zur Landkreiskarte        ausführl.Beschreibg        Kirchen i.d.Gem.Petershausen


Pfarrkirche St. Laurentius in PETERSHAUSEN

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Adresse: 85238 Petershausen, Dr.-Hörmann-Straße 4
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Der Ort Petershausen wurde urkundlich erstmals im Jahr 1116 als Perhtricheshuson (Häuser des Perhtrich), die Pfarrei schon kurze Zeit später, im Jahr 1147 erwähnt. Danach wird Petershausen wieder in der Konradinischen Matrikel von 1315 als Teil des Dekanats Altomünster genannt.

Zwar fehlen Unterlagen über die frühe Geschichte der Pfarrkirche St.Laurentius, aber der wohl romanische Altarstein, der 1982 bei der Renovierung wieder entdeckt wurde, lässt auf ein hohes Alter schließen.

Der heutige Bau dürfte dem Stil nach - wie die meisten Kirchen im Landkreis - um 1500 entstanden und in der Barockzeit umgebaut worden sein.

Der Turm mit seiner geschossweisen Blendgliederung und der Chor stammen noch aus der gotischen Kirche. Das Langhaus wurde so um 1745 errichtet und 1890 verlängert.

         
Wappen am Chorbogen 

Pfarrei/Pfarrverband
Die Pfarrei bildet mit den Nachbarpfarreien Obermarbach und Asbach den Pfarrverband Petershausen. Seit 1.März 2013 hat sich der Pfarrverband Vierkirchen/Weichs angeschlossen. Der neue Pfarrverband nennt sich nun "Pfarrverband Petershausen-Vierkirchen-Weichs". Die Zahl der Katholiken beträgt 8850.

Innenraum
Der eingezogene Altarraum ist flach gedeckt, mit reichem Stuck und dem Deckengemälde "Martyrium des Laurentius" verziert.

Der Hochaltar mit seinen weinlaubumrankten Wendelsäulen zeigt im Altarblatt, Darstellungen der Muttergottes mit dem Kind, des hl. Johannes des Täufers und von St.Josef (1861).
Assistenzfiguren sind der hl. Laurentius, der Kirchen-patron und der hl.Sebastian. In der Verkleidung am rückwärtigen Altarblock steckt noch der gemauerte Altarstein, von dem angenommen wird, dass er aus romanischer Zeit stammt.

An den Chorwänden Figuren der Heiligen Rochus und Augustinus. Am Chorborgen Büsten des hl. Korbinian und der hl.Ottilia.

Das Altarblatt des nördlichen Seitenaltars zeigt die 14 Nothelfer. Assistenzfiguren sind Mutter Anna und die hl.Elisabeth. Im Auszuggemälde das Herz Jesu, in der Predella eine reiche Klosterarbeit.

Im südlichen Seitenaltar zeigt das Altarblatt den hl. Leonhard. Daneben stehen die Heiligen Franz Xaver und Franz von Assisi.
Im Auszugsgemälde eine Darstellung des Herzens Mariä.

Beschreibung des rechten SeitenaltarsKreuzweg von Anton HuberKreuzweg von Anton HuberKirchenbank-WangenKirchenbank-WangenGusseiserne Säule unter der EmporeJosefsfigurBemalte HolhlkehleApostelleuchterApostelleuchterBeschreibung des linken SeitenaltarsSt. OttiliaKanzelkreuzMater dolorosaAltarblatt Maria, Johannes und JosefBemalte HolhlkehleGusseiserne Säule unter der EmporeKanzelKanzelfigur St.MichaelGemälde Guter HirteSt.KorbinianMuttergottesfigurZelebrationsaltar     35 Details (Kanzel, Seitenaltäre, Hochaltar,Figuren, Deckenfresken)
per Mouseklick
linker Seitenaltar - zur Vergrößerung bitte klickenrechter Seitenaltar-zur Vergrößerung der Ansicht bitte klickenMarienfigur auf dem Altar zur Vergrößerung bitte klicken

Die Kanzel ist mit der Figur des hl. Michael gekrönt; sie stammt aus dem Jahr 1895.
Zur gleichen Zeit wurde die Empore gebaut, an deren Brüstung Apostelgemälde angebracht sind.
Der Taufstein mit achteckigem Becken und mit Figuren auf dem Deckel ist noch spätgotisch.

Die Deckengemälde des Langhauses stellen im Mittelbild die Krönung Mariens dar, in den Seitenkartusche die vier Evangelisten, Petrus und Paulus mit ihren Symbolen sowie über der Orgel die Orgel spielende hl. Cäcilia.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen

 Geschichte:  Erste Kirche  Matrikel 1315  Matrikel 1524  Visitation 1560  Visitation 1584
 30jähriger Krieg  Matrikel 1738  Beschreibung 1820  Beschreibung 1895  Beschreibung 1895
 Ausstattung:  Altarraum  Apostelleuchter  Baubeschreibung  Beichtstuhl  Choraltar
 Deckengemälde-1  Deckengemälde-2  Empore  Epitaphe  Ewig-Licht-Ampel
 Figuren im Chor  Figuren im Schiff  Kanzel  Kirchenschiff  Kirchenbänke
 Kreuzweg  Orgel  Oratorium  Pfarrerliste  Reliquien
 Seitenaltäre  Taufstein  Tabernakel  Turm  Zelebrationsaltar

Der Ort Petershausen wird indirekt in einer Urkunde des Hochstifts Freising, die aus der Zeit zwischen 1104 und 1122 stammt, unter dem Namen Pertrishusen erstmals schriftlich genannt. Damals fungierte der Edle Eberhard de Pertrishusen als Zeuge eines Rechtsgeschäfts, mit dem ein Grundstück in Mauern durch Adalhart gekauft wurde.

Bei der insgesamt 250 Jahre dauernden dreimaligen bayerischen Teilung in den Jahren 1255 bis 1505 gehörte
Petershausen zu Niederbayern. Grenze war die Glonn, die auch später noch, bis 1803, die Grenze zwischen den Landgerichten Kranzberg (zu dem Petershausen gehörte) und Dachau bildete. 35)


Geschichte von Pfarrei und Kirche

Die Geschichte der Pfarrei Petershausen und der Pfarrkirche beginnt urkundlich im Jahr 1147, als Bischof Otto von Freising der Kirche von Petershausen den Zehent, der in Laienhände übergegangen war, übertrug und ihr so Einnahmen verschaffte.
Eine Vielzahl von Pfarrern, Pfarrvikaren, Kaplänen war hier im Laufe der Jahrhunderte tätig. Die Namen der Pfarrer seit dem 30-jährigen Krieg sind am Priestergrabstein an der Südseite der Kirche aufgeführt. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, klicken Sie hier...

Matrikel von 1315 02)
Danach wird Petershausen wieder in der Konradinischen Matrikel von 1315 als Teil des Dekanats Altomünster (die Dekanate wurden damals nach der Pfarrei des Dekans benannt) erwähnt.

Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 02)
Die Pfarrei "s.Laurentii in Peterzhausen" wird auch in der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 beschrieben. Sie hatte weder eine Filialkirche noch ein Benefizium (Messstiftung). Das Präsentationsrecht (Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrerstelle) besaß das Bistum in Freising. Es hatte die Pfarrei damals dem Pfarrer Michael Lueff übertragen. Die Seelsorge vor Ort aber versah Vikar Wolfgang Pfaffenhofer. Er wohnte in einem Pfarrhaus, das keine nennenswerten Schäden aufwies und betreute 270 Communicantes, d.s. Gläubige, die schon zur Kommunion gehen durften. Im Jahr 1568 erklärte der bayerische Herzog, er gestatte es nicht mehr, dass ein Priester die Pfarrei erhalte, der nicht auch an Ort und Stelle residiere.

Visitation 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Petershausen heißt es, der Pfarrer sei in allem katholisch geblieben. Das gelte auch für die Pfarrangehörigen, jedoch mit einigen Ausnahmen.
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 (in heutigem Deutsch) lesen möchten, klicken Sie hier...


Visitation 1584
Eine Generation später, im Jahr 1584, veranlassten die Kurfürsten in München eine weitere Visitation. Damals meldete der Visitator, die Pfarrei habe nun 350 Communicantes. Das ist eine Zunahme um 80 Personen innerhalb von 60 Jahren. Die starke Bevölkerungszunahme in der zweiten Hälfte des 16.Jh war auch in anderen Pfarreien zu beobachten. Einen kleinen Anteil daran hatte auch der neue Pfarrer Adrian Strauß, der -wie die meisten seiner Kollegen- selbst mehrere Kinder hatte. Der Pfarrhof wird als wohl erbaut bezeichnet. Im Ort lebt ein "gehorsames Pfarrvölckhl", schreibt der Visitator. Mehr über die Visitation finden Sie hier...


Dreißigjähriger Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche schwer mitgenommen. Schon 1641 drohte das Kirchendach einzufallen, auch die Kirchenmauer und die Friedhofsmauer mussten repariert werden. Am schlimmsten wurde es kurz vor dem Ende des Krieges. Am 24.3.1648 wurden 100 Fuhrwerke fliehender Bauern zwischen Petershausen und Kollbach von Soldaten niedergemacht. Dabei fand auch Pfarrer B. Sailer den Tod, als er sich den Soldaten entgegenstellen wollte. Durch Pest (1634) und Krieg waren fast alle Einwohner umgekommen; Einwanderer aus Tirol und Salzburg nahmen ihre Stelle ein.
Ein halbes Jahrhundert später, nach erfolgreicher Restaurierung, wiederholte sich die Geschichte. Im Spanischen Erbfolgekrieg plünderten die Österreicher die Kirche 1704.

Auszug aus einer Karte
von Philipp Finkh -1655

1708 erwarb die Pfarrei eine wertvolle Monstranz vom Münchner Hof-Goldschmied Johann Georg Oxner, der 12 Jahre zuvor in St.Jakob/Dachau die Silberbüste der hl.Jakob geschaffen hat.


Augenscheinkarte von 1721 08)


1721
Petershausen und seine Kirche sind auch auf einer Landkarte aus dem Jahr 1721 zeichnerisch dargestellt. Die Karte wurde als Beilage (Augenscheinkarte) zu einem Bericht des Kranzberger Pflegskommissärs Joh.Anton Däxner (1716-1723) angefertigt, der an die kurfürstliche Hofkammer in München ging. Dort wollte man die jahrhundertelangen Streitigkeiten zwischen Pfaffenhofen und Kranzberg um die Hofmark Kollbach klären. Die besondere Bedeutung dieser Karte für uns liegt darin, dass hier über die Hofmarkansichten von Michael Wening (um 1700) hinaus, auch kleinere Orte in ihrem damaligen Aussehen dargestellt sind. Dies gilt vor allem für die Kirchtürme. Hier in Petershausen ist ganz deutlich der Sattelturm zu sehen, der noch heute die Kirche schmückt; auch wenn er etwas überhöht wirkt. An der Zahl der Fenster ist zu erkennen, dass die Kirche damals vier Achsen hatte (heute sieben).


