zur Landkreiskarte         ausführliche Beschreibg.       Kirchen i.d. Gem. Sulzemoos


Filialkirche St. Florian in WIEDENZHAUSEN

Luftbild 

Adresse: 85259 Sulzemoos, Kirchweg 4
Lage der Kirche auf der Landkarte ...

 


Kurzbeschreibung

Die Kath. Filialkirche St. Florian in Wiedenzhausen gehört zu den stilreinsten und besterhaltenen barocken Dorfkirchen im Dachauer Land.

Der erste Hinweis auf eine Kirche in Wiedenzhausen ist einer Urkunde aus dem Jahre 808 zu entnehmen. Ein Priester namens Pernhard hatte in Wiedenzhausen eine Kirche erbaut und den Freisinger Bischof Atto eingeladen, sie am Fest Mariä Himmelfahrt zu weihen.

Die heutige Kirche wurde in romanisch/gotischer Zeit (14.Jh) als Chorturmkirche (Altarraum im Erdgeschoss des Kirchturms) errichtet und um 1666 im barocken Stil umgebaut. Damals, kurz nach dem 30jährigen Krieg, erhielt sie auch ihre derzeit noch vorhandene barocke Ausstattung.
Über Jahrhunderte bestand in der alten Kirche auch eine Marienwallfahrt, die mit Gründung des Klosters Taxa und der folgenden Maria Stern-Wallfahrt (ca. 1670) endete.

Der 56 m hohe Turm mit seinem quadratischen Sockel und dem reich gegliederten achteckigen Aufbau (1696) ist einer der höchsten und schönsten im ganzen Landkreis.  Eine Glocke, die sog. Sauglocke stammt aus dem Jahr 1605. Sie war im 30jährigen Krieg vergraben und später durch Schweine wieder entdeckt worden.

Pelikan auf dem Tabernakel

Wiedenzhausen gehört zur Pfarrei Ebertshausen und mit der Pfarrei seit 1979 zum großen Pfarrverband Odelzhausen.

Inneneinrichtung

Das Innere der Kirche besticht durch die stilistische Einheit von filigraner, beige-grauer Stuckdekoration von der Fam.Zwerger und verspielter, farbiger Inneneinrichtung. Prächtig verziert ist der Chorbogen mit dem herzoglichen und dem bischöflichen Wappen. Auch die Decke des Langhauses ist mit reichem figürlichem Stuck im Miesbacher Stil verziert: Zu sehen sind Monogramme, Engel, Maria und die zwölf Apostel.

Der stark eingezogene Altarraum wird vollständig vom prächtigen Hochaltar des berühmten Dachauer Bildhauers Konstantin Pader (1654) ausgefüllt. Mittelpunkt ist das Marien-Gnadenbild, das früher Ziel einer Wallfahrt war und das aus dem Holz des gleichen Baumstammes geschnitzt worden sein soll, wie die Tuntenhausener Marienfigur.

Die Seitenaltäre sind der Mutter Anna (mit Figuren-gruppe Anna-selbdritt) und dem Welterlöser (mit Figur des Salvators) gewidmet. Die Auszüge der beiden Seitenaltäre zeigen zusammen die Verkündigungsszene (Maria links und Gabriel rechts). 

Die prächtige Kanzel (aus der Zeit um 1666) ist mit Figuren der vier Evangelisten, einem Posaunenengel und einem Bild des Guten Hirten mit dem Schaf auf der Schulter geschmückt. Gegenüber sind das Kanzelkreuz und die unter dem Kreuz stehende Mater dolorosa an der Wand befestigt. Kanzel und Kanzelkreuz werden- wie der Hochaltar- dem Künstler Konstantin Pader aus Dachau zugeschrieben.

Zur Beschreibung der Prozessionsstangen-Engel Zur Beschreibung der KanzelZur Beschreibung des Kanzelkreuzes Kreuzwegbilder Zur Beschreibung der Mater dolorosaZur Beschreibung der  Prozessionsstangen-Engel Zur Beschreibung des Zelebrationsaltars Zur Beschreibung des DeckenstucksZur Beschreibung des ChorbogensZur Beschreibung des linken SeitenaltarsZur Beschreibung des rechten SeitenaltarsZur Beschreibung des Choraltars
33 Details (4 Altäre, Kanzel, Chorbogen, Kanzel, Kreuz, Figuren, Decke)
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Die umfangreiche Figurenausstattung ist dem bäuerlichen Umfeld angepasst:

Die Nothelfer
Georg
(mit Spieß und Drachen) und
Leonhard
(im Mönchsgewand mit Ketten)
Katharina (Schwert und Marterrad) und
Barbara
(mit Kelch und Turm),

die Bistumsheiligen
Ulrich
von Augsburg (mit Fisch) und
Korbinian
von Freising (mit Bären),

die Angehörigen Jesu:
Maria, seine Mutter (mehrfach mit Jesuskind als Königin oder als Mater Dolorosa) und
Josef
, sein Vater (mit Aaronstab)
Anna, Großmutter (Anna selbdritt) und
Joachim
, Großvater (mit Schäferschaufel und zwei Tauben),

die Erzengel
Gabriel
(als Überbringer der Botschaft von der Menschwerdung Christ) und
Michael
(mit Schwert und Seelenwaage),

Benedikt (im wallenden Abt-Gewand mit Stab und Mitra und weißen Handschuhen).
Sebastian, der für Pestabwehr zuständige Heilige (am Marterpfahl, von Pfeilen durchbohrt)
Christus auf der Rast, der sein Haupt auf den linken Arm stützt (sog. Zahnweh-Herrgott) sowie
Florian, der Patron der Kirche (mit Wasserschaff und brennendem Haus).


Gottesdienstzeiten erfahren Sie auf der Internetseite des Erzbistums München und Freising. Klicken Sie hier....

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen


Geschichte: Mittelalter Matrikel 1315 Visitation 1560 Umbau 1666/67 Matrikel 1740
  Beschreibg 1874 Beschreibung 1895 Patronat Wallfahrt Pfarrei
Einrichtung: Altarraum Barockisierung Baubeschreibung Beichtstuhl Choraltar
Chorbogen Deckenstuck Empore Ewig-Licht-Ampel Figurenausstattung
  Kanzel Kanzelkreuz Gottesdienstzeiten Kreuzweg Mater dolorosa
Orgel Prozessionsstangen Seitenaltäre Tabernakel Vortragekreuze
  Zelebrationsaltar      

Die Ortschaft Wiedenzhausen gehört zur Gemeinde Sulzemoos. Sie liegt ungefähr in der Mitte zwischen München und Augsburg an der Autobahn A8 zwischen den Ausfahrten Sulzemoos und Odelzhausen. Die Ortschaft hat heute ca. 1000 Einwohner.
Wiedenzhausen wurde urkundlich erstmals am 26.Mai 8o5 im Rahmen einer Schenkung als Winimunteshusir (Häuser des Winimunt) erwähnt (Urk.Nr.281 der Freisinger Traditionen). Ein gewisser Meginhart schenkte alles, was er im Ort besaß, der Freisinger Domkirche unter Bischof Atto.

Geschichte der Kirche

Schon bald darauf, im Jahre 808, hatte ein Priester namens Pernhard in Wiedenzhausen eine Kirche erbaut und Bischof Atto eingeladen, sie zu weihen. Dies geschah auch. Nach der Weihe schenkte der Bauherr die Kirche mitsamt seinem Erbbesitz dem Bischof. Dies entsprach der Vereinbarung: Der Bischof weihte damals Privatkirchen nur dann, wenn sie der Erbauer -zumindest nach seinem Tod- dem Bistum vermachte. So bekam die Diözese langsam die Kontrolle über das Kirchenwesen in seinem Gebiet.
In der von Diakon Tagabert auf Latein verfassten Urkunde ist vermerkt: "Schenkung des Priesters Bernhard, der in diesem Dorf eine Kirche erbauen hat lassen und den Bischof Atto dorthin eingeladen hat, der dann die Kirche persönlich geweiht hat".
Die Weihe fand am Fest Mariä Himmelfahrt (15.August) statt; die Kirche war damals der Muttergottes geweiht.
Wahrscheinlich war die Kirche aus Holz gebaut, wie dies zu dieser Zeit üblich war.

Matrikel 1315 01)
In der Konradinischen Matrikel 1315 ist die Kirche als Filiale von Einsbach nachgewiesen (".. Widenshausn cum sepulturis"). Wiedenzhausen hatte damals schon einen Friedhof, was für ein gewisse Bedeutung dieser Filiale sprach.

Errichtet wurde die heutige Kirche in der Zeit der Spätromanik als Chorturmanlage, d.h., der Altarraum oder Chor ist im Erdgeschoss des Turmes eingerichtet. Diese Bauform war auch in benachbarten Kirchen wie Einsbach und Palsweis zu finden und für die Zeit des 13./14.Jh typisch.


