zur
Landkreiskarte
ausführl.Beschreibung Kirchen
i.d.Marktgem. Altomünster
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Filialkirche St. Laurentius in PFAFFENHOFEN b.Altomünster
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Kurzbeschreibung Der Ort Pfaffenhofen bei Altomünster wurde erstmals um das Jahr 1280 erwähnt. Der Ortsname bedeutet "Hof eines Pfarrers". Die Kirche St.Laurentius steht auf einem kleinen Hügel inmitten des Dorfes. In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist sie indirekt erwähnt. Pfarrsitz war bis 1866 Sielenbach, seitdem gehört das Dorf zur Pfarrei Wollomoos. Die Kirche besaß immer einen eigenen Friedhof. Der heutige Kirchenbau stammt zu einem kleinen Teil noch aus dem 13. Jh, also noch aus romanischer Zeit.
Der Kirchturm ist an der Südostecke des Schiffs angebaut. |
Innenausstattung
| Die
drei Altäre stammen aus der Barockzeit (um 1670). Sie wurden
aber im 19. Jh. nochmals verändert. Der Choraltar ist dem Kirchenpatron, dem hl. Laurentius geweiht, dessen Figur (mit Märtyrerpalmzweig und Feuerrost) zwischen blauverzierten Wendelsäulen in der Mittelnische steht. Assistenzfiguren sind der hl. Johannes der Täufer (mit Kreuzstab und Lamm) sowie eine Anna selbdritt (Anna, mit Jesus auf dem Arm, belehrt ihre Tochter Maria). An den Seitenaltären eine Figurengruppe "Krönung Mariens durch die Dreifaltigkeit" (links) und ein Gemälde mit St.Leonhard und Isidor (rechts). Eine Besonderheit ist der sog.Römerstein, das herausragendste Zeugnis der Römerzeit im gesamten Landkreis Dachau. Es handelt sich um ein Würfelkapitell, das ein römisches Grabdenkmal des 3. oder 4. Jahrhunderts bekrönte. Beeindruckend ist die Figurenausstattung der Kirche: |
![]() 7 Details ( 2 Altäre, Figuren, Römerstein) per Mouseklick |
Die Empore ist an der Brüstung und der Unterseite bemalt. Die zum Teil beschnittenen Holzbilder kamen aus einer größeren Kirche hierher und wurden eingepasst. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben von Christus und dem hl. Petrus. Deshalb wird vermutet, dass die Brüstungsbilder aus einer Petruskirche gekommen sind.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen Hinweisen
| Geschichte: | Freisinger Matrikel | Visitation 1560 | Umbau 1650 | Matrikel 1740 |
| Beschreibg 1874 | ||||
| Ausstattung: | Altarraum | Baubeschreibung | Choraltar | Empore |
| Ewig-Licht-Ampel | Figuren im Schiff | Kirchenschiff | Kreuzweg | |
| Opferstock | Reliquiar | Römerstein | Seitenaltäre |
Pfaffenhofen bei Altomünster gehörte
früher zu den Welfen (Lechraingrafen)und kam über die Staufer 1264
zu den Wittelbachern. Der Ort wurde erstmals um das Jahr 1280 erwähnt.
Der Ortsname bedeutet "Hof oder Höfe eines Pfarrers". Pfarrsitz war von
mind. 1524 bis 1866 Sielenbach; seitdem gehört die Kirche St.Laurentius
zur Pfarrei Wollomoos. Im Schematismus von 1867 steht dazu: "Nachdem dieser
Filialbezirk der Pfarrei Sielenbach schon längere Zeit durch den Pfarrer
von Wollmossen charitativ war versehen worden, fand am 15.December 1866 durch
Ministerialentschließung im Einvernehmen mit dem hochw. erzb. Ordinariate
die Umpfarrung desselben in die Pfarrei Wollmoosen statt .
Die Kirche besaß immer einen eigenen Friedhof.
Geschichte der Kirche
Frühe Freisinger Matrikel
Eine Kirche stand in Pfaffenhofen wohl schon um 1300. Dafür spricht, dass
kleine Teile des heutigen Kirchenbaus noch aus romanischer Zeit stammen.
