glasgemälde in den Fenstern und die Kommunionbank hat man entfernt. Die Seitenaltäre, die bisher an der Außenwand angelehnt waren, wurden in die Ecken zwischen Seitenwand und Chorbogen gestellt. Zum Schluss wurde die Raumschale und die Altäre neu gefasst d.h. bemalt.


schmucklose Westseite


Wallfahrt/Bittgang

Aus den Kirchenrechnungen ist ersichtlich, dass die Allacher Gläubigen nach dem 30jährigen Krieg alljährlich eine Wallfahrt/Bittgang nach München unternommen haben. Jedenfalls wurde in den Jahren 1650 und 1654 ein Zehrgeld ("Zörung") für die Sänger (1 Gulden) und den Fahnenträger (30 Kreuzer) für "nach(er) München, unnd gehn St.Kolman bezalt". 20)


Zusammenstellung aller Renovierungen und Anschaffungen
11)

- 1315:   Erweiterung der alten romanischen Kirche
- 1500:   Einwölbung des Chors und Aufstockung des Turms
- 1630:   Erwerb einer versilberten Chrisam-Gefäßes ("Umb ain versilberte Chrisam Pixen 2 Gulden")
20)
- 1650:   Neuer Tabernakel für 38 Gulden (Schreiner M.Veith/Dachau, Schlosser Rudolphen Otter, Maler von Bruck) 20)

- 1651:   Anschaffung einer neuen "roth damaschgen Fahnen" um 50 (!) Gulden
20)
             Erwerb eines neuen Ciboriums (Kelch) um 30 Gulden 8 Kreuzer
20)
- 1700:   Neubau der heutigen Kirche
- 1710:   Anschaffung einer Laterne ("Umb ain Neu hornenen Lathern 2.-Gulden")
20)
             Neues Kruzifix und Kreuz sowie neues Vorhaus
(Originaltext: "Wolf Hisch, unnd Antoni Lomgöttl beede Zimmerleith
             von allach habenvor ain Neugemachtes Crucifix, Creuz, und ain Vorheisl auf der gassen Beweis Zötls zalt erhalten:              1.7 Gulden)
Das genannte Kruzifix wurde vom Dachauer Maler Joh.Georg Hörmann für 8.20 Gulden teilvergoldet 20)
             Weiteres, 5 Schuh (1,60 m) hohes Kruzifix von Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750) erstellt für 9.-Gulden.
20)
- 1712:   Erwerb eines himmelblauen Fastentuchs von Josef Sophia Kramer aus Bruck
19)
- 1715:   Kauf von Maikrügen und Maibuschen (= Schmuck an Seitenaltären) für 7 Gulden 20)

- 1716:   Erwerb von lebensgroßen Schnitzfiguren von Christus dem Erlöser, von Maria und von elf Aposteln in Alabasterfassung
             mit vergoldeten Attributen: Bartholomäus Schuhpaur; Fassung Maler Josef Krenauer,
             aus (Fürstenfeld-)Bruck († 1738)
- 1723/24: Erstellung der Seitenaltäre durch Kistler Lukas Schäffler aus Neuhausen
- 1742:   Neue Glocke von Glockengießer Anton Benedikt Ernst (tätig um 1700-1749)
- 1762:   war eine Turmerhöhung geplant. Dafür wurden Angebote vom Zimmermeister Josef Hagn († 1762) und Baumeister
           
 Anton Glonner (1723-1792), beide aus Dachau, eingeholt. Das Vorhaben wurde aber nicht verwirklicht.
- 1795:   Abbruch der 1677 von Kurprinz Max Emanuel auf dem Adelsberg im Dachauer Moos (westlich von Allach) gestifteten
             Wallfahrtskapelle Hl.Kreuz. Dabei wurden die Kreuzigungsgruppe und eine 1719 von Jos.Christoph Thaller aus Mch
             gegossene Glocke in die Allacher Kirche übertragen. Dafür wurde eine alte, zerbrochene Glocke zum Neuguss an die
             Neuhauser Kirche abgetreten.
- 1801:   wurde eine der ältesten Kirchen der Gegend abgebrochen: die erstmals 1524 erwähnte Kirche St.Johann am
             östlichen Würmufer zwischen Allach und Untermenzing. Auch von dieser Kirche kam eine Glocke nach Allach.
- 1851:   Reparaturarbeiten am Kirchenbau
- 1871:   Zwei neue Glocken von Joseph Bachmair († 1873)
- 1873:   Kauf von Apostelfiguren aus Steinguss von der Mayer'sche Hofkunstanstalt.
- 1882:   Lieferung eines Hl.Grabes mit Grabchristus aus Lindenholz durch Sebastian Steiner/Kunstanstalt Fürstenfeldbruck
- 1895/96: Neuausstattung des Kircheninneren (1891-1898): Deckengemälde und Stuck, Glasgemälde, Beichtstühle,
               Kommunionbank, Abriss der oberen Empore, Orgelreparatur.
- 1902:   Erwerb einer Immaculata-Figur von Josef Rifesser, St.Ulrich im Grödnertal
- 1915:   Umguss einer 1719 gegossenen Glocke durch die Glockengießerei Ulrich Kortler aus München
- 1920/23: Kirchenrenovierung durch Josef Zimmermann aus Allach (*1892 Untermenzing, +1975 München)
- 1936:   Friedrich Haindl (1910-2002) erstellt einen Plan für den Bau einer neuen Kirche; die Ausführung dieses Plans wurde aber              durch die Nazis vereitelt
- 1946:   Kauf von zwei neuen Glocken als Ersatz für die 1940 für Kriegszwecke eingeschmolzenen Vorgängerinnen
- 1954/55 Bau der neuen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in der Höcherstraße. Dabei wurden einige Bildwerke an die neue Kirche
              abgegeben.
- 1962:   Restaurierung (Trockenlegung des Baus, Schrägstellung der bisher an der Außenwand angelehnten Seitenaltäre
             Entfernung von: Deckengemälde, Deckenstuck, Kanzel, Glasgemälde und Kommunionbank
             Neubemalung der Raumschale und Altäre)
- 1984:   Innenrestaurierung (Neufassung der Raumschale, der Altäre und der Figuren, Neue Orgel von der Fa. Gebr.Späth aus
             Mengen-Ennetach)
- 1986:   Außenrenovierung durch Hans Zimmermann (heutige Fassung nach altem Befund)


