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Pfarrkirche St. Alban in EISENHOFEN



Adresse: 85253 Erdweg, Kirchenstraße 12
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Eisenhofen wurde urkundlich erstmals im Jahre 802 als Usinhusun genannt.

Die Filialkirche St.Alban in Eisenhofen (Pfarrei Erdweg) -erstmals im Jahre 1101 erwähnt- erhielt 48 Jahre nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg, im Jahr 1680 ihre derzeitige Gestalt. 

Der Turm und der eingezogene Chor stammen noch von der Vorgängerkirche, die zu gotischer Zeit (1.Hälfte 15.Jh) errichtet worden war. Von der Kirche aus dem Jahr 1101 sind wahrscheinlich nur noch die Fundamente erhalten.

Das Kirchenschiff wurde 1885 um die Emporentiefe erweitert und besteht nun aus fünf Jochen.

Renovierungen wurden in den Jahren 1934, 1976 und 1989 durchgeführt.

In der Vorhalle (1 9.Jh) ein Glasschrein mit 3 Totenschädeln, die von den "drei hl. Fräulein" stammen sollen. 

Der Sattelturm hat einen vierfach getreppten Stufen-Giebel. Am First ist eine Vorrichtung angebracht, die den Störchen den Nestbau erleichtert.

Innenausstattung

Die Gewölbedecken des breiten Altarraum und des Kirchenschiffs sind mit Gemälden aus dem Jahr 1764 geschmückt. Künstler war der berühmte Johann Georg Dieffenbrunner aus Augsburg, der 3 Jahre vorher zusammen mit Matthäus Günther die Indersdorfer Klosterkirche ausgemalt hatte.

Das Deckenfresko im Altarraum zeigt das Grabwunder des hl.Alban. Im Langhaus ist die Enthauptung des Kirchenpatrons zu sehen. Gerahmt wird das Deckengemälde durch gemalte Stuckdekoration.

Der Hochaltar hat eine offene Säulen-Baldachin - Architektur mit reichem Blumengerank. Mittelpunkt ist eine Kreuzigungsgruppe (1760): Christus am Kreuz, darunter stehen nicht wie sonst Maria und der Apostel Johannes, sondern St.Sebastian und Johannes der Täufer.

Altaraufsatz Apostelleuchter Apostelleuchter Deckenfresko St.Johannes der Täufer St.Sebastian Kanzel Kirchenbänke Kirchenbänke Pieta Franziskus-Altar Marienaltar Vergrößerung von 11 Details (Figuren, Altäre, Kanzel, Decke) per Mouseklick

Die längs gestellten Seitenaltäre sind dem hl.Franz Xaver und der Muttergottes geweiht.

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Ausführliche Beschreibung 
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte des Orts

Die Ortschaft Eisenhofen dürfte um 700 entstanden sein. Schriftlich ist es erstmals in einer Urkunde des Bischofs Atto vom 21.Mai 802 als "Usinhusun" d.h. Häuser des Uso (also Eisenhausen), erwähnt. Damals schenkten die Priester Wenilo und Helmker mehrere Besitzungen, darunter auch in Eisenhofen gelegene, dem Dom zu Freising. Als Wenilo im Jahr 837 weitere Güter der Kirche vermachte, wurde der Ort in der Urkunde "Usinhofun" (also Eisenhofen) genannt.

Seit dem 11.Jh ist der Ort als Edelmannssitz bekannt. Zwei Römerstraßen, eine aus dem Osten und eine aus dem Süden trafen sich hier, um gemeinsam nach Augsburg zu führen.

Im Jahr 1568 veröffentlichte der Kartograph Philipp Apian 24 Landtafeln, die zusammen eine Landkarte (im Maßstab 1:144.000) des noch mittelalterlichen Bayern bildeten. Die Genauigkeit der Landkarten wurde erst im 19. Jh übertroffen; noch Napoleon benutzte sie für den Einmarsch in Bayern.
In der Karte und in der begleitenden Landesbeschreibung sind nur die bedeutendsten Orte mit Gebäuden dargestellt. Es sind, wie Dr.Peter Dorner schreibt, authentische Ansichten der betreffenden Schlösser und Burgen. Zudem ist die Bedeutung berücksichtigt: je wichtiger das Schloss oder der Schlossherr, desto größer die Zeichnung. Die (in Hof gelegene) Burg Eisenhofen ist viel größer abgebildet, als es ihrer territorialen Bedeutung entsprach. Das lag an den Besitzern, Leonhard von Eck, dem Ratgeber des bayer. Herzogs und seinem Sohn Oswald.

Apian schreibt dazu: "Eisenhofen liegt auf einem Hügel und ist eine hervorragende und stattliche Burg. Der derzeitige Besitzer ist Oswald von Eck, der Sohn Leonhards, der durch viele Gebäulichkeiten die Burg verschönert hat".

Auf der Zeichnung sind der mit vielen Fenstern und einem Stufengiebel ausgestattete Hauptbau, die Arkaden des Seitentraktes, die Türme mit Zinnen und Zwiebel und die Mauer um die Anlage deutlich zu erkennen.

