zur
Landkreiskarte
ausführl.Beschreibung Kirchen
i.d.Marktgem. Altomünster
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Pfarrkirche St. Bartholomäus in WOLLOMOOS
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Die Ortschaft Wollomoos wurde
urkundlich erstmals um das Jahr 1030, die Pfarrei 1315 in
der Konradinischen
Matrikel als "Wellenmos" erwähnt. Archäologische
Funde belegen eine Besiedelung aber schon für die vor- und frühgeschichtliche
Zeit. So wurde hier der "Römerstein", das herausragendste Zeugnis
der Römerzeit im gesamten Landkreis Dachau gefunden.
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Patronatsherr der Kirche in Wollomoos war über viele Jahrhunderte das nahe Benediktinerinnen-Kloster Kühbach. Es bestellte den Pfarrer, sorgte für dessen Unterhalt und trug die Kosten für die Kirche. Dafür bezog es einen Teil der Abgaben für die Fluren; den anderen Teil erhielt der jeweilige Pfarrer. Seit 1956 wird Wollomoos von Sielenbach aus vikariert (seelsorgerisch betreut).
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Innenausstattung Fast
die gesamte Inneneinrichtung wurde 1895 von Thomas Buscher im Geschmack
des Neubarock erneuert. Der Choraltar mit dem großen Tabernakel ist dem Kirchenpatron St.Bartholomäus geweiht. Seine Figur (mit Messer in der Hand) ist im Aufsatz zu sehen. Assistenzfiguren sind St.Florian mit Wasserschaff und Fahne sowie St.Leonhard mit Abtsstab. Die Seitenaltäre (ebenfalls von Thomas Buscher) sind der Muttergottes (mit Jesuskind) und dem hl.Josef (mit großem Beil) gewidmet. Dort stehen auch Figuren der Heiligen Elisabeth (mit Rosen im Schurz), Notburga (mit Sichel in der Hand), Sebastian (am Marterbaum) und Franz Xaver (mit Lilie). |
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Die kleine Orgel mit dem ungewöhnlichen Prospekt stammt aus dem Jahr 1919 (Erbauer Siemann).
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Die Ortschaft Wollomoos wurde urkundlich erstmals um das Jahr 1020 als "Wollenmos" erwähnt, als die Kühbacher Gräfin Hiltegart Güter und Leibeigene in Wollomoos an ihren Schwiegersohn Udalschalk von Elsendorf übergab, mit dem Auftrag, den Besitz an das neu gegründete Kloster St.Magnus in Kühbach weiterzureichen. Archäologische Funde belegen eine Besiedelung aber schon für die vor- und frühgeschichtliche Zeit. So wurde in der Pfarrkirche St. Bartholomäus 1905 der "Römerstein" gefunden. Er war Teil eines spätrömischen Grabmals. Der Römerstein befindet sich heute in der Filialkirche Pfaffenhofen. Wollomoos war im Laufe der Jahrhunderte sehr stark von der geistlichen Grundherrnschaft geprägt. Drei Viertel aller Anwesen im Ort gehörten früher den Klöstern Kühbach, Altomünster und Indersdorf.
Wann die erste Kirche in Wollomoos erbaut wurde, ist nicht bekannt. Die noch vorhandenen romanischen Teile in der heutigen Kirche belegen jedenfalls, dass im 13. oder 14.Jh. eine neue Kirche aus Stein errichtet wurde. Doch diese romanische Kirche dürfte damals sehr klein gewesen sein; man schätzt sie auf 55 Quadratmeter.
Matrikel von 1315
Die Pfarrei Wollomoos wurde erstmals in der Konradinischen
Matrikel (Matrikel=Verzeichnis) von 1315 als "Wellenmos"
im Dekanat "Altenmünster" erwähnt. Sie gehörte schon
damals zum Bistum Freising. Die Pfarrer sind seit 1461, als ein "her hans
Dechant zu Wollenmöß" als Zeuge in Indersdorf auftritt, namentlich
belegt.
Eine neue Kirche wurde in gotischer Zeit, Mitte
des 15. Jh gebaut. Damals erhielt sie einen neuen Altarraum und einen
Turm mit Satteldach auf der Südostseite. Das alte Kirchenschiff wurde übernommen,
aber um mehr als drei Meter nach Westen verlängert. Aus dieser Zeit sind noch
Fragmente spätgotischer Malerei auf dem Orgelchor (sowie Spuren einer Renaissance-Bemalung
im Bereich der Apostelleuchter) erhalten.