In der Konradinischen
Matrike l von 1315 ist Pfaffenhofen nicht ausdrücklich
erwähnt. Doch bei der Pfarrei Sielenbach heißt es, sie habe eine
Filiale ("Sielenpach... habet I filiam"). Da auch zweihundert Jahre
später, in der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524, die Pfaffenhofener Kirche als einzige
Filiale von Sielenbach bezeichnet wird, dürfte sie es 1315 ebenfalls gewesen
sein. In dieser Matrikel von 1524 ist übrigens auch die erste Erwähnung
des Kirchenpatrons St.Laurentius zu finden ("Silapach habet unam filiam
ecclesiam s.Laurentii in Pfaffenhouen").
Umbau
1650
Ein größerer Umbau fand um 1650/70, kurz nach dem 30-jährigen
Krieg statt. Vielleicht hatten Kriegsschäden dazu gezwungen, denn die Gegend
wurde damals schwer von Krieg und Pest heimgesucht.
Bei diesem Umbau wurde die Kirche auch in barockem Stil ausgestattet.
Schmidt'sche
Matrikel
In den Jahren 1738/40 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien
des Bistums Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikelauch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia
filialis s.Laurentii in Pfaffenhofen" bemerkt er, die Kirche sei ein ruinöser
Bau (Ecclesia haec ruinosae structurae). Damals hatte sie nur einen Altar (habet
aram unam), der natürlich dem Kirchepatron Laurentius geweiht war. Gottesdienste
fanden am laurentiusfest statt, an dem Patrozinium und Kirchweih gefeiert wurde,
sowie am frühen Morgen des Weihnachtsfestes. Am Friedhof stand ein Beinhaus.
Eine Sakristei war nicht vorhanden. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die
Einnahmen verwalteten der Pfarrer von Sielenbach und der Landpfleger von Aichach.
In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wird die Kirche wohl des Öfteren renoviert worden sein. Jedenfalls sind die beiden Seitenaltäre erst nach 1740 errichtet worden.
Beschreibung
1884
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von
Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel
über die Pfarrei Wollomoos als Filialkirche auch St.Laurentius in Pfaffenhofen
enthalten. Pfaffenhofen gehörte bis 1866 zur Pfarrei Sielenbach. Im Dorf
selbst wohnten 81 Seelen (in 13 Häusern).
Die Wege zur 2 1/2 km entfernten Pfarrkirche seien gut,
schreibt Westermayer. Und weiter über die Kirche: "Liegt an der Straße
von Aichach nach München hochgelegen. Erbauungjahr unbekannt. Ohne ausgeprägten
Styl. Baupflicht hat die Dorfgemeinde. Thurm: Dachreiter mit 2 Glocken; die
größere gegossen 1789 von Vincenz Lißbach in Augsburg; die
kleinere ohne Jahreszahl trägt die gothische Inschrift: "Markus, Mattheus,
Joannes, Joseph". 3 Altäre (ohne
Altarsteine). Orgel mit 4 Registern. Stiftungen: 2 Seelenämter für
Kirchweihdienstag u. 3.11; 4 Jahrmessen. Den Meßnerdienst versieht ein
Gütler, den Cantordienst der Lehrer in Wollmoosen. Kirchenvermögen:
5.400 Mark".
Die letzte grundlegende Restaurierung fand 1972/1973 statt, dabei wurde der Sakristeianbau abgebrochen. Die Neuweihe vollzog am 10. März 1973 Weihbischof Graf Heinrich von Soden-Fraunhofen.