Oswald von Eck wurde Protestant. Er geriet in Schulden und musste das Schloss verkaufen. 1622 kam es an die Freisinger Bischöfe, die hier bis zur Säkularisation (1803) ihre Sommerresidenz hatten.


Eisenhofen auf der Landkarte v.Apian 1568


Eisenhofen in der Landesbeschreibung v.Apian

Geschichte der Kirche

Im Jahr 1101 (also kurz vor Fertigstellung der Petersberg Basilika 1107) wurde  in Eisenhofen eine Kirche als Filiale von Hirtlbach errichtet.

In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist Eisenhofen nur indirekt erwähnt. Die Pfarrkirche von Hürtelbach habe ein Filiale, heißt es dort. Der Name der Filialkirche ist zwar nicht genannt; doch es dürfte sich zweifelsfrei um Eisenhofen gehandelt haben. Die Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 nennt den Patron der Kirche, St.Alban (Hirtlbach.."habet filiam ecclesiam s.Albani in Eisnhofen").

In spätgotischer Zeit, d.h. im 15./16. Jh wurde eine neue Kirche gebaut. Von dieser Kirche ist noch der Chor erhalten.

Nach der Zerstörung der Kirche im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kirchenschiff im Jahre 1680 neu errichtet

Firmung 1704
Der 3.September 1698, der 15. Oktober 1700 und der 21.Mai 1704 waren große Feiertage für die Pfarrgemeinde Hirtlbach und insbesondere für die Filial-Kirchengemeinde Eisenbach. An diesen Tagen war jeweils der Fürstbischof Johann Franz von Eckher zu Gast. Er spendete 1698: 425 Kindern, 1700: 94 Kindern und 1704: 370 Kindern das Sakrament der Firmung. Die Kinder kamen sicher nicht nur aus Eisenhofen, sondern aus der ganzen Umgebung. Bischof Eckher verbrachte immer wieder einige Tage in seinem Schloss Hof. Dies war eine gute Gelegenheit, um Firmungen in der nur 2 km entfernten Kirche von Eisenhofen durchzuführen.
Die große Zahl der Firmlinge ist darin begründet, dass ab 1652 nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger Bischofsthron saßen, die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. Nach 40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung, für den nach so langer Zeit ohne Firmungen viel zu tun war.

Altarweihe 1707
Drei Jahre später, am 18.7. 1707 kam der Fürstbischof wieder und weihte zwei Altäre (der dritte Altar wurde am 23.10.1715 geweiht). Es war der Beginn einer intensiven Weihe-Reise, die den Bischof in dieser Juliwoche während seines Urlaubs im Schloss Hof durch das Gebiet unseres heutigen Landkreises führte:
19.Juli Altomünster, 4 Altäre 22.Juli Niederroth, 3 Altäre, Firmung 24.Juli Schwabhausen,3 Altäre, Firmung
20.Juli Oberzeitlbach, 2 Altäre   Weyhern, 1 Altar   Edenzholzhausen, 1 Altar
  Kleinberghofen, 3 Altäre, Firmung 23.Juli Oberroth, 4 Altäre, Firmung 25.Juli Welshofen - 3 Altäre, Firmung
21.Juli Westerholzhausen, Kirche, 4 Altäre   Armetshofen, 1 Altar    


Schmidt'sche Matrikel 1738/40
In den Jahren 1738/40, hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Albani in Grossen-Eisenhoffen" der Pfarrei Hirtlbach bemerkte er, die Kirche sei eine durchschnittliche Landkirche mit drei Altären. Der Hochaltar sei dem heiligen Martyrer Alban geweiht, die Seitenaltäre der Jungfrau Maria und dem hl.Kreuz. Das Kirchweihfest werde am Sonntag vor dem Fest des hl.Augustinus gefeiert. In der Sakristei seien ausreichende Messgewänder vorhanden. Im Friedhof stehe ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.

Im Österreichischen Erbfolgekrieg (1742-1748), als Österreichische Hilfstruppen unser Gebiet plünderten und verwüsteten, blieb Eisenhofen verschont, weil der Fürstbischof von Freising, der damals Hofmarksherr war, eine Schutztruppe hierher verlegt hatte.

Im 18.Jh., wohl um 1760, wurde die Kirche barockisiert.

Beschreibung 1880
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1880 ist im Kapitel über die Pfarrei Hirtlbach auch die Kirche von Eisenhofen enthalten. Eisenhofen liege in schöner Lage an der München-Aichacher Landstraße. Im Dorf wohnten 150 Seelen (in 48 Häusern). Über die Kirche schreibt er: "Erbauungsjahr 1101. Restaurirt 1865. Styl romanisch. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht die Kirche. Sattelthurm mit 3 Glocken: die große mit der Aufschrift 'Agabitus Hubinger in Augsburg goß mich 1820'; die kleine Glocke: 'W.Hubinger in München goß mich 1842'. Kirche consecrirt. Patron St.Alban (21.Juni). 3 Altäre. Neue Orgel mit 6 Registern. Sonntagsgottesdienste im Wechsel mit der Pfarrkirche. Stiftungen 25 Jahrtage, 14 Jahrmessen. Meßner ist ein Gütler, Cantor der Lehrer von Hof. Kirchenvermögen: 24.900 Mark".

