zur Landkreiskarte        ausführl.Beschreibung           Kirchen in der Gem.Erdweg


Pfarrkirche St. Alban in EISENHOFEN

Luftbild

Adresse: 85253 Erdweg, Kirchenstraße 12
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


K
urzbeschreibung

Der Ort Eisenhofen, der am Kreuzungspunkt zweier Römerstraßen liegt, wurde urkundlich erstmals im Jahre 802 als Usinhusun genannt. Er dürfte aber wohl schon um 700 entstanden sein.

Die Filialkirche St.Alban in Eisenhofen (Pfarrei Erdweg) -erstmals im Jahre 1101 erwähnt- erhielt 1680, 38 Jahre nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg, ihre derzeitige Gestalt. 

- Von der romanischen Kirche des Jahres 1101 ist wohl nichts
   mehr erhalten.
- Der Turm und der eingezogene Chor stammen noch von der
  Vorgängerkirche, die zu gotischer Zeit (15.Jh) errichtet
  worden war.
- Das Kirchenschiff wurde 1680 wegen der Zerstörungen im
  30jährigen Krieg neu gebaut und zwei Jahrhunderte später,
  1885, um die Emporentiefe erweitert.

Renovierungen wurden in den Jahren 1934, 1976 und 1989 durchgeführt.

In der Vorhalle ist ein barocker Glasschrein aufgestellt, der drei Totenschädel enthält. Es sollen die Überreste der "drei heiligen Fräu-lein" sein. (Bild rechts)  

Der Sattelturm hat einen vierfach getreppten Stufen-Giebel. Am First ist eine Vorrichtung angebracht, die den Störchen den Nestbau erleichtert.

Eisenhofen ist seit Jahrhunderten eine Filiale der Pfarrei Hirtlbach. Seit 1970 gehört mit seiner Pfarrei zum Pfarrverband Erdweg, der sich aus den Pfarreien Walkertshofen, Welshofen, Kleinberghofen, Arnbach, Hirtlbach,und (der Expositur) Großberghofen zusammensetzt.

Innenausstattung

Die Gewölbedecken des breiten Altarraum und des Kirchenschiffs sind mit Gemälden aus dem Jahr 1761 geschmückt. Künstler war der berühmte Johann Georg Dieffenbrunner aus Augsburg, der 6 Jahre vorher zusammen mit Matthäus Günther die Indersdorfer Klosterkirche ausgemalt hatte.

Kanzel Kanzel
per Mouseklick zu den Beschreibungen

Die Deckenfresken zeigen
-
im Altarraum das Grabwunder des hl.Alban (der Heilige trägt sein abgeschlagenes Haupt zum Sarkophag),
- im Langhaus die Enthauptung des Kirchenpatrons zu sehen.
Gerahmt wird das Deckengemälde durch gemalte Stuckdekoration, eine Spezialität Dieffenbrunners.

Der Hochaltar hat eine offene Säulen-Baldachin-Architektur mit reichem Blumengerank.
Mittelpunkt ist eine Kreuzigungsgruppe (1760): Christus am Kreuz, darunter stehen nicht -wie sonst- Maria und der Apostel Johannes, sondern St.Sebastian und Johannes der Täufer. Früher befand sich hinter dem Kruzifix ein Altarblatt, auf dem der hl.Alban abgebildet war. Das Altarblatt hängt derzeit auf der Empore.

Die längs gestellten Seitenaltäre sind dem hl.Franz Xaver und der Muttergottes geweiht.

Wenn Sie eine Kirchenführung vereinbaren möchten, klicken Sie hier....

 

Meditativer Wanderweg zur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung der Apostelleuchterzur Beschreibung des MarienaltarsKanzelzur Beschreibung des Franziskusaltarszur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung des Deckengemäldes zur Beschreibung der Deckengemälde  im Kirchenschiffzur Beschreibung des Amboszur Beschreibung der Muttergottesfigur zur Beschreibung des Choraltarszur Beschreibung des Marienaltars

Im Sommer 2012 wurde ein meditativer Wanderweg zwischen dem (früheren Kloster) Petersberg und dem Kloster Altomünster angelegt. Er führt in einer Länge von 9 km durch das Dachauer - und das Altoland. In Eisenhofen (am Feuerwehrhaus) zweigt der Weg von der Hauptstraße ab, windet sich eine Anhöhe hinauf, führt durch Felder und Wiesen hinüber zur Flurbereinigungskapelle bei Kleinberghofen, weiter nach Happach und von dort nach Altomünster hinein. 14 Stationen mit Kunstwerken, Hinweistafeln und Sinnsprüchen regen zur inneren Einkehr, zum Nachdenken und zum In-Sich-Gehen /Ins Ich Gehen an. So ist z.B. an der Station "Gleichgewicht" eine Wippe installiert, an der der Wanderer versuchen kann, die Balance zu halten. Eine begehbare Sonnenuhr arbeitet mit dem Schatten der Wanderer als Uhrzeiger. An der Station "Vertrauen" wird auf einem Barfußpfad der Tastsinn erprobt. Eine in den Boden eingelassene Windrose

und ein maßstabsgetreues Modell von Sonne und Erde (siehe Bild rechts) ergänzen die Kunstwerke. Jede Station ist auch mit einer Sitzgelegenheit ausgestattet. Viele Tafeln mit Sinnsprüchen begleiten die Wanderer.
Mehr zum meditativen Wanderweg finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Erdweg; klicken Sie hier...




Ausführliche Beschreibung 
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte des Orts

Die Ortschaft Eisenhofen dürfte um das 700 entstanden sein. Schriftlich ist es erstmals in einer Urkunde des Bischofs Atto vom 21.Mai 802 als "Usinhusun" d.h. Häuser des Uso (also Eisenhausen), erwähnt 15) . Damals schenkten die Priester Wenilo und Helmker mehrere Besitzungen, darunter auch in Eisenhofen gelegene, dem Dom zu Freising. Als Wenilo im Jahr 837 weitere Güter der Kirche vermachte, wurde der Ort in der Urkunde "Usinhofun" (also Eisenhofen) genannt 17) .

Seit dem 11.Jh ist der Ort als Edelmannssitz bekannt. Das Geschlecht der Eisenhofener "erwiesen sich sehr wohlthätig gegen das Koster Undersdorf und hatte auch daselbst eine Grabstätte"
32).

Zwei Römerstraßen, eine aus dem Osten und eine aus dem Süden trafen sich hier, um gemeinsam nach Augsburg zu führen.

Im Jahr 1568 veröffentlichte der Kartograph Philipp Apian 24 Landtafeln, die zusammen eine Landkarte (im Maßstab 1:144.000) des noch mittelalterlichen Bayern bildeten. Die Genauigkeit der Landkarten wurde erst im 19. Jh übertroffen; noch Napoleon benutzte sie für den Einmarsch in Bayern.
In der Karte und in der begleitenden Landesbeschreibung sind nur die bedeutendsten Orte mit Gebäuden dargestellt. Es sind, wie Dr.Peter Dorner schreibt
08), authentische Ansichten der betreffenden Schlösser und Burgen. Zudem ist in der Karte die Bedeutung berücksichtigt: je wichtiger das Schloss oder der Schlossherr, desto größer die Zeichnung. Die (in Hof gelegene) Burg Eisenhofen ist viel größer abgebildet, als es ihrer territorialen Bedeutung entsprach. Das lag an den Besitzern, Leonhard von Eck, dem Ratgeber des bayer. Herzogs und seinem Sohn Oswald.

Apian schreibt dazu: "Eisenhofen liegt auf einem Hügel und ist eine hervorragende und stattliche Burg. Der derzeitige Besitzer ist Oswald von Eck, der Sohn Leonhards, der durch viele Gebäulichkeiten die Burg verschönert hat".

Auf der Zeichnung sind der mit vielen Fenstern und einem Stufengiebel ausgestattete Hauptbau, die Arkaden des Seitentraktes, die Türme mit Zinnen und Zwiebel und die Mauer um die Anlage deutlich zu erkennen.
Oswald von Eck wurde Protestant. Er geriet in Schulden und musste das Schloss verkaufen. 1622 kam es an die Freisinger Bischöfe, die hier bis zur Säkularisation (1803) ihre Sommerresidenz hatten.


