zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibg Kirchen
i.d. Gem. Bergkirchen
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Filialkirche St. Jakob in LAUTERBACH
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Kurzbeschreibung Die Kirche St.Jakobus wurde vor 1450 im gotischen Stil erbaut.Um 1670 wurde das Langhaus abgerissen und in barockem Stil neu errichtet. Dabei wurde auch der Chor barock umgestaltet und mit einem zarten Deckenstuck der "Miesbacher Art" verziert, der den Stil der Kirche maßgebend prägt.
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Die Innenausstattung stammt aus der Zeit des Rokoko (um 1760).
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Im Hochaltar ist zweimal der hl.
Jakobus dargestellt: im Hauptgemälde kniend mit Pilgerstab, Pilgerflasche
und Muschelemblem, im Auszug sitzend, von Engeln umgeben. Auf dem Altarblatt
hinter St.Jakobus die Ansicht von Lauterbacher Kirche und Schloss vor
250 Jahren. Der linke Seitenaltar ist der Heiligen
Familie geweiht. Auf dem Altarblatt ist der Knabe Jesus mit seinen Eltern
zu Hause dargestellt. Berühmt ist die Kirche von Lauterbach wegen eines bemalten Fensters aus der Zeit von 1437 und 1449 hinter dem Hochaltar. Darauf werden eine Kreuzigungsgruppe, eine Pietà sowie die Heiligen Barbara (mit Turm), Maria Magdalena (Salbbüchse), Jakobus (Muschel) und Antonius den Einsiedler (Kreuz) dargestellt. Die Gruftkapelle mit Figuren und prächtigen Epitaphien, darunter auch dem Grabdenkmal für Wiguläus Hundt, machen deutlich, dass die Kirche von den Hofmarksherren stark unterstützt wurde. |
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Figurenausstattung:
- Apostel/Evangelist Johannes mit Kelch, aus dem eine Schlange kriecht(18.Jh)
- St.Johannes der Täufer mit Kreuzstab und Lamm (18.Jh)
- St.Nepomuk mit einem Kruzifix in der Hand (1760)
- St.Franz Xaver im Chorrock (1760)
- Anna selbdritt-Figur (18.Jh)
- St.Georg mit Spieß und Drachen (18.Jh)
- St.Franziskus v.Assisi mit Kruzifix
- St.Josef mit Jesuskind auf dem Arm und Lilie in der Hand
Auf der Südseite des Langhauses ist die besonders prächtige Rokokokanzel aus der Zeit um 1760 angebracht.
Unter der 300-jährigen Eichenallee im Norden der Kirche ist ein Kreuzweg eingerichtet, der als einer der schönsten im Dachauer Land gilt.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen
und kunsthistorischen Hinweisen
Wann die Ortschaft Lauterbach (Bach mit trinkbarem Wasser) erstmals schriftlich erwähnt wurde, ist schwer festzustellen, weil es im näheren Umkreis mehrere Lauterbach gibt. In einer Urkunde, die zwischen 926 und 937 ausgestellt worden ist, tauschte Bischof Wolfram von Freising (926-937) Besitzungen zu Sickenhausen und Figlsdorf (Landkreis Freising) gegen solche in "Lutrinpah". Dabei könnte es sich um unser Lauterbach oder um Lauterbach bei Fahrenzhausen handeln. Ganz sicher wird Lauterbach im Landkreis Dachau in einer Scheyerner Urkunde aus dem Jahr 1220 genannt.
| Die
Geschichte des Orts ist eng mit der der Schlossherren verbunden. Das waren
(vom 13.Jh) bis 1439 ein Zweig der Grafen von Dachau ("Dachauer auf
Lauterbach") und seither (durch Einheirat) ununterbrochen die Familie
v.Hundt auf Lauterbach (seit 1703 im Grafenstand). Das Schloss, die Burg, wurde um 1550 neu gebaut. Diesen Zustand stellt Apian auf seiner Karte von 1568 (siehe links) dar. Ein rechteckiges hohes Haupthaus ist darauf von einer dicken Ringmauer umschlossen, deren vier Ecken mit Wehrtürmen verstärkt sind. |
Lauterbach ist heute eine Filiale der Pfarrei Bergkirchen. Früher gehörte sie über viele Jahrhunderte zur Pfarrei Einsbach.
Konradinische
Matrikel von 1315
Eine Kirche in Lauterbach (als Filiale von Einsbach) ist in der Konradinischen
Matrikel von 1315
erstmals erwähnt.
