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Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben von Petershausen
Recherchiert von Hubert Eberl,
Bergkirchen
http://home.arcor.de/hubert1112.eberl/zeitung/index.htm
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Bericht
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1879
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Installation von Pfarrer Berchtold - Amperbote vom 30.07.1879 |
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1921
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Fahnenweihe des Veteranen- und Kriegervereins - Amperbote vom 23.08.1921 |
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1923
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Beerdigung von Pfarrer Johann Ev. Liebl - Amperbote vom 24.01.1923 |
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1925
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Jubiläumswallfahrt nach Inchenhofen - Amperbote vom 30.04.1925 |
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1963
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Pfarrer Mayer festlich eingeführt - Dachauer Nachrichten vom 27.11.1963 |
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1964
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Petershausen trauert um Pfarrer Josef Kislinger - Dachauer Nachrichten v.9.1.1964 |
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1966
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50jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Filchner -Dachauer Nachrichten 22.7.1966 |
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Installation
von Pfarrer Berchtold
Amperbote vom 30.07.1879
Am
vergangenen Sonntag fand die feierliche Installation des hochwürdigen Pfarrers
Berchtold in Petershausen statt, zu welchem Zweck sich ein bezirksamtliche Kommission,
sowie geistlicherseits Herr Dekan Friedl von Ilmmünster als erzbischöflicher
geistlicher Kommissär in Petershausen einfand. Sowohl vor als auch nach beendeter
Feierlichkeit hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet, welches die Feier nicht
unwesentlich beeinträchtigte.
Fahnenweihe
des Veteranen- und Kriegervereins
Amperbote vom 23.08.1921
Die Fahnenweihe des Veteranen- und Krieger- und Veteranenvereins Petershausen, welche dahier am gestrigen Sonntag stattfand, wurde unter einer Beteiligung von wohl weit über 2000 Personen abgehalten. Trotz des zweifelhaften Wetters waren die Kameraden aus den Bezirken Aichach, Dachau, Freising, München, Pfaffenhofen und Schrobenhausen in so stattlicher Zahl gekommen. 47 Vereine konnten beim Festzug gezählt werden, der sich durch den selten schön geschmückten Ort bewegte. Über den schönen Verlauf der Feier wird eingehend in den nächsten Nummern berichtet werden.
Beerdigung
von Pfarrer Johann Ev. Liebl
Amperbote vom 24.01.1923
Am
gestrigen Dienstag kündete Trauergeläute vom Turm der Pfarrkirche in Petershausen,
dass Hochwürden Herr Pfarrer Johann Ev. Liebl, dieser hochgeschätzte und beliebte
Seelsorger zur letzten Ruhe im Schatten der Pfarrkirche getragen werden sollte.
Unter einem heftigen Schneesturm bewegte sich um 9 Uhr vormittags der imposante
Trauerzug vom Sterbehaus aus durch die Straßen des Ortes zum Friedhof.
Im Trauerzug schritten viele hochwürdige Herren Mitbrüder, Herr Schulrat Dengler,
Angehörige seiner früheren Pfarrei Schwabhausen, die Gemeindevertretung, der
Veteranenverein, der Kath. Burschenverein und die Freiwillige Feuerwehr mit
ihren Fahnen.
Hochwürden Herr Dekan Huber von Ilmmünster nahm die Einsegnung vor und schilderte
in tiefempfundenen Worten den Lebensweg des teueren Verstorbenen, seine treue
Pflichterfüllung als Priester, sowie seine große Liebe zu den Kindern und Armen.
Anschließend legten eine große Reihe von Korporationen mit ehrenden Worten Kränze
nieder. Darunter waren u. a. die Gemeinde Petershausen, die Ortsgemeinde Sollern,
der Kath. Burschenverein, die Jungfrauen-Kongregation, der Kirchenchor, der
Oberbayer. Christliche Bauernverein, vertreten durch Herrn Ökonomierat Melchner-München
und der Bezirksverband Dachau der Bayer. Bauernpartei, vertreten durch dessen
1. Vorsitzenden, Herrn Schneidermeister Anton Wenning aus Dachau. An die eindrucksvolle
Trauerfeier schlossen sich das Traueramt und Lobamt an.