Baubeschreibung
Der heutige Kirchenbau stammt zu einem kleinen Teil noch aus dem 13. Jh, also noch aus romanischer Zeit. Der untere Mauer-bereich (bis zur Höhe von 3 Metern) ist doppelt so dick, wie das darüber liegende Mauerwerk.
| Die Kirche St. Laurentius steht am westlichen
Ortsrand auf einer kleinen Anhöhe, die den Eindruck eines Burghügels
macht. Sie ist von einem ummauerten Friedhof umgeben. Der einachsige Chor ist stark eingezogen und schließt gerade. Das zwei Stufen tiefer liegende Langhaus, das Kirchenschiff besitzt zwei Achsen. Der untere Mauerbereich (bis zur Höhe von 3 Metern), der noch aus der Zeit der Romanik stammt, ist doppelt so dick, wie das darüber liegende Mauerwerk. Das Portal mit einflügeliger Türe liegt auf der Südseite. Die Kirche wird durch sechs barocke Rundbogenfenster erhellt. Der Kirchturm ist an der Südostecke des Schiffes angebaut. Er hat einen quadratischen Grundriss. Seine Wände sind nicht gegliedert. Unter dem flachen Pyramidendach auf jeder Seite ein großes Schallloch. Über die Glocken ist mir nichts bekannt. |
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Die letzte grundlegende Restaurierung fand 1972/1973 statt, dabei wurde der Sakristeianbau abgebrochen. Die Neuweihe vollzog am 10. März 1973 Weihbischof Graf Heinrich von Soden-Fraunhofen.
Innenausstattung
| Der
schmale Altarraum ist flach gedeckt. Die Decke ist nicht bemalt. Als einziger Wandschmuck sind im Chor zwei gemalten Apostelleuchter links und rechts des Altars angebracht. |
Der 180 cm breite und raumhohe Choraltar wurde um 1670 erstellt, aber im 19.Jh nochmals verändert. Er besitzt ein barockes Retabel, dessen Holz braun und blau gefasst (= bemalt) ist. Zwei gedrehte, mit Weinlaub und Weintrauben umrankte Säulen haben korinthische Kapitelle. Sie tragen ein verkröpftes Gebälk, auf dem zwischen Sprenggiebeln der Altarauszug sitzt. Die Stipes, der Altarblock, ist mit einer sarkophagähnlichen Holzverkleidung umgeben.
| In der Mittelnische steht zwischen den blauverzierten Wendelsäulen eine große Figur des Kirchenpatrons, des hl. Laurentius aus dem 17.Jh. Der Heilige hält in den Händen einen Märtyrerpalmzweig; vor seine Füße hat er den Rost hingestellt, der auf die Art seines Martyriums hinweist. Neben dem Rost knien zwei Leuchterengel. | Hinweis: Laurentius war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Armen austeilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze; als Laurentius sie nicht herausgab, ließ der Kaiser den Heiligen auf einem Rost zu Tode zu martern. Deshalb wird Laurentius mit dem Rost abgebildet. |
An den Außenseiten des Altars stehen auf Postamenten zwei Assistenzfiguren:
| Links der hl. Johannes
der Täufer mit dem Täuferkreuz, um das ein Spruchband
mit dem Text "Ecce agnus Dei" geschlungen ist. In der Hand hält
er ein Buch mit den 7 Siegeln, auf dem das Lamm Gottes liegt. Rechts die Figurengruppe Anna selbdritt; die hl. Anna mit dem segnenden Jesuskind auf dem linken Arm, liest ihrer Tochter Maria, die zu ihren Füßen steht, aus einem Buch vor. Um zu demonstrieren, dass bei dieser Darstellung die hl.Anna im Vordergrund steht, hat der Künstler nur die Anna mit einem Heiligenschein (Nimbus) in Form eines Strahlenkranzes ausgestattet. |
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Hinweis: Johannes (ein
Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später
wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes und ihrer Tochter
Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das
die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt
(Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm
und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet.