Wiederum 100 Jahre später, 1885, verlängerte man das Langhaus nach Westen und fügte eine Empore hinzu.

Die letzten Renovierungen fanden 1934, 1976 und 1989 statt. 

Hofmarksherren
In der Zeit vom 15. bis zum Beginn des 19.Jh war Eisenhofen eine Hofmark, deren Besitzer einen mehr oder minder großen Teil der Kirchenbau- und -renovierungskosten trugen. Die Hofmarksherren waren
vor 1497: die Herren von Weichs
ab  1497:  die Wittelsbacher
ab  1506:  Dietrich von Plieninger zu Schwabeck
um 1520:  Dr.Leonhard Eck, der bayerische Kanzler
ab  1564:  die Brüder Furtenbach
von 1622: bis 1803 die Freisinger Fürstbischöfe. Der erste Fürstbischof war übrigens der aus Arnbach stammende Veit Adam
              von Gepeckh (bis 1651).
Dietrich von Plieningen war durch Kauf in den Besitz der Hofmark gekommen. Er war einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit.
Sein Nachfolger Leonhard von Eck war ein bedeutender Politiker. Geboren zu Kehlheim, gestorben zu München am 17.3.1550. Im Jahr 1519 war er bayerischer Kanzler geworden. In seiner Amtszeit war er bestrebt, von Bayern den Bauernkrieg und den Protestantismus fern zu halten, was ihm auch gelang. Der bayerische Herzog Wilhelm IV. pflegte zu sagen, ohne Eck wäre ihm das Leben bitter.

Kirchenbau

Die Kirche liegt an am südwestlichen Ende der Ortschaft inmitten eines ummauerten Friedhofs über den Glonnauen.

Der 2-jochige Altarraum, der in drei Seiten eines Achtecks schließt und das lange, 5-jochige Kirchenschiff werden von insgesamt 14 Fenstern erhellt. Die 1865 erfolgte Verlängerung um 2 Joche
ist an der geringeren Mauerstärke zu erkennen.

Da der Chor nicht eingezogen ist und somit das Dach Chor und Kirchenschiff gleichmäßig überdeckt, wirkt die Kirche in ihren Proportionen sehr langgestreckt.

Schon seit mindestens 1524 ist die Kirche dem hl.Alban geweiht. Dies berichtet die Sunderndorfer'sche Matrikel, die erste Aufzeichnung aus dem Bistum Freising, die u.a. die Kirchenpatronate zum Inhalt hat.

Der Sattelturm steht an die Nordseite zwischen Chor und Langhaus. Im  unteren Teil ist er durch Blendlisenen gegliedert. Die schmale Fensteröffnungen und spitzbogige Klangöffnungen stammen noch aus früherer Zeit. An der Nord- und der Ostseite (also zum Dorf hin) sind die Ziffernblätter der Uhr angebracht.
Das Dach besitzt einen auffälligen Treppengiebel mit 4 Stufen. Auf dem Turm ist eine große Vorrichtung angebracht, die den Störchen den Nestbau erleichtern soll. Allerdings haben dort oben schon lange keine Störche mehr gebrütet.
Im Turmuntergeschoss ist die Sakristei untergebracht. In ihr ist noch das spätgotische Kreuzgratgewölbe erhalten.
Der Zugang zur Kirche von Westen ist durch eine Vorhalle aus dem 19.Jh vor Witterungseinflüssen geschützt.

 

Innenausstattung

Altarraum

Der mit 3 Achteckseiten geschlossene Altarraum ist nicht eingezogen. Durch die vielen Rundbogenfenster und den schmalen Chorbogen wirkt er hell und geräumig. Er ist von einem Kreuzgratgewölbe (mit sieben Stichkappen über den Fenstern) bedeckt.  Die Stichkappen sind zart ocker gefärbt und mit gemalten Rocaille-Kartuschen und seitlichen Blumengehängen verziert.
Diese Dekorationsmalerei rund um die Hauptgemälde wurde wahrscheinlich aus Kostengründen in Auftrag gegeben, weil Malerarbeiten günstiger waren als Stuckaturen.   