Matrikel von 1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 wird die Pfarrei unter dem Namen "Wolmosen"
im Dekanat Ilmmünster aufgeführt. Darin wird auch erstmals das Patronat
des hl.Bartholomäus genannt. Das Präsentationsrecht (Vorschlagsrecht
für die Besetzung einer Pfarrerstelle)
lag beim Kloster in Kühbach. Pfarrer
war Anton Hornl, der in einem schönen Pfarrhof wohnte; das Haus zeige keinerlei
Schäden, heißt es. Der Pfarrer hatte 1524 nur rd. 50 Communicantes,
d.s. erwachsene Gläubige, seelsorgerisch zu betreuen, d.h., Wollomoos war
auch für damalige Verhältnisse eine sehr kleine Pfarrei.
Visitationsbericht 1560
35 Jahre später, im Jahr 1560, wurde in Wollomoos eine Visitation durchgeführt.
Nach dem Bericht war Magnus Schmuel Pfarrer in dieser Pfarrei. Er hatte Theologie
in Ingolstadt studiert und seine Primiz in Kühbach gefeiert. Dort war er auch
Beichtvater der Benediktinerinnen. Diese verliehen ihm die Pfarrei Wollomoos.
Das theologische Wissen des Pfarrers war nicht groß: Er kannte nicht den
Katechismus, der gerade überall eingeführt wurde. Auf gezielte Fragen zeigte
er auch Unkenntnis beim Firmsakrament, bei der Eucharistie und beim Bußsakrament.
Die Zahl der Communicantes, der Gläubigen, war auf 110 angewachsen. Das
wäre eine Verdoppelung der Gläubigenzahl innerhalb von 35 Jahren.
Dies erscheint auch unter dem Hinweis auf besonders starkes Bevölkerungswachstum
im 16.Jh. kaum glaublich. Vielleicht umfasst der Begriff Communicantes beim
Visitator einen anderen Personenkreis. Die finanzielle Lage der Pfarrei war
nicht gut. Sie hatte im Jahr nur zwei Gulden und einen Schilling Einkünfte,
sodass etwa bei der Beleuchtung mit Kerzen gespart werden musste. Das Pfarrhaus
wurde als baufällig bezeichnet. Der dazugehörende landwirtschaftliche
Betrieb war nur 6 Hektar groß.
Ein pfarramtlicher Bericht "Verzaichnus des Pfärrleins Wolmosenaus" dem Jahr 1619 besagt, dass das Kloster Kühbach das alleinige Patronats- und Präsentationsrecht über die Pfarrei hat:
| "Das lechen (=Lehen) und auch das Jus nominandi et präsentandi (=Ernennungsrecht)" gehört ohne allen Stritt und abwechslung der Erwürdigen in Gott Frauen Äbtissin und dero Ehrw. Convent S.Magni Confessoris in Chiebach... Seind auch weder Saalbiecher noch andere briefliche Urkhundten vorhanden, darauß leichtlich zu schließen, weil nit allein das khirchen lehen sondern auch das gantze pfärrlein dem würdigen Gottshaus Chiebach mit gilten und anderen jurisdictionibus zugehörtt, alles daselbsten zu finden sein wirdt". |
Die sog. "Kanzley-Manual-Matrikel des Bisthums Freysing aus dem XVII.Jahrhunderte" enthält die gleiche Aussage: "Wolmosen est de praesentatione Abbatissae in Khiebach. Ejusdem patronus s.Bartholomaeus. Solvit in absenti 70 fl." d.h. das Absenzgeld, das der offizielle Pfarrherr dem die Seelsorge wahrnehmenden Pfarrvikar zahlen musste, betrug 70 Gulden. Das war ein hoher Betrag.
Dreißigjähriger Krieg
Die Lage an der wichtigen Straße zwischen Dachau und Aichach hat Wollomoos
wirtschaftliche Vorteile, aber auch große Nachteile gebracht. Es musste
viele Truppendurchzüge, Einquartierungen von Soldaten, Nahrungsmittellieferungen
an die Heere, Plünderungen und Brandschatzungen ertragen. So hat Wollomoos
auch im 30-jährigen Krieg schwer gelitten. Schon beim ersten Schwedeneinfall
im Jahr 1632 brannten viele Anwesen ab. Es wurden so viele Bewohner umgebracht,
dass der Grundherr, das Kloster Kühbach, neue Bauern aus dem Chiemgau anwerben
musste. Neben den Gräueln der Soldateska war auch die eingeschleppte Pest
für den Tod vieler Menschen verantwortlich. Kurz bevor die Schweden 1632
nach Altomünster weiterzogen, wurde die Kirche total geplündert und
teilweise zerstört.
