zur Landkreiskarte ausführl.Beschreibg
Kirchen
i.d. Gem. Röhrmoos
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Hofmarkkirche Heiliges Kreuz in SCHÖNBRUNN
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Eine Kirche im 798 bzw. 804 erstmals erwähnten Schönbrunn wird schon in einer Schrift aus dem letzen Jahren des 10.Jh genannt. Diese -in der Folgezeit sicher mehrmals veränderte- Katharinenkirche ließ Baron Franz v.Unertl (1675-1750), der damalige Hofmarkbesitzer, wegen eines Gelübdes abreißen und an ihrer Stelle in den Jahren 1723-24 von Joh. Bapt. Gunezrainer einen Neubau errichten.
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Auf das Patrozinium vom Hl.Kreuz und
die Kreuzigung verweisen insbesondere die Deckengemälde im Altarraum und in
der Kuppel des Kirchenschiffs sowie der Choraltar mit einem großen Kruzifix
als Mittelpunkt. Das Altarbild ist als Hintergrund für dieses Kruzifix
gemalt. Im hinteren Teil der Kirche sind zwei kleine Kapellen mit je einem Altar
angebaut: rechts zur Ehre der Verspottung Jesu durch zwei Schergen, links zur
Ehre der Geißelung des Herrn, dargestellt durch lebensgroße Holzfiguren mit
echten Haaren, Kleidern und Gegenständen.
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Im Kirchenschiff befinden sich zwei große Seitenaltäre: Links der Katharinenaltar als Erinnerung an das Patrozinium der früheren Kirche. Auf der rechten Seite steht der Gelöbnis-Altar, der der hl. Anna geweiht ist. Franz-Xaver Unertl hatte der hl.Anna gegenüber gelobt, er werde eine Kirche bauen, wenn er aus einer gefährlichen politischen Situation am Ende des Spanischen Erbfolgekriegs heil herauskomme. Die beiden Oratorien und eine Familiengruft des früheren Hofmarkbesitzers, des Kanzlers v.Schmid sowie Epitaphe und Wappen betonen die große Bedeutung der Hofmarksherren für dieses Gotteshaus. |
4 Details
(Choraltar, Seitenaltäre, Deckengemälde) per Mouseklick vergrößern
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Der schöne Stuck in Formen des Frührokokos ist über den ganzen Innenraum verteilt. Er deutet auf Joh.Baptist Zimmermann (1680-1758) hin, auch wenn nach neueren Forschungen dieser Künstler selbst wohl nicht beteiligt war.
Das Deckengemälde aus der Zeit um im Hauptraum
stellt die Verehrung des heiligen Kreuzes durch die Engel dar (ca.1730). Es
nimmt die gesamte Gewölbefläche ein. Es sind die einzigen erhaltenen
Fresken des Münchner Hofmalers Baltharsar Augustin Albrecht. Sie haben
die Verehrung des Kreuzes Christi zum Thema.
Derzeit
ist die Kirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
Die Restauration sollte zwar im Jahr 2011 abgeschlossen sein; derzeit ist
ein Ende aber nicht abzusehen
mehr darüber...
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Die Ortschaft Schönbrunn
wurde schriftlich erstmals um die Jahre 798, 804 bis 807,
811 und 818 unter dem Namen "Prunnon" in Urkunden des Bistums Freising
aufgeführt und zwar in einem Verzeichnis von Orten, die durch Kauf oder
Tausch an das Domstift Freising gelangt sind (Freisinger Traditionen). Die Urkunde
Nr. 212 wurde am 7.Juli eines Jahres (804-807) ausgefertigt und kündet
davon, dass der Priester Uulfrih seinen Besitz zu Schönbrunn dem Bistum
Freising geschenkt hat.
Aus der Zeit kurz nach der Jahrtausendwende ist bekannt, dass Bischof Egilbert
mit dem Edlen Wolftregil Besitz zu Schönbrunn (Prunna) gegen andere in
Hohenkammer (Chamara) und Kammerberg (Perga). Diese Urkunde wurde in der Zeit
zwischen 1006 und 1039 ausgestellt. Die
frühen Urkunden sind zeitlich nicht genau zu bestimmen, weil darin nicht
das Erstellungsdatum, sondern oft nur der jeweils regierende Freisinger Bischof
genannt ist. Manchmal ist der Zeitraum weiter einzugrenzen, wenn Lebensdaten
der beim Vertragsabschluss anwesenden Zeugen bekannt sind.
Ab 1160 tritt das Adelsgeschlecht der Schönbrunner
als "Honesti viri" in Erscheinung. Sie werden wohl schon in einem
Schloss gewohnt haben. Sowohl der Name als auch das Wappen der "Schoenenprunner",
ein gelber Schöpfbrunnen auf grünem Berg, deuten auf einen Brunnen
hin. Gegen Ende des 16.Jh wird die Familie nicht mehr erwähnt.
1675 wurde Schönbrunn eine Hofmark.
Schon vor dem 1. Jahrtausendwende bestand hier
nachweislich eine Kirche. Sie wird in einer Schrift aus dem letzen Jahren
des 10.Jh genannt. Bischof Abraham (957-994) tauschte von dem Edlen Petto Besitz
und die Hälfte der Kirche zu Schönbrunn mit Zehent (in loco Prunna
dicto, id es aecclesiam dimidiam cum decima) ein und gab dafür Liegenschaften
und die Kirche zu Groß/Kleingründling (Bezirksamt Freising) ab.