Schmidt'sche Matrikel von 1738/40
02)
In den Jahren 1738/40 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese besucht und sie in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel kurz beschrieben. Petershausen war eine Wechselpfarrei, d.h., das Präsentationsrecht wechselte nach jedem Erledigungsfall zwischen dem Bischof in Freising und dem Kurfürsten in München. Pfarrer war seit 1734 Johann Michael Hörmann. Er betreute 370 Communicantes seelsorgerisch. Das heißt, die menschlichen Verluste durch die Gräuel des Dreißigjährigen Kriegs und durch die Pest waren inzwischen wieder ausgeglichen. Die Pfarrkirche selbst beschreibt Schmidt als sehr alt, aber gut repariert. Sie habe drei Altäre. Der Hochaltar sei dem Kirchenpatron St.Laurentius geweiht. Auf ihm werde seit 1503 eine Kreuzpartikel in einem silbernen Kreuz aufbewahrt. Die beiden Seitenaltäre hätten die Muttergottes und den hl.Leonhard als Patrone. Das Kirchweihfest werde am Sonntag nach dem Fest des hl.Gallus (16.Okt.) gefeiert. In der Sakristei würden hinreichende Messgewänder aufbewahrt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Im Friedhof stehe ein Beinhaus. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Landpfleger in Kranzberg. Der Bericht endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Pfarr-Gottshauses hat in letzter Rechnung 1927 fl. (=Gulden) 50 kr. (=Kreuzer) 1 hl.(=Heller) betroffen".


Beschreibung 1820  32),  34)
Der bischöfliche Registrator Martin von Deutinger erstellte im Jahr 1820 eine "Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate". Sie enthält auch einen Kurzbeschreibung der einzelnen Pfarreien.
Grundlage dafür waren die 1817 von jedem Pfarrer nach einem vorgegebenen Muster eingereichten Pfarrbeschreibungen.
Die Tabellarische Beschreibung blieb bis zum Werk von Anton Mayer und Georg Westermayer 05) die ausführlichste Darstellung.
Die Beschreibung wurde von der bischöflichen General-Vicariats-Kanzley (ohne Namensnennung des Verfassers) herausgegeben.

Die Pfarrei Petershausen wird darin (S.281/282) wie folgt beschrieben:
  "Petershausen, Säkular(Monats- 33) )pfarrei; Pfarrkirche Patron hl.Laurentius, Kw (=Kirchweihfest): Sonntag nach Gallus (= nach 16.10.).
Seelenzahl:
Pfarrei Petershausen: 478 Gläubige in
92
 Häusern
Ort Petershausen: 243 Gläubige in
51
 Häusern
Einöde Brunn:     11 Gläubige in
 1
 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Stunde
Weiler  Buch:      13 Gläubige in
 3
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1 Std
Weiler Erlpfaffenhofen:     6 Gläubige in
1
 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 1 Std
Weiler Göppertshausen   24 Gläubige in
 3
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/4 Std
Einöde Happertshofen   8 Gläubige in
1
 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Stunde
Einöde Kreithof   7 Gläubige in
1
 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/3 Stunde
Einöde Lindach   12 Gläubige in
1
 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/4 Stunde
Weiler Lueg   6 Gläubige in
 2
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Std
Dorf Sollern   57 Gläubige in
 11
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std
Weiler Speckhof   16 Gläubige in
 1
 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std
Weiler Than   13 Gläubige in
 3
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Std
Weiler Wasenhof   9 Gläubige in
 1
 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/4 Std
Weiler Weingarten   13 Gläubige in
 2
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1 Std
Dorf Ziegelberg   40 Gläubige in
 10
 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/4 Std

  "Petershausen, Säkular(Monats)pfarrei; Pfarrkirche Patron hl.Laurentius, Kw (=Kirchweihfest): Sonntag nach Gallus (= nach 16.10.)

Seelenzahl:

Pfarrei Petershausen: Ort Petershausen:
Einöde Brunn:  
Weiler  Buch:    
Einöde Bogenried:
Weil. Handenzhofen:
Weil. Kappelhofen:
Einöde Lindach: 

478 Gläubige in 92 Häusern
243 Gläubige in 51 Häusern
  11 Gläubige in   1 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 3/4 Stunde
  19 Gläubige in   2 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Stunde
  07 Gläubige in   1 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Stunde
  47 Gläubige in  3 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1/2 Stunde
  20 Gläubige in  4 Häusern, Entfernung von der Pfarrkirche: 1 Stunde
  10 Gläubige in  1 Haus, Entfernung von der Pfarrkirche: 1 Stunde

 


Pfarrherrnwechsel 1820
01)
Nach der Säkularisation lag das Recht, den Pfarrer für eine Pfarrei zu bestimmen, überwiegend beim König. Deshalb wurde die Pfarrei nach dem Tod oder der Versetzung des Pfarrers im Königl.Bayerischen Intelligenzblatt (dem damaligen Staatsanzeiger) ausgeschrieben. Dies war im Juli 1820 der Fall, als Pfarrer Aloys Friesenegger starb.
  (Die Erledigung der Pfarrey Petershauen betr.)
Im Namen Seiner Majestät des Königs
Durch die Versetzung des letzten Besitzers, kam die Pfarrey Petershausen in Erledigung. Sie liegt in der Diözese Freysing, im Wahldecanate Sittenbach, und im Königl. Landgerichte Dachau. In einem Umkreise von 4 Stunden enthält sie 500 Seelen, die in einigen Dörfern und Einöden zerstreut sich befinden, und von dem Pfarrer allein pastorirt werden. In dem Orte Petershausen befindet sich eine Schule.
Nach der noch nicht ratificirten Fassion bestehet das Einkommen des Pfarrers 1271 fl. 6 kr. Außer den gewöhnlichen Staats- und Diöcesan-Lasten, haftet auf dieser Pfarrey ein Bau-Aussitz-Capital von 1800 fl. , welches von dem neu antretenden Pfarrer baar abgelöst, oder mit 100 fl. jährlichen Aussitzfristen allmählig getilgt werden muß.
München, den 14.Juli 1820 - Königlich-Baierische Regierung des Isarkreises, Kammer des Innern, v.Widder, Präsident

Nach zwei Monaten meldete das Blatt, dass die Suche beendet war:
  "Seine Königliche Majestät haben am 22.September l.J. die Pfarrey Petershausen, Landger.Dachau, dem bisherigen Pfarrer zu Giebing, Priester Joseph Schwingkammer, und die dadurch erledigte Pfarrey zu Giebing, obigen Landgerichts, nach der Classifications-Reihe der im Jahr 1813 dahier geprüften Pfarrcandidaten, dem Priester Melchior Geitner, Cooperator zu Einspach, allergnädigst zu verleihen geruht".


Beschreibung 1884 05)
Kirche und Pfarrei Petershausen sind auch in der "Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-84 enthalten, die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und -nach dessen Tod 1877- Pfarrer Georg Westermayer als Buch veröffentlichten. Diese bisher umfangreichste Diözesanbeschreibung sollte in erster Linie den praktischen Bedürfnissen der Diözesan- und Staatsverwaltung dienen. Daneben hat das Werk in Form von "kleinen Notizen" die Ergebnisse der aufblühenden orts- und lokalgeschichtlichen Forschung sowie die gedruckten Quellen und die von Heckenstaller und Deutinger gesammelten Unterlagen im Archiv des Erzbistums verwertet. Erste Grundlage dieser "Mosaikarbeit" waren Mitteilungen der Pfarrämter.
  Geographie:"Die Pfarrei hat 617 Seelen in 100 Häusern. Davon wohnen nur 387 Gläubige (in 62 Häusern) in der Ortschaft Petershausen selbst, die Übrigen in Göppertshausen 31 (4), in Sollern 65 (12), Ziegelberg 51 (11) und in 6 weiteren Einöden und Weilern. Edenpfaffenhofen war kurz vorher, 1871, nach Weichs umgepfarrt worden. Der Umfang der Pfarrei beträgt 12 km. Die Wege sind beschwerlich. Im Pfarrbezirk befinden sich 3 menonitische und 1 protestantische Familie." In dem 1879 vergrößerten Schulhaus unterrichtete 1 Lehrer 130 Werktags- und 40 Feiertagsschüler.
Pfarrei
: "Petershausen ist eine Wechselpfarrei. (Den Pfarrer bestimmte alternierend der König und der Bischof). Die Kirchen-rechnung weist bei 3893 Mark Einnahmen und 129 Mark Lasten einen jährlichen Reinertrag von 3764 Mark aus. Die Schulden betrugen 3685 Mark. Das Widum (=der Pfarrbauernhof) umfasst Grundstücke von 82 Tagwerk (= 27 ha) Fläche der Bonität 10.
Das Pfarrhaus ist geräumig, passend und in den unteren Räumen feucht. Die 1844 erbauten Ökonomiegebäude waren noch für den Zehent berechnet und sind deßhalb jetzt viel zu groß. Die Matrikelbücher beginnen im XVII. Jahrh".
Pfarrkirche: "Erbauungsjahr unbekannt; restaurirt 1844. Zopfstyl (=Barock). Die Geräumigkeit ist unzureichend. Baupflicht hat die Kirchenstiftung. Sattelthurm mit 3 Glocken. 3 Altäre. Orgel mit 6 Registern. Cemeterium (=Friedhof) bei der Pfarrkirche. Stiftungen: 22 Jahrtage, 42 Jahrmessen. Den Meßner- und Cantordienst versieht der Lehrer. Kirchenvermögen: 3.400 Mark".