Die Kirche ist eines von fünf Gotteshäusern im Dachauer Land, die dem Apostel
Jakobus dem Älteren gewidmet sind. Diese häufige Namensgebung mag daran liegen,
dass diese Kirchen in einer Zeit erbaut wurden, in der dieser Apostel besonders
verehrt wurde. Vom 10. bis zum 15. Jahrhundert zog die Wallfahrt zum Grab dieses
Heiligen in Santiago de Compostela in Spanien nämlich mehr Pilger und Gläubige
an als Rom oder Jerusalem. Vielleicht führte auch ein Pilgerweg durch das
Dachauer Land nach Spanien.
Gotischer
Neubau 1449
Die Kirche ist wohl Anfang des 15. Jh. im Stil der Gotik neu erbaut worden.
Die Steine dazu sollen von der 1402 beim Zötzelhof (Landkreis Fürstenfeldbruck)
abgerissenen Burg stammen. Der Rohbau der Kirche dürfte jedenfalls spätestens
um 1449 gestanden haben, weil Veit von Egloffstein, zwischen 1437 und 1449 das
Fenster hinter dem Choraltar gestiftet hat.
Sunderndorfer'sche
Matrikel 1524
Die Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524
spricht von "s.Jacobi in Lauterwach" als einer der vier Filialkirchen
der Pfarrei Einspach, zu der auch noch zwei Kapellen gehörten.
Wie stark der Ort Lauterbach und seine Kirche im Dreißigjährigen Krieg gelitten haben, ist mir nicht bekannt. Das Schloss jedenfalls wurde am Ende des Krieges niedergebrannt; davon kündet das Bild des Malers Adam Holzmayr in der Jobkapelle in Bergkirchen. Die Zahl der noch bestehenden Bauernhöfe ist während dieser Zeit von 29 (1631) auf 24 (1649) gesunken. 5 Höfe wurden wohl zerstört.
Barockisierung 1670|
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Um das Jahr 1670 (andere Quelle: 1645) wurde das Langhaus der Kirche neu errichtet. Der gotische Chor blieb erhalten, wurde aber barock umgestaltet. Der reiche, aber zarte Deckenstuck orientierte sich nicht am damals üblichen Stil der Wessobrunner Schule; er wurde vielmehr um 1680 nach Miesbacher Art gefertigt. Nach Robert Böck stammt er von der Stuckatorenfamilie Zwerger.
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Schmidt'sche
Matrikel 1738/40
In den Jahren 1738/40, hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle
Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Matrikel
auch die Filialkirchen kurz beschrieben (Schmidt'schen
Matrikel).
Zur "Ecclesia filialis s.Jacobi in Lauterbach" bemerkte er, die Kirche
sei ein ansehnliches Bauwerk mit vier Altären. Der
Choraltar war auch damals dem hl. Jakobus geweiht. Die Seitenaltäre hatten
die Jungfrau Maria und den hl. Innocenz zum Patron. In der Gruftkapelle stand
ein weiterer Marienaltar, der der unbefleckten Empfängis gewidmet war.
Gottesdienste wurden jeden vierten Sonntag gehalten sowie an Weihnachten, am
Sonntag nach Weihnachten, am Dreifaltigkeitsfest, an Oster- und Pfingstmontag,an
allen Marienfesten außer an Lichtmess, an den Festen der Heiligen Johannes
und Paulus, Blasius, Stephanus und Innocentius. Das Kirchweihfest fiel auf den
Sonntag vor Michaeli (29.Sept). Messgewänder waren in ausreichendem Umfang
vorhanden. Neben der Kirche war im Friedhof ein Beinhaus errichtet. Im hohen
Dachreiter hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen und Ausgaben der Kirche
verwalteten der Pfarrer von Einsbach und der Hofmarksherr von Lauterbach, der
erlauchtigste Herr Comes von Hundt. Der Bericht schließt mit dem einzigen
Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses hat in
letzter Rechnung 3693 fl. (=Gulden), 50 kr.(=Kreuzer) und 1 1/2
hl.(=Heller) ausgeworffen". Das war für eine Kirche dieser
Größe ein sehr hoher Betrag.
Um 1760 wurde die Kirche im Rokokostil neu ausgestattet.
Beschreibung
1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom
Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 wird auch die Kirche
von Lauterbach als Filiale von Einsbach erwähnt. Zu ihr gehörten 260
Dorfbewohner (Seelen), die in 49 Häusern wohnten.
