zur Landkreiskarte
ausführl.Beschreibung
Kirchen
in der Gem.Erdweg
![]()
Pfarrkirche St. Martin in KLEINBERGHOFEN
|
Die Pfarrei Kleinberghofen wurde im Jahr 1196 erstmals eindeutig als Minor
Perchoven erwähnt. Vorher war nur von Perchoven (Berghofen) die Rede.
Wahrscheinlich stand schon um 940
eine Kirche in Perchoven. Der Turm und der Altarraum
der heutigen Kirche St.Martin
wurden, - wie bei so viele Dorfkirchen im Dachauer Land- zur Zeit der
Spätgotik, Ende des 15. Jahrhunderts errichtet.
|
Seit 1971 ist die Pfarrei Kleinberghofen
ohne eigenen Pfarrer und gehört zum Pfarrverband Erdweg.
Die letzten Renovierungen wurden 1968 (außen), 1978 und
1984 (innen) durchgeführt.
|
Innenausstattung Der tiefe Altarraum ist mit einem Gewölbe bedeckt, während das Kirchenschiff eine Flachdecke besitzt. Beide Decken sind prächtig bemalt.
Der Künstler war der berühmte Johann Georg
Dieffenbrunner, der mit Hilfe seines Bruders die Fresken im Jahr 1765
gemalt hat. Dieffenbrunner hatte
mit seinem Meister Matthäus Günther in Indersdorf gearbeitet und zahlreiche
Aufträge im Dachauer Raum übernommen. Die Gemälde in Kleinberghofen,
die sich mit dem Leben und Wirken des hl. Martin befassen, gehören
aber nicht zu den besten seines Schaffens. Die Ausstattung der Kirche ist dem Barockstil zuzurechnen. Die Altäre sind dem hl. Martin (Choraltar), der Muttergottes (Seitenaltar links) und der hl.Anna gewidmet. Figurenausstattung:
|
![]() Vergrößerung von 10 Details (Altäre, Fenster,Kanzel, Epitaph, Decken) per Mouseklick |
Am Chorbogen und an den Seitenwänden sind
viele Epitaphe (Grabplatten) eingelassen.
| Schon in den Jahren 818
(in der Urkunde "Traditio Landperhti Presbiteri ad Perchchofum")
und 945 (im Codex A.Odalberti) wurde ein Ort mit Namen "Perchchofum"
bzw. Perchoven" erwähnt; es ist nicht sicher, doch wahrscheinlich,
dass damit Kleinberghofen gemeint war. Auch in der im Jahr 1566 herausgegebenen Landkarte von Apian (siehe rechts) wird Kleinberghofen noch als Perchouen bezeichnet, Großberghofen heißt hier Perckhofe. Im Jahre 1196 taucht erstmals der Name "Minor Perchoven" (= Kleinberghofen) auf. Damals schenkte ein gewisser Ratholdus seine Güter der Kirche in Kleinberghofen ("dem Altar der hl.Maria und des hl.Korbinian") unter der Bedingung, dass daraus jährlich 5 Pfennige zu bezahlen sind und dass nach dem Tod des Stifters ein Mann namens Eberhardus das Gut erben solle, der dann 12 Pfennige jährlich an die Domsakristei in Freising zu zinsen habe. |
Geschichte
der Pfarrei und der Kirche
Erste Kirche
Wenn der Name Perchoven die Ortschaft Kleinberghofen bezeichnet, darf man davon
ausgehen, dass die erste Kirche schon um das Jahr 925 bestanden hatte.
Damals vertauschten der Edle Jakob und seine Gemahlin Engilrat ihre Güter
im Innviertel mit den dem Erzbischof von Salzburg gehörenden Kirchengütern
in Berghofen, Stumpfenbach und Gumpersdorf. In einer Urkunde aus dem Jahr 940
wird zudem ein Priester in Perchova erwähnt.
Matrikel 1315
Die Konradinische
Matrikel von 1315 spricht von "Chlainperkhaim" ohne
Filialkirche ("Chlainperkhaim ecclesia parochialis per se").
Gotischer
Neubau
Zur Zeit der Gotik, im 15. Jh., wurde eine neue Kirche errichtet. Von
dieser Kirche haben Turm und Altarraum die Zeit bis heute überdauert.
Matrikel
1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 wird erstmals das Patrozinium des Erzengels
Michael erwähnt. Damals war Michael Allinger Pfarrer in Kleinberghofen.
Er wohnte in einem neu renovierten Pfarrhaus. Die Zahl der Communicantes, der
Gläubigen, die schon zur Kommunion gehen durften, betrug 68. Damit gehörte
Kleinberghofen zu den fünf kleinsten Pfarreien im Gebiet des heutigen Landkreises
Dachau.
Das Präsentationsrecht für die Pfarrei Kleinberghofen soll bis um 1525/1530 beim Kloster Wessobrunn gelegen haben, bis der herzoglich-bayerische Kanzler Dr. Leonhard Eck die Hofmarken Kleinberghofen und Eisenhofen sowie Rechte und Liegenschaften in Erdweg und Walkertshofen erwarb.
Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger
Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine
Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien
angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche
Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation
Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des
Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch
die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse
Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob
die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder
der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse
Im Bericht über St. Martinus in Khlain Perckhofen heißt es, Pfarrer
sei Wolfgangus Nidermayr, aus Wasserburg gebürtig. Er sei seit 9 Jahren
Priester, davon im dritten Jahr Pfarrer in Kleinberghofen. Auf alle Fragen der
Visitatoren über die katholische Theologie und Praxis habe er gut zu antworten
gewusst. Die Befragung habe ergeben, dass der katholischen Lehre treu geblieben
sei. Nidermayr sei kein Wirtshausgänger oder Spieler ("Pfarrer sey
kain sauffer, spiler noch rumorer"). Er lebe mit seiner Köchin zusammen
mit der er drei Kinder habe. Die Pfarrei habe 120 erwachsene Gläubige ("communicantes"),
die alle katholisch geblieben seien. Die Pfarrei Kleinberghofen sei früher
dem Kloster Wessobrunn incorporiert gewesen; seit einiger Zeit gehöre sie
dem bayerischen Kanzler Dr. Leonhard Eck.