Eisenhofen auf der Landkarte v.Apian 1568


Eisenhofen in der Landesbeschreibung v.Apian

Hofmarksherren 32)
In der Zeit vom 15. bis zum Beginn des 19.Jh war Eisenhofen eine Hofmark, deren Besitzer einen mehr oder minder großen Teil der Kirchenbau- und -renovierungskosten trugen. Die Hofmarksherren waren
vor 1497: die Herren von Weichs
ab  1497:  die Wittelsbacher (Georg der Reiche in Landshut und später Albrecht IV. von München)

ab  1506:  Dietrich von Plieningen zu Schwabeck
um 1520:  Dr.Leonhard Eck, der bayerische Kanzler (durch Heirat der Witwe Plieningen)
ab  1564:  die Brüder Furtenbach aus Nürnberg (zur Schuldentilgung)
von 1622: bis 1803 die Freisinger Fürstbischöfe. Der erste Fürstbischof war übrigens der aus Arnbach stammende Veit Adam

              von Gepeckh (bis 1651). Der Erwerb der Hofmark für das Hochstift machte es dem Bischof möglich, die
              hofmarksherrlichen Patronatsrechte in bischöfliches Besetzungsrecht umzuwandeln. Davon hat er auch Gebrauch
              gemacht, wie aus der Vereinbarung über das Besetzungsrecht zwischen dem Bistum und dem Herzogtum vom
              17.Oct.1601 hervorgeht.
01)

Dietrich von Plieningen war durch Kauf in den Besitz der Hofmark gekommen. Er war einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit. Sein Nachfolger Leonhard von Eck war ein Politiker von außergewöhnlichem Rang. Geboren zu Kelheim, gestorben zu München am 17.3.1550. Im Jahr 1519 war er bayerischer Kanzler geworden. In seiner Amtszeit war er bestrebt, von Bayern den Bauernkrieg und den Protestantismus fern zu halten, was ihm auch gelang. Der bayerische Herzog Wilhelm IV. pflegte zu sagen, ohne Eck wäre ihm das Leben bitter.

Geschichte der Kirche

Im Jahr 1101 (also kurz vor Fertigstellung der Petersberg Basilika 1107) soll in Eisenhofen eine Kirche als Filiale von Hirtlbach erbaut worden sein. Das schreiben jedenfalls Mayer und Westermayer in ihrer Statistischen Beschreibung des Erzbistums Freising von 1883 (s.u.) ohne aber eine Begründung oder eine Quelle dafür anzugeben.


Freisinger Matrikel
02)

In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist Eisenhofen nur indirekt erwähnt. Die Pfarrkirche von "Hürtelbach" habe ein Filiale, heißt es dort. Der Name der Filialkirche ist zwar nicht genannt; doch es dürfte sich zweifelsfrei um Eisenhofen gehandelt haben.
Wir wissen nicht, wie alt diese Kirche damals war; sie wird wohl noch im romanischen Baustil errichtet worden sein. Davon sind keine erkennbaren Teile mehr vorhanden. Allenfalls im unteren Teil des Mauerwerks könnten sich kleine Reste erhalten haben.

Die Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 nennt erstmals den Patron der Kirche, St.Alban (Hirtlbach.."habet filiam ecclesiam s.Albani in Eisnhofen").

In spätgotischer Zeit, d.h. im 15./16. Jh wurde eine neue Kirche gebaut. Von dieser Kirche ist noch der Chorraum erhalten. Dabei könnte auch der Turm auf seine heutige Höhe aufgestockt worden sein.

30jähriger Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Eisenhofen großenteils in Schutt und Asche gelegt. Auch die Kirche, besonders das Langhaus, wurde schon beim ersten Einmarsch der Schweden im April 1632 schwer beschädigt (Innenausstattung, Holzdecken und Dachstuhl). Bis zum Ende des Krieges kamen die Schweden, aber auch andere Kriegsparteien mehrmals in die Gegend (1632-34 und 1646-48).
Aber es waren nicht nur die Schweden, die Gräueltaten verübten. Wolfgang Grammel
35) schreibt: "Die Rücksichtslosigkeit der kurbayerischen wie auch der kaiserlichen Truppen bei wilden Einquartierungen und Überfällen bekamen vor allem die freisingischen Hofmarken, z.B. Ottenburg, Eisenhofen und Massenhausen zu spüren." Für sie war Eisenhofen Ausland; deshalb machten sie zur Einquartierung sogar Umwege. Der (in Arnbach gebürtige) Freisingische Bischof von Gepeckh schrieb am 20.Dezember 1632 an den Kurfürsten Maximilian von Bayern:
  "...zugleich das Schloß Eisenhaus mit 6 Häusern ... wie auch die Hofmarken Kleinberghofen...gleicherweis zum guten Teil in die Asche gelegt. Die anderen Untertanen aber sämtliche sauber ausgeplündert. Was dann der Feind, der mit völliger Armada allhergekommen, an hochsträflichen Mutwillen uns und unserer Bürgerschaft zugefügt, brauchen wir Euer Durchlaucht nicht mehr zu nennen. Nachdem wir uns mit unseren ruinierten Untertanen allgemach wieder aufzurichten vermeinten, sind wir mit so häufigen Durchzügen, ungeachtet des weiteren Umweges und daß manchmal das Kriegsvolk um zwei Tagesreisen ohne alle Behinderung sicherlich näher geführt hätten werden können, dennoch mit unordentlichen Einquartierungen gequält worden."

Über die Geschehnisse in Eisenhofen im Einzelnen gibt es keine Aufzeichnungen, weil alle schriftlichen Unterlagen im Krieg verloren gingen. Aber Berichte über die Ereignisse in der Umgebung sind auch auf die Verhältnisse in Eisenhofen zu übertragen. So schreibt Maria-Angelika Luegmair in der Chronik Eisenhofen 27): "sie plünderten und zerstörten, was ihnen in den Weg kam, was die Verwüstungen der früheren Jahre überstanden hatte oder inzwischen wieder aufgebaut worden war. Dies geschah mit der Absicht, den bayerischen Kurfürsten Maximilian I. zu einem separaten Waffenstillstand zu zwingen". Konkrete Angaben über die Folgen enthalten die Freisinger Salbücher, die über die Höfe berichten, die den Freisingern als Obereigentum gehörten. Die meisten Höfe in Eisenhofen werden mit der Bezeichnung "in Asche" beschrieben, die übrigen als ruiniert, verwüstet oder baufällig bezeichnet. Da auch viele Bauern im Krieg ums Leben gekommen waren, holten die Eigentümer der Höfe (vor allem der Freisinger Bischof) Neusiedler aus dem südl.Oberbayern, aus Tirol oder der Schweiz. Das waren Gebiete, in die der 30jährige Krieg nicht vorgedrungen war und die einen Bevölkerungsüberschuss hatten.

Umbau 1680
Nach dem Krieg dauerte es 32 Jahre, bis 1680 bis man die Mittel hatte, ein neues Kirchenschiff zu errichten 15)
. Dieses Kirchenschiff besteht noch heute. Ob die Verwüstungen tatsächlich so stark waren, dass ein neues Mauerwerk errichtet werden musste, ist nicht bekannt. In der Regel hatten die Schweden Mauern von Kirchen und Burgen nicht gesprengt, weil ihnen der Sprengstoff zu wertvoll war. Die Kirche in Eisenhofen könnte schon vor dem Krieg in schlechtem baulichen Zustand gewesen sein.


Firmung 1704

Der 3.September 1698, der 15. Oktober 1700 und der 21.Mai 1704 waren große Feiertage für die Pfarrgemeinde Hirtlbach und insbesondere für die Filial-Kirchengemeinde Eisenbach. An diesen Tagen war jeweils der Fürstbischof Johann Franz von Eckher zu Gast. Er spendete 1698: 425 Kindern, 1700: 94 Kindern und 1704: 370 Kindern das Sakrament der Firmung. Die Kinder kamen sicher nicht nur aus Eisenhofen, sondern aus der ganzen Umgebung. Bischof Eckher verbrachte immer wieder einige Tage in seinem Schloss Hof. Dies war eine gute Gelegenheit, um Firmungen in der nur 2 km entfernten Kirche von Eisenhofen durchzuführen.
Die große Zahl der Firmlinge ist darin begründet, dass ab 1652 nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger Bischofsthron saßen, die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. Nach 40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung, für den nach so langer Zeit ohne Firmungen viel zu tun war.


Altarweihe 1707
13)
Drei Jahre später, am 18.7. 1707 kam der Fürstbischof wieder und weihte zwei Altäre (der dritte Altar wurde am 23.10.1715 geweiht). Es war der Beginn einer intensiven Weihe-Reise, die den Bischof in dieser Juliwoche während seines Urlaubs im Schloss Hof durch das Gebiet unseres heutigen Landkreises führte:

19.Juli Altomünster, 4 Altäre 22.Juli Niederroth, 3 Altäre, Firmung 24.Juli Schwabhausen,3 Altäre, Firmung
20.Juli Oberzeitlbach, 2 Altäre   Weyhern, 1 Altar   Edenholzhausen, 1 Altar
  Kleinberghofen, 3 Altäre, Firmung 23.Juli Oberroth, 4 Altäre, Firmung 25.Juli Welshofen - 3 Altäre, Firmung
21.Juli Westerholzhausen, Kirche, 4 Altäre   Armetshofen, 1 Altar    



Schmidt'sche Matrikel 1738/40
02)
In den Jahren 1738/40, hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Albani in Grossen-Eisenhoffen" der Pfarrei Hirtlbach bemerkte er, die Kirche sei eine durchschnittliche Landkirche mit drei Altären. Der Hochaltar sei dem heiligen Martyrer Alban geweiht, die Seitenaltäre der Jungfrau Maria und dem hl.Kreuz. Das Kirchweihfest werde am Sonntag vor dem Fest des hl.Augustinus (= vor 28. August) gefeiert. In der Sakristei seien ausreichende Messgewänder vorhanden. Im Friedhof stehe ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.