Lauterbach war damals vor Überacker und Einsbach der größte
Ort der Pfarrei. Über das Kirchengebäude von Lauterbach schreibt Mayer:
"Erbauungsjahr unbekannt. Stillos. Geräumigkeit beschränkt, zu
schmal. Kuppel-Thurm: Dachreiter mit 2 Glöckchen von den Jahren 1694 und
1696. Gießerei Joh.G.Scharrer in München. 4 Altäre. Orgel mit
4 Registern. Eine nach der Kirche hin offene, an sie angebaute Capelle enthält
die Familiengruft der Grafen v.Hundt. Cemeterium (=Friedhof) ohne Capelle. Gottesdienste:
regelmäßig abwechselnd mit Palsweis und Ueberacker, sohin jeden 3.Sonntag;
außerdem an vielen Festtagen. Stiftungen: 12 Aemter mit Vortrag, an Sonntagen
durchen den Coadjutor zu halten, 6 Jahrtage, 18 Jahrmessen und 8 Quatembermessen
(Quatembertage
sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag,
Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag). Meßner
derzeit der Schuhmacher des Ortes, Cantor der Lehrer in Einsbach. Kirchenvermögen
rd. 5000 Gulden.
Bau des Kirchtums 1910
Im Jahr 1906 musste die Kirche gesperrt werden, weil der Kirchturm, der im eigentlichen
Sinne ein Dachreiter war, baufällig geworden war. Als man die Kirche im
17.Jh neu errichtete, hatte man kein Geld, um einen richtigen Kirchturm mit
eigenem Fundament zu bauen. Deshalb hat man einen -allerdings recht hohen- Dachreiter
aufgesetzt, der auf einem Eichenbalken im Dachbereich gründete. Dieser
Balken ist im Laufe der Jahre morsch geworden.
Es dauerte noch bis 1910, bis man den heute noch stehenden Kirchturm im neubarocken
Stil errichtete. Während der Zeit der Sperrung fanden die Gottesdienste
in der Schlosskapelle statt.
Berichte
aus der Pfarrei
Die
Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben
berichtet. Diese oftmals in blumiger Sprache verfassten Berichte beschäftigen
sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden
Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Primizen, Jubiläen
oder Abschiedsfeiern von Pfarrern oder Fahnenweihen
beschrieben. Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken Sie hier...
Die Kirche liegt auf einem Hügel am südlichen
Dorfrand, westlich vom Schloss der Familie Hundt. Sie ist von einem ummauerten
Friedhof umgeben.
Der zweiachsige Chor (um 1440) ist nicht eingezogen
und schließt
in drei Achteckseiten. Außen wird er durch Strebepfeiler
gestützt.
Das Langhaus,das Kirchenschiff, aus der Zeit um 1670 besitzt vier Achsen.
An der südwestlichen Langhausseite befand sich in der Barockzeit (um 1680) ein
heute zugemauertes Portal mit Pilastern
und Sprenggiebeln;
man kann es noch deutlich erkennen.
Östlich von diesem ehem. Barockportal ist ein bildstockähnliches Mauerwerk
in die Langhauswand eingelassen. Die Fenster der Kirche mit darüberliegenden
querovalen Blendnischen sind oben und unten gerundet; an der Westseite ein Rundfenster,
in der östlichen Chorseite das berühmte gotische Fenster mit originalem
spitzbogigem Maßwerk.
Südlich von Chor und Langhaus
steht die 1680 angebaute Gruftkapelle. Daneben ist die Sakristei
angebaut.
Der mit Kupfer gedeckte Zwiebelturm an der Nordseite des Chores wurde
erst 1910 errichtet, nach einem Plan des Dachauer Bezirksbaumeisters Scholz.
Im Baustil wurde er dem barocken Langhaus angeglichen. Vorher besaß die
Kirche nur einen Dachreiter, der 1906 baufällig geworden war. Die unteren
Geschosse des Turms haben einen quadratischen Grundriss; die oberen Geschosse
sind achteckig. Geschmückt ist die Turmfassade durch ein Gurtgesims und
hochovale Blendnischen. In der Glockenstube hängen drei Glocken,
"zwei neue und eine alte Glocke", heißt es. Bei der alten Glocke
könnte es sich um diejenige handeln, die 1782 von Johann Lorenz Kraus,
München für Lauterbach gegossen wurde.
Die beiden neuen Glocken wurden 1949 in Erding bei Carl Czudnochowsky gegossen
und im Dezember 1949 geweiht. Die größere Glocke (10 Zentner schwer) trägt
den Namen Christus König, die kleinere (6 Zentner) den Namen, des Kirchenpatrons
St. Jakob. Wenn Sie einen Zeitungsbericht über die Glockenweihe lesen möchten,
klicken Sie hier...
