zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibung
Kirchen
in der Gemeinde Pfaffenhofen
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Pfarrkirche St.Michael in PFAFFENHOFEN/Glonn
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Kurzbeschreibung Die Pfarrei St.Michael in Pfaffenhofen an der Glonn war trotz der bis 1802 dauernden Zugehörigkeit zur "Benediktiner-Reichsabtei St.Ulrich und Afra" in Augsburg immer ein Bestandteil der Diözese Freising. Bis ins 12.Jh hinein soll in Pfaffenhofen nur eine Kapelle gestanden haben. In der Konradinischen Matrikel von 1315 wird aber schon eine Kirche erwähnt. Der heutige Kirchenbau hat zwar noch romanische
(um 1200) und spätgotische (16.Jh) Mauerteile; zum größten
Teil stammt er aber aus der Zeit um 1718/20, als Reichsabt Willibald
Popp (1694-1735) die Kirche weitgehend erneuerte. Sie
ist nun ein langgezogener (vierjochiger) Saalbau
mit einem eingezogenen, halbrund
geschlossenen Altarraum.
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Seit einigen Jahren bildet die Pfarrei Pfaffenhofen zusammen mit den Pfarreien Egenburg, Einsbach, Ebertshausen, Odelzhausen, Sittenbach und Sulzemoos den Pfarrverband Odelzhausen.
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Innenausstattung Die prachtvolle Innenausstattung des 18. Jh. ist auf die Zugehörigkeit zum Kloster St.Ulrich und Afra zurückzuführen.Blickfang in der Kirche sind die Deckengemälde,
die von den Künstlern Johann Adam Schöpf und Sohn Johann Nepomuk
um 1765/72 geschaffen worden sind. Sie zeigen inmitten wuchtiger Scheinarchitektur
Szenen mit dem Kirchenpatron Michael, Opferszenen des alten Bundes, Personifikationen
und Lobpreisungen des Herrn. Der von gewundenen Doppelsäulen gestützte Rokoko-Choraltar ist reich verziert. Im Mittelteil umschwebt eine Vielzahl von Engeln das Altarbild, eine Kopie des Gnadenbildes der Mutter vom Guten Rat in der Wallfahrtskirche Genazzano bei Rom (um 1720). Assistenzfiguren sind die Bistumsheiligen von Freising und Augsburg, St.Ulrich (mit Fisch) und St.Korbinian (mit Bär). |
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Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Die Ortschaft Pfaffenhofen a.d.Glonn wurde erstmals in einer Urkunde vom 14.Juni 1158 genannt, obgleich die Siedlung auf Grund des suffix "-hofen" auf ein deutlich höheres Alter schließen lässt. Damals vermachte ein gewisser Edler aus Bayern mit Namen Adalbert seinen Besitz aus Sorge um sein und seiner Eltern Seelenheil im Beisein Herzog Heinrichs von Bayern und Sachsen seinen Verwandten Marchward und Adalbert von Grunertshofen. Der Besitz lag in Pfaffenhofen, Höfa und Wagenhofen und bestand aus rd. 15 Höfen und 3 Mühlen. Die Schenkung war an die Bedingung geknüpft, dass Adalbert und seine Frau nach ihrem Tod den Besitz an das Augsburger Kloster Ulrich und Afra ("an die Brüder, die Gott und den Heiligen Ulrich und Afra dienten") weiterschenken sollten. Dies geschah 1167/70. Eine weitere Bedingung soll gewesen sein, dass der Ort Pfaffenhofen zum Pfarrsitz erhoben wird.
Pfarrei
Die Gemeinde Pfaffenhofen a.d.Glonn gehört seit 1972 zum Landkreis Dachau
(vorher Landkreis Friedberg/Schwaben).
Obwohl die Pfarrei St.Michael war über die Jahrhunderte der Benediktiner-Reichsabtei
St.Ulrich und Afra in Augsburg inkorporiert war und die Seelsorge von Patres
des Klosters ausgeübt wurde, war sie
kirchenorganisatorisch immer ein Bestandteil der Diözese Freising. Allerdings
ist das Kloster von seinem Präsentationsrecht wohl um 1700 zurückgetreten,
weil im Jahr 1706 Pfarrer Lampfriedsam als der erster nicht von Augsburg übersandter,
sondern vom bischöflichen Ordinariat in Freising investierter Pfarrer die
Pfarrei übernommen hat.
Die Filialkirche in Unterumbach gehörte schon immer zur Pfarrei, Oberumbach
kam erst Ende des 19.Jh. dazu (vorher Pfarrei Sulzemoos).
Seit einigen Jahren bildet die Pfarrei Pfaffenhofen zusammen mit den Pfarreien Egenburg, Einsbach, Ebertshausen, Odelzhausen, Sittenbach und Sulzemoos den Pfarrverband Odelzhausen. Pfaffenhofen ist die einzige Gemeinde im Landkreis Dachau, in der kein Pfarrer mehr wohnt.
Bis ins 12.Jh hinein soll in Pfaffenhofen
eine Kapelle oder eine kleine Kirche gestanden haben. Die erste schriftliche
Erwähnung der Kirche finden wir in einer Urkunde vom 6.August 1177,
in der Papst Alexander III. (1159-1181) in Venedig alle Besitzungen des Augsburgers
Klosters Ulrich und Afra bestätigte. Zu diesen Besitzungen gehörte
auch die Kirche in Pfaffenhofen.
Wahrscheinlich wurde diese Kirche später überbaut, weil im Mittelteil
des Kirchenbaus und insbesondere im unteren Teil des Turms noch Natursteine
aus der Zeit vor dem Jahr 1200 (Tuff oder Nagelfluh) enthalten sind. Über
diese Zeit hat Anton Mayer in seiner Beschreibung des Erzbistums Mch-Freising
einen Bericht verfasst. Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie bitte hier...