Baubeschreibung

Die Kirche St.Peter und Paul in Allach steht am Ostufer der Würm an der Eversbuschstraße 195 inmitten eines ummauerten Friedhofs. Der heutige Bau wurde im Jahr 1700 vom Maurermeister Hans Trixl aus Menzing errichtet.
Die Außenseite ist gelb gestrichen und durch farblich abgesetzte (graue) Pilaster gegliedert. Im hinteren Teil, am Kirchenschiff, sind die Pilaster aufgemalt. Das Gesims unter der Dachtraufe ist durch dreifarbige Schablonenmalerei verziert. Die Malereien wurden durch Hans Zimmermann 1986 nach einem alten Befund gestaltet und geben so der Kirche ihr früheres Aussehen zurück.
Kirchenschiff
Das breite, aber nicht sehr lange Kirchenschiff ist im Inneren flach gedeckt. Es wird von vier Segmentbogenfenstern und zwei Rundfenstern (an der Empore) erhellt. Der Eingang liegt auf der Südwestseite. Er wird durch einen kleinen Portalvorbau vor den Unbilden der Witterung geschützt.
Über dem Eingang ist außen eine Sonnenuhr mit Anzeigen zwischen 6 und 6) angebracht.

Sonnenuhr
Chorraum
Der mit einem Stichkappengewölbe überdeckte, nur wenig
eingezogene Chorraum/Altarraum wird durch 4 Segmentbogenfenster und ein Rundfenster an der Ostseite erhellt. An der Südseite des Chors hängt außen ein großes Kruzifix mit einer geschwungenen Kupferüberdachung, die den Korpus vor Regen schützen soll.

Turm

 
Turm
Der relativ niedrige Turm mit quadratischem Grundriss befindet sich an der Westseite. Er stammt in seinem unteren Teil aus der Zeit um 1315, als die alte romanische Kirche umgebaut und verlängert worden war 09). Dabei wurde er in die Westmauer einbezogen, sodass er wie ein großer Dachreiter aussieht. Lediglich ein geringer Mauervorsprung lässt erkennen, dass es sich um einen bis zum Boden reichenden Turm handelt. Um 1500, bei der Gotisierung (und wohl auch Erhöhung) des Gotteshauses, wurde er zu seiner heutigen Höhe aufgestockt 10).

Er ist mit
Friesen geschmückt: unten mit romanischen Rundbogenfriesen, oben mit gotischen Spitzbogenfriesen über Deutschem Band. Auf allen Seiten ist eine Turmuhr angebracht. Der Turm hat ein Satteldach; auf den beiden Giebeln sitzt jeweils ein Steinkreuz. Die Schalllöcher haben Spitzbögen.

Beim Neubau des der Kirche 1700 war zunächst ein neuer, barocker Zwiebelturm vorgesehen; doch aus finanziellen Gründen blieb der alte Turm stehen.
Zwei Generationen später, 1762, war eine Turmerhöhung geplant. Dafür wurden Angebote vom Zimmermeister Josef Hagn († 1762) und Schlossmaurermeister Anton Glonner (1723-1792), beide aus Dachau, eingeholt. 11). Auch dieses Vorhaben wurde nicht verwirklicht.

Glocken
: Im Turm hängen derzeit vier Glocken, die 1915 und 1946 gegossen wurden. Sie sind den Kirchenpatronen Petrus und Paulus sowie dem hl. Ulrich von Augsburg und Maria Magdalena geweiht.
11)
Glockenhistorie:
1742 - Neue Glocke von Glockengießer Anton Benedikt Ernst (um 1700-1749).
11)
1795 - Glocke aus der Wallfahrtskirche Hl.Kreuz am Adelsberg kam in die Allacher Kirche; sie war 1719 von Jos.Christoph Thaller
          aus München gegossen worden. Dafür wurde eine alte, zerbrochene Glocke zum Neuguss an die Neuhauser Kirche
          abgetreten
11).
1801 - Glocke aus der Kirche St.Johann am östlichen Würmufer zwischen Allach und Untermenzing wurde bei Abbruch dieser
          Kirche nach Allach übertragen
1871 - Zwei neue Glocken von Joseph Bachmair († 1873)
1915 - Anschaffung einer neuen Glocke
1940 - Zwei Glocken müssen zum Einschmelzen für Kriegszwecke abgeliefert werden
1946 - Kauf von zwei neuen Glocken als Ersatz für die eingeschmolzenen Vorgängerinnen.



Innenausstattung

Altarraum


Der mit einem
Stichkappengewölbe überdeckte, nur wenig eingezogene, breite Chorraum/Altarraum wird durch vier Rundbogenfenster und ein Rundfenster an der Ostseite erhellt.

Decke

Die Chordecke ist durch dunkle Stuckrahmen im Eierstabmuster in unregelmäßige Felder unterteilt. In der Mitte erinnert in einem vierpassförmigen Feld ein Stuckornament an Jesus Christus: Es besteht aus:
- dem IHS-Zeichen im Zentrum, darunter
- einem Herzen (Herzjesu) mit
- drei (Kreuzigungs-)Nägeln und darüber
- einem Kreuz. Über dem Choraltar eine Muschel, das
  Zeichen der Auferstehung.

