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Das Passauer Maria-Hilf-Bild

Das Original malte um 1530 der Lutherfreund Lucas Cranach d.Ä. für den evangelischen sächsischen Kurfürsten (was charakteristisch für die damals noch recht diffusen Konfessionsunterschiede war). 


in Miegersbach

Als Geschenk gelangte es 1611 nach Passau:
Der Bruder des katholischen Kaisers Ferdinand II., Erzherzog Leopold V., zu dieser Zeit noch regierender Erzbischof von Passau, kam in diplomatischer Mission nach Dresden. Der protestantische Kurfürst bot dem Staatsbesuch an, sich aus seiner Gemäldegalerie ein Gastgeschenk auszuwählen. Obwohl es weit wertvollere Bilder gab, entschied er sich für das Maria Hilf-Bild und ließ es nach Passau in seine bischöfliche Privatkapelle bringen. Er ist der erste Verehrer dieses Bildes, auf all seinen Reisen nahm er das Bild mit. Auch den Namen "Maria Hilf" dürfte es dem frommen Erzherzog verdanken, da er es unter dem lateinischen Titel "Maria Auxiliatrix" (Maria Helferin) verehrte.


in Röhrmoos

Der Passauer Domdekan Marquard von Schwendt ließ 1622 eine Kopie des Bildes machen und hängte sie in seine Privatkapelle. Dort brachte man das Bild mit übernatürlichen Erscheinungen in Zusammenhang. 

1625 kam das Bild nach Tirol, wo es heute noch in der Innsbrucker Stadtpfarrkirche hängt.

Schnell bildete sich in Innsbruck und noch mehr in Passau eine Wallfahrt, bei der in der Kirche "Maria Hilf das Gemälde als wundertätiges Gnadenbild hoch verehrt wurde. Besonders wurde es angerufen zur Abwendung der Türkengefahr und der Pest. 


in Eisenhofen

In wenigen Jahrzehnten waren Kopien des Bildes über ganz Europa verbreitet und wurden selbst wieder Ziel von Wallfahrten.

Im Gefolge seiner Verehrung entstanden im 17./18.Jh zahlreiche "Maria-Hilf-Bruderschaften" um die Zentren Innsbruck, Passau und Wien. 

 Das Bild in Eisenhofen zeigt die Madonna im hellblauen Kleid mit Goldbortenbesatz an Hals und Ärmelenden; darüber fällt ein zinnoberroter, ebenfalls goldbesetzter Mantel. Das unbekleidete Christuskind streichelt die Mutter am Kinn und versucht vom Schoß Mariens aus ihren linken Arm zu erreichen. 


in Hirtlbach


in Indersdorf-Marktkirche


in Indersdorfer Klosterkirche


in Rossbach
Ein feiner Schleier verdeckt bis über die Augen die Stirn der Madonna. Nach Art östlicher Ikonen umgibt die juwelenbesetztes Konturenband (in der Technik der sog. "Klosterarbeiten") die Umrisse der beiden sich aneinander schmiegenden Köpfe. Die etwas verspielte Darstellung voll idyllischer Intimität kam der gefühlsbetonten Frömmigkeit des späten Rokoko besonders entgegen, sodass allenthalben weitere neue Kopien ehrfürchtigen Zulauf fanden.   

 

Quellen:
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes
1991
Bilder: Franz Thaler, Horst Lachmann, Hans Schertl

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