Kirche: Die Kirche sei ausreichend ausgestattet und werde sauber gehalten
("Bey der kirchen ist nit mangel")...
Wenn Sie den ganzen Text des Visitationsberichts lesen möchten, klicken
sie hier...
Umbau
1650
Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch
Kleinberghofen nicht geschont. Die Pfarrkirche und viele Höfe wurden niedergebrannt.
So ist es verständlich, dass nach dem Krieg größere Baumaßnahmen notwendig
waren. 1655 erfolgt eine Anfrage der fürstbischöflichen Behörde,
was der Bau des Gotteshauses in Clainperckhoven gekostet habe. Dies deutet auf
einen teilweisen Neubau, zumindest auf eine Ergänzung oder Renovierung
der St.Martinskirche in der Zeit um 1650 hin.
Altarweihe
1707
Der 20. Juli 1707 war ein
großer Feiertag für die Filialkirchengemeinde Oberzeitlbach. An diesem
Tag war der Fürstbischof Johann Franz von Eckher zu Gast. Er weihte die
drei Altäre in der Kirche und spendete 52 Kindern das Sakrament der Firmung.
Das Weihedatum bedeutet aber nicht zwingend, dass die Altäre erst kurz
vorher neu beschafft oder renoviert worden wären. Es könnte auch sein,
dass 60 Jahre vorher - im 30jährigen Krieg - die Altäre von Soldaten
entweiht und in den Jahren danach wieder hergestellt worden sind. Ab 1652 saßen
nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von
Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger Bischofsthron, die
mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben konnten;
Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. Nach 40 Jahren
kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung, für
den nach so langer Zeit ohne Kirchenweihen und ohne Firmungen viel zu tun war.
Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus; er
unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums.
Die Weihe der Altäre am 20.7. in Kleinberghofen war Teil einer intensiven
Weihewoche, die den Bischof innerhalb der 7 Tage vom 19.bis 25.7. in die Kirchen
von Altomünster,
Oberzeitlbach, Kleinberghofen, Westerholzhausen, Niederroth,Weyhern, Oberroth,
Armetshofen, Schwabhausen Edenholzhausen und Welshofen führte. Dabei weihte
er die Kirche in Westerholzhausen sowie in den anderen Kirchen 24 Altäre
und spendete fünfmal die Firmung (an 416 Firmlinge).
Schmidtsche
Matrikel von 1738
In den Jahren 1738/40 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien
der Diözese besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel kurz beschrieben. Das Präsentationsrecht an
der Pfarrei "s.Martini in Klainperghoffen" hätten früher
die Schlossherrn von Eisenhofen besessen; inzwischen sei es an den Freisinger
Bischof übergegangen (doch später war dieses Präsentationsrecht
des Bischofs eingeschränkt worden: der Bischof konnte dem bayrer. König
nur drei Candidaten vorschlagen). Der Pfarrer des Jahres 1740 hieß Georg
Fronhauser; er übte das Amt schon seit 1703 aus. Er wohnte in einem frisch
restaurierten Pfarrhaus. Auch die Scheune war neu; sie war nach einem Brand
wieder errichtet worden. Die Zahl der Communicantes war auf 115 gestiegen. Die
Pfarrkirche selbst, schreibt Schmidt, sei ein schöner, anmutiger Bau, der
in seinem Inneren drei Altäre beherberge. Sie seien dem hl.Martin, der
Mater dolorosa und der hl.Anna geweiht. Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag
vor dem Laurentiustag (10.8.). In der Sakristei würden schöne Messgewänder
aufbewahrt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Im Friedhof stehe ein Beinhaus.
Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Schlossherr von Eisenhofen.
Der Bericht endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen
dises Pfarr-Gottshauses solle diser Zeit gegen 500 fl. (=Gulden) ausmachen".
Im Jahr 1765 wurde die Kirche von Johann Georg Dieffenbrunner mit Hilfe seines Bruders ausgemalt und teilweise mit neuen Figuren ausgestattet. Dieffenbrunner erstellte die Gemälde in nur 6 bis 7 Wochen. Kein Wunder, dass die Fresken in Kleinberghofen nicht zu seinen besten Werken gehören. Dies empfand auch der Pfarrer Wiedemann so und wollte dem Künstler nur einen Teil des Honorars geben. Es dauerte 10 Jahre, bis Dieffenbrunner nach einer bischöflichen Entscheidung zu seinen Gunsten das Geld vollständig erhielt.
Beschreibung
1880
Kirche und Pfarrei Kleinberghofen sind auch in der "Statistischen Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-80 enthalten,
die der Benefiziat Anton Mayer als Buch veröffentlicht hat:
Geographie: "Die Pfarrei hatte damals 284
Seelen in 52 Häusern. Sie gehörte zu den kleineren Pfarreien im Gebiet
des heutigen Dachauer Landkreises. Die Pfarrei hat einen Umfang von 5 km. Die
Wege sind ziemlich gut".
Pfarrei: "Präsentationsrecht
besitzt das Domkapitel (=das Domkapitel, der engste Mitarbeiterstab des
Bischofs, war eine eigenständige juristische Person, die unabhängig
vom Bischof selbst kirchlichen Besitz und Rechte haben konnte). Die Kirchenrechnung
weist bei 2173 Mark Einnahmen und 116 Mark Lasten einen jährlichen Reinertrag
von 1778 Mark aus. Das Widum (=der Pfarrbauernhof) hat Grundstücke
im Umfang von 52 Tagwerk (=17 ha) der Bonität 7 aus. Das Pfarrhaus
ist ein altes Gebäude; das Erbauungsjahr unbekannt, für Selbstbetrieb
der Ökonomie zu beschränkt. Die Einteilung des Pfarrhauses zweckmäßig,
zu ebener Erde sehr feucht, oben trocken. Ökonomiegebäude: Erbauungsjahr
unbekannt, zu weitläufi (Zehentstadel), Stallungen nicht gewölbt,
Kuhstall feucht, Pferdestall trocken. Kein Hilfspriester. Die lückenhaften
Matrikelbücher beginnen 1637".