  Hinweis: IHS das ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden.


Choraltar / Hochaltar
11)

Beim Neubau der Kirche 1700 stellte man zunächst einen provisorischen Hochaltar auf; er stammte aus der Kirche St.Benedikt in Gauting.
Aber schon 10 Jahre später wurde der neue, heute noch bestehende Hochaltar errichtet.
Er ist eine Arbeit der berühmtesten Dachauer Künstler dieser Zeit:
- die Kistlerarbeiten erstellte Kunstschreiner
   Franz
Prugger (1638-1736),
- die Bildhauerarbeiten erledigte
   Bartholomäus
Schuhpaur (1680-1750) und
- bemalt wurde der Altar von
   Joh.Georg
Hörmann (1672-1749).
Der Altar fand nicht in jeder Epoche Gefallen.
Im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayerns von 1898 wird er als "schwerfälliger Hochaltar" bezeichnet 07).

Choraltar
Die Retabel, der Altaraufbau ist rotbraun marmoriert und teilvergoldet. Vier Säulen und zwei angedeutete Pilaster tragen ein mehrfach verkröpftes Gebälk mit vergoldeten Verzierungen in Akanthusformen.
Den oberen Abschluss bildet ein Aufsatzgemälde.
In der Mittelnische stehen Figuren der Kirchenpatrone Petrus und Paulus. Zwischen den Säulen befinden sich auf Sockeln Statuen zweier heiliger Bischöfe.
In der Predella steht der prächtige Tabernakel, der in Form eines offenen Baldachins gestaltet ist.
Eine
Kartusche über der Mittelnische trägt die Inschrift: "Altare principibus apostolorum sacratum" (der den Ersten unter den Aposteln geweihte Altar).

1984 wurde der Hochaltar restauriert.               


Altaraufsatz
Der Altaraufsatz über dem mächtigen Gebälk besteht aus einem Rundbild, das auf beiden Seiten von Sprenggiebeln mit je einer vergoldeten Ziervase in der Mitte begleitet und von einem Blattornamentrahmen umgeben.
Drei Putten blicken auf die Gottesdienstbesucher herab.


Aufsatz: Krönung Mariä
Das Gemälde zeigt die Hl.Dreifaltigkeit bei der Krönung Mariens.
Die blau-weiß gekleidete Muttergottes mit einer Blume im Haar kreuzt die Hände über der Brust. Gottvater mit Vollbart und dreieckigem Heiligenschein sowie der in den traditionellen roten Mantel gekleidete Christus halten die Himmelskrone über Maria. Darüber schwebt der Hl.Geist in Gestalt einer Taube und sendet Gnaden-Zungen herab.
Mittelteil    
In der Mittelnische des Altars stehen zwei einander zugewandte Figuren von St.Petrus und St.Paulus mit ihren Attributen, den Himmelsschlüsseln und dem Schwert.
Sie nehmen vor ihrem Martyrium Abschied von einander. Früher war in der Altaraussparung hinter ihnen ein Kulissengemälde der Stadt Rom angebracht.


St.Petrus u.Paulus
Beide Figuren sind ähnlich gekleidet, mit goldfarbener Toga. Ihre Bärte entsprechen dem Typus, der sich in der Kunst über Jahrhunderte herausgebildet hat: Petrus mit lichtem Haupthaar und Haarkranz, Paulus mit langem Vollbart.
Die Figuren wurden vom Dachauer Bildhauer
Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750) geschnitzt.
  Hinweise: Diese sog.Himmelsschlüssel, die der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentiert der Schlüssel aber die Vollmacht, zu lösen und zu binden. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel" (der goldene Schlüssel für die himmlische, der silberne für die irdische Vollmacht).
Paulus hieß eigentlich Saulus. Er war von Beruf Zeltteppichweber und jüdischer Theologe im Laienstand. Er verfolgte mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung des Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er von einer Erscheinung Christi getroffen, fiel zu Boden und erblindete kurzzeitig. Missionsreisen durch den Nahen Osten und seine Briefe (7 der 13 Briefe stammen von ihm) machten ihn bekannt. Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes: Gott schenkt seine Gnade den Menschen nicht aufgrund ihrer guten Taten, sondern einfach, weil er ein guter, menschenfreundlicher Gott ist. Nach eher unwahrscheinlichen Legenden starb Paulus im Jahr 67 als Märtyrer unter Kaiser Nero durch das Schwert. Wahrscheinlich ist er eines natürlichen Todes gestorben.
Assistenzfiguren  

St.Wolfgang
Zwischen den Säulen des Hochaltars stehen zwei heilige Bischöfe als Assistenzfiguren.
Geschnitzt wurden sie lt. Rechnung von 1710 ihres Schöpfers Bartholomäus Schuhpaur als Figuren der heiligen Bischöfe Wolfgang und Valentin (im Kostenvoranschlag waren noch Nikolaus und Benno genannt).
Die linke Figur stellt den hl.Wolfgang (mit dem Kirchenmodell), den Bistumsheiligen von Regensburg dar. Die rechte Figur ist der Bistumsheilige von Passau, St.Valentin von Rätien (nur mit den Bischofs-Insignien).
Der Bischof St.Valentin von Rätien ist nicht mit dem Priester St.Valentin von Rom identisch, dessen Fest am 14.Februar mit Blumengeschenken gefeiert wird.