Auszug aus der Karte
von Apian 1568


Patronat

Fast tausend Jahre lang war die Kirche in Wiedenzhausen der Muttergottes geweiht. Dies geht auch aus der Freisinger Bistums-matrikel von 1524, der Sunderndorfer'schen Matrikel 01), hervor ("B.Mariae Virginis in Widentzhausen"). Das Kirchenpatronat soll nach Angaben der Pfarrei am 16.Oktober 1671, also kurz nach der Barockisierung, zum hl.Florian gewechsel haben. In der Schmidtschen Matrikel von 1738/40 wird aber immer noch von der Marienkirche ("Beatae Mariae Virginis in Widenzhausen") gesprochen. St.Florian war damals lediglich Patron eines Seitenaltars.


Weihnachtstaler 2005
Wallfahrt
Im ausgehenden Mittelalter bestand in der alten Kirche auch eine kleine Marienwallfahrt, die mit Gründung des Klosters Taxa und der folgenden Maria Stern-Wallfahrt in der Mitte des 17.Jh. endete. Die zentrale Figur am Hochaltar ist deshalb noch immer eine gotische Muttergottesstatue, die aus dem Holz des gleichen Baumstamms geschnitzt worden sein soll, wie das Tuntenhausener Gnadenbild. Überliefert ist ein ein Kreuzgang der Gemeinde Ebertshausen in der 5.Woche nach Pfingsten hierher (1720). Für eine Wallfahrt spricht auch das erstaunlich hohe Vermögen der Kirche, das die Schmidt'sche Matrikel um 1740 mit 6.700 Gulden angab. Es soll sich aus einem schon 1630 vorhandenen Grundstock von 3.700 Gulden und den daraus erwachsenden Zinsen entwickelt haben. Eine andere Sprache spricht aber die Kirchenrechnung von 1640, in der der Kauf eines neuen Messgewandes damit begründet wird, dass die Kirche mit Messgewändern ungenügend ausgestattet war ("das Gottshauß schlechtlich damit versehen gewest"). Das kann aber auch eine Folge der Plünderungen im 30jährigen Krieg gewesen sein, denen Wiedenzhausen ausgesetzt war.



Visitationsbericht von 1560
26)
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholische Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Einsbach ist auch die Filiale Wiedenzhausen (hier Widembthhausen genannt) mit der Kirche Beata Virgo kurz erwähnt. Dort heißt es:
  Das jährliche Einkommen beträgt: 8 fl. 30 kr. aus eisengüllt, aus 10 Scheffel Korn, aus 9 Scheffel Hafer, alles Münchner Maß. Das Vermögen von 74 Gulden war an arme Leute verliehen, die im vergangenen Jahr Ernteschäden durch Unwetter erlitten hatten. Die Filialkirche Wiedenzhausen besitzt ein Mesnerhaus mit einem Gütl.


Barockisierung 1666/67

In den Jahren 1666/67 wurde die Kirche unter dem aus Palsweis stammenden Pfarrer von Einsbach, Simon Widmann verlängert und barock überformt. Die Flachdecke wurde durch ein Gewölbe ersetzt und mit wertvollen Stuckarbeiten überzogen. Am 18.Oktober 1671 wurde sie neu geweiht, auch, weil das Gotteshaus im 30jährigen Krieg von den Soldaten entweiht und wohl auch beschädigt worden war. Jedenfalls hat man 1933 in der Nähe der Kirche eine Schwedenkugel in der Größe eines Kinderkopfes gefunden.
1696 kam der Turmoberbau dazu. Die Kirche gehört seither zu den stilreinsten und besterhaltenen barocken Dorfkirchen des Dachauer Landes. Erstaunlich, dass 18 Jahre nach dem Ende des 30jährigen Kriegs die finanziellen Mittel für einen so großen Umbau vorhanden waren.

Schmidt'sche Matrikel 1738/40 01)
In den Jahren 1738/40, hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Matrikel (Schmidt'sche Matrikel)auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.B. Mariae Virginis in Widenzhausen" bemerkte er, die Kirche sei sehr schön gestaltet und habe drei Altäre: Der Hochaltar sei der Muttergottes geweiht. Auf diesem Altar stehe eine hölzerne Marienstatue, die -so die Tradition - aus dem Holz des gleichen Baumes geschnitzt worden sei, wie das Gnadenbild in Tuntenhausen.
Die beiden Seitenaltäre hätten die Heiligen Katharina und Florian als Patrone. Die Sonntagsgottes-dienste fänden alternierend mit den Kirchen in Palsweis und Überacker jeden dritten Sonntag statt. Außerdem werden hier Messen an folgenden Tagen gelesen: an Weihnachten, an Silvester,am Ostern- und Pfingstmontag, am Dreifaltigkeitsfest, an den Festen der Heiligen Katharina, Florian, Blasius, Stephanus und Innocenz, am Kirchweihfest, das auf den zweiten Sonntag nach dem Fest des hl.Gallus (16.Okt) fiel, sowie an allen Marienfesten, mit Ausnahme des Festes purificationes (Lichtmess).

Auf dem Friedhof stehe ein Beinhaus, im Turm hingen drei geweihte Glocken. Die Einnahmen und Ausgaben verwalteten der Pfarrer von Arnbach und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses ist in letzter Rechnung auf 6704 fl. (=Gulden) 9 kr. (=Kreuzer) 3 1/2 hl. (=Heller) beloffen".
Das war auch für eine relativ große Kirche ein ungewöhnlich hoher Betrag und kann nur -wie oben erwähnt- durch die Wallfahrtseinnahmen erklärt werden.


Weihnachtstaler 2005


Beschreibung 1874
04)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche von Wiedenzhausen als Filialkirche von Ebertshausen enthalten. Zu ihr gehörten 259 Dorfbewohner (Seelen), die in 45 Häusern wohnten. Wiedenzhausen war erheblich größer als der Pfarrort.
Mayer schreibt über die Kirche:
  "An der Münchner-Augsburger Hauptstraße gelegen. Erbauungsjahr unbekannt. Renovirt 1870. Renaissance-Stil. Das Gewölbe der Kirche muß sehr viel gekostet haben. Geräumigkeit nicht ganz entsprechend. Der Kuppel-Thurm harmonirt in der Größe nicht mit der Kirche, denn er ist der höchste von Dachau bis Augsburg. Laut der auf einem Ziegelsteine vorgefundenen Jahreszahl ist er im Jahr 1696 vollendet worden. Schönes Geläute von 3 Glocken, wovon die kleinste von Barth.Wengle in München 1613, die größte von Bernhard Ernst in München 1663, die mittlere aber von B.Ernst ebendort im Jahr 1718 gegossen.
Patron der hl.Florian; Nebenpatrocinium Mariä Himmelfahrt. Bis 1740 kannte man nur das Marienpatrozinium. Nebenpatronin war bis dahin St.Catharina. Auf dem Hochaltare steht eine Marienstatue, von welcher die Sage geht, daß sie aus dem Holze des nemlichen Lindenbaumes geschnitzt sei, wie das Gnadenbild zu Tuntenhausen. Daher sei auch früher hier eine Wallfahrtskirche gewesen, die erst nach der Gründung des Klosters Taxa (um 1630) aufgehört haben soll. Der Gebrauch, daß fast alle Frauenfeste hier gefeiert werden, möchte sich hieraus erklären. Die neue Orgel hat 8 Register. Gottesdienste: Jeden 3.Sonntag im Wechsel mit der Pfarrkirche und an vielen Festtagen. Stiftungen: 8 Jahrtage und 7 Jahrmessen. Meßner ist der Schäffler des Ortes, Cantor der Lehrer von Ebertshausen. Kirchenvermögen: rd. 18.400 Gulden".

Das war für eine Filialkirche ein enorm hoher Betrag.


Beschreibung 1895  06)

Die Kirche von Wiedenzhausen ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Dort heißt es auf Seite 327:
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Kirche. Eine gothische Kirche wurde zwischen den Jahren 1666 und 1667 um ein Viertel verlängert und um die Höhe des Gewölbes erhöht (?). Die Jahreszahl 1667 findet sich auf den Seitenaltären, beide Jahreszahlen sollen auch auf einer nicht mehr vorhandenen Glocke gestanden haben.
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Bauherr war Bischof Albrecht Sigismund von Freising, Herzog in Bayern (1652 bis 1685). Die Wappen von Bayern und Freising sind über dem Chorbogen angebracht.
-

Der Bau des Thurmes wurde erst 1696 zum Abschluss gebracht.

 

Die historischen Angaben finden sich in Jos. Ant Schmids Matrikel des Bisthums Freising von 1740.