Es könnte aber auch schon in früher Zeit eine Kirche in Pfaffenhofen gestanden haben, denn in einem Saalbuch von Egenhofen aus dem Jahr 1587 ist zu lesen: "Erstlich hatt der wolgeporn Herr Herr Otto graf zu Hochenzollern (Ende des 8.Jh) die pruderschafft oder Capitl (=Priesterbruderschaft) zu Pfaffenhofen an der glon gestifft und das guett (=Gut) zu wagenhoffen mit grundt und poden darzu gegeben". Anton Mayer meint dazu, dass die Herrscher der damaligen Zeit ihr erstes Augenmerk auf die Pfarrei Pfaffenhofen richteten, um die sich nach und nach die umliegenden Gemeinden sammeln konnten. Daraus könnte das spätere Dekanat Egenhofen entstanden sein.
Konradinische
Matrikel 1315
In der Konradinischen
Matrikel von 1315
wird die Kirche als Pfaffenhoven mit einer Filialkirche in Unterumbach erwähnt
("Pfaffenhoven soluit VI Pfund, habet I filiam Nidernumpach cum sepultura").
Sie gehörte zum Dekanat Günzelhofen/Egenhofen.
Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524
Nach der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524
zählte die Pfarrei 150 Communikanten, das waren Gläubige, die zur
Kommunion gehen durften. Pfaffenhofen gehörte damit zu den kleineren Pfarreien
im Gebiet des heutigen Landkreises Dachau (Durchschnitt 230 Communicantes).
In dieser Matrikel wird erstmals auch das Patronat des hl.Michael genannt. Das
Präsentationsrecht ( Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrerstelle
) lag beim Konvent des Klosters St.Ulrich in Augsburg. Der damalige Pfarrherr
hieß Marcus Hader; die Seelsorge vor Ort aber versah Vikar Georg Schanderl.
Die Pfarrei Pfaffenhofen hatte eine Filiale "s.Martini in Nidernumbpach".
Das Pfarrhaus und die dazugehörenden Wirtschaftsgebäude zeigten keine
Schäden, schrieb der Verfasser der Matrikel.
Matrikel 1575
Unter
dem Titel "Beschreibung der Pfarren Einkommen Rentambts München
und anders betreffend de Anno 1575" hat sich in den Archiven der Diözese
Freising ein Codex erhalten, der die Einkommenssituation der Pfarrer in dieser
Zeit zum Inhalt hat. Leider ist der Großteil der Folien nicht mehr erhalten;
deshalb sind auch nur wenige Dachauer Pfarreien aufgeführt. Dazu gehört
glücklicherweise auch die Pfarrei Pfaffenhofen a.d.Glonn. Wie schon 1524
und 1560 lag das Präsentationsrecht
beim Konvent des Klosters St.Ulrich in Augsburg, das die Pfarrei dem "verus
pastor" Erasmus
Hess verliehen hatten.
Er durfte den großen und den kleinen Zehnt behalten, die in einem normalen
Jahr den Wert von immerhin 100 Gulden hatten. Daneben bewirtschaftete er das
Widum, den Pfarrbauernhof, in Pfaffenhofen selbst. Den
Pfarrgrund in Wagenhofen hatte er verpachtet und erhielt dafür 5 Schäffel
Roggen, 5 Schäffel Hafer und 18 Pfund Silberpfennig, eine Henne, 6 Hühner,
1 Gans und 100 Eier. Aus der Matrikel erfahren wir auch, was die Pfarrangehörigen
für die einzelnen kirchlichen Handlungen noch zu zahlen hatten: Beichte:
2 Pfennig, Hochzeit: ein Essen, Kindstaufe: ein Laib Brot oder 2 Kreuzer, Beerdigung:
von dem Vermögenden
1 Gulden, von einem Armen nichts. Wenn Sie die Matrikel im Originaltext lesen
möchten, klicken Sie hier...
1560 war die Kirche der Jungfrau
Maria geweiht.
Der heutige Kirchenbau enthält im Turm und evtl. in der Apsis auch noch
einige spätgotische Teile. Überwiegend stammt er aber aus der Zeit
um 1718/20, als ihn Reichsabt Willibald Popp (1694-1735) weitgehend erneuerte.
Schmidt'sche Matrikel von 1738/40
In den Jahren 1738
bis 1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese
und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'schen
Matrikel. Über die Pfarrei "s. Michaelis
in Pfaffenhoffen an der Glon" berichtete er, das Präsentationsrecht
liege noch immer beim Konvent des Klosters St.Ulrich und Afra in Augsburg. Der
Pfarrer hieß Mathias Barmel (?); er war 1727 eingesetzt worden. Das Pfarrhaus
und die Wirtschaftsgebäude (Widum) zeigten auch damals keine Defekte. Pfaffenhofen
hatte auch 1738 noch die Filiale in "Nieder-seu Unterumbach" (damals
scheint sich der Name von Nieder auf Unter gewandelt zu haben). Dazu kam
die Kapelle in "Weittenriedt". Die Zahl der Communicantes war in den
vergangenen 200 Jahren überdurchschnittlich stark, von 150 auf 324 angestiegen.
Und das trotz der schrecklichen Verluste im 30jährigen Krieg durch Plünderung
und Pest. Aber nach dem Krieg wurden neue Siedler aus den Bergen ins Land geholt,
die, so Heimatforscher J.Kiening, häufig die Gebäude mit dem mitgebrachten
eigenen Geld aufbauten und deshalb freie Bauern wurden. Das förderte den
Zuwachs der Bevölkerung.
Die Pfarrkirche St.Michael wird als neu renoviertes Gebäude beschrieben.
Sie habe drei Altäre. Der Hochaltar sei dem Erzengel Michael geweiht, die
Seitenaltäre der Jungfrau Maria und dem hl.Sebastian. Gottesdienste wurden
an drei Sonntagen in Pfaffenhofen und am vierten Sonntag in Unterumbach gehalten.
Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag vor dem Fest des hl.Bartholomäus,
das Patrozinium auf den 29.September. Schmidt erwähnt noch, dass in der
Kirche ein Taufstein und die Heiligen Öle vorhanden seien. Im Friedhof
stehe ein Beinhaus, im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen und
Ausgaben verwalteten der Pfarrer und der Landpfleger von Friedberg gemeinsam.
Der Bericht schließt mit dem Satz: "Das Vermögen dises Pfarr-Gottshauses
hat in letzter Rechnung 2618 fl. (=Gulden),
31 kr.(=Kreuzer) und 1 hl.(=Heller) betroffen".