St.Valentin
Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. Die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. Er versuchte besonders, die Bildung und das geistliche Lebens des Klerus und der Orden zu fördern. Zahlreiche Orte wurden nach Wolfgang benannt. Sein Das Bild von Wolfgang wurde zum Schutz des Viehs an Stalltüren angebracht. Im 16. Jahrhundert trug der Gulden in Regensburg sein Bild (Gedenktag 31.Oktober).  
  Hinweis: Valentin kam der Überlieferung nach um 435 nach Passau. Als Bischof wurde er jedoch von den Bewohnern immer wieder vertrieben. Er wirkte dann in Rätien als Wanderbischof und starb in Mais, dem heuti-gen Meran, wo er in der Zenoburg bestattet wurde. Valentin war wohl tatsächlich Glaubensbote in Raetien, nach neuen Erkenntnissen aber wohl nicht Bischof von Passau. Venantius Arbeo von Freising berichtete vom Grab eines Valentin in Mais in der Zenoburg im heutigen Meran - und, dass dessen Gebeine 739 nach Trient überführt wurden. Von dort wurden sie 761 vom bayerischen Herzog Tassilo III. nach Passau übertragen, wo seitdem Valentin neben Stephanus als Bistumspatron verehrt wird. Um 1200 wurde anlässlich der angeblichen Auffindung seines Grabes im Vorhof des Passauer Domes seine Lebensgeschichte verfasst. Der hl.Valentin von Rätien soll der Legende nach im 5.Jh Bischof von Passau gewesen sein. Er ist nicht mit dem hl.Valentin identisch, dessen Fest am 14.Februar mit Blumengeschenken gefeiert wird. Valentin von Rom war im Übrigen kein Bischof (Gedenktag 7.Januar).

Tabernakel
In der Predella steht der prächtige Drehtabernakel im barocken Stil, der in der Form eines offenen
Baldachins mit Akanthusblattverzierungen gestaltet ist.

An der Spitze des dekorativen Aufsatzes sitzt auf einem Vogelnest ein Pelikan. Er hält seine Flügel schützend über die Jungen.
Der Pelikan ist Sinnbild für Christus, weil man (irrtümlich) davon ausging, dass er in Notzeiten seine Jungen mit seinem Blut nährt.



Tabernakel
Der heutige Tabernakel könnte mit dem Altar 1710 angeschafft worden sein; vielleicht ist er auch älter und wurde 1710 nur überarbeitet. Denn den Kirchenrechnungen ist zu entnehmen, dass 1650 ein neuer Tabernakel um 38 Gulden erworben wurde. An dessen Erstellung waren Schreiner M.Veith aus Dachau, Rudolphen Otter und ein Mahler von Bruck beteiligt. 20)
Nach der Kirchenrechnung von 1710 erhielt der Bildhauer Bartholomäus Schuhpaur für Schnitzwerke am neuen Choraltar 60 Gulden. Dabei wird die Arbeit am Tabernakel nur mit den dürren Worten "unnd in Underfuess mit Zuethueung des Tabernaculs" (= am Fuß des Altars den Tabernakel hinzugefügt) beschrieben.
  Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12.Jh. übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharisti-schen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545-63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jh. umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.

 


Ewig-Licht-Ampel


Ewig-Licht-Ampel

Zu beiden Seiten des Choraltars hängen Ewig-Licht-Ampeln aus Silberblech mit Goldapplikationen. Die Aufhängevorrichtungen sind besonders prächtig in Akanthusform gestaltet und vergoldet.

Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. In der Frühzeit des Christentums gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13.Jh. der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet: Johanniter-Ritterorden hatten das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden.



Epitaph am Chorbogen

Am breiten Chorbogen ist ein Epitaph aus rotem Marmor aus dem Jahr 1765 für den Hofkellermeister Franz von Lafabrique in das Mauerwerk eingelassen.
Der Text auf dem Epitaph lautet:
    "Alhier liget begraben der Wohl Edl gebohrne Herr Franz von Lafavrique Gewest Churfrtl. Hof-Kellermeister,
    so gestorben in Anno 1765 in dem 34.ten Jahr seines alters. Requiescat in Pace"


Epitaph von 1765


F
iguren


heiliger Papst
An der linken Seite des Altarraums steht die spätgotische Figur eines heiligen Papstes, im goldenen Gewand, mit Papstkrone (Tiara), Papstkreuz und Bibel.
Um welchen Papst es sich handelt, steht nicht fest.
Die Auffassung, es handle sich um eine Figur des hl. Petrus
, ist unwahrscheinlich. Jedenfalls ist mir eine solche Petrus-Darstellung nicht bekannt. Der Apostel wird in der Regel auch mit einem Bart dargestellt.
82 der insgesamt 265 Päpste werden als Heilige verehrt. In den Kirchen unserer Gegend sind neben St.Petrus vorwiegend Gregor I., Silvester I., Sixtus II. und Pius V. figürlich dargestellt.

An der rechten Seite des Altarraums steht auf einer Konsole die Figur von St.Sebastian. Er ist an den Marterpfahl gebunden. Sein großenteils entblößter Körper ist von vier Pfeilen durchbohrt. Aus den Wunden fließt Blut. Die Figur wird als Barockstatue beschrieben; sie dürfte in Wahrheit aber viel jünger sein und aus dem 20.Jh. stammen.
Hinweis: Sebastian ist eine legendäre Person. Er soll im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Sebastian erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
Gedenktag: 20.Januar

St.Sebastian


Kreuzigungsgruppe

An der linken Seite des Kirchenschiffs hängt dort, wo bis 1962 die Barockkanzel angebracht war, eine Kreuzigungsgruppe mit den Figuren von Maria und Johannes. Sie wurde in barocker Zeit geschnitzt und kam 1795 -beim Abbruch der Wallfahrtskapelle Hl.Kreuz auf dem Adelsberg- in die Kirche St.Peter und Paul.
Jesus am Kreuz hängt blutüberströmt an einem zu schmalen Kreuzesstamm. Darunter steht links die händeringende Maria, die mit Schmerz zu ihrem toten Sohn hinaufblickt. Auf der anderen Seite der Apostel Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, mit wehendem Obergewand. Auch sein Blick richtet sich verzweifelt nach oben.
In der Bibel wird diese Begebenheit in Joh.19,26 berichtet:
  "Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau,
   siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde
   an nahm sie der Jünger zu sich".