Die Darstellung des Buchs mit den 7 Siegeln greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Christus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird. Anna hat nach den Apokryphen erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe ihre Tochter Maria geboren. Deshalb wird sie in der Kunst immer als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch abgebildet. Das Buch in ihren Händen geht auf Legenden und Darstellungen zurück, in denen sie ihre Tochter Maria das Lesen lehrt. Das Thema der Unterweisung Mariens ist in der Kunst seit dem 14.Jh bekannt und war besonders in der Barockzeit beliebt. Es geht zurück auf die Bibelstelle aus dem Buch der Sprichwörter (1,8) "Höre mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht" und wendet das Wort auf Maria an. Die Kunst des Lesens beherrschten in früheren Zeiten nur wenige, meist vornehme Menschen. Dazu sollten auch Anna und Maria gerechnet werden. Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias, wird meistens als reife Frau dargestellt; häufig mit grün-roter Kleidung, um den Kopf ein Tuch als Zeichen der verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. Sie beinhalten das Gewesene, das Jetzige und das noch Kommende. In ihnen sind Wandel und Erneuerung angelegt. |
| In Kirche befindet sich das nach Prof. Liebharts Aussage herausragendste Zeugnis der Römerzeit im gesamten Landkreis Dachau, der sogenannte "Römerstein". Es handelt sich um ein 54 cm hohes korinthisches Würfelkapitell aus Jura-Kalkstein, das ein römisches Grabdenkmal des 3. oder 4. Jahrhunderts bekrönte. Es soll 1905 in der Kirche von Wollomoos entdeckt und dann nach Pfaffenhofen gebracht worden sein. Unweit von Pfaffenhofen verlief ein römischer Straßenzug aus Richtung Petersberg kommend über Langengern, Übelmanna und Kiemertshofen weiter nach Heretshausen in Richtung Augsburg. Das Denkmal dürfte an dieser Straße gestanden sein. |
| Auf den Römerstein hat man eine spätgotische Skulptur des hl. Laurentius gestellt, gekleidet in ein rotes Gewand mit einem Buch in der Rechten. Er stützt sich lässig auf den Rost unter dem linken Arm. Die Figur wurde um 1450 geschnitzt. |
Das Langhaus besitzt eine Flachdecke über umlaufendem Gesims Einziger Schmuck sind ier Tondi (Stuckrahmenkreise), in denen sich früher vielleicht Gemälde befanden. Heute ist alles übertüncht.
Auch die beiden Seitenaltäre
sind wie der Hochaltar barocke Säulenretabel. Sie sollen aus der Zeit um
1670 stammen; doch die Schmidt'sche Matrikel von 1739 schreibt nur von einem
einzigen Altar in der Kirche. Dies spricht für einen späteren Einbau.
Die Säulen und die Stipesverkleidungen sind braun und blau marmoriert und
mit Schnitzdekor vergoldet. Die hohen, sehr schön geschwungenen Altaraufsätze
bestehen aus dreipassförmigen Gemälden, die von Engelsfiguren umgeben
sind. An der Spitze Textkartuschen und bekrönende Kreuze.
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Der linke Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht. Mittelpunkt ist eine schöne Figurengruppe "Krönung Mariens" in der Nische. Christus und Gott Vater (mit der Weltkugel) halten die Himmelskrone über das Haupt von Maria. Darüber schwebt der Heilige Geist in Form einer Taube. |
Das Haupt Christi
ist von einem dreistrahligen, das Haupt von Gottvater von einem dreieckigen
Heiligenschein umgeben. Die Gruppe dürfte um 1550 geschnitzt worden sein. Unter dem Kreuz, das den Altar bekrönt, eine Kartusche mit dem Text: "Maria Königin". |
| Im Altaraufsatz
wird die hl. Ursula mit Pfeil und
Märtyrerpalme darstellt. Das Ölbild (auf Leinwand) dürfte
um 1880 gemalt worden sein. Hinweis: Ursula soll im Jahr 415 zusammen mit 11.000 Jungfrauen (u.a. auch Cäcilia,Odilia und Verena) nach der Rückkehr von einer Romreise in Köln von den Hunnen mit Pfeilen ermordet worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, die Geliebte des Hunnenkönigs zu werden. |
Rechter Seitenaltar
| Der rechte Seitenaltar
ist dem Viehpatron St. Leonhard
gewidmet. Auf dem rundbogigen Altarblatt sind der Heilige im Mönchstracht
sowie der hl. Isidor dargestellt. Beide schauen auf zu Maria und dem Jesuskind,
die auf Wolken am Himmel erscheinen. Das Kind sitzt lachend auf Mariens
Schoß und hält dem Betrachter einen Gürtel entgegen. Zu
Füßen der beiden Bauernheiligen grasen Pferde und Rinder. Das
96 x 61 cm große Gemälde wurde Ende des 18.Jh mit Ölfarbe
auf Leinwanduntergrund gemalt. Über dem Aufsatz eine Kartusche mit
dem Text: "St.Leonhard". |
| Der Altaraufsatz enthält ein Bild des hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem rechten Arm und der Lilie der Keuschheit in der linken Hand (Öl auf Leinwand, um 1880). Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann. |
| An
den Seitenwänden hängen oberhalb und unterhalb der Brüstung
schöne Kreuzwegbilder.