Deckengemälde

Der Maler in Eisenhofen war Johann Georg Dieffenbrunner (1761) aus Augsburg. Das 4,60 x 3,40 m große, vierpassförmige Hauptfresko in der Mitte des Altarraums zeigt das Grabwunder des hl.Alban. Zwei große Engel halten den schweren Deckel eines Sarkophages hoch. Von rechts kommt der enthauptete Heilige im Priestergewand und trägt sein verklärtes Haupt in den Händen. Über der Szene schweben Engel.
Links und rechts wird das Gemälde von zwei Rocaillekartuschen mit Goldbrokathintergrund flankiert, in denen Putten auf das Hauptgemälde weisen.
  Hinweis: Alban war der Überlieferung nach Priester und predigender Kämpfer gegen den Arianismus, der die Göttlichkeit von Jesus leugnete. Von Rom wurden sie zu Ambrosius nach Mailand gesandt, über Gallien zogen sie weiter nach Augsburg und schließlich nach Mainz. Dort setzten sie den vertriebenen Bischof Aureus wieder ein, doch die eingefallenen Vandalen  ergriffen ihn bei ihrem Sturm auf die Stadt im Jahr 406 und enthaupteten ihn. Die Legende berichtet, wie er sein Haupt genommen habe, um es an die Stelle zu tragen, wo er begraben werden wollte. Albans Grab wurde angeblich bei Ausgrabungen im Süden von Mainz gefunden.

 

Hochaltar / Choraltar

Der elegant wirkende Hochaltar ist eine raumhohe Säulen-Baldachin-Architektur aus grau und rot marmoriertem Holz. Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb ist die Säule vor allem an Altären eine beliebte Bauform. Der Baldachin symbolisiert schon seit dem Altertum Würde und Heiligkeit der darunter stehenden Gestalt. Vier Rund- und zwei Ecksäulen umrahmen - verbunden durch Bögen mit vergoldeten Vasen und Rocaillen- eine gute Schnitzgruppe aus der Zeit um 1760: Christus am Kreuz; zu seiner Rechten Johannes der Täufer mit Kreuzstab in den Händen und einem Lamm zu seinen Füßen. Auf der linken Seite der hl Sebastian mit Ritterhelm und Pfeilen.

Zentrale Figur des Hochaltar ist Christus am Kreuz. Das über zwei Meter hohe Kruzifix dürfte aus dem frühen 19.Jh stammen. Es handelt sich um einen Viernageltypus, das heißt, die Füße Jesu sind mit zwei statt wie sonst üblich nur mit einem Nagel am Kreuzesholz befestigt. Der Corpus ist mit einer guten Inkarnatfassung (d.h. jede Körperpartie hat ihre eigene Farbe) versehen.
  Hinweis: Ein Kruzifix (crux= Kreuz, fixum= angeheftet) ist die Darstellung des am Kreuz hängenden Christus. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus (Körper) des Gekreuzigten angebracht, weil die Kreuzigung als eine schändliche und würdelose Art der Hinrichtung galt (wie vor kurzem bei uns der Galgen). Auch in der jüdischen Tradition war nach dem Alten Testament (Buch Dtn 21,22) jeder Gekreuzigte (ans Holz Gehängte) ein "von Gott Verfluchter". Ab dem 4.Jh wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden oder toten Gekreuzigten, und damit die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.
Johannes (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes, und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet.

  Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein.  Der heilige Sebastian wird deshalb  als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.


Der Rokoko-Tabernakel aus rot und grau marmoriertem und teilweise vergoldetem Holz besitzt eine leicht konkave, vergoldete Türe mit Kelchrelief. Auf ihm steht das o.a. große Altar-Kruzifix.


Auf den das Kruzifix umrahmenden Bogen ist der Aufsatz des Hochaltars gestellt. Er zeigt das sog. Auge der Dreifaltigkeit im Strahlenkranz, umgeben von einem Dreieck und von sieben Engelsköpfen.  Das Auge im Dreieck als Darstellung der Dreifaltigkeit in ihrer Allgegenwart und Allwissenheit hat sich in der Kunst unserer Gegend erst im 18.Jh verbreitet. Aus der frühchristlichen und mittelalterlichen Kunst ist es unbekannt.

Reliquien
Zu den Füßen des Altarkreuzes stehen auf der Predella zwei vergoldete  Reliquien-Schaugefäße, sog. Reliquienpyramiden in den geschwungenen Formen des Rokoko. Die Gefäße bestehen aus vergoldeten Holz. Die -mit Sockel- 82 cm hohen Pyramiden enthalten neben den Reliquien (Halb)Edelsteine und ornamentalen Schmuck aus Silberblech, sowie  Filigranarbeiten aus Gold- und Silberfäden (z.B.Golddrahtblüten).

Auf kleinen Pergamentstreifen (Cedulae) sind die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen verzeichnet: S.PLACIDI, S.TRNQUILI, S.NONOSUS, S.CLARUS, S.PECIOSUS M., S. GAUDENTIUS, S.SIMPLICIO M., S.GAUDIOSUS, S.PATIENS, S.GENEROSI.
Dazu drei Darstellungen des Lamm Gottes (sog.Agnus Dei) aus Wachs.