Pfarrer Clemens Bauhofer berichtete im Jahr 1817: "Inmitten der Kirche ist ein Altärle, worauf die Muttergottes in einem kleinen Kapsel; bekannt unter dem Namen Fraule. Sie wurde vor ungefähr 40 Jahren aus dem Walde jenseits der Glon, genannt Wagenfurth, wohin viele Leute Andacht haben, hierher versetzt".
Beschreibung
1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Darin ist die Pfarrei Pfaffenhofen a.d.Glonn (Glon) enthalten. Mayer schreibt:
Geographie: Die Pfarrei hat 415 Seelen in 65 Häusern. Davon wohnen
in Pfaffenhofen selbst 150 Gläubige (in 22 Häusern), die Übrigen
in Unterumbach 177 (31), Wagenhofen 68 (9), Todtenried 5 (1) und Stocka 7(1).
Von Weitenried gehörten nur ein Bauernhof und die Capelle zur Pfarrei Pfaffenhofen;
die übrigen Häuser zu Egenburg. Ähnliches gilt für Stocka
(Rest zur Pfarrei Sulzemoos). Der Umfang der Pfarrei beträgt 1 1/2 Stunden.
Es bestehen "gute Wege, nur die Communication mit Dottenried sei bisweilen
durch Austreten der Glonn erschwert." Am Pfarrsitz hält ein Lehrer
Unterricht vor 70 Werktags- und 29 Feiertagsschülern.
Pfarrei: Präsentationsrecht liegt beim bay.König. Die Kirchenrechnung
ergibt bei 1914 Gulden Einnahmen und 93 Gulden Lasten einen Reinertrag von 1820
Gulden. Das Widum, der Pfarrbauernhof besitzt 71 Tagwerk (=24 ha) Grundfläche
der Bonität 10. Das Pfarrhaus ist ein uraltes, urkundlich schon 1170 bekanntes
Schlößchen, das "gut erhalten, zweckmäßig und trocken"
ist. die Ökonomiegebäude stammen aus neuerer Zeit. Der Stadel ist
zu groß.
Kirche: Zur Pfarrkirche erhoben im Jahr 1170. Der ursprüngliche
Stil sei nicht mehr erkennbar, die neuesten Baumaßnahmen gehörten
dem Rennaissance-Stil an. "Geräumigkeit genügend. Kuppel-Thurm
mit 2 Kuppel-Absätzen. 4 Glocken, die älteren ohne historischen Werth,
die größere 1870 in Memmingen gegossen. 3 Altäre, Orgel mit
6 Registern". Gottesdienste fanden abwechselnd mit Unterumbach je 3 Sonntage
nacheinander statt.Stiftungen: 12 Jahrtage, 39 Jahrmessen, 8 Quatembermessen
(Quatembertage
sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag,
Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag).
Meßner und Cantor ist der Lehrer. In der Pfarrei bestehe ein Marianisches
Bündnis, das für jedes "abgeleibte" (=verstorbene) Mitglied
ein Requiem halten lasse. Kirchenvermögen: 8.400 Gulden.
Die Kirche wurde 1928 um ein Joch verlängert, ohne die Emporenbrüstung zu versetzen. Dadurch ist die Empore sehr tief geworden.
Die letzte Renovierung wurde in den Jahren 2004-2008 durchgeführt (Kosten rd. 650.000 Euro)
Baubeschreibung
Die Kirche St.Michael
steht inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der zweijoche
Chor ist eingezogen und schließt halbrund.
Das vierachsige Kirchenschiff ist ein stattlicher Saalbau
mit barocken Kompositfenstern. Die Außenwände sind durch gelbe und
graue Pilaster
und durch Wandvorlagen gegliedert. An der Südseite führt eine lange
Treppe vom Dorfplatz hinauf zum Friedhof und zur Kirche. Am oberen Ende der
Treppe steht das große Missionskreuz
aus der Zeit um 1880 unter einer geschwungenen Abdeckung. Der Corpus ist aus
Gusseisen gefertigt; das Lendentuch Jesu ist vergoldet.
| Hinweis: Ob Jesus bei der Kreuzigung überhaupt ein Lendentuch getragen hat, ist ungewiss. Nach römischem Recht waren alle Gekreuzigten nackt. Die Blöße und die Tatsache, dass sie nicht beerdigt, sondern in der Regel von den Tieren gefressen wurden, waren Teil der Strafe und sollten bewusst erniedrigen. Ob wegen des jüdischen Empfindens Ausnahmen vom Gebot der Nacktheit galten, ist nicht bekannt, sodass wohl auch Jesus nackt gekreuzigt worden ist. Früher gab es auch Darstellungen mit dem nackten Jesus. Der Legende nach soll Maria mit ihrem Schleier die Blöße Jesu bedeckt haben. Das Lendentuch, das dem Gekreuzigten heute von den Künstlern als Blickschutz für die Blöße beigegeben wird, soll der Würde Jesu Rechnung tragen. |
Im Inneren des Chors und den Außenwänden des Kirchenschiffs sind einige Epitaphe eingemauert, die vor allem an frühere Pfarrer erinnern.
| Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
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Pfarrer
von 1420-1989
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1669
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1837
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1869
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1870
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1890
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1593
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Epitaph
aus Rotmarmor für Pfarrer Georg Erasmus Hess (Höss). Maße 118 x 72
cm. |
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1635
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Epitaph
aus Rotmarmor für Pfarrer Paulus Demelmayr. Maße: 97 x 55 cm. |
| Text
auf dem Stein: "Anno 1669 obiit pie in Domino 20.Septembris RD Domin.
Wolfgangus Menhart, 34 Annis hic Parochus cuius anima Deo vitat.
(Im Jahr 1669 verschied fromm im Herrn Wolfgang Menhart, 34 Jahre lang hier
Pfarrer, dessen Seele in Gott leben möge)". Solnhofener Stein,
Maße: 57 x 57 cm. |
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1706
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Epitaph
aus Solnhofener Stein für Pfarrer Baptist Lang, gest. 23.5.1706.