Es sind 94 x 53 cm große Ölbilder auf Leinwanduntergrund, die in der 1.Hälfte des 20.Jh gemalt wurden. Hinweis: Kreuzwegbilder in unseren Kirchen sind erst seit 1700 üblich. Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier... |
An der linken Seitenwand hängt die kleine Ewig-Licht-Ampel aus der Zeit um 1900. Sie besteht aus versilbertem Messing. Die Ornamente darauf sind durch Treibarbeit (Klopfen auf der Rückseite) entstanden.
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Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. |
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An der Südwand hängt ein großes
Kruzifix aus der Zeit um
1670/80. Darunter steht nicht, wie sonst üblich, eine Figur der schmerzhaften Mutter, sondern die von Maria Magdalena mit dem Salbungsgefäß in der Hand (1670/80). |
![]() 6 Details ( 3 Figuren, Kreuzweg, Emporenbilder, Opferstock) per Mouseklick |
Im hinteren Teil des Kirchenschiffs befinden sich noch zwei romanische Plastiken:
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| Hinweis: Vitus wurde schon als Kind von seinem heidnischen Vater wegen seines christlichen Glaubens vor Gericht gestellt. Den Folterknechten verdorrten die Arme, aber Vitus heilte sie. Der Vater schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete wurde er blind. Kaiser Diokletian wollte ihn mit schweren Eisenplatten erdrücken, in einem heißen Ölkessel sieden oder ihn den Löwen vorwerfen. Nichts gelang. Dann wurde er mit Haken zerfleischt. Vitus ist einer der 14 Nothelfer. |
| Er ist Patron für 30 Krankheiten. Bekannt ist der Veitstanz, Chorea, eine Nervenkrankheit mit ungewollten, spastischen Bewegungen des gesamten Körpers, die sich willentlich nicht unterdrücken lassen und durch eine organische Schädigung im Zentralnervensystem bedingt sind. Er ist auch Schutzpatron gegen das Bettnässen, weil man in früheren Jahrhunderten den Ölkessel als großen Nachttopf deutete. |
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An der Emporensäule ist
ein Opferstock aus der Zeit
um 1730 befestigt. Er ist mit Eisenbändern und einem massiven Vorhängeschloss
gesichert. Der Opferstock dient der Aufnahme von Geldspenden. Seinen Namen
verdankt er der Tatsache, dass er aus einem großen ausgehöhlten Holzstock
besteht. |
| an der Brüstung
(von Süden nach Norden): - Christus, - den reichen Fischzug (Lukas 5, 1–11), - den Sturm auf dem Meer (Markus 4, 35-41), - den zwölfjährigen Jesus im Tempel bei den Schriftgelehrten (Lukas 2, 41–46), - die Heilung der Schwiegermutter von Petrus (Matthäus 8,14), auf der Unterseite: - die Tempelreinigung (?) (Markus 11, 15–19), - die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland (Matthäus 2, 1 - 12). |
Die Kirche besitzt noch ein Reliquiar aus der Zeit um 1830 mit einer Kreuzreliquie. Es besteht aus versilbertem und vergoldetem Messing. Die Verzierung ist eine Treibarbeit. Das kreuzförmige Reliquiar besitzt einen querovalen Fuß mit Blattwerkleiste; am Schaft ist ein klassizistischer Vasennodus angebracht. An den vier Kreuzenden sind Rosetten und Blattornamente mit farbigen Steinen angebracht. Das ovale Kristall-Schaugefäß mit der winzigen Reliquie ist von einem Strahlenkranz umgeben.