Kirche: "Erbauungsjahr unbekannt, restaurirt 1843 und 1873. Baustyl
ursprünglich romanisch, Altäre Renaissance. Geräumigkeit zureichend.
Baupflicht hat die Kirche. Sattelthurm mit 2 Glocken. Patrozinium am 11.November.
3 Altäre, Orgel mit 6 Registern. Im Chorraum Grabsteine der Pfarrer Joh.Eisenmann
+ 1681 und Christoph Huber +1698. Cemeterium (=Friedhof) bei der Kirche, ohne
Kapelle. Pfarrgottesdienste an allen Sonn-und Festtagen. Ewige Anbetung am 6.Dezember.
Pfarrer hat mehrere Aushilfen in Altomünster, Hirtlbach und Sittenbach
zu leisten. Stiftungen: 17 Jahrtage und 49 Jahrmessen. Meßner und Cantor
ist der Lehrer. Eigenes Meßnerhaus nicht vorhanden. Vermögen der
Kirche: 20.600 Mark".
Verlängerung
1933
Im Jahr 1933 wurde die Kirche nach Plänen von Franz Günther um 4,5
m nach Westen verlängert. Dies bedeutete zugleich eine Vergrößerung der Empore,
die 45 Jahre später, bei der Renovierung 1978 wieder teilweise zurückgenommen
worden ist. Damals wurde die Empore um 2,50 Meter verkürzt.
Seit 1971 ist die Pfarrei
Kleinberghofen ohne eigenen Pfarrer und gehört zum Pfarrverband Erdweg.
Renovierungen sind aus den Jahren 1843, 1873, 1901(innen), 1904 (außen),
1968 (außen), 1978 und 1984 (innen) bekannt.
Die Liste der Pfarrer von
Kleinberghofen von 1477 -1968 finden Sie hier...
Die Kirche liegt auf einem Hügel
oberhalb des Zeitlbachtales inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der Altarraum schließt in drei Seiten eines Achtecks.
Das 26 m lange und 7,5 m breite Kirchenschiff besitzt vier Joche.
Das westliche Joch, das erst bei der Verlängerung im Jahr 1933 angebaut
wurde, wirkt durch die innen hochgezogene zweite Mauer wie ein zusätzliches
Vorhaus und besitzt ein tiefer gelegenes Satteldach. Von hier aus betritt man
die Kirche oder gelangt über eine Holztreppe auf die Empore.
Der Turm hat einen quadratischen Grundriss. Er ist durch eingetiefte,
gelb gestrichene Felderungen gegliedert. Bedeckt ist der Turm mit einen Treppengiebel.
Die Ziffernblätter der Kirchturmuhr sind zur Ortschaft hin an der Nord-,
Süd- und Ostseite (hier am Giebel) angebracht. Vom Turmuntergeschoss mit
seinem alten Kreuzgratgewölbe führt eine Türe mit alten Beschlagbändern
zum Altarraum.
Im Turm hängen drei Glocken. Die 1925 gegossene Josefsglocke mit der Aufschrift
"Heiliger Joseph, Patron der Sterbenden, bitte für uns", ertönt
in cis. Die Marienglocken aus dem Jahr 1948 mit einem Gewicht von 300 kg (mit
Reliefs der Muttergottes und des hl.Laurentius) erklingt in ais. Die dritte
Glocke (fis-Ton) ist dem hl.Martin geweiht und trägt die martialische Aufschrift
"In Kriegsnot zerschlagen zu Vaterlands Wehr, ersetzt durch Gaben der Liebe
zu Gottes Ehr". Die Vorgängerglocken wurden 1917 und 1942 für
Kanonen eingeschmolzen.
Die Sakristei ist ein doppelstöckiger Rechteckanbau an der Südseite
mit heruntergezogenem Pultdach. Von hier aus führt ein überdeckter
Gang unter dem dritten Südfenster vorbei zu einem Treppenturm, über
den der Zugang zur Kanzel verläuft.
Naßlgrab
| Auf dem Friedhof ist unmittelbar neben dem
Grabstein der Familie Naßl von Deutenhofen an der Kirchenmauer ein
schmiedeeisernes Grabmal mit
der Aufschrift befestigt: "Hier ruht in Frieden die ehr- und tugendsame
Jungfrau Anna Naßl, Bauernstochter von Deutenhofen. Sie war geboren am 3.
April 1890 und starb im Rufe der Heiligkeit am 18. Februar 1933 im 43. Lebensjahre.