An der rechten Wand des Kirchenschiffs steht die barocke Statue eines Heiligen mit bewegtem Gewand; er hält einen Wanderstock in der Hand und trägt Stiefel an den Füßen. Ikonografisch entspricht diese Figur der üblichen Darstellung von St.Jakobus dem Älteren (allerdings fehlen die Muschelpailletten). Hier in Allach verkörpert sie den hl.Josef, den Ziehvater Jesu. Vielleicht wurde die Figur - wie die beiden Assistenzfiguren am Choraltar- vor längerer Zeit umgewidmet und dabei leicht verändert. Die Figur soll bis 1962 am rechten Seitenaltar gestanden haben. Mit dem Kauf einer neuen Josefsfigur wurde sie an die Seitenwand verlegt. 11)
Die Wanderausrüstung, die bei Jakobus an die Wallfahrt nach Santiago erinnert, könnte bei St.Josef auf die Flucht nach Ägypten hinweisen, die er wegen des Mordbefehls von Herodes antreten musste. Die Bibel berichtet von der Tötung aller männlichen Kleinkinder in Bethlehem in Matth.2,1, von der Flucht der Hl.Familie nach Ägypten in Matth. 2,13-23.

'
St.Josef
Das Erdgeschoss des in das Kirchenschiff ragenden Turmes ist durch eine bogenförmige Öffnung mit dem Kircheninneren verbunden. Der Zugang ist aber durch ein massives Gitter abgesperrt.

Hinter dem Gitter steht - leicht nach vorne gebeugt- die Figur eines Geißelheilands. Der nur mit einem Lendentuch bekleidete Jesus ist mit Handschellen an die Geißelsäule gebunden, die aber nicht rund ist, wie üblich, sondern die Form einer Docke hat (wie sie früher an den Kommunionbänken verwendet wurden).

Geißelheiland
Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In unsere Gegend gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstel-lungen setzte erst 100 Jahre später nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche bei Steingaden wurde gebaut.

Frühere Figuren

Apostelfiguren
Aus den Kirchenrechnungen geht hervor, dass früher in der Kirche Figuren der Apostel gestanden haben:
11)

1716 - wird von einer Lieferung von lebensgroßen Statuen von Christus als Welterlöser, von Maria und 11 Aposteln berichtet.
          Sie waren von Josef Krenauer mit einer Alabasterfassung (=weiß) und Goldrand versehen worden.
1873 - hat man 12 Apostelfiguren aus Steinguss von der Mayer'sche Hofkunstanstalt erworben und sicher auch in der Kirche
          aufgestellt. Dabei dürfte man die Figuren von 1716 ersetzt haben. Wann man auch sie wieder entfernt hat und wo
          sie (und die alten Figuren) sich heute befinden, ist mir nicht bekannt.

Marienfigur
Als 1955 die neue Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt errichtet wurde, kamen einige Bildwerke von der alten Pfarrkirche St.Peter und Paul in die neue Kirche. Darunter war auch eine spätgotische Muttergottesfigur, die als Himmelskönigin dargestellt wird, mit einem Mond zu ihren Füßen, in der theologischen Aussage ähnlich der Marienfigur auf dem linken Seitenaltar.

Sakristei

Die kleine, doppelstöckige Sakristei wurde im Jahr 1700 im Nordosten an den Übergang zwischen Chor und Kirchenschiff angebaut.
  
Türbeschlag
Dort werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften aufbewahrt. In der Sakristei ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig bzw. geweiht".

Die Türe zwischen der Sakristei und dem Kirchenraum besitzt noch ein altes Schloss und alte Beschläge mit Akanthusmuster; sie könnten aus der Erbauungszeit stammen.

Türschloss


Die Chorglocke (Sakristeiglocke) neben dem Sakristeizugang mit denen das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes gegeben wird), dürfte aus der Zeit des Historismus stammen und wohl bei der Umgestaltung
1895 eingebaut worden sein.

Chorglocke/Sakristeiglocke

Es handelt sich um eine kleine Glocke, die mit einer gedrehten Stange geläutet wird. Besonders kunstvoll ist der Griff am unteren Ende gestaltet.

Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Altarraum betreten.



Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar ist ein großer, einfacher Tisch aus der Zeit um 1980.


Zelebrationsaltar und Ambo
Aus der gleichen Zeit stammt der Ambo in zeitloser, zweckmäßiger Form.
Hinweis: In der Anfangszeit des Christentums konnte zur Eucharistiefeier zunächst jeder beliebige Tisch dienen, doch bereits im 4. Jh. wurde ein fester Altar in die Kirchen eingebaut. Er war frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabeln) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.  

Hinweis: "Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes' ein hoher Rang zukommt", heißt es in der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacrosanctum concilium (SC 124).

Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel.