  Hinweis: Reliquien (lat. reliquiae = Überrest) waren in früheren Jahrhunderten sehr wertvoll und wurden von den Herrschenden gesammelt wie heute Kunstgegenstände. Die Gläubigen verehrten in der Reliquie den Heiligen selbst. Damit wurde in der christlichen Kirche ein Brauch fortgesetzt, der schon im Altertum weit verbreitet war. Bereits im Heroenkult antiker Zeit, in der Verehrung von besonders herausragenden und ausgezeichneten Menschen nach ihrem Tod, standen deren Grab und Gebeine im Mittelpunkt des Kultes. Der christliche Reliquienkult ging von den Gräbern der Märtyrer aus. In der Verehrung der Reliquien erhofften sich die Gläubigen eine Teilhabe an der überirdischen Kraft des Heiligen, die ihm Gott wegen seine Martyrertodes oder seines segensreichen Wirkens auf Erden verliehen hat. Für das einfache Volk war es auch unmaßgeblich, ob es sich um die Originalreliquien handelte oder um einen Gegenstand, den man lediglich an der Originalreliquie "anberührt" hatte. Bis zum 13.Jh waren die Reliquien verschlossen. Erst danach wurden sie den Gläubigen in allerlei Schaugefäßen gezeigt.
 
 

Epitaphe

An den Chorwänden sind Epitaphe (Grab- und Gedenksteine) angebracht. 


Links ein wappengeschmückter Stein für Maria Magdalena von Paumbgartt mit 6 Kindern, geb. Freyin von Liechtenau auf Lending und Höppberg (-Heppberg), Soden, gest. 1706.
(Maße: 93x 62cm) 

Neben dem Sakristeieingang ein Stein für Xavier von Cramer gest. 1804, kurpfälz. bayr.Hofrat, Pfleger zu Eisenhofen und Kastner. Auf ihm zeigt ein helles Relief den Verstorbenen, an einem Schreibtisch in der Bibliothek. Die geknickte Kerze und die abgelaufene Stundenuhr sind Vanitasmotive, die auf den Tod hindeuten. (168 cm) 
  Daneben ein Stein für seine ebenfalls 1804 verstorbene Gattin, die churpfalz-bayerische Hofrätin und Pflegerin zu Eisenhofen, Barbara von Cramer, geb. Sieherer. Ihr Relief zeigt eine trauernde Frauengestalt auf einem Sarkophag, daneben klagende Kindergestalten. Unten ein Wappen mit zwei Löwen, einer Harfe und gekreuzten Ähren.
Die Inschrift lautet: "O Gott, der uns durch sie das Erdenleben und was noch mehr Erziehung hat gegeben, belohne sie; und scheiden wir von hier, o so gieb uns eine Plätzchen nah bey ihr. (Maße: 75 x 70 cm) 
  Auf der gegenüberliegenden Seite (südlich) befindet sich das Grabdenkmal aus Plattenkalk für den hochfüstlichen freisingischen Hof- und Kammerrat Lorenz Pschemele, Pfleger und Kastner zu Eisenhofen, gest. 1774, sowie für seine Ehefrau, gest. 1779.
(Maße: 75 x 70 cm) 
Gedenktafel aus Marmor an Weihbischof Neuhäusler.
Text: Zum Gedenken an unserern hochw.Herrn Weihbischof Dr.Johannes Neuhäusler, Päpstl. Thronassistent und Domprobst *27.1.1888 in Eisenhofen, Priesterweihe 29.6.1913 Bischofsweihe 20.4.1947, + 14.12.1973, nach einem reicherfüllten Leben. R.I.P. die dankbare Kirchengemeinde Eisenhofen"

  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.

 

Der Zelebrationsaltar ist im Stil dem Hochaltartisch entsprechend gestaltet. Er besteht aus grau und rot marmoriertem Holz (= in Marmormuster bemalt) und ist teilweise vergoldet.

Der runde Chorbogen ist mit Goldbrokat und "Stuck"-Rocaillen bemalt.

 

Langhaus / Kirchenschiff

Das gotische Gewölbe wurde im 18. Jh mit flacher Tonne überwölbt, dadurch entstanden hier fünf Stichkappen über den Fenstern.

Deckengemälde im Kirchenschiff

Wie im Altarraum sind auch an der Langhausdecke alle Flächen mit Malerei geschmückt. Selbst der "Stuck" ist -Plastizität vortäuschend- gemalt. In den Gewölbezwickeln zeigen vier Kartuschenbilder Allegorien der vier Haupttugenden der Antike.
Dabei halten Putti vor goldenem Brokathintergrund die Attribute, die diese Tugenden bezeichnen:

Waage = Gerechtigkeit (Justitia)
Schlange  = Klugheit, Weisheit (Prudentia)
gefüllter Kelch  = Mäßigkeit, Besonnenheit (Temperantia)
Säule und Helm = Starkmut, Tapferkeit (Fortitudo)

Diese schon von Platon gepriesenen Tugenden der Antike (Kardinaltugenden, oder natürliche Tugenden) wurden um das Jahr 400 in das Christentum übernommen und um die drei göttlichen Tugenden, Glaube, Liebe, Hoffnung ergänzt.