Maße 45 x 45 cm (Innenraum) |
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1753
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Epitaph
aus Solnhofener Stein für Pfarrer Mathias Pärtl, gest. 21.1.1753.Maße
60 x 60 cm (Innenraum) |
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1789
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Epitaph
aus Solnhofener Stein für Pfarrer Johann Sieß, gest. 25.1.1789. Maße
60 x 60 cm (Innenraum) |
| Hier
ruht die hochwohlgeborne Fau Maria von Mässenhausen, Oberappellgerichts
Secretärs Witwe, geb. d.11.Okt.1815, gest.22.Nov.1886. Ihr ging voraus
ihr Gemahl Johann von Mässenhausen, geb.d.14.Febr.1805, gest.zu München
d.4.9.1877, deren Tochter Frau Franziska Trojansky, geb. Mössenhausen,
geb. zu München d. 25.Nov.1855, gest. d.3.Januar 1837. Andenken an
Hochw.Herrn Georg von Mössenhausen, 11 Jahre Pfarrer daher, gest. a.19.Okt.1912
i.Ettal im 72.Lebensjahr. R.I.P. Hier ruhen ferner der ehrengeachtete Josef Schnell, Bauer von hier, gestorben am 7.Jänner 1846, 57 Jahre alt, dessen Ehefrau Maria Schnell, gestorben am 2.Febr.1833, 38 Jahre alt, deren Enkelin Theresia Bernhart, geb. am 19.März 1863, best. d.20.Jänner 18.. |
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| Text:
Zum Andenken an den Hochwürdigen Herrn Johann Jakob Wimmer,
34 Jahre Pfarrer und Camerer dahier, geboren zu Kraiburg, den 31.Oktober
1786, zum Priester geweiht den 17.Sept. 1819, gestorben zu Mühldorf
den 28.April 1869. Die Viele in der Gerechtigkeit unterweisen, werden glänzen
wie die Sterne (Daniel, 12, Vers 8) Weißer Marmor, Maße: 86 x 52 cm. |
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| Das
Epitaph für Josef Krepl besteht im Wesentlichen aus der Figur
des sitzenden Christus, die rechte Hand segnend erhoben, mit der linken
Hand eine Bibel auf seinen Knieen stützend. Um ihn herum sind die Attribute
der vier Evangelisten (Löwe, Stier, Adler, Mensch, alle geflügelt) Dem Andenken seiner Hochwürden Herrn Joseph Krepl, k.Kammerer dann Pfarrers dahier, geb.zu Frauenberg in der Oberpfalz d.30.April 1810, Sohn eines Schullehrers dortselbst, zum Priester geweiht in Freising d.1.Aug.1837, gest. d.9.Mai 1870. Solnhofener Stein, Maße: 93 x 54 cm. |
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| Hier
ruhet der Hochwürdige Herr Josef Roth, geboren zu Ampermoching
am 19.März 1825, zum Priester geweiht am 29.Juni 1850, 12 Jahre Pfarrer
zu Pfaffenhofen a.d.Glonn. Er starb am 1.April 1888. R.I.P. (Weißer Marmor, Maße: 95 x 61 cm) |
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1949
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Epitaph
aus weißem Marmor für Pfarrer Vinzenz Markl, gestorben 17.2.1949. Maße:
60 x 40 cm. |
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1952
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Epitaph aus weißem Marmor für Pfarrer Josef Finsterer, gestorben 3.11.1952. Maße: 60 x 38 cm. |
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| Fries Jakob |
1420-1433
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Merenkrieg A. | 1433-1444 | |||
| Merenkrieg L. |
1444-1466
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Seybelsdorf L. | 1466-1510 | |||
| Harter Mark. |
1510-1539
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Schenderlin Gg. | 1539-1558 | |||
| Höß Erasmus |
1558-1593
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Widmann Gg. | 1593-1603 | |||
| Demmelmayr P. |
1603-1635
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Menhart Wolfg. | 1635-1669 | |||
| Lang Johann |
1669-1706
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Lampfriedham D. | 1706-1728 | |||
| Bärtl Matth. |
1728-1753
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Sieß Johann | 1753-1789 | |||
| Renner Vitus |
1789-1816
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Bauhofer Clem. | 1816-1823 | |||
| Bauer Karl |
1823-1827
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Roßnagel Ant. | 1828-1831 | |||
| Wimmer Jakob |
1831-1865
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Krepl Josef | 1865-1870 | |||
| Lumberger Jgn. |
1870-1876
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Roth Josef | 1876-1888 | |||
| Mässenhausen G. |
1888-1905
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Weiland Gg. | 1905-1908 | |||
| Markl Vinzenz |
1909-1925
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Finsterer Josef | 1935-1952 | |||
| Kirmaier Josef |
1952-1965
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Wimbauer Joh. | 1965-1972 | |||
| P.Balluff O. SMB | 1972-1973 | Genau Karl Leo | 1973-1989 | |||
Der 36 Meter hohe Turm mit quadratischem Grundriss, vierseitiger gedrückter Zwiebelhaube und schmaler, hoher Laterne steht im nördlichen Chorwinkel. Er stammt in seinem Unterbau noch aus spätgotischer Zeit. Die schlanke Turmlaterne wurde aber erst im 18. Jh. aufgesetzt. Um 1870 wurde der Turm umgebaut. In ihm hängen 3 Glocken. Die beiden größeren wurden nach dem Krieg angeschafft und ersetzten die beiden Vorgängerinnen, die 1942 zum Einschmelzen abgeliefert werden mussten. Die kleine Glocke ist älter.
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
Über dem
Eingang an der Westseite wurde ein kleiner Portalvorbau mit Walmdach
angefügt, der den Zugang von Nord und Süd zulässt.
Am Übergang vom Chor zum Langhaus ist die Sakristei angebaut.
Die letzten Renovierungen fanden 1933,
sowie 1975 (im Außenbereich) und 1976/77 (im Inneren) statt.
Im Jahr 2004 sind haben sich Putzteile der Decke gelöst und sind herabgefallen.
Die gefährdeten Teile wurden zwar mit insgesamt 2.300 Deckenbefestigungen abgesichert;
doch wird wohl schon in nächster Zeit eine Renovierung notwendig werden.