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Umbau 1694 |
Matrikel von 1738/40
Der Freisinger Kanonikus Schmidt
hat in den Jahren 1738-40 eine nach ihm benannte Matrikel (= Verzeichnis) erstellt.
Darin ist auch eine kurze Beschreibung der Pfarrei "s.Bartholomaei in Wollenmos"
enthalten. Das Präsentationsrecht lag
noch immer beim Benediktinerinnenkloster in Kühbach (dies blieb so bis
zur Säkularisation 1803). Weder 1315 noch 1524 oder 1740 hatte die
Pfarrkirche eine Filiale; St.Laurentius in Pfaffenhofen kam erst 1866 dazu.
Der Pfarrer sei seit 30 Jahren, also seit 1708, der geistliche Herr Johannes
Trämer; er wohne in einem ansehnlichen Pfarrhof (den er kurz vorher
neu gebaut hatte). Die Zahl der Gläubigen war auf 145 Communicantes
angewachsen. Das war im Hinblick auf die hohen menschlichen Verluste durch Kriegshandlungen
und Pest ein hoher Zuwachs innerhalb der letzten 200 Jahre. Zur Pfarrkirche
bemerkte Schmidt, sie sei ein durchschnittlicher Bau. Ihre drei Altäre
seien dem hl.Bartholomäus, der Muttergottes sowie dem hl. Antonius von
Padua geweiht. Das Kirchweihfest falle
auf den Sonntag nach dem Fest des hl. Gallus (16.Okt). In der Sakristei würden
schöne Messgewänder aufbewahrt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.
Im Friedhof stehe ein Beinhaus. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer
und der Landpfleger von Aichach.
Turmbau 1792
Der Turm schien in der zweiten Hälfte des 18.Jh. ziemlich baufällig
geworden zu sein. Jedenfall ist dies einer Eingabe des Pfarrers Andre ab Egg
vom Jahre 1758 zu entnehmen. Darin ist "von dem schlechten ruinosen Gebau(de)
besonders des gloggen thurns" die Rede. Im
Jahr 1792 legte man (unter Pfarrer Andreas Mörtl 1783-1799) endlich
den alten Kirchturm im Süden des Chores nieder und errichtete einen neuen
Turm im Nordosten.
1831 hat man eine neue Glocke in
Auftrag gegeben und 1871/72 eine Turmuhr angeschafft.
1810 wurde die Filialkirche Pfaffenhofen von der Pfarrei Sielenbach getrennt
und der Pfarrei Wollomoos zugeteilt. Doch nach 150 Jahren kam Pfaffenhofen mit
Wollomoos zumindest seelsorgerisch wieder nach Sielenbach zurück.
1956, nach dem Tod des letzten Wollomooser Pfarrers Joseph Neureuther
(1917-1956), der sich große Verdienste um die Heimatforschung erwarb,
wird die Pfarrei von Sielenbach aus seelsorgerisch betreut. .
Beschreibung 1884
Kirche und Pfarrei Wollomoos sind auch in der "Statistischen Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1884 unter der Bezeichnung
"Wollmoosen" enthalten, die Anton Mayer u.Georg Westermayer als Buch
veröffentlicht haben:
Geographie: " Pfarrsitz an der Straße von Aichach nach Dachau,
am Ursprunge des Flüßchens Weilach, einsam und tiefgelegen. Die Pfarrei
hat 299 Seelen in 51 Häusern. Davon wohnen nur 154 Gläubige (in 30
Häusern) in der Ortschaft Wollomoos selbst, die Übrigen in Pfaffenhofen
81 (13) -das erst 1866 von der Pfarrei Sielenbach nach Wollomoos kam- sowie
in Rudersberg 45 (5) und Xyger 11 (2). Der Umfang der Pfarrei beträgt 8
km. Die Wege sind gut." Wollomoos gehört noch immer zu den kleinsten
Pfarreien im Dachauer Land. In dem 1876 erbauten Schulhaus unterrichtete 1 Lehrer
40 Werktags- und 19 Feiertagsschüler.
Pfarrei: "Das Präsentationsrecht
für neue Pfarrer in Wollomoos liegt bei Seiner Majestät dem König.
Die Kirchenrechnung weist bei 1589 Mark Einnahmen und 86 Mark Lasten einen jährlichen
Reinertrag von 1502 Mark aus. Das Widum (=der Pfarrbauernhof) umfasst
Grundstücke von 48 Tagwerk (= 16 ha) Fläche der Bonität 8. Das
Pfarrhaus, um 1715 vom Pfarrer Johannes Tramer erbaut, ist etwas beschränkt,
minder passend und unten feucht. Dagegen sind die zu Ende des vorigen Jahrhunderts
(=ca. 1790) errichtete Ökonomiegebäude geräumig und passend.