Jubiläumswallfahrt
nach St. Leonhard in Inchenhofen
Amperbote vom 30.04.1925
Die
Pfarrei Petershausen mit den umliegenden Pfarreien Asbach, Jetzendorf, Kollbach,
Obermarbach und Steinkirchen feiert heuer zu Pfingsten die 300jährige Jubiläumswallfahrt
zum hl. St. Leonhard in Inchenhofen. Am Pfingstsonntag früh, halb 5 Uhr Zusammenkunft
der Teilnehmer aus Asbach, Kollbach und Obermarbach in Petershausen zur Frühmesse,
desgleichen der Teilnehmer aus Steinkirchen in Jetzendorf zur dortigen Frühmesse
um 6 Uhr; hier Vereinigung der beiden Gruppen von Petershausen und Jetzendorf
zum gemeinschaftlichen Bittgang auf dem herkömmlichen Wallfahrtsweg nach Inchenhofen.
Um 4 Uhr nachmittags vereinigen sich diese Wallfahrer in der Pfarrkirche zu
Aichach mit den Wallfahrern, die von "Unseres Herrn Ruh" (bei Friedberg) herkommen,
zum gemeinschaftlichen Einzug in Inchenhofen.
Dortselbst feierliches Einläuten und festlicher Empfang durch die Hochwürdige
Geistlichkeit, in der Kirche Begrüßungsansprache und sodann die feierliche Übereichung
der von allen Teilnehmern gestifteten großen Opferkerze. Hierauf Beichtgelegenheit.
Sonntag, 5 Uhr früh, levitierter Festgottesdienst von HH. Pfarrer von Petershausen,
sodann Heimzug in der üblichen Weise. Am Pfingstsonntag, mittags um 12 Uhr,
geht von Petershausen weg ein Sonder-Post-Auto über Jetzendorf nach Aichach-Inchenhofen
(hin und zurück ca. 6 - 7 Mark). Jene, die diese Fahrgelegenheit benützen wollen,
mögen sich rechtzeitig bei ihrem zuständigen Pfarramt melden. Näheres auf den
Plakaten an den Kirchentüren.
Petershausen
hat einen neuen Seelsorger
Pfarrer Mayer festlich eingeführt
Dachauer Nachrichten vom 27.11.1963
Petershausen - Die Einführung des neuen Seelsorgers der Pfarrei Petershausen, Pfarrer Karl Mayer, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feier, hei der immer wieder der Wille zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kirche. Gemeinde und Schule zum Ausdruck kam.
Der
Gemeinderat mit dem 1. Bürgermeister an der Spitze, die Kirchenverwaltung, Fahnenabordnungen
des Krieger- u. Veteranenvereins und der freiwillien Feuerwehr, die Schuljugend
und das Volk hatten sich vor dem Pfarrhof eingefunden, um den neuen Pfarrer
zu empfangen. Als dieser, geleitet vom Dekan des Dekanates Scheyern, Pater Beda,
an der Schwelle des Pfarrhofes erschien, empfing ihn ein Mädchen mit einem auf
diesen Tag abgestimmten Gedicht. Dann brachte die Schuljugend unter Leitung
von Hauptlehrer Neukirch den Chor "Lobet froh den Herrn ihr jugendlichen Chöre"
zum Vortrag.
Bürgermeister Rädler entbot im Namen der Gemeinde dem neuen Pfarrer einen Willkommensgruß
und sprach die Hoffnung auf ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aus, das
die Grundlage zu einer guten Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gemeinde und
zwischen Kirche und Schule bilde. Die Erziehung der Kinder lege er vertrauensvoll
in die Hände des neuen Seelsorgers. Im Auftrag der Kirchenverwaltung richtete
Kirchenpfleger Maier ein herzliches "Grüß Gott" an den neuen Pfarrer. Nach einem
abschließenden Gedicht, vorgetragen von einem Mädchen der Oberklassen, wurde
der neue Pfarrer in feierlichem Zuge zur Kirche geleitet.