In ihren letzten Jahren lebte sie ohne Nahrung und unter ständigem schweren
Leiden. Sie führte ein verborgenes Sühneleiden, war recht geduldig, demütig
und ganz in Gottes heiligen Willen ergeben. R. I. P''. |
Innenausstattung
|
Altarraum Der 2-jochige, tiefe Altarraum ist mit dem ehemaligen gotischen Gewölbe (verschliffenes Gratgewölbe) mit neun Stichkappen bedeckt und schließt in drei Achteckseiten. Die Rippen sind abgeschlagen. Das Gewölbe liegt auf profilierten, spitz zulaufenden Konsolen auf.
|
![]() |
|
Die Rundbogenfenster im
Chor sind mit Glasgemälden verziert,
die die hl.Maria (im rot-blauen Gewand, mit einer Lilie als Zeichen
der Keuschheit in der Hand) und den hl. Jakobus (mit Pilgerstab,
Jakobsmuschel und Buch) in einem Fruchtkranz darstellen. Die Fenstergemälde
wurden von Jacob und Maria Maurer im Jahr 1914 gestiftet und vom Hofglasmaler
J.P.Bockhorni aus München erstellt.
|
| Hinweis: | Jakobus der Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Er zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde; Jakobus war somit der erste Märtyrer unter der Aposteln (Ap 12, 1 - 2). Der Legende nach setzten Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien, im Nordwesten Spaniens strandete. Dort wurde er begraben. 800 Jahre später, zur beginnenden Reconquista (Rückeroberung des maurischen Spaniens durch die Christen) entdeckte König Alonso II das Grab wieder und baute eine Kirche darüber. Bald begann die Wallfahrt und Santiago de Compostela wurde eines der größten Wallfahrtszentren des Abendlandes. Durch ganz Europa führten feste Wallfahrtswege dorthin; bis ins 15. Jahrhundert zog der Ort mehr Pilger an als Rom oder Jerusalem. St.Jakob erhielt seine Attribute (Pilgerkleidung und Muschel) erst im 13.Jh. Die Pilger erhielten am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war. Zuvor war Jakobus meist mit einer Schriftrolle abgebildet. |
| Der Hochaltar wurde im Jahre 1663 durch Pfarrer Kopp in Auftrag gegeben Die Ausführung übernahm der Hofmaler Johann Schreiber aus Freising. Im der späten Rokokozeit und nochmals im 19. Jh wurde der Altar verändert. Das Holz ist grau und rot marmoriert (d.h. mit Marmormuster bemalt) und teilweise vergoldet. Glatte Säulen stützen das Gebälk, das mit Eier- und Blattstabmustern geschmückt ist. | Zwischen den glatten Säulen steht in der Mittelnische die Figur des Kirchenpatrons St. Martin zu Pferd, der einem Bettler die Hälfte seines Mantels schenkt. Die Figur wurde in der 2.Hälfte des 17.Jh geschnitzt und später wohl teilweise verändert. Insbesondere der Bettler scheint jünger zu sein. |
| Linke Assistenzfigur ist Bischof Ulrich, der 955 die Stadt Augsburg gegen die Ungarn verteidigt hat. Er hält ein Buch mit einem darauf liegenden Fisch in der Hand. Der Fisch deutet auf eine Legende hin: Der hl. Ulrich gibt dem Boten des Herzogs zum Lohn ein Stück Fleisch. Dies war in der Nacht von Donnerstag auf Freitag! Der Bote möchte Herzog Arnulf beweisen, dass der Bischof am Freitag Fleisch gegessen habe. Als er das Fleisch vorweisen will, ist es in einen Fisch verwandelt. | |
Rechte Assistenzfigur ist der hl. Nikolaus, der mit drei goldenen Äpfeln dargestellt ist. Sie erinnern an die Legende, nach der St.Nikolaus einer armen Familie drei Goldstücke schenkte und damit drei Mädchen vor der Prostitution bewahrte. |
| Der geschweifte Auszug
(Altaraufsatz) enthält ein ovales Bild, auf dem Gottvater, umrahmt
von fünf Engeln, auf Wolken dargestellt ist. Sein Kopf ist von einem
dreieckigen Heiligenschein umgeben, sein Körper in ein wallendes Gewand
gekleidet. Gottvater hält mit seiner linken Hand die mit einem Kreuz
geschmückte blaue Weltkugel. Mit dem Zepter in der rechten Hand weist
er nach unten. Dies könnte als Aufforderung zum Kuss des Zepters gedeutet
werden, der früher Zeichen der Unterwerfung war. Das Bild wurde im 20.Jh erneuert. Seitlich sitzen Englein auf Voluten. |
| Hinweis: | Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
| An der Chornordseite hängt ein großes Kruzifix. Es stammt wohl aus dem 19.Jh und ist dem gotischen Stil nachempfunden. Darunter sind auf silbergetriebenen Tafeln die Heiligen Petrus und Paulus vor einem Stoffhintergrund im Relief dargestellt. Silbergetrieben bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde. Die Tafeln stammen aus dem 18.Jh. | In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
Vortragekreuz
| In
der nordwestlichen Achse des Altarraums (über dem Zugang zum Turm)
hängt ein weiteres Kruzifix, das am langen Kreuzesstamm als (sehr großes)
Vortragekreuz zu erkennen
ist (Ende des 18.Jh) Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh. |
| Auf der rechten Chorwand lautet
der Text: "SOLITRINOQVE DEO SANCTO MARTINO CAETERISQVE PATRONIS". Zählt man die hervorgehobenen Buchstaben als Zahlen zusammen, ergibt es die Summe von 1765 ( 1x M =1000; 1xD=500; 4xC=400; 4xV=20; 3xI=3). 1765 wurden die Deckengemälde von Johann Georg Dieffenbrunner geschaffen. |
|
An der linken Chorwand stehen
unter dem oben genannten Vortragekreuz die Worte: |
|
Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
|
| Epitaph aus Plattenkalk des
Pfarrers Christoph Hueber aus
dem Jahr 1698 mit Kelchrelief unter folgendem Text: "Alda ligt begraben der wohlehrwürdig geistliche Herr Christoph Hueber, gebirtig von Harthausen, Schwabner Chrht (?) So 16.Jahr Pfarer alhie gewöst. Ist gestorben den 20.Juni 1698. Gott verleich ihme und allen Christglaubigen sellen die ewige Freid. Amen". Maße: 83 x 58 cm. |
| Epitaph für
Pfarrer Ignaz von Trost, gestorben
1807. Es besteht aus Plattenkalk und Rotmarmor und besitzt ein vergoldetes
Kelchrelief, sowie die Vanitasmotive
Sanduhr und Totenkopf. Maße: 73 x 46 cm. Text: "Dem Andenken des S.t. Hochwrd. Wohlgebohrne Herr Ignatz vom Trost - 22 Jahre eifrigen Pfarrers hier gest. den 7.Dec.1807 im 68.Lebens Jahre. Dein Herz ... unermeßlich: Wer mit Ihm Umgang pflog, dem bleibt er unvergeßlich" |
| Epitaph für den Albt des
Klosters Gregor Rottenkolber.