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
Das unmittelbar angrenzende ehemalige
Schulhaus ist mit der Kirche verbunden. Über einen Durchgang im ersten
Stock gelangt man zur Empore der Kirche, auf der die Armen-Schulschwestern,
die den Lehrbetrieb übernommen hatten, der Messe beiwohnen konnten.
An der südlichen Choraussenseite Grabdenkmäler der Gräfl. Familie von
Hundt aus dem 19. Jh.
Die letzten Renovierungen fanden 1989 und 2011 (Aussenfassade und Turmuhr) statt.
Innenausstattung
Der größte Teil der Innenausstattung stammt aus der Zeit des Rokoko (um 1760).
Der Altarraum besitzt noch das auf Konsolen
ruhende alte Gewölbe, das um 1670 barockisiert wurde.
Der Hochaltar mit seinem prächtigem Aufbau und Aufsatz ist in den Chorschluss hineinkomponiert. Es handelt sich um ein Rokokoretabel aus der Zeit um 1760. Vier schräggestellte Säulen und Pilaster tragen ein verkröpftes und seitlich vorspringendes Gebälk mit Volutengesims und geschweiftem Auszug. Das Antependium ist mit grün marmoriertem Holz verkleidet.
| Das Altargemälde
(Öl auf Leinwand) zeigt den Patron der Kirche, den hl. Jakobus, mit
Pilgerstab, Pilgerflasche und Muschelemblem am Umhang. Er kniet vor einem
angedeuteten Altar, an dem ein aufgeschlagenes Buch lehnt. Über ihm
halten Putten
Lorbeerkranz und Märtyrerpalme bereit. Im Hintergrund sind Kirche und
Schloss Lauterbach im Zustand vor 250 Jahren zu sehen. Auch im prächtigen Altarauszug ist St.Jakob zu sehen, hier als Skulptur. Inmitten eines Strahlenkranzes hält er ein Buch auf dem Schoß und den Pilgerstab in der Hand. Rings um die Figur Putten und Gewölk. Die Jakobusfigur könnte noch spätgotisch sein; die Englein stammen aus der Barockzeit. |
| Hinweise: Jakobus der
Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der ältere Bruder des Jüngers
Johannes. Er zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten
Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten
Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten
in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König
Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde; Jakobus war somit
der erste Märtyrer unter der Aposteln (Ap 12, 1 - 2). Der Legende nach setzten
Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galizien,
im Nordwesten Spaniens strandete. Dort wurde er begraben. 800 Jahre später,
zur beginnenden Reconquista (Rückeroberung des maurischen Spaniens
durch die Christen) entdeckte König Alonso II das Grab wieder und baute
eine Kirche darüber. Bald begann die Wallfahrt und Santiago de Compostela
wurde eines der größten Wallfahrtszentren des Abendlandes. Durch
ganz Europa führten feste Wallfahrtswege dorthin; bis ins 15. Jahrhundert
zog der Ort mehr Pilger an als Rom oder Jerusalem. St.Jakob erhielt seine
Attribute (Pilgerkleidung und Muschel) erst im 13.Jh. Die Pilger erhielten
am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war. Zuvor war Jakobus
meist mit einer Schriftrolle abgebildet. Pilgerflaschen (lat.curcurbita=Kürbis) sind meist birnenförmige Gefäße, die am Rand zum Durchziehen einer Tragekordel Ösen haben. Ursprünglich bestanden sie aus einem ausgehöhlten und getrockneten Flaschenkürbis, später auch aus anderen Materialien. Da die Pilger auf ihrer Wanderschaft zu den großen Wallfahrtsstätten der Christenheit oft menschenleere Gebiete durchquerten, führten sie in der Pilgerflasche immer einen Labetrunk mit sich. Vom Wallfahrtsort wurden dann meist mit geweihtem Wasser gefüllte Pilgerflaschen nach Hause mitgebracht. |
Der Tabernakel aus der Rokokozeit (18.Jh) besitzt einen zweisäuligen Aufbau mit vorgezogenem Gebälk. Er besteht aus Holz, ist gefasst (=bemalt) und teilvergoldet. Die zweiflügelige Messingtüre ist 100 Jahre jünger. Vor ihr steht das Tabernakelkreuz aus der 2.Hälfte des 18.Jh.
Berühmt ist die Kirche von Lauterbach wegen eines Glasgemäldes hinter dem Altar.