Vor dem verschlossenen Kirchenportal verkündete Dekan Pater Beda. dass durch
Freiresignation des bisherigen Pfarrers Geistlichen Rat Filchner, laut erzbischöflichem
Dekret vom 22. 8. 1963 dem Pfarrer Karl Mayer von Unterpfaffenhofen mit Wirkung
vom 1. 10. 1963 die Pfarrei Petershausen übertragen wurde. Im Namen der Pfarrgemeinde
begrüßte er ihn und gab das Versprechen auf treue Zusammenarbeit. Als Symbol
für die Schlüsselgewalt überreichte er dem Pfarrer die Kirchenschlüssel. Zuvor
nahmen Dekan und Pfarrer den Handschlag der Kirchenverwaltung entgegen. Unter
den Klängen der Orgel zogen Geistlichkeit und Volk in die Kirche ein.
An den Stufen des Altars stimmte der neue Pfarrer das Veni Sancte Spiritus an,
das dann der Kirchenchor weiterführte. Nacheinander folgten, unterbrochen von
den Lesungen des Dekans, die Übergaben der Stola, des Meßbuches des Tabernakelschlüssels,
des Schlüssels zum Taufbecken. Die Erneuerung des Taufgelübdes schloss sich
an. Es folgten Übergabe des Beichtstuhles und der Kanzel vor der Evangelienbuch
und Katechismus überreicht wurden. Nach dem Gelöbnis des Pfarrers vor dem Hochaltar
ermahnte der Dekan die Pfarrgemeinde in Treue zu ihrem Seelsorger zu stehen.
Der erste Pfarrgottesdienst, bei dem der Kirchenchor eine festliche Messe aufführte,
schloss mit einem Te Deum.
Nach einem Gang durch den Friedhof folgte die Rückkehr ins Pfarrhaus, wo zum
Abschluss das Siegel und die Pfarrakten übergeben wurden. Mittags war die Geistlichkeit
Gast der Gemeindeverwaltung. Beim "Oberen Wirt" wurde an einer blumengeschmückten
Festtafel ein gemeinsames Mahl eingenommen. Pfarrer Mayer bedankte sich für
den herzlichen Empfang und meinte: "Es heißt oft, man soll die Kirche beim Dorf
lassen, er setzte hinzu, man müsse aber auch das Dorf bei der Kirche lassen".
Petershausen
trauert um Pfarrer Josef Kislinger
In Tengling, dem Orte seines langjährigen Wirkens, zur letzten Ruhe gebettet
Dachauer Nachrichten vom 09.01.1964
Petershausen - Pfarrer Josef Kislinger, ein Sohn der Gemeinde Petershausen und langjähriger Seelsorger der Pfarrei Tengling, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Es war sein Wunsch, in Tengling, der Stätte seines langen Wirkens, bestattet zu werden. Unter ungewöhnlich großer Beteiligung von Trauergästen aus nah und fern wurde der Verstorbene von dem Geistlichen des zuständigen Dekanates beigesetzt Die Tenglinger Blaskapelle schritt dem Trauerzug voran, gefolgt von sämtlichen Ortsvereinen mit ihren Fahnen, der Katholischen Jugendgruppe Tengling und einer starken Abordnung der Katholischen Studentenverbindung Rupertia Freilassing, deren Gründungsmitglied der Verstorbene war. Von Petershausen, seinem Heimatort, in dem er fast jedes Jahr seinen Urlaub verbrachte, gaben über 60 Personen dem beliebten und geschätzten Seelsorger das letzte ehrende Geleit, 76 Geistliche, größtenteils aus dem Rupertiwinkel, der ihm zur zweiten Heimat geworden war, begleiteten ihren, verstorbenen Mitbruder auf seinem letzten Weg. Der Trauerrede des Dekans folgten ehrende Nachrufe, Kranzniederlegungen durch Vertreter der Kurskollegen, des Erzbischöflichen Ordinariates, der Pfarrer Josef Kislinger war als Sohn der Schneidermeisterseheleute Paul und Anna Kislinger am 27. März 1898 in Petershausen geboren. Mit elf Jahren kam er an das Erzbischöfliche Knabenseminar nach Scheyern und nach der 5. Klasse des Gymnasiums an das gleiche Seminar nach Freising. Nach dem Abitur studierte er an der Theologischen Hochschule in