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Die Kirche ist zwischen den Jahren 1834 und 1836 mit Schonung restaurirt worden.
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Einschiffig mit eingezogenem, quadratischem Chor im Untergeschoss des Thurmes.
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Sakristei an der Ostseite des Chores. Vorhalle westlich.
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Die Wände sind durch kannelirte korinthische Pilaster getrennt, welche im Langhaus ein Tonnengewölbe mit Stichkappen (vier Joche), im Chor ein Kreuzgewölbe tragen.
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Rundbogenfenster.
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Reiche Stuckdekoration. Die Kapitelle der Pilaster haben einen hohen, aus zwei Gliedern bestehenden Hals, das untere ist mit kleinen Ornamenten in Flachrelief, das obere mit dem Eierstab geziert
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Die Kapitelle haben eigenthümlich flache Akanthusblätter und darüber die Voluten des korinthischen Kapitelles.
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Die Gratlinien der Gewölbe sind mit Lorbeerstäben, welche zu beiden Seiten mit Herzlaub eingefasst sind, geschmückt. In den Gewölbezwickeln, Füllungen, mit Herzlaub umrahmt. Im untern Theil dieser Füllungen Engel en face in Relief, welche die Arme frei herausstrecken; im obem Theil je zwei Apostelfiguren; vor dem Chorbogen der englische Gruss; in den Mittelmedaillons am Scheitel der Gewölbe Inschriften (Namen der Evangelisten, Maria etc.)
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Das Ganze sehr einheitlich und charakteristisch für die Dekorationsweise der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert.
Vgl. Einsbach und Lauterbach.
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Hoher Thurm, unten viereckig, oben achteckig mit Kuppeldach.
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Ausstattung aus der Zeit um 1667, welche Zahl auf den beiden Seitenaltären steht
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Diese sowie der Hochaltar sind gute Werke von stattlichem Aufbau mit seitlich auf Consolen unter vorspringenden Bögen stehenden Figuren.
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Von den Holzfiguren der Kirche, welche für die Zeit um 1667 höchst charakteristisch sind, seien hervorgehoben;
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auf dem Choraltar die sitzende Maria mit dem Kinde, sowie St Katharina und St. Barbara;
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auf dem südlichen Seitenaltar der Auferstandene,
-

auf dem nördlichen St Anna selbdritt; an der Südwand Crucifix; Christus in der Pein; Maria mit dem Kinde auf Wolken thronend.



Sakristeianbau

1907 wurde in die Kirche eingebrochen. Dabei haben die Diebe den Tabernakel aufgebrochen und den Speisekelch und Teile der Monstranz geraubt. Wenn Sie einen Zeitungsbericht darüber lesen möchten, klicken Sie hier...

1937/38 hat man das Kirchenschiff um zwei Achsen nach Westen erweitert, um der gestiegenen Bevölkerungszahl Rechnung zu tragen. Schon 1874 wurde der Kirchenraum als zu klein beschrieben ("Geräumigkeit nicht ganz entsprechend").

Pfarrei
Wiedenzhausen gehörte seit mindestens 1315 bis ins 19.Jh zur Pfarrei Einsbach. Am 25. Januar 1841 (andere Quelle: 15.11.1841) wurde sie nach Ebertshausen umgepfarrt; seit 1979 gehört sie mit der Pfarrkirche zum Pfarrverband Odelzhausen.


R
enovierungen der Kirche

1730 - Hochaltar und Kanzel von Nikolaus Prugger jun. um 110 Gulden, Tabernakel um 30 Gulden umfassend renoviert
1834-36,
1868 (neuer Glockenstuhl),
1870
1900 (Sakristeineubau)
1938 (Verlängerung des Kirchenschiffs und Neubau der Empore) bekannt.
1987 - Die letzte Renovierung wurde ab 1987 in zwei Abschnitten, zuerst außen (Turm, Dach) und ab 1990 innen unter Pfarrer Bacher durchgeführt; sie dauerte bis 1994. 1998 kam der neue Zelebrationsaltar hinzu.


Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei.
1450: Ortschaft mit 24 Anwesen
1485:
Ortschaft mit 29 Anwesen
1500: Ortschaft mit 32 Anwesen
1740: Ortschaft mit 40 Anwesen
1852: Gemeinde Wiedenzhausen mit 79 Familien und 193 Einwohnern 02)
1868: Ortschaft mit 244 Einwohnern, 89 Gebäuden (Gemeinde 358 Einwohner) 03)
1928: Ortschaft mit 42 Anwesen
1966: Gemeinde mit 555 Einwohnern
1978: Ortschaft mit 800 Einwohnern
2007: Ortschaft mit 916 Einwohnern



Bittgänge

Aus alten Kirchenrechnungen ist bekannt, dass die Wiedenzhausener schon vor dem 30jährigen Krieg alljährlich Kreuzgänge nach Inchenhofen zum hl.Leonhard, nach München zum Wetterheiligen St. Benno (der in der Frauenkirche verehrt worden ist) und und auf den heiligen Berg nach Andechs unternommen haben. Den "Fahnentragern, Creiztragern und Vorsingern" musste man dafür ein kleines Zehrgeld ("Zöhrung) geben, weil es niemand umsonst machen wollte ("weillens umbsonst niemandt thuen will"). An der 350. Fußwallfahrt nach Inchenhofen im Jahr 2002 nahmen 48 Personen teil.

Die Verehrung des hl.Benno in der Frauenkirche München entstand erst im 16.Jh im Zusammenhang mit der Reformation. St.Benno, der von 1066 bis 1106 in Meißen als Bischof gewirkt hatte, wurde am 16.Juni 1524 zur Ehre der Altäre gehoben. Luther verurteilte diese Heiligsprechung in seiner Schrift "Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden" aufs Schärfste. Als Sachsen 1539 protestantisch wurde, öffnete man das Grabmal Bennos und warf seine Gebeine in die Elbe. Allerdings behauptete der lätzte Bischof von Meißen, der später übrigens selbst die ö evangelischen Konfession annahm, vorher die Gebeine aus dem Sarg entfernt und die Sekundärreliquien, das Messgewand, Mitra und Bischofsstab in Sicherheit gebracht zu haben. Sie wurden 1576 (wohl gegen einen ansehnlichen Betrag) zusammen mit einem Wunder-Verzeichnis dem bayerischen Herzog Albrecht V. überlassen. 1580 hat man die Gebeine in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt, wo sie nun das Ziel vieler Wallfahrer aus dem bayerischen Land waren. Maßgeblich dafür waren sicher seine Patronate für München und Altbaiern sowie seine Funktion als Wetterheiliger.
Ziel der Wallfahrt nach Andechs war der "Heilthumschatz". Unter diesem Begriff wurden die vielen verschiedenen Reliquien zusammengefasst. Es handelte sich dabei um die Herren-Reliquien, die die Grafen von Andechs (darunter auch der hl.Rasso) von den Kreuzzügen und Wallfahrten aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Darunter waren Kreuzpartikel, Teile der Dornenkrone Christi, ein Stück vom Tischtuch des Letzten Abendmahles und viele weitere Erinnerungsstücke an das Leben und Leiden Christi. Dazu kamen noch Blut- bzw. Gregoriushostien (Dreihostienmonstranz) sowie das Brautkleid und Brustkreuz der hl.Elisabeth und ein Kopfreliquiar der hl.Hedwig. Auch ein Stück aus dem Gewand des hl.Nikolaus und das Siegeskreuz Karls des Großen gehörten zum Heilthumschatz. Die Reliquien waren in einzelne Monstranzen aufbewahrt, die den Pilgern vom Fenster der heutigen Hedwigskapelle aus einzeln gezeigt wurden (Weisung der Heilthümer). Dazu wurden unterschiedliche Gebete und Litaneien gesprochen und Lieder gesungen, je nachdem, ob es sich um das Reliquiar eines Heiligen oder um eine Herrenreliquie handelte.

Die Wallfahrt zum hl. Leonhard in Inchenhofen gilt als älteste und wichtigste Leonhards-Wallfahrt in Deutschland. Der Aufschwung begann, als 1283 das Kloster Fürstenfeld die bis dahin noch unbedeutende Wallfahrt in der kleinen Kapelle übernahm. Sie verhalfen ihr binnen weniger Jahrzehnte zu höchster Blüte. Die Wallfahrt selbst geht auf ein Wunder zurück: 1256 sollen Soldaten Votivgaben in der St.Leonhardskapelle gestohlen haben und daraufhin schwachsinnig geworden sein. St.Leonhard war bis dahin ein nur an wenigen Stellen verehrter französischer Heiliger, der als Patron der Gefangenen und der (damals ebenfalls angeketteten) Geisteskranken um Hilfe angerufen wurde. Seine große Bedeutung als Bauernheiliger erhielt er erst im 16.Jh., als die Ketten, mit denen er abgebildet war, als Viehketten missdeutet/umgedeutet wurden. Diese Patronatserwei-terung gab der Wallfahrt in Inchenhofen noch einen großen Schub. Bis 1803 unternahmen 167 Pfarreien eine alljährliche Wallfahrt nach Inchenhofen. Heute kommen aus etwa 60 Orten die Wallfahrergruppen, meist zu Fuß, nach "Leahad" , wie Inchenhofen auch genannt wird. Dabei ist nach wie vor der größte Wallfahrtstag des ganzen Jahres der Pfingstmontag, an dem zugleich das Hauptfest der 1659 vom Papst Alexander VII. genehmigten Erzbruderschaft des hl. Leonhard gefeiert wird.