Beschreibung 1895 06)
Petershausen ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Doch dort wird nur der Taufstein erwähnt. Der Text lautet:
"Kirche erbaut von Pfarrer Mich.Hörmann (1734-1763). Im Chor achtseitiger Taufstein mit achtseitigem gewundenem Sockel. H.80 cm. Spätgothisch"

Renovierungen
- 1737 (Anbau der Sakristei; Maurermeister Franz Thalhamer aus Hohenkammer
30) und Zimmerer Johann Demel)
- 1740 (Glockenstuhlreparatur durch Zimmerer Johann Demel )
- 1741 (Kirchenreparatur Maurermeister Franz Thalhamer aus Hohenkammer
30), Zimmerer Johann Demel und Kistler Karl Viktorin
            Schmidt aus Weichs. Die Kistlerarbeiten kosteten 70 Gulden)
- 1844 (s. Beschreibung 1884)


Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei.
1524: Pfarrei mit 270 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
02)
1560:Pfarrei mit 250 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
1584: Pfarrei mit 350 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
1738: Pfarrei mit 370 erwachsenen Gläubigen (Communicantes)
02)
1852: Gemeinde mit 95 Familien und 450 Einwohnern
03)
1867: Gemeinde mit 462 Einwohnern, 112 Gebäuden
04)
         Ortschaft mit 338 Einwohnern in 78 Geb. (dazu Göppertshausen 28/8, Mühldorf 26/6, Ziegelberg 55/14, Wasenhf 12/3)
1876: Gemeinde mit 541 Einwohnern, 192 Gebäuden, davon 88 Wohngebäuden
         Ortschaft mit 421 Einwohnern in 133 Geb. (dazu Göppertshausen 26/16, Lindach 10/5, Mühldorf 23/10, Ziegelberg 52/24,           Wasenhof 9/4)
36)
1884
: Pfarrei mit 617 Gläubigen in 100 Häusern.
         Ort Petershausen mit 387 Gläubigen in 62 Häusern
05)
1933: Gemeinde mit  703 Einwohnern
29)
1939: Gemeinde mit  796 Einwohnern
29)

Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese oftmals in blumiger Sprache verfassten Berichte beschäftigen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Primizen, Jubiläen oder Abschiedsfeiern von Pfarrern Fahnenweihen beschrieben. Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken Sie hier...


Wallfahrten

Aus der Zeitung ist bekannt, dass die Pfarrei Petershausen mit den umliegenden Pfarreien Asbach, Jetzendorf, Kollbach, Obermarbach und Steinkirchen seit 1625 jeweils zu Pfingsten eine Wallfahrt zum hl. St. Leonhard in Inchenhofen durchgeführt hat. Jedenfalls hatten sie 1925 das 300jährige Jubiläum dieser Wallfahrt begangen... einen Bericht darüber können Sie hier lesen...
  Hinweis: Die Wallfahrt zum hl. Leonhard in Inchenhofen gilt als älteste und wichtigste Leonhards-Wallfahrt in Deutschland. Der Aufschwung begann, als 1283 das Kloster Fürstenfeld die bis dahin noch unbedeutende Wallfahrt in der kleinen Kapelle übernahm. Es verhalf ihr binnen weniger Jahrzehnte zu höchster Blüte. Die Wallfahrt selbst geht auf ein Wunder zurück: 1256 sollen Soldaten Votivgaben in der St.Leonhardskapelle gestohlen haben und daraufhin schwachsinnig geworden sein. St.Leonhard war bis dahin ein nur an wenigen Stellen verehrter französischer Heiliger, der als Patron der Gefangenen und der (damals ebenfalls angeketteten) Geisteskranken um Hilfe angerufen wurde. Seine große Bedeutung als Bauernheiliger erhielt er erst im 16.Jh., als die Ketten, mit denen er abgebildet war, als Viehketten missdeutet/umgedeutet wurden. Diese Patronatserwei-terung gab der Wallfahrt in Inchenhofen noch einen großen Schub. Bis 1803 unternahmen 167 Pfarreien eine alljährliche Wallfahrt nach Inchenhofen. Heute kommen aus etwa 60 Orten die Wallfahrergruppen, meist zu Fuß, nach "Leachad" , wie Inchenhofen auch genannt wird. Dabei ist nach wie vor der größte Wallfahrtstag des ganzen Jahres der Pfingstmontag, an dem zugleich das Hauptfest der 1659 vom Papst Alexander VII. genehmigten Erzbruderschaft des hl. Leonhard gefeiert wird. An diesem Tag kamen auch die Petershausener Wallfahrer.


Baubeschreibung

Die Pfarrkirche St. Laurentius liegt im alten Teil des Ortes, umgeben vom Friedhof in der Nähe der Glonn. Die ältesten Bauteile der Pfarrkirche sind der Sattelturm und das untere Mauerwerk des Kirchenschiffs, die wahrscheinlich aus dem 15.Jh stammen. Der Turm ist geschossweise durch Blenden gegliedert. An der Blende im dritten Geschoss befindet sich ein Rundbogenfries, der sogar noch romanisch anmutet.

Der spätgotische Chor (ebenfalls aus dem 15. Jh) ist eingezogen und schließt in drei Achteckseiten. An die südliche der Seiten ist die doppelgeschossige Sakristei angebaut- 1737 durch Franz Thalhamer aus Hohenkammer (+ 07.02.1743).
Das Kirchenschiff ist mit sieben Jochen sehr lang. Die drei westlichen Joche (insg.8 Meter) wurden 1890 angebaut.
An den Außenwänden des Kirchenschiffs und des Altarraums sind Epitaphe in die Mauer eingelassen:

1902
Epitaph aus Muschelkalk von 1902 mit einer großen, runden Halbbüste aus Bronze in der Mitte (Signatur "BS"=Balthasar Schmitt).
Text: "Der edlen Kunst halfst voll Begeisterung du den Weg bereiten damit sie wieder eintrete in das Haus des Herrn. Franz Festing, Pfarrer, geb.20.Okt.1839 in Hildesheim, ges.8.Okt.1902 in Petershausen.
Gewidmet von seinen Freunden".
Festing war Militärkurat in Nürnberg, von 1884-1894 Pfarrer in Pullach, von 1894-1899 Pfarrer in Niederroth und ab 1899 bis zu seinem Tode Pfarrer in Petershausen. Er führte hier die unter seinem Vorgänger begonnene Restaurierung der Altäre fort.

1913

Epitaph aus Muschelkalk von 1913. Im oberen Teil ein Portraitrelief aus Bronze mit der Signatur "F.Drexler".
Text: Zum steten Gedenken an den edlen hier ruhenden Gründer und Wohltäter des k.Gesellenvereins St.Anna, Ehrenpräses Hochwürden Herrn Laurentius Kottmaier, Benefiziat (= Priester ohne Pfarrei) bei U.L.Frau in München, *2.Febr.1827 +29.März 1913. Errichtet vom kath.Gesellenhausverein St.Anna München R.I.P.

1916
Andenken an unsern lieben Sohn & Bruder, der ehrengeachtete Fr.Xaver Hörmann, Bürgermeisterssohn v.hier. Sergeant i.15.byr.Infr.Rgt.1.K., Inhaber d. eis.Kreuzes II u.des byr.Verdienstkreuzes mit Krone und Schwertern gefallen bei Duamo am 8.Juni 1916 im 27.Lebensj.
In der Plakette des Aufsatzes ist ein sterbender Soldat abgebildet. Daneben als Relief die beiden Orden des Gefallenen.


Turm
Der sechsgeschossige Sattelturm ist im an der Chornordseite angebaut. 1761 hatte ein Sturm den größten Teil des Turmes umgeworfen und das Dach "totaliter" zerschlagen.

  Übrigens:
Eines hat die Kirche in Petershausen mit der Kirche St.Peter in München gemeinsam: Das Kreuz auf der Turmspitze hat -wie das auf dem Alten Peter- die falsche Richtung. Üblicherweise sind die Kreuzbalken quer zum Kirchenschiff, also in Nord-Süd-Richtung, angeordnet. Das Kreuz ist also von Osten und vor allem von Westen in seiner vollen Breite zu sehen. Das hat 2 Gründe:
a) Kirchenbesucher, die auf -wie in Petershausen- die Kirche von Westen her zugehen,
   sollen es von vorne erblicken.

Turmkreuz
  b) Außerdem war in früheren Zeiten die Westseite als Gegenstück zur Ostseite (Sonnenaufgang als
    Symbol für Christus) die Richtung, aus der schädliche Einflüsse kamen. Da konnte eine volle Kreuzes-
    Breitseite zur Abwehr dieser schädlicher Einflüsse nicht schaden.
Beim Alten Peter soll einer Sage nach der Teufel das Kreuz gedreht haben.
31) Wer in Petershausen schuld war, ist (noch) nicht geklärt. Alle übrigen Kirchen der Pfarrei Petershausen und der Umgebung haben übrigens die Kreuze auf ihrer Kirchturmspitze ganz korrekt in traditioneller N/S-Richtung montiert.

Glocken
Im Turm hängen hinter den spitzbogigen Doppel-Schallfenstern seit 1949 vier Glocken mit den Tönen c', e', g' und a'mit den Durchmessern 151, 127, 113 und 101 cm, die vom Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation gegossen wurden. Die Vorgängerglocken aus den Jahren 1477 (von Glockengießer Ulrich von der
Rosen), 1580, 1603 (Sixtus Steger ) und 1927 wurden verkauft oder in Kriegszeiten leider eingeschmolzen.

Westlich am Langhaus überdeckt ein Vorbau mit nördlichen und südlichen Zugängen das doppeltürige Eingangsportal.

Die letzten Renovierungen wurden gegen 1670, 1741, 1770, 1890, 1932, 1949, 1980/83 und um das Jahr 2001 durchgeführt.

 

Innenausstattung

Chor / Altarraum

Der eingezogene Altarraum ist flach gedeckt. Die Decke ist mit einer Hohlkehle und Traufgesims profiliert. Ungewöhnlich ist der reiche Stuck, meist Neurokoko von Leander Weipert, München 1890, der wahrscheinlich an den Altbestand im Chor aus der Frührokokozeit angepasst wurde. Der Altarraum wird von zwei Rundbogenfenstern und zwei darüber liegenden kleineren Rundfenstern erhellt. Die Fenster haben sechseckige Bleiverglasung. Es handelt sich um sog.Goetheglas, auch leichtes Restaurationsglas oder in Bayern "Wassergimpel" bzw. Wetterglas" genannt, das mundgeblasen wurde, leichte Schlieren hat und 2 mm dick ist.

Deckengemälde

Das Deckengemälde im Altarraum mit der Darstellung des Martyriums des Kirchenpatrons Laurentius entstand wohl gegen Mitte des 18. Jahrhunderts, wurde jedoch um 1890 überarbeitet.

Laurentius wird von seinen Henkern auf den Rost gedrückt unter dem zwei Knechte schon ein Feuer entzünden. Im Hintergrund stehen Schaulustige. Über der Szene schweben Engel und halten den Märtyrer-kranz und den Märtyrerpalmzweig in den Händen.