Die Matrikelbücher beginnen 1661".
Pfarrkirche: "Erbauungsjahr unbekannt; restaurirt 1880. Ohne ausgeprägten
Styl. Die Geräumigkeit ist zureichend. Baupflicht hat die Kirchenstiftung.
Kuppelthurm, 1792 erbaut, mit 2 Glocken, gegossen 1830 und 1832 in Augsburg.
3 Altäre. Orgel mit 6 Registern. Cemeterium (=Friedhof) bei der
Pfarrkirche ohne Kapelle. Bittgänge am Pfingstdienstag nach Inchenhofen,
am 2.Juli nach Maria Birnbaum. Stiftungen: 6 Jahrtage, 30 Jahrmessen und 52
Quatembermessen (Quatembertage
sind Mi, Frei, Sa nach: 1.Fastensonntag,
Pfingsten, 3.Septembersonntag und 3.Adventssonntag).
Meßner und Cantor ist der Lehrer. Kirchenvermögen: 29.100 Mark".
Verlängerung
der Kirche 1895
Im Jahr 1895 musste die Kirche (unter Pfarrer Otto Bader) vergrößert
werden, um der gestiegenen Zahl der Gläubigen Rechnung zu tragen. Weil
man das Kirchenschiff wegen der vorbeiführenden Straße nicht weiter
verlängern konnte, brach man den spätgotischen Chor ab und baute einen
neuen, tieferen Altarraum. Dabei wurden auch viele Einrichtungsgegenstände
im neugotischen Stil angeschafft.
Renovierungen fanden Ende des 19.Jh, 1938
und 1977/78 statt.
Beschreibung
des Kirchenbaus
Die Kirche liegt im Dorf inmitten eines ummauerten
Friedhofs. Es handelt sich um eine Saalkirche, deren Decke ohne tragende Zwischensäulen
den gesamten Raum überwölbt. Die dem hl Apostel Bartholomäus (Festtag 24.
August) geweihte Pfarrkirche besitzt noch romanische Mauerreste in den Langhausseiten.
Das Aussehen der heutigen Kirche ist sehr stark durch die Umbauten im Jahr 1895
geprägt, als man einen neuen, tiefen Altarraum errichtete. Dieser Chor
besitzt nun eine Länge von 10,50 Metern bei einer Breite von 4,75 Metern.
Er ist stark eingezogen und schließt halbrund.
Das Langhaus, das Kirchenschiff, besitzt drei Achsen. Es enthält
noch romanische Mauerreste. Auf dem mit Biber gedecktem Dach sind -ungewöhnlich
für Kirchen- zwei Dachgauben angebracht.
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Beeindruckend sind die barocken Giebel,
die schon 1694 dem Kirchenschiff und dem Vorhaus auf der Westseite vorgesetzt
worden waren. An der Giebelmauer steht in einer Nische die Muschelkalkfigur
des hl.Bartholomäus
mit seinen Attributen, dem Messer (=Todesart) und einer Bibel in der Hand
(=Verkünder des Evangeliums). |
| Auch das Vorhaus über dem Portal an der Westseite erhielt 1694 einen barocken Giebel. Im abgerundeten Giebelaufsatz befindet sich die Steinfigur eines Engels mit Spruchband. Darauf der Text " Soli Deo Gloria" (Allein Gott sei Ehre). | Das darunter liegende Rundbogenfenster ist mit einem Glasgemälde aus der Zeit um 1880/90 verziert. Es zeigt Menschen als Armen Seelen im Fegefeuer. Sie schauen flehentlich auf den Kelch im Strahlenkranz (als Zeichen für Christus), der auf Wolken am Himmel erscheint und Gnadenstrahlen auf die Leidenden herabsendet. |
Innenausstattung
Bis auf die altbarocken Kirchenstühle wurde 1895 die gesamte Inneneinrichtung im Geschmack des Neubarock erneuert und die Kirche neu ausgemalt. Professor Thomas Buscher (1860-1937) schuf die figürliche Ausstattung. Der Künstler war ein bedeutender Bildhauer und Holzschnitzer des Historismus (mehr über Thomas Buscher...).