Innenausstattung
Der stark eingezogene,
halbrund geschlossene
Altarraum ist mit zwei Jochen
sehr tief. Er wird von einer Halbkreistonne überwölbt. Das Gewölbe
erhebt sich über einem ringsumlaufenden Gesims
aus Stuck, das im Gemälde als Scheingebälk fortgesetzt wird.
| Blickfang in der Kirche sind
die Deckengemälde die von den Künstlern Johann Adam Schöpf
und seinem Sohn Johann Nepomuk um 1765/72 geschaffen worden sind. Sie zeigen
inmitten wuchtiger Scheinarchitektur Opferszenen des alten Bundes, Personifikationen
und Lobpreisungen des Herrn. Ich habe über die Deckengemälde eine eigene Seite angelegt; wenn Sie mehr über die Gemälde und die Künstler erfahren möchten, klicken Sie hier.... |
| An der nördlichen Chorwand ist ein Fresko des hl.Johannes in der Wüste in einen wie ein Fenster gestalteten Rahmen gemalt. Johannes der Täufer -in gelbem Schurz und rotem Mantel- sitzt unter einer Palme und spricht zu einer Gruppe von Zuhörern. Im rechten Arm hält er den schräg auf die Erde gestützten Kreuzstab mit dem Agnus-Dei-Spruchband daran. Mit dem linken Arm weist er in den Hintergrund, aus dem Jesus auf die Gruppe zukommt. |
| Im Mittelteil des
Altars ist ein nicht sehr großes Marienbild als Altarblatt angebracht.
Es handelt sich um eine Kopie des Gnadenbildes
der Mutter vom Guten Rat in der Wallfahrtskirche Genazzano bei Rom.
Das Pfaffenhofener Bild wurde um 1720 mit Ölfarbe auf Leinwandgrund gemalt. |
Im Bild steht das nackte Kind auf Mariens Schoß, umschlingt mit seinen Ärmchen den Hals der Mutter und liebkost sie auf die Wange. Rund um das Bild schweben insgesamt elf Engelsfiguren; einige halten Instrumente in ihren Händen. Nach Auffassung von Kunstexperten entspricht die Anordnung der Engel und die Gestaltung der Nische insgesamt nicht mehr der ursprünglichen Konzeption von 1720. |
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Auf Postamenten stehen die beiden lebensgroßen
Assistenzfiguren (1720), die Sinnbild für die Verbindung Pfaffenhofens
zu den Bistümern Freising (kirchliche Zugehörigkeit) und Augsburg
(Grundherrschaft) sind: |
| Hinweise: Nach
der Legende wurde auf einer Romreise Korbinians sein Lasttier von
einem Bären angefallen und getötet. Korbinian zwang daraufhin den Bären,
selbst die Last zu ragen. Ulrich (890-973) war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über die räuberischen Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des Herzogs, dem Ulrich Unrecht vorgehalten hatte, einen Brief brachte. Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des Bratens, ein Gänsebein. Der Bote brachte dies dem Herzog, um den Bischof nun seinerseits des Unrechts überführen zu können, dass er am Freitag Fleisch esse; als der Herzog das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt. |
| Im hoch aufragenden Aufsatz des Altars ein Relief des hl. Michaelmit dem Flammenschwert in der Rechten, der Seelenwaage (St. Michael führt die Gerechten in den Himmel) in der Linken und dem Fuß auf dem sich krümmenden Luzifer (1720). | Hinweis: Nach der Legende hält der Erzengel Michael nach dem Tode eines Menschen die Seelenwaage, mit der das Gute und das Böse im Leben abgewogen wird und empfängt die Seligen im Paradies. Das Schwert ist Sinnbild für den Sturz des Luzifer aus dem Himmel. |
| Der Tabernakel aus Holz ist -wie der Altar- grau und rot marmoriert. Er ist im Stil des Rokoko gearbeitet; ob er aber tatsächlich noch aus dieser Zeit stammt, oder später nachgebildet wurde, ist nicht sicher. Auf einem hohen Sockel mit vergoldetem Kelchrelief steht ein Tabernakelaufsatz mit seitlichen Voluten. An der Türe und am Gesims ist er mit vergoldeter Rocaille-Ornamentik verziert. Die Leuchterengel, die zu beiden Seiten des Tabernakels angebracht sind, stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9). |
Die etwa 45 cm hohe Ewig-Licht-Ampel wurde um 1750 aus getriebenem und versilbertem Messing hergestellt.
| Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
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Links neben dem Altar steht der neue, 90 cm hohe Taufstein aus Rotmarmor. Der Fuß ist achteckig, das Wasserbehältnis viereckig mit großen Reliefs (z.B. Auge Gottes, Taube, Taufdarstellung). Die Figuren auf dem Deckel sind wesentlich älter. Sie stellen Johannes den Täufer dar, der seinen Kreuzstab mit dem Schriftband "Agnus Dei" beiseite gelegt hat und mit einer Muschelschale den vor ihm knienden Jesus tauft. Die Figuren wurden um 1740/50 geschnitzt. |
| Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. Es hat in der Regel eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. Sie ist Vorbild für das Taufsakrament und geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück. |
| An der südlichen Wand des Altarraum hängt ein großes Ölgemälde, das den Erzengel Michael mit Flammenschwert und Schild (Aufschrift: "Quid est Deus" = Wer ist wie Gott) zeigt, der den Luzifer besiegt hat. Das Bild war früher das Altarblatt des Hochaltars, bis es gegen die Mariendarstellung ausgetauscht wurde. Die Signatur unten links lautet: "Seb.Wirsching 1888". | In der Bibel ist der Engelssturz vor Beginn der Schöpfung nicht erwähnt. Allenfalls eine Stelle bei Lukas (Kap.10, Vers 18) deutet darauf hin (ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen). Die Geschichte ist auf die Kirchenväter zurückzuführen und wurde in der Kunst häufig als Motiv verwendet. |
| In der Offenbarung des Johannes (Apokalypse) ist von einen Kampf zwischen den Kräften des Guten (Michael und seine Engel) und Satan am Ende der Zeiten die Rede (Offb. 12), der damit endet, dass der Teufel und seine Anhänger auf die Erde geworfen werden. |
| Die ebenfalls von den Künstlern Johann Adam Schöpf und seinem Sohn Johann Nepomuk geschaffenen Deckengemälde haben am Chorbogen die göttlichen Tugenden, als Hauptgemälde den Engelsturz (Michael stürzt Luzifer in die Hölle) und über der Empore ein Engelskonzert zum Thema ....mehr zu den Deckengemälden... |
Die 200 cm breiten
Seitenaltäre sind -wie der Choraltar- reich verzierte Retabel
mit vier gedrehten Säulen. In ihrem Zentrum befinden sich Altarblätter; Assistenzfiguren
fehlen. Beide Altäre haben hohe Aufsätze mit runden Aufsatzbildern in barocken
Rahmen zwischen Putten. Sie wurden, wie der Choraltar, um 1720 erstellt.