Interessante Erkenntnis aus der Kirchenrechnung ist, dass -jedenfalls kurz nach dem 30jährigen Krieg- der Fahnenstoff sehr teuer gewesen sein muss. 1654 hatte man beim Freisinger Tuchhändler Thoman Knaben eine rote Fahne aus Damaszenerstoff gekauft ("ein Rott Carmasin Damascener Fahnen erkaufft") und vom Maler Hans Georg Pichler bemalen und mit "gulden strichen" zieren lassen. Das Tuch kostete 66, die Verzierung 17 Gulden. Der neue Hochaltar von Constantin Pader kostete im gleichen Jahr nur 50 Gulden.


Berichte aus der Pfarrei

Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese oftmals in blumiger Sprache verfassten Berichte beschäftigen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Primizen, Jubiläen oder Abschiedsfeiern von Pfarrern oder Fahnenweihen beschrieben.
Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken Sie hier...

Baubeschreibung

Die Kirche liegt am südwestlichen Dorfrand inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Errichtet wurde sie in der Zeit der Spätromanik als Chorturmanlage, d.h., der Altarraum oder Chor ist im Erdgeschoss des Turmes eingerichtet. Diese Bauform war für die Zeit des 13./14.Jh typisch. Sie diente damals auch der Sicherheit; denn ein Turm bot bei den häufigen Überfällen der damaligen Zeit einen vorübergehenden Schutz für die umwohnende Bevölkerung. Die oberen Stockwerke waren nur über einziehbare Leitern zu erreichen. Chorturmkirchen waren vor allem in Süd- und Westdeutschland und in Skandinavien verbreitet. In Norddeutschland, das damals konfessionell noch nicht getrennt war, sind und waren sie unbekannt. Im Landkreis Dachau gibt es zwölf heute noch bestehende Chorturmkirchen. Das ist im Vergleich zu anderen Landkreisen eine hohe Zahl. So gibt es z.B. im Landkreis Erding z.B. keine Chorturmanlagen (mehr)

Das vierachsige Kirchenschiff stammt noch aus der Zeit der Barockisierung um 1667. Es wurde 1696 vollendet; diese Jahreszahl fand man jedenfalls auf einem verbauten Ziegelstein.
Der Chor ist im Erdgeschoss des massigen Turmes untergebracht (Chorturmkirche). Er ist gegenüber dem Kirchenschiff stark eingezogen und schließt naturgemäß gerade.


Turmoberbau von 1696

Die Besonderheit der Kirche in Wiedenzhausen ist der Kirchturm. Er ist nach Zeitungsangaben
56 Meter hoch. Schon 1874 wurde er als "der höchste von Dachau bis Augsburg" bezeichnet.
Auf einem quadratischen Sockel sitzt ein reich gegliederter achteckiger Aufbau der mit einer kräftigen Zwiebel gekrönt ist. Im Aufbau besteht eine große Ähnlichkeit mit dem Turm in Puchschlagen. Man geht davon aus, dass beide Türme vom gleichen Baumeister errichtet worden sind. Der Bergkirchener Architekt und Historiker Max Gruber schreibt die Türme dem Klosterbaumeister von Dießen Michael Natter (1649-1719) zu. Andere glauben, dass der Turm in Wiedenzhausen von Mathias Holl, dem Sohn des berühmten Augsburger Baumeisters Elias Holl, errichtet wurde.

Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln im alten Baiern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen".

Glocken
Im Turm hängen drei Glocken:
- Zwei neuere Glocken, die 1950 von Karl Czudnochowsky in Erding gegossen wurden.
- Die dritte Glocke, die sog. Sauglocke stammt aus dem Jahr 1605 (andere Quelle: 1615) und wurde -wie eine spätere Glocke 1613- von Bartholomäus Wengle (Wegerle) aus München gegossen. Die 6 Zentner schwere Glocke wurde im 30jährigen Krieg vor den anrückenden Schweden in Sicherheit gebracht und an einem geheimen Ort vergraben. Leider kamen alle an dieser Aktion Beteiligten im Laufe des Krieges um. Erst mehrere Jahre danach wurden sie wieder entdeckt, und zwar durch Schweine, die den Boden nach Fressbarem durchwühlt hatten. Seither hat sie ihren Namen.
Viele Legenden haben sich um diese Glocke gebildet, wie die von der Hexe in einer furchterregenden Unwetterwolke, die durch den Glockenklang vertrieben wurde und so daran gehindert werden konnte, die ganze Gegend zu vernichten. Daran erinnert eine immer noch bestehende Fußwallfahrt, die am Samstag vor Pfingsten nach Inchenhofen, dem größten Wallfahrtsort im Bayern des 16.und 17. Jh, führt. 

Frühere Glocken
Die 1663 von
Bernhard Ernst und 1718 von Anton Benedikt Ernst gegossenen Glocken fielen dem 2. Weltkrieg zum Opfer. 1950 wurden zwei neue Glocken geweiht (gegossen von Czudnochowsky aus Erding). Über den Verbleib der 1613 von Bartholomäus Wengle aus München für Wiedenzhausen gegossenen zweiten Glocke ist nichts bekannt. Sie war aber 1874 noch vorhanden.

Bartholomäus Wengle stammte aus dem Allgäu. Er zog im 17. Jh. ins Stadtgießerhaus am Glockenbach in München. Er galt als Koryphäe in seinem Fach. Ihm vertraute man wichtige Aufträge an: Der zehnfache Familienvater fertigt für die Karmelitenkirche, die Peterskirche und St. Maria in Ramersdorf Glocken an, goss die Patrona Bavariae für die Westfassade der Residenz sowie die Frauen- (3000 Kilo) und die Bennoglocke (2000 Kilo) für die Dom-Türme. Aber auch kleinere Kirchen wurden mit Glocken von Wengle ausgestatttet. In unserer Gegend waren dies neben Wiedenzhausen: Bogenried (1614), Viehbach (1617), Weng (1605).
Mit Wengle endet die Traditionskunst des Glockengießens vor dem Sendlinger Tor. Wegen des Ausbaus der Stadtbefestigungsanlagen wurde der Komplex 1638 (im 30jährigen Krieg) abgeris-sen und Wengle abgefunden.

Eine Übersicht über die ältesten Glocken im Landkreis Dachau finden Sie hier...

Schon am alten Turm hatte man eine Turmuhr. Das geht aus der Kirchenrechnung von 1640 hervor, nach der damals für die Uhr eine "grosse Feder" beschafft werden musste. 1901 hat man die Turmuhr erneuert.

Am unteren viereckigen Teil des Turms ist eine einfache Sonnenuhr angebracht.
Eine Auswahl der schönsten Sonnenuhren an den Kirchen im Landkreis Dachau finden Sie hier...

Die zweistöckige Sakristei wurde im Jahr 1900 an die Ostseite des Turmes angebaut. Sie ist nicht -wie die Kirche mit roten Dachziegeln- sondern mit dunkelblauen Schieferplatten gedeckt.

Der Friedhof wurde 1960 nach Süden erweitert; dabei wurde auch ein neues Leichenhaus errichtet.

 

Innenausstattung

Altarraum

Der eingezogene quadratische Altarraum hat ein barockisiertes Kreuzgewölbe . Es ist wie die Langhausdecke mit reichem Stuckwerk überzogen. Über den Künstler sind sich die Experten nicht einig: Einige schreiben die Stuckatur -wegen der stilistischen Ähnlichkeit mit Maria Birnbaum - dem in Augsburg ansässigen Matthias Schmuzer d.J. zu. Die Schmuzers waren eine berühmte Stuckateur-Familie.
Größere Wahrscheinlichkeit hat die Einschätzung der Kunsthistoriker Robert Böck aus München18) und Michael Andreas Schmid 24) die die Auffassung vertreten, stilistische Merkmale (geometrische Felder-teilung, Festons, Putten, und Muscheln) sprächen eher dafür, dass sie von der Stuckatorenfamilie Zwerger aus Schliersee stammen, die auch den Deckenstuck in der nahen Kirche von Lauterbach geschaffen haben. Jörg Zwerger war um diese Zeit (von 1660-71) auch in Markt Schwaben, Anzing und Westerndorf bei Rosenheim tätig. Er arbeitete im Miesbacher-Schlierseer Stil.

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Deckenstuck
Über dem Altar hat der Künstler drei ineinander greifende Stuckkreise gezogen, die die Hl.Dreifaltigkeit darstellen. In die Kreise sind die Worte Pater, Filius, Spiritus (Vater, Sohn, Geist) und in den Schnittpunkt der Kreise das Wort "Deus" (Gott) geschrieben.