Konradinische Matrikel 1315
In der Konradinischen
Matrikelvon 1315 wird sie als Filialkirche "Schönprunne
cum sepulturis" (mit Friedhof) bei der Pfarrei Röhrmoos erwähnt.
Aus dem Jahr 1348 wird berichtet, dass
"den 25.Jenner in Oberbayern ein so starker Erdbiben (Erdbeben) gewesen,
daß Kürchen und Haußer erschittert, die Klocken in den Thurmen
von selbsten angeschlagen, und stillstehende Wanderer auf denen Straßen
daumlent gemacht (zum Taumeln gebracht) worden."
Matrikel
von 1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 wird erstmals die frühere Patronin der Kirche,
die heilige Katharina genannt.
Visitationsbericht von
1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des
bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung
aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte
durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517)
entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur
Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation
wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation
der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer
und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen
Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Röhrmoos ist auch die Filialkirche in
Schönbrunn kurz erwähnt. Dort wird einmal S.Catharina, ein andermal
das hl.Kreuz als Kirchenpatron bezeichnet. In der Kirche standen damals zwei
Altäre ("hat zwen alter"), die "mit schöner Zier versehen"
waren. Daneben stand ein "wol beschlossenes" Sakramentshaus. Gottesdienste
wurden einmal in jeder Woche und an jedem 3.Sonntag gehalten. Der Pfarrer wurde
allgemein gelobt ("ein guet lob in allen dingen"). Er halte sich an
katholische Bräuche und nehme keine Neuerung vor ("und mit nichten
ainicherlai neuerung furnem"). Das Einkommen der Kirche betrage an Geld
1 1/2 Gulden, an Korn und Hafer jeweils 1 1/2 Schäffel. Ein der Kirche
gehörender Acker ist um 27 Gulden verkauft worden. An Gerätschaften
vorhanden waren ein Kelch mit Corporale, ein Messbuch, ein Liturgiebuch und
vier teils schöne, teils weniger schöne Messgewänder ("4
Meßgewandt, guet und beß"). Das Allerheiligste und die hl.Öle
wurden rein aufbewahrt. Der Mesner sei fleißig, notierte der Visitator.
Doch der Kirchenbau schien nicht mehr gut gewesen zu sein. "An Khirchen
und Fanen ist Mangel", heißt es abschließend.
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Diese alte Katharinenkirche, die 1682 noch von einem "welschen Baumeister" neu stuckiert worden war, besaß noch einen Turm mit reiner Zwiebelhaube, wie auf dem Bild rechts zu sehen ist. Der Münchner Kartograph Michael Wening dessen Stich Sie rechts sehen können, widmet in seinem um 1718 herausgegebenen Buch "Historico-topographica descriptio Bavariae" bei der Beschreibung des Schlosses Schönbrunn auch einige wenige Worte der Kirche: " Die Pfarrkirch (!) allhier ist ein Filial zur Pfarr Rermosen hat U.L.Frau zur Schutz-Patronin und verehret einen mercklichen Particul vom H.Creutz." Hier irrt Wening. Patronin war damals St.Katharina. |
Schloss und Katharinenkirche um 1700 |
| Hinweis: Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 320 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kam ab 950 nach Deutschland. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten. Schönbrunn war mit Kreuzholzhausen die bedeutendste dieser Kreuz-Wallfahrten im Landkreis Dachau. |
Matrikel
von 1738/40
15 Jahre nach dem Neubau, in den Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger
Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach
ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel auch die Filialkirchen
kurz beschrieben. Die "Ecclesia filialis s.Crucis in Schoenbrun" rühmt
er als " inter rurales splendida et valde elegans" (für eine Landkirche
ist sie außergewöhnlich prächtig und elegant).
Mit ihren Kapellen habe sie sechs Altäre. Der Hochaltar sei dem hl.Kreuz
gewidmet; er enthalte eine Kreuzpartikel. Die beiden Seitenaltäre hätten
die hl. Katharina und die hl.Anna als Patrone. Die übrigen Altäre
seien Passionsaltäre, an denen man der Geißelung, der Dornenkrönung
und der Verspottung Christi gedenke. In der Kirche würden auch Reliquien
aufbewahrt:
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Eine Skelettreliquie des Katakombenheiligen Theodor sowie Partikel der Gebeine der Heiligen Anna, Wolfgang, Martin und vieler anderer Heiliger. Gottesdienste fänden im Wechsel mit Röhrmoos und Sigmertshausen jeden dritten Sonntag statt, außerdem an jedem Freitag und natürlich an den Festen Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung. Dazu kämen noch zwei wöchentliche Gottesdienste, die auf eine Stiftung des Barons Caspar Schmidt, des Schönbrunner Schlossherrn und bayerischen Kanzlers sowie seines Sohnes Ignatius Ferdinand, eines Freisinger Kanonikus und Dekans an der Münchner Peterskirche. Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag vor Michaeli (29.Sept). In der Kirche gebe es eine Gruft, in der der schon erwähnte bayerische Kanzler Caspar Schmidt bestattet sei. Um die Kirche herum sei der Friedhof mit Grabstätten und Beinhaus angelegt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einkünfte der Kirche verwalteten der Pfarrer von Röhrmoos und der Schlossherr von Schönbrunn, damals der Baron von Unertl, ebenfalls bayerischer Kanzler. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses solle diser Zeit yber 4000 fl. (=Gulden) betreffen". Das war für ein neues Gotteshaus ein sehr hoher Betrag. |
Beschreibung 1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom
Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche
von Schönbrunn enthalten. Zu ihr gehörten 183 Dorfbewohner (Seelen),
die in 15 Häusern wohnten. Gottesdienste fanden jeden dritten Sonntag im
Wechsel mit Röhrmoos und Sigmertshausen statt. In der Kirche standen sechs
Altäre (Choraltar, zwei Seitenaltäre, zwei Nischenaltäre und
ein Gruftaltar). Auf der Empore standen zwei Orgeln, eine mit sechs, die andere
mit zwei Registern. Die kleinere Orgel hat man auch Trauerorgel genannt, weil
sie bei Beerdigungen allein gespielt wurde. Im Turm hingen damals 2 Glocken,
eine sehr alte ohne Jahreszahl, die zweite aus dem Jahr 1861. Das Kirchenvermögen
betrug 9000 Gulden.