| Der nördliche Seitenaltar ist
dem hl. Sebastian
geweiht. Sein Martyrium ist auf dem 170 x 90 cm großen Altarblatt dargestellt.
Im Hintergrund ist die Ortschaft Pfaffenhofen zu sehen, deren Kirche damals
noch einen Sattelturm trug. Das Bild ist mit "F.J. Brix" signiert und wurde
um 1820 gemalt. Hinweis: Sebastian war der Legende nach im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. |
| Auf dem Altartisch des linken
Seitenaltars steht eine Muttergottesstatue
aus der Zeit um 1700; sie ersetzt das
1967 gestohlene Muttergottesgnadenbild "Fraule aus dem Wald". Diese Figur,
eine kleine, tongebrannte Nachbildung des Gnadenbildes von Ettal war von
einer Wallfahrt mitgebracht und in einer hohlen Fichte versteckt worden.
Als man sie später dort fand, hielt man es für ein Wunder. Die heutige Figur auf dem Altar hat aber keine Ähnlichkeit mit dem "Fraule aus dem Wald". Maria in blaugoldenem Gewand mit Krone auf dem Kopf und dem Szepter in der Hand, hält in der linken Hand das Jesuskind, das auf dem flachen Handteller zu balancieren scheint. |
Mittelpunkt
des südlichen Seitenaltars ist ein 170 x 90 cm großes Schutzengel-Gemälde
(Öl auf Leinwand). Der Schutzengel führt den ihm anvertrauten Menschen vorsichtig
auf seinem Weg. Im oberen Bildteil thront die Muttergottes mit dem schon
relativ großen Jesuskind auf Wolken. Auch dieses Bild ist von Franz Josef
Brix um 1820 gemalt worden (Signatur: "Fra.Jos.Brix /18.. invenit ex pinx."
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| dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in |
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| Auf dem Kanzelkorb ist ein Ölbild (auf Leinwand) des Guten Hirten angebracht, das jedoch erst um 1880 gemalt wurde. Des Weiteren sind am Korb die Figuren der vier Evangelisten mit ihren Attributen zu sehen: Matthäus mit einem Menschen, Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler. Unter dem Korb hängt die Nachbildung einer Weinrebe als Sinnbild für Christus. Reich verziert ist auch der Schalldeckel der Kanzel. Auf ihm zwei Putten, Ziervasen sowie -in goldenen Buchstaben- das Jesusmonogramm "IHS" im Rosenblütenkranz und mit rotem Herz verziert. Ganz oben steht eine Figur des hl.Johannes mit Lamm und Kreuzstab. Um den Stab ist ein Schriftband mit dem Text "Ecce agnus dei" (seht das Lamm Gottes) gewunden. Johannes wird mit diesen Worten den Messias angekündigt (Joh 1,29). |
| Hinweise zur Kanzel: Die Predigt
wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo
aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich
im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist.
Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren
Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit
dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt.18,12-14). In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln. Die vier Symbole geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200). Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: - Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. - Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont. - Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet. - Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". Die Zeichen IHS sind übrigens griechische Buchstaben (das H ist ein Eta) und bedeuten "JHS(OUS)"=Jesus. Andere Deutungen sind: "Jesus, hominum salvator" (lateinisch "Jesus, Erlöser der Menschen") oder auch volkstümlich "Jesus, Heiland, Seligmacher". Ganz oben die Figur des Johannes des Täufers mit Kreuzstab und Lamm. |
Gegenüber
der Kanzel hängt das sog. Kanzelkreuz,
ein großes Kruzifix, wahrscheinlich
aus der Erbauungszeit der heutigen Kirche um 1720. Der Corpus ist als
Inkarnat(=fleischfarbig) gefasst. Aus den Wunden der Hände, der Füße,
der Knie, der Seite und an der Stirn unter der Dornenkrone tropft das Blut.
Das im Wind flatternde Lendentuch (perizoma) ist vergoldet.
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Unter dem Kruzifix
steht wie in den meisten Kirchen, die Figur einer schmerzhafter
Muttergottes (mater dolorosa). In Pfaffenhofen trägt sie eine
Krone auf dem Haupt, umgeben von einem Kranz von Sternen. In ihrer Brust
steckt ein großes Schwert. Dieses Schwert erinnert das Simeonwort
im Lukasevangelium (Kap 2,35)bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst
wird ein Schwert durch die Seele dringen". Die Figur wurde um 1740
geschnitzt.