Martyrium des
hl.Laurentius
Der Palmzweig stellt den Sieg des Märtyrers über Welt und Fleisch dar. Er nimmt Bezug auf die Offenbarung des Johannes (Apo. 7,9), in der es heißt: "Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen ... Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen".


Hochaltar/ Choraltar

Der heutige Hochaltar mit seinen vier weinlaubumrankten Wendelsäulen, dem verkröpften Gebälk, den Volutensprenggiebeln und dem Auszug könnte von Konstantin Pader (1653) erbaut worden sein. Nach anderen Auffassungen stammt er aus der Zeit um 1680 oder um 1710/20. Pader hat bis 1681 gelebt.
Im Jahr 1902 wurde der Hochaltar neu gefasst und am 11. April 1904 von Erzbischof Franz Joseph von Stein konsekriert. Ein kleiner seitlicher Ausschnitt in der Verkleidung am rückwärtigen Altarblock gibt den Blick frei auf das wohl älteste Kunstdenkmal in Petershausen. Bei der letzten Renovierung von 1982 entdeckte man nach dem Entfernen der Verkleidung des Hochaltars den gemauerten Altarstein, den Stipes, von dem angenommen wird, dass er aus der romanischen Zeit stammt. Er weist eine Quadergliederung auf und zeigt zu beiden Seiten je eine schlanke glatte Säule mit profiliertem Kapitell. Die Steinplatte jedoch ist neueren Datums, sie stammt vermutlich aus dem Jahr 1902, als die Kirche eine umfangreiche Innenrenovierung erhielt. Auf der Rückseite des Altars ist ein alter, hölzerner Zugmechanismus angebracht, der wahrscheinlich Ölbergdarstellungen gedient haben könnte.

Altaraufsatz
Auf den Volutensprenggiebeln mit verkröpftem Gebälk sitzen Engel neben Flammenvasen.

Gottvater
Das Auszugsgemälde (Öl auf Leinwand) aus der Erbauungszeit des Altars in geschweiftem Rahmen zeigt den auf Wolken thronenden Gottvater mit der Weltkugel.
Mittelteil des Altars
Im mit Öl auf Leinwand gemalten Altarblatt (1861 von Max Huber aus München sign.) finden sich die Darstellung der auf Gewölk stehenden Maria mit dem Kind und seitlich die Heiligen Johannes der Täufer (mit Kreuzstab in der linken Hand, mit der rechten Hand auf Maria weisend) sowie Josef mit Lilie (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit)
      
Laurentius - Johannes/Maria/Josef - Sebastian
Als Assistenzfiguren aus der Zeit um 1890 sehen wir die Heiligen Laurentius (im kurzärmeligen Gewand des Diakons, mit Rost und Märtyrerpalmzweig) und Sebastian (nicht wie sonst am Marterbaum, sondern frei stehend im Soldatengewand mit Pfeilen und Märtyrer-palmzweig.
  Hinweise: Laurentius war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Leidenden und Armen austeilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze; als Laurentius sie nicht an ihn herausgab, ließ er ihn mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Deshalb wird Laurentius mit dem Rost abgebildet.
Sebastian war im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
Tabernakel
Eine neubarocke Zutat stellt der doppelgeschossige Tabernakel mit den vergoldeten Wendelsäulen dar, den Josef Stärk (1855-1935) aus Nürnberg 1901 fertigte. Kleine gedrehte Säulchen auf einem Volutenpostament stützen das geschwungene Gebälk mit drei Puttenköpfen. Im unteren Bereich ist der eigentliche Tabernakel untergebracht, mit vergoldeten Türen, darüber in der mit einer vergoldeten Muschelkalotte ausgestatteten Nische steht das Altarkreuz aus vergoldetem Holz. Der Corpus ist aus Elfenbein geschnitzt. Der Tabernakel besteht aus marmoriertem und vergoldetem Holz.


Tabernakel
Der Bildhauer Josef Stärk wurde in Saulgau geboren und lernte bei dem Bildhauer und Altarbauer Wilhelm Mayer. Von 1874-1876 besuchte er die Akademie der bildenden Künste in München. Er übersiedelte dann nach Nürnberg und gründete dort eine eigene Bildhauerwerkstatt. Josef Stärk zählt zu den bedeutendsten Künstlern Süddeutschlands für neugotische Kirchenausstattungen.
(Stärk stattete zur gleichen Zeit auch die Kirche in Giebing mit Altar, Kanzel und Kreuzweg aus).
  Hinweise: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.
Reliquiengefäße
In zwei Reliquienbehältnissen beiderseits des Tabernakels befinden sich neben größeren Wachsmedaillons zahlreiche Reliquien, die in Klosterarbeit mit Goldfäden und farbigen Steinen gefasst und verziert sind. Die Cedulae, die kleinen Zettel aus Pergament nennen die Namen der Heiligen, deren Reliquien sich hier befinden: Mauritius, Felix, Dionysius, Laurentius, Theodosius, Candida, Joh.Nepomuk, Illuminatus, Erasmus, Valerianus, Martin, Valentin, Victor, Vinczent, Ursula, Theophila.
Es handelt sich um Katakombenheilige.


Figuren im Altarraum

St.Ägidius
An den Seitenwänden des Chores/Altarraums stehen zwei große Statuen auf Postamenten:
an der rechten Seite über dem Sakristeieingang der hl. Augustinus im Bischofsgewand mit einem brennenden Herzen in der rechten Hand und auf der gegenüberliegenden Seite der hl.Ägidius im Abtsgewand mit einer Hirschkuh. Beide Heiligen tragen Handschuhe mit 5 vergoldeten Ziernägeln als Zeichen für die 5 Wunden Christi.

St.Augustinus
 

Hinweis: Ägidius lebte im 7. Jh. als Einsiedler der Legende zufolge nährte ihn eine Hirschkuh mit ihrer
Milch. Ägidius wurde bei einer Jagd vom Pfeil des Westgotenkönigs Wamba getroffen als dieser versuchte, das Tier zu erlegen. Um seine Schuld zu tilgen, gestattete der Monarch dem Verletzten, nach seiner Genesung ein Kloster zu gründen. Nach anderen Legenden bemühte sich Karl, der Große - er lebte fast 100 Jahre später - um die Fürbitten Ägidius': ein Engel brachte danach einen Zettel mit der bestätigten Sündenvergebung auf den Altar, an dem Ägidius sein Amt versah. Seitdem gilt Ägidius als Beistand einer guten Beichte und Vergebung und zählt als solcher zu den 14 Nothelfern.
Augustinus ist der bedeutendste der vier lateinischen Kirchenväter. Er wurde -nach vielen Irrwegen- 394 zum Bischof von Hippo bei Karthago geweiht. Durch seine zahlreichen Schriften entwickelte er sich zum geistigen Führer der abendländischen Kirche. Er starb am 28.8.430 während der Belagerung Hippos durch den Vandalenkönig Geiserich.


Am Chorborgen sind die Büsten des hl. Korbinian und der hl.Ottilia angebracht.
Die um 1500 geschnitzte Figur von St. Korbinian sehen wir im Bischofsornat mit Bibel und einem Bären. St.Ottilia trägt eine Krone auf dem Haupt; in den Händen hält sie einen Äbtissinnenstab und ein Buch, auf dessen offenen Seiten Augen zu sehen sind (um 1700).
  
St.Korbinian und St.Ottilia
Korbinian (um 670 in Frankreich geboren) war der erste Bischof von Freising. Als bei einer Romreise ein Bär seinen Esel tötete, band Korbinian die Traglast dem Bären um.
Odilia
(660-720) aus dem Elsass war Äbtissin des nach ihr benannten Klosters Odilienberg. Die Legende berichtet, dass ihr Vater sie seine blind geborene Tochter Odilia töten lassen wollte, die Mutter Bethsvinda sie aber retten konnte. Bei der Taufe wurde ihr das Augenlicht wieder geschenkt.
   


Ewig-Licht-Ampel

Die barocke Ewig-Licht-Ampel am Chorbogen ist schon alt. Sie stammt aus dem Jahr 1740, besteht aus versilberten Messing und ist mit Reliefs in Treibarbeit geschmückt. Treibarbeit bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde.


Ewig-Licht-Ampel
Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet, nach-dem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten.
  Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.


Oratorium


Oratorium
An der Nordseite des Altarraums ist im 1.Stockwerk des Turms ein Oratorium eingebaut. Es ist durch ein Fenster mit Rundbogen und ein Fenster mit verbleitem Antikglas mit dem Altarraum verbunden. Hier konnten früher adelige Herren und Damen der Messe beiwohnen, ohne vom einfachen Volk gesehen zu werden.
Unter dem Oratorium ist eine Uhr in die Wand eingelassen.

Chorglocke

Neben dem Chorgestühl ist der Eingang zur Sakristei. Dort hängt die Chorglocke oder Sakristeiglocke, die mit einem roten Zugband zum Klingen gebracht wird. Die Chorglocke wird geläutet, wenn Priester und Ministranten bei Beginn der Messfeier die Sakristei verlassen und den Chor betreten.

Chorglocke


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar ist ein einfacher Blocktisch aus der Zeit um 1970.
Hinweis: Der Zelebrationsaltar ist eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier. In der Anfangszeit des Christentums konnte zur Eucharistiefeier zunächst jeder beliebige Tisch dienen, doch bereits im 4. Jahrhundert wurde ein fester Altar in die Kirchen eingebaut. Er war frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich.

Zelebrationsaltar
Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabeln) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Der Zelebrationsalter ersetzt nun liturgisch voll den Hochaltar. 28)


Kirchenschiff / Langhaus

Das Langhaus ist ein flachgedeckter Saalbau, mit eingezogener, bemalter Hohlkehle und Kraggesims profiliert. Es besitzt einen feinen, aber nicht sehr reichen Rokokostuck, der aber zumindest teilweise als Ergänzung des vorhandenen Stucks aus der Zeit des Modernismus um 1890 stammt.

Hohlkehle

Es ist aber nicht auszumachen, welche Teile ersetzt wurden.

Das Traufgesims des Kirchenschiffs ist etwas niedriger als im Altarraum.


Deckengemälde im Kirchenschiff

Die Deckengemälde des Langhauses schufen 1890 Caspar Lessig (1852-1916) und Anton Ranzinger (1850-1924) aus München (sign). Diese Künstler, die die Anstalt für kirchliche Kunst gegründet hatten, waren auch in den Pfarrkirchen von Wollomoos und Sulzemoos sowie in Wartenberg Lkr.Erding tätig. Lessig stammte aus Dietfurt/Altmühltal.