Im Österreichischen Erbfolgekrieg (1742-1748), als Österreichische Hilfstruppen unser Gebiet plünderten und verwüsteten, blieb Eisenhofen verschont, weil der Fürstbischof von Freising, der damals Hofmarksherr war, eine Schutztruppe hierher verlegt hatte.


Die 1743 erfolgte Reparatur der Kanzel, die "sich gespalten hatte", war deshalb nicht durch den Krieg verursacht. Sie hatte auch nicht viel gekostet: Der Hirtlbacher Zimmerer Dominikus Regauer erhielt dafür nur 40 Kreuzer.
14)

Neuausstattung 1760
Im 18.Jh., wohl um 1760, wurde die Kirche im Stil des Rokoko ausgestattet. Diese Ausstattung prägt das Bild der Kirche im Innern noch heute.

Beschreibung 1820   33), 34)
Der bischöfliche Registrator Martin von Deutinger erstellteim Jahr 1820 eine "Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate". Sie enthält auch einen Kurzbeschreibung der einzelnen Pfarreien.
Grundlage dafür waren die 1817 von jedem Pfarrer nach einem vorgegebenen Muster eingereichten Pfarrbeschreibungen.
Die Tabellarische Beschreibung blieb bis zum Werk von Anton Mayer und Georg Westermayer von 1874/8
4 05 )
die ausführlichste Darstellung. Sie wurde von der bischöflichen General-Vicariats-Kanzley ohne Namensnennung von Deutinger herausgegeben.
Die Beschreibung ist nach Pfarreien gegliedert. Deshalb ist Eisenhofen im Abschnitt "Hirtlbach" zu finden. Dort wird die Kirche wie folgt beschrieben:
"Eisenhofen, Dorf, Filialkirche, 120 Gläubige in 36 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std, Gottsdienst an Frauen- und einigen anderen Festtagen; Patron: hl.Alban Kw (=Kirchweihfest) Sonntag nach Peter und Paul (nach 28.8.)"


Restauration 1847/48
26)
Einem Inventarverzeichnis (Inventarium) von 1851/52 ist zu entnehmen, dass ein paar Jahre vorher erheblich Restaurationsarbeiten durchgeführt wurden. Es heißt dort:
"Ein Hochaltar von Bildhauer-Arbeit mit großem sehr schönem Kruzifix und 2 Statuen des hl.Johannes und Sebastian, im Jahre 1847 durch Beiträge von Wohltätern renoviert, das Altarblatt - St.Alban Märtyr- neu gemalen. Zwei Seitenaltäre von Bildhauer-Arbeit im Jahre 1848 neu hergestellt und gefasst durch Beiträge von Wohlthätern die beiden Altarbilder St.Maria und St.Franz Xaverius". (aus der Chronik von Eisenhofen ).


Umbau 1865-70

80 Jahre später, 1865 (andere Quelle: 1885
15)), verlängerte man das Langhaus um zwei Fensterachsen nach Westen und fügte in den durch die Verlängerung gewonnenen Platz eine Empore ein. Die Dieffenbrunner-Deckengemälde wurden 1868 vom Künstler Weinzierl aus Isen übermalt: im Altarraum mit der "Krönung Mariens", im Langhaus mit der "Auferstehung Christi". Diese Bilder fanden nicht uneingeschränkten Beifall. Sie seien "in vollständig geschmackloser und unkünstlerischer Weise dargestellt", urteilte Pfarrer Josef Fischer am 21.10.1934 und veranlasste die Entfernung der Übermalungen. Seit über 80 Jahren sind nun wieder die Dieffenbrunner-Gemälde von 1761 zu sehen.


Beschreibung 1883
05)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1880 ist im Kapitel über die Pfarrei Hirtlbach auch die Kirche von Eisenhofen enthalten. Eisenhofen liege in schöner Lage an der München-Aichacher Landstraße. Im Dorf wohnten 150 Seelen (in 48 Häusern). Über die Kirche schreibt er: "Erbauungsjahr 1101. Restaurirt 1865. Styl romanisch. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht die Kirche. Sattelthurm mit 3 Glocken: die große mit der Aufschrift 'Agabitus Hubinger in Augsburg goß mich 1820'; die kleine Glocke: 'W. Hubinger in München goß mich 1842'. Kirche consecrirt. Patron St.Alban (21.Juni). 3 Altäre. Neue Orgel mit 6 Registern. Sonntagsgottesdienste im Wechsel mit der Pfarrkirche. Stiftungen 25 Jahrtage, 14 Jahrmessen. Meßner ist ein Gütler, Cantor der Lehrer von Hof. Kirchenvermögen: 24.900 Mark".


Renovierungen
- 1743   Kanzel durch Dominikus Regauer)
- 1865   Verlängerund des Kirchenschiffs
- 1934
- 1969
- 1976    Innenrenovierung
15)
- 1989

 

Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei bzw. den Filialkirchenbezirk.
1852: Gemeinde mit 74 Familien und 316 Einwohnern
03)
1868: Gemeinde mit 98 Gebäuden und 302 Einwohnern (dazu Hof 88 Einw.30 Gebäude und Petersberg 24 Einw., 7 Geb.)
04)
1880: Dorf mit 150 Seelen in 48 Häusern
05)


K
irchenbau

Die Kirche liegt über den Glonnauen, am südwestlichen Ende der Ortschaft, inmitten eines ummauerten Friedhofs

Der zweiachsige Chor/Altarraum, der in drei Seiten eines Achtecks schließt und das lange, fünfachsige Kirchenschiff werden von insgesamt 14 Fenstern erhellt. Die 1865 erfolgte Verlängerung um 2 Achsen ist im Inneren an der geringeren Mauerstärke zu erkennen.

Da der Chor nicht eingezogen ist und somit das Dach Chor und Kirchenschiff gleichmäßig überdeckt, wirkt die Kirche in ihren Proportionen sehr langgestreckt.

Schon seit mindestens 1524 ist die Kirche dem hl.Alban geweiht. Dies berichtet die Sunderndorfer'sche Matrikel, die erste Aufzeichnung aus dem Bistum Freising, die u.a. die Kirchenpatronate zum Inhalt hat. 02)


Der Sattelturm steht an die Nordseite zwischen Chor und Langhaus. Er ist durch zwei umlaufende Friese in drei Stockwerke gegliedert. Im unteren Turmbereich, der bis über die Traufenhöhe der Kirche reicht, fallen zinnenartige Mauervorsprünge ins Auge. Sie wirken, als wäre der Turm von einer alten Mauer umgeben. Die Kunsthistorikerin Dr.Unger-Richter
glaubt, dass es sich hierbei um die ältesten sichtbaren Bauteile im Außen-bereich handeln könnte 26) . Vielleicht war der Turm in frühesten Zeiten tatsächlich nur ein zinnenbewehrter Bau von halber Höhe gewesen. Auch könnte die romanische Kirche viel kleiner gewesen sein.

Zinnen am Turm
In der Zeit der Spätgotik (um 1500) wurde der Turm zu seiner heutigen Höhe aufgestockt.
Die schmalen Fensteröffnungen und die spitzbogigen Klangöffnungen stammen aus dieser Zeit, ebenso wie der auffällige Treppengiebel mit je vier Stufen auf der Nord- und Südseite. Ähnliche Treppengiebel finden sich an sechs weiteren Türmen im Dachauer Land, u.a. in Ampermoching, Pipinsried und Westerndorf.
An der Nord- und der Ostseite (also zum Dorf hin) sind die Ziffernblätter der Uhr angebracht

Storchennest

.Auf dem Turm ist eine große Vorrichtung angebracht, die den Störchen den Nestbau erleichtern soll. Allerdings haben dort oben schon lange keine Störche mehr gebrütet.
Erstmals hatten sie sich im Jahr 1998 selbst ein Nest gebaut. Als ein Sturm dieses Nest ein paar Monate später wegfegte, errichteten engagierte Bürger aus Eisenhofen die Nisthilfe, die noch heute auf dem Kirchturm zu sehen ist. Bis 2003 kamen zur Freude der Eisenhofener alljährlich Störche und brüteten dort. Als aber einer der Jungvögel sich an einer Stromleitung tödlich verletzte, verließen die Störche Eisenhofen und kamen nicht mehr zurück. Bei der letzten Renovierung stand die Nisthilfe zur Disposition. Doch Kirchenverwaltug, der Landesbund für Vogelschutz und das Baueferat der Erzdiözese beschlossen, die Eisenkonstruktion auf dem Turm zu belassen. Zum Schutz vor Taubenkot wurde ein Falkenkasten installiert. 
21),  29)


Im Turmuntergeschoss ist die Sakristei untergebracht. An der Decke des Durchgangs zwischen der Sakristei und dem Altarraum ist noch das spätgotische Sterngewölbe erhalten, das allerdings durch spätere Um- und Einbauten beeinträchtigt ist
26) .