Der um eine Stufe gegenüber dem Kirchenschiff erhöhte Altarraum ist über 10 Meter lang. Er ist stark eingezogen und schließt halbrund. Überdeckt wird er von einem niedrigem Tonnengewölbe mit Stichkappen und kannelierten Pilaster als Wandgliederung. Der Stuck bildet Fruchtgehänge, Stoffdraperien, Cheruben und Blatt-Stableisten mit Akanthusmotiven; stilistisch entspricht er der Zeit um 1670/80, kann aber frühestens beim Neubau des Chores um 1895 entstanden sein.
| Das Deckengemälde
im Altarraum stellt die biblische Szene vom Besuch Jesu bei den
Schwestern Maria und Martha dar (Lk 10, 38-42). Martha kümmert sich
um das Wohlergehen von Jesus, Maria hört ihm zu. Jesus schätzt
das Zuhören von Maria höher ein, als die Fürsorge von Martha.
Als Maler könnten die Münchner Maler C.Lessing und Anton Ranzinger in Frage kommen. Diese Künstler waren auch in den Pfarrkirchen von Petershausen und Sulzemoos tätig. |
| Mittelpunkt des Altars ist der Tabernakel (1895). Er ist mit sechs Säulchen und aufwändiger Architektur gestaltet. Die Türen und Nischen sind vergoldet. Auf dem Tabernakel liegt das Buch mit den sieben Siegeln. Darauf ruht ein Lamm. Diese Darstellung greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. | Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird. |
Der hohe Altaraufsatz wird umgeben
von vier kannelierten Säulchen, die einen Sprenggiebel
tragen. Im der großen Nische steht eine gotische Figur des Kirchenpatrons
St. Bartholomäus mit Messer
und Bibel in der Hand (Anfang 16.Jh.)
| Hinweis: Bartholomäus war ein Apostel und zog nach dem Tod Jesu als Missionar durch Armenien, Indien und Mesopotamien. Er wirkte zahlreiche Wunder und heilte Kranke. Unter ihnen war auch die Tochter des armenischen Königs, wodurch dieser und seine Familie für das Christentum gewonnen werden konnten. Der Bruder des Königs jedoch hetzte die Priester des alten Glaubens gegen Bartholomäus auf, ließ ihn gefangen nehmen und foltern und schließlich zu einer besonders grausamen Todesart verurteilen: zuerst wurde ihm die Haut abgezogen, danach wurde er gekreuzigt. Deshalb wird er oft mit einem Messer dargestellt, daneben auch noch mit einem Buch (Bibel = Verkünder des Evangeliums). |
Assistenzfiguren am Hochaltar
sind der hl.Leonhard und der
hl. Florian. Sie wurden um 1729
(andere Quelle: um 1740) geschnitzt und stehen unter Muschelkalotten.
Leonhard ist im Mönchsornat
mit Abtsstab abgebildet. Die sonst üblichen Attribute, die Viehketten,
fehlen hier.
| Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. |
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Hinweis:
St.Florian war
um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen
Heeres. Er war in St.Pölten in Oberösterreich stationiert. Nachdem
der Christ geworden war, trat er aus der Armee aus. Wegen seines Glaubens
wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um
den Hals in die Enns geworfen. Florian ist der erste österreichische
Märtyrer und Heilige. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus
durch sein Gebet gerettet haben; aber erst im 15. Jh setzte sich diese
Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung als Schutzpatron vor
Feuersgefahr begründet.
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Figuren an den Seitenwänden des Altarraums
An den Chorseitenwänden stehen zwei polychrom (mehrfarbig) gefasst Heiligenfiguren aus der 2.Hälfte des 16.Jh.
Links die Figur des hl.
Wolfgang im Bischofsornat, in der Hand ein Kirchenmodell.
| Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. Er versuchte besonders, die Bildung und das geistliche Lebens des Klerus und der Orden zu fördern. |
| Hinweis:
Pantaleon (*305)
war Leibarzt des römischen Kaisers. Wegen seines Glaubens wurde er gegeißelt,
gebrannt und dem Hungertod preisgegeben und schließlich -an einen Ölbaum
gebunden und die Hände auf den Kopf genagelt- mit einem Schwertschlag in
zwei Hälften geteilt. Seit dem Mittelalter ist er einer der 14 Nothelfer
und als solcher Patron der Ärzte und Helfer gegen Kopfweh. |
Vom Chorbogen hängt die Ewig-Licht-Ampel aus der Zeit um 1900. Die 54 cm hohe Ampel besteht aus getriebenem und gegossenem Messing und ist versilbert. Besonders kunstvoll sind die Kettenbefestigungen; der übrige Schmuck ist spärlich.
| Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. |
| Am Chorbogen steht der elegante
Taufstein aus Rotmarmor auf
hohem Fuß. Das runde Taufbecken ist mit muschelförmigen Verzierungen versehen und mit einem neuen Kupferdeckel bedeckt. |
Das Kirchenschiff ist mit einer Flachdecke über umlaufendem Gesims überzogen.