Pfarrer Johann
v. G.Gierl hatte 1882 eine Chronik des Schlosses, der Associationsanstalt und
Dorfes Schönbrunn geschrieben. Darin beschreibt er die Dorfkirche zu Schönbrunn
sehr ausführlich. Im Wesentlichen bot sich den Gläubigen damals ein
ähnliches Bild wie heutigen Besuchern.
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| In der Mittagszeit des 29.Okt.1899 brach am Ökonomiegebäude der Anstalt Feuer aus, das trotz geringen Winds auf die Kirche übergriff. Der Röhrmooser Pfarrer Schanderl berichtet darüber in seinem Tagebuch: "Die Turmkuppel brannte lichterloh. Auch das Kirchendach warude bereits ergriffen. Der umsichtige, energische Baumeister von Pasenbach rettete es aber mit Hilfe anderer beherzigter Männer. Alles Lob verdient der Meßmer, der oben bei den Glocken die Wetterbretter benetzte und den Brand abzuhalten versuchte, bis er sich selbst retten mußte. Der Turm brannte dann aus, die schönen melodischen Glocken verbrannten, fielen dann im Turme innwendig herab, nachdem sie beim Beginn des Brandes noch Rettung herbeigerufen hatten. (Nur die kleinste Glocke soll den Sturz überstanden haben). Die Kirche wurde mit Vandalismus ausgeräumt von einem oder ein paar rettungswütigen Toren. Tabernakel und Heiligenstatuen wurden etwas beschädigt. Die Kirche selbst war versichert." Die Beseitigung der Schäden in der Kirche dauerte bis 1903 und kostete rd. 6000 Mark. Die Handwerkerzeichen im Dachgebälk zeigen, dass die Zimmererarbeiten von der Fa. Gattinger aus Vierkirchen ausgeführt wurden. |
Baubeschreibung
Die Kirche steht zwischen dem Kloster Schönbrunn
und dem Dorf auf einer kleinen Anhöhe. Im
Unterschied zu allen Kirchen der Umgebung ist sie -wie schon ihr Vorgängerbau-
mit der Apsis nach Norden statt nach Osten ausgerichtet. Die beengte Lage ließ
eine andere Ausrichtung nicht zu. Nach einer Beschreibung aus dem Jahr 1882
ist sie 67 Fuß (19,5 m) lang, 46 Fuß (13,5 m) breit und 47 Fuß
hoch.
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Das außen rechteckig begrenzte Schiff mit jeweils 7 Blindfenstern auf den Längsseiten ist im Innern nach den zentralisierenden Tendenzen des 18. Jh. angelegt: Dieser Bau ist eine interessante Vorstufe des später besonders von Joh.Michael Fischer weiter verfochtenen Gedankens eines Zentralbaus mit gestrecktem Mittelraum und ovaler Flachkuppel, an den sich in die Längsachse tiefere, in der Querachse kürzere Kreuzarme mit den Seitenaltären anschließen. In den Diagonalachsen liegen hinter halbrunden Nischen die Nebenräume, die in der Außenansicht in den rechteckigen, zweistöckigen Kirchenbau eingeschlossen sind. Nur die Apsis und der von einer Helmkuppel gekrönte 32 m hohe Turm ragen hervor Den Mittelraum deckt eine ovale Flachkuppel, die Seitenarme je ein Tonnengewölbe. Pilaster mit korinthischen Kapitellen tragen das durchlaufende Gebälk. |
Die bemerkenswert reiche Stuckatur im
barocken und Rokokostil, zeigt viele abstrakte Formen, doch es sind auch viele
figürliche Darstellungen eingestreut. Sie könnte von Johann Bapt.
Zimmermann stammen, der die erwähnte Schlosskapelle in Urfahrn mit Stuck
ausstattete.
Der Turm ist wie die Kirche außen durch gelb gestrichene Pilaster
gegliedert und von einem wuchtigen Kupferhelm mit einer Art Laterne bedeckt.
Unter dem Helm sind die Uhren angebracht. 1865 und 1877 (bekrönendes Kreuz)
wurde der Turm renoviert.