Gestiftet von dankbaren Anverwandten für den Freund und Wohlthäter.
Er war 1750 in Deutenhofen geboren worden und von 1787 bis 1810 Abt. Auf
der 64 x 48 cm großen Kalkplatte sind ein Totenkopf sowie eine Mitra,
Stab und Kelch zu sehen. Text: "Monumentum errichtet dem Hochwürdigen Herrn Abten des Klosters Tegernsee Gregor Rottenkolber, diesem un-vergeßlichen Freund und Wohltäter von seinen dankbaren Anverwandten - Nat. zu Deutenhofen 10.Novb:1750 - Profeß in Tegernsee 15.Octbr 1775. Zum Abt erwählet 4.Decbr.1787. + eben daselbst 13.Febr.1810. Gesegnet (?) von allen, die ihn kannten, und beweint von seinen ehemaligen Unterthanen, denen er ein wahrer Vater war. R.J.P." |
In die linke Mauer des Chors sind eingelassen:
|
Epitaph für Pfarrer Wolffgang
Widman, gestorben 1786. Es besteht aus Plattenkalk und ist 135
x 68 cm groß. Mit Kelchrelief. |
| Epitaph
für Pfarrer Johannes Eisenmon,
gestorben 1681. Plattenkalk, 71 x 46 cm, mit Kelchrelief. Text: "Adm Rd.Ac Doctissimus DN. Ioannes Eisenmoniz. Annis Hic in Klainperckhoven Parohvs et svi sacridotii 13 Annis Aetatis suae 47 piissime obiit Die 27. Iobris Anno 1681. Cvivs ana ...." |
| Epitaph
für Pfarrer Georg Fronhauser,
gestorben 17.2.1747. Maße: 92 x 48 cm, mit Kelchrelief. Text: "Quaeris ? Sum Georgii Fronhauser, Sacerd(os): jubilaei. Aetat 87 et Parochi in Kleinberghoven 36 Annos. Ora Pro me Viator. Pie, Obiit die 17.Febr.1747. Reg.in Pace." |
| Epitaph für
Pfarrer Wolfgang Nidermair,
mit gotischer Schrift, aus Rotmarmor. Maße: 95 x 55 cm, mit Kelchrelief. |
||
| Am Boden des Altarraums:
Epitaph für Pfarrer Wolfgangus Wideman, gestorben 22.4.1786. Rautenplatte mit 35 x 34 cm, unten Kelch. |
Text:
"Hic jacet AR ac Doct(issimus) D(ominus) Wolfgangus Wideman Hic Parochus
Annis 35, Sacerdos 49, Homo 76. obiit die 22 Apr. Anno 1786. R.I.P" (Hier liegt der gelehrte Wolfgang Widemann, der hier 35 Jahre Pfarrer, 49 Jahre Priester war und als Person 76 Jahre alt wurde. Er starb am 22.April des Jahres 1786). |
|
Epitaph für
Pfarrer Baptist Romeis,
gestorben 19.12.1858. Grauer Kalkstein. Maße: 88 x 64 cm, mit teilvergoldetem
Kelchrelief. |
| Epitaph
für Pfarrer Christoph Hueber,
gestorben 20.Juni 1693. Kalkstein mit Kelchrelief Text: "Alda ligt begraben, Der wolehrwürdig Geistliche Herr Christoph Hueber, gebirtig von Harthavsen Schwabner, ghrht So 16 Jahr Pfarer alhie gewöst, ist gestorben den 20.Juni 1693. Gott verleich ihme und allen Christglavbigen sellen die ewige Freid Amen". |
Im Kirchenschiff links:
| Epitaph für Pfarrer Mathias
Pilbes, Kamerer, gestorben 17.6.1822 (1852) ?. Graue Steinplatte Maße: 70 x 56 cm. Text: "Denkmal des hochgeb. Herrn Mathias Pilbes, gew. ... Kammerer und seit ... Jahren eifferiger Pfarrer in Kleinberghofen, geb. in Indersdorf den 1ten Hornung 1768, gest. dahier den 7ten Juny 1832. Wer an Mich glaubt, der wird wenn er gleich gestorben ist, leben. Joh. XI., Vers 25. Sanft ruhe sein Geist in Gott. R.I.P. |
Früher
waren in die Außenwand noch folgende Steinplatten eingelassen:
- weiteres Epitaph für Pfarrer Mathias Pilbes, Kamerer, gestorben
17.6.1822(1852)? Kalkraute. Maße 30 x 30 cm.
- Epitaph für Pfarrer Josef Huber,
gestorben 1900. Weißer Kalkstein signiert: "Iberl, Ilmmünster".
Maße: 72 x 54 cm.
- Epitaph für Pfarrer Heinrich Dürscherl ?, gestorben 15.12.1929. Weißer Kalkstein. Maße: 62 x 54 cm.
- Epitaph für Pfarrer Ignaz Rauch, gestorben 30.4.1809. Kalkraute. Maße 32 x 32 cm.
Vom Chorbogen herab hängt die Ewig-Licht-Ampel . Sie wurde am Ende des 19.Jh. aus Messingblech hergestellt.
| Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
Am Chorbogen steht eine Kreuzstange
aus Holz, wahrscheinlich aus dem ausgehenden 19.Jh.
|
Das Langhaus besitzt im vorderen Teil eine Flachdecke, im hinteren Teil ein Flachtonnengewölbe/Muldengewölbe mit Stichkappen.