Damals wurde das Kirchenschiff verlängert. Die Gemälde stellen im großen Mittelbild die Krönung Mariens dar, in den Seitenkartuschen die vier Evangelisten, Petrus und Paulus mit ihren Symbolen und der Harfe spielende König David. Über der Orgel ist in einem mittelgroßen Bild die Orgel spielende hl. Cäcilia zu sehen, flankiert von Bildkartuschen mit Themen aus der (Maria preisenden) Lauretanische Litanei: Morgenstern, Goldenes Haus, geheimnisvolle Rose, Arche des neuen Bundes. Die Gemälde sind mit Stucklinien verbunden.


hinten

geheimnisvolle Rose

Cäcilia spielt Orgel

Morgenstern
 
 

Goldenes Haus

David spielt Harfe

Arche
 
 

Evangelist Matthäus

Mariä Krönung

Evangelist Markus
 
 

Paulus

Petrus
 
vorne

Evangelist Lukas

Wappen am Chorbogen

Evangelist Johannes
 


Wappen von
Pfr. Hörmann
Der Stuck am Chorbogen ist noch alt. Das Wappen zeigt einen Mann mit gezogenem Säbel in der Rechten, darüber, auf heraldischem Schmuck, ein Pferd. Es ist das Wappen von Pfarrer Michael Hörmann (1734-1763 Pfarrer in Petershausen).
Evangelist Johannes Johannes sitzt mit dem geöffneten Evangelienbuch und einer Schreibfeder auf einer Wolke. Sein Blick geht nach oben als warte er auf die göttlichen Worte, die er niederschreiben soll. Hinter ihm mit ausgebreiteten Schwingen sein typisches Attribut, der Adler. Diesen hoch fliegenden Vogel versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums.
Evangelist Lukas Der Evangelist Lukas ist in ähnlicher Weise dargestellt, wie Johannes. Der geflügelte Stier (= Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet.
Mariä Krönung Maria schwebt auf Wolken empor zum Himmel. Engel tragen ihr Attribut, die Lilien der Reinheit. Im Himmel wird sie von der Hl.Dreifaltigkeit erwartet. Christus mit seinem Attribut, dem Kreuz und Gottvater mit dem Zepter und der Weltkugel halten eine Krone bereit. Darüber schwebt der Hl.Geist in Gestalt einer Taube und sendet Gnadenstrahlen herab. Die drei göttlichen Personen haben einen dreieckigen Heiligenschein, der nur ihnen vorbehalten ist.
St.Petrus Petrus hält zwei Himmelsschlüssel in der Hand. Der Heilige ist -wie in den meisten Petrusabbildungen seit dem 4.Jh - mit rundem Kopf, grauem, krausen Haarkranz um den Haarbüschel auf der Stirn und mit Bart dargestellt.
Die sog.Himmelsschlüssel, die der Künstler seiner Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Deshalb die beiden Schlüssel. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel".
St.Paulus St.Paulus mit dem Schwert und Evangelium.
Paulus hieß eigentlich Saulus. Er war von Beruf Zeltteppichweber und jüdischer Theologe im Laienstand. Er verfolgte mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung des Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er von einer Erscheinung Christi getroffen, fiel zu Boden und erblindete kurzzeitig. Missionsreisen durch den Nahen Osten und seine Briefe (7 der 13 Briefe stammen von ihm) machten ihn bekannt. Das Schwert in seiner Hand ist auf die eher unwahrscheinliche Legende zurückzuführen, nach der Paulus im Jahr 67 als Märtyrer unter Kaiser Nero durch das Schwert ums Leben kam. Wahrscheinlich ist er eines natürlichen Todes gestorben.
Evangelist Markus Der Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, berichtet und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont.
Evangelist Matthäus Dem Evangelisten Matthäus - so könnte man glauben- schaut ein Engel über die Schulter. Es ist aber ein geflügelter Mensch, so wie alle Attribute der Evangelisten geflügelt sind. Es handelt sich ja um die vier geflügelten Lebewesen aus der Apokalypse. Der Mensch bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf seine Geburt hin (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt).
David spielt Leier Wegen seines in der Bibel erwähnten Leierspiels (2 Sam 3-5) und im Hinblick darauf, dass er als Dichter der Psalmen gilt, wurde David ab dem 16.Jh auch häufig als Psalmist, ja als Repräsentant der geistlichen Musik dargestellt (Patron der Sängergruppen und Musikgruppen).
Cäcilia spielt Orgel Die hl.Cäcilia, die Patronin der Musiker, sitzt an einer Orgel, zu ihren Füßen ein Waldhorn, eine Flöte und eine Trommel. Cäcilia soll eine hübsche adlige Römerin gewesen sein, die von Papst Urban I. getauft wurde und viele Menschen ihrer Umgebung zum Christentum bekehrte. In der Zeit der Christenverfolgung wurde sie in kochendes Wasser gesetzt und schließlich mit dem Schwert schwer verwundet und starb kurze Zeit später. 1599 wurde ihr Leichnam unverwest gefunden. Bekannt ist Cäcilia als Nothelferin und als Patronin der Kirchenmusik. Dieses Patronat verdankt sie einem Übersetzungsfehler, nach dem sie auf ihrer Hochzeit selbst die Orgel gespielt haben soll. Tatsächlich wird nur von ihrem Gesang berichtet.
Arche d.Neuen Bundes Die Bilder stellen vier Anrufungen an Maria aus der Lauretanischen Litanei dar. Durch die bild- und symbolreiche Sprache hat die Lauretanische Litanei einen sehr poetischen Charakter. Den Namen erhielt sie nach dem italienischen Marienwallfahrtsort Loreto. Maria wird in der Litanei mit zahlreichen verschiedenen Bezeichnungen angesprochen, die ihre Rolle in der Heilsgeschichte teils direkt ansprechen, teils in symbolischen, oft der Bibel entstammenden Bildern darzustellen versuchen. Die "geheimnisvolle Rose" ist darauf zurückzuführen, dass man in der Antike der Ansicht war, dass Rosen die Wirkung des Weines abschwächten und davor bewahrten, Geheimnisse zu verraten. Die Rose galt deshalb als Symbol der Verschwiegenheit, lat. "sub rosa" (unter der Rose, d. h. unter dem Siegel der Verschwiegenheit).
Goldenes Haus
Morgenstern
Geheimnisvolle Rose

 

Seitenaltäre

Die Seitenaltäre mit je zwei kannelierten ( = mit senkrechten Rillen versehenen) Säulen und verkröpftem Gebälk sind in lebhaften Neurokoko-Formen gestaltet. Den Entwurf hat Architekt Alois Saal aus München um das Jahr 1890 gefertigt. Die vier Meter hohen Altäre, die den 14 Nothelfern und dem hl.Leonhard geweiht sind, ersetzten ihre Vorgänger aus dem Jahr 1757. Bis 1699 gab es einen Nothelferaltar und einen Annaaltar. Dann wechselte das Patronat von Anna zu Leonhard.

Antependium
Die Antependien bestehen aus marmoriertem Holz mit seitlichen Pilastern und zwei Putten und einem Kreuz als Füllung.   In den Predellen sind reiche Klosterarbeiten aus dem 18. Jh eingelassen, mit großem Agnus Dei-Medaillon und vielen Reliquien, die in Goldlahn (= mit Goldfaden umwickelter Metalldraht) gefasst und mit farbigen Steinen besetzt sind. ...mehr über Klosterarbeiten...

Klosterarbeiten


Nördlicher (linker) Seitenaltar


Der Altar besitzt einen geschwungenen, fast ovalen Auszug, der auf verkröpftem Gebälk ruht und von zwei Ziervasen und einem Puttenkopf umgeben ist.

Herz-Jesu-Darstellung
Im runden Auszuggemälde (Öl auf Leinwand) ist eine halbfigurige Herz-Jesu- Darstellung zu sehen.
Das um 1890 entstandene Altarblatt des nördlichen (linken) Seitenaltars von Carl Lessig (1852-1916) und Anton Ranzinger (1850-1924) aus München zeigt die
14 Nothelfer
, die um die Gottesmutter Maria mit ihrem Kind auf dem Schoß herum gruppiert sind. Maria sitzt auf einem Thron, der auf Gewölk schwebt. Schon vor 1890 befand sich ein Nothelferbild (aber nur mit 10 Nothelfern) an diesem Altar.


Nothelferbild
Die 14 Nothelfer sind mit ihren typischen Attributen dargestellt, an denen sie auch zu erkennen sind. Die Nothelfer waren beim einfachen Volk sehr beliebt und entsprachen häuslichem Zweckdenken. Jeder Heilige war Schutzpatron für genau umgrenzte körperliche und seelische Nöte. Auf dem Bild sind 12 Personen eindeutig bestimmten Nothelfern zuzuordnen: Links oben in Ritterrüstung mit Speer in der Hand, der hl.Georg mit dem Drachen, angerufen gegen Seuchen der Haustiere.
- Darunter die Königstochter St.Katharina mit den Marterinstrumenten Schwert und Marterrad (angerufen gegen Zungenleiden
  und Sprachschwierigkeiten).
- Hinter ihr St. Blasius, ebenfalls in Bischofsornat, mit zwei Kerzen in der Hand (heilte ein Kind, das eine Gräte verschluckte),
  angerufen gegen Halsleiden.
- Daneben St.Achatius als römischer Soldat , der in Todesängsten und ausweglosen Lagen angerufen wird.
- Neben ihm steht der hl. Vitus mit einem Ölkessel in der Hand. Er wird bei Veitstanz angerufen und ist zugleich Schutzpatron
  gegen das Bettnässen.
- Links unten steht der junge St.Ägidius mit einer Hirschkuh. Als Einsiedler nährte ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch. Wegen
  eines angeb. Wunders im Zusammenhang mit der Beichte von Karl d.Großen gilt er als Beistand einer guten Beichte und
  Vergebung.
- Unten in der Mitte kniet der St.Eustachius als Jäger gekleidet, mit Armbrust und einem Hirschen, der ein Kreuz zwischen dem
  Geweih trägt. Er wird in allen schwierigen Lebenslagen angerufen.
- Darüber der hl. Christophorus mit dem Jesuskind auf der Schulter (angerufen gegen unvorbereiteten Tod).
- Hinter Christophorus der Hl.Dionysius, als Bischof gekleidet, mit einem Schwert in den Händen (er wurde enthauptet), -
  angerufen gegen Kopfschmerzen. Die beiden Heilige darüber -einer im grünen Gewand und einer Schlange in der Hand sowie
  eine Frau mit Kopftuch- sind mir nicht bekannt.
- Rechts oben zu Füßen von Maria hält Bischof Erasmus eine Ankerwinde in Händen. Er war ursprünglich Patron der Matrosen.
  Doch sein Attribut wurde bei uns als Marterinstrument missverstanden. Da er angeblich durch Herausspulen der Gedärme den
  Tod fand, wurde er folgerichtig zum Nothelfer bei Bauchschmerzen.
- Vor Erasmus steht Barbara mit vor dem Hintergrund eines Turms (sie war in einen Turm gesperrt). Sie half als Patronin der
  Sterbenden.
- Ganz oben rechts hält St.Margarete ein Kreuz gegen den Drachen (ihr erschien der Teufel = das Böse in Gestalt eines
  Drachen). Sie ist Helferin bei Geburt und gegen Unfruchtbarkeit.