Der Zugang zur Kirche von Westen ist durch eine Vorhalle aus dem 19.Jh
18) vor Witterungseinflüssen geschützt.

 

Innenausstattung

Der Boden der sehr langgestreckt proportionierte Kirche ist mit rechteckigen, unterschiedlich großen Solnhofener Platten belegt. Im Altarraum sind sie im Rosenspitzmuster (mit einer Rotmarmorplatte in der Mitte), im Kirchenschiff wandparallel ausgelegt. Hinter dem Choraltar liegen eine quadratische Solnhofener Platten. 18)  


A
ltarraum

Der mit drei Achteckseiten geschlossene Altarraum ist nicht eingezogen (der Altarraum ist so breit wie das Kirchenschiff). Durch die vielen Rundbogenfenster (mit Antikglas) und den schmalen Chorbogen wirkt er hell und geräumig. Er ist von einem Flachtonnengewölbe bedeckt; die nur mehr wenig ausgeprägten Rippen gründen auf reliefierten Spitzkonsolen. Man geht davon aus, dass das Gewölbe früher ähnlich wie in Amperpettenbach oder Hebertshausen ausgesehen haben könnte 26) .

Die sieben Stichkappen über den Fenstern sind zart-ocker gefärbt und mit gemalten Rocaille-Kartuschen und seitlichen Blumengehängen verziert. Diese Dekorationsmalerei rund um die Hauptgemälde wurde aus Kostengründen in Auftrag gegeben, weil Malerarbeiten günstiger waren als Stuckaturen und weil der Künstler die Architekturmalerei sehr gut beherrschte.



Deckengemälde

Der Maler in Eisenhofen war Johann Georg Dieffenbrunner (1761) aus Augsburg. Das 4,60 x 3,40 m 16)  große, vierpassförmige Hauptfresko in der Mitte des Altarraums zeigt das Grabwunder des hl.Alban.
Das Deckengemälde wurde 1868 von Weinzierl aus Isen mit einer Darstellung der Krönung Mariens in "vollständiger geschmackloser und unkünstlerischer Weise" übermalt . So jedenfalls urteilte Pfarrer Josef Fischer am 21.10.1934 und veranlasste die Entfernung der Übermalungen 26) .
Grabwunder des St.Alban
Zwei große Engel halten den schweren Deckel eines Sarkophags hoch. Von rechts kommt der enthaup-tete Heilige im Priestergewand und trägt sein ver-klärtes Haupt in den Händen. Über der Szene schweben Engel. Links und rechts wird das Gemälde von zwei Rocaillekartuschen mit Goldbrokathintergrund flankiert, in denen Putten auf das Hauptgemälde weisen.
  Hinweis: Alban war der Überlieferung nach Priester und predigender Kämpfer gegen den Arianismus, der die Göttlichkeit von Jesus leugnete. Von Rom wurden er nach Mainz gesandt, um den vertriebenen katholischen Bischof Aureus wieder einzusetzen. Doch Alban geriet dort in den Krieg. Die Vandalen, die wohl vor den Hunnen flüchteten, überquerten in der Silvesternacht 406/407 den Rhein und eroberten Mainz. Die Vandalen waren schon Christen geworden, gehörten aber der arianischen Konfession an. Sie ergriffen Alban und enthaupteten ihn. Die Legende berichtet, der enthauptete Alban habe seinen Kopf in die Hände genommen, um ihn an die Stelle zu tragen, wo der Heilige begraben werden wollte. Albans Grab wurde angeblich bei Ausgrabungen im Süden von Mainz gefunden. Festtag: 21.Juni

 

Hochaltar / Choraltar

Der elegant wirkende Hochaltar ist eine raumhohe Säulen-Baldachin-Architektur aus grau und rot marmoriertem Holz. Die Stipes, der Altartisch, ist gemauert und verputzt 18)  .
  Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb ist die Säule vor al-lem an Altären eine beliebte Bauform. Der Baldachin symbolisiert schon seit dem Altertum Würde und Heiligkeit der darunter stehenden Gestalt.


Choraltar

Vier Rund- und zwei Ecksäulen bilden mit dem verbindenden Gebälk das architektonische Gerüst. Die über Eck gestellten äußeren Säulen verleihen dem Altar ein bühnenartiges Aussehen. Diese Architektur "mit dem geschweiften Giebel und der verspielten Dekoration gehört stilistisch in die Zeit des ersten Viertels des 18.Jh. in dem die Brüder Asam mit ihren bewegten Altären und Inszenierungen Maßstäbe gesetzt hatten", so Dr.Unger-Richter.
Säulen und Gebälk umrahmen - verbunden durch Bögen mit vergoldeten Vasen und Rocaillen- eine gute Schnitzgruppe aus der Zeit um 1760:
- Christus am über 2 m hohen Kreuz, darunter
- Johannes der Täufer und
- St. Sebastian.

  Noch 1738 war der Choraltar dem Kirchenpatron St.Alban geweiht. Wohl mit einem Altarblatt, auf dem der Heilige dargestellt war. Dies können wir aus einer Eintragung im Inventarium (Inventarverzeichnis) von 1851/52 schließen, in der es heißt: "Ein Hochaltar von Bildhauer-Arbeit mit großem sehr schönem Kruzifix und 2 Statuen des hl.Johannes und Sebastian, im Jahre 1847 durch Beiträge von Wohltätern renoviert, das Altarblatt - St.Alban Märtyr- neu gemalen". Das Gemälde hängt heute auf der Empore" 26)
Der Ausdruck "neu gemalen" legt nahe, dass schon vorher ein Albangemälde vorhanden war.


Hochaltaraufsatz
Auf den das Kruzifix umrahmenden Bogen ist der Aufsatz des Hochaltars gestellt. Er zeigt das sog. Auge der Dreifaltigkeit im Strahlenkranz, umgeben von einem Dreieck und von sieben Engelsköpfen.

Auge Gottes im Dreieck
Das Auge im Dreieck als Darstellung der Dreifaltigkeit in ihrer Allgegenwart und Allwissenheit hat sich in der Kunst unserer Gegend erst im 18.Jh verbreitet. Aus der frühchristlichen und mittelalterlichen Kunst ist es unbekannt.
Mittelteil
Zentrale Figur des Hochaltars ist seit 1847 Christus am Kreuz. Das über zwei Meter hohe Kruzifix dürfte aus dem frühen 19.Jh (?) 18)  stammen. Es handelt sich um einen Viernageltypus, das heißt, die Füße Jesu sind mit zwei statt wie sonst üblich nur mit einem Nagel am Kreuzesholz befestigt. Der Corpus ist mit einer guten Inkarnatfassung versehen; jede Körperpartie hat ihre eigene Farbe. Das Kruzifix wurde 1847 renoviert 26) .

Altarkruzifix
Hinweis: Ein Kruzifix (crux=Kreuz, fixum=angehef-tet) ist die Darstellung des am Kreuz hängenden Christus. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus (Körper) des Gekreuzigten angebracht, weil die Kreuzigung als eine schändliche und würdelose Art der Hinrichtung galt (wie vor kur-zem bei uns der Galgen). Auch in der jüdischen Tra-dition war nach dem Alten Testament (Buch Dtn 21,22) jeder Gekreuzigte (ans Holz Gehängte) ein "von Gott Verfluchter".Ab dem 4.Jh wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphie-
  render, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden oder toten Gekreuzigten, und damit die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.
Assistenzfiguren
Als Assistenzfiguren stehen schon seit vielen Jahrzehnten zwei beliebte Heilige auf dem Choraltar: Johannes der Täufer und Sebastian, der Pestpatron. Die um 1761 18) geschnitzten Figuren spiegeln den Geist der Zeit eines Ignaz Günther oder Joh.Bapt.Straub wieder, so Dr.Unger-Richter 26). Es sind körperbetonte, durchmodellierte Skulpturen, deren kunstvoll drapierte Gewänder Körperbewegung betonen. Beide Figuren sind der Altarmitte, dem Kreuz, zugewandt.


St.Sebastian

Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein.  Der heilige Sebastian wird deshalb  als Pestpatron und
-der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Festtag: 20.Januar

Johannes d.Täufer (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes, und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt weg-nimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet. Festtag: 24.Juni



Joh.d.Täufer
Tabernakel
Der 85 cm hohe 18) Rokoko-Tabernakel aus rot und grau marmo-riertem und teilweise vergoldetem Holz besitzt eine leicht konkave, vergoldete Türe mit Kelchrelief inmitten eines Strahlenkranzes. Auf ihm steht das o.a. große Altar-Kruzifix.