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Veit von Egloffstein, der
damalige Mitbesitzer der Hofmark Lauterbach (neben Hans Hundt), hat zwischen
1437 und 1449 das Fenster gestiftet, das heute zu den bedeutendsten in
ganz Oberbayern zählt. Es ist leider durch den Hochaltar verstellt. Dass
es von Veit von Egloffstein stammt, ist an den vier Wappen darauf erkennbar,
unter denen sich seines, das seiner Frau und seiner Eltern, nicht aber
das der Familie Hundt befindet (Die Wappenschilde stellen die Wappen der
Egloffsteiner und Dachauer, sowie der Egloffsteiner und Nussberger dar).
Veit von Eggloffstein heiratete 1437 eine Tochter aus dem Geschlecht der
"Dachauer auf Lauterbach", wodurch ihm ein Teil von Lauterbach
zufiel, den er 1449 an seinen Schwager Hundt verkaufte.
Die Fenstergemälde stellen
dar: |
![]() Vergrößerung der einzelnen Fenster per Mouseklick |
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| Hinweise: Antonius der
Einsiedler (250-356) wurde als Sohn reicher christlicher Eltern geboren;
er verkaufte seinen gesamten Besitz und wurde Einsiedler in radikaler Armut
und zunehmender Abgeschiedenheit. Die Schweine, mit denen er oft dargestellt
wird, stehen für seine berühmten Versuchungen (schöne Frauen, Dämonen).
Antonius wird "Vater des Mönchtums" genannt. Die von ihm geprägte Form des
Mönchtums beruht auf Askese und Zurückgezogenheit, sie steht im Gegensatz
zur (später erlassenen) Regel des Benedikt von Nursia. Antonius soll
105 Jahre alt geworden sein. Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Verehrung der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Maria Magdalena ist aus der Bibel bekannt. Sie wurde Jüngerin Jesu, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Luk. 8, 2). Magdalena sorgte für Jesu Lebensunterhalt (Luk.8,3). Sie war auch bei der Kreuzigung Jesu dabei; ihr erschien Jesus nach seiner Auferstehung (Joh 20,15-17). Ob es sich bei Magdalena auch um die namenlose Sünderin handelt, die Jesus die Füße salbte (Luk 7, 37 - 38), wie die Legenden behaupten, ist ungewiss. Aber meist wird sie mit einer Salbbüchse abgebildet. |
Die Ewig-Licht-Ampel aus der 1 .Hälfte 19. Jh ist im Stil nachklassizistisch. Sie besteht aus versilbertem Messingblech. Die Verzierungen sind getrieben; dies bedeutet, dass das Kunstwerk durch Hämmern von der Rückseite her über einer nachgiebigen Unterlage erstellt wurde.
Der Zelebrationsaltar hat die Form eines einfachen Tisches. Er wurde um 1970 aufgestellt im Zuge der Liturgiereform durch die Beschlüsse des 2.Vatikanische Konzils. Dies bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt.Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. | ||
| An der linken Seite des Altarraums ist der Zugang zur 1680 erbauten Gruftkapelle der Fam. Hundt, der früheren Hofmarksherren von Lauterbach und Sulzemoos. Die Kapelle ist durch ein schmiedeeisernes Gitter aus der 1.Hälfte des 18.Jh mit zwei Türen abgetrennt. Auch die Gruftkapelle ist mit schönem Stuck ausgekleidet, der nach Ansicht von Kunstexperten sogar noch feiner gestaltet sein soll, als im Kirchenraum. |
Zwei Figuren in der Gruftkapelle verdienen besondere Beachtung:
| Links vom Grabstein eine grau
gefasste Skulptur der Anna selbdritt
aus dem 18.Jh. Die Großmutter Anna mit Kopftuch hat ihren Enkel Jesus
auf dem Arm. Vor ihr steht Maria als Jugendliche. Anna und Joachim waren nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts die Eltern der Maria und somit die Großeltern von Jesus. |
Hinweis: Das
Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz
bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender
aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals
ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst
wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias,
wird meistens als reife Frau dargestellt;häufig mit grün-roter
Kleidung, um den Kopf ein Tuch als Zeichen der
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| verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen, so wie hier in Lauterbach. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den sog. anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. Sie beinhalten das Gewesene, das Jetzige und das noch Kommende. In ihnen sind Wandel und Erneuerung angelegt. |
Rechts neben dem Grabstein steht
eine Figur von St.Georg mit dem
Spieß in der Hand, den Fuß auf den getöteten Drachen als
dem Sinnbild für das Böse gesetzt (18.Jh).