 

Langhaus / Kirchenschiff

Das Langhaus oder Kirchenschiff verdankt sein heutiges Aussehen den großen Restaurierungen von 1962 u. 1984. Damals wurden:
- die Raumschale neu gestaltet,
- bisher an der Außenwand angelehnten Seitenaltäre über Eck aufgestellt
- die Deckengemälde und der Deckenstuck übermalt
- die Kanzel, die Glasgemälde in den Fenstern und die Kommunionbank entfernt
- die Altäre und Figuren neu gefasst (=bemalt bzw. marmoriert)
- eine neue Bestuhlung mit breiten Bänken ohne Mittelgang eingebaut
- eine neue Orgel aufgestellt.
11)

Die Flachdecke des Kirchenschiffs ist seit 1962 nicht mehr bemalt. In diesem Jahr hat man das Deckengemälde "Mariä Himmelfahrt" von Max Bernatz aus München und den Deckenstuck von Leopold Ulseß aus München entfernt. Das Deckengemälde war eine 32 qm große Kopie von Peter Candids Altarblatt am Renaissancealtar, der von 1622 bis 1860 in der Münchener Frauenkirche stand. 11)


Seitenaltäre
11)

Linker Seitenaltar
(Marienaltar)
Die Seitenaltäre wurden erst in den Jahren 1723/24 von Kistler Lukas Schäffler aus Neuhausen errichtet, als die vom Bau erschöpften finanziellen Mittel wieder aufgefüllt waren.
Sie sind seit 1962 schräg in die Ecken zwischen Außenwand und Chorbogen gestellt; vorher waren sie an die Außenwand angelehnt, damit der Blick zum Hochaltar frei bleibt.
Die Retabel (Altaraufbauten) sind grau-rot marmoriert. Vier Holzsäulen stützen das dreistöckige, vorkragende Gebälk, das im Aufsatz ovale Schrifttafeln umgibt.
In den goldumrahmten Mittelnischen stehen Figuren der Altarpatrone.
Die Predellen sind mit Bandlwerk verziert, das in der Zeit der Régence (1715-1730) beliebtes Schmuckornament war.


Rechter Seitenaltar
(Josefsaltar)


Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist ein Marienaltar. Das Patronat ist in der Inschriftenkartusche im Altaraufsatz genannt: "Altare Sanctae Mariae Sacratum".


In der Mittelnische steht die barocke Figur einer Muttergottes. Die Historiker Bezold und Riel schrieben 1898: "...eine gute, lebensgrosse Madonna (das Kind modern ergänzt) aus dem 17.Jh..."
07)

Die auf Gewölk stehende Maria ist in das traditionelle blau-rot-goldene Gewand gekleidet. Sie wird
- als Himmelskönigin und
- als apokalyptische Frau dargestellt.


Muttergottes
An die Himmelskönigin erinnern die barocke Krone auf dem Haupt und das Zepter in der Hand. Das Jesuskind auf dem linken Arm hält die dritte Insigne der Königsherrschaft, den Reichsapfel.

An Maria als apokalyptische Frau weist die Mondsichel zu ihren Füßen hin. In der Offenbarung Kap.12, Vers 1 heißt es: "Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen ..."


Rechter Seitenaltar
Der linke Seitenaltar ist ein Josefsaltar wie die Inschriftenkartusche im Altaraufsatz ausweist: "Altare Sancto Joseph Sacratum".
Die Figur in der Mittelnische ist nicht so alt wie der Altar. Sie wurde erst 1962 eingefügt. Die barocke Josefsfigur mit Wanderstab hat man damals vom Altar an die rechte Seitenwand des Kirchenschiffs verlegt. 11)

St.Josef
St.Josef ist als junger, kräftiger Mann dargestellt. Das ist in der Kunst erst seit wenigen Jahrzehnten möglich. Denn früher sollte das Aussehen als Greis die sexuelle Enthaltsamkeit in der nach ihm benannten "Josefsehe" leichter erklärbar machen.
Josef war über Jahrhunderte Patron für einen guten Tod. Patron der Handwerker und Arbeiter wurde er erst 1955. Seitdem wird er meist mit Hobel und Zirkel dargestellt. Gedenktag: 19. März

 

Kirchenbänke 11)

Die Kirchenbänke (Blockbestuhlung mit zwei Seitengängen) stammen aus dem Jahr 1962.
Sie wurden damals an der Stelle einer früheren zweigeteilten Bestuhlung mit Mittelgang eingebaut. Sie bieten rd. 90 Besuchern Platz.

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Apostelkreuze und
 Apostelleuchter

Zwischen den Kreuz-wegbildern sind an der Wand die Apostel-kreuze und -leuchter angebracht; sie erinnern an das in der Apokalypse(21,14) beschriebene himmli-

Apostelkreuz
sche Jerusalem, dessen
Mauern auf
zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. Die Kerzen auf den Apostelleuchtern werden erstmals bei der Weihe der Kirche und des Weiteren an großen Festtagen angezündet.
Die Enden des Apostelkreuzes in Allach sind in stilisierter Lilienform gestaltet. Lilien und Kreuz sollen Schöpfung und Erlösung symbolisieren.
17)



Kreuzwegbilder

An den Wänden des Kirchenschiffs hängen die Kreuzwegbilder aus dem 19.Jh.
1962 waren sie abgehängt und durch ältere (und kleinere) Bilder (Kupferstiche) aus dem Jahr 1784 ersetzt worden, die aus Graubünden stammen sollen. Allerdings hingen diese Kupferstiche nicht an den Wänden, sondern an der Emporenbrüstung.
Um das Jahr 1990 hat Hans Zimmermann die Gemälde aus dem 19.Jh. wieder entdeckt und restauriert. Die Kupferstiche wurden an die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt abgegeben und die restaurierten Bilder wieder in St.Peter und Paul aufgehängt.


Kreuzwegbilder 19.Jh.

Wer die Bilder gemalt hat, ist mir nicht bekannt. In ihrer Konzeption (Zahl und Positionierung von Personen sowie deren Gestik) ähneln sie sehr stark den Bilder in der Kirche von Weyhern, die von Balthasar Kraft (1820-1889) aus Pfaffenhofen/Ilm im Jahr 1858 geschaffen worden sind.
1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Hinweis: Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen.

Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern.
Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten die Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve "Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll" diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.