Hinter den
rundbogigen Schallfenstern hängen drei Glocken, die 1953 in Erding
bei Karl Czudnochowsky gegossen wurden. Die erste ist dem Andenken des Hl.Kreuzes
gewidmet; sie besitzt einen Durchmesser von 107 cm, wiegt 600 kg und erklingt
auf den Grundton fis'. Zweite Glocke: St.Maria, Durchmesser 87 cm, Gewicht 350
kg, Ton a'. Dritte Glocke: St.Josef, Durchmesser 87 cm, Gewicht 275 kg, Ton
h'.
Bei der Erbauung 1726 besaß die Kirche zwei Glocken. Eine (mit 350 Pfund)
wurde 1861 gegen eine neue mit 630 Pfund (Gießer Fr.S.Greßner aus
München) umgetauscht. Doch beide alten Glocken haben die Weltkriege nicht
überstanden.
Kapelle 1672
Möglicherweise hatte schon die gläubige Familie der Ligsalz Anfang
des 17.Jh eine Kapelle im Schloss errichtet. Schriftlich erwähnt wird ein
Kapellenbau aber erst im November 1792, als der geheime Rat Anton v.Schmid ans
Ordinariat in Freising schrieb: "Glaubbar war die Einweihung von anno
1672 bis etlich neunzig, als mein Urahnherr das ganze Schloß neu auf zubauen
angefangen und die Kapelle mitgebaut hat".
Der Kupferstecher Michael Weni ng (1645-1718) hat 1701 das Schloss mit der Kapelle
an der nordwestlichen Ecke abgebildet. Er schätzte das Alter der Kapelle
auf ungefähr 20 Jahre.
Die Gottesdienste wurden von einem Schlosskaplan abgehalten. Am 27.11.1716 gestattete
Bischof Johann Franz auf einem von Pfarrer Vitus Kreitmair eingereichten Bericht
über den Zustan der Kapelle und des Altares, "daß nicht nur
an Sonn- und Feiertagen (außer der drei principalfeste) sondern auc in
der Woch nach Belieb sowohl von denen, alldahin frembd-ankhoment, als auch secular
und regular Priester das hl.Meßopfer gelesen werden dürfe."
Kapelle
1724 Um
das Jahr 1724 -zeitgleich mit der Hofmarkkirche- erweiterten die Schlossbesitzer
den westlichen Flügel des Schlosses. Dabei wurde die bisherige Kapelle
mitsamt dem Türmchen abgebrochen und eine neue Kapelle in den Neubau aufgenommen.
Die Schmidtsche Matrikel von 1738/40 lobte das Gotteshaus als valde elegans,
als sehr schönen Bau; er sei mit einem Altar ausgestattet und zu Ehren
von Mariä Geburt errichtet. Am 30. Oktober 1724
ist die Kapelle vom Freisinger Bischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck
"unter Beiwohnung von 4 Domherren unter äußerst großer
Feierlichkeit geweiht worden".1792
erhielt Anton v.Schmid die Erlaubnis, für alle Schlossbediensteten Werktagsgottesdienste
abzuhalten. An Feiertägen nur, wenn die Witterung sehr schlecht und stürmisch
ist, oder der ein oder der andere etwas unpäßlich ist, oder wenn
Pfarrgottesdienst in Sigmertshausen oder Röhrmoos ist.
Kapelle 1740
Die Schmidtsche Matrikel aus den Jahren 1738/40 erwähnt auch noch kurz,
dass das Schloss eine sehr schöne Kapelle mit einem Altar enthalte. Sie
sei zu Ehren von Mariä Geburt errichtet.
Um 1768 gab es Streit zwischen dem Schlosskaplan Loibl und dem Pfarrer
von Röhrmoos. Der als "ebenso unklug in seinem Eifer als boshaft in
seinem Auftreten" beschriebene Loibl wollte neben der Schlosskapelle auch
alle Messfeiern in der Filialkirche Heilig Kreuz übernehmen und Pfarrer
Ponschab (von den Einnahmen aus Mess-Stipendien) verdrängen. Damit hatte
er aber trotz Unterstützung durch Graf Piosasque keinen Erfolg.
1831 wurde die Kapelle zusammen mit einem Teil des Schlosses abgebrochen.