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| gevierteilt und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte |
Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen
erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer
Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt
wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens
angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch
kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
| Unter den Epitaphen
in der Gruftkapelle ist der des Dr.
Wiguläus Hundt von Sulzemoos und Lenting (1514-1588) und seiner
Frauen Anastasia von Fraunberg und Ursula von Pienzenau besonders erwähnenswert
(aus Schiefer, 111 x 92 cm). Der Verstorbene war ein berühmter bayerischer
Juraprofessor, Geschichtsschreiber und Kanzler an der Universität Ingolstadt
und brachte es sogar zum Hofratspräsidenten und Hauptberater in der bayerischen
Politik unter Herzog Albrecht V. Er war es, der 1575 während seiner Reisen als Geschichtsschreiber auf der Burg Prunn im Altmühltal einen Teil der Nibelungen-Handschrift fand. Wiguläus starb 1588 und wurde in der Franziskanerkirche in München (an der Stelle des heutigen Nationaltheaters) begraben. Als diese nach der Säkularisation (um 1803) abgerissen wurde, brachte man den Grabstein nach Lauterbach. |
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(Ost) |
(Südost)
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(Nord) |
Epitaphe im
Kirchenschiff
| Neben dem rechten Seitenaltar
ist im Kirchenschiff ein 264 x 133 cm großes Epitaph für den
1566 verstorbenen Freiherrn Jörg
von Hundt eingemauert. Das Grabmal in Lauterbach zeigt einen Ritter
im Harnisch, der wohl den Verstorbenen
darstellen soll. Die Linke umgreift den Schwertgriff, mit der Rechten stemmt
er einen Streithammer gegen die Hüfte.
Um wen es sich handelt, gibt der darüber eingravierte Text kund: "Anno Domini 1566 an Sant Johans des tauffers tag (=24.Juni) starb der Edl und urst.Jorg Hundt zu Lauterbach und Falckenstain dem Gott genad". In den Bogenzwickeln die Wappen der Hundt und der Adlzhofer, unten die Wappen der Spiegl und Trauner. |
An der Nordwand befindet sich der zum Teil vom linken Seitenaltar verdeckte Grabstein des Englmair Hundt zu Lauterbach aus rotem Marmor. Auf ihm ist der im Jahr 1520 Verstorbene in einem flachen Relief (ganzfigurig, nach links gewandt) dargestellt. Er ist von einem Maximiliansharnisch geschützt, die linke Hand hat er am Schwertgriff, die rechte Hand umfasst die Lanze. Zu seinen Füßen liegen links das Hundt'sche, rechts das Adlzhof'sche Wappen. In den Ecken des Schriftrandes noch weitere Wappen, darunter das Trauner'sche Wappen. (Maße: 216 x 107).
Die Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals rettet.
Das Langhaus ist von einem Tonnengewölbe mit Stichkappen überdeckt. Es ruht auf kannelierten korinthischen Pilastern, die aber teilweise abgeschlagen wurden.
| Decke und Stichkappen sind mit feiner, zarter Stuckarbeit der "Miesbacher Art" überzogen. Auf den Gurtbögen Herzlaubverzierungen, in den Umrahmungen der Füllungen Draperien, Festons und Pflanzenmotive. |
Der Stuck wurde
1680 von der Stuckatorenfamilie Zwerger geschaffen. |
Die Seitenaltäre gleichen in Form und Farbe dem Hochaltar. Sie stehen sehr schräg, um in der relativ engen Kirche den Blick der Gläubigen zum Hochaltar nicht zu verstellen. Es handelt sich um zweisäulige Rokokoretabel aus der Zeit um 1760. Die Antependien haben eine geschweifte Form und sind grün-rot marmoriert. In den Predellen stehen Scheintabernakel.