Hochaltar / Choraltar

Der Choraltar stammt aus dem Jahr 1654, also noch aus der Zeit vor der großen Renovierung im Jahr 1667. Er wurde von dem im Dachauer Landkreis vielbeschäftigten Bildhauer Konstantin Pader geschaffen. In der Kirchenrechnung von 1654 ist dazu zu lesen: "Beym Constantin Bildthauer in München so ihme auf die Arbeith deß Cor Altars geben worden 50 fl. ")
Choraltar 1654
1730 hat man den Altar umfassend renoviert. "Niklas Prugger, Burger und Kistler in Dachau hat", so die Kirchenrechnung von 1730, "die drei Altäre und die Kanzel abgebrochen und widerumben aufgemacht, auch selbe benöttigtermassen aus gebesser und geleimbt" (10 fl. ). Wesentlich teurer kam die Neufassung (=Bemalung) durch den Dachauer Maler Johann Georg Hörmann (1672-1749) der dafür 110 Gulden erhielt.

Johann Georg Hörmann, der auch das Bürgermeisteramt in Dachau wahrgenommen hatte, war künstlerisch u.a. in Bergkirchen, in der Jakobskirche Dachau, in Einsbach, Etzenhausen, Feldgeding, Giebing, Günding, Oberbachern, Straßbach, Weichs und Breitenau tätig. Mehr zu Hörmann...
Mehr über Konstantin Pader und seine Kunstwerke in den Kirchen des Landkreises Dachau erfahren Sie hier...

Altaraufsatz

Gekrönt wird der Hochaltar von einer strahlenumkränzten Schriftkartusche mit den Buchstaben IHS sowie einem Anker (oder drei Nägeln ?) als Hintergrund.
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Gottvater
Darunter ist im Altaraufsatz Gottvater dargestellt, mit langem Bart, dem dreieckigen Heiligenschein, der nur ihm vorbehalten ist, sowie einer Erdkugel in der Hand als Sinnbild für die Schöpfung. Mit der rechten Hand erteilt er den Segen.
 
Der Anker diente in biblischer Zeit nicht nur zum Festmachen, sondern auch zum Manövrieren des Schiffes. Er symbolisierte deshalb die göttliche Hilfe gegen die Bedrängnis der Christen in der Zeit der Verfolgung. Damals hat man ihn (mit Querbalken) als heimliches Zeichen für das Kreuz verwendet; insbesondere auf den Gräbern der Christen. Er war das Zeichen der Hoffnung während der Verfolgung. Dann verschwand der Anker als Symbol für die nächsten tausend Jahre. Erst im 15.Jh hat er wieder in seiner früheren Symbolik verwendet.
IHS
das ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden.
Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.
Im Zentrum des Altars thront in einer Nische eine von zwei Engeln bekrönte Muttergottes des frühen 16.Jh., die das Jesuskind in ihrem rechten Arm hält (Gnadenbild der früheren Wallfahrt). Die Schmidt'sche Matrikel (1738/40) bemerkt, nach der Überlieferung sei die Plastik aus dem Holz des gleichen Baumes geschnitzt wie die Marienstatue von Tuntenhausen (1334).

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St.Barbara - Muttergottes - St.Katharina

Die mit einem roten Kleid und einem blau-goldenem Mantel bekleidete Maria trägt das Jesuskind auf dem rechten Arm. Zwei Putten halten ihr die Krone (der Himmelskönigin) über das Haupt.    

Die Muttergottesfigur wird eingerahmt von Schnitzfiguren der "heiligen Madln" Katharina (rechts) und Barbara mit Kronen auf dem Haupt. Jeweils zwei Attribute hat der Künstler Konstantin Pader den Figuren in die Hand gegeben, bzw. zu ihren Füßen gestellt: Der hl. Katharina Schwert und Marterrad und der hl. Barbara Kelch und Turm.
  Katharina, die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer (Patronin der Theologen, Lehrer und Frisöre; Helferin bei Migräne) zugerechnet.  
Barbara
ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Vor dem Tod bat Barbara Gott, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin.
Assistenzfiguren
Auf Postamenten stehen zu beiden Seiten des Altars größere Figuren der Heiligen Georg und des Kirchenpatrons Florian. Beide sind als Soldaten gekleidet und halten Siegesfahnen in ihren Händen. Zu Füßen des hl.Georg windet sich ein Drache, das Sinnbild für das Böse. Florian in römischem Soldatengewand löscht mit einem Wasserschaff ein brennendes Haus.
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St.Georg
Georg war Soldat des römischen Heeres zur Zeit Kaiser Diokletians und wurde um ca. 304 in Nikodemien oder Lydda enthauptet. Bei uns wird der hl. Georg vor allem als Patron der Pferde verehrt (Georgiritt). Meist wird er als Ritter dargestellt, der einen Drachen tötet. Nach der Legende hauste in einem See vor der Stadt Silena in Lybia ein Drache, dem die Einwohner täglich Lämmer und später Kinder opfern mussten. Da erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als Glück bringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperung des Bösen und als Teufel bezeichnet. In der Apo-
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St.Florian
  kalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. In der religiösen Kunst wird er häufig zusammen mit dem hl.Michael, dem hl. Georg und der hl.Margarete abgebildet. Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere geben würde.
Florian
war um das Jahr 304 Besatzungsoffizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres in Oberösterreich. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen.In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben.

Tabernakel
Der konvexe Tabernakel hat drei Nischen. In der Hauptnische, die mit Muschelornamenten verziert und von zwei blauen, gedrehten Säulchen umrahmt ist, steht ein Kreuz.

Der kunstvoll verzierte Barock- Tabernakel wurde 1730 von der Werkstatt der Dachauer Kistlers Nikolaus Prugger (1684-1769) aus Linden- und Fichtenholz geschnitzt. Der Künst-ler erhielt dafür lt. Kirchenrechnung 31 Gulden (Originaltext: "Sohin Niclasen Prugger Burger und Kistler Zu Dachau, welcher den tabernacul neben der wündten von sauber Lündten- und Feichtenholz mit allem Laubwerch und Schneidt arbeith verförttiget").
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Tabernakel (1730)
außen und innen

Die Pruggers waren über lange Zeit in mehreren Kirchen des Landkreises künstlerisch tätig.
Der Dachauer Maler und Bürgermeister Georg Hörmann (1672-1749) hat den neuen Tabernakel vergoldet und versilbert und blau bemalt ("mit guet feinen Golt planiert und vergolt, auch die architectur ebenfahls planiert und versilbert item die saullen und Veltungen mit dem feinisten perliner plau lasiert: 48 fl. )

In den beiden seitlichen Nischen halten Anbetungsengel Weihrauchfässer in den Händen. Auch diese Engel wurden 1730 geschnitzt. Der Künstler war Bartholomäus Schuhpaur (1680-1750). In der Kirchenrechnung ist zu lesen: "Bärtlme Schuechpaur, Burger und Bilthauer in Dachau hat, umb er zu dem tabernacul zwey kniehende Engl mit Rauchfässl Von Lündten Holz sauber geschnitten und verförttigt".
Auf den Innenseiten der Tabernakeltüren sind (wie in Sulzemoos) feingliedrige Anbetungsengel angebracht. Die Engelsfiguren, innerhalb und außerhalb des Tabernakels stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9).
Auf dem Tabernakel sitzt die Figur eines Pelikans, der seine Brust aufreißt, um mit seinem Blut seine Jungen zu nähren (Sinnbild für Christus).
  Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.

Bistumsheilige neben dem Tabernakel
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St.Korbinian
In der Predella des Choraltars stehen zu beiden Seiten des Tabernakels die Halbfiguren der Bistumsheiligen des eigenen Bistums München/Freising, St. Korbinian und des Nachbarbistums Augsburg, St. Ulrich. Beide Heiligen sind im Bischofsornat mit ihren Attributen dargestellt: Korbinian mit dem Bären, Ulrich mit dem Fisch.

Hinweise: Korbinian (um 670 in Frankreich geboren) war der erste Bischof von Freising. Als bei einer Romreise ein Bär seinen Esel tötete, band Korbinian die Traglast dem Bären um, der sie ihm auch heim nach Freising trug.
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St.Ulrich
  St.Ulrich (890-973) war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über die räuberischen
Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des feindlich gesinnten Herzogs einen Brief brachte. Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des Bratens, ein Gänsebein. Der Bote glaubte, Ulrich habe am Freitag Fleisch gegessen und brachte seinen Botenlohn sofort zum Herzog. als der das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt.


Zelebrationsaltar


Der Zelebrationsaltar besteht ganz aus massivem Stein. Wegen der Flecken im Stein ist das Relief auf der Vorderseite kaum sichtbar. Es stellt das Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln dar. Der Altar wurde im Jahre 1998 von der Kirchenverwaltung neu angeschafft und im gleichen Jahr durch Weihbischof Haßlberger eingeweiht.
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Zelebrationsaltar
Hinweise: Die Darstellung des Lammes und des Buches greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist
  das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird.
Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kam der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabeln) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 55 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. Der Zelebrationsaltar ist somit eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.