Innenausstattung
Das Deckengemälde im Altarraum zeigt das Auge Gottes im strahlenden Dreieck, Symbol der Trinität, von Engeln umgeben. Sechs Putten sind auf Wolken dargestellt. Sie umgeben eine helle Himmelsöffnung mit dem symbolischen Auge Gottes.| Hinweis: Das Auge Gottes im Dreieck verdankt seine Existenz der Scheu früherer Jahrhunderte, Gottvater zu personifizieren. In der Frühzeit des Christentums trat der Lebensquell an die Stelle Gottes, später eine Wolke als Hand Gottes. Erst seit der Neuzeit ist das Auge Gottes im Dreieck gebräuchlich. In der Kunst |
| unserer Gegend ist es seit dem 18.Jh verbreitet. Es symbolisiert gleichzeitig auch die Dreifaltigkeit und wird oft auch Dreifaltigkeitsauge genannt. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh) dargestellt. |
| Der vom Münchner Hofbildhauer Johann Joachim Friedrich (1690-1753) im Jahr 1727 gestaltete Hochaltar macht einen erhabenen Eindruck. In der Mitte über dem Tabernakel das große Kreuz mit der Figur der Schmerzhaften Muttergottes darunter. Die Marienfigur ist dem wundertätigen und deshalb oft kopierten Gnadenbild in der Münchner Herzogspitalkirche nachempfunden. Links und rechts zwei große Anbetungsengel mit je einem Schriftblatt in den Händen: "Ecce lignum crucis" (links) und "in quo salus mundi pependit" (rechts). |
| Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind. |
| In der Osterzeit steht auf dem Tabernakel die Figur des auferstandenen Christus. Er hält in seiner linken Hand eine große Prozessionsfahne. | Die Kreuzfahne ist ein in Kreuzform endender Stab, an dem eine Fahne oder ein Banner angebracht ist. Sie gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die dreispitzig endende Fahne (ähnlich dem karolingischen Königsbanner) zur Ostersymbolik. |
| Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelchergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln. |
In die Chorwand ist ein großer Epitaph für Anton von Schmid eingemauert, der 1802 gestorben ist. Im oberen Teil ist sein Wappen eingraviert (siehe Bild rechts). Der Text auf dem Grabstein lautet: |
| Hier
ruhet der Hochwohlgebohrne Reichsfreyherr Anton von Schmid …. auf
Arnbach, Schönbrunn und Schernberg. Kurpfalzbayerischer Kämmerer Wirklich geheimer Rat und Freyresignierter Revisions Director Erbpfleger zu Aybling, Gemeiner Löblicher Landschaft in Bayern Verordneter u.Rechnungs-Aufnehmer. Und erwartet den Tag der Auferstehung. Ein verdienter Staatsmann, ein gründlicher Gelehrter Zartlieber Gatte, Liebender Vater , Getreuer Freund Ein edler biederer Mann Er kannte Dieses Lebens Philosophie Und übte sie aus. Er war Christ. Er starb im 65 ten Jahre seines Alters den 31 ten Dezember 1802. |
| Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
| Die beiden nördlichen Nebenräume
bergen auf der linken Seite eine Kapelle zu Ehren des Begräbnisses Christi.
Im Altar liegen Reliquien der Heiligen Albert, Cyprian, Longuman und Valentin. Unter der Kapelle befindet sich die Familiengruft derer v.Schmid. 15 Öffnungen (jeweils 5 in drei Reihen übereinander) konnten Särge aufnehmen. Sie waren aber nie alle belegt. In der ersten Reihe befanden sich zwei männliche und drei weibliche Leichname. 1740 war hier noch das Grab des früheren bayerischen Kanzlers Caspar Schmidt. Doch schon 1815 schrieb Freiherr v.Obernberg, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, über seinen Besuch in der Gruft: "Schmidt starb, 71 Jahre alt, den 8.September 1693 und ward in der Kirche begraben. Ich fand wohl seinen Denkstein mit einfacher Inschrift (große Männer bedürfen des Prunkes nicht; ihr Wert ist ohnehin bekannt genug) aber seine Ruhestätte nicht. Die Gruft ist leer, mit vielen Öffnungen, als künftigen Ruhestätten, wie in Klostergrüften versehen". |
| Rechts ist die Sakristei mit marmornem Lavabo-Becken. Über der Sakristei wieder ein Oratorium mit den schönen Sakristeischränken aus dem Jahr 1725. |
Das Schiff und der Altarraum sind getrennt durch
die Kommunionbank aus hellem Marmor (18.Jh).
Sie wird
von den profilierten und in der Mitte stark geschwellten barocken Docken (kleine
Säulchen) getragen.
| Hinweis: An die Kommunionbank knieten sich früher die Gläubigen, die kommunizieren wollten. Der Priester reichte von der dem Altarraum zugewandten Seite der Kommunionbank die Kommunion aus dem Kelch. Ein Ministrant hielt unter das Kinn des Gläubigen die Patene, um ein Herunterfallen der Hostie zu vermeiden. Im Rahmen der Liturgiereform um 1970 wurde die Kommunionbank in den meisten Kirchen abgebaut, um so eine Einheit zwischen dem Priester und der Gemeinde zu schaffen. Zudem ist nach herrschender Auffassung der Altar auch Tisch des österlichen Mahles; von ihm empfangen die Gläubigen die Kommunion. Zum Teil wurde die Kommunionbank auch einer anderen Verwendung im Kirchenraum zugeführt (so wurde z.B. Teile der alten Kommunionbank auf dem Petersberg zum Volksaltar in Orthofen). |
Der schöne Stuck in Formen des Frührokokos ist über den ganzen Innenraum verteilt. Er deutet auf Joh.Baptist Zimmermann (1680-1758) hin, auch wenn nach neueren Forschungen dieser Künstler selbst wohl nicht beteiligt war.
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Das Deckengemälde im Hauptraum stellt die Verehrung des heiligen Kreuzes dar (ca.1730). Es nimmt die gesamte Gewölbefläche ein. In der Mitte - im Licht - ist die Dreifaltigkeit von einer großen Anzahl von Engeln umgeben, von denen viele auf das Kreuz hindeuten. Die Engel werden zur Mitte hin immer kleiner; das vermittelt die Illusion von Höhe und Entfernung.