Tabernakel
Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwan-delter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittel-alter wurde er auch Ort der Anbetung und Vereh-
  rung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.
Reliquiare
Zu Füßen des Altarkreuzes stehen auf der Predella zwei vergoldete  Reliquien-Schaugefäße, sog. Reliquien-pyramiden in den geschwungenen Formen des Rokoko. Die Gefäße bestehen aus vergoldeten Holz.
Die (mit Sockel) 82 cm hohen
18) Pyramiden enthalten neben den Reliquien (Halb)Edelsteine und ornamenta-len Schmuck aus Silberblech sowie  Filigranarbeiten aus Gold- und Silberfäden (z.B.Golddrahtblüten).


Reliquienpyramide

Auf kleinen Pergamentstreifen (Cedulae) sind die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen verzeichnet:
S.PLACIDI, S.TRNQUILI, S.NONOSUS, S.CLARUS, S.PECIOSUS M., S. GAUDENTIUS, S.SIMPLICIO M., S.GAUDIOSUS, S.PATIENS, S.GENEROSI.
Dazu sind drei Darstellungen des Lamm Gottes (sog.Agnus Dei) aus Wachs im Reliquiar angebracht.

 
Hinweis: Reliquien (lat. reliquiae = Überrest) waren in früheren Jahrhunderten sehr wertvoll und wurden von den Herrschenden gesammelt wie heute Kunstgegenstände. Die Gläubigen verehrten in der Reliquie den Heiligen selbst. Damit wurde in der christlichen Kirche ein Brauch fortgesetzt, der schon im Altertum weit verbreitet war. Bereits im Heroenkult antiker Zeit, in der Verehrung von besonders herausragenden und ausgezeichneten Menschen nach ihrem Tod, standen deren Grab und Gebeine im Mittelpunkt des Kultes. Der christliche Reliquien-kult ging von den Gräbern der Märtyrer aus. In der Verehrung der Reliquien erhofften sich die Gläubigen eine Teilhabe an der überirdischen Kraft des Heiligen, die ihm Gott wegen seine Martyrertodes oder seines segens-reichen Wirkens auf Erden verliehen hat. Für das einfache Volk war es auch unmaßgeblich, ob es sich um die Originalreliquien handelte oder um einen Gegenstand, den man lediglich an der Originalreliquie "anberührt" hatte. Bis zum 13.Jh waren die Reliquien verschlossen. Erst danach wurden sie den Gläubigen in allerlei Schaugefäßen gezeigt.
 
 

Epitaphe

An den Chorwänden sind Epitaphe (Grab- und Gedenksteine) angebracht. 


1706

Links ein wappengeschmückter Stein für Maria Magdalena von Paumbgartt mit 6 Kindern, geb. Freyin von Liechtenau auf Lending und Höppberg (-Heppberg), Soden, gest. 1706.
(Maße: 93x 62cm) 


1804

Neben dem Sakristeieingang ein Stein für Xavier von Cramer gest. 1804, kurpfälz. bayr.Hofrat, Pfleger zu Eisenhofen und Kastner. Auf ihm zeigt ein helles Relief den Verstorbenen, an einem Schreibtisch in der Bibliothek sitzend. Die geknickte Kerze und die abgelaufene Stundenuhr sind Vanitasmotive, die auf den Tod hindeuten. (168 cm).
"Das Relief erinnert, ebenso wie das für seine Frau Barbara auf dem daneben liegenden Stein, an antikes Formengut mit einer Trauernden, die auf einem Sarkophag sitzt. Es ist ein Stilmerkmal des Klassizismus und kennzeichnend für das beginnende 19.Jh. Ihr Auftreten in einer kleinen Dorfkirche ist allerdings außergewöhnlich und nur erklärbar aus der Funktion des Dargestellten als Verwalter des Hofmarkschlosses" (Unger-Richter in der Chronik Eisenhofen).


1804
Auf der gegenüberliegenden Seite (südlich) befindet sich ein Stein für seine ebenfalls 1804 verstorbene Gattin, die churpfalz-bayerische Hofrätin und Pflegerin zu Eisenhofen, Barbara von Cramer, geb. Sieherer. Ihr Relief zeigt eine trauernde Frauengestalt auf einem Sarkophag, daneben klagende Kindergestalten. Unten ein Wappen mit zwei Löwen, einer Harfe und gekreuzten Ähren.
Die Inschrift lautet: "O Gott, der uns durch sie das Erdenleben und was noch mehr Erziehung hat gegeben, belohne sie; und scheiden wir von hier, o so gieb uns eine Plätzchen nah bey ihr. (Maße: 75 x 70 cm) 
  Auf der gegenüberliegenden Seite (südlich) befindet sich das Grabdenkmal aus Plattenkalk für den hochfürstlichen freisingischen Hof- und Kammerrat Lorenz Pschemele, Pfleger und Kastner zu Eisenhofen, gest. 1774, sowie für seine Ehefrau, gest. 1779.
(Maße: 75 x 70 cm)
 



1973

Gedenktafel aus Marmor an Weihbischof Neuhäusler.
Text: "Zum Gedenken an unseren hochw.Herrn Weihbischof Dr.Johannes Neuhäusler, Päpstl. Thronassistent und Domprobst
* 27.1.1888 in Eisenhofen,
Priesterweihe 29.6.1913
Bischofsweihe 20.4.1947,
+ 14.12.1973, nach einem reicherfüllten Leben. R.I.P. die dankbare Kirchengemeinde Eisenhofen"

Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.



Zelebrationsaltar


Ambo

Der Zelebrationsaltar und der Ambo sind beide dem Stil des Rokoko nachempfunden, damit sie den übrigen Altäre angepasst sind. Sie wurden zu unterschiedlichen Zeiten erstellt.

Der Zelebrationsaltar ist etwas älter. Er besteht aus grau und rot marmoriertem Holz (= in Marmormuster bemalt) und ist teilweise vergoldet.
Der Ambo, der "Tisch des Wortes", ist besonders formenreich gestaltet.


Zelebrationsaltar
 

Hinweis: Der Ambo ist das Lesepult, an dem die Predigt, Lesungen und Evangelium vorgetragen werden.
In der Liturgiekonstitution des II.Vaticanums Sacro-sanctum concilium (SC 124) heißt es dazu:
"Die Verkündigung der Lesungen und des Evangeliums sowie die Predigt erfolgen wiederum von dem bereits
in der Liturgie des ersten Jahrtausends bekannten Ambo, dem als 'Tisch des Wortes'ein hoher Rang zukommt
".
Deshalb wurden nach dem Konzil (um 1970) in allen Kirchen Ambos (Lesepulte) aufgestellt. Sie sind der Ersatz für die nicht mehr benutzte Kanzel. Nach Möglichkeit soll der Ambo einen festen Platz haben und -wie der Altar- mit dem Boden fest verbunden sein. Die Größe der Buchauflage sollte sich am Evangeliar orientieren; ein Überstehen des aufgeschlagenen Buches kann hierbei die optische Präsenz des Wortes Gottes unterstreichen.

Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen.

Verzierung an den Ecken
Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Der Zelebrationsalter ersetzt nun liturgisch voll den Hochaltar. 24)

 

Chorbogen

Der runde Chorbogen ist mit Goldbrokatmuster und "Stuck"-Rocaillen bemalt.

Chorbogen

 

Langhaus / Kirchenschiff

Die Langhausdecke wurde im 18. Jh mit flacher Tonne überwölbt, dadurch entstanden hier fünf Stichkappen über den Fenstern.

Deckengemälde im Kirchenschiff  16)

Wie im Altarraum sind auch an der Langhausdecke alle Flächen mit Malerei geschmückt. Selbst der "Stuck" ist -Plastizität vortäuschend- gemalt. Dies hatte allerdings finanzielle Gründe, denn ein Gemälde war billiger als Stuck. 07)
In den Gewölbezwickeln zeigen vier Kartuschenbilder Allegorien der vier Haupttugenden der Antike.
Dabei halten Putti vor goldenem Brokathintergrund die Attribute, die diese Tugenden bezeichnen:

Waage = Gerechtigkeit (Justitia)
Schlange  = Klugheit, Weisheit (Prudentia)
gefüllter Kelch  = Mäßigkeit, Besonnenheit (Temperantia)
Säule und Helm = Starkmut, Tapferkeit (Fortitudo)

Diese schon von Platon gepriesenen Tugenden der Antike (Kardinaltugenden oder natürliche Tugenden) wurden um das Jahr 400 in das Christentum übernommen und um die drei göttlichen Tugenden, Glaube, Liebe, Hoffnung ergänzt.