Deckenfresken
im Kirchenschiff
Auch hier dominieren die Deckenfresken, die Johann Georg Dieffenbrunner mit Hilfe seines Bruders im Jahr 1765 gemalt hat. Der Künstler hatte mit seinem Meister Matthäus Günther in Indersdorf gearbeitet und zahlreiche Aufträge im Augsburger Raum übernommen, z. B. auch Eisenhofen, Inhausen, Sittenbach, Indersdorf (Nikolauskapelle) und Westerholzhausen. Auftraggeber in Kleinberghofen war Pfarrer Wiedemann, der die Kosten dafür aus seinen Privateinkünften bestritten hat. Er bezahlte dem Künstler aber nicht die vollen vereinbarten 400 Gulden, sondern stellte nach 225 Gulden die Raten ein. Im Rechtsstreit über den Rest beklagte sich der Pfarrer, dass er für den Künstler ("ein pretioser Kostgänger und großer Liebhaber des Weins") aufwändig habe kochen lassen müssen. Letztendlich aber bekam Dieffenbrunner rd. 10 Jahre nach seiner Tätigkeit nach Vermittlung durch den Freisinger Bischof den vollen Betrag ausgezahlt.
Dieffenbrunner
erstellte die Gemälde in nur 6 bis 7 Wochen. Kein Wunder, dass die Fresken
in Kleinberghofen nicht zu seinen besten Werken gehören. Sie basieren auf
einem bräunlichen Grundton und erreichen nicht die Farbigkeit anderer Gemälde
von ihm. Zudem sind sie in den vergangenen Jahrhunderten übermalt worden.
Auch thematisch hat Dieffenbrunner in Kleinberghofen nichts Neues geschaffen.
Es sind im Wesentlichen Kopien anderer Gemälde von ihm (Engelskonzert nach
Sulzdorf 1757, Wunder des hl.Martin nach Zipplingen 1763, Altarraum nach Sittenbach).
Die Fresken im Kirchenschiff bestehen aus
- einem großen kreisrunden Gemälde, in dem der hl. Martin als Patron
dargestellt ist,
- 4 kleineren Gemälden in Kartuschen
mit Allegorien der Drei Göttlichen Tugenden und der Kirche und
- einem ovalen Fresko "Engel musizieren vor dem Symbol der Dreifaltigkeit"
in der Nähe der Empore.
Die Gewölbedekorationen, die Profilrahmen und Verzierungen, bestehen nicht aus
Stuck, sondern sind aufgemalt. Dies verursachte weniger Kosten als ein echter
Stuck.
1844 mussten die Fresken ausgebessert werden,
weil Schnee-Einwehungen Schäden verursacht hatten. 1873 wurde die Dekorationsmalerei
um die Bilder herum übertüncht und erst 1923 wieder freigelegt.
| Großes
Deckengemälde In der Hauptansicht (östlicher Teil des Gemäldes) ist St. Martin vor dem Hintergrund hoch aufragender Palastbauten dargestellt. Er steht im Bischofsornat auf einem Treppenaufbau. Begleitet wird er von Klerikern, die seine Mitra (Bischofsmütze), sein Pedum (Bischofsstab) und einen Kreuzstab mit Doppelbalken tragen. Auf den Grasstreifen links und rechts von St. Martin sind zwei Gruppen von Bittflehenden zu sehen: Links eine kranke Frau, die ihr Bett trägt. Daneben ein Pestkranker mit Glöckchen. Und schließlich zwei Männer, die einen Besessenen festhalten, aus dessen Mund der böse Geist in Gestalt einer kleinen Teufelin in der Rauchwolke entflieht. |
![]() |
![]() |
Auf der gegenüberliegenden Seite (Westseite) des Gemäldes ist links eine Statuengruppe zu sehen, die wohl die römischen Götter Jupiter und Bacchus darstellen sollen. Diese Figuren werden von einem Blitz getroffen. Auf einem Podest rechts stehen zwei überraschte Männer, von denen einer auf die heidnischen Statuen, der andere auf die Kranken und Bresthaften in der östlichen Bildhälfte hinweist. Im Hintergrund ist ein Schiff mit gerefften Segeln in stürmischer See zu erkennen. Das Schiff ist Hinweis auf die Legenda Aureades Jakobus da Voragine, nach der ein Kaufmann, der noch Heide war, in Seenot den hl. Martin um Hilfe angerufen hatte. Daraufhin legte sich der Sturm. Deswegen wird Martin auch als Beschützer der Seeleute verehrt. |
| Rund um das große Hauptfresko
werden durch vier kleinere Gemälde in Kartuschen die drei Göttlichen
Tugenden und die Kirche als Allegorien dargestellt. Es handelt sich dabei
um FIDES/Glaube (Putto
mit Kreuz und Hostienkelch), CARITAS/Liebe (Putto mit brennendem Herzen), SPES/Hoffnung (Putto mit Anker) sowie ECCLESIA/Kirche (Putto mit Rundtempel und Tiara / Papstkrone). |
| Hinweis: | Der Anker ist das Symbol der Hoffnung. Er diente in biblischer Zeit nicht nur zum Festmachen des Schiffes, sondern auch zum Manövrieren und bezeichnet symbolisch die göttliche Hilfe gegen die Stürme der Zeit. In den ersten 300 Jahren verwendeten die Christen auf Gräbern die Darstellung eines Ankers als Symbol für die Zugehörigkeit zum christlichen Glauben. Der Anker mit dem Querbalken unter dem Ring war zur Zeit der Christenverfolgungen ein heimliches Zeichen für das Kreuz. Bei den Evangelisch Reformierten gilt der Anker noch heute als Symbol der Kirche. |
| Das ovale Fresko "Engel musizieren vor dem Symbol der Dreifaltigkeit" (Engelskonzert) befand sich bis zur Erweiterung der Kirche im Jahr 1933 direkt über der Orgelempore. Im Vordergrund spielt ein Engel Bassgeige, ein anderer Querflöte. Weitere Engel halten Notenblatt, Palmzweig und Lorbeerkranz. Vor hellen Wolken sieht man das Auge Gottes im dreieckigen Rahmen. Seitlich in den Stichkappen gemalte Rocaillen, die einen Stuck vortäuschen. |
| Hinweise: | Das
Auge im Dreieck als Darstellung der Dreifaltigkeit in ihrer Allgegenwart
und Allwissenheit hat sich in der Kunst unserer Gegend erst im 18.Jh verbreitet.