Chorbogen

Der breite Chorbogen ist besonders prächtig geziert. Zwei Wappen aus Stuck umgeben eine Nische, in der die Nachbilder einer goldenen Monstranz steht. Diese prächtige Herz-Jesu- Monstranz mit dichtem Strahlenkranz enthält in der Mitte ein rotes,
flammendes Herz, umgeben von der Dornenkrone.
Das linke Wappen symbolisiert die weltliche Macht, in diesem Falle das Kurfürstentum Bayern unter Kurfürst Ferdinand Maria (1651-1679). In den vier Feldern sind zwei Löwen und zweimal das Rautenmuster der Wittelsbacher (das sie von den Grafen von Bogen geerbt haben) zu sehen. In der Mitte der Darstellung ein Reichsapfel als Insignie der weltlichen Macht. Gekrönt wird das Wappen von der Herzogskrone.
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Herz-Jesu-Monstranz

 
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Herzogswappen - Bischofswappen
Das rechte Wappen ist auf den ebenfalls aus dem Hause Wittelsbach stammenden Freisinger Fürstbischof Albert Sigmund (1651-1682) bezogen. Es zeigt deshalb ebenfalls den bayerischen Löwen und die Wittelsbacher Rauten. In der Mitte ist aber der Freisinger Mohr, ein Bestandteil des fürstbischöflichen Freisinger Wappens, zu sehen. Die Stelle der Herzogskrone nehmen hier die bischöfliche Mitra, ein Kreuz und der Bischofsstab ein.


Ewig-Licht-Ampel
Am Chorbogen ist die Ewig-Licht-Ampel angebracht, die an einer langen Kette hängt. Über der bauchigen Konsole hält eine Messingstütze das Ewig-Licht im rotem Glaskelch. Die Konsole ist mit vergoldeten Plaketten geschmückte, die die Form von Früchte- und Blumengebinden hat. Erkennbar sind die Getreideähren und die Weintrauben, Symbole für Brot und Wein, für den Leib und das Blut Christi.
Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Es entspricht uralter Tradition, an heiligen Stätten Licht brennen zu lassen als Zeichen der Verehrung und als Sinnbild des Segens, der von diesem Ort ausgeht. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, in dem das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet.
Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.

 

Kirchenschiff / Langhaus

Die Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals rettet.


Deckenstuck im Kirchenschiff

Das Langhaus ist ein sechsachsiger Saalbau mit Tonnengewölbe und Stichkappen über den 12 Fenstern. Die Wände sind durch Pilaster mit korinthischen Kapitellen gegliedert.

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Apostel Jakobus  -   Maria   
Die Decke des Kirchenschiffs ist -wie die gesamte Kirche- ist mit reichem Rahmen- und Füllungsstuck mit Engeln und stark plastischen pflanzlichen und ornamentalen Motiven geschmückt. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die Stuckaturen neben dem Rankenwerk eine Vielzahl von Figuren und Monogrammen enthalten.
Die Monogramme sind meist in kreisförmigen Stuckfeldern zu sehen. Die Figuren gliedern sich als Bestandteile der Ornamentik in das Gesamtkunstwerk der Decke ein.
So sind z.B. die 12 Apostel zum Teil mit ihren Attributen einzeln abgebildet.

Auch Maria ist über einem Spruchband mit dem Beginn des Ave-Maria "Ave Maria gratia plena" zu sehen.
Stuckmonogramme

Stuckengel

In kreisförmige Stuckfelder sind die Monogramme von Josef, von Maria und den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes eingeschrieben. Dazwischen ist der Deckel des Heilig-Geist-Lochs mit dem Auge im Dreieck, umgeben von einem Kranz von Gnadenstrahlen zu sehen.

Hinweise: Das Auge im Dreieck als Darstellung der Dreifaltigkeit in ihrer Allgegenwart und Allwissenheit hat sich in der Kunst unserer Gegend erst im 18.Jh verbreitet. Aus der frühchristlichen und mittelalterlichen Kunst ist es unbekannt.
Das sog. Heilig-Geist-Loch oder Pfingstloch in der Decke diente wohl in erster Linie der Entlüftung der Kirche. An Pfingsten (und an Christi Himmelfahrt) wurde es früher aber auch für eine Art Schauspiel genutzt: Während des Gottesdienstes wurde von oben entweder eine lebende weiße Taube freigelassen oder  eine hölzerne Taube als Symbol für den Hl. Geist an einer Schnur hinuntergelassen. Auch brennende (Flachs-)Flocken ließ man vom Pfingstloch aus in das Kircheninnere fallen; sie sollten die Flammenzungen des Hl. Geistes symbolisieren. Der Brandgefahr wegen war dieser Brauch umstritten.
Das Pfingstloch spielt auch in vielen alten Anekdoten eine Rolle, so z.B: Statt der Taube kam die Stimme des Mesners aus dem Pfingstloch: "Herr Pfarrer, den Heiligen Geist hat Katz gfressn".

Eine Besonderheit des Deckenstucks in Wiedenzhausen sind die großen Engel, die ihre Arme und ihre Füße in den Kirchenraum strecken und damit die plastische Wirkung der Stuckierung noch steigern. Alle Figuren mit menschlichen Gesichtern haben als einzige Farbtupfer rote Lippen.

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Auge im Dreieck

 

 

 


Seitenaltäre
Linker Seitenaltar
Auch die Seitenaltäre wurden von Konstantin Pader errichtet. Jedoch erst 13 Jahre später, im Jahr 1667.
  
Jahreszahl 1667 in den beiden Altaraufsätzen
Das Datum steht auf den beiden Altaraufsätzen.
Links die Zahlen "16", rechts "67".
Rechter Seitenaltar
Die Aufsätze der Seitenaltäre ergänzen sich nicht nur hinsichtlich der Jahreszahl, sondern auch im Thema der beiden darin enthaltenen Darstellungen. Sie bilden zusammen die Verkündigungsszene.  Am linken Altar kniet Maria vor einem Pult, auf dem noch das Buch liegt, in dem sie soeben gelesen hat.
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St.Maria und Erzengel Gabriel
Der Engel Gabriel (hebräisch= Stärke Gottes), der ihr die Botschaft Gottes von der Empfängnis Jesu überbringt, ist in der Aufsatzfigur des rechten Altars zu sehen. Er ist nicht leicht zu erkennen, weil ihn der Künstler ohne die sonst üblichen Engelsflügel abgebildet hat. (auch der Erzengel Michael am rechten Seitenaltar hat keine Flügel).
 
Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen (in Wiedenzhausen an der Rückwand der Kanzel) durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Auch in der Wiedenzhausener Kirche tragen die meisten Anbetungsengel weibliche Züge.
1730 hat man die Altäre (zusammen mit dem Choraltar und der Kanzel) umfassend renoviert. Nach der Reparatur durch den Kistler (=Schreiner) Niklas Prugger fasste (=bemalte) der Dachauer Maler und spätere Bürgermeister Johann Georg Hörmann (1672-1749) die Altäre neu.


Linker Seitenaltar

Im Zentrum des linken Seitenaltars ist eine Art Anna-selbdritt-Darstellung zu sehen.
In der Mittelnische sitzen Figuren von Maria mit dem Jesuskind auf dem Schoß und daneben die Großmutter Jesu, St. Anna. Darüber schwebt eine Heilig-Geist-Taube. Maria ist in das traditionelle rote Kleid und einen innen blau und außen goldenen Mantel gekleidet.
Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli). Maria trägt ihr Haar offen, mit einer seitlichen Spange. Damit soll die Jungfräulichkeit unterstrichen werden.
Das Jesuskind, mit einem Heiligenschein versehen, sitzt auf dem linken Knie Marias.



Daneben sitzt Anna, die Mutter Marias und streckt die Hände zum Jesuskind hin aus, bereit, das Kind zu stützen, falls es durch eine Bewegung herabzufallen droht. Anna ist in das für ihre Darstellung so typische rot-grüne Gewand gekleidet. Um den Kopf hat sie den Schleier der verheirateten Frauen geschlungen. Über den Hals trägt sie das traditionelle Halstuch, den Gimpf, der im Mittelalter zur üblichen Bekleidung der Frauen gehörte.
  Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der Heilige Geist in leiblicher Gestalt auf Jesus hernieder wie eine Taube (Lk., 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam.
Assistenzfigur
Auf einer Konsole neben der Mittelnische steht als Assistenzfigur eine Figur von St. Joachim, nach der Legende der Ehemann von Anna und damit Großvater von Jesus. Seine Anwesenheit ist sicher auf die Figurengruppe der Mittelnische zurückzuführen. Der Heilige hält eine Schäferschaufel und zwei Tauben in einem Körbchen in den Händen. Joachim, der in der Bibel nicht erwähnt wird, ist den Legenden nach der Großvater Jesu. Das apokryphe Jakobusevangelium schildert Joachim als greisen Priester, dessen Opfer im Tempel vom Oberpriester zurückgewiesen wurde, da er keine Nachkommen hatte (deshalb die Opfertäubchen als Attribut). Da erschien ihm ein Engel, traf ihn auf dem Feld bei seinen Herden (Attribut Schäferschaufel) und seine Frau Anna in ihrem Haus; er wies beide an, sich zu treffen. Diese Begegnung fand an der "Goldenen Pforte" statt; das verheißene Kind Maria wurde geboren.