Das 6,30 x 3,85 m 16)  große Hauptfresko im Langhaus schildert die Enthauptung des Kichenpatrons St. Alban und seine Aufnahme in den Himmel.
Der Heilige war ein entschiedener Gegner der Arianer, die in Jesus nur den Menschen sahen und seine göttliche Natur leugneten. Das Bild zeigt das Martyrium des Wanderbischofs vor den Toren der Stadt Mainz, die durch einen hohen Turm und Paläste gekennzeichnet ist. Von einem Alten vorwärts gestoßen, erwartet er den tödlichen Schwertstreich, zu dem ein Henkersknecht bereits ausholt.
Enthauptung v.St.Alban
Den unteren Bildrand bildet ein Steingrab mit geöffnetem Deckel, neben dem eine trauernde Frau mit Grabtuch kauert. Im oberen Teil des Bildes halten Engel auf hellen Wolkenbänken bereits Lorbeerkranz und Märtyrerpalme bereit; im Himmel aber erwartet ihn der thronende Christus im rosa Mantel, mit Kreuz und Weltkugel von Engeln umgeben. Sein Blick und seine Gestik sind auf St.Alban gerichtet. Am linken Bildrand beobachtet ein wie ein Ritter Bekleideter mit Schild und Helm die Hinrichtung.
 
Hinweis: Der Kranz war das Ehrenzeichen des siegreichen Athleten, z.B. bei den Olympischen Spielen der Antike in Form eines Gewindes aus Laub, Blumen u.ä. Das Christusmonogramm war in der frühen Kirche öfters von einem Kranz umgeben und bezeichnete so Christus als den Sieger über den Tod (daher häufig auf Sarkophagen) oder - da die siegreichen römischen Kaiser den Lorbeerkranz trugen - als Kyrios, den Herrn der Welt. Als Siegeszeichen gebührte der Kranz auch den Märtyrern.

Das Fresko ist links unten signiert und datiert:  "J. Georg Dieffenpruner pinxit AO 1761" (..hat es 1761 gemalt).

...mehr zum Maler Johann Georg Dieffenbrunner
... 
Interessant dazu ist ein Brief des Kleinberghofener Pfarrers Wolfgang Wiedemann vom 22.9.1773, in dem es heißt:
  "Also mahlte Er (Dieffenbrunner) das Gotteshaus zu Eisenhofen der Pfarr Hirtlbach, er accordierte (stimmte sich ab) mit dem dortmahligen H.Pfarrer und dem dermahligen Tit.Herrn Dechant zu Sittenbach Joseph Resch, der accord (vereinbarter Lohn) war 150 Gulden, darzu mußte er ihm seinen Wein selbst beschaffen und mußte der Contract (offizieller Vertrag) auf 200 Gulden aussagen" 26) .
Der Vermerk bedeutete, dass Dieffenbrunner einen offiziellen Vertrag über 200 Gulden schloss, dann aber mündlich einen Nachlass von 50 Gulden gab. Dies hatte zwei Vorteile: zum einen erhielt Dieffenbrunner so leichter den aktuellen Auftrag, zum anderen hatte er mit dem höheren Betrag im Kontrakt bei Verhandlungen mit späteren Auftraggebern eine bessere Ausgangsposition.

Von 1865 bis 1934 war das Bild mit einer Darstellung der Auferstehung Christi übermalt (Maler Weinzierl aus Isen) übermalt. Allerdings in "vollständiger geschmackloser und unkünstlerischen Weise". So jedenfalls urteilte Pfarrer Josef Fischer am 21.10.1934 und veranlasste die Entfernung der Übermalungen 26) .

Bewertung
: Nach Dr. Unger-Richter
gehören die "Fresken in Eisenhofen sicherlich nicht zu den Höhepunkten in Dieffenbrunners Schaffen, sind aber angesichts der Fülle an Aufträgen, die er im Dachauer Raum in begrenzter Zeit ausführte, routiniert und solide gestaltet."26)  (Zu den besten seiner Werke gehören übrigens die Gemälde in Inhausen).


Seitenaltäre

Die  grau, rot, violett und grün marmorierten Seitenaltäre sind längs aufgestellt, damit sie die Sicht der Gläubigen in den Chorraum nicht verstellen; die Seitenwände sind an diesen Stellen etwas ausgehöhlt. Die Altäre wurden 1848 im damals schon lange unmodernen Barockstil errichtet. So konnten viele noch brauchbare Teile der barocken Vorgängeraltäre mitverwendet werden. Dem schon oben erwähnten Inventarium von 1851/52 ist zu entnehmen: "Zwei Seitenaltäre von Bildhauer-Arbeit im Jahre 1848 neu hergestellt und gefasst durch Beiträge von Wohlthätern die beiden Altarbilder St.Maria und St.Franz Xaverius".
Die Altaraufbauten haben einfache Säulen und Pilaster, die ein verkröpftes Gesims mit Englein tragen. In der Mitte der Retabel befinden sich rundbogige Nischen mit verglasten Leinwandbildern in vergoldeten Rokokorahmen. In den Zwickeln sind vergoldete Blumen zu sehen.

Linker Seitenaltar

Im Altaraufsatz das Jesusmonogramm IHS vor einem Strahlenkranz mit fünf Engelsköpfchen.
Die Zeichen IHS sind übrigens griechische Buchstaben (das H ist ein Eta) und bedeuten "JHS(OUS)"=Jesus. Andere Deutungen sind: "Jesus, hominum salvator" (lateinisch "Jesus, Erlöser der Menschen") oder auch volkstümlich "Jesus, Heiland, Seligmacher".

Der linke Seitenaltar ist dem Asienmissionar Franz-Xaver geweiht.  Er missionierte von Goa in Indien aus auf mehreren Reisen den fernen Osten (u.a.Japan und China) und bekehrte in Massentaufen Tausende von Menschen.
Sein Bild hinter einer Glasscheibe ist sehr dunkel, fast monochrom gehalten. Es hat den Tod des Jesuiten- Missionars zum Inhalt, der in der Fremde, nur von Eingeborenen in exotischem Schmuck umgeben, in einer Hütte stirbt. 


St.Franz Xaver-Bild

Zu sehen sind auch seine persönlichen Attribute Pilgerstab, Lilie und Kruzifix.

Das unscheinbar wirkende Ölbild (71 x 57 cm
18)) ist eine recht qualitätsvolle Arbeit mit typischen Merkmalen der Augsburger Malerei um 1760 07). Vielleicht wurde es auch von J.Georg Dieffenbrunner gemalt, der ja um diese Zeit in Augsburg tätig war und auch als Tafelmaler arbeitete (z.B. in Ettal, Egling, Geisenfeld, Friedberg) 26) .

Auf dem Altartisch, der Mensa, steht eine Figur des hl.Joseph aus dem Ende des 19.Jh.mit Plastiklilien in der Hand. Sie wurde in der Mayer'schen K.H.Kunstanstalt München nach 1882 hergestellt.
Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.

Die Mayer'sche Hofkunstanstalt war im ausgehenden 19.Jh. die bedeutendste Werkstatt für religiöse Kunst in Bayern. Sie wurde von Joseph Gabriel Mayer 1844 gegründet, um begabten Behinderten eine Möglichkeit zu geben, ihr Talent in eine berufliche Tätigkeit einzubringen. Mayer war vorher Vorstand der staatlichen "Anstalt für Erziehung und Unterricht krüppelhafter Knaben".
Im Betrieb wurden Heiligenstatuen, Kreuzwegstationen und andere christliche Plastiken hergestellt und gefasst sowie Altaraufbauten produziert. Bereits kurze Zeit später beschäftigte Mayer 100 Mitarbeiter, für die er Kranken- und Unterstützungs-kassen schuf. 1882 verlieh der bayerische König Ludwig II. dem Unternehmen den Titel "Königliche Bayerische Hofkunstanstalt". 1892 folgte der Titel "Institut des Heiligen Apostolischen Stuhles", verliehen durch Papst Leo XIII. (1878-1903).


Rechter Seitenaltar

Im Altaraufsatz das Marienmonogramm, in dem die vier verschiedenen Buchstaben des Namens "Maria" ineinander
geschrieben sind.

Der rechte Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht. 
Das Altarbild ist eine von unzähligen Kopien des Gnadenbildes "Maria Hilf'in Passau, das interessanterweise selbst eine Kopie ist. mehr zum Gnadenbild aus Passau......


Mariahilfbild

Das Bild in Eisenhofen wurde im 17. 15) oder 18.Jh 18) mit Öl auf Leinwand gemalt. Es zeigt die Madonna im hellblauen Kleid und zinnoberrotem Mantel. Das Christuskind streichelt die Mutter am Kinn und versucht vom Schoß Mariens aus ihren linken Arm zu erreichen. Ein feiner Schleier verdeckt bis über die Augen die Stirn der Madonna. Nach Art östlicher Ikonen umgibt das juwelenbesetzte Konturenband mit aufgesetzter Goldborte (in der Technik der sog. "Klosterarbeiten" 07)) die Heiligenscheine der beiden sich aneinander schmiegenden Köpfe.
Auf dem Altartisch steht eine einfache Figur der trauernden Muttergottes mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Pieta). Sie wurde wohl schon im 17.Jh. 18) geschnitzt; die Fassung (Bemalung) ist aber neu.
Die Darstellung ist ungewöhnlich, weil der Tote fast wie ein Kind mit aufrechtem Oberkörper gehalten wird. Der Leichnam ist dennoch so gelagert, dass alle fünf Wunden sichtbar sind und verehrt werden können
12) .