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![]() Das Kreuz |
Im Urzeigersinn vom Kreuz aus betrachtet:
| Ein Engel im dunklen Kleid hält
den Leidenskelch (derzeit
durch eine Eisenklammer zur Stabilisierung der Kirche halb verdeckt) und die Geißeln |
eine Wolkenbank höher zeigt ein kleinerer Engel das Schweißtuch mit dem Bildnis Jesu | ||
| ein Engel im beigen Kleid hält -auf einer Wolke sitzend- die Dornenkrone | ein sehr lebhafter Engel mit wehendem roten Gewand hält die INRI-Tafel hoch; in seiner rechten Hand liegen die Kreuzesnägel, | ||
| darunter lagert ein Engel mit rotem Gewand auf Wolken mit der Geißelsäule im Arm; | ganz in der Nähe hält ein Engel mit blauem Kleid die Lanze und den Schwamm auf einer Stange. |
In den unteren Teilen des Gemäldes (in den Diagonalen) sind Putti dargestellt, die mit ihren Attributen auf alttestamentliche Bezüge zu der Erlösungstat und dem Opfertod Christi verweisen:
| die eherne Schlange (Num 21,4-9), die an einem Stamm (als Vorläufer für das Kreuz) aufgerichtet war und Heilung brachte | ein Maßstab für den den Paradiesbaum, aus dem das Kreuz gefertigt worden sein soll, | ||
| ein Bündel
Holz erinnert an die Opferung Isaaks, der das Holz für
das Opferfeuer selbst am Altar aufgeschichtet hatte und damit zum Vorbild für die Kreuzestragung Christi wurde, |
ein Stab
(im Nordwesten) als Erinnerung an
das Wasserwunder des Moses. Moses schlug mit dem Stab Wasser aus
einem Felsen. |
Dazwischen eilen noch einige andere Engel über die Wolken, als wenn sie einen dringenden Auftrag zu erfüllen hätten.
Das Deckengemälde in Schönbrunn ist das einzige erhaltene Fresko des Münchner Hofmalers Balthasar Augustin Albrecht (1687-1765), von dessen Kunstfertigkeit noch viele Bilder (Wieskirche, Freising-Neustift, Schloss Schleißheim, Mch-Residenz, Polling, Dießen und Schäftlarn) zeugen. Die Frühwerke Albrechts in Schönbrunn sind erstaunlich qualitätsvoll und verraten vor allem in der Art der Figurenbildung und der Inkarnate (Farbe der Haut) den Einfluss der Maler Johann Anton Gumpp und Melchior Steidl.
| Passend zum Fresko ein eleganter
Bandelwerkstuck, der auch in Friesen, an Gurten, Oratorien, Türöffnungen
und Figurennischen auftaucht und der durch sein Weiß die Wirkung des farbkräftigen
Deckengemäldes noch erhöht. Bild des ganzen Deckengemäldes... |
In die beide Kreuzarme des Grundrisses sind die beiden Seitenaltäre gestellt. Wie der Hochaltar verzichten auch die Seitenaltäre auf einen architektonischen Aufbau mit Säulen und Gebälk, bestehen also nur aus der Mensa (Altartisch) und einem großem gerahmten Altarblatt, das jeweils seitlich durch geschnitzte Fruchtgirlanden und oben durch das Wappen der Unertl-Schmid bereichert wird.
Linker Seitenaltar| Durch ein Gitter eingeschlossen , links der Katharinenaltar mit einem Bild von der Enthauptung der hl.Märtyrerin Katharina, der Patronin der Vorgängerkirche und der Namenspatronin der damaligen Hofmarksherrin (gemalt von B.A.Albrecht). Die legendäre Königstochter Katharina kniet, angetan mit dem weißen Gewand der Jungfräulichkeit, im Zentrum des Bildes und erwartet den Schwertstreich, der sie enthaupten wird. Sie wurde zum Tod verurteilt, weil sie sich weigerte, den heidnischen Göttern zu opfern. Das Marterrad, mit dem sie getötet werden sollte, ist zerbrochen. Aus dem Himmel eilen ihr zwei Engel entgegen, um ihr einen Palmzweig als Siegeszeichen zu überreichen. |
| Hinweis:
Bei den Reliquien handelt es sich um einen sog. Katakomben-Heiligen.