Die Langhausdecke ist mit einem
großen Gemälde und 4 kleineren runden Gemälden in Stuckrahmen
verziert.
| Das Hauptgemälde zeigt das Martyrium des hl. Bartholomäus. Der Heilige wird von Knechten auf den Richtblock gezerrt, während sich der Henker nach dem Messer bückt, mit dem er Bartholomäus erstechen wird. Im Hintergrund sind Gebäude des alten Roms zu sehen. (Maler C. Lessing /Ranzinger ?). |
Die vier kleineren Rundgemälde sind jünger als das Hauptgemälde und dürften erst in der 2.Hälfte des 20.Jh entstanden sein. Sie zeigen die vier Evangelisten (Matthäus mit einem geflügelten Menschen, Markus mit dem geflügelten Löwen, Lukas mit dem geflügelten Stier und Johannes mit dem Adler) zu sehen. |
| Hinweis: Die vier Evangelisten-Symbole
geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier
und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten
sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier),
Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache
hielten. Im Alten Testament werden sie
in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung
des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes
Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem
thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst
seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus
und Hippolyt um das Jahr 200). Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: - Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. - Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont. - Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet. - Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". |
Auch die 180 cm breiten und 370 cm hohen Seitenaltäre stammen wie der Hochaltar aus der Zeit um 1895. Sie sind braun gefasst und mit vergoldetem Schnitzdekor verziert. Der Aufbau besteht aus zwei kannelierten Säulen mit Kompositkapitellen . Seitlich sind Figurenpostamente angebaut. Auf dem verkröpften Gebälk sitzt ein Auszug mit Dreiecksgiebel. Auch die Figuren an den Seitenaltären dürften 1895-1900 in der Werkstatt des Künstlers Thomas Buscher entstanden sein.
| Der linke Seitenaltar ist ein Muttergottesaltar. Mittelpunkt ist eine Marienfigur mit dem Jesuskind aus der Zeit um 1880/90. Das Kind steht auf dem Schoß der Mutter und erhebt seine rechte Hand segnend. | Die Muttergottes ist als relativ alte Frau dargestellt. Daneben stehen die Figuren der hl. Notburga mit der Sichel in der Hand und einer Getreidegarbe im Arm sowie der hl. Elisabeth mit Rosen im Schurz. | ||||
| Hinweis: Die in Bayern ungemein beliebte Notburga war eine Bauernsmagd aus Tirol, die der Aufforderung des Bauern, auch nach dem Gebetläuten noch auf dem Feld zu arbeiten, nicht nachkam und die Sichel in die Luft hängte. Sie ist eine der wenigen Heiligen, die aus ganz einfachen Verhältnissen kam und kein geistliches Amt innehatte. Die hl. Elisabeth von Thüringen speiste gegen den Willen ihres Mannes die Armen vor den Toren der Wartburg. Als er sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt wurden. |
| Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Josef geweiht. Seine Figur steht in der Mittelnische; in den gefalteten Händen hält er ein großes Zimmermannsbeil. Am Holzblock, in dem das Beil steckt, ist die Signatur des Künstlers "TB 1900" aufgebracht. | Links von Josef ist der hl. Sebastian (am Marterpfahl, von Pfeilen durchbohrt), rechts ein junger St.Franz Xaver (?) mit Kreuz und Lilie zu sehen. Alle Figuren stammen wie der Altar aus der Zeit um 1895/1900. | |||
| Hinweis: Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. |
| Die Kirchenbänke (13 Reihen nördlich und 15 Reihen südlich) aus neuerer Zeit haben schöne Stuhlwangen, die noch aus der Zeit von 1700 stammen. Sie wurden aus Eichenholz geschnitzt und sind mit einem Akanthusmuster versehen. Das Muster dieser Wangen entspricht dem vieler Kirchenstühle im Dachauer Land. Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 auch in Ainhofen, Albersbach, Arnbach, Arnzell, Aufhausen, Bergkirchen, Hilgertshausen, Markt Indersdorf (Marktkirche), Ottmarshart, Pasenbach, Pipinsried, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen, Westerndorf und hier in Wollomoos verwendet. |
| Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch hier in Wollomoos (Maria und Josef). |
| Auf einer reich geschmückten Prozessions-Stange an der ersten Bank rechts ist eine wunderbare Rosenkranzmadonna gesetzt (Figur von 1920). Von der Madonna mit dem Kind gehen Strahlen zum Rosenkranz, dessen Vaterunserperlen als goldene Scheiben mit rotem Kreuz und die Aveperlen als Silberkugeln dargestellt sind. Der Rosenkranz enthält aber statt der üblichen 5 Gesätze (zu je 10+1 Kugeln) sechs Gesätze. Ob dies eine besondere Bedeutung hat oder vom Künstler nur aus Gründen der symmetrischen Darstellung gewählt wurde, ist mir nicht bekannt. Die 3 zusätzlichen Ave-Kugeln für die Bitten um Glaube, Hoffnung und |
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Auf einer weiteren Stange steht wohl eine Christusfigur aus der Zeit um 1720. Er ist in ein grün-rot-goldenes Gewand gekleidet; auf der offenen Hand präsentiert er das Evangelienbuch, das Neue Testament.