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![]() Vergrößerung von 8 Details( Kanzel, Emporenbrüstung, Orgel, Kreuzweg, Apostelleuchter, Deckengemälde) per Mouseklick |
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| Die Emporenbrüstung ist mit Stuck überzogen. An ihr sind fünf Reliefs von Maria und verschiedenen Heiligen (z.B. Franz von Assisi mit Kreuz und Totenschädel oder St.Josef mit blühendem Aaronstab) angebracht. Der Zwischenraum zwischen den Reliefs ist von vielen Rocaille-Ornamenten in feiner Stuckarbeit ausgefüllt. |
| Hinweise zur Orgel: Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. |
| Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| Im westlich angebauten Vorhaus
der Kirche, das von einem ovalem Fenster erhellt wird, sind zwei Gemälde
zu sehen: Direkt über dem Fenster eine Muttergottesdarstellung mit dem Kind auf dem Arm und mit königlichen Insignien (Krone und Szepter). Das Jesuskind hält den Reichsapfel. Daneben ein Georgsbild im Stuckrahmen. Der Heilige zu Pferd stößt seine Lanze dem Drachen als dem Sinnbild für das Böse in den Rachen. Das Gemälde ist mit "1954 / Georg Wirnharter / Aichach" signiert. |
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Hinweis: Nach
der Legende hauste in einem See vor der Stadt Silena in Lybia ein Drache,
dem die Einwohner täglich Lämmer und später Kinder opfern mussten. Da
erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt
und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der
Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze
und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. |
Nicht mehr in der Kirche befinden sich die zwei Reliquienostensorien (Schaugefäße für Reliquien) aus der Zeit um 1700. Sie sind aus Messing getrieben und versilbert. Die Monstranz-ähnlichen Gefäße sind außen mit Akanthusranken und zwei Cheruben geschmückt. Die Reliquien im Inneren sind mit Goldlahn, Perlen und farbigen Steinen befestigt. In der Mitte jeweils ein Kupferstich mit Abbildungen der Schmerzensmutter und einer Nonne mit Handkreuz und Krone. Auf den Cedulae, den Pergamentzettelchen, sind die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen, genannt; z.B. "S.Bonifacii Mart., De vestibus B.V.Mariae, De S.Geniano(?) Mart." sowie "S.Benigni mart., S.Honesti mart., S.Candita mart."
| Seit 2008 wird am Gründonnerstag und
Karfreitag wieder einHeiliges
Grab in der abgedunkelten
Kirche an der Stelle des Volksaltars aufgebaut.
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Umrahmt von hohen Pflanzen und roten Blumen liegt die hölzerne Figur des Leichnams Jesu auf einem Felsen im Totenbett. Zwei Leuchterengel halten Kerzen in den Händen. Farbige Kugeln und Grablichter umgeben die Szene. |
Der Brauch des Hl.Grabes stammt
aus der Barockzeit und diente der Veranschaulichung des Heilsgeschehens.
Die Glaskugeln waren früher mit farbigem Wasser gefüllt. Hinter ihnen
wurden Öllampen angezündet. Dadurch entstand eine magische, theatralische
Wirkung. Nach einer Aussage des früheren Dekans Langenberger aus Dachau
haben die Glaskugeln die gleiche Bedeutung
wie die Ostereier: sie beziehen sich auf den Regenbogen, der ein Symbol für
den Bund Gottes mit den Menschen ist (siehe Noah-Geschichte). Weil sie glänzen,
reflektieren sie das Licht, das vom Heiland ausgeht und auf die Gläubigen
fällt.
Wenn Sie sich die übrigen "Heiligen
Gräber" in den Kirchen des Landkreises anschauen wollen, klicken Sie
hier....
| Er war ursprünglich ein Renaissance-Schlösschen, das 1612 vom damaligen Pfarrer gekauft und zu seiner heutigen Gestalt umgebaut wurde. In den Jahren 1793 und 1805 wurde der Pfarrhof nach Norden und Osten erweitert. Im Inneren sind noch ein Teil des Deckenstucks, das barocke Treppengeländer und die Türen aus dem 18.Jh erhalten. | Bei der letzten Renovierung 2002 (Kosten: 800.000 €) wurde die Fassade aus dem frühen 19.Jh mit grüner Gliederung auf weißem Grund wiederhergestellt (im 18.Jh war es rot/weiß, im 20.Jh ocker/gelb). Das Gebäude wird im Erdgeschoss als Pfarrheim genutzt; im Obergeschoss entstand eine schöne Wohnung. |
Gottesdienstzeiten erfahren
Sie auf der Internetseite des Erzbistums München und Freising.
Klicken Sie hier....
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin
v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland
1975/4
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes, 1991
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte
des Dachauer Landes, 1991
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1992
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Dr. Lothar Altmann, Die Hofmalerfamilie Schöpf im Amperland, Amperland
1999/4
Kirchenpfleger Mittelhammer, 2002
Dachauer SZ vom 13.8.2003 u. v. 13.3.2007
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Josef Kiening, Überleben im Dreißigjährigen Krieg 1618 - 1648,
Internetseite www.genealogie-kiening.de/berleben.htm
Prof. Dr.Wilhelm Liebhart, Im Schatten München, Pfaffenhofen und Furthmühle
1158, Amperland 2008/3
Dachauer Nachrichten v. 24./25./26.12.2005, 14.1.2008, 3. und 9.4.2008 (Hl.Grab)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011
(Tabernakelengel)
45 Bilder: Kath.Axtner (1), Hans Schertl (44)
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20.2.2010
Wechsel
des Pfarrsitzes von Unterumbach
nach Pfaffenhofen
-ein mglw. etwas sagenhafter Bericht des Freisinger Beneficiaten Anton Mayer
1874-
Die Frage nach den ersten Schicksalen der Ortschaft und Pfarrei Pfaffenhofen führt ins graue Alterthum zurück und findet erst im 12.Jh. eine urkundliche Antwort.
Zur Zeit, oder
bald nach Einführung des Christenthums in Bayern im 9.Jh scheint im heutigen
Filialorte Unterumbach ein herzogliches Pfleggericht bestanden
zu haben, etwa 200 Jahre vor Gründung der Stadt Friedberg. Und es ist erweislich,
daß ebendaselbst sich auch der Pfarrsitz der umliegenden christlichen
Gemeinden befunden habe, wofür bis auf neueste Zeit das eigene Widum (Pfarrbauernhof),
sowie das noch dort vorhandene ehemalige Pfarrhaus (in Unterumbach) sprechen.
Es befand sich aber im benachbarten, dortmaligen Filialorte Pfaffenhofen,
wo nur eine Marien-Capelle war, eine Adelsfamilie, welche in dem derzeit als
Pfarrhaus bestehenden Schlößchen, das noch jetzt mit zwei Eckthürmchen
geziert ist, wohnte.