Von den traditionellen 14 Nothelfern blieben Cyriakus und St.Pantaleon, zwei Männer, übrig. Aber häufig wurden auch heimische Heilige zu den 14 Nothelfern gerechnet. Allerdings sind es nirgends mehr als 3 Frauen ("die 3 heiligen Madeln").

Heilige
Die überwiegend in Gold gefassten Assistenzfiguren aus der Zeit um 1890 stellen zwei weibliche Heilige dar. Rechts die hl.Elisabeth von Thüringen mit einer Krone auf dem Kopf, einem Brot in der Hand und Rosen im Schurz. Wen die links stehende Heilige mit einem Buch in der Hand darstellt, ist nicht sicher bekannt. Genannt werden die Mutter Anna und die hl. Theresia.
St.Anna wird des Öfteren mit einem Buch dargestellt; aber fast immer nur zusammen mit ihrer Tochter Maria. Denn das Buch soll besagen, dass Mutter Anna ihre Tochter das Lesen gelehrt hat.
Dagegen wird Theresia von Avila sehr häufig mit Buch dargestellt. Denn sie wurde durch ihre vielfältigen Schriften bekannt. "Das große Buch von der Erbarmungen Gottes", "Der Weg zur Vollkommenheit", "Die Seelenburg", ihre Autobiografie und mehr als 400 erhaltene Briefe begründen
das ihr zugemessene Prädikat der Kirchenlehrerin.

St.Elisabeth
 


Die hl. Elisabeth von Thüringen (1207-1231) ist eine historische Person. Sie stammte aus Ungarn und war Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen. Im Hungerjahr 1226 speiste sie die Armen vor den Toren der Wartburg. Als Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt wurden.

Reliquien
 

Das Reliquienbehältnis in der Predella enthält auf einem Samthintergrund neben einem ovalen Wachsmedaillon auch eine Anna-Hand und Reliquien von Albanus, Agricola M., Amanda, Amanius, Aurelia, Bassa, Benedicta, Benignus, Bonifatius, Candida, Cerealus, Clemens, Cölestine, Constantia, Corona, Crypa S., Felix, Florentius, Fortunatus, Germanus, Henedine, Ignatius, Innocentia, Jucundus, Juliana, Lucianus M., Matthäus, Patricia, Palatinus, Paulina, Placida, Severin, Speciosa, Timotheus, Theophila, Valentin, Valerian, Vincentia, Veneranda, Venustus, Vicentius, Xenobius. Die meisten der Heiligen sind sog. Katakombenheilige.
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Katakombenheilige...


Südlicher (rechter) Seitenaltar

Im Auszuggemälde (Öl auf Leinwand) ist eine Darstellung des Herzens Mariä zu sehen.     

Im südlichen Seitenaltar zeigt das Altarblatt (Öl auf Leinwand) den hl. Leonhard (1890, von C.Lessig & A. Ranzinger sign.). Der Heilige steht vor dem Hintergrund einer Viehherde im Mönchsgewand mit Viehketten und der Bibel in den Händen und blickt den Betrachter an.

    
Franz Xaver - St.Leonhard - Franz v.Assisi

Daneben stehen die Assistenzfiguren der Heiligen Franz Xaver (der mit der linken Hand ein Kreuz hält und mit der Rechten den Segensgruß bildet) und Franz von Assisi (ebenfalls mit Kreuz und mit Wundmalen am Handrücken) die 1890 geschnitzt wurden.
  Hinweise: Der hl. Franziskus von Assisi entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen.
Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft". Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission.
Reliquien
Das Reliquienbehältnis in der Predella enthält einen Kreuznagel und Reliquien der Heiligen Arator, Alburia, Aemilia, Bethurius, Candida, Constantin, Diodorius, Dionysius, Donatus, Faustina, Felix, Florentina, Floria, Gentianus, Herculanus, Herona, Honorata, Illuminatus, Innocentius, Jucundinus, Justina, Laureatus, Laurtentius, Lucia, Mansuetus M., Nicolao, Patricia, Paulinus, Placida, Placidus, Severin, Severina, Servata, Tatianus, Theodolus, Urbana, Venturia, Vitalis, Vicentius, Victor.

Taufstein

Der Taufstein ist noch spätgotisch. Er stammt aus der Zeit um 1500. Fuß, Schaft und Becken sind achteckig. Auf dem Deckel aus patinierten Messingblech von 1938 steht eine barocke Aufsatzgruppe aus der Zeit um 1700, die die Taufe Jesu darstellt. Johannes hält in der Hand einen Kreuzstab mit einem Schriftband: "Ecce Agnus Dei".

  
Taufstein u. Taufsteinfiguren
Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnen-raum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. Taufbecken und
 

Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt; dies geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. Das Taufbecken hat in der Regel -so wie in Petershausen- eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Die Taufe gilt als der achte Schöpfungstag. Schon im 4.Jh hat der Kirchenvater Ambrosius von Mailand über einer Taufkapelle die Inschrift anbringen lassen:
"Mit acht Nischen erhebt sich der Tempel zu göttlichem Dienste
Achteckig eingefasst ist der Quell, würdig für das heilige Geschehen.
In der mystischen Acht muss das Haus unserer Taufe erstehen,
denn darinnen wird allem Volk ewiges Heil geschenkt"


Kanzel

Die Kanzel mit ihrem balustergeschmückten Aufgang ist im in den Stilformen des Historismus (hier Neurokoko) gearbeitet. Entworfen wurde sie 1895 von Alois Sigl.

Kanzel

Auf dem Aufsatz des Schalldeckels steht die Figur des hl. Michael mit erhobenem Flammenschwert in der Rechten. Zu seinen Füßen windet sich ein Teufel. Flammenschwert ist die Bezeichnung für ein Schwert, dessen Klinge gewellte (geflammte) Schneiden hat. Die Schalldeckelunterseite ziert eine versilberte Heiliggeisttaube. Im Gemälde an der Rückwand der Kanzel mit Rocaillenkartuschen-Rahmen (Öl auf Holz) ist


St.Michael
  Jesus als der Gute Hirte dargestellt. Am Kanzelkorb sind vier Evangelistenreliefs (mit den jeweiligen Attributen) vor gesandeltem Goldgrund angebracht.
Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.

Guter Hirte
am Kanzelkorb
Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt. .18,12-14). In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln.

Die vier Evangelistensymbole Engel, Löwe, Stier und Adler haben ihren Ursprung in den Cherubim, den himmlischen Altar- und Thronwächtern. Sie werden in den Gottesvisionen Hesekiels (AT) und


Evangelisten
am Kanzelkorb

in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron
stehen, erwähnt. Zuerst wurden sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet.
Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelaltar.

Im Kirchenschiff hängen sechs Lüster, die den Gläubigen abends Licht spenden.

Lüster

Kreuzweg von Anton HuberKirchenbank-WangenGusseiserne Säule unter der EmporeBemalte HolhlkehleBemalte HolhlkehleApostelbilderApostelleuchterDie Orgel mit 7-teiligem ProspektKanzelST.NikolausKreuzweg von Anton HuberApostelleuchter BeichtstuhlJosefsfigurKirchenbank-WangenMuttergottesfigurSt.Nepomuk
27 Details (Empore,Figuren, Deckenfresken, Bilder) per Mouseklicklinker Seitenaltar - zur Vergrößerung bitte klickenrechter Seitenaltar-zur Vergrößerung der Ansicht bitte klickenMarienfigur auf dem Altar zur Vergrößerung bitte klicken
Kirchenbänke

Das Laiengestühl, 1731 schon einmal erneuert, wurde im Rahmen einer Gesamtrenovierung der Kirche im Jahre 1982 ersetzt. Es sind links 17 und rechts 16 Bankreihen.
Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre


Kirchenbank
standen die Gläubigen oder bewegten sich lang-sam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barock-zeit vergrößert werden mussten.


Apostelleuchter

Zwischen den Kreuzwegstationen sind Apostelkreuze in Form von Stuckemblemen angebracht. Sie haben als Rahmen einen blau gefärbten Blattkranz. Die Kreuzbalken sind lilienförmig gestaltet: Lilien und Kreuz sollen Schöpfung und Erlösung symbolisieren. An den Apostelkreuzen sind die schmiedeeisernen Apostelleuchter in barocken Formen befestigt. Die Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.


Apostelleuchter

Kreuzwegstationen

Die großen Kreuzwegstationen erhielten ihren jetzigen Platz in der Mitte des 19. Jh (1854) und ersetzten den früheren Kreuzweg aus dem Jahr 1742. Mit einer abermaligen Weihe der Kreuzwegstationen im Jahr 1895 fand die Erneuerung der marmorierten Bilderrahmen ihren Abschluss. Geschaffen wurden die Kreuzwegstationen vom Dachauer Maler Anton Huber (1799-1868). Das erste Stationsbild ist mit "AH" in Ligatur signiert.
Die Petershausener Kreuzwegbilder gehören zu den Bildern, für die der bekannte Nazarener-Maler Joseph von Führich aus Wien (1800-1876) die Vorlage geschaffen hat.
Joseph von Führich
(auch "Theologe mit dem Stifte" genannt) war durch seine Kreuzwegbilder (1844/46) international bekannt geworden. Als Kupferstiche verbreiteten sie sich über ganz Europa und unzählige Maler (darunter auch Anton Huber für Petershausen, Franz Mayr für Kreuzholzhausen und Anton Rick für Röhrmoos) benutzten sie als Vorlage für ihre Kreuzwegtafeln. Aus diesem Grund gleichen sich die Kreuzwegbilder in mind. 23 Kirchen des Dachauer Landes in hohem Maße.