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![]() 10 Details (Deckengemälde, Emporenbilder,Kirchenbänke, Prozessionsstangen, Figuren Orgel, Kreuzwegbilder, Taufstein) per Mouseklick |
Kreuzigungsgruppe
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- eine
weitere Darstellung des Kirchenpatrons Bartholomäus,
mit einem langen Messer in der Hand. |
| Hinweis: Nikodemus war ein führender Vertreter des Judentums, der mit Jesus heimlich Gespräche führte (Joh 3,1-12) und trat nach der Darstellung des Evangelisten gegenüber den Hohepriestern und Pharisäern für Jesus ein. Nach dem Tode Jesu stiftete Nikodemus eine übergroße Menge (»etwa hundert Pfund«, nach heutigem Gewicht fast 33 kg) Myrrhe und Aloe (Joh 19,39).Das Nikodemus-Gedächtnis wird am 3.8 bzw. 27.3. (Serviten und Passionisten) gefeiert. Nikodemus wird als Patron der Schmiede verehrt. |
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- Maria Magdalena - die Figur eines knienden Heiligen im Priestergewand. Wer hier dargestellt werden soll, ist mir nicht bekannt - darüber ein Christkind aus der Zeit um 1750 |
| - vier kleine
Heiligenfiguren aus der Zeit
um 1900, die auf einer gemeinsamen Konsole stehen. Welche Heiligen die beiden Bischöfe, der Mönch und der Priester darstellen, ist mir nicht bekannt. |
-
die Figur der hl.Barbara mit Kelch und Schwert stammt aus der Zeit um
1680.
| Im hinteren Teil sind die Kreuzwegbilder
angebracht. Es sind colorierte Kupferstiche im vergoldeten Profilrahmen.
Die 33 x 22 cm großen Bilder wurden vom Kupferstecher Klauber aus
Augsburg um 1800 hergestellt. Von Klauber stammen übrigens auch die
mit der selben Platte hergestellten, aber nicht colorierten Kreuzwegbilder
in Sulzrain. Der Text unter den Bildern
ist in lateinischer und in deutscher Sprache verfasst. Kreuzwegbilder in unseren Kirchen sind erst seit 1700 üblich. Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier... |
An der Westwand hängt eine Gedenktafel für Pfarrer Johann Georg Penzl aus dem Jahr 1694 unter dem die Kirche neu gestaltet wurde. Die 60 x 45 cm große Tafel besteht aus Eisenblech; sie ist mit einem Wappen und folgender Inschrift bemalt:
| "Der WolEhrwürdige Geistliche und Wolgelehrte Herr Johann Georg Penzl, Pfarer Alhier und guettätter, Hat dißes Gottshaus Renovirn und gleichsam von Neyen auf sein aigne Spese Rebariern laßen. Zur Ehrn Gottes und seines Heilig gethreuen dieners St.Bartholomei, dan Zu seinen we... Zeitgedenck und gedechtnus. So geschech Anno 1694" |
| Die auf zwei gusseisernen Säulen
ruhende Empore besitzt eine verputzte Brüstung.
Auf sie sind Allegorienbilder, eine Papstdarstellung (Gregor der
Große vor einem Notenblatt - Gregorianischer Choral) ein Harfenspieler
(König David) und eine Orgelspielerin (St.Cäcilia) gemalt.
Dazwischen Musikinstrumente, die in einer Art Trophäenbündel dargestellt sind. |
Die Orgel wurde im Jahr 1919 von Willibald Siemann aus München als zweimanualiges Werk mit 11 Registern eingebaut. Die Orgel ist in einem nach Osten geschlossenen und dunkelbraun gefassten Holzkasten mit vergoldeten Rahmenleisten und einem "IHS"-Zeichen eingebaut.