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St.Joachim


Unter der Gruppe steht auf dem Altartisch eine kleinere Figur des hl. Sebastian am Marterpfahl, von Pfeilen durchbohrt. Sebastian war  im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen.

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St.Sebastian

Teile der Reliquien Sebastians sind angeblich im ehemaligen Kloster Ebersberg in Oberbayern. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Sebastian ist der einzige Heilige, der fast unbekleidet dargestellt ist.

 

Rechter Seitenaltar

Am rechten Altar steht in der Nische eine Figurengruppe. Mittelpunkt ist der Salvator Mundi, der Welterlöser und Weltenrichter, mit dem Kreuz in der linken Hand und die rechte Hand segnend erhoben. An Händen und Füßen sind die Wundmale der Kreuzigung zu sehen. Links kniet der hl. Michael mit einem Schwert in der Rechten und der Seelenwaage in der Linken. Der Erzengel ist ohne Flügel dargestellt.
Salvator Mundi
Rechts fleht die Muttergottes im Schatten des Kreuzes um Gnade für die Sünder. Michael als Ankläger, Maria als Verteidigerin und Christus als Richter. Nach Robert Böck handelt es sich bei dieser Figurengruppe um eine Kopie des Gnadenbildes der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" in Klosterlechfeld, das 1604 vom Augsburger Christoph Murmann d.Jüngeren geschnitzt worden ist. Dort sind Michael und Maria aber seitenverkehrt platziert und der Erzengel ist mit Flügeln ausgestattet.
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St.Michael

Der Erzengel Michael war nach der Überlieferung häufig mit der Heilsgeschichte der Menschen verbunden. Er stürzte - schon vor Beginn der Schöpfung - den Luzifer, trieb Adam und Eva mit dem Schwert aus dem Paradies (1. Mose 3, 23 - 24. Auf diese Ereignisse weist das Schwert in der Hand des Erzengels Michael hin. Die Seelenwaage stützt sich auf Legenden, nach denen Michael beim Tode eines Menschen die Seele an der Himmelspforte empfängt und das Gute im Leben des Toten gegen das Böse aufwiegt (diese Sicht lässt aber die Barmherzigkeit Gottes außer Betracht)

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Muttergottes

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St.Josef
Auf einer Konsole steht am rechten Seitenaltar als Assistenzfigur der hl. Josef. Er hält in seiner
linken Hand eine Lilie, die als Zeichen der Keuschheit gilt. Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth.
Die Figur bildet zusammen mit der Assistenzfigur des linken Seitenaltars und der Figurengruppe in der Mittelnische des linken Seitenaltars die Großfamilie Jesu (Eltern und Großeltern Jesu).

Altartisch
Auf dem Altartisch (Mensa) des rechten Seitenaltars steht eine Figur des hl. Benedikt im wallenden Abt-Gewand mit Stab und Mitra und weißen Handschuhen.
Hinweis: Benedikt gründete zu Beginn des 6.Jh. auf dem Montecassino den Benediktinerorden. Er schrieb die berühmte "Regula Benedicti", mit dem Wahlspruch "Ora et labora", "bete und arbeite". Benedikt starb am Gründonnerstag 547 während eines Gebets am Altar der Klosterkirche Montecassino; seine Brüder sahen, wie er von Engeln auf teppichbelegter, lichterfüllter Straße gen Himmel getragen wurde.
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St.Benedikt
Viele Legenden ranken sich um seine Person: In einem Kloster bei Tivoli sollte er vergiftet werden, doch das Gift entwich in Gestalt einer Schlange aus seinem Kelch (ähnlich wie bei Johannes Evangelist). Einen weiteren Giftanschlag überstand er, weil ein Rabe das vergiftete Brot forttrug. Als ihn der Teufel in Gestalt einer schönen Frau verführen wollte, wälzte er sich in Dornen.


Kanzel

Die prächtige Kanzel auf der linken Seite dürfte mit der Neuausstattung der Kirche um 1666 (wohl auch von Konstantin Pader) erstellt worden sein. Im Jahr 1730 wurde sie von J.G.Hörmann neu gefasst.
Der Kanzelkorb ruht auf einer halbkreisförmigen Konsole. Seine Brüstung ist in Felder eingeteilt, in deren Nischen die vier Evangelisten mit ihren Attributen stehen. An der Rückwand, der Verbindung zwischen Kanzelkorb und Schalldeckel (= Dorsale), ist ein Bild des Guten Hirten angebracht.
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Kanzel
Christus, in ein weißes Gewand und einen roten Überwurf gekleidet, trägt ein Lamm auf seinen Schultern. Der Schalldeckel wird optisch von zwei Engeln gehalten. In der Kunst werden solche Figuren als Hermen bezeichnet.
Auf der Unterseite des Schalldeckels ist auf blauem Hintergrund die Heilig-Geist-Taube angebracht.
Ganz oben auf dem Schalldeckel sitzt ein Engel auf einem Gebälk und bläst auf der Posaune.
Zur Kanzel führt eine Treppe, die in gleicher Weise verziert ist, wie die übrigen Teile der Kanzel.
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St.Matthäus u. Markus


Hinweise: Die vier Evangelisten-Symbole Mensch, Löwe, Stier und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200).
Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: 
- Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. 
- Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont.
- Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet.
- Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort".
Die Darstellungen des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt. .18,12-14).

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St.Lukas u. Johannes
In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln, wie hier in Wiedenzhausen.
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Kanzel-Dorsale
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Posaunenengel
Das Motiv des Posaunenengels geht auf Papst Leo I. (440-461) zurück, der schreibt, dass von der Kanzel die Posaune des Evangeliums ertöne. Nach der Bibel ist übrigens der Posaunenengel der einzige Engel, der fliegen kann. 05         
Dieser Engel wird sogar im Koran genannt; auch dort wird von ihm berichtet, dass er das endzeitliche Gericht mit der Posaune ankündigen wird.
  Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.


Kanzelkreuz und Mater Dolorosa

An der Südwand, gegenüber der Kanzel, hängt ein großes Kruzifix, das sog. Kanzelkreuz. Die Enden der Kreuzbalken sind als Dreipass gestaltet. Dort sind Puttenköpfe angebracht. Unter dem Kreuz steht eine Figur der Mater dolorosa, der sog.schmerz-haften Mutter. Diese Figurengruppe wird ebenfalls dem Bildhauer Konstantin Pader, der die Altäre geschaffen hat, zugeschrieben und dürfte deshalb rd. 330 Jahre alt sein.

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Kanzelkreuz

Hinweise: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, nicht politische Aussagen, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
Maria unter dem Kreuz trägt eine Krone auf dem Haupt. Sie ist in einen goldenen Mantel gehüllt, der einen Blick auf das rot-blaue Kleid freigibt. Ihre Arme sind über der Brust gekreuzt. Dies ist ein uralter Trauergestus. Ihr Gesicht ist keinesfalls schmerzverzerrt; es vermittelt mehr den Eindruck tiefer Traurigkeit. Bei der Darstellung in Wiedenzhausen fehlt das sonst übliche Schwert in der Brust, das an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel erinnert: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".