Freising. Dieses Studium wurde durch Militärdienst und einen anschließenden Kuraufenthalt in einem Sanatorium unterbrochen. Am 29. Juni 1923 empfing er von Kardinal Faulhaber die Priesterweihe. Sein seelsorgerisches Wirken begann er mit einer Aushilfe als Vikar in Asbach. Noch im gleichen Jahr kam er als Kaplan nach Salzburghofen-Freilassing und wurde dort 1926 Expositus. Auf Ansuchen wurde ihm 1932 die Vikarstelle in Tengling übertragen. Sie wurde, später zur Kuratie und 1950 zur Pfarrei erhoben. Als er 1960 wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes von Tengling Abschied nahm, ernannte ihn die Gemeinde zu ihrem einzigen Ehrenbürger und der Krieger- und Veteranenverein zum Ehrenmitglied. In Rabenden, einer Filiale der Pfarrei Kienberg, Kreis Traunstein, wirkte er als frei resignierter Pfarrer und konnte dort im letzten Jahr sein vierzigjähriges Priesterjubiläum feiern. Dieser Anlass machte es hier wie überall an den Stätten seines Wirkens offenkundig, wie beliebt er war und wie ihm die Herzen seiner Pfarrkinder entgegenschlugen. Seine Wirkungsstätte, die Kirche in Rabenden, wird wegen ihres künstlerisch sehr wertvollen gotischen Hochaltars alljährlich von vielen Fremden besucht. Am Heiligen Abend erlitt Pfarrer Kislinger einen Schwächeanfall und musste ins Krankenhaus Adelholzen gebracht werden. Ein fortschreitender Kräfteverfall und eine Gehirnblutung führten zum Tode.
Glockengeläut
für Pfarrer Filchner
Viele Besucher aus Petershausen beim 50jährigen Priesterjubiläum
Dachauer Nachrichten 22.07.1966
Petershausen - Sein 50jähriges Priesterjubiläum feierte am vergangenen Sonntag im Kurort Feilnbach bei Bad Aibling Geistlicher Rat Rudolf Filchner. 28 Jahre verbrachte er in Petershausen als Priester. Als er 1963 in den Ruhestand trat, hatte er sich als Wohnsitz für seinen Lebensabend Feilnbach am Fuße des Wendelsteines auserkoren. Für viele Petershauser war es eine Selbstverständlichkeit, das Goldene Priesterjubiläum ihres ehemaligen Pfarrers mitzufeiern. Besonders herzlich war die Teilnahme der dortigen Bevölkerung an dem Jubelfeste. In blumengeschmückten Kutschen wurde der Jubilar sowie die geistlichen und weltlichen Honoratioren in festlichem Zuge zur Kirche geleitet. Die Spitze des Zuges bildete die Schuljugend sowie eine 24 Mann starke Blaskapelle. Ihr folgten die einheimischen Mädchen, Frauen und Männer in ihren farbenprächtigen Gebirgstrachten; dann folgte die Zivilbevölkerung. Unter den Klängen festlicher Marschmusik und dem Geläut aller Kirchenglocken bewegte sich der Festzug durch die Ortschaft zur Kirche. Mittelpunkt der kirchlichen Feier war ein vom Jubilar zelebriertes Hochamt, bei dem der Dekan des dortigen Dekanates assistierte und die Festpredigt hielt. Der durch Streicher und Bläser verstärkte Kirchenchor gab dem Jubiläumsgottesdienst einen festlichen musikalischen Rahmen. Sichtlich erfreut über die Anwesenheit so vieler Petershauser lud der Jubilar seine ehemaligen Pfarrkinder für den Nachmittag in den Versammlungsraum des neuerbauten Kinderheimes ein. Drei Stunden weilte er in ihrer Mitte. In einer längeren Ansprache berichtete er über seinen Lebensweg und gab seiner Freude über soviel Anhänglichkeit beredten Ausdruck. Namens der Petershauser übermittelte Pfarrer Reischl dem Jubilar die Glückwünsche. Der Jubeltag schloss mit einem festlichen Abend, den die Gemeinde zu Ehren von Geistlichen Rat Filchner veranstaltete. Am Vorabend hatte ein Fackelzug mit anschließendem Ständchen stattgefunden.