Das 6,30 x 3,85 m große Hauptfresko im Langhaus schildert die Enthauptung des Kichenpatrons St. Alban und seine Aufnahme in den Himmel.

Der Heilige war ein entschiedener Gegner der Arianer, die in Jesus nur den Menschen sahen und seine göttliche Natur leugneten. Das Bild zeigt das Martyrium des 'Wanderbischofs vor den Toren der Stadt, die durch einen hohen Turm und Paläste gekennzeichnet ist. Von einem Alten vorwärts gestoßen erwartet er den tödlichen Schwertstreich, zu dem ein Henkersknecht bereits ausholt. Am linken Bildrand beobachtet ein wie ein Ritter Bekleideter mit Schild und Helm die Hinrichtung. Den unteren Bildrand bildet ein Steingrab mit geöffnetem Deckel, neben dem eine trauernde Frau mit Grabtuch kauert. Im oberen Teil des Bildes halten Engel auf hellen Wolkenbänken bereits Lorbeerkranz und Martyrerpalme bereit; im Himmel aber erwartet ihn der thronende Christus im rosa Mantel mit Kreuz und Weltkugel von Engeln umgeben. Sein Blick und seine Gestik sind auf St.Alban gerichtet. 
  Hinweis: Der Kranz war das Ehrenzeichen des siegreichen Athleten, z.B. bei den Olympischen Spielen der Antike in Form eines Gewindes aus Laub, Blumen u.ä. Das Christusmonogramm war in der frühen Kirche öfters von einem Kranz umgeben und bezeichnete so Christus als den Sieger über den Tod (daher häufig auf Sarkophagen) oder - da die siegreichen römischen Kaiser den Lorbeerkranz trugen - als Kyrios, den Herrn der Welt. Als Siegeszeichen gebührte der Kranz auch den Märtyrern.

Das Fresko ist links unten signiert und datiert:  "J. Georg Dieffenpruner pinxit AO 1761" (..hat es 1761 gemalt). Von 1865 bis 1934 war das Bild übertüncht. ...mehr zum Maler Johann Georg Dieffenbrunner... 

 

Seitenaltäre

Die  grau, rot, violett und grün marmorierten Seitenaltäre sind längs angebracht, damit sie die Sicht in den Chorraum nicht verstellen; die Seitenwände sind an diesen Stellen etwas ausgehöhlt. Die Altäre wurden im 19.J  errichtet, unter Verwendung von Teilen der barocken Vorgängeraltäre. Sie haben einfache Säulen und Pilaster, die ein verkröpftes Gesims mit Englein tragen. In der Mitte der Retabel befinden sich rundbogige Nischen mit verglasten Leinwandbildern in vergoldeten Rokokorahmen. In den Zwickeln sind vergoldete Blumen zu sehen.

Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist dem Asienmissionar Franz-Xaver geweiht.  Er missionierte von Goa in Indien aus auf mehreren Reisen den fernen Osten (u.a.Japan und China) und bekehrte in Massentaufen Tausende von Menschen. Sein Bild hinter einer Glasscheibe ist sehr dunkel, fast monochrom gehalten. Es hat den Tod des Jesuiten- Missionars zum Inhalt, der in der Fremde nur von Eingeborenen in exotischem Schmuck umgeben, in einer Hütte stirbt. Das unscheinbar wirkende Ölbild (71 x 57 cm) ist eine recht qualitätsvolle Arbeit mit typischen Merkmalen der Augsburger Malerei um 1760. Vielleicht wurde es auch von J.Georg Dieffenbrunner gemalt, der ja um diese Zeit in Augsburg tätig war und auch als Tafelmaler arbeitete (z.B. in Ettal, Egling, Geisenfeld, Friedberg).

Im Altaraufsatz das Jesusmonogramm IHS vor einem Strahlenkranz mit fünf Engelsköpfchen. Die Zeichen IHS sind übrigens griechische Buchstaben (das H ist ein Eta) und bedeuten "JHS(OUS)"=Jesus. Andere Deutungen sind: "Jesus, hominum salvator" (lateinisch "Jesus, Erlöser der Menschen") oder auch volkstümlich "Jesus, Heiland, Seligmacher".

Auf dem Altartisch, der Mensa, steht eine Figur des hl.Joseph aus dem Ende des 19.Jh.mit Plastiklilien in der Hand. Sie wurde in der Mayer'schen K.H.Kunstanstalt München hergestellt. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.


Rechter Seitenaltar

Der rechte Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht. 
Das Altarbild ist eine von unzähligen Kopien des Gnadenbildes "Maria Hilf' in Passau, das interessanterweise selbst eine Kopie ist. mehr zum Gnadenbild aus Passau......
Das Bild in Eisenhofen wurde im 17.oder 18.Jh mit Öl auf Leinwand gemalt. Es zeigt die Madonna im hellblauen Kleid und zinnoberrotem Mantel. Das Christuskind streichelt die Mutter am Kinn und versucht vom Schoß Mariens aus ihren linken Arm zu erreichen. Ein feiner Schleier verdeckt bis über die Augen die Stirn der Madonna. Nach Art östlicher Ikonen umgibt die juwelenbesetztes Konturenband mit aufgesetzter Goldborte (in der Technik der sog. " Klosterarbeiten
") die Heiligenscheine der beiden sich aneinander schmiegenden Köpfe.