Die in den Katakomben Roms gefundenen anonymen Gebeine wurden mit einem
Namen versehen und als Märtyrergebeine verkauft. Es ist somit nicht
sicher, aber auch nicht ausgeschlossen, dass es sich um die Gebeine eines
Märtyrers handelt. Reliquien (lat. reliquiae = Überrest) waren in früheren Jahrhunderten sehr wertvoll und wurden von den Herrschenden gesammelt wie heute Kunstgegenstände. Ganze Skelette als Reliquien konnten sich nur mit großen finanziellen Mitteln ausgestattete Kirchen leisten (im Dachauer Landkreis die Jakobskirche in Dachau und die Klosterkirchen in Altomünster und Indersdorf). Die Gläubigen verehrten in der Reliquie den Heiligen selbst. Damit wurde in der christlichen Kirche ein Brauch fortgesetzt, der schon im Altertum weit verbreitet war. Bereits im Heroenkult antiker Zeit, in der Verehrung von besonders herausragenden und ausgezeichneten Menschen nach ihrem Tod, standen deren Grab und Gebeine im Mittelpunkt des Kultes. Der christliche Reliquienkult ging von den Gräbern der Märtyrer aus. In der Verehrung der Reliquien erhofften sich die Gläubigen eine Teilhabe an der überirdischen Kraft des Heiligen, die ihm Gott wegen seine Martyrertodes oder seines segensreichen Wirkens auf Erden verliehen hat. Für das einfache Volk war es auch unmaßgeblich, ob es sich um die Originalreliquien handelte oder um einen Gegenstand, den man lediglich an der Originalreliquie "anberührt" hatte. Bis zum 13.Jh waren die Reliquien verschlossen. Erst danach wurden sie den Gläubigen in allerlei Schaugefäßen gezeigt. |
| Hinweis: Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft". Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission. |
| Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. |
| Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. Er versuchte besonders, die Bildung und das geistliche Lebens des Klerus und der Orden zu fördern. Zahlreiche Orte wurden nach Wolfgang benannt. |
Rechter Seitenaltar
| Auf der rechten Seite steht der Gelöbnis-Altar, der der hl. Anna geweiht ist. Das Altarbild von B.A.Albrecht zeigt Mutter Anna, die im Beisein von Vater Joachim und einiger Engel ihre Tochter Maria das Lesen lehrt. Auf dem Altar ein Reliquienschrein mit Gebeinen von vielen Heiligen; darunter auch eine "Annahand", eine Nachbildung der in Wien aufbewahrten angeblichen mumifizierten Hand der hl. Anna in Wachs von 1724. |
| Hinweis: Das Buch in den Händen von Anna geht auf Legenden und Darstellungen zurück, in denen sie ihre Tochter Maria das Lesen lehrt. Das Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und wendet das Wort auf Maria an. Die Kunst des Lesens beherrschten in früheren Zeiten nur wenige, meist vornehme Menschen. Dazu sollten auch Anna und Maria gerechnet werden. |
| Hinweis: Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. |
| Hinweise:
Laurentius
war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte
im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Leidenden und Armen austeilen.
Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze;als Laurentius sie nicht
an ihn herausgab, ließ er ihn mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende
Platten legen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig
unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Deshalb wird
Laurentius mit dem Rost abgebildet. Im Christentum werden Märtyrer häufig mit Palmzweigen dargestellt. Die immergrünen Blätter symbolisieren das ewige Leben und den Sieg des Glaubens über das Heidentum. |
In einem Reliquienschrein
sind Gebeine verschiedener Heiliger aufbewahrt. Darunter auch eine sog. Anna-Hand.
Für sie existiert eine Echtheits-Urkunde: "Ich Endes-Unterschriebener
bezeuge mit Priesterlichem Glauben, daß Gegenwärtige von unterschiedlichen
Heiligen Reliquien formirte hand an der wahrhafften Hand der Heiligen Mutter
Annae (welche in Ihrer Römisch-Kayserlich und Catholischen Majestät
Hof Capelle S.Francisco Xaverii in Ehren aufbehalten wird) würklich angerühret
worden, und Ihr in allem gleichförmig ist; Zur gewissener Sicherheit hab
ich solch Heilige Hand mit Attestations gleichen Sigill-Zeichen behanget. Wien
den 5.April 1724."
Darunter ist geschrieben: "Franz Simon auch Sakristan und Rosenkranz Pater
bei denen durchlauchtigsten Erzh. Rosabetha und Magdalena Ihro Röm.Kayserlich
und Catholischen Majestät Frauen, Frauen Schwestern.."
Die Urkunde ist mit einem Kranz weißer Perlen eingefasst, und mit einer
Kapsel, einem Siegel und einem Stück Samt versehen. Die Annahand selbst
war schon 1882 zerbrochen.
Links an der Wand eine Votivkerze mit der Inschrift: "Ex voto:der heyl. Mutter Annae geopfert 1729". Sie ist ein wenig angebrannt. Nach der Überlieferung soll sich selbst entzündet haben, als im Schloss einmal ein Feuer ausbrach.
Neben der Kerze in einem Rokoko-Glasrahmen der gegeißelte Heiland (ca 1750).
| Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Schönbrunn. |
| Hinweise:
Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des
Erzbischofs in Prag und machte sich wegen seines energischen Auftretens
für die Rechte der Kirche beim König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20.
März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln,
ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken.
Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes,
der Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden
seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von
5 Sternen geoffenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693
errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. Johannes
wurde 1729 -also genau zum Zeitpunkt der Ausstattung der Kirche in Schönbrunn-
von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen und war deshalb während der Barock-
und Rokokozeit als damals moderner Heiliger häufig abgebildet worden. Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. |
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Zu beiden Seiten des Eingangs präsentieren sich in in Lebensgröße den südlichen Nischen Statuen des hl.Florian (in römischer Soldatenrüstung mit hohem Federbusch-Helm) zu seinen Füßen ein brennendes Haus und in der Hand die Siegesfahne sowie des Joh.d.Täufer des Bußpredigers und Vorläufers Jesu. |
| Hinweise:
St.Florian war um das Jahr
304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen
seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein
um den Hals in die Enns geworfen.In seiner Jugend soll er ein brennendes
Haus durch sein Gebet gerettet haben. Johannes der Täufer (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet. |
An den Seitenwänden hängen die 14 Kreuzwegtafeln des Dachauer Malers Anton Huber von 1842. Die Kosten von 340 Gulden trug größtenteils Anna Schuster. Aus der Hand von Anton Huber d.Ä. stammt eine Reihe von Kirchenbilder im Landkreis Dachau.