Mater dolorosa



Figuren an den Wänden des Kirchenschiffs

An den Wänden des Kirchenschiffs sind vier weitere Figuren angebracht:

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Bruder Konrad
Ein Joch westlich der Kanzel steht an einem Pilaster eine große Statue des hl.Konrad von Parzham im Ordensgewand der Franziskaner mit einem Kreuz im rechten Arm und einem Schlüsselbund am Gürtel.
  Hinweis: Konrad von Parzham (1818-1894) wirkte 41 Jahre lang im Kloster Altötting als Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte; keines von ihnen ging leer aus. 1934 wurde Konrad von Papst Pius XI. heiliggesprochen. Damals wurden in unseren Kirchen viele Figuren dieses Volksheiligen aufgestellt.
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St. Leonhard
Auf der gegenüber liegenden Seite steht die wohl zeitgleiche Figur des hl. Leonhard im Mönchsgewand, mit Abtsstab, einem Buch (Bibel) und Ketten in den Händen.
  Hinweis: Leonhard ist einer der 14 Nothelfer. Er lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. Im Landkreis Dachau war er früher einer der beliebtesten Heiligen, dessen Figur in fast keiner Kirche fehlt.
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Muttergottes 1670
In einer Nische auf der Südseite eine weitere Muttergottesfigur. Sie wird Konstantin Pader, von dem die Altäre und die Kanzel stammen, zugeschrieben. Ihr Alter liegt somit über 330 Jahren. Maria im rot-blauen Gewand thront mit den Insignien einer Königin auf Wolken und hält auf ihrem rechten Knie das Jesuskind, das spielerisch zum Zepter greift. Marias Fuß ruht auf der Mondsichel.
  Hinweis: Der Mond weist auf Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb.12,1) hin, die "von der Sonne umkleidet ist, den Mond zu ihren Füßen...."
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Christus auf der Rast
Gegenüber der Muttergottesfigur sitzt auf einem Postament Christus, stützt seinen Ellbogen auf das Knie und hält mit der Hand das Kinn bzw. eine Wange. Zu seinen Füßen liegt das Kreuz, das er vorher auf den Golgota getragen hat.
  Hinweis: Figuren von "Christus in der Rast" sind nicht selten in den Kirchen des Landkreises Dachau. Diese Darstellung geht zurück auf die heimlichen Leiden Christi. Das sind Schilderungen und bildliche Darstellungen von Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den Evangelien erwähnt werden. Sie entsprangen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt. Zu diesen heimlichen Leiden gehören Darstellungen von Christus im Kerker, von Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Vesperbilder) und Christus auf der Rast. Die Geste, die in der Darstellung gezeigt wird, ist eine uralte Geste der Klage. Im Volksmund heißt diese Art der Gestaltung manchmal auch "Zahnweh-Herrgott".

       

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Kreuzwegbilder

Zwischen den Figuren sind an den Außenwänden die relativ kleinen Kreuzwegbilder angebracht. Wann und von wem sie gemalt worden sind, ist mir leider nicht bekannt.

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Auf jeden Fall gehören die Wiedenzhausener Kreuzwegbilder zu den Bildern, für die der bekannte Nazarener-Maler Joseph von Führich aus Wien (1800-1876) die Vorlage geschaffen hat. J.v.Führich (auch "Theologe mit dem Stifte" genannt) war durch seine Kreuzwegbilder (1844/46) international bekannt geworden. Als Kupferstiche verbreiteten sie sich über ganz Europa und unzählige Maler der Zeit (darunter auch Anton Huber, Ludwig Hack und Anton Rick) benutzten sie als Vorlage für ihre Kreuzwegtafeln. Aus diesem Grund gleichen sich die Kreuzwegbilder in mind. 23 Kirchen des Dachauer Landes in hohem Maße.
  Hinweis: In der Fastenzeit wird in sogenannten Kreuzwegandachten der Leidensweg Jesus anhand der Bilder in der Kirche betend und meditierend "nachgegangen".
Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Apostelleuchter
fehlen in der Kirche. Solche Leuchter sind nur für Pfarrkirchen vorgeschrieben. Wiedenzhausen ist eine Filialkirche. Früher gab es aber durchaus Apostelkreuze und -leuchter. In der Kirchenrechnung von 1730 finden wir den Eintrag, dass der Dachauer Künstler Georg Hörmann die auf die Wand gemalten Apostelkreuze restauriert und die eisernen Apostelkreuze vergoldet hat (Originaltext: "12 runinirte auf die Maur gemahlne Apostl Creuz neu renoviert und die 12 darbey sich befündtente Eisenen Leichter matt Vergolt").

Bei Dunkelheit werden das Kirchenschiff und die Empore von schönen Kerzenleuchtern mit jeweils 6 (natürlich elektrischen) Kerzen erhellt.

Vortragekreuze

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Vortragekreuz

An den rd. 40 Kirchenbänken des Langhauses sind drei Vortragekreuze befestigt. Das größte davon steht vor der ersten Bank an der rechten Seite mit einem schön geschnitzten Korpus.

Die beiden übrigen sind kleiner und befinden sich im rückwärtigen Teil des Kirchenschiffs. Sie haben einen einfach geschnitzten Korpus. Eines davon ist für Beerdigungen vorgesehen

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Vortragekreuz

  Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh.

 

Prozessionsstangen

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Prozessionsstangenengel 

Im vorderen Bereich sind an den Bänken Prozessionsstangen befestigt. Sie sind weiß-blau gestrichen und tragen zwei schöne Engelsfiguren. Diese Engel knien auf Wolken und halten Leuchter in den Händen, in die bei Bedarf Kerzen eingesteckt werden können. Beide Engel haben ihre Gesichter einander zugewandt.
Die Stangen wurden und werden bei der Fronleichnamsprozession mitgetragen.
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 Prozessionsstangenengel


Beichtstuhl

An der Rückwand des Kirchenschiffs steht ein dreiteiliger Beichtstuhl. Der Mittelteil mit dem Priestersitz ist durch ein zweigeteiltes Fenster und durch die etwas vorgesetzte Zugangstüre gegliedert.
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Beichtstuhl
Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beicht-stuhls. Durch die irisch-schottischen Mönche wurde die Beichte im 10.Jh individualisiert, d.h., nicht mehr öffentlich

abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh.20,22) zurück.


Empore und Orgel

Die heutige Empore wurde bei der Verlängerung der Kirche im Jahr 1937 eingebaut. Sie ist sehr tief und bietet vielen Kirchen-besuchern und Chormitgliedern Platz. Die Emporenbrüstung ist der Stuckausstattung der Kirche hinsichtlich der Farbe und des Stils angepasst. Sie wird durch Felder gegliedert.
Die Orgel mit ihrem offenen Prospekt wurde 1954 von Guido Nenninger aus München erbaut. Sie hat 2 Manuale und insg.10 Register.
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Orgel

Die Firma Nenninger hat auch die Orgeln in den Kirchen von Odelzhausen, Sittenbach, Welshofen und Langenpettenbach gebaut sowie die Orgel in der Haimhausener Schlosskapelle restauriert.

Frühere Orgel
Die erste Erwähnung einer Orgel habe ich in der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von 1874 gefunden. Dort heißt es: "Die neue Orgel hat 8 Register".

  Allgemeines zur Orgel - Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. 


Gottesdienstzeiten erfahren Sie auf der Internetseite des Erzbistums München und Freising. Klicken Sie hier....


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Hans Schertl

Quellen:
01)
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Stumpf,Pleikard, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches Bayern, 1852
03 ) Arthur von Ramberg,Joseph Heyberger, Topograph-statist. Handbuch des Königreichs Bayern, Band 5, 1867 (Statistik)
04) Erzbisthums München-Freising, 1874
05) Bibel, Offenbarung 6,13): Und ich sah und hörte einen Engel fliegen mitten durch den Himmel und sagen mit großer
     Stimme: Weh, weh, weh denen, die auf Erden wohnen, vor den andern Stimmen der Posaune der drei Engel, die noch
     posaunen sollen!
06) Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895
07) Amperbote vom 18.12.1907 (Kircheneinbruch)
08) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.217, 281, 348, 1187, 1258)
09) Max Gruber, Konstantin Pader als Bildhauer, Amperland 1965/1
10) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
11) Max Gruber, Werkverzeichnisse der Dachauer Maler Johann und Johann Georg Hörmann, Amperland 1980/4
12) Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 ( Bernhard Ernst)
13) Max Gruber, Im Amperland tätige Kistler, Schreiner, Tischler und Schneidkistler, Amperland 1986/3 (Nkolaus Prugger)
14) Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Wallfahrt Andechs)
15) Max Gruber, Im Amperland tätige Architekten, Bau und Maurermeister, Amperland 1987/2
16) Josef Bogner, Dorfkirchtürme im Amperkreis, Amperland 1989/1
17) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
18) Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd. 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
19) Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
20) Gerhard Hanke / Wilhelm Liebhart, Der Landkreis Dachau, S. 126, 1992 (Erding)
21) Angelika Petitini, Leonhardsverehrung u. Wallfahrt in Inchenhofen, Augsburger Volkskundliche Nachrichten, 1995, Heft Nr.2

22) Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Turmuhr 1640, Renovierung 1730, Bittgänge)
23) Dachauer SZ vom 6.9.2002, vom 28./29.5.2005
24) Michael Andreas Schmid, M.A, Das Werk des Dachauer Stuckateurs Benedikt Heiß im Amperland, Amperland 2000
25) Peter Niedermair, Die Geschichte von Wiedenzhausen, Landkreis Dachau, Oberbayern, 2003
26) Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986   
27) Dr. Eckhard Bieger SJ, das Katholische Symbollexikon, 2004
28) Dachauer Nachrichten vom 28./29.5.2005, v. 17.12.2008 (808)
29) Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005 25.9.2005
30) Robert Böck, Dachauer Weihnachtstaler 2005
31) Prof. Dr. Wilhelm Liebhart, Wiedenzhausen 805 und 808, Amperland 2008/2
32) Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Tabernakelengel)
33) Geschichte der Pfarrei Tuntenhausen, www.erzbistum-muenchen.de/Pfarrei/Page002670.aspx,2015 (1334)



64 Bilder: Hans Schertl

   

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

12.3.2018