Auf dem Altartisch steht eine einfache Figur der trauernden Muttergottes mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Pietà). Sie wurde wohl schon im 17.Jh geschnitzt; die Fassung (Bemalung) ist aber neu.
Hinweis: Die Darstellung der Muttergottes mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß entspricht keinem Bibelbericht. Nach dem Johannesevangelium stand Maria zwar unter dem Kreuz; ihre Anwesenheit bei der Kreuzabnahme ist aber nicht belegt. Deshalb standen die Pietàs in Italien lange unter dem Verdacht der Ketzerei und wurden auch von den Reformatoren in Deutschland abgelehnt. Den Namen Vesperbild erhielten sie, weil die Zeit, die im Stundengebet der Mönche und Nonnen der Trauer um den Tod Jesu gewidmet wird, der Sonnenuntergang ist, die Zeit der Vesper. Der Begriff "Pietà" (ital. Mitleid) weist nach Robert Böck auf die kindliche Liebe und das innige Mitgefühl hin, das die Gläubigen dieser Darstellung entgegenbrachten.
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Im Altaraufsatz das Marienmonogramm, in dem die vier verschiedenen Buchstaben des Namens "Maria" ineinander
geschrieben sind.


F
iguren an den Seitenwänden

An der Südwand des einschiffigen Raumes stehen zwei Figuren aus dem 20. Jh: 
- eine Madonna im Strahlenkranz im Stile der Zeit um 1500. Nach der Inschrift auf dem Sockel "1914-1918"
   soll die Figur an die Toten des 1. Weltkriegs erinnern.

- und ein etwas süßlich geratener "Salvator Mundi".
  Hinweis: Der Figurentypus des Salvator Mundi entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.
Unter der Empore eine neuere Statue des hl. Konrad von Parzham, der einem Kind Brote reicht.

Der Heilige war Ende des 19.Jh. 41 Jahre lang im Kloster Altötting Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus (deshalb das Brot in seiner Hand)


 
Apostelleuchter Deckengemälde Kanzel Kirchenbänke Konrad von Parzham Kreuzwegbilder Orgel Franz-Xaver-Altar
Vergrößerung von 8 Details (Figuren, Kanzel, Decke, Orgel, Bänke,Kreuzwegstationen, Apostelleuchter) per Mouseklick
Kanzel
An der Nordseite ist die Kanzel aus dem Jahr 1760 angebracht. Sie ersetzte ein älteres Stück, das schon 1743 als baufällig bezeichnet und durch Dominikus Regauer aus Hirtlbach notdürftig geflickt worden war.
Ein Schalldeckel an der Kanzel fehlt.
Am leicht geschwungenen Kanzelkorb mit roter Brüstung und moosgrünem Corpus ist der Gute Hirte als Halbfigur (in Inkarnat- und Goldfassung) dargestellt. Die Gesetzestafeln des Moses mit den 10 Geboten verblenden die Rückseite, durch die die Tür führt, darüber die versilberte und vergoldete Hl.Geist-Taube im Strahlenkranz. Seitlich sitzen zwei unterschiedlich große Rokoko-Englein aus Holz.
  Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.
Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt.18,12-14). In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln.
Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der

Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach kam "der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab, wie eine Taube" (Lk, 3,22). Beim Konzil von Konstantinopel (536 n. Chr.) wurde die Taube von der katholischen Kirche als Abbild des Heiligen Geistes offiziell anerkannt. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen von Haimhausen und Unterweilbach).

Kirchenbänke
Am modernen Kirchengestühl (16 Reihen rechts und 14 links) wurden die barocken Wangen des 18. Jh beibehalten.
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K
reuzweg und Apostelleuchter

  

Unter der Empore hängen die Bilder eines Kreuzwegs aus dem Ende des 18.Jh in relativ hellen Farben (Öl auf Leinwand). Wie im nahen Walkertshofen sind die Rahmen klassizistisch in Weiß und Gold gehalten. Die 44 x 34 cm großen Bilder wurden aber zwischenzeitlich restauriert. 
Hinweis: Seinen Ursprung hat der Kreuzweg übrigens im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu nachzugehen. Als im späten Mittelalter die Araber die Wallfahrt ins Heilige Land fast unmöglich machten,  hielt man dann als Ersatz Kreuzwegandachten daheim. Wenn Sie mehr über die Geschichte des Kreuzwegs und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

An den Seitenwänden sind schöne schmiedeeisernen Apostelleuchter vor bemalten Apostelkreuzen aus Stuck angebracht. Sie erinnern an das in der Apokalypse (Kap 21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems.  