Linker Seitenaltar| Der linke Seitenaltar ist
der Heiligen Familie
geweiht. Auf dem Altarblatt ist der Knabe Jesus mit seinen Eltern zu Hause dargestellt. Das Ölgemälde (auf Leinwand) wurde von Max Fürst im Jahre 1869 (sign) im Nazarenerstil geschaffen. |
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Links der hl. Johannes
der Täufer, mit Kreuzstab und einem Buch mit Lamm. Der
Heilige (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort
auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes
und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das
Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes
den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst
häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei"
am Kreuzstab abgebildet. Rechts der Apostel Johannes, der sog. Lieblingsjünger Jesu, der mit einem Kelch dargestellt wird, aus dem sich eine Schlange windet. Der Apostel Johannes, der unter dem Kreuz stand, war der Bruder des Jakobus' des Älteren und von Beruf Fischer. Er war erst Anhänger Johannes' des Täufers und wurde dann Jesu "Lieblingsjünger" (Joh 19, 26). Der Giftanschlag, auf den der Kelch mit Schlange hinweist, war allerdings auf Johannes den Evangelisten verübt worden. Das Gift sei in Form einer Schlange aus dem Kelch gekrochen, heißt es in der Legende. |
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Im geschweiften Altaraufsatz Vasenaufsätze und drei Engelsköpfe vor Gewölk. Dazu aus vergoldetem Holz ein Zepter und eine Lilie, gekreuzt vor einem Strahlenkranz.
| Der rechte Seitenaltar ist der Marienaltar. Mittelpunkt ist ein großes Madonnengemälde im vergoldeten Barockrahmen. Die von sieben Engelsköpfen umgebene Muttergottes ist in einen blauen Mantel gekleidet; sie trägt ihr Haar hüftlang. Auf dem Arm hält sie über einer Windel das Jesuskind, das sich an die Brust Mariens schmiegt. Das Gemälde wurde zur gleichen Zeit (vom selben Maler ?) wie das Altarblatt des linken Seitenaltars geschaffen (Öl auf Leinwand). | |
| Assistenzfiguren aus der Zeit
um 1760 sind rechts der hl.
Johannes Nepomuk im Strahlenkranz mit seinem Attribut, einem Kruzifix.
Auf der linken Seite steht Franz Xaver im priesterlichen Gewand. |
Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich beim König wegen seines . energischen Auftretens für die Rechte der Kirche beim König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei |
| gewesen, dass Johannes, der Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen offenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem wichtigen Brückenheiligen. |
In der Weihnachtszeit ist vor dem Seitenaltar eine Krippe aufgebaut. Wenn Sie sich für Krippen in den Kirchen des Landkreises Dachau interessieren, klicken Sie hier.. |
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Heiligenfiguren im Kirchenschiff
Im Langhaus stehen zwei Heiligenfiguren aus der
Landsberger Luidl-Werkstatt. Figuren der Schnitzerfamilie Luidl aus Landsberg
u.Mering stehen auch in den Kirchen von Dachau/St.Jakob, Egenburg, Feldgeding,
Sittenbach, Rudelzhofen und Prittlbach.
Die Figuren lagerten
lange Zeit auf dem Dachboden der Kirche, wurden 1935 dort wieder entdeckt und
restauriert.
| Auf der linken Seite
Franz von Assisi,mit einem
Kruzifix im Arm. Der Korpus am Kreuz ist quer zum Kreuz befestigt. Dem Heiligen
war die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen. Rechts St.Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm und der Lilie der Keuschheit in der Hand. Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. |
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| Unter der Empore ist einer der ältesten Opferstöcke des Landkreises aus dem Jahr 1691 zu sehen. Die Jahreszahl steht ganz unten auf dem schön gestalteten hölzernen Sockel. Der Opferstock ist 72 cm hoch. | In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
Kreuzwegbilder
und Apostelleuchter
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An den Wänden des Kirchenschiffs
hängen die vierzehn Kreuzwegbilder
aus der 2.Hälfte des 19.Jh. Sie sind 57 x 43 cm groß und wurden
mit Ölfarbe auf Leinwanduntergrund gemalt. |
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| Die Kirchenbänke
(je 15 Reihen beidseits des Mittelganges) haben kunstvoll geschnitzte Wangen
im klassizistischen Stil (um 1800). Weitere drei Reihen stehen in der Grufkapelle. |
Mehr über Kirchenbänke in den anderen Kirchen des Landkreises finden sie hier... |
Der Aufgang zu der auf zwei schmale Säulen ruhenden Empore liegt außerhalb des Kirchenraums.