Eine Besonderheit ist das Bild der dritten Station.
Dort hat Führich einen kleinen Hund in sein Bild eingefügt.
Die Maler der ersten Kopien haben das Tier mit übernommen. Später wurde das bei den Juden als unrein angesehene Tier weggelassen. Deshalb ist das Vorhandensein des Hundes im Gemälde ein Zeichen für das Alter des Gemäldezyklus'.
Auch auf dem Petershausener Stationsbild III befindet sich ein Hund. Dies stimmt mit dem überlieferten Anschaffungsjahr 1854 gut überein.


Als Kreuzweg werden die aufeinanderfolgenden bildlichen oder plastischen Darstellungen bezeichnet, die meist aus vierzehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, angefangen von der Verurteilung durch Pilatus bis hin zur Grablegung, bestehen. Seinen Ursprung hat der Kreuzweg im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu auf der "Via Dolorosa" nachzugehen. Im späten Mittelalter wurde die Kreuzverehrung insbesondere durch den hl.Franziskus von Assisi gefördert, der durch die Stimme des Gekreuzigten vom Kreuz in St.Damiano zu einem christlichen Leben bekehrt wurde. Seit dieser Zeit wurden Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land abgehalten. Die Stationen bildeten dafür die Leidensstätten Jesu nach. Auf diese Weise konnte der letzte Weg Jesu vor Ort nachgegangen und sein Leiden anschaulicher betrachtet werden. Kreuzwegdarstellungen in Deutschland entstanden erstmals in und bei Klosterkirchen, auf Anhöhen und bei Wallfahrtsorten, insbesondere in der Nähe von Franziskanerklöstern. Mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert hielten sie als Kreuzwegbilder Einzug in die Innenräume der Pfarrkirchen und verbreiteten sich zunehmend. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve "Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll" diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit großzügigen Ablässen.

1. Station
Jesus wird von Pilatus zum
Tode verurteilt
2. Station
Jesus nimmt
das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt
zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner
Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene
hilft Jesus
d. Kreuz tragen
6. Station
Veronika reicht
Jesus das
Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt
zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet
die weinenden
Frauen
9. Station
Jesus fällt
zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus
stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird
vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird
ins Grab gelegt

Wenn Sie sich eine Zusammenstellung von Kreuzwegbildern aus den Kirchen des Dachauer Landes ansehen und mehr über die Geschichte des Kreuzwegs erfahren möchten, klicken Sie hier...

 



Figuren an den Seitenwänden des Kirchenschiffs

 

An der Langhaussüdseite hängt das Kanzelkreuz aus der Zeit um 1750. Für ein barockes Kreuz ist das Aussehen etwas ungewöhnlich: Der Körper mit den langen Beinen ist bis auf die Kreuzigungswunden unversehrt. Das Lendentuch (Perizoma) ist nicht -wie sonst üblich- vergoldet, sondern in hellblauer Farbe gehalten.


Kanzelkreuz

Der Corpus Jesu ist als Inkarnat (=fleischfarbig) gefasst. Er hat sein Haupt im Tode nach rechts geneigt. Die Füße sind, wie im Barock üblich, überkreuzt mit einem Nagel an das Holz geheftet (sog. Dreinageltypus).

Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3),

    in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
  Unter dem Kreuz ist ein Totenschädel mit gekreuzten Oberschenkelknochen abgebildet. Der Schädel stellt die Gebeine von Adam, dem ersten Menschen dar. Laut apokryphen Schriften sollen durch das Erdbeben, das beim Tode Christi einsetzte, die Gebeine des "alten Adam" am Fuße des Kreuzes Christi zutage getreten sein.

Schädel Adams
Der Schädel Adams findet sich deshalb in der christlichen Kunst häufig am Fuße von Kruzifixen. Die Apokryphen berichten weiter, dass Noah durch seinen Sohn Sem und seinen Enkel Melchisedek die Gebeine Adams aus der Bestattungshöhle hatte holen und zum Mittelpunkt der Welt, nach Golgatha, bringen lassen, um sie dort erneut zu begraben. Dabei soll sich die Erde von selbst in Form
    eines Kreuzes geöffnet haben. Nach der Typologie, der Lehre der Gegenüberstellung des Neuen Testamens (Antitypus) und des Alten Testamens (Typus), bedeutet diese Darstellung der Gebeine Adams unterhalb des Kreuzes auch: die Überwindung des Alten Bundes durch den Neuen Bund.
  Unter dem Kanzelkreuz steht eine Figur der Schmerzhaften Muttergottes (Mater dolorosa) aus der gleichen Zeit. In der Brust Mariens steckt ein Schwert. Die Hände sind über der Brust gekreuzt.

Mater dolorosa
Das Schwert in Marias Brust erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".


St.Josef
An der Südseite des Kirchenschiffs ist eine bewegte Figur des hl. Josef angebracht. Sie wurde um 1890 im barocken Stil geschnitzt. Josef hält eine Lilie in der Hand.
Hinweis: Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann. Festtag: 19.März

St.Nikolaus
Die Figur des hl. Nikolaus stammt dagegen aus dem Frührokoko (um 1720). Nikolaus ist in das Gewand eines Bischofs gekleidet. In seiner linken Hand hält er die Bibel, auf der drei Goldkugeln liegen.
Hinweis: Nikolaus war um das Jahr 300 Metropolit von Myra. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. Er überlebte und nahm 325 am 1. Konzil von Nicäa teil. Eine weit verbreitete Legende erzählt, Nikolaus habe einer verarmten Familie durch Geldgeschenke (Goldkugeln), die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, geholfen, damit der Vater seine drei Töchter nicht zur Prostitution bewegen musste. Festtag: 6.Dez.
An der Nordseite des Kirchenschiffs steht eine hochbarocke Figur der Muttergottes mit bekleidetem Kind auf dem rechten Arm. Sie trägt in der Art einer Patronin Bavariae aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. eine Krone auf dem Haupt und hält ein Zepter in der Hand. Das Jesuskind auf dem anderen Arm segnet den Betrachter und umgreift mit seiner Linken die dritte königliche Insignie, den Reichsapfel.

Muttergottes
Weiter westlich ist eine Figur des hl. Johannes Nepomuk angebracht, die wiederum aus dem Rokoko (um 1750) stammt. Der Heilige hält ein Kruzifix in der einen Hand und einen Märtyrerpalmzweig in der anderen. Um sein Haupt ein Kranz von fünf Sternen.
  Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich beim König Wenzel wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der auch Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gegeben habe. Das 1215 eingeführte Beichtgeheimnis hat in der kath.Kirche einen hohen Stellenwert. Der Fundort der Leiche in der Moldau wurde durch eine Erscheinung von fünf Sternen geoffenbart. Nepomuk ist neben Maria der einzige Heilige, der mit Sternen geschmückt ist. Die Verehrung von Nepomuk ist zwar schon seit 1400 nachweisbar; sie war aber nicht sehr umfangreich und zudem auf Prag beschränkt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zum Brückenheiligen. Erst als man über 300 Jahre nach seinem Tod, im Jahre 1719, bei der Öffnung des Grabes in der Prager Veitskirche die Zunge des Heiligen unverwest vorfand, hat die Verehrung an Dynamik gewonnen. Im Jahre 1721 wurde der Kult von Rom anerkannt, am 19.3.1729 folgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII. Noch im gleichen Jahr wurde Nepomuk von Kurfürst Karl Albrecht zum Landespatron von Bayern (18.8.1729) erklärt. Die Jesuiten förderten die Verehrung kräftig und nach kurzer Zeit stand die Nepomukfigur auf vielen Brücken und in vielen Kirchen. Nepomuk war der Modeheilige der Rokokozeit.
Festtag: 16.Mai


St.Joh.Nepomuk

 


Beichtstuhl

Unter der Empore steht der zweiteiliger, sehr funktional aussehender Beichtstuhl. Einziger Schmuck sind Profilleisten und das hervorkragende Gesims.


Beichtstuhl
Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die
  Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh.20,22) zurück.


Empore

Emporen-Säulen
Die sehr tiefe Empore stammt aus der Zeit um 1891. Sie ruht auf vier Gusseisen-Säulen mit vergoldeten Kapitellen im korinthischen Stil. Der reiche Neurokoko-Stuck an der Unterseite der Empore wurde von Leander Weipert, München 1890, gefertigt
An der Brüstung sind ganzfigurige Apostelgemälde (Öl auf Holz, je 1 Quadratmeter groß) wohl noch aus der ersten Hälfte des 18. Jh (andere Quelle: 17.Jh.) zu sehen: Die Apostel sind auf sechs der Bilder mit ihren Attributen paarweise dargestellt; in der Mitte hängt ein Bild von Jesus und den Pharisäern, die ihn fragen, ob man dem Kaiser Steuern zahlen dürfe (siehe Mt. 22, 17 oder Mk.12, 14).
J.Thaddäus + Simon
Philippus + Jakobus d.J.
Petrus + Paulus
Christus
Johannes + Jakobus d.Ä.
Andreas + Bartholomäus
Thomas + Matthias

Judas Thaddäus (mit einer Keule) ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat.. Judas Thaddäus wird im Neuen Testament nur einmal erwähnt (Joh.14, 22) und zwar mit der Frage, warum Jesus seine Abschiedsrede exklusiv den Jüngern und nicht der ganzen Welt offenbare. Später wirkte Judas in Babylon. Dort forderte er mit Wundertaten die örtlichen Zauberer heraus, die Judas mit einer Keule erschlagen ließen.
Simon (mit Säge) trägt den Beiname "Zelotes", deutsch "der Eiferer" - weil er der politisch radikalen Bewegung der Zeloten angehörte, die gewaltsam die römischen Fremdherrscher aus Israel vertreiben wollte. Das Neue Testament nennt ihn in Aufzählungen der 12 Jünger (Mk.3, 18); besondere Erwähnung findet er hier sonst nicht. Nach der Legenda Aurea wirkte Simon in Syrien und Persien und erlitt dort durch Zersägen seines Körpers den Martertod.