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Hinweis: Kreuzwegbilder in den Kirchen unserer Gegend sind erst seit 1700 üblich. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg übrigens im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu nachzugehen. Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier... |
| Die 10 Kirchenbänke
aus Eichenholz mit ihren interessant gestalteten Wangen stammen noch aus
der Erbauungszeit (1724) und sind noch recht gut erhalten. Sie sind in der
Mitte abgeteilt; jeweils 10 Personen finden hier Platz. Mit einem Stuhlgeld
konnte man die Plätze reservieren (Höhe 1882: 20 Pfennig jährlich).
Wenn Sie auch noch andere Muster an Kirchenstuhlwangen sehen möchten, klicken Sie hier... |
| Gleichen Alters wie die Kirchenbänke
ist auch der kleine Opferstock
an der letzten Bank. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
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Im Geschoss über diesen beiden Nebenräumen befinden sich ebenso wie im Chor links und rechts vom Hochaltar (über der Sakristei) lichte Oratorien für die Hofmarksherrschaft und ihre hochgestellten Gäste. Sie haben Glastüren mit runden Butzenscheiben, die einzeln von Hand gefertigt wurden und noch aus der Erbauungszeit (1725) stammen. |
| Durch beide Kapellen
führt je eine Treppe zur Empore mit der Orgel.
Sie wurde im Jahr 1905 (andere Quelle: 1900) von Franz Borgias Maerz im
Neurokokostil gebaut, hat 7 Register bei pneumatischer Kegellade und einen
entfernt stehenden Spieltisch mit einem Manual. An einem Brett im Innern
des Orgelkastens ist die Schrift angebracht: "Laudate, pueri, Dominum;.
laudate nomen Domini..." (Preist den Herrn, ihr Knaben, lobt den Namen des
Herrn), eine Aufforderung an die Blasebalgtreter (Kalkanten) früherer
Zeiten. Mehr über den Orgelbauer Maerz... |
| Hinweis: Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| Der Vorraum ist durch ein Eisengitter mit Durchgangstüre vom Schiff der Kirche getrennt. Dort sind an der Wand große repräsentative Weihwasserbecken angebracht. |
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Hinweis: In Katholischen Kirchen sind in der Nähe der Eingangstüren Weihwasserbecken angebracht, aus Stein oder Metall. Das Wasser das sie enthalten ist nicht geweiht, sondern gesegnet. Mit ihm zeichnet der Eintretende ein Kreuz über sich, um sich selbst an seine Taufe, an sein "Eingetauchtwerden in den Geist Gottes", zu erinnern. |
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Die zweiteilige Eingangstür
mit dem alten Türschloss sowie die hübschen Eisengitter vor den Seitenaltären
wurden 1725 von einem einfachen ländlichen Arbeiter, dem sog Bauernschmid
vom nahen Riedenzhofen angefertigt.
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| Im Turm über dem Eingangsbereich hängen Glocken neueren Datums. Im zweiten Turmgeschoss steht noch das Uhrwerk der früheren Turmuhr aus dem Jahr 1955. |
Nach einer Liste des Landesamt für Denkmalpflege
gibt es in Schönbrunn Reste eines unterirdischen Gangs, der in Zusammenhang
mit sog. Schrazllöchern steht. Mehr
über Schrazllöcher...
Seit Ostern
2000 ist die Kirche wegen Baufälligkeit geschlossen.
Ab 2009 hätte mit der eigentlichen Renovierung begonnen werden sollen;
doch dies ist jedenfalls bis Ende 2011 noch nicht geschehen.
mehr darüber.....
Hans Schertl
Quellen:
Michael Wening, "Historico-topographica descriptio Bavariae", Band 1, 1701
Joseph von Obernberg, Reisen durch das Königreich Baiern, 1816
Dr. Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Pfarrer Johann v. G.Gierl, Schönbrunn- Schloß,Dorf, Associationsanstalt,
1882
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.1382, 212,
297, 395, 696a, 1017, 1034)
Max Gruber, Die Hofmarkkirche von Schönbrunn, Amperland 1966
Max Gruber, Stuck im Dachauer Land, Amperland 1966/1 (Zimmermann)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/2
u. 1976/1
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Helmut Rumrich/Franz Thaler, Die Gemeinde Röhrmoos, 1986
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Röhrmoos Bürgerinformationen Gemeinde Röhrmoos, 1998
Beschreibung der Kirche in Schönbrunn, herausgegeben vom Kath.Pfarramt
Röhrmoos
Dr. Werner Gross, Kirche und Denkmalpflege-Die Erneuerung der Liturgie durch
das Zweite Vatikanische Konzil
Kirchenführer Heilig Kreuz Schönbrunn, 1998
Dachauer Nachrichten v. 21.5.1999
Dachauer Nachrichten, Beilage Unser Dachauer Land v. 26.27.6.1999 und vom 23.9.2009
(Renovierung, Glocken beim Brand)
Dachauer SZ vom 5.6.Mai 2001
Dr. Eckhard Bieger SJ, das Katholische Symbollexikon, 2004
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
41 Bilder: Dr.Erich Steinbacher (12), Helmut Filtz (1), Hans Schertl
(28)
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5.2.2012