| Die Orgel mit dem schönen fünfteiligen Prospekt im erweiterten Rokokogehäuse wurde im Jahr 1913 von Willibald Siemann, Mch als einmanualiges Werk mit 5 Registern errichtet. Das Gehäuse ist mit zwei Engeln geschmückt. Nach dem Orgelkenner Georg Brenninger ist hier in Lauterbach um 1770 eine neue Orgel aufgestellt worden. Sie muss 1829 reparaturbedürftig gewesen sein, weil Karl Frosch aus München damals einen Kostenvoranschlag für eine Reparatur einreichte. Eine weitere Reparatur war 1911 notwendig. Diese führte Willibald Siemann aus München durch, erweiterte das Gehäuse durch zwei Seitenfelder und baute ein neues Werk ein. Vom Prospekt vor der Zeit von 1911 existiert im Pfarrhof noch ein Foto. | |||
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Disposition
der Orgel von 1913(nach Brenninger -Stand 1975-): |
| Die Empore wird durch schöne Rundfenster, in der Kunst auch Ochsenauge oder "oeil de boeuf" genannt, erhellt. | Am Emporenaufgang ein Epitaph für Johann Zachel, aus dem Jahr 1861. |
| Interessant ist ein altes Schloss
an der Türe, die von der Sakristei in die Gruftkapelle führt.
Es besteht aus Eichenholz. An der Türe befindet sich neben alten Beschlägen
auch ein schmiedeeisernes, teils ziseliertes Schloss.
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Nicht vergessen werden sollte der Kreuzweg unter der 300 Jahre alten einreihigen Eichenallee im Norden der Kirche, der als einer der schönsten im Dachauer Land gilt. Er wurde schon in der 2.Hälfte des 19.Jh aufgestellt. |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger,
Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer,
Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Josef Scheidl, Die
Bevölkerungsentwicklung des Landgerichts Dachau im Laufe früherer
Jahrhunderte, 1925 (Höfe 1649)
Amperbote vom 31.1.1906 (Kirchturmbau), vom 22.2.1935 (Figuren Franziskus/Josef)
Dachauer Anzeiger vom 22.12.1949 (Glocken)
Werner Widmann, von München zur Donau, 1966
Dr.Peter Dorner, Renaissancebild einer Landschaft, Amperland 1968 (Apian 1568)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Georg Brenninger, Zur kirchlichen Kunsttätigkeit des 18.Jh im Freisinger
Raum, Amperland 1983/3
Alois Angerpointner, Orts-und Vereinschronik Lauterbach/Palsweis, 1984
Wilhelm Neu, Volker Liedke, Otto Braasch, Denkmäler in Bayern,Oberbayern,
1986 (Bauzeit Kreuzweg)
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer
Landes, 1991
Susanne Fischer, Glasgemälde des späten Mittelalters, Amperland 1991/1
MariaThanbichler in der Schriftenreihe,"Die Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen"
Robert Böck in Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2, Geschichte und
Kultur, 2000
Herr Hartmann, Lauterbach, 2003
Dachauer Nachrichten vom 30.9.2011 (Renovierung)
44 Bilder: Hans Schertl (2002, 2003)
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22.3.2012
Glockenweihe
in Lauterbach
Dachauer Anzeiger vom 22.12.1949
Am vergangenen Freitag kamen die beiden neuen Glocken für die Filialkirche Lauterbach aus Erding an. Am letzten Sonntag wurden, sie in feierlichem Zug zur Weihestätte gebracht. Trotz des kalten und unfreundlichen Wetters fand sich schon frühzeitig eine große Menge Leute im Hofe des Reindlbauern ein, wo die Glocken untergestellt waren. Die Spitze des festlichen Zuges bildete eine Reiterabordnung. Ihr folgte die Schuljugend unter Führung ihrer Lehrkräfte. Daran schlossen sich die weibliche Jugend, die Feuerwehr und der Burschen- und Veteranenverein mit ihren Fahnen an. Auf einem geschmückten Wagen kam nun die Musikkapelle Hartmann. Den Abschluss bildete der mit Girlanden und Schleifen gezierte vierspännige Glockenwagen, gefolgt von der Geistlichkeit. Auf dem freien Platz vor dem Friedhof erfolgte dann die Glockenweihe durch H. H. Pfarrer Straßmeier, assistiert von H. H. Pfarrer Singer. Die weitere Feierlichkeit, die wegen der ungünstigen Witterung in der Kirche fortgesetzt wurde, leitete dort der Kirchenchor mit dem Laudate v. Ett ein. Anschließend trugen vier weißgekleidete Mädchen vom Presbyterium aus Gedichte vor, worauf Herr Pfarrer Straßmaier die Festpredigt hielt. Das darauf folgende Tedeum bildete den Abschluss. Zur Christmette werden die beiden Glocken, von denen die größere mit 10 Zentnern den Namen Christus König, die kleinere 6 Zentner schwer, den Namen, des Kirchenpatrons St. Jakob trägt, das erste Mal geläutet werden.
Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen (http://home.arcor.de/hubert1112.eberl/zeitung/index.htm)