Vera-Icon-Bild


An der Westseite des Kirchenschiffs hängt ein Gemälde mit dem Antlitz Christi auf dem Schweißtuch der Veronika. Wie dieser Abdruck zustande kam, wird in der 6.Station des Kreuzwegs erzählt.
In der Bibel ist die Begebenheit nicht enthalten. Erst im 12. Jh. kam in der römischen Kirche die Legende auf, nach der Veronika ihr Tuch Jesus auf dessen Weg nach Golgota gereicht habe, um Schweiß und Blut abzuwischen. Damals entstand in Rom ein Bild der Veronika mit dem Schweißtuch, das im Mittelalter weite Verbreitung fand und so die Legende bis in den Kreuzweg hinein beförderte. Der Name Veronika leitet sich von der lateinischen Bezeichnung vera icon = wahres Abbild her. Festtag Veronika: 4. Februar


Vera-Icon-Bild

 

Empore und Orgel 11)

Die Empore besteht ganz aus Holz. Sie wird durch zwei schlanke Holzpfeiler gestützt. Ihre Brüstung ist durch geschuppte Pilaster gegliedert und geziert.
Früher hatte die Kirche eine Doppelempore. Der obere Teil wurde bei der großen Neuausstattung der Kirche in der Zeit um 1895 abgetragen.

Die Orgel steht vor der in die Empore ragende Turmmauer.
Der fünfteilige Orgelprospekt wurde vom Münchner Architekten Hans Schedl nach alten Vorbildern entworfen.


Orgelprospekt

Das Orgel-Instrument ist relativ neu. Sie wurde 1984 von der Fa. Gebr.Späth aus Mengen-Ennetach (bei Sigmaringen) erstellt, die sechs Jahre vorher schon die Pfarrkirche mit einer Orgel ausgestattet hatte.
Die Orgel in St.Peter und Paul hat 2 Manuale und 1 Pedal, 18 Register und 853 Pfeifen (davon 737 aus Metall und 116 aus Holz).

Schon 1706 besaß die Kirche eine Orgel.
Es war ein gebrauchtes Orgelpositiv, das vorher in der Pfarrkirche St.Jakob in Dachau gestanden hatte.

         Allgemeines zur Orgel.
Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh. wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.




Quellen

01) Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, herausg.v.historischen Verein von und für Obb.-1843
02) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
03) Filialkirche St.Peter und Paul, Internetseite der Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing,
04) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.54)
05) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
06) Geographisch-Statistisch-topographisches Lexikon von Bayern, Bd.I, S.24-26, Ulm 1796
07) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895, Seite762
08) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
09) Wikipedia-Eintrag für Peter und Paul (Allach), Zugriff 2016 (Umbau 1315)
10) KulturGeschichtsPfad der Landeshauptstadt München Stadtbezirk 23: Allach-Untermenzing, S.42
11) Lothar Altmann, Kunstführer St.Peter und Paul Allach, 1995
12) Geschichte des Landkreises Dachau, Blick in die Kreisgeschichte, Zugriff 2016
13) Künstlerindex des Auktionshauses Michael Zeller, Lindau sowie 'Madonna von Jeziskem', Zugriffe 2016
       Der Maler und Restaurator Max Bernatz, geb. 1862 in Aitrang/Schwaben studierte an der Kunstakademie in München
       bei Straehuber, Otto Seitz und Andreas Möller, der ihn auch in religiöser Malerei unterrichtete. 1917 wurde
       er zum Kgl. Professor ernannt. Seine erste Ausstellung organisierte er 1891. Bernatz war hauptsächlich in Augsburg und
       München tätig, auch wenn er 10 Jahre später, 1905, in Hof den Altar der berühmten Hospitalkirche restaurierte. Der
       Künstler starb 1932 in München.
14) Werner Ebnet, "Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten", 2016 (Josef Zimmermann)
       Malermeister Josef Zimmermann (geb. 1892 in Untermenzing, gest. 1975 in München), studierte bei Becker-Gundahl
       und Carl Johann. Zimmermann eröffnete eine Malerbetrieb, mit dem er Dekorationsmalereien schuf, Kirchenrestaurationen
       durchführte, Fresken freilegte und alte Bauernmöbel restaurierte. In seiner Freizeit malte er auch Bilder. Zimmermann ist
       auf dem Friedhof von Allach begraben.
15) Internetseite "Zur Allacher Mühle", Zugriff 2016
16) Internetseite Grabhügelsuche in der Allacher Lohe, Zugriff 2016
17) Pfr. Josef Mayer, KLB-Gottesdienst in Jedenhofen, am 30.12.2011 (Lilien u.Kreuz)
18) Internetseite des Pfarrverbands Karlsfeld, Zugriff 2016 (Karlsfeld-West)
19) Deutsche Digitale Bibliothek-StAM, RMA Mch Unterbehörden 3100, Pfleggericht Dachau A 130; HStA GL DAH 284
20) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (1630, 1640)
21) Martin von Deutinger, Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate, 1820
22) Peter Pfister, Von Arbeo zum Internet, Katalog zur Ausstellung "75 Jahre Diözesanarchiv Mch/Freising", 1999
23) Albert Pfretzschner, Erweiterung und Neubau der Kirche St.Peter und Pau in Allach um 1700, Amperbote, 1994
24) Dr.Gottfried Mayr, 1200 Jahre Röhrmoos, Glonn und Allach, Amperland 1974/4 (Gründungsurkunde)
25) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.697)
26) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, 1225 Jahre Röhrmoos Glonn und Allach, Amperland 1999


52 Bilder: Hans Schertl

9.3.2018


Kirche in Allach
in "Kunstdenkmale des Königreichs Bayern"
von Bezold/Riel, 1895
07)