Pieta
Hinweis: Die Darstellung der Muttergottes mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß entspricht keinem Bibelbericht. Nach dem Johannesevangelium stand Maria zwar unter dem Kreuz; ihre Anwesenheit bei der Kreuzabnahme ist aber nicht belegt.
Deshalb standen die Pietas in Italien lange unter dem Verdacht der Ketzerei und wurden auch von den Re-formatoren in Deutschland abgelehnt. Den Namen Vesperbild erhielten sie, weil die Zeit, die im Stun-
dengebet der Mönche und Nonnen der Trauer um den Tod Jesu gewidmet wird, der Sonnenuntergang ist, die Zeit der Vesper. Der Begriff "Pieta" (ital. Mitleid) weist nach Robert Böck auf die kindliche Liebe und das innige Mitgefühl hin, das die Gläubigen dieser Darstellung entgegenbrachten 30) .
..mehr zu Pieta -Darstellungen im Landkreis...


F
iguren an den Seitenwänden

An der Südwand des einschiffigen Raumes stehen zwei Figuren aus dem 20. Jh: 

- eine Madonna im Strahlenkranz im Stile der Zeit um 1500. Nach der Inschrift auf dem Sockel "1914-1918"
   soll die Figur an die toten und vermissten Teilnehmer des 1. Weltkriegs erinnern.

- und ein etwas süßlich geratener "Salvator Mundi".

got.Madonna
  Hinweis: Der Figurentypus des Salvator Mundi entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser
wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.
Unter der Empore steht eine neuere Statue des hl. Konrad von Parzham, der einem Kind Brote reicht.
Der Heilige war Ende des 19.Jh. 41 Jahre lang im Kloster Altötting Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte; keines von ihnen ging leer aus (deshalb das Brot in seiner Hand)
.


St.Konrad



zur Beschreibung der Apostelleuchter zur Beschreibung der Deckengemälde zur Beschreibung der Kanzel zur Beschreibung der Kirchenbänke Konrad von Parzham zur Beschreibung der Kreuzwegbilder zur Beschreibung der Orgel zur Beschreibung des Franz-Xaver-Altar   
per Mouseklick zu den Beschreibungen
Kanzel

An der Nordseite ist die Kanzel aus dem Jahr 1760 angebracht. Sie ersetzte ein älteres Stück, das schon 1743 als baufällig bezeichnet und durch Dominikus Regauer aus Hirtlbach notdürftig geflickt worden war.
Ein Schalldeckel an der Kanzel fehlt.
Am leicht geschwungenen Kanzelkorb mit roter Brüstung und moosgrünem Corpus ist der Gute Hirte als Halbfigur (in Inkarnat- und Goldfassung) dargestellt.

Kanzel
Seitlich sitzen zwei unterschiedlich große Rokoko-Englein aus Holz.
Die Gesetzestafeln des Moses mit den 10 Geboten verblenden die Rückseite, durch die die Zugangstür führt. Darüber die versilberte und vergoldete Hl.Geist-Taube im Strahlenkranz.
Der Ortshistoriker Schneider beschreibt die Kanzel so:
 

"Dem bescheidenen Dorfrahmen und fortgeschrittenem Rokokogeschmack entsprechend, dem das Pompös-Aufwendige zum Greuel geworden war, verzichtet sie auf einen Schalldeckel."  07)


Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.
Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sünden-vergebung bezogen (Mt.18,12-14). In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester über-tragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln.

Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach kam "der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab, wie eine Taube" (Lk, 3,22). Beim Konzil von Konstantinopel (536 n. Chr.) wurde die Taube von der katholischen Kirche als Abbild des Heiligen Geistes offiziell anerkannt. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen von Haimhausen und Unterweilbach).



Kirchenbänke

Am modernen Kirchengestühl (16 Reihen rechts und 14 links) wurden die barocken Wangen des 18. Jh wieder angebracht.

Auf der tiefen Empore befindet sich ebenfall eine Reihe von Kirchenbänken (links fünf, rechts 9 Holzbänke) aus dem 18.Jh.
18)
Sie haben keine künstlerisch gestalteten, sondern nur glatte Wangen; doch an ihnen sind noch die Namensschilder vorhanden, die den Gläubigen gegen eine angemessene Gebühr einen festen Platz sicherten.
Die festen Plätze in der Kirchenbank waren in der Regel an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl. Auf den blauumrandeten Schildern stehen in gelber Schrift der Schreibname und der Hofname der berechtigten Familie. Daneben ist direkt auf das Holz schwarzer Schrift die Platznummer geschrieben.



Kirchenbank
Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst eine Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottes-dienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. wurden zuerst die

Kirchenbanknamen
evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet, weil dort die Predigt als Medium der
Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt; beim Sitzen ist der Zuhörer aufmerksamer, geduldiger und ruhiger. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten.


Wenn Sie sich weitere Wangenmuster von Kirchenstühlen aus den Kirchen des Landkreises Dachau ansehen möchten,
klicken Sie hier...


Kreuzwegbilder

Unter der Empore hängen die Bilder eines Kreuzwegs aus dem Ende des 18.Jh 18) in relativ hellen Farben (Öl auf Leinwand).
Wie im nahen Walkertshofen sind die im klassizisti-schen Stil gehaltenen Rahmen in Weiß und Gold gehalten. 
Die 44 x 34 cm
großen Bilder wurden aber zwischenzeitlich restauriert 18)

  
Kreuzwegstation mit
klassizistischem Rahmen

Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde.
Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Kreuzwegs und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen,
klicken Sie hier...


Apostelleuchter

An den Seitenwänden sind schöne schmiedeeisernen Apostelleuchter vor bemalten Apostelkreuzen aus Stuck angebracht. Sie erinnern an das in der Apokalypse (Kap 21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems.  
Die mit einem Stuckrahmen umgebenen Apostelkreuze sind mit einem ockerfarbigen Kreuz und mit orangen Blüten in den Kreuzbalkenzwickeln auf rotem Hintergrund gestaltet. Kreuz und Blumen sollen Schöpfung und Erlösung symbolisieren.

Apostelleuchter



Empore

Durch die Erweiterung des Kirchenschiffs im Jahr 1865 ist die Orgelempore zweieinhalb Joche tief geworden. Die Brüstung ist verputzt und mit Rocaillekartuschen und Rosengehängen bemalt. Der alte Brüstungsbalken ist mit Graffiti versehen.


   Orgel   10), 11)

Die Orgel aus dem 19.Jh von einem unbekannten Orgelbauer wurde 1973 von Günter Ismayr aus Bernried restauriert (Signatur "Restauriert von G.Ismayr, 8131 Bernried 1973"). Sie besitzt nur ein Manual mit 8 Registern.
Der Spieltisch ist seitlich eingebaut. Der dreiteilige Prospekt in einem klassizistischen Gehäuse ist mit neubarocken Rocaillen verziert; er wurde neu marmoriert.
 

Disposition der Orgel (nach Brenninger -Stand 1975-):
Manual (C-c'''): Gamba 8', CO 8', Principal 4', Rohrflöte 4', Quintaton 5 1/3, Octav 2', Mixtur 1fach 3'
Pedal: (C-f'):    O-Baß 8', angehängt

Im Jahr 1814 stand in Eisenhofen eine Orgel mit 5 Registern, die im gleichen Jahr auch repariert wurde.
Wenn Sie sich für Orgelgehäuse interessieren und vergleichen möchten, sollten Sie hier klicken...
  Allgemeines zur Orgel.
Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.


Albanbild

Der Prospekt der kleinen Orgel trägt auf der Rückseite ein 220 x 113 cm 18)  großes Gemälde in vergoldetem Rahmen mit dem Thema "Enthauptung des hl. Alban" (1847).  St.Alban kniet vor dem Hintergrund einer Bergkulisse am Boden und erwartet mit zum Gebet ausgebreiteten Händen den Schwertstreich des Henkers.

Dass das Bild aus dem Jahr 1847 stammt, können wir dem Inventarium (Inventarverzeichnis) von 1851/52 26) entnehmen, in dem es heißt: "Ein Hochaltar von Bildhauer-Arbeit mit großem sehr schönem Kruzifix und 2 Statuen des hl.Johannes und Sebastian, im Jahre 1847 durch Beiträge von Wohltätern renoviert, das Altarblatt - St.Alban Märtyr- neu gemalen". Das Bild war wohl hinter dem Kruzifix im Choraltar angebracht.