Wahrscheinlich stand in den Jahrzehnten
vor 1950 in Pfaffenhofen die schöne Figur einer Pietà, einer Muttergottes,
die ihren vom Kreuz abgenommenen Sohn betrauert und den Leichnam auf ihrem Knien
hält. Die Skulptur aus Lindenholz ist seit 2011 im Museum Altomünster
zu sehen.
Sie soll in der Zeit um 1370 von einem unbekannten Künstler geschaffen
worden sein und gehört so zu den ältesten im Landkreis.
Die von Gram gebeugte Muttergottes zeigt dem Betrachter die linke Handwunde
Jesu. Die Christusfigur wurde erst später hinzugefügt; nur der linke
Arm und die von Maria präsentierte linke Hand sind noch original erhalten.
Die letzten 60 der insgesamt 640 Jahre ihres Bestehens verliefen sehr turbulent:
Bis 1950 stand sie wohl in der Kirche von Pfaffenhofen bei Altomünster.
Denn der aus Wollomoos stammende Priester Mathäus Gschoßmann konnte
sich noch erinnern, dass Pfarrer Neureuther die Figur "hinter dem Sakristeischrank
in Pfaffenhofen hervorgeholt" und nach Wollomoos verbracht hat. Dort hat
man sie in der Kriegergedächtniskapelle aufgestellt. Als 1965 diese Kapelle
renoviert wurde, hat man die Pietà in den unbewohnten Pfarrhof ausgelagert,
wo sie gestohlen wurde. Nach dem Diebstahl ließen die Wollomooser eine
Kopie nach einem Foto anfertigen, die sich noch immer im Leichenhaus befindet.
Die Originalfigur blieb 45 Jahre lang verschollen. Erst im Jahr 2010 lag sie,
in einem Karton verpackt, vor der Tür des Altomünsterer Museums. Sie
befand sich in einem "erbarmungswürdigen Zustand", war von einer
dicken Kreideschicht überzogen und hatte im unteren Teil einen tiefen Riss.
In einem Begleitschreiben mit der Überschrift "Wo komme ich her, wo
soll ich hin ?" bat der unbekannte Überbringer, die Figur renovieren
zu lassen und anschließend im Museum auszustellen. Weiter heißt
es in dem Brief, die Pietà sei bis 1900 in mehreren Pfarrhäusern
des Aichacher Kreises gestanden. Vor rd. 50 Jahren sei sie (vom Dieb ?) in eine
Schnitzerwerkstatt zur Holzwurmtötung gebracht worden. Dort habe man sie
vergessen, weil der "Besitzer" gestorben sei und kein Geld für
die Restaurierung hinterlassen habe. Der Restaurator oder seine Nachkommen haben
die Skulptur zu einem Vergolder (!?) gebracht, der jedoch empfahl, die Pietà
einem Museum zu schenken. Und nach Altomünster kam sie, weil die Figur
"schon einmal in einer Kirche in der Nähe von Altomünster stand",
wie es im Brief hieß.
Der Museumsverein in Altomünster ließ die Pietà mit finanzieller
Unterstützung der Volksbank restaurieren. Der Restaurator Arno Müller
legte die alte rot-blaue Fassung frei und renovierte sie nach Vorbildern aus
der selben Epoche (Ende 14.Jh).
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Schematismus 1867, S. 267
Fritz Mayer, Rudolf Wagner: Der Altlandkreis Aichach, 1979
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1992
Wilhelm Liebhart, ALTOMÜNSTER KLOSTER, MARKT UND GEMEINDE, 1999
Fam.Steiner, Pfaffenhofen, 2002
Wilhelm Liebhart, Markt Altomünster, 2002
Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Geschichte der Altomünsterer Pietà, Beilage
der Dachauer Nachrichten vom Jan.2011
Dachauer Nachrichten vom 27.Januar 2011 (Pietà)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen
Symbole, 2011
(Tabernakelengel)
23 Bilder: Hans Schertl
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29.9.2011