Aus der frühchristlichen und mittelalterlichen Kunst ist es unbekannt.
Die immergrünen Blätter des Palmzweigs symbolisieren das
ewige Leben und den Sieg des Glaubens über das Heidentum. Die über
20 m hohe Palme mit dem elastischen, allen Stürmen standhaltenden Stamm
galt seit alters her als Sinnbild für Sieg und Standhaftigkeit.
Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind. |
Die Seitenaltäre stehen diagonal, um die Sicht auf den Hochaltar nicht zu beeinträchtigen. Die Retabel (Altaraufbauten) sind rot und grau marmoriert. Glatte Säulen stützen ein verkröpftes Gebälk, das -wie am Hochaltar- mit Eierstabmustern verziert ist. Die Altäre stammen aus dem Jahr 1685; jedenfalls gab sie damals Pfr. Christoph Huber in Auftrag. Die seitlichen Heiligenfiguren wurden erst unter Pfarrer Wiedemann (1751-1786) aufgestellt.
Linker Seitenaltar| Der linke Seitenaltar
ist ein Marienaltar. Mittelpunk des linken Seitenaltars ist eine Pietá, eine Muttergottes mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (nach der Kreuzabnahme). |
Die Figur wurde
in der Rokokozeit geschnitzt, aber erst in neuerer Zeit gefasst (= bemalt).
...mehr zu Pietà -Darstellungen im Landkreis... |
|
Die sehr bewegten Assistenzfiguren
stammen aus der 2.Hälfte des 18.Jh.
Links steht der hl. Wolfgang im Bischofsornat mit einem Kirchenmodell im rechten Arm. Auf der Kirche liegt ein Beil. |
Rechts ist der hl. Erasmus zu sehen. Auch er ist als Bischof dargestellt. Mit der linken Hand stützt er sich auf eine Winde, um die Gedärme gewickelt sind. |
|
Hinweise:
|
St.
Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof
von Regensburg. die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am
nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel
gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang
beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf
seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden
werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde,
danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige
Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung
schon zu Lebzeiten. Er versuchte besonders, die Bildung und das geistliche
Lebens des Klerus und der Orden zu fördern. Zahlreiche Orte wurden nach
Wolfgang benannt. Sein Das Bild von Wolfgang wurde zum Schutz des Viehs
an Stalltüren angebracht. Im 16. Jahrhundert trug der Gulden in Regensburg
sein Bild. St. Erasmus war um 300 Bischof von Antiochia. 7 Jahre lang verbarg er sich im Libanongebirge, wo ein Rabe ihm Nahrung brachte. Dann stellte er sich mit einer Seilwinde habe man ihm die Gedärme herausgezogen - diese Winde hat ihn zum Patron der Schiffer bestimmt. Er überstand die Marter. Danach wurde er in einen Kessel mit siedendem Öl gesteckt, dem er unbeschadet entstieg. Danach lebte er noch 7 Jahre (ohne Gedärme ?) in Kampanien. Erasmus ist einer der 14 Nothelfer (Patron der Seefahrer und Seiler) und als solcher für Magenkrämpfe und Unterleibsbeschwerden zuständig. |
|
Hinweise: |
Der Heilige lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die Sekten der Katharer, Albigenser und Waldenser wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg: Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Das Jesuskind auf seinem Arm ist Hinweis auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. |
Rechter Seitenaltar
| Der
rechte Seitenaltar ist
der hl.Anna gewidmet. In der Mittelnische steht die Figurengruppe "Anna selbdritt" (aus der Erbauungszeit). Sie zeigt Maria mit ihrer Mutter Anna und dem Jesuskind. Anna hält das Jesuskind im linken Arm. Mit der rechten Hand stützt sie ein Buch, aus dem die neben ihr stehende Maria liest. Dies geht auf Legenden und Darstellungen zurück, in denen sie ihre Tochter Maria das Lesen lehrt. |
|
Hinweise:
|
Das
Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und
war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle
aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf
die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und
wendet das Wort auf Maria an. Die Kunst des Lesens beherrschten in
früheren Zeiten nur wenige, meist vornehme Menschen. Dazu sollten auch
Anna und Maria gerechnet werden. Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias, wird meistens als reife Frau dargestellt; häufig mit grün-roter Kleidung, um den Kopf ein Tuch als Zeichen der verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen, so wie hier in Kleinberghofen. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. Sie beinhalten das Gewesene, das Jetzige und das noch Kommende. In ihnen sind Wandel und Erneuerung angelegt. |
|
Linke Assistenzfigur auf dem
rechten Seitenaltar ist St.Florian,
der Schutzpatron gegen Feuersgefahren, der mit dem Wasserschaff ein brennendes
Haus löscht. Der Heilige war im Jahr 304 zu Lorch in der Enns ertränkt
worden. |
Im Altarauszug ein Bild des hl. Leonhard mit der Kette in der Hand (Patron der Gefangenen und der Haustiere).
| Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. |
![]() Vergrößerung von 10 Details (Orgel, Nische, Decken) per Mouseklick |
Kirchenbänke
Kanzel
Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. |
| An der Nordwand gegenüber der
Kanzel hängt ein Kruzifix im
typisch barocken Stil. Hinweis: Das Kreuz wird auch Kanzelkreuz genannt, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. |
|
| Unter dem Kreuz steht Maria
als Schmerzensmutter (Mater
dolorosa). Die Muttergottesfigur trägt eine Bügelkrone aus
dem Ende des 18.Jh. In ihrer Brust steckt das Schwert der Schmerzen, das
auf in Liebe getrages Leid deutet. Der Kopf ist von einem Kranz von Sternen
umgeben. |
| Dazwischen sind die Apostelleuchter (einfache Ranken aus Schmiedeeisen) angebracht; sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. |
Der achteckige, sehr schlank gehaltene Taufstein
in Laternenform besteht aus grau und rot marmoriertem Holz. Nach oben schließt
er mit einem Kegeldach. Darauf eine neue goldene Kugel mit Kreuz.
|
| geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. Es hat in der Regel eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. |
|
In der halbrunden Nische an der
Westwand der Kirche finden wir einen lebensgroßen
Christus an der Geißelsäule mit einer Darstellung der Schulterwunde.
Die im 18.Jh geschnitzte und später neu gefasste Figur ähnelt
sehr stark der entsprechenden Statue in Hirtlbach. |
Die Empore stützt sich auf vier marmorierte Holzpfeiler.
Am Aufgang zur Empore hängt ein Ölgemälde
im Nazarener-Stil, das den hl. Martin
vor römischer Kulisse darstellt, wie er seinen Mantel mit dem vor
ihm knienden Bettler teilt.
|
Martin begegnete als Soldat hoch zu Ross am Stadttor von Amiens einem frierenden Bettler. Ihm schenkte er die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels; in der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus mit dem Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte. |
Die Brüstung ist in der Mitte etwas
zurückgeschwungen und durch drei gelbe Felder gegliedert.
Auf der Empore stehen neun Kirchenbänke.
| Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
Nicht in der Kirche
aufbewahrt werden zwei Reliquiare mit einer Kreuzpartikel und einer Martinsreliquie.
Die Kreuzpartikelgefäß stammt aus dem Ende des 18.Jh. und
besteht aus vergoldetem und versilbertem Kupfer. Es ist getrieben und punziert
(= geprägt) gearbeitet. Den oval gewölbten Fuß schmücken
vier Bänder mit Rocaillenkartuschen.
Der Nodus ist ringförmig. Hinter den ovale Glaseinsätzen mit bunten
Glassteinen befinden sich auch Reliquien der Heiligen Wolfgang und Bartholomäus
zusammen mit dem kleinen Spickelbild (aus Resten von Textilien) eines männlichen
Heiligen. In der Mitte ein geschweiftes Schaugefäß mit Bleikristallkreuz,
in dem sich die Partikel befindet.
Das Martinsreliquiar ist neugotisch und wurde um das Jahr 1900 erstellt. Es besteht aus gegossenem Messing und ist versilbert. Über dem sechsseitigen Fuß mit Maßwerkrelief befindet sich das ovale Schaugefäß mit der Reliquie und dem Pergamentzettelchen (Cedulae) mit der Aufschrift "S.Martinus". Die Reliquienkästchen wurden früher durch das bischöfliche Ordinariat offiziell versiegelt, um den Reliquiendiebstahl zu verhindern.
| Die Kirche besitzt auch noch
ein Fatschenkindl. Es besteht
aus Wachs und ist in reicher Klosterarbeit auf ein Kissen gefatscht. Es
liegt auf einem Tuch mit dem eingestickten Text: "Wisst ihr noch, wie es geschehen ? Immer werden wir's erzählen: Wie wir einst den Stern gesehen mitten in der dunklen Nacht." |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1880
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (1569b, 1710)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Josef Ulrich, Faltblatt Pfarrkirche St.Martin in Kleinberghofen
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/2
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Dr.Georg Paula, Die Fresken Johann Georg Dieffenbrunners in der Kirche von Kleinberghofen,
Amperland 1984/1
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes, 1991
Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Klaus Witschel, Kleinberghofen - Dorf- und Namensgeschichte, 2005
61 Bilder: Hans Schertl
|
|
14.3.2010
|
ab
|
ab
|
|||
| Johannes Obermaier | vor 1477 |
Matthias
Pilbes
|
1810
|
|
| Petrus Hintermaier |
1495
|
Franz Xaver Mayr |
1832
|
|
| Michael Allinger |
1518
|
Joh.Bapt. Romeis |
1842
|
|
| Wolfgang Niedermair |
1558
|
Benno Wallner |
1859
|
|
| Sebastian Reichardt |
1597
|
Anton Haas |
1875
|
|
| Johann Menzinger |
1605
|
Eduard Cajetan Egger |
1888
|
|
| Kaspar Andreas |
1610
|
Josef Denk |
1895
|
|
| Johann Fichtor |
1614
|
Josef Huber |
1899
|
|
| Georg Faber |
1626
|
Joseph Riedmair |
1900
|
|
| Max Pröls |
1637
|
Romanus Geisenfelder |
1906
|
|
| Martin Baumann |
1652
|
Heinrich Dürscherl |
1910
|
|
| Andras Kopp |
1653
|
Nikolaus Moser |
1930
|
|
|
Balthasar
Gwandauer ?
|
bis
1661
|
Josef Hörl |
1938
|
|
|
Johann Eisenmann |
1668
|
Konrad Hintermeyer |
1940
|
|
| Christoph Huber |
1682
|
Josef Nowack |
1947
|
|
| Thomas Kreitmayer |
1698
|
Maximilian Biedermann |
1958
|
|
| Georg Frohnhauser |
1703
|
Anton Poos (Pfarrvikar) |
1959
|
|
| Rasso Dellinger |
1740
|
Rupert Höckmayr |
1964
|
|
|
Wolfgang
Widemann
|
1751
|
Konrad Karl (Pfarrvikar) |
1968
|
|
|
Ignaz
Trost
|
1786
|