Enthauptung v.St.Alban


K
rippe


In der Weihnachtszeit wird in der Kirche eine Krippe aufgebaut.
Der Stall wurde von Hans Hillreiner, Rudi Steinböck und Anton Weber gebaut. Die Figuren haben Rosi Schöngruber und die Seniorengruppe um 1988 gebastelt.
21)

Wenn Sie sich auch für andere Krippen interessieren, klicken Sie hier..


Karnernische

In der im 19.Jh 18) angebaute Vorhalle fällt ein dreiteiliger Glasschrein der Barockzeit mit ornamentalen Ausschwüngen an allen Seiten ins Auge (45 x 71 cm 18)). Er enthält drei Schädeldecken, die mittlere mit blondem Zopf,

oben bemalt mit Jesus-, Maria- und Josefsmonogrammen und wohl der Jahreszahl 1699. Die Schädel sollen von den "Drei adeligen Fräulein von Eisenho-fen" stammen, die von der Dorfbevölke-rung noch vor wenigen Generationen als Wohltäterinnen des Ortes verehrt wurden und für die im Sonntagsgottesdienst gebetet wurde.

Schädel der 3 adeligen Fräulein v. Eisenhofen

Die Fräulein sollen "vor Jahrhunderten" den Bewohnern von Eisenhofen und Kleinberghofen das Waldgebiet "Hardt" geschenkt haben. Das steht in einem bereits 1689 geschriebenen Brief der Eisenhofener an den Bischof von Frei-sing. Hier stellt sich schon die Frage: Wenn die Fräulein 1689 schon "vor Jahrhunderten" tätig waren, müsste das vielleicht im 15.Jh. gewesen sein. Was bedeutet dann die Jahreszahl 1699 auf dem Schädel ?

Für diese großzügige Schenkung gibt es keine der früher üblichen Danksagungen und Ehrungen für Spender: weder Schenkungs-urkunde, noch Stifterplatte, Epitaph, Jahrtagsstiftung, Stifterbrief oder eine Notiz in der Kirchenrechnung.
Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler (gest. 1973), ein gebürtiger Eisenhofener, an den ein Gedenktafel im Kirchenschiff erinnert, hat schon als Theologiestudent 1910 die Sage untersucht
19) und ist zum Ergebnis gekommen, dass es sich bei der Schenkung von den 3 Fräulein um eine weit verbreitete Wandersage handelt, die in vielen Orten erzählt wird. In ganz Süddeutschland bis nach Belgien und insbesondere im alpenländischen Raum wurden drei geheimnisvolle fromme, ja heiligmäßige Frauengestalten mit Fürbitten und Jahrtagen verehrt. Die Namen wechselten etwas (z. Ainbeth, Gwerbeth, Vilbeth, Fürbeth, Wolbeth, Warbeth); sie wurden auch die "Drei seligen Jungfrauen", die "Drei Nothelferinnen" oder auch als die "Heiligen Drei Maderln" bezeichnet (nicht zu verwechseln mit der viel häufigeren Dreiheit Barbara, Katharina und Margareta - Barbara mit dem Turm, Margaret mit dem Wurm und Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl). Mancherorts galten sie als die Gespielinnen der hl. Ursula, im Pustertal sogar als Töchter der hl. Dreikönige. Wahrscheinlich reicht dieser erstaunlich zählebige Mythos bis in die Germanen- und Keltenzeit zurück, wo häufig eine lokal wechselnde Trias von Schicksalsgöttinnen oder Muttergottheiten durch Weihestelen Verehrung fanden. Und Neuhäusler beendet seine Untersuchung mit den Worten: "Angesichts der langen örtlichen Tradition wäre es doch schön, wenn der arg mitgenommene Schrein wieder etwas wohlwollendere Pflege fände, ohne dass eine Neubelebung des Aberglaubens ernstlich befürchtet zu werden bräuchte !" 31)
mehr über Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler finden sie hier:....


Ein Märtyrer aus Eisenhofen  22), 23), 25)


Benno Grahamer
Aus Eisenhofen stammt ein Märtyrer. Er kam hier 1888 als Benno Grahamer zur Welt, wuchs in einfachsten Verhältnissen auf, absolvierte eine Schneiderlehre und arbeitete in einer Schneiderei in Tandern. 1906, im Alter von 18 Jahren, trat er zu den Missionsbenediktinern in das Kloster St.Ottilien ein und erhielt den Ordensnamen Josef. Er ging 1910 in die Mission nach Nordkorea, das damals von den Russen, später von den Japanern besetzt war. Bruder Josef arbeitete er in der Territorialabtei Tokwon zunächst als Schneider und Pförtner und war immer mehr auch Ansprechpartner für Kranke. 1928 erhielt er nach einer Kurzausbildung im Universitätshospital von Seoul eine Bestätigung als "Arzt mit japanischem kaiserlichem Diplom".
Als nach dem 2.Weltkrieg die Kommunisten die Macht übernahmen, wurde er unter einem Vorwand als einer der ersten am 28. April 1949 gefangen genommen. Im Gefängnis der Hauptstadt von Pjöngjang war er unter grausamen Bedingungen inhaftiert. 17 Männer mussten sich eine 2,5 mal 3 Meter große Zelle teilen. Als im Oktober 1950 die UN-Truppen auf dem Vormarsch waren, erschossen die Kommunisten die Gefangenen (acht Patres und drei Brüder), darunter auch Bruder Josef (4. 10.1950). Er gehört so zu den Märtyrern von Tokwon, für die Bischof Jang am 28. Dezember 2009 das bischöfliche Erhebungsverfahren, d.h., den Seligsprechungsprozess eingeleitet hat.
Am 4.10.2015, dem 65.Todestag Grahamers, fand in seiner Heimatkirche Eisenhofen ein Gedenkgottesdienst statt, den Pater Berthold Kirchlechner aus St.Ottilien unter Mitwirkung des Kirchenchors Eisenhofen zelebrierte.
Im Oktober 2016 wurde vor seinem Geburtshaus in Eisenhofen ein Gedenkkreuz errichtet
28) .

Gedenkkreuz

Hans Schertl

Quellen:

01) Descriptio antiqua omnium Parochiarum Dioecis Frisingensis, in qua videre licet, quid juris Ordinario Frisingensi,
              Electori (Duci) Bavariae, monasterium Praelatis aliisque patronis competat v. 17.10.1601, Deutinger § 678
02) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
03) Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
04) Heyberger, Landes- und Volkskunde des Konigreichs Bayern,1868 Arial" (Statistik)
05) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1883
06) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.182, 612, 626)
07) Helmut Schneider, Chronik der Filialkirchenstiftung St.Alban in Eisenhofen, ca. 1990
08) Dr.Peter Dorner, Renaissancebild einer Landschaft, Amperland 1968 (Apian 1568)
09) Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
10) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
11) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
12) Heinrich u.Margarete Schmidt, Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 1981 (Pieta)
13) Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe 1707)
14) Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4 (Regauer)
15) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
16) Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
17) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Eisenhofen 802 Festvortrag, 2002, Amperland 2004/4
18) Kunsttopografie des Erzbistums München und Freising, 1982
19) Sage um Schädel der drei adeligen Fräulein, Dachauer SZ vom 20.8.001
20) Reindl hofft auf Störche, Dachauer SZ vom 17.2.2009 (Störche)
21) Krippenausstellung Erdweg, Dezember 2009
22) Bruder Benno starb für seinen Glauben, Dachauer Nachrichten vom 1./2.6.2013 (Grahamer)
23) Wikipedia, Josef Grahamer, 2013
24) Dr Heisig, Kunstreferat des Ordinariats München und Freising, Kunstfahrt 2014 (Zelebr ersetz Hochaltar)
25) Das Leben von Bruder Josef Grahamer vor Augen, Dachauer Nachrichten vom 11.11.2015 (Grahamer)
26) Dr.Birgitta Unger-Richter, Zwei Kirchen in Eisenhofen und Umgebung, aus Eisenhofen-Ortsgeschichte, 2015, S. 188
27) Maria-Angelika Luegmair, Dörfer in Asche, Eisenhofen ... im Dreißigjährigen Krieg, aus Eisenhofen-Ortsgeschichte, 2015
28) Roland Idecke, Dachauer Nachrichten vom 7.10.2016 (Gedenkkreuz)
29) Walter Gierlich, Die Störche kehren zurück, Dachauer SZ v. 1.7.2010
30) Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes 1991 (Pieta)
31) Johannes Neuhäusler, Die drei adeligen Fräulein von Eisenhofen, aus Eisenhofen-Ortsgeschichte, 2015 S. 261
32) Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 6, herausgegeben vom historischen Vereine Obb, 1844/45
33) Martin von Deutinger, Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate, 1820
34) Peter Pfister, Von Arbeo zum Internet, Katalog zur Ausstellung "75 Jahre Diözesanarchiv Mch/Freising", 1999
35) Wolfgang Grammel, Das Freisinger Land im Dreißigjährigen Krieg, Amperland 2000

57 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

11,1.2017