Empore

Durch die Erweiterung des Kirchenschiffs im Jahr 1866 ist die Orgelempore sehr tief geworden. Die Brüstung ist verputzt und mit Rocaillekartuschen und Rosengehänge bemalt. Der alte Brüstungsbalken ist mit Graffiti versehen.


Orgel

Die Orgel aus dem 19.Jh von einem unbekannten Orgelbauer wurde 1973 von Günter Ismayr aus Bernried restauriert (Signatur "Restauriert von G.Ismayr, 8131 Bernried 1973"). Sie besitzt nur ein Manual mit 8 Registern. Der Spieltisch ist seitlich eingebaut. Der dreiteilige Prospekt in einem klassizistischen Gehäuse ist mit neubarocken Rocaillen verziert; er wurde neu marmoriert.

Der Prospekt der kleinen Orgel trägt auf der Rückseite ein 220 x 113 cm großes Gemälde in vergoldetem Rahmen, die "Enthauptung des hl. Alban" (18.Jh, andere Quelle: 19.Jh). Vielleicht war das Bild früher einmal das Hochaltarblatt. St.Alban kniet vor dem Hintergrund einer Bergkulisse am Boden und erwartet mit zum Gebet ausgebreiteten Händen den Schwertstreich des Henkers.

 

Disposition der Orgel (nach Brenninger -Stand 1975-):
Manual (C-c'''): Gamba 8', CO 8', Principal 4', Rohrflöte 4', Quintaton 5 1/3, Octav 2', Mixtur 1fach 3'
Pedal: (C-f'):    O-Baß 8', angehängt

Im Jahr 1814 stand in Eisenhofen eine Orgel mit 5 Registern, die im gleichen Jahr auch repariert wurde.
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  Allgemeines zur Orgel.
Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.


K
rippe


In der Weihnachtszeit wird im der Kirche eine Krippe aufgebaut.
Der Stall wurde von Hans Hillreiner, Rudi Steinböck und Anton Weber gebaut. Die Figuren wurden von Rosi Schöngruber und der Seniorengruppe um 1988 gebastelt.

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Karnernische

In der im 19.Jh angebaute Vorhalle fällt ein stark verwitterter, dreiteiliger Glasschrein der Barockzeit mit drei Schädeldecken ins Auge, die mittlere mit blondem Zopf, oben bemalt mit Jesus-, Maria- und Josefs-monogrammen und wohl der Jahreszahl 1699
Die Schädel sollen von den "Drei adeligen Fräulein von Eisenhofen" stammen, die von der Dorfbevölkerung noch vor wenigen Generationen als Wohltäterinnen des Ortes verehrt worden sind.
Bei dieser Überlieferung handelt es sich jedoch um eine verbreitete Wandersage. Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler (gest. 1973), ein gebürtiger Eisenhofener, an den ein Gedenktafel im Kirchenschiff erinnert, unterzog sich der Mühe, auch im Falle Eisenhofens die historische Unhaltbarkeit der Ortstradition nachzuweisen:

Im alpenländischen Raum wurden an vielen Dutzend Orten drei geheimnisvolle fromme, ja heiligmäßige Frauengestalten mit Fürbitten und Jahrtagen verehrt. Die Namen wechselten etwas (z. Ainbeth, Gwerbeth, Vilbeth, Fürbeth, Wolbeth, Warbeth); sie wurden auch die "Drei seligen Jungfrauen", die "Drei Nothelferinnen" oder auch als die "Heiligen Drei Maderln" bezeichnet (nicht zu verwechseln mit der viel häufigeren Dreiheit Barbara, Katharina und Margareta - Barbara mit dem Turm, Margaret mit dem Wurm und Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl). Mancherorts galten sie als die Gespielinnen der hl. Ursula, im Pustertal (verblüffenderweise) als Töchter der hl. Drei-Könige. Wahrscheinlich reicht dieser erstaunlich zählebige Mythos bis in die Germanen und Keltenzeit zurück, wo häufig eine lokal wechselnde Trias von Schicksalsgöttinnen oder Muttergottheiten durch Weihestelen Verehrung fanden. Angesichts der langen örtlichen Tradition wäre es doch schön, wenn der arg mitgenommene Schrein wieder etwas wohlwollendere Pflege fände, ohne dass eine Neubelebung des Aberglaubens ernstlich befürchtet zu werden bräuchte !
mehr über Neuhäusler finden sie hier:....

Hans Schertl

Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1880
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.182, 612, 626)
Helmut Schneider, Chronik der Filialkirchenstiftung St.Alban in Eisenhofen
Dr.Peter Dorner, Renaissancebild einer Landschaft, Amperland 1968 (Apian 1568)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe 1707)
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Eisenhofen 802 Festvortrag, 2002
Huttermuseum, 2003
Peter Dorner, Indersdorfer Chronik S.1194, Publikationen der Akademie der Augustiner-Chorherren von Windesheim, 2003
Dachauer SZ vom 17.2.2009 (Störche)
Krippenausstellung Erdweg, Dezember 2009

30 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

2.5.2012