Der im Jahre 1170
hier residierende Graf hieß Adalbero und dessen edle Gattin Gisella. Diese
fassten in christlich-frommer Gesinnung den großmüthigen Entschluß,
wohl auch in Anbetracht der mißlichen Lage des zu gering dotierten Pfarrers
ihr eigenes Schloß (in Pfaffenhofen) sammt dazu gehörigem
Areal und Widdum dem Benediktiner-Kloster zu St.Ulrich und Afra in Augsburg
schankungsweise (=als Schenkung) zu übergeben. Urkunden hierüber
finden sich u.a. im Kloster SS.Ulrich & Afra.
Wohl hatten sie dies mit der Bedingniß (unter der Bedingung) gethan, daß von dort aus (vom Kloster aus) die Erhebung des Ortes (Pfaffenhofen) zum Pfarrsitze, mit Residenz im Schlosse bewirkt werden solle, nach Übergabe aller dortigen Utensilien an den Pfarrherrn; wobei die Erbauung einer zweckentsprechenden Kirche an Stelle der Capelle wohl selbstverständlich war.
Wirklich muß
diese Transferierung (=Verlegung) der Pfarrei mit der Benennung Pfaffenhofen
an der Glon bald erfolgt sein; denn aus dem Dokument erhellt (=geht hervor),
daß von da an die Besetzung der Pfarrei durch Kloster-Conventualen
(=Mönche) eine Reihe von Jahrhunderten hindurch ausgeübt worden
sei, in welchem Zeitraum wohl auch die dermalige (=heutige) Kirche im
neueren Stile mag hergestellt worden sein. Wahrscheinlich mit Benützung
(=unter teilweiser Belassung) bzw. durch Vergrößerung der alten gothischen
(Kirche), von welcher noch der Sattel-Thurm stehen blieb. Die Erhöhung
desselben und Umänderung in die Doppelkuppelform erfolgte erst viel später.
Daß auch vom Kloster die innere Einrichtung der Kirche beschafft worden
sei, dafür zeugen die kostspieligen Altäre, Kanzel und dergleichen.
Über das Patronats-Recht von Pfaffenhofen wurde vielfach gestritten,
protestirt und die Berechtigung in Frage gestellt, eben weil die Pfarrei und
Kirche dem Augsburger-Kloster fast Alles dankt, nun aber doch der geographischen
Lage nach in die Erzdiöcese München-Freising gehört. Schon die
Conradinische Matrikel (von 1315) zählt Pfaffenhofen mit (Unter)Umbach
beim damaligen Decanate Günzelhofen auf. Sunderndorf sagt (in seiner
Matrikel von 1524): "Est de praesentatione Abbatis et Conventus ad
St.Udalricum Augustae" (=Präsentationsrecht haben der Abt und der
Convent von St.Ulrich&Afra).
Es möchte schwer sein, das Jahr nachzuweisen, in welchem das Königliche
Präsentations-Recht eintrat (=begann), das zur Zeit in Kraft ist,
und ob selbes schon vor der Säcularisation (1802) gegolten hatte,
oder erst in Folge derselben begonnen habe.
Beschreibung
der Pfarren Einkommen Rentambts München
und anders betreffend de Anno 1575
Diese Matrikel ist leider nur noch zum Teil erhalten. Deshalb sind in ihr nur 73 Pfarreien des Bisthums Freysing beschrieben. Aus dem heutigen Landkreis Dachau sind dies die Pfarreien Mitterndorf, Sittenbach (teilw), Egenburg, Sulzemoos und Pfaffenhofen/Glonn. Alle Angaben sind, wie Dr.Deutinger in seinem 1850 erschienenen Buch "Die älteren Matrikel des Bistums Freising" betont, "aus erholten amtlichen Berichten geschöpft worden und können daher als zuverlässig angesehen werden".
Pfaffahouen
im Lanndgericht Fridperg
in Umbacher-Ambt
Dise
Pfarrkirchen wirt durch Georgium Erasmus Hess als verum pastorem besessen. Das
Lehen gehört dem Prelaten von Sannt Ulrich in Augspurg, unnd die possession
hat unnser genediger Fürst unnd herr in Bayrn zegeben. Gross unnd clainer
Zehendt zu Pfaffahouen unnd Wagnhouen gehört aller dem Pfarrer allain,
zu Unnderumpach aber nur die dritte garb. Die zway sambt dem clainen Zehendt
gehörn in die früemess gen Odlzhausen. Mechte sein Pfarrers gannzer
Zehenndt zu gemainen Jarn umb ainhundert gulden angeschlagen werden. Den Widem
zu Pfaffahouen auf jedes veld siben Juchart Ackhers unnd fünffzehen tagwerch
wissmadts, paut Pfarrer selb, unnd den zu Wagenhouen hat er ainem Pawrn verstifft,
welcher Ime Järlich 5 schaff Roggen, 5 schaff haber, 6 ß dl. wissgüllt,
12 dl. Weissat oder Stifftgellt, Ain hennen, 6 hüenner, 1 Ganns unnd Ainhundert
Ayr darvon gültet.
Dagegen mues Pfarrer dem von Weichs zu Täsing Jerlich drey Mezen haber
raichen unnd bezalen. In der hat Pfarrer ungeverlich 40 Alterlaib einzunemmen.
Stollgelt: Opfergellt bey 2 fl. Beichtgelt von ainer Person 2 dl.; vom krannkhen
zuversehen vorder er nicht, sunder was man Ime geb, nemme er an. Der Öllung
werdt nit mer begert. Von ainer hochzeit einzusegnen unnd zu verkhindten das
Mall. Von ainem khindt zutauffen ain Laib oder 2 kr. Kindpötterin herfürzusegnen
in ainer khörzen 2 oder 3 d. Todfäll von ainem Vermöglichen 1
Cronna, 1 taler oder 1 fl. unnd von ainem Armen gar nichts, unnd da man auch
ain fremden Priester zur besinknus habe, geb man demselben 10 kr.
Thuet der
Corpus zu gemainen Jarn ain hundert gulden, aber dise Jar ungeverlich 300 fl.
Stoll etc. 6 fl. Ist auch in Ir selbs kain bese Pfarr, sonnder sich ain Pfarrer
alda wol begehn mag.