"Der im Aufbau etwas schwerfällige Hochaltar ist für die stilistische Entwicklung zu Anfang des 18.Jh. (geweiht laut Inschrift 1710) nicht uninteressant; auf ihm die gut lebensgrossen Holzstatuen von Peter und Paul in der Mitte, von St.Wolfgang und einem anderen Bischof an der Seite. - Aus gleicher Zeit (1708 geweiht) stammen die beiden Seitenaltäre, auf deren nördlichem sich eine gute, lebensgrosse Madonna (das Kind modern ergänzt) aus dem 17.Jh. befindet. Auf der Südseite des Schiffes: Christus am Kreuz. Lebensgrosse, gute, bemalte Holzfigur, Anfang des 18.Jh.    
R(iel)

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    Beschreibung von Allach 1843   01)
vom historischen Verein von und für Oberbayern

Nach einer Beschreibung aus dem Jahr 1843
"weiset der Ort Allach bis auf die Zeiten der Karlowinger zurück. König Pipin (714-768), Karl des Großen Vater, hielt während seiner Anwesenheit in Bayern sich mehrmal hier, wie auf dem Berge zu Freysing, auf. Wahrscheinlich befand sich also schon damals ein Schloß zu Allach. Als Hitto Bischof zu Freising war (811-834), übergaben Graf Engilhard und seine Hausfrau alle ihre Besitzungen in Ahaloh (Allach) der Freysinger Kirche, an welcher damals noch Mönche statt der nachmaligen weltpriesterlichen Dom- oder Chorherrn sich befanden, mit Vorbehalt des lebenslänglichen Genusses dieser Güter als Benefizium.
In neuerer Zeit (= letzte Jahrhunderte) wurde der Ort eine churfürstliche Hofmark, in welcher Eigenschaft er in der Mitte des vorigen Jahrhunderts von Graf Zech in seinen Anzeigen aufgeführt sich findet. In der zweiten Hälfte des eben gedachten Jahrhunderts (=18.Jh) wurde der Ort rühmlich bekannt durch eine mildthätige Gesellschaft, welche ganz verarmte oder mittellos gewordene Kinder daselbst erziehen ließ, und im Jahre 1779 vom Chrufürsten Karl Theodor bestätiget wurde. Ihre Entstehung hatte sie zuvörderst dem wohlthätigen Sinn und Unternehmungsgeiste des Stadtraths und Weingastgebers zu München, Franz Albert, zu danken. Dieses am Würmfluß, eine Stunde von Aubing entlegene Dorf bildet eine eigene Gemeinde. Die Gotteshäuser St.Paul und St.Johann daselbst waren aber nach Zimmermanns geistlichem Kalender vom Jahre 1754 damals schon Filialen der Pfarr Aubing. Dermal (= 1843) gehört der Ort unter das neu gebildete Landgericht München."

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Urkunde von 772/80
        mit der ersten Erwähnung der Kirche St.Peter in Allach
   04)

Die Urkunde betrifft eine Schenkung. Mit ihr haben die Grundbesitzer Helmperht, Cunzo, Hetti u.a. die von Priester Kerolt gebaute Peterskirche an der Würm mit Grundstücken und mit Unfreien ausgestattet und ihr mit den Einkünften daraus den finanziellen Fortbestand gesichert. Ein genaues Datum ist nicht genannt. Die Schenkung erfolgte in der Regierungszeit des Freisinger Bischofs Arbeo (764-783). Da einer der Schenker, Cunzo, erst seit 772 bekannt ist, grenzt der Historiker Theodor Bitterauf die Ausstellungszeit der Urkunde auf die Jahre 772 bis 780 ein.

Abschrift der Originalurkunde
 
Transscription

 

TRADITIO KEROLTI PRESBITERI
ET LANFRIDI FRATRIS EIUS ET ALIORUM FIDE-
LIUM DE LOCO QUOD DICITUR AD UUIRMA


 In nomine domini nostri Jesu Christi. Ego quidem  
 Helmperht tradidi tam pro remedium

 anime mea quam et pro filio meo nomine
 Cunzo seu etiam pro uxore mea nominefont
 .. unum servum cum colonia sive etiam cum tota
 
familia ipsius servi et nomen Inguni.
 
Tradidi eum ad  ecclesiam beati Petri apostolorum
  pricipis quae constructa est in loco quod dicitur ad
  Uuirma (=Würm). Similiter etiam ego
  Hetti tradidi ad eadem ecclesiam propriam
  hereditatem meam pro remedium anime mee,
  hoc est Adalker cum sua familia. Leotholf
 
cum ipsius familia et desuper quartam partem
  terre mee quae ad me pertinebat. Similiter
  autem ego Kysalni tradidi servum meum nomine

   
  Liuprat cum colonia sive cum familia ad eadem
 
basilicam. Similiter ego Uualdker tradidi
 
proprium servum meum nomine Ratker ad
 
ipsam supra scriptam ecclesiam beati Petri cum
 
colonia sive cum familia et desuper tertiam
 
partem terre mee quam ad me pertinebat.
 
Ipsam basilica aedificavit Kerolt presbiter
 
et Uualdker pater ipsius et invitaverunt
 
illuc Josephum episcopum, ut ille hanc basilicam
 
dedicasset. Ita t fecit et habuit eam Kerolt
 
presbiter usque in finem vite sue. Ipse Kerolt presbiter
 
hanc basilicam tradidit in episcopatum sancte
 Marie in manus Arbioni episcopi sive etiam
 
quicquid aliud de propria heredidate
 
habuit totum ex integro sancte Marie semper
 
virgini tradidit in loco Frigisinga in
 praesentia domni Arbioni episcopi. Similiter vero
 
ego Lantfrid persbiter frater Kerolti presbiteri tradi-
 
di et confirmavi, ut firmiter permaneat ad
 
domum sancte Marie usque in perpetuum.