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I. Manual
(C-f'''): Principal 8', Violine 8', Flauto amabile 8', Octav
4', Mixtur 2 2/3', |
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Allgemeines zur Orgel - Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
Die Pfarrei besitzt noch ein barockes Reliquiar aus vergoldetem Messing mit einer Kreuzreliquie. Es hat die Form einer Monstranz, ist 40 cm groß und wurde um 1740 von (unbekannten) Goldschmieden erstellt. Das Reliquiar besitzt einen geschwungenen Fuß mit Rosetten; am Schaft ist ein Nodus mit eingraviertem Blattwerk angebracht. Das ovale Schaugefäß mit der winzigen Reliquie ist umgeben von einem geflammten Strahlenkranz und einem Blütenrahmen.
Von 1950 bis 1965 stand in Wollomoos
die schöne Figur einer Pietà, einer Muttergottes, die ihren vom
Kreuz abgenommenen Sohn betrauert und den Leichnam auf ihrem Knien hält.
Die Skulptur aus Lindenholz ist seit 2011 im Museum Altomünster zu sehen.
Sie soll in der Zeit um 1370 von einem unbekannten Künstler geschaffen
worden sein und gehört so zu den ältesten im Landkreis.
Die von Gram gebeugte Muttergottes zeigt dem Betrachter die linke Handwunde
Jesu. Die Christusfigur wurde erst später hinzugefügt; nur der linke
Arm und die von Maria präsentierte linke Hand sind noch original erhalten.
Die letzten 60 der insgesamt 640 Jahre ihres Bestehens verliefen sehr turbulent:
Bis 1950 stand sie wohl in der Kirche von Pfaffenhofen bei Altomünster.
Denn der aus Wollomoos stammende Priester Mathäus Gschoßmann konnte
sich noch erinnern, dass Pfarrer Neureuther die Figur "hinter dem Sakristeischrank
in Pfaffenhofen hervorgeholt" und nach Wollomoos verbracht hat. Dort hat
man sie in der Kriegergedächtniskapelle aufgestellt. Als
1965 diese Kapelle renoviert wurde, hat man die Pietà in den unbewohnten
Pfarrhof ausgelagert, wo sie gestohlen wurde. Nach dem Diebstahl ließen
die Wollomooser eine Kopie nach einem Foto anfertigen, die sich noch immer im
Leichenhaus befindet. Die Originalfigur blieb 45 Jahre lang verschollen. Erst
im Jahr 2010 lag sie, in einem Karton verpackt, vor der Tür des Altomünsterer
Museums. Sie befand sich in einem "erbarmungswürdigen Zustand",
war von einer dicken Kreideschicht überzogen und hatte im unteren Teil
einen tiefen Riss. In einem Begleitschreiben mit der Überschrift "Wo
komme ich her, wo soll ich hin ?" bat der unbekannte Überbringer,
die Figur renovieren zu lassen und anschließend im Museum auszustellen.
Weiter heißt es in dem Brief, die Pietà sei bis 1900 in mehreren
Pfarrhäusern des Aichacher Kreises gestanden. Vor rd. 50 Jahren sei sie
(vom Dieb ?) in eine Schnitzerwerkstatt zur Holzwurmtötung gebracht worden.
Dort habe man sie vergessen, weil der "Besitzer" gestorben sei und
kein Geld für die Restaurierung hinterlassen habe. Der Restaurator oder
seine Nachkommen haben die Skulptur zu einem Vergolder (!?) gebracht, der jedoch
empfahl, die Pietà einem Museum zu schenken. Und nach Altomünster
kam sie, weil die Figur "schon einmal in einer Kirche in der Nähe
von Altomünster stand", wie es im Brief hieß.
Der Museumsverein in Altomünster
ließ die Pietà mit finanzieller Unterstützung der Volksbank
restaurieren. Der Restaurator Arno Müller legte die alte rot-blaue Fassung
frei und renovierte sie nach Vorbildern aus der selben Epoche (Ende 14.Jh).
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Anton Mayer /Georg Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising.
München 1874-1880
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Fritz Mayer, Rudolf Wagner: Der Altlandkreis Aichach, 1979
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Wilhelm Liebhart, ALTOMÜNSTER KLOSTER, MARKT UND GEMEINDE, 1999
Fr.Böck, Wollomoos, 2002
Wilhelm Liebhart, Markt Altomünster, 2002
Josef Kiening, Überleben im Dreißigjährigen Krieg, http://www.genealogie-kiening.de/berleben.htm
Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Geschichte der Altomünsterer Pietà, Beilage
der Dachauer Nachrichten vom Jan.2011
Dachauer Nachrichten vom 27.Januar 2011 (Pietà)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen
Symbole, 2011
(Rosen)
38 Bilder: Hans Schertl
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23.1.2011