Philippus (mit einem Kreuzstab). Philippus wurde, ebenso wie das Brüderpaar Andreas und Petrus, von Jesus in Bethsaida zum Jünger berufen. Er wird mehrmals in der Bibel erwähnt (bei Brotvermehrung-Joh 6, 5-7 und Abendmahl-Joh 14, 8-9). Nach der Legende predigte Philippus 20 Jahre lang in Skythien. Dort wirkte er Wunder, vertrieb einen Drachen, erweckte Tote und heilte Kranke. Philippus soll am Kreuz gestorben sein. Deshalb wird er mit einem Kreuzstab dargestellt.
Jakobus d.Jüngere (mit Walkerstange). In der kirchlichen Tradition werden die Lebensdaten von zwei Heiligen mit Namen Jakobus zu einer Vita vermischt. Jakobus der Jüngere, der Sohn des Alphäus war Apostel. Über seinen weiteren Werdegang nach Christi Himmelfahrt ist nichts bekannt. Vielleicht war das der Grund, ihm das Martyrium zuzuschreiben, das Jakobus, der "Bruder des Herrn" und spätere Bischof von Jerusalem erleiden musste. Der wurde im Jahr 62 von der Mauer Jerusalems gestürzt und mit einer Walkerstange (für die Filz-Herstellung) erschlagen.

Petrus (mit den Himmelsschlüsseln).
Paulus (mit Schwert) verfolgte zunächst mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung des Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er durch eine Erscheinung Christi bekehrt und war danach einer der eifrigsten Missionare. Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er den Menschen erweist. Nach der Legende starb Paulus im Jahr 67 als Märtyrer unter Kaiser Nero durch das Schwert. Ihm wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die Apostelwürde verliehen.

Johannes (mit einem Kelch). Der Kelch erinnert an einen Giftanschlag auf Johannes. Dabei sei das Gift in Form einer Schlange aus dem Kelch gekrochen, sodass Johannes überlebte. Allerdings wird diese Legende dem Evangelisten Johannes zugeordnet. Früher wurden der Apostel und der Evangelist Johannes als eine Person angesehen.
Jakobus d.Ältere
(mit Pilgerstab u.Muschelpailletten). Jakobus war der erste Märtyrer unter der Aposteln (Ap 12, 1-2). Der Legende nach setzten Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien, im Nordwesten Spaniens strandete. Dort wurde er begraben. Die Wallfahrt zum Apostelgrab in Santiago de Compostela wurde eine der größten des Abendlandes. Die Pilger erhielten am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war.

Andreas (mit Andreaskreuz) war der Bruder des Petrus, wie dieser von Beruf Fischer (Joh.1, 14) . Er wurde vom röm.Statthalter Ägeas an ein X-förmiges Kreuz gebunden, an dem er nach zwei Tagen, an denen er weiter predigte, verstarb. Bartholomäus (mit Messer) wurde zu einem besonders grausamen Tod verurteilt: zuerst wurde ihm die Haut abgezogen, danach wurde er gekreuzigt. Deshalb wird er meist mit einem Messer dargestellt.

Thomas (mit Spieß). Thomas, der der Legende nach Zwillingsbruder Jesu sein soll, wurde berühmt durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesus und sein Verlangen, handgreiflich die Auferstehung zu überprüfen: erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine Wundmale zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: "Mein Herr und mein Gott!". Später hat er in Indien missioniert. In Madras wurde er von feindlich Gesinnten mit einer Lanze ermordet. Die Thomas-Christen in Indien sehen ihn als Gründer ihres Bekenntnisses an.
Matthias
(mit Beil) kam als Nachrücker für Judas Ischariot ins Apostelkollegium (Apo. 1, 28). Das Beil deutet auf seinen Tod durch Enthaupten (um das Jahr 63) hin.


Orgel

Die 1994 von Anton Staller aus Grafing erbaute Orgel besitzt einschl. des Pedals 23 Register mit insg. mehr als 1000 Pfeifen. Der Prospekt hat sieben Teile und ist in barocken Formen gehalten.


Orgel
Die Vorgängerorgeln waren 1890 von Martin Binder aus Pfaffenhofen und Willibald Siemann (1 Manual, neun Register) und 1747 (mit 6 Registern) in die Kirche eingebaut worden.
Über der Orgel ist das Deckenfresko mit der Orgel spielenden hl. Cäcilia (Patronin der Kirchenmusik) zu sehen.
  Hinweis: Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen aus Holz oder Metall, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Die Pfeifen sind verschieden groß. Die kleinsten Metallpfeifen sind rd. sechs Zentimeter lang, während manche Holzpfeifen mehrere Meter hoch sein können. Die verschiedenen Register fassen bestimmte Pfeifen zusammen und erzeugen verschiedene Klangfarben (z.B. Flöten, Hörner). Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.
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Pfarrerliste

Pfarrer
von - bis
  Pfarrer
von - bis
Lueff Michael
1524


Priestergrab
an der Südmauer der Kirche

Schwinghammer Josef Dekan
   * 13.2.1768 in Wart a.Vils
       war vorher Pfr.in Giebing
1821-38
   Vikar Wolfgang Pfaffenhofer
1524
Haubl Johann Dekan
   *10.11.1783 in St.Wolfgang
   † 3.9.1862 in Prien
1838-60
Steubenweg Philipp
1560
Gartmayr Johann
  * 27.6.1800 in Tegernau
1860-71
Strauß Adrianus
1584
Berger Josef Dekan 
 * 28.6.1815 in Freising
1871-78
Sailer Balthasar
   erschossen (!) am 24.3.48
1634-48
Berchtold Johann  
 *18.5.1824 in Untermühlhs.
1879-87
Baumgartner Johann
1648-69
Neumair Georg
  *7.4.1826 in Geroldsbach

1887-1900
Hueber Georg
1669-97
Festing Franz 
  *20.10.1839 in Hildesheim
1900-02
Lindlinger Georg
1697
Schmid Max  
 *10.1.1849 in Schöngeising
1902-13
Schwaiger Georg
1697-1699
Liebl Johann  
  * 9.4.1866 in Oberzwieselau
1913-23
Dr.Schreyer Johann
1699-1721
Dr.Zauner Franz  
   *29.3.1876 in Fisching
   † 24.2.1943 in Kronwinkl
1923-36
Völkl Georg
1721-34
Filchner Rudolf   Dekan
   * 11.7.1892 in Freising
   † 30.10.69 in Feilnbach
1936-63
Hörmann Michael
   *19.9.1682 in Schachach
1734-63
   
Schmid Josef Simon
1763-89
Vierthaler Alfred
*14.2.1942 in Fürstenfeldbr.
† 2.1.1999
1979-86
Reiter Josef Wolfgang
   * 21.12.1746 in Neustift
1789-1806
   
Friesenegger Aloys  
 * 14.6.1768 in Landsberg
1806-1820
 
       
       

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Visitationsbericht von 1560 Berichte aus dem Pfarrleben

 

Hans Schertl


Quellen:
01) Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis 1820 S. 1052 (neuer Pfarrer)
02) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
03) Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
04) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topograph-statistisches Handbuch des Königr. Bayern, Band 5, 1867 (Statistik)
05) Anton Mayer /Georg Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising. München 1874-1880
06) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
07) Max Gruber, Konstantin Pader als Bildhauer, Amperland 1965/1
08) Max Gruber, Eine gezeichnete Landkarte aus dem Jahre 1721 mit Orten der Landkreise DAH, FS und PAF, 1969 (1721)
09) Königlich-Bayerisches Regierungsblatt von 1814, S.998 (Pfr.Friesenegger, Rüstungsspende)
10) Max Gruber, Kistler, Schreiner u. Drechsler aus dem Amperland, Amperl 1975-S.91 (Schmidt Karl)
11) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
12) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
13) Süddeutsche Zeitung, Beilage Landkreis Dachau, 20.4.1979 (30jähriger Krieg)
14) Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland 1982/3 (Thalhamer)
15) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Bildhauer, Amperl.1987 (Oxner)
16) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (Ulrich von der Rosen, Steger )
17) Dr.Gertraud Zull-Adel in Petershausen im Hochmittelalter, Amperland 1985
18) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
19) Max Gruber, Bis gegen 1800 im Amperland tätige Zimmermeister, Amperl 1986 (Demel)
20) Georg Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in Kirchen des Gerichts Kranzberg, Amperland 1987/4
21) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
22) Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
23) Angelika Petitini, Leonhardsverehrung u. Wallfahrt in Inchenhofen, Augsburger Volkskundliche Nachrichten, 1995, Heft Nr.2
24) Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2, Geschichte und Kultur, 2000
25) Ansgar Hense / Florian Sepp, Patronatsrecht (19./20. Jahrhundert), in: Historisches Lexikon Bayerns
26) Hans-Michael Körner Walter de Gruyter, Große Bayerische Biographische Enzyklopädie, 2005 (Ranzinger)
27) Paul Brandt, Aufwendige Tafel für beliebten Pfarrer, Dachauer Nachrichten v. 21.10.2014 (Pfr. Festing)
28) Dr Heisig, Kunstreferat des Ordinariats München und Freising, Kunstfahrt 2014 (Zelebr ersetz Hochaltar)
29)
Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik 33,39)
30) http://www.genealogie-kiening.de/B8/B8534.HTM, 2015 (Thalhamer)
31) Eva Maria Bast, Was der Teufel mit dem Turmkreuz trieb, Münchner Merkur v. 25.11.2015
32)  Peter Pfister, Von Arbeo zum Internet, Katalog zur Ausstellung "75 Jahre Diözesanarchiv Mch/Freising", 1999
33)  A.Hense/F.Sepp, Patronatsrecht (19./20. Jahrhundert), in: Historisches Lexikon Bayerns, Zugriff 2008 (1817)
 

Monatspfarrei Der Begriff verweist auf eine Vereinbarung bei der Neubesetzung einer Pfarrerstelle, die in der Zeit von 1583 ( Bayerisches Konkordat vom 5. September, abgeschlossen zwischen dem bayerischen Herzog und den "exterritorialen" bayerischen Fürstbischöfen) bis 1830 in Bayern gegolten hat. Darin wurde festgelegt, wann der Bischof und wann der Herzog (später Kurfürst/König) die meist lukrative Pfarrstelle an eine Person seiner Wahl vergeben konnte. Wenn ein Pfarrer in einem Monat ungerader Zahl (Jan.März...) starb (casus obitus) , wählte der Herzog aus, ansonsten der Bischof. Das blieb so bis zur Säkularisation. 1803 übernahm der bayer.König das Besetzungsrecht voll, bis es durch das Konkordat 1817 wieder durch die Regelung der Monatspfarrei und ab 1830 der Wechselpfarrei ersetzt wurde.Bei Versetzungen galten z.T. andere Regeln.

34)  Martin von Deutinger, Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate, 1820
35)
Prof. Dr.Wilhelm Liebhart, Das Landgericht Dachau in der frühen Montgelaszeit, Amperland 1994
36) Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, vom kgl. Statistischen Bureau in München, 1876

91 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

17.3.2018